[0001] Die Erfindung betrifft einen Deckel aus Papier sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung
nach dem Oberbegriff des 1. und 4. Patentanspruchs.
[0002] Beispielsweise offenbart die Druckschrift
DE 830891 B bereits zweiteilige Deckel aus Papier mit einem ersten Papierelement, das den umfangsseitigen
seitlichen, größtenteils vertikal verlaufenden Rand darstellt und mit einem zweiten
Papierelement, das einen inneren horizontal verlaufenden Deckel-Abschluss darstellt
sowie mit einem dritten Papierelement, das einen äußeren horizontal verlaufenden Deckel-Abschluss
darstellt.
[0003] Die Druckschriften
US 2014/0 144 923 A1 und
EP 2 674 369 A1 offenbaren ebenfalls zweiteiligen Papierdeckel, welche in einer Kombination aus einer
Deckelplatte und einem Deckelring stoffschlüssig ausgestaltet sind. Bei den beiden
vorgenannten Schriften erfolgt ein stoffschlüssiges und u-förmige Umgreifen durch
den Deckelring.
[0004] Dieser Aufbau ist relativ aufwendig und das Verfahren zur Herstellung kompliziert.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Deckel aus Papier zu entwickeln der einfach und
kostengünstig aus zwei Teilen mit einem entsprechenden Verfahren unter Verwendung
einer Vorrichtung herstellbar ist und der eine genügende Stabilität aufweist um ein
Behältnis mehrmals zu versschließen und in einer Ausführung stapelbar ist.
[0006] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des 1., 4., 5. und 6. Patentanspruchs gelöst.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0008] Der erfindungsgemäße Deckel besteht aus Papier und / oder Papierverbund und weist
eine Deckelscheibe und einen eine Längsachse aufweisenden Deckelring mit einer sich
in Richtung zur Längsachse erstreckenden umlaufenden Wand mit einer Innenfläche und
einer Außenfläche sowie einem ersten Ende und einem zweiten Ende auf, wobei Deckelscheibe
und Deckelring miteinander stoffschlüssig verbunden sind und wobei die Deckelscheibe
einen quer zur Längsachse verlaufenden flächigen Bereich aufweist, der in den Deckelring
eingreift und an ihrem Außenumfang einen sich an den flächigen Bereich anschließenden
U-förmigen Bereich mit einem ersten Wandabschnitt, und einem zweiten Wandabschnitt,
die miteinander über einen dritten Wandabschnitt verbunden sind, und wobei der Deckelring
mit seinem ersten Ende in den U-förmigen Bereich der Deckelscheibe eingreift derart,
dass der erste Wandabschnitt an der Innenfläche und der zweite Wandabschnitt an der
Außenfläche anliegt und dass der erste Wandabschnitt und der zweite Wandabschnitt
des U-förmigen Bereiches der Deckelscheibe mit dem ersten Ende des Deckelrings stoffschlüssig
verbunden sind.
[0009] Die Wand des Deckelrings kann dabei zur Herstellung einer Stapelfähigkeit in ihrem
Bereich, der in den U-förmigen Bereich der Deckelscheibe eingreift, nach innen /in
Richtung zur Längsachse eingezogen sein so dass bevorzugt unterhalb der Deckelscheibe
eine Schulter gebildet wird.
[0010] Zur Herstellung der Stapelfähigkeit ist weiterhin der Außendurchmesser der Deckelscheibe
kleiner, als der Innendurchmesser der Wand des Deckelrings im Bereich des offenen
zweiten Endes, welches vom Deckelring abgewandt ist.
[0011] Beim Stapeln greift dann der Innendurchmesser eines Deckels über den Außendurchmesser
eines darunter befindlichen Deckels im Bereich der Deckelscheibe und das offene zweite
Ende liegt auf der Schulter des darunter liegenden Deckels auf.
[0012] Alternativ ist der Deckel aus Papier, bestehend aus einer Deckelscheibe und einem
eine Längsachse aufweisenden Deckelring mit einer sich in Richtung zur Längsachse
erstreckenden umlaufenden Wand mit einer Innenfläche und einer Außenfläche sowie einem
ersten Ende und einem zweiten Ende, wobei Deckelscheibe und Deckelring miteinander
stoffschlüssig verbunden sind derart,
- dass die Deckelscheibe einen quer zur Längsachse verlaufenden flächigen Bereich aufweist,
und
- an ihrem Außenumfang einen sich an den flächigen Bereich anschließenden U-förmigen
Bereich mit einem ersten Wandabschnitt, und einem zweiten Wandabschnitt, die miteinander
über einen dritten Wandabschnitt verbunden sind, aufweist und
- wobei der Deckelring mit seinem ersten Ende in den U-förmigen Bereich der Deckelscheibe
eingreift derart, dass der erste Wandabschnitt an der Innenfläche und der zweite Wandabschnitt
an der Außenfläche anliegt und dass der erste Wandabschnitt und der zweite Wandabschnitt
des U-förmigen Bereiches der Deckelscheibe mit dem ersten Ende des Deckelrings stoffschlüssig
verbunden sind und
- wobei der erste und der zweite Wandabschnitt der Deckelscheibe und das sich dazwischen
befindliche Ende der Wand des Deckelrings parallel zur Längsachse des Deckelrings
ausgerichtet sind und sich der erste und der zweite Wandabschnitt geradlinig erstecken.
[0013] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen Deckels
wird zuerst eine vorgezogene konische Deckelscheibe erzeugt, die einen Randbereich
und einen dazu um einen konischen Absatz versetzten flächigen Bereich aufweist und
wobei ein Deckelring mit einem ersten Ende seiner Wand am Außenumfang des konischen
Absatzes oder innerhalb des konischen Absatzes positioniert wird und anschließend
zumindest ein Bereich des konischen Absatzes gegen eine Innenfläche und der Randbereich
gegen eine Außenfläche der Wand des Deckelrings geformt und mit dieser stoffschlüssig
verbunden werden.
[0014] Die Wand des Deckelrings kann zur Herstellung einer Stapelfähigkeit des Deckels beim
Verbinden mit der Deckelscheibe in Richtung zur Längsachse des Deckelrings eingezogen
werden. Alternativ kann die Wand des Deckelrings vor dem Verbinden mit der Deckelscheibe
an einem ersten Ende in Richtung zur Längsachse eingezogen werden. Als weitere Alternative
kann die Wand des Deckelrings auch nach dem Verbinden mit der Deckelscheibe an einem
ersten Ende in Richtung zur Längsachse eingezogen werden.
[0015] Gemäß einem alternativen Verfahren zur Herstellung eines Deckels wird zuerst eine
vorgezogene konische Deckelscheibe erzeugt, die einen Randbereich und einen dazu um
einen konischen Absatz versetzten flächigen Bereich aufweist, dass ein Deckelring
mit einem ersten Ende einer Wand am Außenumfang des konischen Absatzes oder innerhalb
des konischen Absatzes positioniert wird und dass anschließend zumindest ein Bereich
des konischen Absatzes gegen eine Innenfläche und der Randbereich gegen eine Außenfläche
der Wand (3) des Deckelrings geformt und mit dieser versiegelt werden, wobei ein erster
und ein zweiter Wandabschnitt der Deckelscheibe und das sich dazwischen befindliche
Ende der Wand des Deckelrings parallel zu einer Längsachse des Deckelrings ausgerichtet
sind und sich der erste und der zweite Wandabschnitt geradlinig erstecken.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels und zugehöriger
Zeichnungen näher erläutert.
[0017] Es zeigen:
- Figur 1
- Ausgangsteil für die vorgeformte Deckelscheibe,
- Figur 2
- vorgeformte/vorgezogene Deckelscheibe,
- Figur 3
- Deckelring,
- Figur 4
- auf dem Deckelring positionierte Deckelscheibe,
- Figur 5
- aus Deckelscheibe und Deckelring hergestellter stapelbarer Deckel im Längsschnitt,
- Figur 6
- Einzelheit X gemäß Figur 5,
- Figur 7
- mehrere übereinander gestapelte Deckel gemäß Figur 5,
- Figur 8
- Längsschnitt eines nicht stapelbaren Deckels,
- Figur 9
- in ein Werkzeug eingelegte Deckelscheibe und Deckelring,
- Figur 10
- Werkzeug nach dem Verbinden/Siegeln von Deckelscheibe und Deckelring,
- Figur 11
- Variante der Erzeugung des Einzugs am Deckelring vor dem Verbinden mit der Deckelscheibe,
- Figur 12
- schematische Darstellung der Herstellung der Verbindung zwischen Deckelscheibe und
Deckelring bei einem vorher Erzeugten Einzug am Deckelring,
- Figur 13
- dreidimensionale Darstellung eines erfindungsgemäßen Deckels.
[0018] Figur 1 zeigt das Ausgangsteil 1' einer Deckelscheibe, die aus einem ebenen entsprechend
der Deckelform zugeschnittenen Papierabschnitt bzw. aus Karton besteht. Das Ausgangsteil
kann in der Draufsicht rund, oval, nierenförmig oder anderweitig gestaltet sein, je
nach der gewünschten Form des Deckels.
[0019] Das Ausgangsteil 1' weist an seiner Unterseite 1a eine für das Herstellen einer stoffschlüssigen
Verbindung geeignete Beschichtung bevorzugt in Form eines Siegelmediums auf, insbesondere
eine Siegelschicht bzw. Siegelfolie, welche jedoch hier nicht dargestellt ist. Das
Siegelmedium kann beispielsweise aufkaschiert, extrudiert oder als Siegellack aufgebracht
sein. Es besteht beispielsweise aus PE (Polyethylen).
[0020] Zwischen dem Siegelmedium und der Unterseite 1a der Deckelscheibe kann eine hier
nicht dargestellte Barriereschicht angeordnet sein (z.B. in Form einer Keramikbeschichtung
oder aus Aluminiumfolie, PET (Polyethylenterephthalat) oder EVOH (Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer).
[0021] Die konisch vorgezogene Deckelscheibe 1 in der Schnittdarstellung zeigt Figur 2.
Diese weist am Außenumfang einen Randbereich 4 und einen dazu um einen konischen Absatz
5 versetzten im wesentlichen flächigen Bereich 1.1 auf. Dieser kann wie hier dargestellt
eben sein oder auch in Richtung zum Rand oder dazu entgegengesetzt gewölbt sein. Weiterhin
kann der im Wesentlichen ebene Bereich eine oder mehrere Sicken enthalten (nicht dargestellt).
[0022] Der in Figur 3 dargestellte Deckelring 2 wurde bevorzugt aus Papier im Wickelverfahren
hergestellt und insbesondere spiralgewickelt. Der Deckelring 2 weist eine umfangsseitig
geschlossene Wand 3 auf, deren Verlauf der herzustellenden Deckelform und somit der
Deckelscheibe 1 angepasst ist (z.B. rund, oval, nierenförmig usw.). Der Deckelring
2 weist eine Längsachse L2 auf und einen Innendurchmesser d2.
[0023] Die Wand 3 hat eine Innenfläche 3A und eine Außenfläche 3B sowie ein erstes Ende
3C und ein gegenüberliegendes zweites Ende 3D.
[0024] Zusätzlich oder alternativ zur Deckelscheibe 1 mit Siegelmedium kann auch die Innenfläche
3A und/oder die Außenfläche 3B des Deckelrings 2 zumindest im Verbindungsbereich mit
der Deckelscheibe 1 mit Siegelmedium, wie bei der Deckelscheibe 1 beschrieben, versehen
sein und ggf. auch eine Barriereschicht aufweisen.
[0025] Zur Herstellung der Verbindung zwischen Deckelscheibe 1 und Deckelring 2 wird der
Deckelring 1 auf das erste Ende 3C der Deckelhülse 2 aufgelegt (siehe Figur 4). Vorteilhafter
Weise dient dabei konische Absatz 5 zur Zentrierung der Deckelhülse 2 bzw. der Deckelscheibe
1 zum Deckelring 2.
[0026] Nun wird mittels entsprechender nicht dargestellter Werkzeuge der obere nicht bezeichnete
Bereich der Wand 3 der Deckelhülse 2 radial nach innen in Richtung zur Längsachse
L2 umgeformt (angedeutet durch die nach innen weisenden Pfeile) und der Randbereich
4 der Deckelscheibe 1 nach unten gebogen (angedeutet durch die nach unten weisenden
Pfeile). Dabei wird der Randbereich 4 der Deckelhülse 1 an die Außenfläche 3B und
der konische Absatz 5 der Deckelhülse 1 an die Innenfläche 3A der Deckelhülse 2 angepresst
und unter Druck und Wärme die stoffschlüssige Verbindung, insbesondere durch Siegeln,
zwischen Deckelscheibe 1 und Deckelring 2 hergestellt. Die für das Siegeln erforderliche
Temperatur liegt je nach Siegelmedium meist zwischen 100°C und 350°C und beispielsweise
bei PE als Siegelmedium zwischen 120°C bis 200°C.
[0027] Nach dem Umformen und dem Herstellen der stoffschlüssigen Verbindung ist der Deckel
D fertiggestellt und weist die Deckelscheibe 1 randseitig einen U-förmigen Bereich
1.2 auf (siehe Figur 5 und 6), in welchen die Wand 3 des Deckelrings 2 eingreift,
wobei die Wand 3 an ihrer Innenfläche 3A und an ihrer Außenfläche 3B mit dem U-förmigen
Bereich 1.2 stoffschlüssig verbunden ist. Der Deckel D weist im Bereich der Deckelscheibe
1 eine napfartige Vertiefung 6.1 mit der Tiefe t1 und einem Innendurchmesser d1 auf.
[0028] Im Bereich der Deckelscheibe 1 weist der Deckel D einen Außendurchmesser D1 auf.
[0029] Die Wand 3 weist nach der Schulter 3.1 bis zum zweiten Ende 3D einen Innendurchmesser
d2 auf.
[0030] Aus der Einzelheit gemäß Figur 6 geht hervor, dass der sich an den im Wesentlichen
flächigen Bereich 1.1 anschließende U-förmige Bereich 1.1 einen innenliegenden ersten
Wandabschnitt 1.3 (Schenkel) aufweist, der mit der Innenfläche 3A der Wand des Deckelrings
2 verbunden ist und dass ein zweiter Wandabschnitt 1.4 (Schenkel) mit der Außenfläche
3B der Wand 3 des Deckelrings 2 stoffschlüssig verbunden ist (bevorzugt durch Siegeln).
Der erste und der zweite Wandabschnitt 1.3, 1.4 der Deckelscheibe 1 und das sich dazwischen
befindliche Ende 3C der Wand 3 des Deckelrings 2 sind im Wesentlichen parallel zur
Längsachse L2 des Deckelrings 2 ausgerichtet, wobei der erste und der zweite Wandabschnitt
1.3, 1.4 sich im Wesentlichen geradlinig erstecken.
[0031] Der erste Wandabschnitt 1.3 und der zweite Wandabschnitt 1.4 des U-förmigen Bereiches
1.2 der Deckelscheibe 1 sind über einen dritten Wandabschnitt 1.5 miteinander verbunden.
[0032] Die Wand 3 ist an dem Ende 3C, welches in den U-förmigen Bereich 1.2 der Deckelscheibe
1 eingreift, radial nach innen/in Richtung zur Längsachse L2 eingezogen, wodurch unterhalb
des zweiten Wandabschnitts 1.4 des U-förmigen Bereiches eine Schulter 3.1 gebildet
wird.
[0033] Der Innendurchmesser d2 der Wand 3 ist von der Schulter 3.1 bis zum zweiten Ende
3D etwas größer als der Außendurchmesser D1 im Bereich der Deckelscheibe 1, so dass
zum Stapeln der Innendurchmesser d2 eines Deckels D über den Außendurchmesser D1 der
Deckelscheibe 1 eines anderen Deckels D gesteckt werden kann. Das zweite Ende 3D eines
Deckels D liegt dann auf der Schulter 3.1 des anderen Deckels D auf.
[0034] Die Wand 3 der Deckelhülse 2 weist vom Absatz 3.1 bis zum zweiten Ende 3D einen Außendurchmesser
D2 auf.
[0035] In Figur 7 sind beispielhaft vier übereinander gestapelte Deckel D im Längsschnitt
dargestellt. Der obere Deckel D greift jeweils mit seinem Innendurchmesser d2 des
unteren Bereiches der Deckelhülse 2 über den Außendurchmesser D1 des hier nicht bezeichneten
zweiten Wandabschnitts des U-förmigen Bereichs und somit den Außendurchmesser D1 der
Deckelscheibe 1.
[0036] Figur 8 zeigt einen erfindungsgemäßen Deckel D der nicht stapelbar ist. Dieser weist
ebenfalls eine Deckelscheibe 1 mit einem wesentlichen flächigen Bereich 1.1 und einen
sich außen anschließenden U-förmigen Bereich 1.1 mit einem innenliegenden ersten Wandabschnitt
1.3 (Schenkel) auf, der mit der Innenfläche 3A der Wand 3 des Deckelrings 2 verbunden
ist und einen zweiten Wandabschnitt 1.4 (Schenkel), der mit der Außenfläche 3B der
Wand 3 des Deckelrings 2 stoffschlüssig verbunden ist (bevorzugt durch Siegeln). Der
erste und der zweite Wandabschnitt 1.3, 1.4 der Deckelscheibe 1 und das sich dazwischen
befindliche Ende 3C der Wand 3 des Deckelrings 2 sind hier ebenfalls im Wesentlichen
parallel zur Längsachse L2 des Deckelrings 2 ausgerichtet, wobei der erste und der
zweite Wandabschnitt 1.3, 1.4 sich im Wesentlichen geradlinig erstecken. Der erste
Wandabschnitt 1.3 und der zweite Wandabschnitt 1.4 des U-förmigen Bereiches 1.2 der
Deckelscheibe 1 sind über einen dritten Wandabschnitt 1.5 miteinander verbunden. Die
Wand 3 des Deckelrings 2 erstreckt sich über die gesamte Länge des Deckelrings geradlinig
und parallel zur Längsachs L2.
[0037] Bei beiden Ausführungsvarianten - stapelbar und nicht stapelbar - besteht der erfindungsgemäße
Deckel D somit aus zwei Teilen in Form von Deckelscheibe 1 und Deckelring 2 die miteinander
stoffschlüssig verbunden sind. Durch die geraden Verbindungsbereiche zwischen Deckelscheibe
1 und Deckelring 2 wird ein sich im Wesentlichen geradlinig erstreckender Deckel D
geschaffen.
[0038] Nachfolgend wird das Verfahren zur Herstellung eines stapelbaren Deckels unter der
Verwendung entsprechender Werkzeuge beispielhaft erläutert.
[0039] Zuerst wird eine vorgezogene konische Deckelscheibe 2 erzeugt die einen Randbereich
4 und einen dazu um einen konischen Absatz 5 versetzten flächigen Bereich 1.1 aufweist.
[0040] Der Deckelring 2 wird gemäß Figur 9 mit seinem Innendurchmesser d2 am nicht bezeichneten
Außendurchmesser eines Unterwerkzeuges 6 positioniert, so dass das erste Ende 3C der
Wand 3 des Deckelrings 2 um eine Länge L über eine radial nach innen weisende Schulter
6.1 des Unterwerkzeuges 6 ragt. Nun wird der vorgezogene konische Deckelring 1 mit
der Unterseite seines Randbereichs 4 auf das erste Ende 3C der Wand 3 aufgelegt und
hier am Außenumfang des konischen Absatzes 5 positioniert.
[0041] Ein Oberwerkzeug 7 fährt nun nach unten und hält den Deckelring 1, indem es diesen
im Radius zwischen dem konischen Absatz 5 und dem flächigen Bereich 1.1 mit einer
umlaufenden Kante 7.1 gegen das radial innen liegende Ende der Schulter 6.1 des Unterwerkzeuges
6 fixiert. Das Oberwerkzeug 7 weist einen Außendurchmesser D7 auf, der dem späteren
Innendurchmesser d1 der Deckelscheibe 1 des fertigen Deckels D entspricht.
[0042] Nun fährt ein Ringstempel 8 aus Richtung des Oberwerkzeuges 7 in Richtung zum Unterwerkzeug
6.
[0043] Der Ringstempel 8 weist in Richtung zum Unterwerkzeug 6 einen Innendurchmesser 8d2
auf, der dem Außendurchmesser D2 des Deckelrings 2 entspricht oder geringfügig größer
ist. An den Durchmesser 8d2 schließt sich eine radial nach innen weisende Schräge
8.1 an, die im Wesentlichen parallel zur Schulter 6.1 des Unterwerkzeuges 6 verläuft.
An die Schräge schließt sich ein Innendurchmesser 8d1 an, der annähernd dem Außendurchmesser
D1 des fertigen Deckels D im Bereich der Deckelscheibe 1 entspricht. Das Werkzeug
ist zumindest im Bereich der Fügezone zwischen Deckelscheibe 1 und Deckelring 2 beheizt,
was jedoch nicht dargestellt ist.
[0044] Die Endposition des Ringstempels 8 ist in Figur 10 dargestellt. Bei dessen Hubbewegung
in Richtung zum Unterwerkzeug wurde der Randbereich 4 der Deckelscheibe 1 nach unten
geformt und gegen den Außendurchmesser des Deckelrings 2 gedrückt. Durch die Schräge
8.1 und den sich anschließenden kleineren Innendurchmesser 8d1 des Ringstempels 8
wurden der obere Bereich 3c des Deckelrings 2, der daran anliegende Randbereich 4
und der konische Bereich 5 der Deckelscheibe 2 radial nach innen gegen den Außendurchmesser
D7 des Oberwerkzeuges 7 gepresst.
[0045] Der Druck und die Siegeltemperatur (bevorzugt zwischen 120°C und 300°C) bewirken
eine stoffschlüssige Verbindung zwischen Deckelscheibe 1 und Deckelring 2 in dem Bereich,
in dem sich das erste Ende 3C der Wand 3 des Deckelrings nun zwischen den Wandbereichen
1.3 und 1.4 der Deckelscheibe 1 befindet. Der zwischen dem Außendurchmesser D7 und
dem Innendurchmesser 8d1 gebildete nichtbezeichnete Spalt ist etwas geringer als die
Summe der Dicken der Wandbereiche 1.3, 1.4 der Deckelscheibe 2 und der sich dazwischen
befindenden Wand 3 des Deckelrings 2, wodurch sich der Druck durch deren Verpressung
aufbaut.
[0046] Nach der Beendigung des Siegelvorganges fährt der Ringstempel 8 nach oben, das Unterwerkzeug
6 und das Oberwerkzeug 7 werden geöffnet und der Deckel mittels eines nicht dargestellten
Auswerfers ausgeworfen.
[0047] Es besteht auch die Möglichkeit, den Einzug des ersten Endes 3C der Wand 3 des Deckelrings
2 vor oder nach der Verbindung mit der Deckelscheibe herzustellen.
[0048] Dies erfolgt beispielsweise wie in Figur 11 angedeutet durch ein Rollverfahren der
Wand 3 zwischen einer äußeren Rolle 9 (oder einer äußeren Schiene) und einer inneren
Rolle 10. Diese weisen eine zueinander korrespondierende Kontur entsprechen des zu
erzeugenden Wandeinzugs auf. Der Vorteil dabei ist, dass mit diesem Verfahren auch
im Wandbereich der Deckelhülse gleichzeitig eine umlaufende Sicke erzeugt werden kann,
die bei einer großen Anzahl von Deckeln vorhanden ist.
[0049] Gemäß Figur 12 werden dann der Randbereich 4 und der konische Bereich 5 der Deckelscheibe
1 ebenfalls gegen den radial nach innen geformten Bereich der Wand des Deckelrings
2 umgeformt und mit diesem versiegelt.
[0050] Ein erfindungsgemäßer stapelfähiger Deckel D ist in Figur 13 dargestellt. Dieser
wird oben durch die Deckelscheibe 1 geschlossen, die mit dem Deckelring 2 stoffschlüssig
verbunden ist. Der Außendurchmesser D1 im Bereich der Deckelscheibe 1 ist kleiner
als der Außendurchmesser D2 im Bereich des Deckelrings 2, wodurch ein Absatz 3.1 gebildet
wird.
[0051] Der hier nicht bezeichnete Innendurchmesser des Deckels D greift zum Stapeln über
den Außendurchmesser D1.
Bezugszeichenliste
[0052]
- 1'
- Ausgangsteil
- 1a
- Unterseite
- 1
- Deckelscheibe
- 1.1
- flächiger Bereich
- 1.2
- U-förmiger Bereich
- 1.3
- erster Wandabschnitt
- 1.4
- zweiter Wandabschnitt
- 1.5
- dr5itter Wandabschnitt
- 1.6
- Vertiefung
- 2
- Deckelring
- 3
- Wand
- 3A
- Innenfläche
- 3B
- Außenfläche
- 3C
- erstes Ende
- 3D
- zweites Ende
- 3.1
- Schulter
- 4
- Randbereich
- 5
- konischer Absatz Deckelring
- 6
- Unterwerkzeug
- 6.1
- Schulter Unterwerkzeug
- 7
- Oberwerkzeug
- 7.1
- umlaufende Kante
- 8
- Ringstempel
- 8.1
- Schräge
- 8d1
- Innendurchmesser Ringstempel
- 8d2
- Innendurchmesser Ringstempel
- 9
- äußere Rolle
- 10
- innere Rolle
- d1
- Innendurchmesser Deckelscheibe
- d2
- Innendurchmesser Deckelring/Wand
- t1
- Tiefe
- D
- Deckel
- D1
- Außendurchmesser Deckelscheibe
- D7
- Außendurchmesser Oberwerkzeug
- L
- Länge
- L2
- Längsachse
1. Deckel (D) aus Papier, bestehend aus einer Deckelscheibe (1) und einem eine Längsachse
(L2) aufweisenden Deckelring (2) mit einer sich in Richtung zur Längsachse (L2) erstreckenden
umlaufenden Wand (3) mit einer Innenfläche (3A) und einer Außenfläche (3B) sowie einem
ersten Ende (3C) und einem zweiten Ende (3D), wobei Deckelscheibe (1) und Deckelring
(2) miteinander stoffschlüssig verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Deckelscheibe (1) einen quer zur Längsachse (L2) verlaufenden flächigen Bereich
(1.1) aufweist, und
- an ihrem Außenumfang einen sich an den flächigen Bereich anschließenden U-förmigen
Bereich (1.2) mit einem ersten Wandabschnitt (1.3), und einem zweiten Wandabschnitt
(1.4), die miteinander über einen dritten Wandabschnitt (1.5) verbunden sind, aufweist
und
- wobei der Deckelring (2) mit seinem ersten Ende (3C) in den U-förmigen Bereich (1.2)
der Deckelscheibe (1) eingreift derart, dass der erste Wandabschnitt (1.3) an der
Innenfläche (3A) und der zweite Wandabschnitt (1.4) an der Außenfläche (3B) anliegt
und dass der erste Wandabschnitt (1.3) und der zweite Wandabschnitt (1.4) des U-förmigen
Bereiches (1.2) der Deckelscheibe mit dem ersten Ende (3c) des Deckelrings (2) stoffschlüssig
verbunden sind und
- dass die Wand (3) in ihrem Bereich, der in den U-förmigen Bereich (1.2) der Deckelscheibe
(1) eingreift, nach innen /in Richtung zur Längsachse (L2) eingezogen ist und dadurch
unterhalb der Deckelscheibe eine Schulter (3.1) gebildet wird.
2. Deckel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Außendurchmesser (D1) der Deckelscheibe (1) kleiner ist, als der Innendurchmesser
(d3) der Wand (3) des Deckelrings (2) im Bereich des zweiten Endes 3D.
3. Deckel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass dieser stapelbar ist, wobei der Innendurchmesser (d2) eines Deckels (D) über den
Außendurchmesser (D1) eines darunter befindlichen Deckels (D) greift und das zweite
Ende (3C) auf der Schulter (3.1) des darunter liegenden Deckels (D) aufliegt.
4. Deckel (D) aus Papier, bestehend aus einer Deckelscheibe (1) und einem eine Längsachse
(L2) aufweisenden Deckelring (2) mit einer sich in Richtung zur Längsachse (L2) erstreckenden
umlaufenden Wand (3) mit einer Innenfläche (3A) und einer Außenfläche (3B) sowie einem
ersten Ende (3C) und einem zweiten Ende (3D), wobei Deckelscheibe (1) und Deckelring
(2) miteinander stoffschlüssig verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Deckelscheibe (1) einen quer zur Längsachse (L2) verlaufenden flächigen Bereich
(1.1) aufweist, und
- an ihrem Außenumfang einen sich an den flächigen Bereich anschließenden U-förmigen
Bereich (1.2) mit einem ersten Wandabschnitt (1.3), und einem zweiten Wandabschnitt
(1.4), die miteinander über einen dritten Wandabschnitt (1.5) verbunden sind, aufweist
und
- wobei der Deckelring (2) mit seinem ersten Ende (3C) in den U-förmigen Bereich (1.2)
der Deckelscheibe (1) eingreift derart, dass der erste Wandabschnitt (1.3) an der
Innenfläche (3A) und der zweite Wandabschnitt (1.4) an der Außenfläche (3B) anliegt
und dass der erste Wandabschnitt (1.3) und der zweite Wandabschnitt (1.4) des U-förmigen
Bereiches (1.2) der Deckelscheibe (1) mit dem ersten Ende (3c) des Deckelrings (2)
stoffschlüssig verbunden sind und
- wobei der erste und der zweite Wandabschnitt (1.3, 1.4) der Deckelscheibe (1) und
das sich dazwischen befindliche Ende (3C) der Wand (3) des Deckelrings (2) parallel
zur Längsachse (L2) des Deckelrings (2) ausgerichtet sind und sich der erste und der
zweite Wandabschnitt (1.3, 1.4) geradlinig erstecken.
5. Verfahren zur Herstellung eines Deckels (D) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zuerst eine vorgezogene konische Deckelscheibe (1) erzeugt wird, die einen Randbereich
(4) und einen dazu um einen konischen Absatz (5) versetzten flächigen Bereich (1.1)
aufweist, dass ein Deckelring (2) mit einem ersten Ende (3C) einer Wand (3) am Außenumfang
des konischen Absatzes (5) oder innerhalb des konischen Absatzes (5) positioniert
wird und dass anschließend zumindest ein Bereich des konischen Absatzes (5) gegen
eine Innenfläche (3A) und der Randbereich (4) gegen eine Außenfläche (3B) der Wand
(3) des Deckelrings (1) geformt und mit dieser versiegelt werden und dass die Wand
(3) des Deckelrings (1) beim Verbinden mit der Deckelscheibe (1) Richtung zur Längsachse
(L2) des Deckelrings (1) eingezogen wird oder dass die Wand des Deckelrings (1) vor
oder nach dem Verbinden mit der Deckelscheibe (1) an einem ersten Ende (3c) in Richtung
zur Längsachse (L2) eingezogen wird.
6. Verfahren zur Herstellung eines Deckels (D) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zuerst eine vorgezogene konische Deckelscheibe (1) erzeugt wird, die einen Randbereich
(4) und einen dazu um einen konischen Absatz (5) versetzten flächigen Bereich (1.1)
aufweist, dass ein Deckelring (2) mit einem ersten Ende (3C) einer Wand (3) am Außenumfang
des konischen Absatzes (5) oder innerhalb des konischen Absatzes (5) positioniert
wird und dass anschließend zumindest ein Bereich des konischen Absatzes (5) gegen
eine Innenfläche (3A) und der Randbereich (4) gegen eine Außenfläche (3B) der Wand
(3) des Deckelrings (1) geformt und mit dieser versiegelt werden, wobei ein erster
und ein zweiter Wandabschnitt (1.3, 1.4) der Deckelscheibe (1) und das sich dazwischen
befindliche Ende (3C) der Wand (3) des Deckelrings (2) parallel zu einer Längsachse
(L2) des Deckelrings (2) ausgerichtet sind und sich der erste und der zweite Wandabschnitt
(1.3, 1.4) geradlinig erstecken.