[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Zentrifuge nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Anordnung umfassend eine Zentrifuge und ein
Gasreservoir nach dem Oberbegriff des Anspruchs 6.
[0002] Zentrifugen mit Sperrfunktion oberhalb eines Greifers sind aus dem Stand der Technik
bekannt. In einer gattungsgemäßen Zentrifugentrommel befindet sich im Kopf eine Kammer,
in welche eine stillstehende Sperrscheibe hineinragt. Die Kammer wird entweder diskontinuierlich
über Pulse mit Wasser von außen befüllt oder durch einen Kanal in der Sperrscheibe
direkt befüllt. Hierbei wird der Druck über die Sperrscheibe konstant gehalten, ähnlich
wie ein Greifer welcher rückwärts die Kammer füllt. Die Sperrscheibe taucht im Wasserring
ein und dichtet somit den Greifer- und Trommelraum zum Raum außerhalb der Trommel
ab, so dass ein Produkt in der Trommel nicht in Kontakt zur sauerstoffreichen Atmosphäre
kommt.
[0003] Diesbezüglich ist als relevanter Stand der Technik u.a. die
DE 2 737 463 C2 und
DE 196 31 226 C2 zu nennen. Herausfordernd hierbei ist, die Sperrkammer immer gefüllt zu halten, was
z.B. durch ein gezieltes Überlaufen erreicht werden kann. Weiterhin eine Sperrflüssigkeit
zu verwenden, die keinen Sauerstoff beinhaltet (z.B. entgastes Wasser), da es Produkte
gibt, in denen bereits sehr kleine Spuren von Sauerstoff negativ ist. Weiterhin zu
vermeiden, dass die Sperrflüssigkeit nach unten ins Produkt läuft.
[0004] Stand der Technik ist weiterhin die
DE 10 2011 052 142 A1, bei der ein Sperrgas allerdings direkt in die Greiferkammer(n) (nicht Sperrkammer)
geleitet wird und sich dann auch mit dem Produkt vermischen kann.
Das gilt ebenso für die
DE 696 796, bei der diese Vermischung sogar gewünscht wird.
[0005] Weiterhin sind Verfahren bekannt, in welchen die ganze Trommel, oder sogar die ganze
Zentrifuge mit N2 oder CO2 geflutet werden (z.B.
GB 252 521). Bei dieser Vorgehensweise wird allerdings vergleichsweise viel Inertgas benötigt.
Weiterhin besteht eine gewisse Gefahr für die Mitarbeiter im Falle einer Leckage,
da CO2 ein Atemgift ist.
[0006] Bei Separatoren, die ein Produkt verarbeiten, welches bei Kontakt mit Sauerstoff
ihre Produkteigenschaft verändert, muss die Trommel zur Umgebung derart abgedichtet
werden, dass das Produkt nicht mit der sauerstoffhaltigen UmgebungsAtmosphäre in Kontakt
kommt.
[0007] Ausgehend von dem vorbeschriebenen Stand der Technik ist es Aufgabe der vorliegenden
Erfindung ein Verfahren zum Betreiben einer Zentrifuge bereitzustellen, welches ein
verbessertes Abdichten des Produktes in der Zentrifugentrommel gegenüber der sauerstoffreichen
Umgebung aufweist.
[0008] Die vorliegende Erfindung löst die Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen
des Anspruches 1.
[0009] Ein erfindungsgemäßes Verfahren dient dem Betrieb einer Zentrifuge. Dieser Betrieb
kann Teil eines Prozessschrittes bei der Getränkeverarbeitung sein. Hier sollen vorrangig
biologische Abbauprozesse und Oxidationen verhindert werden, welche u.a. die Farbe
und den Geschmack des Getränks beeinflussen. Das Verfahren kann allerdings beispielsweise
auch in der Synthesechemie genutzt werden, z.B. bei Reaktionen und Reaktionsprodukten,
welche unter Schutzgas gehalten werden müssen.
[0010] Die Zentrifuge verfügt über ein Einlaufrohr und eine rotierbar gelagerte Trommel
mit vertikaler Drehachse.
[0011] Die Zentrifuge weist in an sich bekannter Weise mindestens eine Greiferkammer zum
Ableiten von geklärter oder abgetrennter Flüssigkeit auf.
[0012] Oberhalb der Greiferkammer weist die Zentrifuge eine Sperrkammer auf mit einer in
die Sperrkammer hineinragenden Sperrscheibe. Diese Konstruktion ist bereits seit langem
bekannt und kann im Detail auch der
DE 196 31 226 A1 entnommen werden, auf welche im Rahmen der vorliegenden Erfindung verwiesen wird.
[0013] Erfindungsgemäß befindet sich im Betrieb der Zentrifuge allerdings im Unterschied
zum vorgenannten Stand der Technik anstelle einer Sperrflüssigkeit ein Sperrgas in
der Sperrkammer, welches schwerer ist als Luft. Anders als bei einer vollständigen
Flutung der Zentrifuge mit Inertgas, wird im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens
das Sperrgas durch einen Kanal, welcher in der Sperrkammer mündet, in die Sperrkammer
eingebracht.
[0014] Das Einbringen des Sperrgases kann vor der Inbetriebnahme und insbesondere auch während
des Betriebes erfolgen. Beispielsweise kann es notwendig sein, während des Betriebs
der Zentrifuge kontinuierlich oder zeitweise Sperrgas zusätzlich einzuleiten, sofern
die Rotationsgeschwindigkeit der Zentrifuge zunimmt.
[0015] Die Nutzung von Sperrgas führt zu einer deutlichen konstruktiven Vereinfachung des
Aufbaus der Zentrifuge und gewährleistet einen geringen Gasverbrauch im Vergleich
zu anderen Verfahren.
[0016] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0017] Es ist von Vorteil, wenn das Sperrgas CO
2 und/oder ein Inertgas, insbesondere ein Edelgas, ist. Als bevorzugtes Edelgas kommt
Argon in Betracht. Im Fall von CO
2 ist ein weiterer Vorteil, dass das Gas einerseits in großen Mengen verfügbar ist
und andererseits von der Lebensmittel- und Getränkeindustrie in anderen Zusammenhängen
häufig eingesetzt wird.
[0018] Das Zuleiten von Sperrgas kann im Betrieb der Zentrifuge in Abhängigkeit von der
Rotationsgeschwindigkeit der Trommel erfolgen. Da Gas kompressibel ist, kann sich
das Volumen innerhalb der Sperrkammer bei zunehmender G-Zahl der Trommel verringern.
Daher ist ein Nachführen von Sperrgas bei zunehmender Rotationsgeschwindigkeit zur
Vermeidung eines Ausfalls der Sperrfunktion von Vorteil.
[0019] Alternativ oder zusätzlich zur vorhergehenden Steuerung ist es von Vorteil, wenn
die Zentrifuge einen Sensor zur Detektion von CO
2, insbesondere in MEMS-Bauweise, aufweist, wobei ein Zuleiten von Sperrgas in Abhängigkeit
von vom Sensor ermittelten Messdaten erfolgt.
[0020] Des Weiteren kann die Sperrkammer eine untere Wandung und eine obere Wandung aufweisen,
wobei sich "unten" und "oben" nach dem Erdgravitationsfeld definieren. Die Wände sind
Teil der Trommel und begrenzen die Sperrkammer nach unten und nach oben.
[0021] Die Wandungen erstrecken sich radial von außen nach innen in Richtung des Einlaufrohres.
Sie können vorzugsweise parallel zueinander und senkrecht zur Drehachse der Trommel
verlaufen.
[0022] Die Wandungen erreichen allerdings nicht das Einlaufrohr, sondern enden bereits zuvor
unter Ausbildung eines Zwischenraumes zwischen der jeweiligen Wand und dem Einlaufrohr.
[0023] Der minimale Abstand zwischen der Drehachse und der unteren Wand ist dabei geringer
als der minimale Abstand zwischen der Drehachse und der oberen Wand, so dass die obere
Wand eine Überlaufkante ausbildet, über welche das Sperrgas, abfließen kann, beispielsweise
in dem Fall, dass die Sperrkammer mit Sperrgas ausgefüllt ist.
[0024] Weiterhin erfindungsgemäß ist eine Anordnung umfassend eine Zentrifuge und ein Gasreservoir
mit einem Sperrgas, welches schwerer ist als Luft, wobei die Zentrifuge ein Einlaufrohr
und eine rotierbar gelagerte Trommel mit vertikaler Drehachse aufweist und wobei die
Zentrifuge eine Greiferkammer zum Ableiten von geklärter Flüssigkeit aufweist.
[0025] Oberhalb der Greiferkammer ist eine Sperrkammer angeordnet mit einer in die Sperrkammer
hineinragende Sperrscheibe, die Zentrifuge weist zudem einen Kanal auf, welcher in
der Sperrkammer mündet.
[0026] Im Unterschied zum Stand der Technik weist die Anordnung eine Zuleitung zum Einleiten
von Sperrgas in die Sperrkammer auf, welche sich zwischen dem Gasreservoir und dem
Kanal erstreckt. Durch diese Zuleitung kann Sperrgas über den Kanal in die Sperrkammer
geleitet werden.
[0027] Bevorzugte Ausgestaltungsvariante der erfindungsgemäßen Anordnung sind Gegenstand
der Unteransprüche.
[0028] Die Anordnung kann eine Steuereinheit aufweisen, welche ausgerüstet ist zur Durchführung
des vorgenannten erfindungsgemäßen Verfahrens. Hierfür kann die Steuereinheit insbesondere
ein Regelorgan ansteuern, welches an der vorgenannten Zuleitung oder ggf. am Kanal
angeordnet ist.
[0029] Der Kanal kann vorzugsweise im Einlaufrohr, insbesondere parallel zur Drehachse der
Trommel, angeordnet sein. Eine entsprechende Rohrstärke ist im Bereich des Kanals
vorzuhalten.
[0030] Weiterhin kann die Zentrifuge eine Haube aufweisen, welche die Trommel umschließt,
wobei die Haube einen Gasauslass, vorzugsweise ein Ventil zum Auslass von Gas bei
Überdruck, aufweist. Alternativ kann die Haube auch eine Undichtigkeit aufweisen.
[0031] Der Kanal kann in einem Bereich außerhalb der Haube der Zentrifuge münden, so dass
von außen die Zuleitung für das Sperrgas angeschlossen werden kann, was u.a. Vorteile
beim Austausch des Gasreservoirs, z.B. einer Gasflasche, hat.
[0032] Die Anordnung kann weiterhin ein Durchflussmessgerät zur Ermittlung des zugeleiteten
Volumen- oder Massenstroms an Sperrgas aufweisen. Ein entsprechendes Durchflussmessgerät
kann z.B. ein thermisches Durchflussmessgerät sein. Bei derartigen Messgeräten ist
es auch möglich, z.B. aufgrund der Wärmeleitfähigkeit oder der Temperaturleitfähigkeit,
einen Mediumswechsel von Sperrgas zu Luft zu erfassen. Die Wärmeleitfähigkeit von
Luft beträgt unter Normbedingungen z.B. 0,0262 W/(m
∗K) und von CO
2 unter Normbedingungen 0,0168 W/(m
∗K) und ist somit signifikant geringer. Gleiches gilt für Argon. Platziert man einen
solches Durchflussmessgerät im Bereich der vorgenannten Überlaufkante, so kann man
eine Überwachung einer hinreichend vorhandenen CO
2-Menge als Sperrgas in der Sperrkammer überwachen und zugleich die Menge an in die
Haube ausströmenden Sperrgas ermitteln und dadurch den Zulaufstrom steuern.
[0033] Eine Verwendung der vorgenannten Anordnung mit besonderen Vorteilen findet sich in
der Getränkeverarbeitung und/oder bei der chemischen Synthese einer Verbindung, insbesondere
eines pharmazeutischen Produktes, unter Schutzgas.
[0034] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, in der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert wird. Der Fachmann wird die in der Zeichnung, der Beschreibung und den Ansprüchen
in Kombination offenbarten Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und
zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.
[0035] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Ausführungsvariante einer Zentrifuge als Teil
einer erfindungsgemäßen Anordnung zum Ausführen des erfindungsgemäßen Verfahrens;
und
- Fig. 2
- eine Detaildarstellung des Kopfbereichs der Zentrifugentrommel der Fig. 1
- Fig. 3
- eine Darstellung einer weiteren Ausführungsvariante einer Zentrifuge zum Ausführen
des erfindungsgemäßen Verfahrens mit der Ergänzung einer optionalen hydrohermetischen
Dichtung.
[0036] Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer Zentrifuge 1 in der Ausgestaltung als
Tellerzentrifuge und Fig. 2 zeigt eine Detaildarstellung der Zentrifuge 1 der Fig.1
im Vertikalschnitt im Kopfbereich der Zentrifugentrommel 2.
[0037] Weiter ist in Fig. 2 schematisch ein Gasreservoir 30 dargestellt, welches Teil einer
erfindungsgemäßen Anordnung ist.
[0038] Die Zentrifuge 1 weist eine drehbar an oder auf einer Spindel 23 gelagerten Zentrifugentrommel
2 oder eine Zentrifugentrommel 2 mit einer drehbar gelagerten Spindel 23, jeweils
mit vertikaler Drehachse 3 auf. Weiterhin weist die Zentrifuge einen Kolbenschieber
22 und mehrere Austragsöffnung 20 auf. Um die Zentrifuge 1 ist ein Gehäuse bzw. einer
Haube 21 angeordnet.
[0039] Die Zentrifuge 1 weist ein mittig angeordnetes ortsfestes Einlaufrohr 4 auf, über
welches ein Zulauf eines Produktes in einen Verteilerraum 24 innerhalb der Trommel
2 erfolgen kann. Im Kopfbereich weist die Zentrifuge eine Kammer 5, z.B. eine Greiferkammer,
auf, in welcher ein fest montierter Greifer 8 montiert ist. Durch einen oder mehrere
Ablaufkanäle 25 innerhalb des Greifers 8 wird das geklärte Produkt durch das Ablaufrohr
17 abgeleitet.
[0040] Oberhalb der Kammer 5 ist eine mit der Schleudertrommel 2 umlaufende Sperrkammer
7 vorgesehen. In die mit der Schleudertrommel 2 umlaufende Sperrkammer 7 ragt eine
Sperrscheibe 9, die mit dem Einlaufrohr 4 verbunden und somit ortsfest angeordnet
ist.
[0041] Durch einen Kanal 11 und eine von diesem Kanal 11 abzweigende Bohrung 12 wird in
die Sperrkammer 7 ein Sperrmedium geleitet. Dieses Sperrmedium wird aufgrund der Fliehkräfte
bei rotierender Trommel in der Sperrkammer 7 radial nach außen gegen die Wandung gepresst.
[0042] Weiterhin weist die Zentrifuge zwischen dem Einlaufrohr 4 und einer die Sperrkammer
7 oberseitig begrenzenden Wand 14 eine Überlaufkante 15 auf. Auch eine die Sperrkammer
7 unterseitig begrenzende Wand 19 ist vorgesehen.
[0043] Die Besonderheit der vorliegenden Erfindung ist die Verwendung von Gas 13 als Sperrmedium
zur Verhinderung des Eindringens von Sauerstoff aus der Atmosphäre.
[0044] Somit wird nach dem Konzept der vorliegenden Erfindung statt einer Sperrflüssigkeit
ein Sperrgas 13, wie CO
2, vom Gasreservoir 30 über die Zuleitung 31 und über den Kanal 11, welcher in Fig.
1 oberhalb der Sperrscheibe angeordnet ist, allerdings auch in der Sperrscheibe 9
angeordnet sein kann, in die Sperrkammer 7 gefüllt. Da CO2 schwerer sind als Luft,
wird es in der rotierenden Sperrkammer nach außen geschleudert, Luft wird aus der
Sperrkammer verdrängt. Hierdurch entsteht eine wirksame Barriere gegen weiteres Eindringen
von Luft und damit auch Sauerstoff in die Trommel.
[0045] In Fig. 2 ist zudem ein Regelorgan 32, z.B. ein Ventil, dargestellt, welches über
eine Steuereinheit 40 ansteuerbar ist, so dass die Gaszufuhr gesteuert werden kann.
[0046] Eine Vermischung mit dem Produktstrom in der Greiferkammer 5 unterhalb der Sperrkammer
findet nicht oder kaum statt. Falls doch, hat dies keinen negativen Einfluss auf das
Produkt, anders als bei Sauerstoff. CO
2 wird typischerweise auch in der Getränkeindustrie eingesetzt. Alternativ zu CO
2 können auch andere Gase, welche schwerer sind als Luft, eingesetzt werden, so dass
Luft, und somit auch der Sauerstoff in der Luft, verdrängt wird. Idealerweise sollte
es sich dabei um ein Inertgas wie z.B. Argon handeln.
[0047] Da Gase im Unterschied zu Flüssigkeiten kompressibel sind, ist davon auszugehen,
dass sich das Gasvolumen innerhalb der Sperrkammer bei zunehmender Geschwindigkeit
der Trommel 2 verringert. Daher kann die Zuleitung des Gases im Betrieb der Trommel
in Abhängigkeit von der Drehzahl erfolgen oder alternativ detektiert werden.
[0048] Im ersten Fall wird auf Erfahrungswerte zurückgegriffen, welche in Form eines Datensatzes
auf dem Datenspeicher der Steuereinheit 40 vorliegen. Bei erhöhter Rotationsgeschwindigkeit
wird mehr Gas zugeleitet. Wird zu viel Gas zugeleitet, so kann dies über die Überlaufkante
15 in den Raum der Haube 21 abfließen. Die Haube 21 muss dabei nicht vollständig dicht
abgeschlossen sein.
[0049] Optional kann ein Ventil 16, z.B. ein federbelastetes Überdruckventil, in der Haube
21 angeordnet sein, über welches das Luft/CO
2 Gemisch bei Überdruck abgeleitet werden kann.
[0050] Bei der alternativen oder zusätzlichen Variante kann im Bereich der Sperrscheibe
9 und/oder im Bereich der Überlaufkante 14 ein Gas-Sensor, insbesondere ein CO
2-Sensor, angeordnet sein, welcher die Ausbreitung von CO
2 bei unterschiedlichen Drehzahlen überwachen kann. Wird beispielsweise am Sensor 18
kein CO
2 detektiert, so muss mehr CO
2 in die Sperrkammer 7 eingeleitet werden. Diese Steuerung erfolgt z.B. durch die Steuereinheit
40, welche entsprechend das Regelorgan ansteuert.
[0051] Im Fall der Position 18' kann CO
2 ermittelt werden, welches aus dem Überlaufspalt aufgrund einer zu hohen Zulaufmenge
an CO
2 entweicht. In diesem Fall muss die Zulaufmenge an Gas 13 verringert werden.
[0052] Gassensoren in miniaturisierter Ausführung (z.B. MEMS-Sensoren) sind bereits seit
geraumer Zeit, beispielsweise als sogenannter "smart nose"-Sensor oder basierend auf
Infrarot-Sensorik kommerziell erhältlich und können für den vorgenannten Zweck eingesetzt
werden. Es ist auch möglich lediglich einen Prototypen mit den Sensoren auszustatten
um die notwendige Zulaufmenge bei einsprechender Drehzahl zu ermitteln. Dies kann
dann als Datensatz zur Steuerung der Zulaufmenge an Gas in Abhängigkeit von der Drehzahl
in einem Datenspeicher von Serienprodukten hinterlegt werden.
[0053] Ein erfindungsgemäßer Separator bzw. eine erfindungsgemäße Zentrifuge eignet sich
bevorzugt, für alle Bearbeitungen, in welchen ein Ausschluss von Sauerstoff zur Vermeidung
von unerwünschten Oxidationsprozessen von Vorteil ist.
[0054] Dies ist einerseits bei der Verarbeitung von Getränken, z.B. für Fruchtsäfte oder
Bier der Fall. Beispielsweise reagiert Vitamin C von Zitrusfrüchten oder von anderem
Obst und Gemüse, mit Sauerstoff. Auch andere Naturprodukte werden oxidiert und verändern
dadurch ihre Farbe und Geschmack.
[0055] Ein weiteres Anwendungsgebiet sind sauerstoffsensible Reaktionen, welche beispielweise
in der chemischen Synthese, beispielsweise von Pharmaprodukten, auftreten können.
Typischerweise betrifft die Anwendung eine Vielzahl von Reaktionen unter Schutzgas.
Hier kann anstelle von CO
2 insbesondere auch Argon aufgrund seiner chemischen Inertheit eingesetzt werden.
[0056] Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsvariante einer Zentrifuge 1' zur Ausführung
eines erfindungsgemäßen Verfahrens und in der Ausbildung als erfindungsgemäße Anordnung.
Eine Steuereinheit und entsprechende Sensoren können analog zu Fig. 1 und 2 vorhanden
sein.
[0057] Die Zentrifuge 1' der Fig. 3 weist eine Ergänzung gegenüber der Variante der Fig.
1 und 2 mit einer optionalen hydrohermetischen Dichtung 26 auf, welche zwischen der
Sperrkammer 7 und der Greiferkammer 5 angeordnet ist. Die hydrohermetische Dichtung
26 muss nicht zwingend vorhanden sein, bietet sich allerdings in einigen Anwendungen
als zusätzliche Dichtungsvariante an.
[0058] Die hydrohermetische Dichtung umfasst eine flüssigkeitsbeaufschlagte Sperrkammer
27 und eine Sperrscheibe 28, welche in die Flüssigkeit 29 der Sperrkammer hineinragt.
[0059] Durch gesonderten Zulauf 33 kann Flüssigkeit 29 vorzugsweise in Form von entgasten
oder sterilen Wasser in die Sperrkammer 27 zugeleitet werden, um eine Sauerstoffaufnahme
am Greifer 8 auf einfache Weise zu vermeiden.
Bezugszeichen
[0060]
- 1
- Zentrifuge
- 2
- Trommel bzw. Zentrifugentrommel
- 3
- Drehachse
- 4
- Einlaufrohr
- 5
- Greiferkammer
- 7
- Sperrkammer
- 8
- Greifer
- 9
- Sperrscheibe
- 11
- Kanal
- 12
- Bohrung
- 13
- Sperrgas
- 14
- Wand
- 15
- Überlaufkante
- 16
- Ventil
- 17
- Ablaufrohr
- 18
- Sensor
- 18'
- Sensor
- 19
- Wand
- 20
- Austragsöffnung
- 21
- Haube
- 22
- Kolbenschieber
- 23
- Spindel
- 24
- Verteilerraum
- 25
- Ablaufkanal
- 26
- hydrohermetische Dichtung
- 27
- Sperrkammer
- 28
- Sperrscheibe
- 29
- Flüssigkeit
- 30
- Gasreservoir
- 31
- Zuleitung
- 32
- Regelorgan
- 33
- Zulauf - Sperrflüssigkeit
- 40
- Steuereinheit
1. Verfahren zum Betrieb einer Zentrifuge (1), wobei die Zentrifuge (1) ein Einlaufrohr
(4) und eine rotierbar gelagerte Trommel (2) mit vertikaler Drehachse (3) aufweist
und wobei die Zentrifuge (1) mindestens eine Greiferkammer (5) zum Ableiten von geklärter
oder abgetrennter Flüssigkeit aufweist und wobei die Zentrifuge (1) oberhalb der Greiferkammer
(5) eine Sperrkammer (7) aufweist mit einer in die Sperrkammer (7) hineinragende Sperrscheibe
(9), dadurch gekennzeichnet, dass sich im Betrieb der Zentrifuge (1) ein Sperrgas (13), welches schwerer ist als Luft,
in der Sperrkammer (7) befindet und welches durch einen Kanal (11), welcher in der
Sperrkammer (7) mündet, in die Sperrkammer (7) eingebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrgas (13) CO2 und/oder ein Inertgas, insbesondere ein Edelgas, ist.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zuleiten von Sperrgas (13) im Betrieb der Zentrifuge (1) in Abhängigkeit von
der Rotationsgeschwindigkeit der Trommel (2) erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentrifuge (1) einen Sensor (18, 18') zur Detektion von CO2, insbesondere in MEMS-Bauweise, aufweist, wobei ein Zuleiten von Sperrgas (13) in
Abhängigkeit von vom Sensor (18, 18') ermittelten Messdaten erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sperrkammer (7) eine untere Wandung (19) und eine obere Wandung (14), welche
Teil der Trommel (2) sind, aufweist und welche sich radial von außen nach innen in
Richtung des Einlaufrohres (4) unter Ausbildung eines Zwischenraumes zwischen der
jeweiligen Wand (14, 19) und dem Einlaufrohr (4) erstrecken, wobei der minimale Abstand
zwischen der Drehachse (3) und der unteren Wand (19) geringer ist als der minimale
Abstand zwischen der Drehachse (3) und der oberen Wand (14), so dass die obere Wand
(14) eine Überlaufkante (15) ausbildet, über welche das Sperrgas (13), insbesondere
bei ausgefüllter Sperrkammer (7), abfließt.
6. Anordnung umfassend eine Zentrifuge (1) und ein Gasreservoir (30) mit einem Sperrgas
(13), welches schwerer ist als Luft,
wobei die Zentrifuge (1) ein Einlaufrohr (4) und eine rotierbar gelagerte Trommel
(2) mit vertikaler Drehachse (3) aufweist und wobei die Zentrifuge (1) mindestens
eine Greiferkammer (5) zum Ableiten von geklärter oder abgetrennter Flüssigkeit aufweist
und wobei die Zentrifuge (1) oberhalb der Greiferkammer (5) eine Sperrkammer (7) aufweist
mit einer in die Sperrkammer (7) hineinragende Sperrscheibe (9), und wobei die Zentrifuge
(1) einen Kanal (11) aufweist, welcher in der Sperrkammer mündet,
dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung eine Zuleitung (31) zum Einleiten von Sperrgas (13) in die Sperrkammer
(7) aufweist, welche sich zwischen dem Gasreservoir (30) und dem Kanal (11) erstreckt.
7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung, insbesondere die Zentrifuge (1), eine Steuereinheit (40) umfasst,
welche ausgerüstet ist zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der vorhergehenden
Ansprüche.
8. Anordnung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal (11) im Einlaufrohr (4), insbesondere parallel zur Drehachse (3) der Trommel
(2), angeordnet ist.
9. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentrifuge (1) eine Haube (21) aufweist, welche die Trommel (2) umschließt, wobei
die Haube (21) einen Gasauslass, vorzugsweise ein Ventil (16) zum Auslass von Gas
bei Überdruck, aufweist.
10. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal (11) in einem Bereich außerhalb der Haube (21) der Zentrifuge (1) mündet.
11. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung ein Durchflussmessgerät zur Ermittlung des zugeleiteten Volumen- oder
Massenstroms an Sperrgas aufweist.
12. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zentrifuge (1) eine hydrohermetische Dichtung (26) aufweist.
13. Anordnung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die hydrohermetische Dichtung zwischen dem Greifer (8) und der Sperrkammer (7) angeordnet
ist.
14. Verwendung der Anordnung bei der Getränkeverarbeitung und/oder bei der chemischen
Synthese einer Verbindung, insbesondere eines pharmazeutischen Produktes, insbesondere
unter Schutzgas.