[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbereiten eines aus Ersatzbrennstoff
und Störstoff bestehenden Materialgemischs, welches in der Vorrichtung gesichtet,
zerkleinert und getrocknet wird.
[0002] Der auch als Sekundärbrennstoff bezeichnete Ersatzbrennstoff umfasst insbesondere
feste Abfälle, welche zusammen mit konventionellen Brennstoffen vor allem in Zement-,
Kalk-, Braunkohle- oder Industriekraftwerken sowie in Müllverbrennungsanlagen oder
als alleiniger Brennstoff in Ersatzbrennstoff-Kraftwerken eingesetzt werden kann.
Der beispielsweise aus Gewerbeabfällen und/oder Hausmüll bestehende feste Abfall weist
in der Regel nach einer Grobzerkleinerung noch Störstoffe, wie Glas oder Metalle,
auf. Es ist daher bekannt, nach der Grobzerkleinerung eine Separierung vorzunehmen
und den Ersatzbrennstoff gegebenenfalls weiter zu zerkleinern.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung anzugeben, mit
der sowohl eine Separierung der Störstoffe vom Ersatzbrennstoff möglich ist als auch
der Ersatzbrennstoff mit einer unterschiedlichen mittleren Größe der Ersatzbrennstoffpartikel
erzeugt werden kann.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des unabhängigen
Anspruchs. Vorteilhafte Weiterbildungen der Vorrichtung sind in den abhängigen Ansprüchen
und in der Beschreibung angegeben, wobei einzelne Merkmale der vorteilhaften Weiterbildungen
in technisch sinnvoller Weise miteinander kombinierbar sind.
[0005] Gelöst wird die Aufgabe durch eine Vorrichtung zum Aufbereiten eines aus Ersatzbrennstoff
und Störstoff bestehenden Materialgemischs, aufweisend eine vertikal ausgerichtete
zentrale Zuführung, eine unterhalb der zentralen Zuführung angeordnete Trenneinrichtung,
eine Rotormühle, wobei die Rotormühle oberhalb der Trenneinrichtung angeordnet ist
und die zentrale Zuführung umgibt, und eine Strömungseinrichtung zur Erzeugung eines
nach oben gerichteten Gasstroms, wobei das Materialgemisch in die Zuführung einführbar
ist und nach der Einführung in die Zuführung zu der Trenneinrichtung absinkt, wobei
der Störstoff in der Trenneinrichtung zumindest teilweise als eine Störstofffraktion
aus dem Materialgemisch abgeschieden wird und das von den abgeschiedenen Störstoffen
getrennte Materialgemisch mit dem Gasstrom zu der Rotormühle aufsteigt, wobei das
aufsteigende Materialgemisch in der Rotormühle zerkleinert wird. Es ist zudem vorgesehen,
dass die Rotormühle mehrere vertikal und in Umfangsrichtung versetzt zueinander angeordnete
Werkzeuge aufweist.
[0006] Das Materialgemisch kann beispielsweise über einen Trichter oder eine andere Aufgabevorrichtung
in die Zuführung eingebracht werden, wobei die Zuführung vertikal ausgerichtet ist,
so dass das in die Zuführung eingebrachte Materialgemisch in der Zuführung absinkt.
Die Zuführung ist also innen hohl, so dass das Materialgemisch ungestört absinken
kann. Beispielsweise kann die Zuführung durch ein Rohr (Hohlzylinder) ausgebildet
sein.
[0007] Unterhalb der zentralen Zuführung ist eine Trenneinrichtung angeordnet, die beispielsweise
einen drehbar antreibbaren Streuteller umfasst. Die Trenneinrichtung ist insbesondere
so ausgebildet, dass zumindest ein großer Anteil des Störstoffes aus dem Materialgemisch
abgetrennt (gesichtet) werden kann, wobei die abgetrennten Störstoffe auf geeignete
Weise aus der Vorrichtung entfernt werden können.
[0008] Zur Trennung/Sichtung ist eine Strömungseinrichtung vorgesehen, mittels derer zumindest
im Bereich der Trenneinrichtung, insbesondere im Bereich des Streutellers der Trenneinrichtung,
und der Rotormühle ein nach oben aufsteigender Gasstrom erzeugt werden kann. Die Strömungseinrichtung
weist hierzu insbesondere mindestens einen bevorzugt im unteren Bereich der Vorrichtung
angeordneten Gaseinlass auf und mindestens einen Auslass im oberen Bereich der Rotormühle.
Als Gas kann beispielsweise erwärmte Luft eingesetzt werden.
[0009] Es ist hierbei insbesondere vorgesehen, dass das durch die zentrale Zuführung zugeführte
Materialgemisch vom Streuteller in einen den Streuteller umgebenden Raum geschleudert
wird, in dem der Gasstrom aufsteigt, wobei der aufsteigende Gasstrom möglichst nur
den Ersatzbrennstoff mitnimmt, und ein Großteil des Störstoffes in dem den Streuteller
umgebenden Raum absinkt. Mit dem Gasstrom erfolgt dann auch eine Trocknung des mitgenommenen
Ersatzbrennstoffes .
[0010] Der von dem Gasstrom mitgenommene Ersatzbrennstoff (und gegebenenfalls nicht abgetrennter
Störstoff) wird mit dem Gasstrom der Rotormühle zugeführt, die oberhalb der Trenneinrichtung
(Streuteller) angeordnet ist. Der Ersatzbrennstoff wird in der Rotormühle durch Schlag-,
Scher- und Prallkräfte zerkleinert. Die Rotormühle weist hierzu bevorzugt mindestens
ein rotatorisch angetriebenes Werkzeug auf, das die Zerkleinerung des Ersatzbrennstoffes
fördert.
[0011] Bevorzugt sind die Trenneinrichtung (und insbesondere deren Streuteller) und die
Werkzeuge der Rotormühle gemeinsam um eine vertikal ausgerichtete Achse drehend (rotatorisch)
antreibbar. Besonders bevorzugt ist gleichzeitig auch die Zuführung drehend antreibbar.
Hierbei kann der Streuteller drehfest mit dem die Zuführung begrenzenden Element (beispielsweise
Rohr) drehfest verbunden sein, wobei bevorzugt das zumindest eine Werkzeug der Rotormühle
an einer Außenseite des in seinem Inneren die zentrale Zuführung ausbildenden Elements
angebracht ist. Somit muss nur ein Antrieb zur Erzeugung der Drehbewegung vorgesehen
sein. Der Antrieb ist insbesondere im unteren Bereich der Vorrichtung angeordnet und
kann beispielsweise eine Drehbewegung mit 500 bis 1000, bevorzugt mit 700 bis 900
Umdrehungen/min erzeugen.
[0012] Die Erfindung sieht zudem vor, dass die Rotormühle (und insbesondere auch jede Stufe
der Rotormühle) mehrere, insbesondere mehr als 10, bevorzugt mehr als 20 vertikal
und in Umfangsrichtung versetzt zueinander angeordnete Werkzeuge aufweist. Durch diese
sowohl in Umfangsrichtung als auch in vertikaler Richtung versetzte Anordnung der
Werkzeuge wird eine höhere Verweilzeit des Materialgemischs und damit eine effektivere
Zerkleinerung des Materialgemischs erreicht, sodass ein höherer Zerkleinerungsgrad
erzielbar ist beziehungsweise die Rotormühle mit einer geringeren Höhe realisiert
werden kann. Durch die höhere Verweilzeit wird aber auch eine bessere Trocknung des
Materialgemischs erreicht.
[0013] In diesem Zusammenhang ist bevorzugt, wenn die Rotormühle einen zentral angeordneten
und rotatorisch angetriebenen Hohlzylinder (der bevorzugt auch die zentrale Zuführung
ausbildet) aufweist, an dessen Außenseite die Werkzeuge angebracht sind, wobei sich
die Werkzeuge von der Außenseite des Hohlzylinders jeweils einzeln radial nach außen
erstrecken. Die Werkzeuge sind also insbesondere länglich ausgebildete Elemente, die
sich von dem Hohlzylinder nach außen erstrecken. Somit kann also insbesondere der
gesamte Bereich zwischen der Außenseite des Hohlzylinders und einer dazu radial beabstandeten
Begrenzung der Rotormühle von dem aufsteigenden Materialgemisch durchströmt werden,
wobei in dem gesamten Bereich eine Wechselwirkung mit den Werkzeugen stattfinden kann.
[0014] Es kann dabei vorgesehen sein, dass eine Gruppe von Werkzeugen und/oder die meisten
Werkzeuge flache Flügelelemente umfassen, die sich radial nach außen erstrecken. Die
Flügelelemente sind mittelbar oder unmittelbar an der Außenseite des Hohlzylinders
angebracht und sind in radialer Richtung wesentlich länger (mindestens dreimal, bevorzugt
mindestens fünfmal) so lang wie ihre Breite. Zudem weisen die Flügelelemente eine
Höhe auf, die geringer ist als ihre Breite, wobei die Flügelelemente mindestens doppelt,
bevorzugt viermal so breit sind wie hoch. Es hat sich herausgestellt, dass mit solchen
flügelartigen Elementen eine besonders effiziente Zerkleinerung des Materialgemischs
möglich ist.
[0015] Eine weitere Verbesserung der Zerkleinerung kann dadurch erreicht werden, dass die
Flügelelemente mit einem Winkel zu einer horizontalen Ebene angestellt sind. Bevorzugt
beträgt der Anstellwinkel 3° bis 45°, besonders bevorzugt 5° bis 20° zu der horizontalen
Ebene.
[0016] Es kann zudem vorgesehen sein, dass wenigstens ein Werkzeug oder eine Vielzahl von
Werkzeugen, bevorzugt ein größter Teil der Werkzeuge ein plattenförmiges Prallelement
umfasst, das an einem radialen Ende des Werkzeugs angeordnet ist, wobei das plattenförmige
Prallelement insbesondere vertikal ausgerichtet ist. Mit einem solchen plattenförmigen
Prallelement kann die Zerkleinerungseffizienz weiter erhöht werden.
[0017] Zudem kann vorgesehen sein, dass wenigstens ein Werkzeug ein Kratzelement umfasst,
das radial außen an dem Werkzeug angeordnet ist und in Anlage mit einer den Mahlraum
außen begrenzenden Wandung der Rotormühle bzw. der Stufe der Rotormühle ist, wobei
die Wandung beispielsweise durch eine Gitteranordnung gebildet sein kann, die den
Mahlraum von einem Ringraum trennt. Mit dem Kratzelement kann also eine Anlagerung
von Partikeln des Materialgemischs an der Innenseite der Wandung verhindert bzw. gelöst
werden.
[0018] Das plattenförmige Prallelement oder das Kratzelement können beispielsweise an einem
radialen Ende des zuvor beschriebenen Flügelelements des Werkzeuges angebracht sein.
[0019] Es kann auch vorgesehen sein, dass wenigstens ein Werkzeug aus einem Draht gebildet
ist, welcher an der Außenseite des Hohlzylinders angebracht ist. Als Draht wird insbesondere
ein solches Element verstanden, welches sich von dem Hohlzylinder länglich nach außen
erstreckt und dessen Breite und Höhe in etwa gleich ist. Der Draht hat bevorzugt eine
kreisrunde Querschnittsgestaltung.
[0020] Bevorzugt ist in einem unteren Bereich der Rotormühle oder in einem unteren Bereich
einer Stufe der Rotormühle eine Vielzahl (insbesondere mehr als 8, bevorzugt mehr
als 16) von Werkzeugen angeordnet, die jeweils ein Flügelelement umfassen, während
in einem oberen Bereich der Rotormühle oder in einem oberen Bereich einer Stufe der
Rotormühle mehrere einen Draht umfassende Werkzeuge angeordnet sind.
[0021] Für eine besonders effiziente Zerkleinerung des Materialgemischs hat sich herausgestellt,
dass eine Gruppe (mehr als 4) von Werkzeugen helixförmig (also auf einer Schraubenlinie)
versetzt zueinander angeordnet sein können, wobei mehrere Gruppen von Werkzeugen in
Umfangsrichtung hintereinander angeordnet sein können.
[0022] In einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass die Rotormühle mehrstufig ausgebildet
ist, also mindestens und bevorzugt genau zwei oder drei Stufen, gegebenenfalls vier
Stufen aufweist, wobei zwischen den Stufen der Rotormühle jeweils mindestens eine
Trennvorrichtung (beispielsweise ein Sieb) angeordnet ist, wobei von der Trennvorrichtung
nicht zurückgehaltenes Materialgemisch in der folgenden Stufe weiter zerkleinert wird,
wobei insbesondere Partikel des hauptsächlich Ersatzbrennstoff enthaltenen Materialgemischs
mit einer über der von der Trennvorrichtung vorgegebenen Partikelgröße in der vorhergehenden
Stufe zurückgehalten werden, während Partikel des Materialgemischs mit einer kleineren
Größe in die folgende Stufe gelangen können. In der folgenden Stufe der Rotormühle
erfolgt dann eine weitere Zerkleinerung des Materialgemischs. Durch die Mehrstufigkeit
der Rotormühle kann also mit einer Vorrichtung Ersatzbrennstoff mit unterschiedlicher
mittlerer Partikelgröße bereitgestellt werden. Die aus der ersten Stufe abgezogene
Fraktion des Materialgemischs kann beispielsweise eine mittlere Partikelgröße zwischen
60 und 200 mm aufweisen, während die aus der zweiten Stufe abgezogene Fraktion des
Materialgemischs eine mittlere Partikelgröße von beispielsweise 10 bis 60 mm aufweisen
kann.
[0023] In diesem Zusammenhang ist bevorzugt, wenn jeder Stufe der Rotormühle mindestens
ein Auslass zugeordnet ist, über den das entsprechend zerkleinerte Materialgemisch,
welches hauptsächlich oder bestenfalls ausschließlich Ersatzbrennstoff enthält, abgezogen
werden kann.
[0024] Die zweite und auch gegebenenfalls jede weitere Stufe der Rotormühle sind insbesondere
vertikal oberhalb der ersten bzw. vorhergehenden Stufe angeordnet, wobei bevorzugt
die Werkzeuge jeder Stufe durch einen einzigen gemeinsamen Antrieb angetrieben werden.
[0025] Während es prinzipiell möglich ist, die Trennvorrichtung durch passende Trennverfahren
zu realisieren, ist bevorzugt, wenn die Trennvorrichtung zwischen den Stufen der Rotormühle
jeweils mindestens ein Sieb umfasst. Mit einem solchen Sieb ist eine einfache Trennvorrichtung
gegeben.
[0026] In einer Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass ein Ringraum ausgebildet ist,
der die erste Stufe der Rotormühle umgibt, wobei insbesondere eine als Sieb funktionierende
Gitteranordnung zwischen dem äußeren Ringraum und den Werkzeugen der ersten Stufe
der Rotormühle angeordnet ist. Das in der ersten Stufe der Rotormühle zerkleinerte
Materialgemisch kann somit durch die Gitteranordnung in den Ringraum gelangen, aus
welchem das zerkleinerte Materialgemisch durch den mindestens einen ersten Auslass
abgezogen werden kann. Wenn eine Vielzahl (mehr als zwei) Stufen ausgebildet sind,
kann auch jeder der ersten Stufe folgenden Stufe bis auf der letzten Stufe ein eigener
Ringraum zugeordnet sein, der durch eine Gitteranordnung von den Werkzeugen der entsprechenden
Stufe getrennt ist.
[0027] In diesem Zusammenhang kann auch vorgesehen sein, dass an einem radial äußeren Ende
einiger Werkzeuge der (ersten Stufen der) Rotormühle Abstreifelemente, die auch als
Kratzelemente bezeichnet werden können, ausgebildet sind, mit denen an der Gitteranordnung
oder einer radialen Wandung der Rotormühle zurückgehaltene Partikel des Materialgemischs
von der Gitteranordnung losgelöst werden können, sodass sie einer weiteren Zerkleinerung
in der ersten oder der entsprechende Stufe zugeführt werden können.
[0028] Zudem kann vorgesehen sein, dass der Trennvorrichtung zwischen den Stufen der Rotormühle
eine Säuberungseinrichtung zugeordnet ist, mit der das von der Trennvorrichtung zurückgehaltene
Materialgemisch von der Trennvorrichtung gelöst werden kann. Somit kann das gelöste
Materialgemisch einer weiteren Zerkleinerung in der vorhergehenden Stufe zugeführt
werden, wozu beispielsweise auch eine Pulsation des Gasstromes möglich ist. Hierbei
kann auch die Säuberungseinrichtung gemeinsam mit den Werkzeugen der vorhergehenden
Stufe drehbar angetrieben werden, so dass eine fortlaufende Lösung des zurückgehaltenen
Materialgemischs von der Trennvorrichtung möglich ist.
[0029] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden im Folgenden anhand der Figuren
beispielhaft erläutert. Es zeigen schematisch
- Figur 1:
- eine Vorrichtung zum Aufbereiten eines aus Ersatzbrennstoff und Störstoff bestehenden
Materialgemischs,
- Figur 2:
- eine Schnittdarstellung durch die Vorrichtung und
- Figur 3:
- eine Detailansicht der Vorrichtung.
[0030] Die in den Figuren dargestellte Vorrichtung zum Aufbereiten eines aus Ersatzbrennstoff
und Störstoff bestehenden Materialgemischs weist eine vertikal ausgerichtete zentrale
Zuführung 1 auf, die von einem Hohlzylinder 12 radial begrenzt ist. Oberhalb der Zuführung
1 ist ein Trichter ausgebildet, durch den das Materialgemisch in die Zuführung 1 eingegeben
wird.
[0031] Unterhalb der zentralen Zuführung 1 ist eine Trenneinrichtung 2 ausgebildet, die
einen Streuteller 14 umfasst. Der Streuteller 14 ist drehfest mit dem Hohlzylinder
12 verbunden, so dass der Streuteller 14 und der Hohlzylinder 12 gemeinsam drehend
antreibbar sind.
[0032] An der Außenseite des Hohlzylinders 12 sind Werkzeuge in Form von Flügelelementen
8a und Drähten 8b angeordnet, sodass diese gemeinsam mit dem Hohlzylinder 12 um die
Hohlzylinderlängsachse drehend angetrieben werden können. Die Werkzeuge 8a, 8b bilden
eine oberhalb der Trenneinrichtung 2 angeordnete Rotormühle 3 aus.
[0033] Die Vorrichtung umfasst zudem eine Strömungseinrichtung 4 mit einem Einlass 15, einem
ersten Auslass 7.1 und einem zweiten Auslass 7.2. Die Strömungseinrichtung 4 kann
durch Einblasen eines gasförmigen Betriebsmediums am Einlass 15 oder durch Absaugen
des gasförmigen Betriebsmediums an den Auslässen 7.1 und 7.2 betrieben werden. Die
Vorrichtung ist dabei in ihrem Inneren so ausgebildet, dass das durch den Einlass
15 eintretende Betriebsmedium an der radial äußeren Kante des Streutellers 14 nach
oben vorbei in die Rotormühle 3 strömt.
[0034] Die Rotormühle 3 weist eine erste Stufe 5.1 auf, der der erste Auslass 7.1 zugeordnet
ist. Die Rotormühle 3 weist zudem eine zweite Stufe 5.2 auf, der der zweite Auslass
7.2 zugeordnet ist. Die Werkzeuge 8a und 8b der ersten Stufe 5.1 sind radial von einer
Gitteranordnung 10 umgeben, die die Werkzeuge von einem Ringraum 9 trennt. Zwischen
der ersten Stufe 5.1 und der zweiten Stufe 5.2 ist zudem eine Trennvorrichtung 6 in
Form eines Siebes ausgebildet.
[0035] Die erste Stufe 5.1 und die zweite Stufe 5.2 der Rotormühle 3 umfassen jeweils eine
Vielzahl von gruppenweise helixförmig an der Außenseite des Hohlzylinders 12 angebrachte
Flügelelemente 8a, die sich von der Außenseite des Hohlzylinders radial nach außen
erstrecken. Die Flügelelemente 8a sind mit einem Anstellwinkel zu einer horizontalen
Ebene ausgerichtet. An den äußeren Enden der Flügelelemente 8a sind plattenförmige
Prallelemente 13 angebracht. An einigen Flügelelementen 8a sind hingegen Kratzelemente
11 angebracht, mit denen von der Gitteranordnung 10 zurückgehaltene Bestandteile des
Materialgemischs von der Gitteranordnung 10 losgelöst werden können. Im oberen Bereich
der ersten Stufe 5.1 können zudem Kratzelemente als Säuberungseinrichtung mittelbar
an dem Hohlzylinder 12 angebracht sein, mit denen von der Trennvorrichtung 6 zurückgehaltenes
Material losgelöst werden kann. Im oberen Bereich weisen die erste Stufe 5.1 und die
zweite Stufe 5.2 jeweils Drähte 8b als Werkzeuge auf, die an der Außenseite des Hohlzylinders
12 angebracht sind.
[0036] Im Betrieb wird ein Materialgemisch, welches aus Ersatzbrennstoff und Störstoff besteht,
in die vertikal ausgerichtete zentrale Zuführung 1 eingebracht, in welcher das Materialgemisch
nach unten zu der den Streuteller 14 umfassenden Trenneinrichtung 2 absinkt. Durch
die gemeinsame Drehbewegung des Streutellers 14 und des die Zuführung 1 begrenzenden
Hohlzylinders 12 wird das Materialgemisch spätestens beim Erreichen des Streutellers
14 radial nach außen beschleunigt. Das über die äußere radiale Kante des Streutellers
14 tretende Materialgemisch wird aufgrund des aufsteigenden Gasstromes gesichtet,
sodass vor allem Störstoff in dem den Streuteller 14 umgebenden Raum nach unten absinkt,
während das hauptsächlich Ersatzbrennstoff aufweisende übrige Materialgemisch mit
dem Gasstrom in die erste Stufe 5.1 der Rotormühle 3 eintritt.
[0037] In der ersten Stufe 5.1 erfolgt eine Zerkleinerung des Materialgemischs durch Wechselwirkung
mit den Werkzeugen 8a und 8b sowie untereinander. Aufgrund der vertikal und in Umfangsrichtung
versetzten Anordnung der Werkzeuge 8a, 8b kann eine effektive Zerkleinerung erfolgen,
wobei zerkleinertes Material durch die Gitteranordnung 10 in den Ringraum 9 hindurchtreten
kann, wobei dieser Teil des Materialgemischs aus dem ersten Auslass 7.1 abgezogen
wird.
[0038] Das durch die Trennvorrichtung 6 hindurchtretende Materialgemisch wird in der zweiten
Stufe 5.2 weiter zerkleinert, sodass das aus dem zweiten Auslass 7.2 austretende Materialgemisch
eine kleinere mittlere Partikelgröße aufweist als das aus dem ersten Auslass 7.1 austretende
Materialgemisch.
[0039] Mit der Vorrichtung kann also nicht nur eine besonders effiziente Zerkleinerung erfolgen,
es kann vielmehr auch Materialgemisch mit unterschiedlicher Partikelgröße bereitgestellt
werden.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Zuführung
- 2
- Trenneinrichtung
- 3
- Rotormühle
- 4
- Strömungseinrichtung
- 5.1
- erste Stufe
- 5.2
- zweite Stufe
- 6
- Trennvorrichtung
- 7.1
- erster Auslass
- 7.2
- zweiter Auslass
- 8a
- Flügelelement
- 8b
- Draht
- 9
- Ringraum
- 10
- Gitteranordnung
- 11
- Kratzelement
- 12
- Hohlzylinder
- 13
- Prallelement
- 14
- Streuteller
- 15
- Einlass
1. Vorrichtung zum Aufbereiten eines aus Ersatzbrennstoff und Störstoff bestehenden Materialgemischs,
aufweisend
- eine vertikal ausgerichtete zentrale Zuführung (1),
- eine unterhalb der zentralen Zuführung (1) angeordnete Trenneinrichtung (2),
- eine Rotormühle (3), wobei die Rotormühle (3) oberhalb der Trenneinrichtung (2)
angeordnet ist und die zentrale Zuführung (1) umgibt,
- eine Strömungseinrichtung (4) zur Erzeugung eines nach oben gerichteten Gasstroms,
wobei das Materialgemisch in die Zuführung (1) einführbar ist und nach der Einführung
in der Zuführung (1) zu der Trenneinrichtung (4) absinkt, wobei der Störstoff in der
Trenneinrichtung (4) zumindest teilweise als eine Störstofffraktion aus dem Materialgemisch
abgeschieden wird und das von den abgeschiedenen Störstoffen getrennte Materialgemisch
mit dem Gasstrom zu der Rotormühle (3) aufsteigt, wobei das aufsteigende Materialgemisch
in der Rotormühle (3) zerkleinert wird, wobei
die Rotormühle (3) mehrere vertikal und in Umfangsrichtung versetzt zueinander angeordnete
Werkzeuge (8a, 8b) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Rotormühle (3) einen zentral angeordneten und
rotatorisch angetriebenen Hohlzylinder (12) aufweist, an dessen Außenseite die Werkzeuge
(8a, 8b) angebracht sind, wobei sich die Werkzeuge (8a, 8b) von der Außenseite des
Hohlzylinders (12) jeweils radial nach außen erstrecken.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Werkzeuge flache Flügelelemente (8a)
umfassen, die sich radial nach außen erstrecken.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, wobei die Flügelelemente (8a) mit einem Winkel zu einer
horizontalen Ebene angestellt sind.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens ein Werkzeug
(8a, 8b) ein plattenförmiges Prallelement (13) umfasst, das radial außen an dem Werkzeug
(8a, 8b) angeordnet ist und insbesondere vertikal ausgerichtet ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens ein Werkzeug
ein Kratzelement (11) umfasst, das radial außen an dem Werkzeug (8a, 8b) angeordnet
ist und in Anlage mit einer den Mahlraum außen begrenzenden Wandung (10) ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens ein Werkzeug
aus einem Draht (8b) gebildet ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wenigstens eine Gruppe
von Werkzeugen (8a, 8b) helixförmig angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Zuführung (1), die
Trenneinrichtung (2) und die Rotormühle (3) gemeinsam um eine vertikal ausgerichtete
Achse drehend antreibbar sind.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Trenneinrichtung (2)
einen drehbar antreibbaren Streuteller (14) umfasst.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, wobei das Materialgemisch vom Streuteller (14) in einen
den Streuteller (14) umgebenden Raum geschleudert wird, in dem der Gasstrom aufsteigt.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Vorrichtung zum Aufbereiten eines aus Ersatzbrennstoff und Störstoff bestehenden Materialgemischs,
aufweisend
- eine vertikal ausgerichtete zentrale Zuführung (1),
- eine unterhalb der zentralen Zuführung (1) angeordnete Trenneinrichtung (2),
- eine Rotormühle (3), wobei die Rotormühle (3) oberhalb der Trenneinrichtung (2)
angeordnet ist und die zentrale Zuführung (1) umgibt,
- eine Strömungseinrichtung (4) zur Erzeugung eines nach oben gerichteten Gasstroms,
wobei das Materialgemisch in die Zuführung (1) einführbar ist und nach der Einführung
in der Zuführung (1) zu der Trenneinrichtung (4) absinkt, wobei der Störstoff in der
Trenneinrichtung (4) zumindest teilweise als eine Störstofffraktion aus dem Materialgemisch
abgeschieden wird und das von den abgeschiedenen Störstoffen getrennte Materialgemisch
mit dem Gasstrom zu der Rotormühle (3) aufsteigt, wobei das aufsteigende Materialgemisch
in der Rotormühle (3) zerkleinert wird, wobei die Rotormühle (3) mehrere Werkzeuge
(8a, 8b) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeuge (8a, 8b) sowohl vertikal als auch in Umfangsrichtung versetzt zueinander
angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Rotormühle (3) einen zentral angeordneten und
rotatorisch angetriebenen Hohlzylinder (12) aufweist, an dessen Außenseite die Werkzeuge
(8a, 8b) angebracht sind, wobei sich die Werkzeuge (8a, 8b) von der Außenseite des
Hohlzylinders (12) jeweils radial nach außen erstrecken.