[0001] Die Erfindung betrifft ein Hebelsystem zur Kraftübertragung für eine Mahlwalze gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Hebelsysteme dieser Art werden insbesondere in Wälzmühlen beziehungsweise Vertikalmühlen
zur Zerkleinerung von Mahlgütern wie Zementklinker oder Kohlen eingesetzt. Im Hinblick
auf derartige Vertikalmühlen wird zum Beispiel auf
WO 2005/028112 A1
[0003] hingewiesen. Eine weitere derartige Vertikalmühle ist aus JPH0716483A bekannt. Auch
in den Figuren 6 und 7 ist ein Beispiel derartiger Hebelsysteme 50 gezeigt. Die perspektivische
Seitenansicht nach Fig. 6 zeigt eine konische Mahlwalze 51, die im Betrieb mit ihrer
Mahlfläche auf einem zu zerkleinernden Mahlgut kraft- und reibschlüssig abrollt. Ein
hinreichend bekannter Mahlteller mit darauf gefördertem Mahlgut ist in den Figuren
6, 7 nicht dargestellt.
[0004] Das bisher üblicherweise eingesetzte Hebelsystem 50 hat eine nach oben ragende Schwinghebelgabel
53, die auf einer Schwinghebelachse 54 gelagert ist und mit einem L-förmigen zentralen
Schwinghebel 52 im Betrieb fest verbunden ist. Der zentrale Schwinghebel 52 nimmt
hierbei die Achse der Mahlwalze 51 auf, die auf dem zum Mahlteller weisenden Ende
gelagert ist.
[0005] Die nach unten verlaufende und leicht in Richtung Mühlenmitte gebogene Schwinghebelgabel
53 ist am unteren Ende beidseitig mit jeweils einem Hydraulikzylinder 56, 57 über
Gelenkaugen 67 verbunden. Diese Hydraulikzylinder 56, 57 bilden zusammen mit den Pumpeneinheiten
63 und Speichereinheiten 64 das hydropneumatische Federungssystem für die Mahlwalze
51. Um die Druckkräfte der Mahlwalze 51 auf das entsprechende Mahlgut zu erhöhen,
wirken die Hydraulikzylinder mit ihren Kolbenstangen und der Verbindung über die Gelenkaugen
67 mit Zugkräften auf den Schwinghebel 53 und damit auf die Mahlwalze, wobei insbesondere
Risse und Brüche durch die auftretenden Kräfte im Schwinghebel auftreten können.
[0006] In ihrer bisherigen Ausführung sind die bekannten Hebelsysteme in Mühlenständern
60 aus Stahl integriert, so dass bei einer Vertikalmühle mit vier Mahlwalzen vier
Mühlenständer 60 mit entsprechenden Hebelsystemen 50 im gleichen Abstand um den Mahlteller
der Vertikalmühle angeordnet sind.
[0007] Nachteilig bei diesem bekannten Hebelsystem ist der relativ große Aufwand und die
hohen Kosten, die, insbesondere durch eine gegossene Schwinghebelgabel und die Auslegung
des hydropneumatischen Federungssystems, entstehen. Auch das bisher eingesetzte Prinzip
der Zugbeaufschlagung des Schwinghebels zur Erhöhung der Druckkräfte auf die Mahlwalze
ist verbesserungsbedürftig. Im Falle einer erforderlichen Demontage der Schwinghebelgabel
53 bedarf es auf Grund des üblicher Weise notwendigen Ausbohrens der Schwinghebelachse
54 eines erheblichen Arbeitsaufwandes. Ebenso erscheint die Zugänglichkeit und Handhabung
der im Mühlenständer integrierten Baugruppen bisheriger Hebelsysteme verbesserungsbedürftig.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es daher, Nachteile bisheriger Hebelsysteme für Mahlwalzen
zu überwinden und dabei kostengünstiger sowie montage- und instandhaltungsfreundlicher
zu sein.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Hebelsystem zur Kraftübertragung auf
eine Mahlwalze durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0010] Ein wesentlicher Kerngedanke kann darin gesehen werden, dass man von einer bisher
eingesetzten Schwinghebelgabel zur Kraftübertragung auf die Mahlwalze abgeht und stattdessen
am zentralen Schwinghebel einen außermittig angeordneten Seitenhebel vorsieht, der
einen sich entgegengesetzt zur Mahlwalze erstreckenden Hebelarm aufweist, an dessen
Ende die Kraftkopplung mit der Kolbenstange eines Hydraulikzylinders vorgesehen ist.
Hierbei ist die Anordnung zwischen dem Hydraulikzylinder und dem Ende des Seitenhebels
derart realisiert, dass die Kolbenstange des Hydraulikzylinders im Wesentlichen senkrecht
auf das von der Mahlwalze abgewandte Ende des Hebelarms des Seitenhebels einwirken
kann.
[0011] Im Hinblick auf die Ausschwenkbarkeit der Mahlwalze von ihrer normalen Betriebsstellung
im Bereich der Mahlbahn der Mühle in eine etwa vertikale Stellung der Mahlwalzenachse
für Wartungs- oder Reparaturzwecke, ist der Seitenhebel vom zentralen Schwinghebel
leicht abkoppelbar und ankoppelbar angeordnet.
[0012] Weiterhin geht man den Weg, die Schwinghebelachse und den Hydraulikzylinder auf einem
Lagersockel, insbesondere auf einem gestuften Betonsockel, zu platzieren. Hierdurch
erreicht man einen relativ kostengünstigen Lagerbock für die Schwinghebelachse und
den Hydraulikzylinder, wobei diese relativ offene Anordnung Verbesserungen im Hinblick
auf Instandhaltung, Montage und Demontage von Baugruppen mit sich bringt, anstelle
das Hebelsystem in einen weitgehend geschlossenen Mühlenständer zu integrieren und
wesentliche Baugruppen und Module außerhalb von tragenden Strukturen mit besserer
Zugänglichkeit zu platzieren.
[0013] Das Hebelsystem gemäß der Erfindung kann auch als Kipphebel-Konzept bezeichnet werden,
da der Seitenhebel mittels des Hydraulikzylinders weitgehend senkrecht beziehungsweise
vertikal kraftbeaufschlagt wird. Dies erlaubt es auch die auf das Mahlgut im Betrieb
einwirkende Mahlkraft, welche aus einer Kombination der Gewichtskraft der Mahlwalze
und der zusätzlich vom Hydraulikzylinder erzeugten hydraulischen Kraft besteht, in
relativ einfacher Weise zu ändern. Der Hydraulikzylinder wird hierbei bevorzugt auf
einem Betonsockel des Mühlenunterteils angeordnet. Diese Anordnung des Hydraulikzylinders
mit Ankopplung an den Seitenhebel und den zentralen Schwinghebel erlaubt eine Arbeitsweise
im Mahlbetrieb als Druckzylinder, im Gegensatz zu den meisten konventionellen Mühlen,
bei denen der Zylinder kolbenstangenseitig mit Druck beaufschlagt wird und somit als
Zugzylinder arbeitet.
[0014] Aufgrund der Beaufschlagung der unteren, kolbenseitigen Zylinderkammer des Hydraulikzylinders
im Mahlbetrieb kann der Hydraulikzylinder entsprechend den Verhältnissen der Kolbenfläche
zur kolbenstangenseitigen Fläche bei dieser entsprechenden Anordnung kleiner und kostengünstiger
gebaut werden.
[0015] Weiterhin werden durch die weitgehend senkrechte Anordnung des Hydraulikzylinders
und seiner Kolbenstange, Querkräfte auf die Kolben, Kolbenstangenführungen und Kolben
und deren Dichtungen vermieden, welche bei der bisherigen konventionellen, geneigten
Anordnung des/der Hydraulikzylinder zu Schäden an diesen Elementen führen konnten.
Die erfindungsgemäße Auslegung und Anordnung bringt daher eine geringere Belastung
des Kolbens des Hydraulikzylinders mit sich, sodass der Hydraulikzylinder einfacher
und weniger belastbar ausgelegt werden kann.
[0016] Das erfindungsgemäße Konzept verringert auf diese Weise auch das Ausfallrisiko der
gesamten Mühle aufgrund eines Schadens an den genannten Baugruppen.
[0017] Obwohl man durch die außermittige Anordnung des Seitenhebels eine ungleichmäßige
Belastung der beiden Lager der Schwinghebelachse im Lagerbock mitberücksichtigen muss,
wird erfindungsgemäß diese Ungleichmäßigkeit dadurch ausgeglichen, dass das Lager
auf der Seite des Seitenhebels größer ausgelegt wird als das dem Seitenhebel gegenüberliegende
Lager, das insbesondere in kleineren kostengünstigeren Abmessungen ausgeführt werden
kann als das direkte Lager für den Seitenhebel. Beide Lager sind bevorzugt als Wälzlager
ausgebildet.
[0018] Aufgrund der Anordnung und Ausrichtung des Hydraulikzylinders auf einem Betonsockel
besteht vorteilhafterweise auch die Möglichkeit, die notwendigen Pumpen- und Speichereinheiten
für das entsprechende Federungssystem der Mühle ortsnah, das heißt eng benachbart
zum Hydraulikzylinder auf dem Betonsockel zu positionieren. Für diese jeweilige kurze
hydraulische Verbindung zwischen den Pumpen- und Speichereinheiten einerseits und
dem Hydraulikzylinder andererseits können aufgrund der ortsnahen Aufstellung flexible
Hochdruckschläuche eingesetzt werden, wodurch Montagezeiten als auch Komponentenkosten
deutlich gesenkt werden.
[0019] Das erfindungsgemäße Hebelsystem und die ortsnahe Anordnung von essentiellen Baugruppen,
wie Hydraulikzylinder, Seitenhebel und Pumpen- und Speichereinheiten zueinander, zielt
auch darauf ab, eine vereinfachte Bauweise einer gesamten Mühle zu realisieren, indem
jedem einzelnen Walzenmodul auch ein eigenes Hebel- und Hydrauliksystem zugeordnet
wird, so dass aufwändige Rohrleitungsverbindung zwischen gegenüberliegenden Mahlwalzen
vermieden werden können.
[0020] Ein Ausgleich der Walzenkräfte von gegenüberliegenden Mahlwalzen im Betrieb einer
Wälzmühle und das Erreichen einer nahezu gleichmäßigen Belastung von Gleitlagern,
insbesondere des Axial-Gleitlagers, des unterhalb eines Mahltellers einer Mühle platzierten
Getriebes, wird beim vorliegenden Konzept mittels einer elektronischen Regelung der
Walzenkräfte durchgeführt, so dass die Mühlenfederung jedes einzelnen Walzenmoduls
elektronisch rasch geregelt werden kann.
[0021] Das erfindungsgemäße Hebelsystem ist auch so konzipiert, dass ein relativ leichtes
Ausschwenken der Mahlwalze von einer Betriebsstellung im Bereich der Mahlbahn in eine
weitgehend vertikale, hochgekippte Stellung, durchgeführt werden kann.
[0022] Hierzu wird in dem zum Seitenhebel freien seitlichen Bereich des zentralen Schwinghebels
eine separate Einheit mit Hydraulikzylinder und Kolbenstange auf dem Betonsockel angeordnet.
Auf der freien Seite des Hebelsystems wird hierzu ein Hydraulikzylinder mit längerer
Kolbenstange vorgesehen, deren oberes Ende am zentralen Schwinghebel direkt oder indirekt
befestigt wird, während der untere Fußblock des Hydraulikzylinders auf dem Betonsockel
oder einem abgestuften etwas tieferen Bereich, angelenkt wird. Nach Lösen eines Befestigungsflansches
des Seitenhebels mit dem zentralen Schwinghebel ist es dann möglich, bei Betätigung
des Ausschwenk-Hydraulikzylinders die Mahlwalze anzuheben und mindestens bis zu einer
vertikalen Stellung aus- und hochzuschwenken.
[0023] In einer Weiterbildung der Erfindung wird der Seitenhebel zweckmäßigerweise in einer
Dreieck-Form oder L-Form konzipiert, wobei sein längerer Schenkel in Kraftkopplung
mit dem Hydraulikzylinder steht und etwa parallel zur Walzenachse ausgerichtet ist.
Hierbei ist mit einer etwa parallelen Anordnung auch ein Winkel von 10° bis 15° zwischen
dem längeren L-Schenkel und der Längsachse der Walzenachse zu verstehen.
[0024] Am Endbereich des kürzeren L-Schenkels des Seitenhebels wird zweckmäßigerweise eine
kraftschlüssige und/oder flanschartige Befestigung mit dem zentralen Schwinghebel
vorgesehen. So kann eine formschlüssige Verbindung zwischen dem Seitenhebel und dem
zentralen Schwinghebel geschaffen werden. Es bedarf daher nur noch einer einfachen
und einseitigen Lösung der entsprechenden Befestigung, um ein Ausschwenken der Mahlwalze
zu erreichen, so dass sich der Aufwand der Demontage dieser Verbindungselemente, im
Vergleich zu einer beidseitigen Anordnung am Schwinghebel, erheblich verringert.
[0025] Des Weiteren ermöglicht die außermittige Anordnung des Seitenhebels und des entsprechenden
Hydraulikzylinders eine bessere Zugänglichkeit für die Ankopplung eines separaten
Ausschwenk-Hydraulikzylinders für das Ausschwenken der Mahlwalze und bei Wartungsarbeiten
in diesem Bereich.
[0026] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines schematischen Ausführungsbeispieles noch
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Hebelsystems von außen in Richtung eines Mahltellers
einer Wälzmühle, wobei nur ein einzelnes Modul einer Mahlwalze mit Hebelsystem gezeigt
ist;
- Fig. 2
- das Beispiel des Hebelsystems nach Fig. 1 in seitlicher perspektivischer Ansicht,
sozusagen aus dem Inneren einer Wälzmühle;
- Fig. 3
- eine vereinfachte Schnittdarstellung entlang der Linie S-S nach Fig. 1 im Bereich
der entsprechenden Schwinghebelachse in Richtung zum Mahlteller;
- Fig. 4
- das Beispiel nach Fig. 1 mit angebautem Ausschwenk-Hydraulikzylinder in einem dem
Seitenhebel gegenüberliegenden freien Bereich;
- Fig. 5
- das Beispiel nach Fig. 4 mit angebautem ausgeschwenkter Mahlwalze in eine vertikale
Stellung;
- Fig. 6
- das Beispiel eines Hebelsystems nach dem Stand der Technik mit einer Schwinghebelgabel
und der Anordnung von zwei Hydraulikzylindern zu deren Betätigung, mit Aufnahme innerhalb
eines Mühlenständers, und
- Fig. 7
- das Beispiel nach Fig. 6 gemäß dem Stand der Technik in perspektivischer Ansicht aus
dem Inneren des Gehäuses einer Wälzmühle nach außen.
[0027] In Fig. 1 ist in perspektivischer Ansicht in Richtung eines entsprechenden Mahltellers
4 ein Hebelsystem 1 gemäß der Erfindung schematisch dargestellt. Eine konische Mahlwalze
3, die im Betrieb auf zu zerkleinerndem Mahlgut kraft- und reibschlüssig abrollt,
ist mit ihrer Walzenachse 6 in einem zentralen Schwinghebel 10 geführt.
[0028] Der zentrale Schwinghebel 10 ist über eine Schwinghebelachse 9 in einem U-förmigen
Lagerbock 12 angeordnet, der im Beispiel auf einem gestuften Betonsockel 25 befestigt
ist.
[0029] In der perspektivischen Seitenansicht auf das Hebelsystem 1 nach Fig. 2 ist im linken
Seitenbereich des zentralen Schwinghebels 10 ein Seitenhebel 11 einerseits über eine
flanschartige Befestigung 14 fest angebracht, wobei der Seitenhebel 11 im unteren
Bereich auf der Schwinghebelachse 9 gelagert ist.
[0030] Der etwa dreieckförmig beziehungsweise L-förmig ausgebildete Seitenhebel 11 weist
mit seinem längeren Schenkel der L-Form in die entgegengesetzte Richtung zur Mahlwalze
3 beziehungsweise deren Mahlwalzenachse 6. Zur Kraftbeaufschlagung des Seitenhebels
11 ist im Endbereich des Hebelarmes 13 ein Befestigungsauge 18 vorgesehen, über das
eine Kolbenstange 16 eines Hydraulikzylinders 15 mit dem Seitenhebel 11 in Eingriff
steht.
[0031] Der Hydraulikzylinder 15 ist mit einem Fußblock 19 auf dem Bereich des Sockels 24
des Betonblockes befestigt.
[0032] Des Weiteren ist in geringem Abstand beziehungsweise ortsnah zum Hydraulikzylinder
15 eine Speichereinheit 17, die über entsprechende Hochdruckschläuche mit dem Hydraulikzylinder
15 und dessen Zylinderkammern in Verbindung steht, angeordnet. Eine der Speichereinheit
17 zugeordnete Pumpeneinheit ist in Fig. 1 nicht dargestellt. Die Pumpen- und Speichereinheit
17 bildet zusammen mit dem beidseitig beaufschlagbaren Hydraulikzylinder 15 ein hydropneumatisches
Federungssystem für die Mahlwalze 3. Andererseits ermöglicht die dargestellte Anordnung
zwischen dem Hydraulikzylinder 15, der Kolbenstange 16 und der weitgehend senkrechten
Anordnung zum Hebelarm 13 des Seitenhebels 11, die Arbeitsweise des Hydraulikzylinders
15 als Druckzylinder, so dass darüber im Mahlbetrieb auch die erforderliche aufzubringende
hydraulische Kraft auf die Mahlwalze und das Mahlgut auf dem Mahlteller4 sichergestellt
werden kann.
[0033] Da der Seitenhebel 11 außermittig und nur auf einer Seite des zentralen Schwinghebels
10 angebracht ist, verbleibt auf der anderen Seite ein freier seitlicher Bereich 27,
in dem, wie in Figuren 4 und 5 dargestellt, ein Ausschwenk-Hydraulikzylinder 30 angeordnet
werden kann.
[0034] In Fig. 3 ist vereinfacht und schematisch eine Schnittdarstellung entsprechend der
Linie S-S nach Fig. 1 gezeigt. Aufgrund der außermittigen Anordnung des Seitenhebels
11 auf der linken Seite des zentralen Schwinghebels 10 ist das entsprechende Lager
21, das bevorzugt ein Wälzlager ist, etwas größer ausgebildet als das auf der rechten
Seite vorgesehene Lager 22, wobei mittels beider Lager 21, 22 die Gewichtskräfte der
Mahlwalze 3, deren Walzenachse 6 und des zentralen Schwinghebels 10 einschließlich
der des Seitenhebels 11 auf die Schwinghebelachse 9 und nachfolgend in den Lagerbock
12 übertragen werden.
[0035] In Fig. 4 ist eine perspektivische Seitenansicht auf das Hebelsystem 1 nach Fig.
1 dargestellt, wobei in dieser Figur ein Ausschwenk-Hydraulikzylinder 30 von einem
auf dem Betonsockel 25 befestigten Fußblock 34 ausgehend mit seiner Kolbenstange 31
bis zu einem Kopfblock 33 reicht. Dieser Kopfblock 33 greift rotativ an eine Koppelplatte
32 an, die starr am zentralen Schwinghebel 10 fixiert ist.
[0036] Sollte es daher erforderlich werden, die Mahlwalze 3 aus der in Fig. 4 gezeigten
Stellung in eine weitgehend vertikale Ausschwenkstellung, wie in Fig. 5 gezeigt, zu
verschwenken, so bedarf es im Beispiel nach Fig. 4 einer Kraftbeaufschlagung des Ausschwenk-Hydraulikzylinders
30 in der Art, dass die Kolbenstange 31 in den Zylinder eingezogen wird. Durch diesen
Bewegungsvorgang wird, wie in Fig. 5 gezeigt, die Mahlwalze 3 aus ihre zu einem Mahlteller
4 geneigten Position (Fig. 4) in eine aus dem Gehäuse einer Wälzmühle ausgeschwenkten
Position nach Fig. 5 herausgeschwenkt. Diese weitgehend vertikale Ausschwenkposition
der Mahlwalze 3 wird insbesondere zu Wartungs- oder Reparaturzwecken an der Mahlwalze
3 oder der gesamten Wälzmühle eingenommen.
[0037] Das erfindungsgemäße Konzept mit der außermittigen Anordnung des Seitenhebels 11
und die weitgehend senkrechte Krafteinkopplung des Hydraulikzylinders 15 mit Kolbenstange
16 ermöglichen einerseits eine relativ einfache und sichere Druckbeaufschlagung der
Mahlwalze 3.
[0038] Andererseits wird gegenüber dem Seitenhebel 11 ein freier seitlicher Bereich 27 geschaffen,
in dem ein Ausschwenk-Hydraulikzylinder 30 zum Ausschwenken der Mahlwalze 3 relativ
einfach und schnell angeordnet werden kann, wobei auch die Montage und Demontage dieser
Baugruppen auf dem offenen Betonsockel 25 gut gehandhabt werden kann, da die Integration
des gesamten Hebelsystems in einen weitgehend geschlossenen Mühlenständer, wie es
herkömmlich der Fall ist, nicht genutzt wird.
[0039] Darüber hinaus führt das Abgehen von einer bisher eingesetzten Schwinghebelgabel,
speziell aus Gussmaterial, und stattdessen einen Seitenhebel, gegebenenfalls aus einer
Stahlplatte, einzusetzen, zu einer beachtlichen Kostenreduzierung.
1. Hebelsystem (1) zur Kraftübertragung für eine Mahlwalze (3),
mit einem zentralen Schwinghebel (10) mit einer Schwinghebelachse (9), die auf einem
Lagerbock (12) gelagert ist, und
mit einem Hydraulikzylinder (15) mit Kolbenstange (16) zur Kraftbeaufschlagung des
Schwinghebels (10),
wobei am zentralen Schwinghebel (10) ein außermittig und nur auf einer Seite des zentralen
Schwinghebels (10) angeordneter Seitenhebel (11) vorgesehen ist,
wobei der Seitenhebel (11) einen sich entgegengesetzt zur Mahlwalze (3) erstreckenden
Hebelarm (13) aufweist, und
wobei eine Kraftkopplung zwischen dem Hebelarm (13) des Seitenhebels (11) und der
Kolbenstange (16) des Hydraulikzylinders (15) vorgesehen ist.
2. Hebelsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hydraulikzylinder (15) derart angeordnet ist, dass eine im Wesentlichen senkrecht
wirkende Kraftkopplung mit dem Hebelarm (13) des Seitenhebels (11) erreichbar ist.
3. Hebelsystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Seitenhebel (11) vom zentralen Schwinghebel (10) abkoppelbar und ankoppelbar
angeordnet ist.
4. Hebelsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Lagerbock (12) der Schwinghebelachse (9) und der Hydraulikzylinder (15) auf einem
Lagersockel, insbesondere auf einem gestuften Betonsockel (25), vorgesehen sind.
5. Hebelsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hydraulikzylinder (15) druckbeaufschlagt auf den Seitenhebel (11) und die Mahlwalze
(3) wirkt.
6. Hebelsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schwinghebelachse (9) mittels zweier unterschiedlicher Lager (21, 22) gelagert
ist, und
dass das Lager (21) auf der Seite des Seitenhebels (11) größer ausgelegt ist als das dazu
entgegengesetzte Lager (22).
7. Hebelsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Ausschwenken der Mahlwalze (3) in dem zum Seitenhebel (11) freien seitlichen
Bereich (27) eine separate Einheit mit Hydraulikzylinder (30) und Kolbenstange (31)
auf dem Lagersockel (24, 25) anordenbar ist.
8. Hebelsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die für die Hydraulik erforderliche Pumpen- und Speichereinheit (17) ortsnah zum
Hydraulikzylinder (15), insbesondere auf dem gestuften Betonsockel (25), anordenbar
ist.
9. Hebelsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Seitenhebel (11) etwa eine Dreieck-Form oder L-Form aufweist und sein längerer
Schenkel in Kraftkopplung mit dem Hydraulikzylinder (15) steht und etwa parallel zur
Walzenachse (6) ausgerichtet ist.
10. Hebelsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Endbereich des kürzeren L-Schenkels des Seitenhebels (11) eine flanschartige Befestigung
(14) mit dem zentralen Schwinghebel (10) vorgesehen ist.
1. Lever system (1) for force transmission for a grinding roller (3),
with a central rocking lever (10) having a rocking lever axis (9) that is supported
on a bearing block (12), and
with a hydraulic cylinder (15) having a piston rod (16) for the application of force
to the rocking lever (10),
wherein
on the central rocking lever (10) an eccentrically and only on one side of the central
rocking lever (10) arranged side lever (11) is provided,
wherein
the side lever (11) has a lever arm (13) extending in the opposite direction to the
grinding roller (3) and
wherein
a force coupling is provided between the lever arm (13) of the side lever (11) and
the piston rod (16) of the hydraulic cylinder (15).
2. Lever system according to claim 1,
characterized in that
the hydraulic cylinder (15) is arranged such that a substantially perpendicularly
effective force coupling to the lever arm (13) of the side lever (11) can be achieved.
3. Lever system according to claim 1 or 2,
characterized in that
the side lever (11) is arranged in a manner that it can be uncoupled from and coupled
to the central rocking lever (10).
4. Lever system according to any one of claims 1 to 3,
characterized in that
the bearing block (12) of the rocking lever axis (9) and the hydraulic cylinder (15)
are provided on a bearing pedestal, in particular on a stepped concrete pedestal (25).
5. Lever system according to any one of claims 1 to 4,
characterized in that
the hydraulic cylinder (15) acts in a pressurized manner onto the side lever (11)
and the grinding roller (3).
6. Lever system according to any one of claims 1 to 5,
characterized in that
the rocking lever axis (9) is supported by means of two different bearings (21, 22)
and
in that the bearing (21) on the side of the side lever (11) is designed larger than the bearing
(22) opposite thereto.
7. Lever system according to any one of claims 1 to 6,
characterized in that
to swing out the grinding roller (3) a separate unit with hydraulic cylinder (30)
and piston rod (31) can be arranged on the bearing pedestal (24, 25) in the free lateral
region (27) with respect to the side lever (11).
8. Lever system according to any one of claims 1 to 7,
characterized in that
the pump and accumulator unit (17) required for the hydraulics can be arranged locally
close to the hydraulic cylinder (15), in particular on the stepped concrete pedestal
(25).
9. Lever system according to any one of claims 1 to 8,
characterized in that
the side lever (11) is of approximately triangular shape or L-shape and its longer
leg is force-coupled to the hydraulic cylinder (15) and aligned approximately parallel
to the roller axis (6).
10. Lever system according to any one of claims 1 to 9,
characterized in that
in the end region of the shorter L-leg of the side lever (11) a flange-like fastening
(14) to the central rocking lever (10) is provided.
1. Système de levier (1) pour transmission de force pour un cylindre de broyage (3),
avec un levier oscillant central (10) doté d'un axe de levier oscillant (9) qui est
monté sur un palier de support (12) et
avec un vérin hydraulique (15) doté d'une tige de piston (16) pour appliquer la force
du levier oscillant (10),
dans lequel sur le levier oscillant central (10) est prévu un levier latéral (11)
excentré disposé sur un seul côté du levier oscillant central (10),
dans lequel le levier latéral (11) présente un bras de levier (13) s'étendant à l'opposé
du cylindre de broyage (3) et
dans lequel un couplage de force est prévu entre le bras de levier (13) du levier
latéral (11) et la tige de piston (16) du vérin hydraulique (15).
2. Système de levier selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le vérin hydraulique (15) est disposé de sorte qu'un couplage de force agissant sensiblement
verticalement avec le bras de levier (13) du levier latéral (11) peut être obtenu.
3. Système de levier selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
le levier latéral (11) du levier oscillant central (10) est disposé de façon à pouvoir
être désaccouplé et accouplé.
4. Système de levier selon une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
le palier de support (12) de l'axe de levier oscillant (9) et le vérin hydraulique
(15) sont prévus sur un socle de support, en particulier sur un socle en béton étagé
(25).
5. Système de levier selon une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
le vérin hydraulique (15) agit sur le levier latéral (11) et le cylindre de broyage
(3) lorsqu'il est comprimé.
6. Système de levier selon une des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
l'axe de levier oscillant (9) est monté au moyen de deux paliers différents (21, 22)
et que le palier (21) du côté du levier latéral (11) est plus gros que le palier opposé
(22).
7. Système de levier selon une des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce que
pour faire basculer le cylindre de broyage (3) dans la zone latérale (27) libre par
rapport au levier latéral (11), une unité séparée avec un vérin hydraulique (30) et
une tige de piston (31) peut être disposée sur le socle de montage (24, 25).
8. Système de levier selon une des revendications 1 à 7,
caractérisé en ce que
l'unité de pompage et de stockage (17) peut être disposée près du vérin hydraulique
(15), en particulier sur le socle en béton étagé (25).
9. Système de levier selon une des revendications 1 à 8,
caractérisé en ce que
le levier latéral (11) présente sensiblement une forme triangulaire ou une forme de
L et que sa branche la plus longue est en couplage de force avec le vérin hydraulique
(15) et est orientée sensiblement parallèlement à l'axe de cylindre (6).
10. système de levier selon une des revendications 1 à 9,
caractérisé en ce que
dans la zone d'extrémité de la branche la plus courte du L du levier latéral (11)
est prévue une fixation (14) en forme de bride avec le levier oscillant central (10).