(19)
(11) EP 3 871 777 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
01.09.2021  Patentblatt  2021/35

(21) Anmeldenummer: 20159298.7

(22) Anmeldetag:  25.02.2020
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B02C 13/14(2006.01)
B02C 13/284(2006.01)
B02C 23/30(2006.01)
B02C 13/28(2006.01)
B02C 13/16(2006.01)
B02C 23/16(2006.01)
B02C 13/288(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71) Anmelder: Aumund Fördertechnik GmbH
47495 Rheinberg (DE)

(72) Erfinder:
  • AUMUND, Franz Walter
    47198 Duisburg (DE)

(74) Vertreter: Feucker, Max Martin et al
Becker & Müller Patentanwälte Turmstraße 22
40878 Ratingen
40878 Ratingen (DE)

 
Bemerkungen:
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
 


(54) VORRICHTUNG ZUM AUFBEREITEN EINES AUS ERSATZBRENNSTOFF UND STÖRSTOFF BESTEHENDEN MATERIALGEMISCHS


(57) Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufbereiten eines aus Ersatzbrennstoff und Störstoff bestehenden Materialgemischs, aufweisend eine vertikal ausgerichtete zentrale Zuführung (1), eine unterhalb der zentralen Zuführung (1) angeordnete Trenneinrichtung (2), eine Rotormühle (3), wobei die Rotormühle (3) oberhalb der Trenneinrichtung (2) angeordnet ist und die zentrale Zuführung (1) umgibt, eine Strömungseinrichtung (4) zur Erzeugung eines nach oben gerichteten Gasstroms, wobei die Rotormühle (3) mehrere vertikal und in Umfangsrichtung versetzt zueinander angeordnete Werkzeuge (8a, 8b) aufweist.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbereiten eines aus Ersatzbrennstoff und Störstoff bestehenden Materialgemischs, welches in der Vorrichtung gesichtet, zerkleinert und getrocknet wird.

[0002] Der auch als Sekundärbrennstoff bezeichnete Ersatzbrennstoff umfasst insbesondere feste Abfälle, welche zusammen mit konventionellen Brennstoffen vor allem in Zement-, Kalk-, Braunkohle- oder Industriekraftwerken sowie in Müllverbrennungsanlagen oder als alleiniger Brennstoff in Ersatzbrennstoff-Kraftwerken eingesetzt werden kann. Der beispielsweise aus Gewerbeabfällen und/oder Hausmüll bestehende feste Abfall weist in der Regel nach einer Grobzerkleinerung noch Störstoffe, wie Glas oder Metalle, auf. Es ist daher bekannt, nach der Grobzerkleinerung eine Separierung vorzunehmen und den Ersatzbrennstoff gegebenenfalls weiter zu zerkleinern.

[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung anzugeben, mit der sowohl eine Separierung der Störstoffe vom Ersatzbrennstoff möglich ist als auch der Ersatzbrennstoff mit einer unterschiedlichen mittleren Größe der Ersatzbrennstoffpartikel erzeugt werden kann.

[0004] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs. Vorteilhafte Weiterbildungen der Vorrichtung sind in den abhängigen Ansprüchen und in der Beschreibung angegeben, wobei einzelne Merkmale der vorteilhaften Weiterbildungen in technisch sinnvoller Weise miteinander kombinierbar sind.

[0005] Gelöst wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung zum Aufbereiten eines aus Ersatzbrennstoff und Störstoff bestehenden Materialgemischs, aufweisend eine vertikal ausgerichtete zentrale Zuführung, eine unterhalb der zentralen Zuführung angeordnete Trenneinrichtung, eine Rotormühle, wobei die Rotormühle oberhalb der Trenneinrichtung angeordnet ist und die zentrale Zuführung umgibt, und eine Strömungseinrichtung zur Erzeugung eines nach oben gerichteten Gasstroms, wobei das Materialgemisch in die Zuführung einführbar ist und nach der Einführung in die Zuführung zu der Trenneinrichtung absinkt, wobei der Störstoff in der Trenneinrichtung zumindest teilweise als eine Störstofffraktion aus dem Materialgemisch abgeschieden wird und das von den abgeschiedenen Störstoffen getrennte Materialgemisch mit dem Gasstrom zu der Rotormühle aufsteigt, wobei das aufsteigende Materialgemisch in der Rotormühle zerkleinert wird. Es ist zudem vorgesehen, dass die Rotormühle mehrere vertikal und in Umfangsrichtung versetzt zueinander angeordnete Werkzeuge aufweist.

[0006] Das Materialgemisch kann beispielsweise über einen Trichter oder eine andere Aufgabevorrichtung in die Zuführung eingebracht werden, wobei die Zuführung vertikal ausgerichtet ist, so dass das in die Zuführung eingebrachte Materialgemisch in der Zuführung absinkt. Die Zuführung ist also innen hohl, so dass das Materialgemisch ungestört absinken kann. Beispielsweise kann die Zuführung durch ein Rohr (Hohlzylinder) ausgebildet sein.

[0007] Unterhalb der zentralen Zuführung ist eine Trenneinrichtung angeordnet, die beispielsweise einen drehbar antreibbaren Streuteller umfasst. Die Trenneinrichtung ist insbesondere so ausgebildet, dass zumindest ein großer Anteil des Störstoffes aus dem Materialgemisch abgetrennt (gesichtet) werden kann, wobei die abgetrennten Störstoffe auf geeignete Weise aus der Vorrichtung entfernt werden können.

[0008] Zur Trennung/Sichtung ist eine Strömungseinrichtung vorgesehen, mittels derer zumindest im Bereich der Trenneinrichtung, insbesondere im Bereich des Streutellers der Trenneinrichtung, und der Rotormühle ein nach oben aufsteigender Gasstrom erzeugt werden kann. Die Strömungseinrichtung weist hierzu insbesondere mindestens einen bevorzugt im unteren Bereich der Vorrichtung angeordneten Gaseinlass auf und mindestens einen Auslass im oberen Bereich der Rotormühle. Als Gas kann beispielsweise erwärmte Luft eingesetzt werden.

[0009] Es ist hierbei insbesondere vorgesehen, dass das durch die zentrale Zuführung zugeführte Materialgemisch vom Streuteller in einen den Streuteller umgebenden Raum geschleudert wird, in dem der Gasstrom aufsteigt, wobei der aufsteigende Gasstrom möglichst nur den Ersatzbrennstoff mitnimmt, und ein Großteil des Störstoffes in dem den Streuteller umgebenden Raum absinkt. Mit dem Gasstrom erfolgt dann auch eine Trocknung des mitgenommenen Ersatzbrennstoffes .

[0010] Der von dem Gasstrom mitgenommene Ersatzbrennstoff (und gegebenenfalls nicht abgetrennter Störstoff) wird mit dem Gasstrom der Rotormühle zugeführt, die oberhalb der Trenneinrichtung (Streuteller) angeordnet ist. Der Ersatzbrennstoff wird in der Rotormühle durch Schlag-, Scher- und Prallkräfte zerkleinert. Die Rotormühle weist hierzu bevorzugt mindestens ein rotatorisch angetriebenes Werkzeug auf, das die Zerkleinerung des Ersatzbrennstoffes fördert.

[0011] Bevorzugt sind die Trenneinrichtung (und insbesondere deren Streuteller) und die Werkzeuge der Rotormühle gemeinsam um eine vertikal ausgerichtete Achse drehend (rotatorisch) antreibbar. Besonders bevorzugt ist gleichzeitig auch die Zuführung drehend antreibbar. Hierbei kann der Streuteller drehfest mit dem die Zuführung begrenzenden Element (beispielsweise Rohr) drehfest verbunden sein, wobei bevorzugt das zumindest eine Werkzeug der Rotormühle an einer Außenseite des in seinem Inneren die zentrale Zuführung ausbildenden Elements angebracht ist. Somit muss nur ein Antrieb zur Erzeugung der Drehbewegung vorgesehen sein. Der Antrieb ist insbesondere im unteren Bereich der Vorrichtung angeordnet und kann beispielsweise eine Drehbewegung mit 500 bis 1000, bevorzugt mit 700 bis 900 Umdrehungen/min erzeugen.

[0012] Die Erfindung sieht zudem vor, dass die Rotormühle (und insbesondere auch jede Stufe der Rotormühle) mehrere, insbesondere mehr als 10, bevorzugt mehr als 20 vertikal und in Umfangsrichtung versetzt zueinander angeordnete Werkzeuge aufweist. Durch diese sowohl in Umfangsrichtung als auch in vertikaler Richtung versetzte Anordnung der Werkzeuge wird eine höhere Verweilzeit des Materialgemischs und damit eine effektivere Zerkleinerung des Materialgemischs erreicht, sodass ein höherer Zerkleinerungsgrad erzielbar ist beziehungsweise die Rotormühle mit einer geringeren Höhe realisiert werden kann. Durch die höhere Verweilzeit wird aber auch eine bessere Trocknung des Materialgemischs erreicht.

[0013] In diesem Zusammenhang ist bevorzugt, wenn die Rotormühle einen zentral angeordneten und rotatorisch angetriebenen Hohlzylinder (der bevorzugt auch die zentrale Zuführung ausbildet) aufweist, an dessen Außenseite die Werkzeuge angebracht sind, wobei sich die Werkzeuge von der Außenseite des Hohlzylinders jeweils einzeln radial nach außen erstrecken. Die Werkzeuge sind also insbesondere länglich ausgebildete Elemente, die sich von dem Hohlzylinder nach außen erstrecken. Somit kann also insbesondere der gesamte Bereich zwischen der Außenseite des Hohlzylinders und einer dazu radial beabstandeten Begrenzung der Rotormühle von dem aufsteigenden Materialgemisch durchströmt werden, wobei in dem gesamten Bereich eine Wechselwirkung mit den Werkzeugen stattfinden kann.

[0014] Es kann dabei vorgesehen sein, dass eine Gruppe von Werkzeugen und/oder die meisten Werkzeuge flache Flügelelemente umfassen, die sich radial nach außen erstrecken. Die Flügelelemente sind mittelbar oder unmittelbar an der Außenseite des Hohlzylinders angebracht und sind in radialer Richtung wesentlich länger (mindestens dreimal, bevorzugt mindestens fünfmal) so lang wie ihre Breite. Zudem weisen die Flügelelemente eine Höhe auf, die geringer ist als ihre Breite, wobei die Flügelelemente mindestens doppelt, bevorzugt viermal so breit sind wie hoch. Es hat sich herausgestellt, dass mit solchen flügelartigen Elementen eine besonders effiziente Zerkleinerung des Materialgemischs möglich ist.

[0015] Eine weitere Verbesserung der Zerkleinerung kann dadurch erreicht werden, dass die Flügelelemente mit einem Winkel zu einer horizontalen Ebene angestellt sind. Bevorzugt beträgt der Anstellwinkel 3° bis 45°, besonders bevorzugt 5° bis 20° zu der horizontalen Ebene.

[0016] Es kann zudem vorgesehen sein, dass wenigstens ein Werkzeug oder eine Vielzahl von Werkzeugen, bevorzugt ein größter Teil der Werkzeuge ein plattenförmiges Prallelement umfasst, das an einem radialen Ende des Werkzeugs angeordnet ist, wobei das plattenförmige Prallelement insbesondere vertikal ausgerichtet ist. Mit einem solchen plattenförmigen Prallelement kann die Zerkleinerungseffizienz weiter erhöht werden.

[0017] Zudem kann vorgesehen sein, dass wenigstens ein Werkzeug ein Kratzelement umfasst, das radial außen an dem Werkzeug angeordnet ist und in Anlage mit einer den Mahlraum außen begrenzenden Wandung der Rotormühle bzw. der Stufe der Rotormühle ist, wobei die Wandung beispielsweise durch eine Gitteranordnung gebildet sein kann, die den Mahlraum von einem Ringraum trennt. Mit dem Kratzelement kann also eine Anlagerung von Partikeln des Materialgemischs an der Innenseite der Wandung verhindert bzw. gelöst werden.

[0018] Das plattenförmige Prallelement oder das Kratzelement können beispielsweise an einem radialen Ende des zuvor beschriebenen Flügelelements des Werkzeuges angebracht sein.

[0019] Es kann auch vorgesehen sein, dass wenigstens ein Werkzeug aus einem Draht gebildet ist, welcher an der Außenseite des Hohlzylinders angebracht ist. Als Draht wird insbesondere ein solches Element verstanden, welches sich von dem Hohlzylinder länglich nach außen erstreckt und dessen Breite und Höhe in etwa gleich ist. Der Draht hat bevorzugt eine kreisrunde Querschnittsgestaltung.

[0020] Bevorzugt ist in einem unteren Bereich der Rotormühle oder in einem unteren Bereich einer Stufe der Rotormühle eine Vielzahl (insbesondere mehr als 8, bevorzugt mehr als 16) von Werkzeugen angeordnet, die jeweils ein Flügelelement umfassen, während in einem oberen Bereich der Rotormühle oder in einem oberen Bereich einer Stufe der Rotormühle mehrere einen Draht umfassende Werkzeuge angeordnet sind.

[0021] Für eine besonders effiziente Zerkleinerung des Materialgemischs hat sich herausgestellt, dass eine Gruppe (mehr als 4) von Werkzeugen helixförmig (also auf einer Schraubenlinie) versetzt zueinander angeordnet sein können, wobei mehrere Gruppen von Werkzeugen in Umfangsrichtung hintereinander angeordnet sein können.

[0022] In einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Rotormühle mehrstufig ausgebildet ist, also mindestens und bevorzugt genau zwei oder drei Stufen, gegebenenfalls vier Stufen aufweist, wobei zwischen den Stufen der Rotormühle jeweils mindestens eine Trennvorrichtung (beispielsweise ein Sieb) angeordnet ist, wobei von der Trennvorrichtung nicht zurückgehaltenes Materialgemisch in der folgenden Stufe weiter zerkleinert wird, wobei insbesondere Partikel des hauptsächlich Ersatzbrennstoff enthaltenen Materialgemischs mit einer über der von der Trennvorrichtung vorgegebenen Partikelgröße in der vorhergehenden Stufe zurückgehalten werden, während Partikel des Materialgemischs mit einer kleineren Größe in die folgende Stufe gelangen können. In der folgenden Stufe der Rotormühle erfolgt dann eine weitere Zerkleinerung des Materialgemischs. Durch die Mehrstufigkeit der Rotormühle kann also mit einer Vorrichtung Ersatzbrennstoff mit unterschiedlicher mittlerer Partikelgröße bereitgestellt werden. Die aus der ersten Stufe abgezogene Fraktion des Materialgemischs kann beispielsweise eine mittlere Partikelgröße zwischen 60 und 200 mm aufweisen, während die aus der zweiten Stufe abgezogene Fraktion des Materialgemischs eine mittlere Partikelgröße von beispielsweise 10 bis 60 mm aufweisen kann.

[0023] In diesem Zusammenhang ist bevorzugt, wenn jeder Stufe der Rotormühle mindestens ein Auslass zugeordnet ist, über den das entsprechend zerkleinerte Materialgemisch, welches hauptsächlich oder bestenfalls ausschließlich Ersatzbrennstoff enthält, abgezogen werden kann.

[0024] Die zweite und auch gegebenenfalls jede weitere Stufe der Rotormühle sind insbesondere vertikal oberhalb der ersten bzw. vorhergehenden Stufe angeordnet, wobei bevorzugt die Werkzeuge jeder Stufe durch einen einzigen gemeinsamen Antrieb angetrieben werden.

[0025] Während es prinzipiell möglich ist, die Trennvorrichtung durch passende Trennverfahren zu realisieren, ist bevorzugt, wenn die Trennvorrichtung zwischen den Stufen der Rotormühle jeweils mindestens ein Sieb umfasst. Mit einem solchen Sieb ist eine einfache Trennvorrichtung gegeben.

[0026] In einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass ein Ringraum ausgebildet ist, der die erste Stufe der Rotormühle umgibt, wobei insbesondere eine als Sieb funktionierende Gitteranordnung zwischen dem äußeren Ringraum und den Werkzeugen der ersten Stufe der Rotormühle angeordnet ist. Das in der ersten Stufe der Rotormühle zerkleinerte Materialgemisch kann somit durch die Gitteranordnung in den Ringraum gelangen, aus welchem das zerkleinerte Materialgemisch durch den mindestens einen ersten Auslass abgezogen werden kann. Wenn eine Vielzahl (mehr als zwei) Stufen ausgebildet sind, kann auch jeder der ersten Stufe folgenden Stufe bis auf der letzten Stufe ein eigener Ringraum zugeordnet sein, der durch eine Gitteranordnung von den Werkzeugen der entsprechenden Stufe getrennt ist.

[0027] In diesem Zusammenhang kann auch vorgesehen sein, dass an einem radial äußeren Ende einiger Werkzeuge der (ersten Stufen der) Rotormühle Abstreifelemente, die auch als Kratzelemente bezeichnet werden können, ausgebildet sind, mit denen an der Gitteranordnung oder einer radialen Wandung der Rotormühle zurückgehaltene Partikel des Materialgemischs von der Gitteranordnung losgelöst werden können, sodass sie einer weiteren Zerkleinerung in der ersten oder der entsprechende Stufe zugeführt werden können.

[0028] Zudem kann vorgesehen sein, dass der Trennvorrichtung zwischen den Stufen der Rotormühle eine Säuberungseinrichtung zugeordnet ist, mit der das von der Trennvorrichtung zurückgehaltene Materialgemisch von der Trennvorrichtung gelöst werden kann. Somit kann das gelöste Materialgemisch einer weiteren Zerkleinerung in der vorhergehenden Stufe zugeführt werden, wozu beispielsweise auch eine Pulsation des Gasstromes möglich ist. Hierbei kann auch die Säuberungseinrichtung gemeinsam mit den Werkzeugen der vorhergehenden Stufe drehbar angetrieben werden, so dass eine fortlaufende Lösung des zurückgehaltenen Materialgemischs von der Trennvorrichtung möglich ist.

[0029] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden im Folgenden anhand der Figuren beispielhaft erläutert. Es zeigen schematisch
Figur 1:
eine Vorrichtung zum Aufbereiten eines aus Ersatzbrennstoff und Störstoff bestehenden Materialgemischs,
Figur 2:
eine Schnittdarstellung durch die Vorrichtung und
Figur 3:
eine Detailansicht der Vorrichtung.


[0030] Die in den Figuren dargestellte Vorrichtung zum Aufbereiten eines aus Ersatzbrennstoff und Störstoff bestehenden Materialgemischs weist eine vertikal ausgerichtete zentrale Zuführung 1 auf, die von einem Hohlzylinder 12 radial begrenzt ist. Oberhalb der Zuführung 1 ist ein Trichter ausgebildet, durch den das Materialgemisch in die Zuführung 1 eingegeben wird.

[0031] Unterhalb der zentralen Zuführung 1 ist eine Trenneinrichtung 2 ausgebildet, die einen Streuteller 14 umfasst. Der Streuteller 14 ist drehfest mit dem Hohlzylinder 12 verbunden, so dass der Streuteller 14 und der Hohlzylinder 12 gemeinsam drehend antreibbar sind.

[0032] An der Außenseite des Hohlzylinders 12 sind Werkzeuge in Form von Flügelelementen 8a und Drähten 8b angeordnet, sodass diese gemeinsam mit dem Hohlzylinder 12 um die Hohlzylinderlängsachse drehend angetrieben werden können. Die Werkzeuge 8a, 8b bilden eine oberhalb der Trenneinrichtung 2 angeordnete Rotormühle 3 aus.

[0033] Die Vorrichtung umfasst zudem eine Strömungseinrichtung 4 mit einem Einlass 15, einem ersten Auslass 7.1 und einem zweiten Auslass 7.2. Die Strömungseinrichtung 4 kann durch Einblasen eines gasförmigen Betriebsmediums am Einlass 15 oder durch Absaugen des gasförmigen Betriebsmediums an den Auslässen 7.1 und 7.2 betrieben werden. Die Vorrichtung ist dabei in ihrem Inneren so ausgebildet, dass das durch den Einlass 15 eintretende Betriebsmedium an der radial äußeren Kante des Streutellers 14 nach oben vorbei in die Rotormühle 3 strömt.

[0034] Die Rotormühle 3 weist eine erste Stufe 5.1 auf, der der erste Auslass 7.1 zugeordnet ist. Die Rotormühle 3 weist zudem eine zweite Stufe 5.2 auf, der der zweite Auslass 7.2 zugeordnet ist. Die Werkzeuge 8a und 8b der ersten Stufe 5.1 sind radial von einer Gitteranordnung 10 umgeben, die die Werkzeuge von einem Ringraum 9 trennt. Zwischen der ersten Stufe 5.1 und der zweiten Stufe 5.2 ist zudem eine Trennvorrichtung 6 in Form eines Siebes ausgebildet.

[0035] Die erste Stufe 5.1 und die zweite Stufe 5.2 der Rotormühle 3 umfassen jeweils eine Vielzahl von gruppenweise helixförmig an der Außenseite des Hohlzylinders 12 angebrachte Flügelelemente 8a, die sich von der Außenseite des Hohlzylinders radial nach außen erstrecken. Die Flügelelemente 8a sind mit einem Anstellwinkel zu einer horizontalen Ebene ausgerichtet. An den äußeren Enden der Flügelelemente 8a sind plattenförmige Prallelemente 13 angebracht. An einigen Flügelelementen 8a sind hingegen Kratzelemente 11 angebracht, mit denen von der Gitteranordnung 10 zurückgehaltene Bestandteile des Materialgemischs von der Gitteranordnung 10 losgelöst werden können. Im oberen Bereich der ersten Stufe 5.1 können zudem Kratzelemente als Säuberungseinrichtung mittelbar an dem Hohlzylinder 12 angebracht sein, mit denen von der Trennvorrichtung 6 zurückgehaltenes Material losgelöst werden kann. Im oberen Bereich weisen die erste Stufe 5.1 und die zweite Stufe 5.2 jeweils Drähte 8b als Werkzeuge auf, die an der Außenseite des Hohlzylinders 12 angebracht sind.

[0036] Im Betrieb wird ein Materialgemisch, welches aus Ersatzbrennstoff und Störstoff besteht, in die vertikal ausgerichtete zentrale Zuführung 1 eingebracht, in welcher das Materialgemisch nach unten zu der den Streuteller 14 umfassenden Trenneinrichtung 2 absinkt. Durch die gemeinsame Drehbewegung des Streutellers 14 und des die Zuführung 1 begrenzenden Hohlzylinders 12 wird das Materialgemisch spätestens beim Erreichen des Streutellers 14 radial nach außen beschleunigt. Das über die äußere radiale Kante des Streutellers 14 tretende Materialgemisch wird aufgrund des aufsteigenden Gasstromes gesichtet, sodass vor allem Störstoff in dem den Streuteller 14 umgebenden Raum nach unten absinkt, während das hauptsächlich Ersatzbrennstoff aufweisende übrige Materialgemisch mit dem Gasstrom in die erste Stufe 5.1 der Rotormühle 3 eintritt.

[0037] In der ersten Stufe 5.1 erfolgt eine Zerkleinerung des Materialgemischs durch Wechselwirkung mit den Werkzeugen 8a und 8b sowie untereinander. Aufgrund der vertikal und in Umfangsrichtung versetzten Anordnung der Werkzeuge 8a, 8b kann eine effektive Zerkleinerung erfolgen, wobei zerkleinertes Material durch die Gitteranordnung 10 in den Ringraum 9 hindurchtreten kann, wobei dieser Teil des Materialgemischs aus dem ersten Auslass 7.1 abgezogen wird.

[0038] Das durch die Trennvorrichtung 6 hindurchtretende Materialgemisch wird in der zweiten Stufe 5.2 weiter zerkleinert, sodass das aus dem zweiten Auslass 7.2 austretende Materialgemisch eine kleinere mittlere Partikelgröße aufweist als das aus dem ersten Auslass 7.1 austretende Materialgemisch.

[0039] Mit der Vorrichtung kann also nicht nur eine besonders effiziente Zerkleinerung erfolgen, es kann vielmehr auch Materialgemisch mit unterschiedlicher Partikelgröße bereitgestellt werden.

Bezugszeichenliste



[0040] 
1
Zuführung
2
Trenneinrichtung
3
Rotormühle
4
Strömungseinrichtung
5.1
erste Stufe
5.2
zweite Stufe
6
Trennvorrichtung
7.1
erster Auslass
7.2
zweiter Auslass
8a
Flügelelement
8b
Draht
9
Ringraum
10
Gitteranordnung
11
Kratzelement
12
Hohlzylinder
13
Prallelement
14
Streuteller
15
Einlass



Ansprüche

1. Vorrichtung zum Aufbereiten eines aus Ersatzbrennstoff und Störstoff bestehenden Materialgemischs, aufweisend

- eine vertikal ausgerichtete zentrale Zuführung (1),

- eine unterhalb der zentralen Zuführung (1) angeordnete Trenneinrichtung (2),

- eine Rotormühle (3), wobei die Rotormühle (3) oberhalb der Trenneinrichtung (2) angeordnet ist und die zentrale Zuführung (1) umgibt,

- eine Strömungseinrichtung (4) zur Erzeugung eines nach oben gerichteten Gasstroms,
wobei das Materialgemisch in die Zuführung (1) einführbar ist und nach der Einführung in der Zuführung (1) zu der Trenneinrichtung (4) absinkt, wobei der Störstoff in der Trenneinrichtung (4) zumindest teilweise als eine Störstofffraktion aus dem Materialgemisch abgeschieden wird und das von den abgeschiedenen Störstoffen getrennte Materialgemisch mit dem Gasstrom zu der Rotormühle (3) aufsteigt, wobei das aufsteigende Materialgemisch in der Rotormühle (3) zerkleinert wird, wobei
die Rotormühle (3) mehrere vertikal und in Umfangsrichtung versetzt zueinander angeordnete Werkzeuge (8a, 8b) aufweist.


 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Rotormühle (3) einen zentral angeordneten und rotatorisch angetriebenen Hohlzylinder (12) aufweist, an dessen Außenseite die Werkzeuge (8a, 8b) angebracht sind, wobei sich die Werkzeuge (8a, 8b) von der Außenseite des Hohlzylinders (12) jeweils radial nach außen erstrecken.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Werkzeuge flache Flügelelemente (8a) umfassen, die sich radial nach außen erstrecken.
 
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, wobei die Flügelelemente (8a) mit einem Winkel zu einer horizontalen Ebene angestellt sind.
 
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens ein Werkzeug (8a, 8b) ein plattenförmiges Prallelement (13) umfasst, das radial außen an dem Werkzeug (8a, 8b) angeordnet ist und insbesondere vertikal ausgerichtet ist.
 
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens ein Werkzeug ein Kratzelement (11) umfasst, das radial außen an dem Werkzeug (8a, 8b) angeordnet ist und in Anlage mit einer den Mahlraum außen begrenzenden Wandung (10) ist.
 
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens ein Werkzeug aus einem Draht (8b) gebildet ist.
 
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens eine Gruppe von Werkzeugen (8a, 8b) helixförmig angeordnet ist.
 
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zuführung (1), die Trenneinrichtung (2) und die Rotormühle (3) gemeinsam um eine vertikal ausgerichtete Achse drehend antreibbar sind.
 
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Trenneinrichtung (2) einen drehbar antreibbaren Streuteller (14) umfasst.
 
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, wobei das Materialgemisch vom Streuteller (14) in einen den Streuteller (14) umgebenden Raum geschleudert wird, in dem der Gasstrom aufsteigt.
 


Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.


1. Vorrichtung zum Aufbereiten eines aus Ersatzbrennstoff und Störstoff bestehenden Materialgemischs, aufweisend

- eine vertikal ausgerichtete zentrale Zuführung (1),

- eine unterhalb der zentralen Zuführung (1) angeordnete Trenneinrichtung (2),

- eine Rotormühle (3), wobei die Rotormühle (3) oberhalb der Trenneinrichtung (2) angeordnet ist und die zentrale Zuführung (1) umgibt,

- eine Strömungseinrichtung (4) zur Erzeugung eines nach oben gerichteten Gasstroms,

wobei das Materialgemisch in die Zuführung (1) einführbar ist und nach der Einführung in der Zuführung (1) zu der Trenneinrichtung (4) absinkt, wobei der Störstoff in der Trenneinrichtung (4) zumindest teilweise als eine Störstofffraktion aus dem Materialgemisch abgeschieden wird und das von den abgeschiedenen Störstoffen getrennte Materialgemisch mit dem Gasstrom zu der Rotormühle (3) aufsteigt, wobei das aufsteigende Materialgemisch in der Rotormühle (3) zerkleinert wird, wobei die Rotormühle (3) mehrere Werkzeuge (8a, 8b) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeuge (8a, 8b) sowohl vertikal als auch in Umfangsrichtung versetzt zueinander angeordnet sind.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Rotormühle (3) einen zentral angeordneten und rotatorisch angetriebenen Hohlzylinder (12) aufweist, an dessen Außenseite die Werkzeuge (8a, 8b) angebracht sind, wobei sich die Werkzeuge (8a, 8b) von der Außenseite des Hohlzylinders (12) jeweils radial nach außen erstrecken.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht