[0001] Die Erfindung betrifft ein Sicherheitselement für ein Wertdokument, beispielsweise
für eine Banknote oder einen Pass, wobei das Sicherheitselement ein Substrat mit einer
Vorderseite und einer Rückseite aufweist, wobei ein Betrachter das Substrat des Sicherheitselements
von der Vorderseite, also in Draufsicht betrachtet.
[0002] Gattungsgemäße Sicherheitselemente, wie beispielsweise Sicherheitsfäden für Passpapiere,
werden im Stand der Technik als sogenannte Country-Code-Fäden mit einer Flagge und
einem Negativ- oder Positivtext im Tiefdruck, UV-Offset oder Digitaldruck auf einem
Kunststoffsubstrat hergestellt. Zusätzlich können diese Sicherheitsfäden mit einer
Fluoreszenz ausgestattet sein. Für den Text (Negativ- oder Positivtext) wird jeweils
die gleiche Druckfarbe mit den gleichen Eigenschaften verwendet.
[0003] Als weitere gattungsgemäße Sicherheitselemente sind beispielsweise Sicherheitsfolien
bekannt, die auf die Oberfläche des Substrats einer Banknote aufgebracht werden. Bei
den Eurobanknoten der zweiten Generation reichen derartige Sicherheitsfolien vom oberen
Rand bis zum unteren Rand der Banknoten und überdecken ein Loch in den Banknoten.
Bei den Eurobanknoten der ersten Generation befindet sich bei den Nominationen von
50 € und mehr eine Sicherheitsfolie in Form eines Einzelelements, ein sogenannter
Folien-Patch.
[0004] Aus
DE 102008049595 A1 ist eine im infraroten Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung absorbierende
Druckfarbe mit mindestens ein Borid bekannt, das Strahlung im Wellenlängenbereich
von 800 nm bis 2500 nm absorbiert. Diese IR-absorbierende Druckfarbe erscheint unter
Tageslicht mit bloßen Auge unsichtbar und ist unter IR-Licht sichtbar.
[0005] Weitere gattungsgemäße Sicherheitselemente sind beispielweise Sicherheitsfäden mit
optischen Eigenschaften, wie zum Beispiel Hologramme oder Flüssigkristallfarben, Metallisierungen
mit oder ohne Farbkippeffekten und/oder Wölbkippeffekten, sowie Sicherheitsfäden mit
magnetischen Eigenschaften.
[0006] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Sicherheitselement
derart weiterzubilden, dass die Nachteile des Standes der Technik behoben werden und
der Schutz gegenüber Fälschungen weiter erhöht wird.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs gelöst. Weiterbildungen
der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0008] Erfindungsgemäß ist auf dem Substrat des Sicherheitselements eine erste Druckfarbe
angeordnet, die im infraroten Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung transluzent
oder bevorzugt transparent ist und im sichtbaren Wellenlängenbereich elektromagnetischer
Strahlung opak ist und an sich einen dunklen oder schwarzen Farbton aufweist. In Blickrichtung
zwischen dem Betrachter und der ersten Druckfarbe ist eine zweite Druckfarbe angeordnet,
die im infraroten Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung ebenfalls transluzent
oder bevorzugt transparent ist und im sichtbaren Wellenlängenbereich elektromagnetischer
Strahlung transluzent ist und an sich einen weißen oder weißlich-silbernen Farbton
aufweist. Für den Betrachter sind die erste und die zweite Druckfarbe in mindestens
einem Überlappungsbereich übereinander angeordnet, so dass sich für den Betrachter
in dem mindestens einen Überlappungsbereich im sichtbaren Wellenlängenbereich elektromagnetischer
Strahlung insgesamt ein silberner Farbton ergibt. Die erste Druckfarbe befindet sich
somit im Überlappungsbereich in Blickrichtung hinter der zweiten Druckfarbe und ergibt
sich durch das Zusammenwirken beider Druckfarben für den Betrachter im sichtbaren
Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung bzw. visuell ein insgesamt silberner
Farbton im Überlappungsbereich.
[0009] Die Formulierung, dass die erste bzw. zweite Druckfarbe "an sich" einen dunklen oder
schwarzen bzw. weißen Farbton aufweist, bedeutet hierbei, im Sinne dieser Erfindung
dass die jeweilige Druckfarbe für sich genommen, also ohne eine Zusammenwirkung mit
einer anderen Druckfarbe, diesen Farbton aufweist. Wäre also ausschließlich die erste
oder zweite Druckfarbe auf dem Substrat angeordnet, würde die erste oder zweite Druckfarbe
diesen Farbton aufweisen.
[0010] Erfindungsgemäß werden also zwei für IR-Strahlung transparente Druckfarben miteinander
kombiniert, wobei im visuell sichtbaren Wellenlängenbereich die erste Druckfarbe opak
und die zweite Druckfarbe transluzent ist und wobei die zweite Druckfarbe mit dem
weißen Farbton in Blickrichtung über die dunkle oder schwarze erste Druckfarbe aufgebracht
ist. Durch die Kombination der beiden Druckfarben ergibt sich für den Betrachter im
Überlappungsbereich insgesamt ein silberner Farbton.
[0011] Gemäß einer ersten Ausführungsform kann die erste Druckfarbe auf der Vorderseite
des Substrats des Sicherheitselements angeordnet sein und die zweite Farbe über der
ersten Druckfarbe angeordnet sein. Hierbei sind beide Druckfarben auf der Vorderseite
des Substrats des Sicherheitselements angeordnet.
[0012] Gemäß einer alternativen Ausführungsform ist das Substrat des Sicherheitselements
mindestens in Teilbereichen des sichtbaren und des infraroten Wellenlängenbereichs
elektromagnetischer Strahlung transluzent oder bevorzugt transparent, wobei die erste
Druckfarbe auf der Rückseite des Substrats des Sicherheitselements angeordnet ist
und die zweite Farbe auf der Vorderseite des Substrats des Sicherheitselements angeordnet
ist. Die erste Druckfarbe ist hierbei von der Vorderseite des Substrats durch das
transluzente oder bevorzugt transparente Substrat hindurch sichtbar und erkennbar.
[0013] Gemäß einer weiteren alternativen Ausführungsform ist das Substrat des Sicherheitselements
mindestens in Teilbereichen des sichtbaren und des infraroten Wellenlängenbereichs
elektromagnetischer Strahlung transluzent oder bevorzugt transparent, wobei die erste
Druckfarbe auf der Rückseite des Substrats des Sicherheitselements angeordnet ist
und die zweite Farbe zwischen der ersten Farbe und dem Substrat des Sicherheitselements
angeordnet ist. Die erste und die zweite Druckfarbe ist hierbei von der Vorderseite
des Substrats durch das transluzente oder bevorzugt transparente Substrat hindurch
sichtbar und erkennbar.
[0014] Besonders bevorzugt ist die erste Druckfarbe mit einer Auftragsmenge von etwa 1 g/m
2 bis etwa 3 g/m
2 aufgebracht und die zweite Druckfarbe mit einer Auftragsmenge von etwa 2 g/m
2 bis etwa 8 g/m
2. Hierbei gilt, dass je größer die Auftragsmenge und damit die Schichtdicke der zweiten
Druckfarbe gewählt wird, desto heller erscheint das Sicherheitselement im visuell
sichtbaren Wellenlängenbereich. Umgekehrt gilt, dass je geringer die Auftragsmenge
und damit die Schichtdicke der zweiten Druckfarbe gewählt wird, umso dunkler erscheint
das Sicherheitselement im visuell sichtbaren Wellenlängenbereich. Bei einer Auftragsmenge
der zweiten Druckfarbe von etwa 2 g/m
2 erscheint das Sicherheitselement somit dunkler als bei einer Auftragsmenge der zweiten
Druckfarbe von etwa 8 g/m
2.
[0015] Die erste Druckfarbe ist beispielsweise die Druckfarbe
EP-92988 IR-Schwarz der Schweizer Firma ROTOFLEX. Sie besitzt die folgenden Eigenschaften:
gutes Deckvermögen bei ausreichend hoher Schichtdicke im sichtbaren Bereich (VIS),
durchlässig im IR-Bereich für Wellenlängen von 800 nm bis 1000 nm, sehr gute Haftung
und gute Kaschierhaftung, geeignet für Frontal- und Konterdruck, geeignet für Außendruck
zusammen mit einem wasserfesten Schutzlack, niedrige Restlösungsmittel, Hauptbindemittel
sind Cellulosenitrat und Polyurethane, enthält keine chlorhaltigen Bindemittel wie
z.B. PVC oder PVdC. Im sichtbaren Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung
erscheint diese Druckfarbe in Aufsicht, d.h. bei Beleuchtung von der Vorderseite und
Betrachtung von der Vorderseite, an sich dunkel bis schwarz und in Durchsicht, d.h.
bei Beleuchtung von der Rückseite und Betrachtung von der Vorderseite, an sich dunkelgrün
und bei einer größeren Auftragsmenge schwarz.
[0016] Die zweite Druckfarbe ist beispielsweise die Druckfarbe
EP-92088 IR-Lack der Schweizer Firma ROTOFLEX. Sie besitzt die folgenden Eigenschaften: Silberglanz-Effekt
bei hoher Schichtdicke durch spezielle Pigmente, durchlässig im IR-Bereich für Wellenlängen
von 800 nm bis 1000 nm, sehr gute Haftung und gute Kaschierhaftung, geeignet für Frontal-
und Konterdruck, geeignet für Außendruck zusammen mit einem wasserfesten Schutzlack,
niedrige Restlösungsmittel, Hauptbindemittel sind Cellulosenitrat und Polyurethane,
enthält keine chlorhaltigen Bindemittel wie z.B. PVC oder PVdC. Im sichtbaren Wellenlängenbereich
elektromagnetischer Strahlung erscheint diese Druckfarbe in Aufsicht und in Durchsicht
an sich weiß oder weiß-silberschimmernd.
[0017] Im infraroten Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung sind beide Druckfarben
transluzent oder bevorzugt transparent, so dass das zwischen oder hinter den beiden
Druckfarben angeordnete Elemente, bei Beleuchtung mit IR-Strahlung erkennbar werden.
Bei Beleuchtung mit sichtbarer Strahlung sind das Substrat und die Elemente hingegen
für einen Betrachter nicht sichtbar und somit verborgen. Die Elemente können beispielsweise
in Form eines Textes, Zeichens, Musters oder einer Codierung ausgestaltet sein. Diese
Elemente r können auch eine Information für IR-Sensoren darstellen, die beispielweise
bei Banknotenbearbeitungsmaschinen üblich sind. Zudem ist eine Kombination von gedruckten
Elementen mit gedruckten maschinenlesbaren Elementen, wie zum Beispiel magnetische
Eigenschaften, möglich, die von einer oder beiden Druckfarben überdeckt und erst unter
IR-Betrachtung erkennbar werden.
[0018] Selbstverständlich können auch die erste und/oder zweite Druckfarbe in Form eines
Textes, Zeichens, Musters oder einer Codierung ausgestaltet sein und bei Beleuchtung
mit sichtbarer Strahlung eine Information für den Betrachter darstellen.
[0019] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung sind die erste und zweite Druckfarbe im Wellenlängenbereich
elektromagnetischer Strahlung von 800 nm bis 1000 nm transluzent oder bevorzugt transparent.
[0020] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist das Substrat des Sicherheitselements
eine Kunststofffolie und besteht beispielsweise aus Polyethylenterephthalat (PET).
Das Sicherheitselement wird dann nachträglich auf die Oberfläche eines Wertdokuments
aufgebracht oder mindestens teilweise in das Substrat des Wertdokuments eingebracht.
Alternativ kann das Wertdokument ein Substrat aufweisen und ist das Substrat des Sicherheitselements
das Substrat des Wertdokuments. Hierbei weist das Sicherheitselement kein eigenes
Substrat auf, sondern ist die erste und/oder zweite Druckfarbe auf das Substrat des
Wertdokuments aufgebracht.
[0021] Besonders bevorzugt ist die erste und/oder zweite Druckfarbe eine lösungsmittelbasierende,
wasserbasierende oder UV-härtbare Druckfarbe bzw. Toner, die im Tiefdruck, Digitaldruck,
UV-Offset-Druck, Siebdruck, Inkjet-Druck oder Flexodruck auf das Substrat des Sicherheitselements
aufgedruckt ist.
[0022] Besonderer Vorteil der Erfindung ist eine zusätzliche Erkennung der Echtheit eines
Wertdokuments, beispielsweise eines Passpapiers, durch Beleuchtung der Druckfarben
mit elektromagnetischer Strahlung im infraroten Wellenlängenbereich. Es handelt sich
dabei um verborgene Sicherheitsmerkmale, sogenannte Level 2 Merkmale oder "Hidden-Features".
Mittels IR-Sensoren oder IR-Prüfgeräten (wie beispielsweise einer IR-Kamera) kann
somit die Echtheit des Sicherheitselementes geprüft werden, da bei Beleuchtung mit
elektromagnetischer Strahlung im infraroten Wellenlängenbereich die erste und zweite
Druckfarbe durchscheinend oder durchsichtig sind und dahinterliegende IR-absorbierende
Elemente durchscheinen lassen. Bei Beleuchtung mit sichtbarer elektromagnetischer
Strahlung bzw. Licht mit einer Wellenlänge von etwa 380 nm bis etwa 750 nm ist die
erste Druckfarbe ausreichend opak und lässt in Blickrichtung dahinterliegende IR-absorbierende
Elemente nicht durchscheinen.
[0023] Durch die Kombination mehrerer Level 2 Merkmale (beispielsweise UV kurz- und langwellige
Fluoreszenz, IR Transparenz und Sichtbarkeit, Anti-Stokes) kann die Fälschungssicherheit
weiter erhöht werden. Das erfindungsgemäße Sicherheitselement kann dabei neben der
ersten und zweiten Druckfarbe auch weitere Druckfeatures, wie beispielsweise Fluoreszenz
(vollflächig, streifenförmig, einfarbig, mehrfarbig) aufweisen. Ebenso ist auch die
Kombination mehrerer Schichten aus der ersten und/oder zweiten Druckfarbe und einer
Metallisierung (Al, Cr, Cu, Ni etc.) oder aus pigmentierten metallischen Druckfarben
oder aus magnetischen Druckfarben möglich.
[0024] Zusätzlich kann durch die erfindungsgemäß verwendete ersten und zweiten Druckfarbe,
die beispielsweise eine schlechte Beständigkeit gegen Lösungsmittel, Säuren, Laugen
und/oder Bleichmittel aufweisen, die Manipulationssicherheit als Ergänzung zur chemischen
Sicherung des Substrats bzw. Papiers erhöht werden.
[0025] Die auf das Substrat aufgetragenen Texte, Muster, Zeichen, Codierungen oder andere
Elemente können ebenfalls aus einer IR-transluzenten oder - transparenten und IR-absorbierenden
Druckfarbe bestehen, die nebeneinander angeordnet bei Beleuchtung mit elektromagnetischer
Strahlung im infraroten Wellenlängenbereich wiederum ein anders Muster ergeben.
[0026] Die IR-transluzenten oder -transparenten Druckfarben können auch fluoreszierende
Eigenschaften haben. Bei Beleuchtung mit sichtbarer elektromagnetischer Strahlung
sind die Druckdruckfarben sichtbar, während sie bei Beleuchtung mit elektromagnetischer
Strahlung im infraroten Wellenlängenbereich nicht erkennbar sind und bei Beleuchtung
mit elektromagnetischer Strahlung im ultravioletten Wellenlängenbereich fluoreszieren.
Die IR-transluzenten oder -transparenten Druckfarben können auch unter UV-Licht einen
anderen Farbton besitzen, so dass bei Beleuchtung mit sichtbarer elektromagnetischer
Strahlung ein Muster erkennbar ist, beispielsweise ein Stern, welches bei Beleuchtung
mit UV-Licht ein Muster aus zwei oder mehreren fluoreszierenden Farben erkennbar wird.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann die zweite Druckfarbe auch zusätzlich mit
anderen Farbstoffen eingefärbt werden, so dass man beispielweise durch Hinzufügen
eines gelben Farbstoffs einen insgesamt goldenen Farbton erhält.
[0028] Wertdokumente, für die ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement verwendet werden
kann, sind insbesondere Banknoten, Aktien, Anleihen, Urkunden, Gutscheine, Schecks,
hochwertige Eintrittskarten, aber auch andere fälschungsgefährdete Papiere, wie Pässe
und sonstige Ausweisdokumente, sowie Karten, wie beispielsweise Kredit- oder Debitkarten,
und auch Produktsicherungselemente, wie Etiketten, Siegel, Verpackungen, Faltschachteln,
Beipackzettel und dergleichen.
[0029] Die vereinfachte Benennung Wertdokument schließt alle oben genannten Materialien,
Dokumente und Produktsicherungsmittel ein.
[0030] Eine Information im Sinne dieser Erfindung ist eine musterförmig gestaltete und visuell
wahrnehmbare oder maschinenlesbare Darstellung. Diese kann beispielsweise eine alphanumerische
Zeichenfolge aus Ziffern und/oder Buchstaben, eine graphische Abbildung, ein Bild,
einen Text oder sonstige Zeichen beispielweise in Form einer Codierung bilden. Besonders
bevorzugt besteht die Information dabei aus positiven oder/und negativen Motiven.
Bei einem positiven Motiv wird hierbei ein Motivelement selbst auf das Substrat aufgebracht,
wohingegen bei einem negativen Motiv der das Motivelement umgebende Bereich auf das
Substrat aufgebracht wird. Ein positives Motiv ist beispielsweise ein in dunkler Farbe
auf das helle Substrat aufgedruckter Buchstabe. Ein negatives Motiv ist beispielsweise
eine in dunkler Farbe auf das helle Substrat aufgebrachte Fläche, die innerhalb der
Fläche einen unbedruckten Bereich in Form eines Buchstabens aufweist. Transluzenz
bedeutet im Sinne dieser Erfindung, dass ein Objekt, wie das Substrat oder die Druckfarben,
auftreffende elektromagnetische Strahlung der jeweiligen Wellenlänge in einem bestimmten
Anteil hindurchtreten lässt. Trifft elektromagnetische Strahlung eines Wellenlängenbereichs
auf eine Seite des Objekts auf, wird ein bestimmter Anteil dieser elektromagnetischen
Strahlung bis zu der anderen Seite des Objekts hindurch gelassen und tritt dort wieder
aus. Je größer der prozentuale Anteil der hindurchtretenden elektromagnetischen Strahlung
eines Wellenlängenbereichs bezogen auf die auftreffende elektromagnetische Strahlung
dieses Wellenlängenbereichs ist, desto transluzenter ist das Objekt für diesen Wellenlängenbereich.
Liegt der prozentuale Anteil bei mindestens 90 %, d.h. lässt das Objekt die auftreffende
elektromagnetische Strahlung eines Wellenlängenbereichs nahezu ungeschwächt hindurchtreten,
wird das Objekt als transparent für diesen Wellenlängenbereich bezeichnet. Ein Objekt
hingegen, das weniger als 10 % und bevorzugt etwa 0 % der auftreffenden elektromagnetische
Strahlung hindurchtreten lässt, d.h. bei dem der Anteil der hindurchtretenden elektromagnetische
Strahlung bezogen auf die auftreffende elektromagnetische Strahlung eines Wellenlängenbereichs
gering oder nahe oder gleich Null ist, wird als opak oder als nicht durchlässig für
elektromagnetische Strahlung dieses Wellenlängenbereichs bezeichnet.
[0031] Die Begriffe "Vorderseite" oder "Rückseite" des Substrats oder Wertdokuments sind
relative Begriffe, die auch als "die eine" und "die gegenüberliegende" Seite bezeichnet
werden können und die den überwiegenden Anteil der Gesamtoberfläche des Substrats
oder Wertdokuments bilden.
[0032] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachfolgend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in den angegebenen Kombinationen, sondern auch in anderen Kombinationen
einsetzbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen, soweit dies
von dem Schutzumfang der Ansprüche erfasst ist.
[0033] Anhand der nachfolgenden Ausführungsbeispiele und der ergänzenden Figuren werden
die Vorteile der Erfindung erläutert. Die Ausführungsbeispiele stellen bevorzugte
Ausführungsformen dar, auf die jedoch die Erfindung in keinerlei Weise beschränkt
sein soll. Des Weiteren sind die Darstellungen in den Figuren des besseren Verständnisses
wegen stark schematisiert und spiegeln nicht die realen Gegebenheiten wider. Insbesondere
entsprechen die in den Figuren gezeigten Proportionen nicht den in der Realität vorliegenden
Verhältnissen und dienen ausschließlich zur Verbesserung der Anschaulichkeit. Des
Weiteren sind die in den folgenden Ausführungsbeispielen beschriebenen Ausführungsformen
der besseren Verständlichkeit wegen auf die wesentlichen Kerninformationen reduziert.
Bei der praktischen Umsetzung können wesentlich komplexere Muster oder Bilder zur
Anwendung kommen.
[0034] Im Einzelnen zeigen schematisch:
- Fig. 1
- in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 2
- in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 3
- in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 4
- in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel,
- Fig. 5
- in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement gemäß einem fünften Ausführungsbeispiel,
- Fig. 6
- in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement gemäß einem sechsten Ausführungsbeispiel.
[0035] Fig. 1 zeigt schematisch in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement
gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel. Auf ein Substrat 1 mit einer Vorderseite VS
und einer Rückseite RS, beispielsweise eine PET-Folie, ist auf die Vorderseite VS
eine erste Druckfarbe D1 aufgedruckt, die im infraroten Wellenlängenbereich elektromagnetischer
Strahlung transparent ist und im sichtbaren Wellenlängenbereich elektromagnetischer
Strahlung opak ist und an sich einen dunklen oder schwarzen Farbton aufweist. Auf
die erste Druckfarbe D1 ist eine zweite Druckfarbe D2 aufgedruckt, die im infraroten
Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung transparent ist und im sichtbaren
Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung transluzent ist und an sich einen
weißen oder weißlich-silbernen Farbton aufweist. Bei Betrachtung mit sichtbarem Licht
sieht der Betrachter B das Sicherheitselement mit einer silberfarbenen Oberfläche,
die umso heller erscheint, je größer die Dicke der Druckfarbe D2 gewählt wird. Bei
Beleuchtung mit elektromagnetischer Strahlung im infraroten Wellenlängenbereich sind
beide Druckfarben D1 und D2 transparent und erkennt ein IR-Sensor die Vorderseite
VS des Substrats 1.
[0036] Fig. 2 zeigt schematisch in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement
gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel, bei dem gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel
aus Fig. 1 die Druckfarbe D1 nicht vollflächig, sondern nur bereichsweise auf das
Substrat 1 aufgedruckt ist. An den Stellen Ü, an denen sich die beiden Druckfarben
D1 und D2 überlappen, erscheint das Sicherheitselement für den Betrachter B bei Beleuchtung
mit sichtbarem Licht silberfarben. An den Stellen NÜ, an denen sich die beiden Druckfarben
D1 und D2 nicht überlappen, erscheint das Sicherheitselement für den Betrachter B
bei Beleuchtung mit sichtbaren Licht in dem weißen oder weißlich-silbernen Farbton
der Druckfarbe D2. An Stellen, die nur mit der Druckfarbe D1 bedruckt sind (in Fig.
2 nicht dargestellt), erkannt der Betrachter B bei Beleuchtung mit sichtbaren Licht
den dunklen oder schwarzen Farbton der Druckfarbe D1.
[0037] Fig. 3 zeigt schematisch in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement
gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel, bei dem gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel
aus Fig. 1 zwischen der Druckfarbe D1 und dem Substrat 1 eine Druckfarbe 2 bereichswiese
aufgedruckt ist, die im infraroten Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung
opak ist. Bei Beleuchtung mit elektromagnetischer Strahlung im infraroten Wellenlängenbereich
sind beide Druckfarben D1 und D2 transparent und erkennt ein IR-Sensor die Bereiche
mit der Druckfarbe 2 und zwischen diesen Bereichen die Vorderseite VS des Substrats
1. Bei Beleuchtung mit elektromagnetischer Strahlung im sichtbaren Wellenlängenbereich
hingegen ist Druckfarbe D1 opak und sieht ein Betrachter B die Druckfarbe 2 nicht.
Zusätzlich kann sich zwischen der Druckfarbe 2 und dem Substrat 1 oder auf der Rückseite
des Substrats 1 eine Metallisierung befinden.
[0038] Zusätzlich oder alternativ kann auf der Vorderseite der Druckfarbe D2 bereichsweise
eine weitere Druckfarbe oder eine Metallisierung aufgebracht sein, die im visuellen
und im infraroten Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung opak ist, und
bevorzugt in lateraler Richtung zwischen den Bereichen der Druckfarbe 2 angeordnet
ist. Ein Betrachter sieht damit bei Beleuchtung mit elektromagnetischer Strahlung
im sichtbaren Wellenlängenbereich diese Bereiche der weiteren Druckfarbe oder Metallisierung.
Bei Beleuchtung mit elektromagnetischer Strahlung im infraroten Wellenlängenbereich
erkennt ein IR-Sensor die Bereiche mit der Druckfarbe 2 und die dazwischen angeordneten
Bereiche der weiteren Druckfarbe oder Metallisierung, so dass sich die Bereiche der
Druckfarbe 2 und der weiteren Druckfarbe oder Metallisierung zu einer weiteren Information
ergänzen.
[0039] Fig. 4 zeigt schematisch in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement
gemäß einem vierten Ausführungsbeispiel, bei dem gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel
aus Fig. 1 auf die Druckfarbe D2 weitere Bereiche D2.2 mit der gleichen Druckfarbe
wie die Druckfarbe D2 aufgedruckt sind. An den Stellen, an denen sich die Bereiche
D2.2 und die Schicht mit der Druckfarbe D2 überlappen, ergibt sich für den Betrachter
B eine größere Schichtdicke für die Druckfarbe D2, so dass diese Bereiche bei Beleuchtung
mit elektromagnetischer Strahlung im sichtbaren Wellenlängenbereich heller erscheinen,
als die dazwischen liegenden Bereiche.
[0040] Anstatt eines zusätzlichen Aufdrucks D2.2 kann die Druckfarbe D2 an den Stellen D2.2
auch mit einer größeren Dicke auf das Substrat 1 aufgebracht sein.
[0041] Fig. 5 zeigt schematisch in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement
gemäß einem fünften Ausführungsbeispiel, bei dem gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel
aus Fig. 1 die Druckfarbe D1 auf der Rückseite des Substrats 10 angeordnet ist. Die
Druckfarbe D2 ist auf der Vorderseite des Substrats 10 angeordnet. Das Substrat 10
ist mindestens in Teilbereichen des sichtbaren und des infraroten Wellenlängenbereichs
elektromagnetischer Strahlung transluzent oder bevorzugt transparent. Dieses Ausführungsbeispiel
zeigt somit ein Beispiel für den Gegenstand des Anspruchs 3.
[0042] Fig. 6 zeigt schematisch in Seitenansicht ein erfindungsgemäßes Sicherheitselement
gemäß einem sechsten Ausführungsbeispiel, bei dem gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel
aus Fig. 1 die Druckfarbe D2 auf der Rückseite des Substrats 10 angeordnet ist. Die
Druckfarbe D1 ist auf der Seite der Druckfarbe D2 angeordnet, die dem Betrachter B
oder dem Substrat 10 gegenüberliegt. Das Substrat 10 ist mindestens in Teilbereichen
des sichtbaren und des infraroten Wellenlängenbereichs elektromagnetischer Strahlung
transluzent oder bevorzugt transparent. Dieses Ausführungsbeispiel zeigt somit ein
Beispiel für den Gegenstand des Anspruchs 4.
1. Sicherheitselement für ein Wertdokument, beispielsweise für eine Banknote oder einen
Pass, wobei das Sicherheitselement ein Substrat mit einer Vorderseite und einer Rückseite
aufweist, wobei ein Betrachter das Substrat des Sicherheitselements in Draufsicht
von der Vorderseite betrachtet, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Substrat des Sicherheitselements eine erste Druckfarbe angeordnet ist, die
im infraroten Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung transluzent oder bevorzugt
transparent ist und im sichtbaren Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung
opak ist und an sich einen dunklen oder schwarzen Farbton aufweist, und in Blickrichtung
zwischen dem Betrachter und der ersten Druckfarbe eine zweite Druckfarbe angeordnet
ist, die im infraroten Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung transluzent
oder bevorzugt transparent ist und im sichtbaren Wellenlängenbereich elektromagnetischer
Strahlung transluzent ist und an sich einen weißen Farbton aufweist, wobei für den
Betrachter die erste und die zweite Druckfarbe in mindestens einem Überlappungsbereich
übereinander angeordnet sind, so dass sich für den Betrachter in dem mindestens einen
Überlappungsbereich im sichtbaren Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung
ein silberner Farbton ergibt.
2. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Druckfarbe auf der Vorderseite des Substrats des Sicherheitselements angeordnet
ist und die zweite Farbe über der ersten Druckfarbe angeordnet ist.
3. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat des Sicherheitselements mindestens in Teilbereichen des sichtbaren und
des infraroten Wellenlängenbereichs elektromagnetischer Strahlung transluzent oder
bevorzugt transparent ist, wobei die erste Druckfarbe auf der Rückseite des Substrats
des Sicherheitselements angeordnet ist und die zweite Farbe auf der Vorderseite des
Substrats des Sicherheitselements angeordnet ist.
4. Sicherheitselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat des Sicherheitselements mindestens in Teilbereichen des sichtbaren und
des infraroten Wellenlängenbereichs elektromagnetischer Strahlung transluzent oder
bevorzugt transparent ist, wobei die erste Druckfarbe auf der Rückseite des Substrats
des Sicherheitselements angeordnet ist und die zweite Farbe zwischen der ersten Farbe
und dem Substrat des Sicherheitselements angeordnet ist.
5. Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Druckfarbe mit einer Auftragsmenge von etwa 1 g/m2 bis etwa 3 g/m2 aufgebracht ist und die zweite Druckfarbe mit einer Auftragsmenge von etwa 2 g/m2 bis etwa 8 g/m2 aufgebracht ist.
6. Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Druckfarbe und/oder das Substrat des Sicherheitselements im
Wellenlängenbereich elektromagnetischer Strahlung von 800 nm bis 1000 nm transluzent
oder bevorzugt transparent sind.
7. Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Substrat des Sicherheitselements eine Kunststofffolie ist und beispielsweise
aus Polyethylenterephthalat (PET) besteht.
8. Sicherheitselement nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Wertdokument ein Substrat aufweist und das Substrat des Sicherheitselements das
Substrat des Wertdokuments ist.
9. Sicherheitselement nach mindestens einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder zweite Druckfarbe eine lösungsmittelbasierende, wasserbasierende
oder UV-härtbare Druckfarbe bzw. Toner ist, die im Tiefdruck, Digitaldruck, UV-Offset-Druck,
Siebdruck, Inkjet-Druck oder Flexodruck auf das Substrat des Sicherheitselements aufgedruckt
ist.