[0001] Die Erfindung betrifft ein Magazin einer Kanone mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Patentanspruchs 1.
[0002] Die Magazine z.B. gepanzerter Fahrzeuge weisen eine Becherkette oder einen Gurtförderer
auf, an welchem mehrere Behälter, die sogenannten Becher, zur Aufnahme von Patronen
angeordnet sind. Die Behälter werden ebenfalls als Munitionsladebehälter bezeichnet.
Mit Hilfe der Becherkette oder des Gurtförderers werden die Patronen zur Ladeöffnung
einer Kanone oder zu einem Zuführer einer Kanone befördert. Magazine werden im Folgenden
auch als Munitionszuführung bezeichnet. Die Bezeichnungen Patrone und Munition werden
synonym verwendet. Übliche Patronen weisen eine Hülse mit einem Hülsendurchmesser
zur Aufnahme einer Treibladung auf. An die Hülse schließt ein Geschoss mit einem Geschossdurchmesser
an. Dabei ist der Hülsendurchmesser größer als der Geschossdurchmesser. Im Übergangsbereich
ist die Patrone konisch ausgeführt. Bei einem Schuss wird die Treibladung gezündet
und das Geschoss durch ein Waffenrohr geschossen.
[0003] Im Stand der Technik sind Halteklappen zum Fixieren der Munition in Form von Zangen,
Haltebacken, Klammern und Greifern bekannt.
[0004] Aus der
DE 30 31 203 C1 ist ein Magazin einer Kanone eines Panzerfahrzeuges mit einer Becherkette bekannt.
Mehrere Becher zur Aufnahme von Patronen sind an der Becherkette angeordnet. Die Behälter
weisen eine zylindrische Form mit zwei stirnseitigen Öffnungen auf, so dass die Patrone
an einer Entnahmestelle der Kanone mittels eines Ansetzers zuführbar ist. In den Behältern
sind mehrere Durchbrüche eingebracht, welche axial und über den Umfang verteilt angeordnet
sind. Es sind Patronen mit einem Geschoss und einer Hülse förder- und fixierbar, welche
zwei verschiedene Durchmesser, nämlich einen größeren Hülsen- und einen kleineren
Geschossdurchmesser aufweisen. Durch die Durchbrüche hindurch wird die Patrone mithilfe
von mehreren Zangen am Außenumfang fixiert. Dabei liegt eine Zange am Geschoss und
einer Zange an der Hülse der Patrone an. So wird die Patrone vor Stößen und Vibrationen
geschützt.
[0005] Die
DE 2 153 327 A zeigt einen ähnlichen zylindrischen Munitionsträger mit einem Behälter zur Aufnahme
einer Patrone, wobei der Behälter mehrere Öffnungen aufweist, wobei in den Öffnungen
Greifer angeordnet sind. Die Greifer werden durch Betätigungselemente nach radial
innen gegen das Geschoss gedrängt. Die Betätigungselemente sind auf sich in axialer
Richtung erstreckenden Stäben angeordnet und werden durch Feder vorgespannt, wodurch
sich die Greifer nach innen verformen.
[0006] Aus der
DE 33 43 843 A1 ist eine Ladeeinrichtung mit einem Behälter zur Aufnahme einer Patrone bekannt, welcher
zwei unten liegenden Tragschalen aufweist, auf welchen die Patrone aufliegt. Nach
oben hin wird die Patrone mit Hilfe zweier Haltebacken fixiert, welche parallel zur
Achsrichtung der Patrone schwenkbar gelagert sind. Auch diese Haltebacken liegen in
einer Halteposition nur auf einem begrenzten Bereich der Patrone auf. Die beiden Haltebacken
weisen einen gemeinsamen Schwenkmechanismus zur gleichzeitigen Schwenkung der beiden
Haltebacken auf.
[0007] Die
DE 34 09 018 A1 zeigt einen Munitionsladebehälter einer automatischen Ladeeinrichtung einer Rohrwaffe.
Der Munitionsladebehälter weist einen halbkreisbogenförmig ausgebildeten Becher auf,
auf welchem die Patrone aufliegt. Der Becher ist mehrfach abgesetzt, so dass eine
Patrone mit unterschiedlichen Durchmessern über ihren Gesamtlängenbereich stabil aufgenommen
wird. Die Patrone wird dabei in einem Bereich eines Geschoßkopfes und einem Bereich
eines Hülsenbodens abgestützt. Die Patrone wird mit Hilfe zweier axial versetzt angeordneter
Halteklammern in dem Becher gehalten. Zur Zu- oder Abfuhr der Patrone werden die Halteklammern
geöffnet. Auch hier fixieren die Halteklammern die Patrone nur in zwei kleinen Abschnitten
der Patrone. Eine Halteklammer liegt am Geschosskopf und eine Halteklammer liegt an
der Treibladungshülse an.
[0008] Alle vorgenannten Ausführungen eines Behälters zur Aufnahme einer Patrone in einem
Magazin stützen bzw. halten die Patrone nur in einem kleinen Bereich. Insbesondere
werden die Patronen von den beweglichen Teilen wie den Haltebacken, Greifern und Halteklammern
nur über eine geringe Fläche kontaktiert. Der Bereich in welchem die Stempel bzw.
Halteklappen die Patrone kontaktieren wird als Auflagefläche bezeichnet. Bei Stößen
oder Vibrationen entstehen Drücke zwischen der Patrone und den Stempeln oder Halteklappen.
Diese Drücke verteilen sich nur über diese begrenzten Auflageflächen, so dass relativ
große Kräfte entstehen. Besonders empfindliche Patronen könnten somit durch besagte
Stöße oder Vibrationen noch vor dem Abschuss beschädigt oder zerstört werden.
[0009] Es ist somit die Aufgabe der Erfindung ein Magazin einer Kanone mit einem Behälter
zur Aufnahme von Patronen zu schaffen, welches auch empfindliche Patronen ausreichend
und sicher vor Stößen und Vibrationen schützt.
[0010] Die Aufgabe wird durch ein Magazin mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst,
indem die Halteklappe einen ersten Bereich und einen axial beabstandeten zweiten Bereich
aufweist, wobei in der Halteposition ein radialer Abstand zwischen dem ersten Bereich
und einem gegenüberliegenden Boden der Tragschale geringer ist als ein radialer Abstand
zwischen dem zweiten Bereich und dem gegenüberliegenden Boden der Tragschale ist.
Der Abstand wird dabei jeweils in radialer Richtung als der minimale Abstand gemessen
zwischen dem Bereich der Halteklappe und der Innenfläche der Tragschale an dem die
Patrone anliegt, welcher hier als Boden bezeichnet wird.
[0011] Dies ermöglicht es, dass durch Schließen einer Halteklappe die Munition bereits am
Geschosskopf und an der Hülse gehalten werden kann. Die Munition kann ferner großflächiger
radial mittels der Halteklappen abgestützt werden, wodurch Druckkräfte sich auf eine
größere Fläche verteilen. Die Gefahr der Beschädigung der Munition im Behälter vor
dem Abschuss ist daher verringert.
[0012] Eine bevorzugte Ausgestaltung zeichnet sich dadurch aus, dass die Halteklappe einen
ersten teilzylindrischen Bereich mit einem ersten Radius und einen zweiten teilzylindrischen
Bereich mit einem zweiten Radius aufweist, wobei der zweite Radius kleiner als der
erste Radius ist. Dies ermöglicht es, dass in der Halteposition zwischen dem ersten
Bereich der Halteklappe und einem ersten Bereich der Patrone eine großflächige erste
Auflagefläche ausgebildet ist, wobei in der Halteposition zwischen dem zweiten Bereich
der Halteklappe und einem zweiten Bereich der Patrone eine großflächige zweite Auflagefläche
ausbildet ist.
[0013] Mittels dieser Merkmale ist eine besonders schonende Lagerung von Patronen in dem
Behälter möglich. Die Halteklappe liegt in ihrer Halteposition mit der kompletten
Auflagefläche des ersten Bereiches und des zweiten Bereiches auf der Patrone auf.
Die Auflagefläche ist dadurch charakterisiert, dass an einer jeden Stelle der Auflagefläche
ein Kontakt zwischen der Halteklappe und der Patrone besteht. Der Druck, welcher zwischen
Patrone und Halteklappe wirkt, ist aufgrund der kompletten Auflagefläche her gering.
Trotz des geringen Drucks, wird die Patrone sicher in dem Becher gehalten. So wird
die Patrone besonders gut gegen Biegung, Stöße, Vibrationen oder Erschütterungen geschützt.
Eine Beschädigung auch empfindlicher Patronen wird vermieden.
[0014] Es ist denkbar, dass die teilzylindrischen Bereiche als eine Art Einschnürung ausgeführt
sind, d.h. eine axial relativ kurze Auflagefläche an der Munition ausbilden. In bevorzugter
Ausgestaltung erstrecken sich die teilzylindrischen Flächen jedoch über einen axial
längeren Bereich nah parallel zur Außenumfangsfläche der Munition, so dass die Auflageflächen
entsprechend groß sind.
[0015] In einer Ausführungsform der Erfindung beträgt eine Summe der Auflageflächen der
zumindest einen Halteklappe mindestens 35% der Oberfläche der Patrone. Dies erhöht
weiter den Schutz der Patrone vor etwaigen Stößen oder Erschütterungen. Es ist auch
denkbar die oben definierte Größe der Auflagefläche zu erreichen, wenn aus Gewichtsgründen
Löcher in die Halteklappe eingebracht sind.
[0016] In bevorzugter Ausgestaltung weist die Halteklappe einen Übergangsbereich auf, welcher
zwischen dem ersten und dem zweiten Bereich ausgebildet ist, wobei in der Halteposition
zwischen dem Übergangsbereich der Halteklappe und einem Übergangsbereich der Patrone
eine dritte Auflagefläche ausbildet ist. Auf diese Weise wird die Auflagefläche zwischen
Halteklappe und Patrone weiter vergrößert, so dass der Schutz der Patrone vor Stößen,
Vibrationen oder Erschütterungen noch effektiver ist. Aufgrund dieses Übergangsbereiches
sind Patronen sicher transportierbar, welche eine komplexe Form aufweisen. Üblicherweise
sind Patronen in dem Übergangsbereich zwischen Hülse und Geschoss konisch ausgeführt.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der Übergangsbereich der
Halteklappe teilkonisch ausgebildet. Durch eine ebenfalls konische Ausführung der
Halteklappe im Übergangsbereich ist sichergestellt, dass sich in der Halteposition
eine Auflagefläche zwischen Halteklappe und Patrone ausbildet. Durch die Konizität
wird die Patrone sowohl in einer radialen wie auch in einer axialen Richtung fixiert.
In den teilzylindrischen Bereich erfolgt die axiale Fixierung lediglich über Reibung
und nicht zusätzlich über Formschluss.
[0017] Vorteilhafterweise ist die Tragschale zumindest teilweise, insbesondere über die
gesamte Länge hohlzylindersegmentförmig mit einem Öffnungswinkel kleiner als 180°
ausgeführt. Es ist möglich, die Patrone im Geschosskopfbereich durch eine Einlage
ebenfalls zu unterstützen, oder im Bereich des Geschosskopfes eine Halterippe an der
Tragschale auszubilden. Es ist aufgrund dieses Merkmals die Patrone von oben in die
Tragschale einlegbar und auch nach oben aus der Tragschale entnehmbar. Weiterhin ist
ein hinaus- und hineinschieben der Patrone in die Tragschale in Achsrichtung der Patrone
möglich. Es ist somit eine große Flexibilität bezüglich der Verwendung von Handhabungseinrichtungen
gegeben, welche mit dem Magazin zusammenwirken.
[0018] In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind zwei Halteklappen spiegelsymmetrisch
an der Tragschale angeordnet, wobei die Schwenkachsen der beiden Halteklappen parallel
zu einer Patronenachse verlaufen. Eine solche Anordnung führt zu einer einfachen und
somit kostengünstigen Konstruktion der Halteklappen und der zugehörigen Schwenkmechanismen.
Die von den Schwenkmechanismen zu übertragenen Drehmomente sind klein, da die auskragenden
Bereiche der Halteklappen kurz sind. Aufgrund der Symmetrie können des Weiteren teilweise
gleiche oder zumindest ähnliche Bauteile verwendet werden.
[0019] In bevorzugter Ausgestaltung ist eine Drehfeder an jeder der Halteklappen angeordnet,
um die Halteklappe in der Halteposition zu halten. Eine solche Drehfeder ermöglicht
ein weiches Aufsetzen der Halteklappe auf der Patrone, wenn die Halteklappe von der
Freigabe- in die Halteposition geführt wird. Dieser Vorgang wird durchgeführt, kurz
nachdem eine neue Patrone in einen Behälter des Magazins eingelegt wurde. Durch das
weiche Aufsetzten wird eine Beschädigung der Patrone bei diesem Vorgang vermieden.
In der Halteposition selbst wird mittels der Drehfeder ein leichter Druck von der
Halteklappe auf die Patrone ausgeübt. So wird die Patrone sicher in dem Behälter gehalten,
d.h. es wird vermieden, dass die Patrone bei Belastungen unerwünscht aus dem Behälter
hinausbefördert wird.
[0020] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Halteklappe
eine Gesamtlänge auf, welche größer als die Länge der Patrone ist. Aufgrund dieses
Merkmals ist eine Auflagefläche zwischen Halteklappe und Patrone ausbildbar, welche
sich über die komplette Länge der Patrone erstreckt. So ist die Patrone vor Biegebelastungen
geschützt. Da kein Mantelbereich der Patrone gegenüber der Halteklappe frei bleibt,
können keine Biegemomente entstehen.
[0021] Vorteilhafterweise weist der erste teilzylindrische Bereich der Halteklappe eine
Länge auf, welche mindestens 20 bis 30% der Gesamtlänge der Halteklappe beträgt. Die
Länge des ersten teilzylindrischen Bereichs hängt im Wesentlichen von den zu transportierenden
Patronen ab. Übliche Längen der Hülsen und der Geschosse der Patronen liegen eben
in diesem Bereich von 20 bis 30% der Gesamtlänge der Patrone. So ist eine Abstützung
der Patrone mittels der Halteklappe über die gesamte Länge der Patrone möglich.
[0022] Es ist möglich, dass die Tragschale ebenfalls an die Form der Munition angepasst
ist, d.h. im Bereich des Geschosskopfes gestuft ausgebildet ist, oder dass innerhalb
der Tragschale im Bereiches des Geschosskopfes ein unterstützender Einleger in der
Tragschale angeordnet, insbesondere befestigt ist.
[0023] Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Erfindung auszugestalten und weiterzubilden.
Es darf zunächst auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche verwiesen
werden. Im Folgenden wird nun eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung anhand der
Zeichnung und der dazugehörigen Beschreibung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:
Fig.1 schematisch ein Ausführungsbeispiel eines Magazins einer Kanone in einer Seitenansicht
im Schnitt,
Fig.2 schematisch ein Detail des Ausführungsbeispiels aus Fig.1 mit Halteklappen in
einer Freigabeposition und
Fig.3 schematisch ein Detail des Ausführungsbeispiels aus Fig.1 in einer Seitenansicht
senkrecht zu der aus Fig.1
[0024] In Fig.1 ist schematisch ein Ausführungsbeispiel eines Magazin 1 einer Kanone in
einer Seitenansicht gezeigt. An einem Verbindungsmittel 2- vorzugsweise in Form eines
Gurtförderer s - sind mehrere Behälter 3 - die sogenannten Becher - angeordnet. Der
Behälter 3 weist eine Tragschale 4 zur Aufnahme und Förderung einer Patrone 15 auf.
Bei Betrieb des Magazins 1 bewegt sich das Verbindungsmittel 2 in Richtung des Pfeiles,
so dass die Patrone 15 zum Beispiel zu einer Kanone gebracht wird. Die Patrone 15
liegt in der Tragschale 4, welcher die Form einer Halbschale aufweist. Der Winkelbereich
der Patrone 15, mit welchem die Patrone 15 auf der Halbschale aufliegt, beträgt weniger
als 180°. Weiterhin weist der Behälter 3 zwei Halteklappen 5.1 und 5.2 auf, welche
schwenkbar an der Tragschale 4 angeordnet sind. Die Halteklappe 5.1 ist mittels eines
Scharniers 13.1 und die Halteklappe 5.2 ist mittels eines Scharniers 13.2 an der Tragschale
4 gehalten. Die Scharniere 13.1 und 13.2 könnten zum Beispiel mittels Kugellagern
gelagert sein. Die beiden Halteklappen 5.1 und 5.2 sind an zwei gegenüberliegenden
Seiten des Bechers 4 spiegelsymmetrisch angeordnet. In Fig.1 sind die Halteklappen
5.1 und 5.2 in einer Halteposition 7 gezeigt. Diese ist dadurch charakterisiert, dass
die Halteklappen 5.1 und 5.2 die Patrone 15 halten, indem Sie auf der Patrone 15 aufliegen
und mit einer leichten Kraft gegen die Patrone 15 gedrückt werden. Diese Kräfte von
den beiden Halteklappen 5.1 und 5.2 auf die Patrone 15 werden mit Hilfe von zwei Drehfedern
14.1 und 14.2 erzeugt, welche in die Scharniere 13.1 und 13.2 integriert sind. Die
so erzeugten Kräfte verteilen sich auf einen großen Oberflächenbereich der Patrone
15, da zwei Auflageflächen zwischen den beiden Halteklappen 5.1 und 5.2 und der Patrone
15 entsprechend groß sind. Diese Auflageflächen entstehen durch einen Kontakt zwischen
den beiden Halteklappen 5.1 und 5.2 und der Patrone 15 und erstrecken sich nahezu
über die komplette obere Hälfte der Patrone 15.
[0025] Fig.2 zeigt schematisch ein Detail des Ausführungsbeispiels aus Fig.1 mit Halteklappen
in einer Freigabeposition 6. Es werden die gleichen Bezugszeichen wie zu Fig.1 verwendet.
Da sich Fig.1 und Fig.2 in weiten Teilen gleichen, wird auf die Beschreibung zu Fig.1
verwiesen und im Folgenden nur auf die Änderungen eingegangen.
[0026] Fig.2 zeigt ausschließlich den Behälter 3 hier in einer Freigabeposition 6. Die beiden
Halteklappen 5.1 und 5.2 sind nach außen hin verschwenkt, so dass die Patrone 15 von
oben aus dem Becher 3 herausnehmbar ist. Dies geschieht zum Beispiel in einer Übergabeposition
des Behälters 3 zu einer Kanone. In dieser Freigabeposition 6 ist weiterhin eine Patrone
15 in einen leeren Behälter 3 von oben zuführbar. Aufgrund der Ausführung der Tragschale
4 als Halbschale ist es weiterhin denkbar, die Patrone 15 in der Freigabeposition
6 des Behälters 3 axial aus dem Becher 3 herauszuschieben bzw. die Patrone 15 in einen
leeren Behälter 3 axial hineinzuschieben.
[0027] Nachdem eine Patrone 15 in die Tragschale 4 eingelegt wurde, werden die beiden Halteklappen
5.1 und 5.2 zugeklappt, d.h. sie werden von der Freigabeposition 6 in die Halteposition
7 überführt. Dies geschieht mithilfe der Drehfedern 14.1 und 14.2 sowie hier nicht
gezeigter Mechaniken. Dieses Zuklappen erfolgt vorzugsweise automatisch. Die beiden
spiegelsymmetrisch angeordneten Halteklappen 5.1 und 5.2 werden gleichzeitig mittels
solcher Mechaniken bewegt und treffen gleichzeitig auf der Patrone 15 auf. Die Rotation
der Halteklappen 5.1 und 5.2 erfolgt dabei um eine Achse, welche mittels der beiden
Scharniere 13.1 und 13.2 gebildet werden. Es ist auch denkbar pro Halteklappe 5.1
bzw. 5.2 zwei oder mehrere Scharniere zu verwenden.
[0028] In Fig.3 ist schematisch ein Detail des Ausführungsbeispiels aus Fig.1 in einer Seitenansicht
senkrecht zu der aus Fig.1 gezeigt. Es werden die gleichen Bezugszeichen wie zu den
vorangehenden Figuren verwendet. Da sich Fig.3 und die vorangehenden Figuren in weiten
Teilen gleichen, wird auf die Beschreibung zu Fig.1 verwiesen und im Folgenden nur
auf die Änderungen eingegangen.
[0029] In der Ansicht aus Fig.3 sind die verschiedenen Bereiche der Patrone 15 zu erkennen.
Die Patrone 15 weist eine zylinderförmige Hülse 16 zur Aufnahme einer Treibladung
auf. An die Hülse 16 schließt ein zylinderförmiges Geschosskopf 17 an, welches bei
einer Zündung der Treibladung weggeschossen wird. Die Hülse 16 weist einen größeren
Durchmesser auf als das Geschoss 17. Der Übergang zwischen der Hülse 16 und dem Geschosskopf
17 wird durch einen Patronenkonus 18 gebildet. Dieser Patronenkonus 18 kann Teil der
Hülse 16 oder Teil des Geschosskopfes 17 sein, entscheidend ist, dass ein fließender
Übergang zwischen der Hülse 16 und dem Geschosskopf 17 entsteht.
[0030] Fig.3 stellt weiterhin dar, wie die Halteklappe 5.1 auf der Patrone aufliegt. Fig.
3 zeigt den Behälter 3 in der Halteposition 7 mit geschlossenen Halteklappen 5.1 und
5.2. Die Halteklappen 5.1 und 5.2 weisen einen Hülsenbereich 8 mit einem Hülsenbereichsradius
9 auf, wobei der Hülsenbereich 8 auf der Hülse 16 der Patrone 15 aufliegt. Die Auflagefläche
zwischen der Hülse 16 und den Halteklappen 5.1 und 5.2 bildet sich über die komplette
Länge der Hülse 16 aus.
[0031] Die Halteklappen 5.1 und 5.2 weisen weiterhin einen Geschosskopfbereich 10 mit einem
Geschosskopfbereichsradius 11 auf, wobei der Geschosskopfbereich 10 auf dem Geschosskopf
17 der Patrone 15 aufliegt. Die Auflagefläche zwischen dem Geschosskopf 17und den
Halteklappen 5.1 und 5.2 bildet sich über fast die komplette Länge des Geschosskopfes
17 aus. Lediglich eine kurze Spitze des Geschosskopfes 17 berührt die Halteklappen
5.1 und 5.2 nicht.
[0032] Die Halteklappen 5.1 und 5.2 liegen ebenfalls auf dem Patronenkonus 18 der Patrone
15 auf. Dazu weisen die Halteklappen 5.1 und 5.2 einen Übergangsbereich 12 auf, mit
welchem die Patrone kontaktiert wird. Die Halteklappen 5.1 und 5.2 erstrecken sich
in Achsrichtung der Patrone 15 über einen Bereich, welcher größer als die Länge der
Patrone 15 ist.
[0033] Die Patrone 15 liegt in dem Hülsenbereich 8 auf der Tragschale 4. Zur Tragschale
4 hin wird die Patrone 15 somit lediglich mittels ihrer Hülse 16 abgestützt. Da zu
den Halteklappen 5.1 und 5.2 aber eine Abstützung auch über die weiteren Teile der
Patrone 15 erfolgt, ist sie dennoch ausreichend vor Stößen und Vibrationen geschützt.
Es kann eine Abstützung der Patrone 15 im vorderen Bereich erfolgen.
[0034] Das beschriebene Magazin 1 einer Kanone kommt insbesondere in Automatikladern bzw.
automatischen Munitionszuführungen von Panzerfahrzeugen zum Einsatz.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 1
- Magazin
- 2
- Verbindungsmittel
- 3
- Behälter oder Becher
- 4
- Tragschale
- 5.1
- Halteklappe
- 5.2
- Halteklappe
- 6
- Freigabeposition
- 7
- Halteposition
- 8
- Hülsenbereich
- 9
- Hülsenbereichsradius
- 10
- Geschosskopfbereich
- 11
- Geschosskopfbereichsradius
- 12
- Übergangsbereich
- 13.1
- Scharnier
- 13.2
- Scharnier
- 14.1
- Drehfeder
- 14.2
- Drehfeder
- 15
- Patrone
- 16
- Hülse
- 17
- Geschosskopf
- 18
- Patronenkonus
1. Magazin (1) einer Kanone mit mehreren Behältern (3) zur Aufnahme jeweils einer Patrone
(15), wobei die Behälter (3) mit einem Verbindungsmittel (2) miteinander verbunden
sind, wobei zumindest ein Behälter (3) eine Tragschale (4) und zumindest eine Halteklappe
(5.1, 5.2) aufweist, wobei die Halteklappe (5.1, 5.2) schwenkbar an der Tragschale
(4) gehalten ist, wobei die Halteklappe (5.1, 5.2) zwischen einer Freigabe- (6) und
einer Halteposition (7) hin- und her schwenkbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Halteklappe (5.1, 5.2) einen ersten Bereich (8) und einen axial beabstandeten
zweiten Bereich (10) aufweist, wobei in der Halteposition (7) ein radialer Abstand
zwischen dem ersten Bereich (8) und einem gegenüberliegenden Boden der Tragschale
(4) geringer ist als ein radialer Abstand zwischen dem zweiten Bereich (10) und dem
gegenüberliegenden Boden der Tragschale (4) ist.
2. Magazin nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
in der Halteposition (7) zwischen dem ersten Bereich der Halteklappe (8) und einem
ersten Bereich der Patrone (16) eine erste Auflagefläche ausgebildet ist, wobei in
der Halteposition (7) zwischen dem zweiten Bereich der Halteklappe (10) und einem
zweiten Bereich der Patrone (17) eine zweite Auflagefläche ausbildet ist.
3. Magazin nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Halteklappe (5.1, 5.2) einen ersten teilzylindrischen Bereich (8) mit einem ersten
Radius (9) und einen zweiten teilzylindrischen Bereich (10) mit einem zweiten Radius
(11) aufweist, wobei der zweite Radius (11) kleiner als der erste (9) ist.
4. Magazin (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Summe der Auflageflächen der zumindest einen Halteklappe (5.1, 5.2) mindestens
35% der Oberfläche der Patrone (15) beträgt.
5. Magazin (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Halteklappe (5.1, 5.2) einen Übergangsbereich (12) aufweist, welcher zwischen
dem ersten (8) und dem zweiten Bereich (10) ausgebildet ist, wobei in der Halteposition
(7) zwischen dem Übergangsbereich (12) der Halteklappe und einem Übergangsbereich
der Patrone (18) eine dritte Auflagefläche ausgebildet ist.
6. Magazin (1) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Übergangsbereich (12) der Halteklappe teilkonisch ausgeführt ist.
7. Magazin (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Tragschale (4) zylindersegmentförmig mit einem Öffnungswinkel kleiner als 180°
ausgebildet ist.
8. Magazin (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwei Halteklappen (5.1, 5.2) spiegelsymmetrisch an der Tragschale (4) angeordnet sind,
wobei die Schwenkachsen der beiden Halteklappen (5.1, 5.2) parallel zu einer Patronenachse
verlaufen.
9. Magazin (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Drehfeder (14.1, 14.2) an der Halteklappe (5.1, 5.2) angeordnet ist, um die Halteklappe
(5.1, 5.2) in der Halteposition (7) zu halten.
10. Magazin (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Halteklappe (5.1, 5.2) eine Gesamtlänge aufweist, welche größer als die Länge
der Patrone (15) ist.
11. Magazin (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Bereich (8) der Halteklappe (5.1, 5.2) eine Länge aufweist, welche mindestens
20 bis 30% der Gesamtlänge der Halteklappe (5.1, 5.2) beträgt.