| (19) |
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(11) |
EP 3 873 685 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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21.09.2022 Patentblatt 2022/38 |
| (22) |
Anmeldetag: 24.11.2020 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE2020/100994 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2021/104574 (03.06.2021 Gazette 2021/22) |
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| (54) |
WALZLINIE
ROLL LINE
LIGNE DE LAMINAGE
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
25.11.2019 DE 102019131761
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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08.09.2021 Patentblatt 2021/36 |
| (73) |
Patentinhaber: Umlauf, Norbert |
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58093 Hagen (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Umlauf, Norbert
58093 Hagen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Lenzing Gerber Stute |
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PartG von Patentanwälten m.b.B.
Bahnstraße 9 40212 Düsseldorf 40212 Düsseldorf (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 3 216 537 DE-A1- 19 919 801
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WO-A1-2005/035158 DE-A1-102011 107 171
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Walzen, insbesondere zum
Stufenwalzen, von Walzgut mit mindestens einem Walzenpaar und mindestens einem dem
Walzenpaar in Walzrichtung nachgeordneten Línearantríeb, der zusammen mit dem Walzenpaar
Zugspannung auf das Walzgut aufbringen kann, und mit Mitteln zum Erfassen der Zugspannung.
Eine gattungsgemässe Vorrichtung ist aus
EP 3 097 992 A1 bekannt.
[0002] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Walzen des Walzguts mit einer solchen
Vorrichtung.
[0003] Vorrichtungen zum Walzen und Richten von Metallbändern werden in Walz-, Richt- und
Prozesslinien für Metallbänder eingesetzt. Metallbänder werden zu unterschiedlichen
Zwecken gewalzt und gerichtet. Beim Walzen wird das Band durch horizontale Krafteinwirkung
verformt und dabei dünner gewalzt. Beim Richten wird das Band durch
[0004] Zug begradigt. Insbesondere beim Streckrichten ist man versucht, den unter Zug zu
setzenden Bandabschnitt so klein wie möglich zu halten. Je geringer der Bereich der
Verformung ist, desto ausgewogener ist die Gefügeausbildung.
[0005] Eine besondere Form des Walzens ist das Stufenwalzen, das auch unter "flexiblem Walzen"
bekannt ist. Es wird zum Erzeugen beispielsweise von belastungs- und gewichtsoptimierten
Bauteilen, insbesondere im Leichtbau, benutzt. Durch eine gezielte Veränderung der
Größe des Walzspalts zwischen einem Walzenpaar wird ein Metallband erzeugt, dass über
seine Länge verschiedene Abschnitte unterschiedlicher Banddicken aufweist. Die Übergangsabschnitte
zwischen Bandabschnitten unterschiedlicher Dicke können unterschiedlich ausgestaltete
Steigungen haben.
[0006] In der Veröffentlichung
DE 38 07 399 A1 ist ein Verfahren zur Regelung der Spaltweite des Walzspaltes zwischen den Arbeitswalzen
eines Kaltwalz-Gerüstes zur Herstellung von Bändern aus Metall sowie eine Einrichtung
zur Durchführung des Verfahrens offenbart. Die Regelung basiert auf den Signalen der
Messung der einlaufseitigen und der auslaufseitigen Bandgeschwindigkeit sowie der
einlaufseitigen und auslaufseitigen Banddicke. Die Regelung wird insoweit als nachteilig
angesehen, als die Ansprech- und Regelzeiten zu lang sind, um insbesondere in den
Übergangsabschnitten hinreichend gute Dickenübergänge zu erzielen oder kurze Übergänge
überhaupt zu realisieren.
[0007] Um die Probleme zu lösen, die sich aus dem Ansprechen der Regelung und die erforderlichen
Regelzeiten bis zur Korrektur ergebenden, wird in der
EP 3 097 992 A1 ein Verfahren beschrieben, bei dem die durch die Arbeitswalzen auf das Metallband
aufgebrachten Kräfte unabhängig von einer Änderung der Größe des Walzspalts konstant
oder zumindest annähernd konstant gehalten werden. Dies soll insbesondere dadurch
erreicht werden, dass die auf das Metallband wirkenden Bandzugkräfte gesteuert werden.
Die Steuerung der Bandzüge erfolgt über die Veränderung der Haspeldrehzahlen einer
Ablaufhaspelvorrichtung, von der das zu walzende Band abgewickelt wird, und einer
Aufhaspelvorrichtung, auf die das gewalzte Band wieder aufgewickelt wird. Als besonders
vorteilhaft wird angesehen, wenn die Geschwindigkeit der Arbeitswalzen und/oder die
Drehzahl der Arbeitswalzen sowie die Drehzahlen der Ablaufhaspelvorrichtung und/oder
der Aufhaspelvorrichtung nach vorberechneten Daten gesteuert werden. Damit sollen
die Nachteile einer Regelung durch die Ansprech- und Regelzeit vermieden werden. Diese
Verfahrensweise erscheint insoweit nachteilig, als eine Vielzahl von Daten zunächst
empirisch erfasst werden müssen, bevor eine ausreichende Basis zur Berechnung der
notwendigen Verfahrensparameter für die Geschwindigkeiten der Haspel- und Arbeitswalzen
zur Verfügung stehen, wobei die Verfahrensparameter sich für jedes Metallband ändern.
[0008] Aus der
US 9,242,284 A1 ist ein Verfahren zum Strecken von gewalzten Metallbändern bekannt, bei dem das Metallband
zwischen zwei Linearantrieben gestreckt wird. Zwischen den beiden Linearantrieben
kann auch ein Walzgerüst angeordnet sein, sodass ein Kombinieren der Arbeitsschritte
Walzen und Strecken möglich wird.
[0009] Mit der vorliegenden Erfindung soll demgegenüber die Aufgabe gelöst werden, eine
Vorrichtung zum Walzen der eingangs genannten Art bereitzustellen, mit der es möglich
ist, Walzgut flexibel zu Walzen, wobei die genannten Nachteile vorbekannter Verfahren
zum Stufenwalzen nicht oder allenfalls in geringerem Maße bestehen.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Vorrichtung gemäß Anspruch 1 und einem
Verfahren gemäß Anspruch 11 gelöst.
[0011] Wenn hier und im Folgenden von Walzgut die Rede ist, ist damit insbesondere, aber
nicht, nur Walzgut in Form von Metallbändern gemeint. Die beanspruchte Erfindung ist
auch zum Walzen und insbesondere Stufenwalzen von Brammen zu Dickblechen oder anderen,
nicht bandförmigem Walzgut geeignet.
[0012] Wenn hier und im Folgenden von einem Linearantrieb die Rede ist, dann ist damit ein
Antrieb für das Walzgut gemeint, der die Antriebskräfte über einen längeren geraden
Abschnitt des Antriebs auf das Walzgut überträgt, anders als bei einem Antrieb mittels
Rollen oder Walzen, bei denen die Antriebskräfte über ihre gekrümmte Oberfläche auf
das Walzgut übertragen werden. Ein geeigneter Linearantrieb ist beispielsweise in
der
US 9,242,284 B2 offenbart.
[0013] Es wurde überraschend festgestellt, dass es möglich ist, sehr gute Walzergebnisse
zu erzielen, wenn anstelle der Dicke des Walzguts die auf das Walzgut wirkende
[0014] Zugspannung gemessen und geregelt wird. Durch die Regelung der Zugspannung im Querschnitt
des Walzgutes wird es möglich, das Fließen des Walzguts, das durch den durch die Walzen
im Walzspalt ausgeübten Druck initiiert wird, und damit die durch das Walzen erziehbare
Reduzierung der Dicke unmittelbar und erheblich zu beeinflussen. Gleichzeitig kann
das Fließen des Gefüges im Walzspalt und damit die Qualität des gewalzten Walzguts
deutlich optimiert werden. Dies wird gerade durch die Verwendung eines Linearantriebs
möglich, da mit einem Linearantrieb ausreichend hohe Zugspannungen in das Walzgut
eingebracht werden können. Dabei wird insbesondere angestrebt, die vom Linearantrieb
auf das Walzgut aufgebrachte Zugspannung möglichst konstant zu halten, und zwar unabhängig
von der Antriebsgeschwindigkeit des Linearantriebs. Es kann aber auch sinnvoll sein,
die Spannung in Abhängigkeit von der Größe des Walzstichs zu regeln.
[0015] Durch die Regelung der von dem mindestens einen Linearantrieb auf das Walzgut aufzubringenden
Zugspannung in Abhängigkeit von ermittelten Zugspannungsdaten wird es möglich, die
Zugspannung insbesondere bei der Herstellung von stufengewalzten Blechen, bei deren
Herstellung sich die Bandgeschwindigkeit hinter den Walzrollen aufgrund der ständig
variierenden Änderung der Dickenreduktion ständig ändert, konstant zu halten. Die
Regelung erfolgt dabei vorzugsweise ausschließlich in Abhängigkeit von der ermittelten
Zugspannung und regelt die Transportgeschwindigkeit für das Walzgut entsprechend so
aus, dass die auf das Walzgut wirkende Zugspannung erhalten bleibt.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Regelungseinrichtung ausgebildet,
um das im Linearantrieb wirkende Drehmoment zu ermitteln und/oder einzustellen, um
die auf das Walzgut wirkende Zugspannung zu ermitteln bzw. einzustellen. So kann beispielsweise
aus der Antriebsgeschwindigkeit des Linearantriebs und der vom Linearantrieb aufgenommenen
Leistung die vom Linearantrieb das im Linearantrieb wirkende Drehmoment und damit
die auf das Walzgut aufgebrachte Zugspannung ermittelt werden. Dementsprechend kann
die Leistung des Linearantriebs von der Regeleinrichtung und damit die auf das Walzgut
wirkende Zugspannung geregelt werden. Insoweit ist es bevorzugt, wenn die Regelungseinrichtung
Mittel zum Ermitteln der Leistungsaufnahme und der Antriebsgeschwindigkeit des Linearantriebs
aufweist und ausgebildet ist, die Zugspannung aus den ermittelten Informationen zu
bestimmen und/oder einzustellen.
[0017] Als hierfür besonders geeignete Motoren für die Linearantriebe kommen Servomotoren
in Betracht, vorzugsweise jeweils zwei für den oberen und den unteren Antrieb eines
Linearantriebs. Sie ermöglichen einen hochdynamischen Antrieb. Da die Linearantriebe
eine Mitnahme des Walzguts ohne Relativbewegungen ermöglicht, werden Änderungen in
den von den Servomotoren erzeugten Drehmomenten ohne Verzögerung auf das Walzgut übertragen.
Dies hat unter anderem beim Stufenwalzen den Vorteil, dass die Übergänge zwischen
Bereichen verschiedener Dicke des Walzguts vergleichsweise kurz sein können.
[0018] Alternativ oder in Ergänzung hierzu weist die erfindungsgemäße Vorrichtung Kraftmesslager
in der Lagerung des Linearantriebs und/oder des Walzenpaares, insbesondere in der
Lagerung der Antriebswellen des Linearantriebs, zur Bestimmung der auf das Walzgut
aufgebrachten Zugspannung auf. Derartige Kraftmesslager sind hinreichend bekannt.
Sie können beispielsweise derart ausgeführt sein, dass in einer Lagerschale eines
Wälzlagers ein Spalt vorgesehen ist und ein Dehnungsmessstreifen an beiden Seiten
des Spalts befestigt ist, sodass eine Änderung der Spaltbreite aufgrund einer Änderung
der in das Walzgut eingebrachten Zugspannung messbar wird. Derartige Kraftmesslager
können beispielsweise bevorzugt zur Lagerung der Antriebswellen der Linearantriebe
eingesetzt werden, wobei dann darüber hinaus bevorzugt der oder die Antriebsmotoren
zum Antrieb einer derart gelagerten Antriebswelle direkt mit der Antriebswelle ohne
Zwischenschaltung eines Getriebes verbunden sind. Mit Kraftmesslagern ist eine hochdynamische
Messung der Zugspannung im Walzgut möglich.
[0019] Grundsätzlich ist es von Vorteil, wenn die Mittel zum Erfassen der Zugspannung und/oder
die Regelung ausgebildet sind, um die zu Spannungsverteilung über die Breite des Walzguts
zu messen. Insbesondere dann, wenn die Zugspannung an beiden Längsseiten des Walzguts
gemessen wird, ist die Zugspannungsverteilung über die Breite des Walzguts in ausreichender
Weise bestimmbar.
[0020] Um das Fließen des Walzguts im Walzspalt zu optimieren, ist es im Weiteren von Vorteil,
wenn die Regelungseinrichtung mit Mitteln zum Einstellen des Anpressdrucks des Walzenpaars
gekoppelt ist. Somit wird es möglich, alle auf das Walzgut im Walzspalt wirkenden
Kräfte zu regeln.
[0021] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass
der mindestens eine Linearantrieb mindestens eine Stelleinrichtung aufweist, mit der
die Position des Linearantriebs relativ zum Walzgut im Betrieb veränderbar und insbesondere
um eine zur Antriebsrichtung des Walzguts im Wesentlichen orthogonale Achse schwenkbar
ist. Durch ein Verschwenken des Linearantriebs wird es möglich, die Zugspannungsverteilung
über die Breite des Walzguts zu ändern und anzupassen. Hierdurch kann beispielsweise
ein sich beim Walzen im Walzgut bildender Säbel frühzeitig ausgeglichen werden, insbesondere
dann, wenn die Stelleinrichtung mit der Regelungseinrichtung gekoppelt ist und die
Stelleinrichtung in Abhängigkeit von der über die Breite des Walzguts gemessene Zugspannungsverteilung
betätigt wird. Durch die Verstellbarkeit des bzw. der Linearantriebe kann die erfindungsgemäße
Vorrichtung nicht nur zum Walzen, sondern gleichzeitig auch zum Richten des gewalzten
Walzguts verwendet werden.
[0022] Dabei ist es bevorzugt, wenn der Linearantrieb auf einer gekrümmten Bahn verschwenkt
werden kann. Sinnvollerweise ist die Position des Linearantriebs zum Band auch während
des Walzens verstellbar. Außerdem kann der Krümmungsradius der Bahn selbst während
des Walzens veränderlich sein. Dies kann auch für beide Linearantriebe gelten, wenn
ein Linearantrieb in Antriebsrichtung vor und einer hinter dem Walzenpaar angeordnet
ist.
[0023] Dafür sind der mindestens eine obere und der mindestens eine untere Antrieb, die
typischerweise in einem Linearantrieb vorgesehen sind und von oben bzw. unten auf
das Walzgut wirken, in einem Rahmen gehalten, wobei die oberen und unteren Antriebe
des Linearantriebs innerhalb des feststehenden Rahmens relativ zum Rahmen positioniert
werden können. Dabei ist es darüber hinaus bevorzugt, wenn mindestens eine erste Stelleinrichtung
für den oberen und unteren Antrieb auf einer Seite des Walzguts vorgesehen ist, mit
der der obere und untere Antrieb in einer Richtung quer zur Antriebsrichtung verschiebbar
ist, und mindestens eine zweite Stelleinrichtung für den oberen und unteren Antrieb
auf der gegenüberliegenden Seite des Walzguts vorgesehen ist, mit der der obere und
untere Antrieb um eine im Wesentlichen vertikale Achse verschwenkbar ist. Somit ist
die Antriebsrichtung des Linearantriebs gegenüber der Längsrichtung des Walzguts vergleichsweise
frei einstellbar.
[0024] Insbesondere um ein Richten des gewalzten Walzguts zu ermöglichen, ist es von Vorteil,
wenn der Linearantrieb gegenüber der Längsrichtung des Walzguts um einen Winkel von
mindestens +/-10°, vorzugsweise von mindestens +/- 20° verschwenkt werden kann.
[0025] Um möglichst hohe Zugspannungen zu gewährleisten, ist es von Vorteil, wenn der obere
und der untere Antrieb des Linearantriebs mehrere in Walzrichtung hintereinander angeordnete
Kontaktelemente zum Kontaktieren des Walzguts aufweist, wobei die Kontaktelemente
vorzugsweise derart elastisch ausgebildet sind, dass sie das Walzgut auch dann sicher
kontaktieren, wenn es in Walzrichtung unterschiedliche Dicken aufweist.
[0026] Alternativ hierzu kann mindestens einer der Linearantriebe einen berührungslosen
Wirbelstromantrieb aufweisen, der das Walzgut kontaktlos antreibt.
[0027] Vorzugsweise ist in Walzrichtung hinter dem Walzenpaar eine insbesondere laserbasierte
Messvorrichtung zum Messen der Dicke und/oder der Geschwindigkeit des Walzguts vorgesehen.
Darüber hinaus kann diese Messvorrichtung ausgebildet oder können weitere Messvorrichtungen
vorgesehen sein, um die Ebenheit, Welligkeit und/oder Säbeligkeit des Walzguts in
Antriebsrichtung hinter dem Walzenpaar zu bestimmen. Alle ermittelten Messdaten können
ebenso in die Regelung der Zugspannung einfließen.
[0028] In noch einer erfindungsgemäßen Ausführungsform sind in Walzrichtung vor und hinter
dem Walzenpaar jeweils ein Linearantrieb vorgesehen, die geeignet sind, gemeinsam
Zug auf das Walzgut aufzubringen, beispielsweise in dem der in Antriebsrichtung vor
dem Walzenpaar angeordnete Linearantrieb das Walzgut bremst, während der dahinter
angeordnete Linearantrieb das Walzgut zieht.
[0029] Wie sich bereits aus dem Vorstehenden ergibt, wird die der Erfindung zugrunde liegende
Aufgabe mit einem Verfahren zum Walzen eines Walzguts mit einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung dadurch gelöst, dass das Walzgut durch das Walzenpaar gewalzt wird, wobei
von einem in Walzrichtung hinter dem Walzenpaar angeordneten Linearantrieb in Zusammenwirken
mit dem Walzenpaar und/oder einem in Walzrichtung vor dem Walzenpaar angeordneten
Linearantrieb eine Zugspannung auf das Walzgut aufgebracht wird, und wobei die von
dem Linearantrieb auf das Walzgut ausgeübte Zugspannung geregelt wird.
[0030] In einer besonderen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Höhe
des Walzspalts in Abhängigkeit von der Regeleinrichtung verändert.
[0031] Außerdem ist bevorzugt, dass die Richtung der vom Linearantrieb auf das Walzgut ausgeübten
Zugspannung relativ zur Längsrichtung des Walzguts geregelt verändert wird, um das
gewalzte Walzgut zu richten oder einen Säbelfehler zu minimieren bzw, zu vermeiden.
[0032] Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist auch ein Walzverfahren möglich, bei dem
das Walzgut das Walzenpaar alternierend in entgegengesetzte Richtungen durchläuft.
Mit anderen Worten ermöglicht die erfindungsgemäße Vorrichtung für mindestens einzelne
Abschnitte des Walzguts im Reversierbetrieb zu Walzen, und zwar insbesondere, aber
nicht ausschließlich dann, wenn vor und hinter dem Walzspalt jeweils ein Linearantrieb
vorgesehen ist.
[0033] Mit dem Verfahren ist es möglich und sinnvoll, die Zugspannung derart zu regeln,
dass sie mindestens 50% der Verformung des Walzguts im Walzspalt bewirkt.
[0034] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Figuren, in denen bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung dargestellt sind, näher erläutert.
[0035] Es zeigen
- Fig. 1
- den prinzipiellen Aufbau einer erfindungsgemäßen Walzlinie in seitlicher Ansicht;
- Fig, 2
- den prinzipiellen Aufbau des in Figur 1 dargestellten Linearantriebs 4 in seitlicher,
teilgeschnittener Ansicht;
- Fig. 3a
- schematisch das Verhalten von elastischen Kontaktelementen des Linearantriebs im Mitnahmebereich
vor dem Walzenpaar der Walzlinie mit einem Metallband gleichförmiger Dicke;
- Fig. 3b
- schematisch das Verhalten von elastischen Kontaktelementen eines Linearantriebs im
Mitnahmebereich hinter dem Walzenpaar der Walzlinie mit stufengewalztem Metallband;
- Fig. 4a
- schematisch einen als Wirbelstromantrieb ausgebildeten Linearantrieb im Mitnahmebereich
vor dem Walzenpaar der Walzlinie mit einem Metallband gleichförmiger Dicke;
- Fig. 4b
- schematisch einen als Wirbelstromantrieb ausgebildeten Linearantrieb im Mitnahmebereich
hinter dem Walzenpaar der Walzlinie mit stufengewalztem Metallband;
- Fig. 5
- den prinzipiellen Aufbau des in Figur 1 dargestellten Linearantriebs 4 in geschnittener,
schematisierter Ansicht;
- Fig, 6
- eine teilgeschnittene Aufsicht auf einen Stellantrieb für den Linearantrieb der Figuren
2 und 5;
- Fig. 7a
- eine teilgeschnittene Aufsicht auf den Linearantrieb der Figuren 2 und 5 in einer
ersten Betriebsposition;
- Fig. 7b
- eine teilgeschnittene Aufsicht auf den Linearantrieb der Figuren 2 und 5 in einer
anderen Betriebsposition; und
- Fig. 8
- den prinzipiellen Aufbau eines Linearantriebs wie in Fig. 5, hier allerdings mit einem
Wirbelstromantrieb.
[0036] In Figur 1 ist eine erfindungsgemäße Walz- und Strecklinie mit einem ein Walzenpaar
mit den Walzen 1 und 2 aufweisenden Walzgerüst 3 sowie einem in Bandlaufrichtung vor
dem Walzgerüst 3 angeordneten Linearantrieb 4 und einem nach dem Walzgerüst 3 angeordneten
Linearantrieb 5 dargestellt, die insbesondere zum Stufenwalzen von warm- oder kaltgewalzten
Metallbändern geeignet ist. In Bandlaufrichtung vor dem Linearantrieb 4 ist eine Messvorrichtung
6 vorgesehen, ebenso wie in Bandlaufrichtung hinter dem Linearantrieb eine Messvorrichtung
7 vorgesehen ist. Diese Messvorrichtungen 6, 7 sind insbesondere vorgesehen, um die
Bandgeschwindigkeit, sowie die Ebenheit, Planheit, Wendigkeit und Säbeligkeit des
durch die Walz- und Strecklinie geführten Metallbandes 8 zu bestimmen. Am Ende der
Linie befindet sich eine Aufwickelhaspel 9, auf die das gewalzte Metallband 8 aufgewickelt
wird.
[0037] Wie insbesondere auch in Figur 2 zu sehen ist, weist der Linearantrieb 4 einen oberen
Antrieb mit einer in Figur 2 lediglich schematisch dargestellten umlaufenden Kette
11 und einen unteren Antrieb mit einer umlaufenden Kette 12 auf. Dementsprechend weist
der Linearantrieb 5 einen oberen Antrieb mit einer umlaufenden Kette 13 sowie einen
unteren Antrieb mit einer umlaufenden Kette 14 auf. Die umlaufenden Ketten 11, 12,
13, 14 laufen in Kettenschienen 12a, 14a um und werden jeweils von jeweils zwei Servomotoren
15, 16, 17, 18 angetrieben, die zu beiden Selten einer Antriebswelle 21, 22, 23, 24
der jeweiligen Antriebe angeordnet sind und das Antriebsmoment über Zahnräder 25,
26 auf die umlaufende Ketten 11, 12 übertragen. Die Antriebswellen 21, 22, 23, 24
sind an den Kettenschienen 12a, 14a gelagert.
[0038] Das Metallband 8 wird zwischen den oberen und unteren umlaufenden Ketten 11, 12,
13, 14 der Linearantriebe 4, 5 geführt. An den Kettengliedern der umlaufenden Ketten
11, 12 sind Kontaktelemente 27, 28 angeordnet, die elastisch ausgebildet sind, so
dass sie ein Metallband auch dann fest greifen können, wenn sich die Dicke des Metallbands
über die Länge des Kontaktbereichs des Linearantriebs 4, 5 ändert, was sich besondere
aus den Darstellungen in den Figuren 3a (Darstellung mit eben gewalztem Metallband
8) und 3b (Darstellung mit stufengewalzten Metallband 8) entnehmen lässt. Gleichwirkend
können vergleichsweise starre Kontaktelemente sein, die federnd gelagert sind, sofern
die Federn für die Lagerung ausreichend steif ausgelegt sind.
[0039] Alternativ zu kontaktbehafteten Linearantrieben können auch kontaktlose, insbesondere
wirbelstrombasierte Linearantriebe eingesetzt werden, deren Kettenglieder mit Magneten
versehen sind. Da der Antrieb kontaktlos erfolgt, kann auch hiermit ein Metallband
mit über seine länge veränderlicher Dicke problemlos linear angetrieben werden. In
den Figuren 4a und 4b ist gezeigt, wie ein Metallband 8 zwischen Magneten bzw. elektrische
Spulen 35, 36 der oberen und unteren Antriebe eines Wirbelstrom-Linearantriebs geführt
ist, wobei das in Figur 4a dargestellte Metallband 8 eben gewalzt und das in Figur
4b gezeigte Metallband 8 stufengewalzten ist.
[0040] Die Zugspannung im Metallband 8 wird in diesem Ausführungsbeispiel durch einen durch
den Linearantrieb 5 aufgebrachten Zug und einen durch den Linearantrieb 4 aufgebrachten
Gegenzug erzeugt. Die Linearantriebe 4 und 5 sind hierfür technisch gleich, aber um
180° gedreht in die Linie eingebaut, so dass sich die Motoren jeweils auf der dem
Walzgerüst 3 abgewandten Seite des jeweiligen Linearantriebs 4, 5 befinden.
[0041] Die im Metallband 8 anliegende Zugspannung wird über Kraftmesslager 31, 32, die,
wie in Figur 2 zu sehen ist, jeweils an den Seiten des durch die umlaufenden Ketten
11, 12 definierten Mitnahmebereichs des Linearantriebs 4, 5 angeordnet sind, bestimmt.
[0042] Der Figur 5 lässt sich insbesondere die Funktionsweise der Stelleinrlchtungen zur
Positionierung des in Figur 2 dargestellten Linearantriebs 4 entnehmen. Der Linearantrieb
4 weist einen feststehenden Rahmen 41 mit seitlichen Pfosten 42, 43 auf. In den seitlichen
Pfosten 42, 43 sind, wie sich insbesondere auch der geschnittenen Teilansicht in Figur
6 entnehmen lässt, Drehsäulen 44, 45 gelagert. Jede der Drehsäulen 44, 45 weist, wie
in Figur 6 zu erkennen ist, über einen langen Abschnitt eine an gegenüberliegenden
Seiten offene Außenwandung 46 auf. In diesem Abschnitt ist die Innenwandung jeder
der Drehsäulen 44, 45 als Führung 47 ausgebildet. Zum Verschwenken der Drehsäulen
44, 45 sind an ihren unteren Enden Stellantriebe 48, 49 vorgesehen. Die Winkelposition
der Drehsäulen 44, 45 kann in einem vergleichsweise weiten Bereich verstellt werden
(in Figur 6 sind zwei mögliche Stellpositionen dargestellt).
[0043] Der obere Antrieb wird von einem oberen Querträger 51 und der untere Antrieb von
einem unteren Querträger 52 gehalten. Auf beiden Seiten neben den umlaufenden Ketten
11, 12 sitzen auf dem unteren Querträger Führungssäulen 53, 54, an denen der obere
Querträger 51 vertikal verschieblich gelagert ist. Der obere Querträger 51 kann über
Hydraulikzylinder 55, 56, die sich oben am Rahmen 41 abstützen, gegenüber dem unteren
Querträger 52 vertikal positioniert werden. Der untere Querträger 52 stützt sich auf
Gleitlagern 57, 58 ab, die im Bereich der Führungssäulen 53, 54 unter dem unteren
Querträger 52 vorgesehen sind. Die Führungssäule 53 und damit der gesamte Linearantrieb
kann über einen Stellantrieb mit einem Stellantrieb 59, dessen Antriebsstange mit
der Führungssäule 53 verbunden ist, quer zur Transportrichtung verstellt werden.
[0044] An den Enden des oberen Querträgers 51 und des unteren Querträgers 52 sind Stützrollen
61, 62, 63, 64 vorgesehen, die in den Führungen 46, 47 der Drehsäulen 44, 45 in einer
horizontalen Ebene geführt sind. Die Stützrollen 61, 62 des oberen Querträgers 51
sind vertikal in den Drehsäulen 44, 45 verschieblich.
[0045] In Kombination der Stellantriebe 48, 49, mit denen die Lage der Führungen der Drehsäulen
44, 45 einstellbar ist, und dem quer zur Transportrichtung wirkenden Stellantrieb
59 wird es möglich, den gesamten Linearantrieb auf einem im Wesentlichen teilkreisförmigen
Bahnabschnitt um einen virtuellen Mittelpunkt, der insbesondere in der Mitte des Walzguts
liegt, verschwenkt wird, wobei der Radius des virtuellen Kreisbahnabschnitts bzw.
die Lage des virtuellen Mittelpunkts in weiten Grenzen einstellbar ist, und zwar insbesondere
so, dass der virtuelle Mittelpunkt M auf beiden Seiten des Linearantriebs liegen kann.
Im Ergebnis ist es insbesondere möglich ist, den virtuellen Mittelpunkt in Transportrichtung
vor den jeweiligen Linearantrieb zu legen, wie in den Figuren 7a und 7b dargestellt
ist, und das Walzgut kann in entgegengesetzten Transportrichtungen, also im Reversierbetrieb,
durch die Walzlinie geführt werden.
[0046] Der in Figur 8 dargestellte prinzipielle Aufbau eines Linearantriebs entspricht im
Wesentlichen dem des Aufbaus des in Figur 5 dargestellten Linearantriebs. Der einzige
Unterschied besteht darin, dass die umlaufenden Ketten 11, 12, die bei den in Figur
5 dargestellten Antrieben das Walzgut kontaktierende Kontaktelemente aufweisen, hier
mit Magneten bzw., elektrischen Spulen 71, 72 ausgestattet sind, so dass das Walzgut
zwischen den umlaufenden Ketten berührungslos transportiert werden kann.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Walze |
35 |
Magnet bzw. elektrische Spule |
| 2 |
Walze |
36 |
Magnet bzw. elektrische Spule |
| 3 |
Walzgerüst |
41 |
feststehender Rahmen |
| 4 |
Linearantrieb |
42 |
Pfosten |
| 5 |
Linearantrieb |
43 |
Pfosten |
| 6 |
Messvorrichtung |
44 |
Drehsäule |
| 7 |
Messvorrichtung |
45 |
Drehsäule |
| 8 |
Metallband |
46 |
Außenwandung |
| 9 |
Aufwickelhaspel |
47 |
Führung |
| 11 |
umlaufende Kette |
48 |
Stellantrieb |
| 12 |
umlaufende Kette |
49 |
Stellantrieb |
| 12a |
Kettenschiene |
51 |
oberer Querträger |
| 13 |
umlaufende Kette |
52 |
unterer Querträger |
| 14 |
umlaufende Kette |
53 |
Führungssäule |
| 14a |
Kettenschiene |
54 |
Führungssäule |
| 15 |
Servomotor |
55 |
Hydraulikzylinder |
| 16 |
Servomotor |
56 |
Hydraulikzylinder |
| 17 |
Servomotor |
57 |
Gleitlager |
| 18 |
Servomotor |
58 |
Gleitlager |
| 21 |
Antriebswelle |
59 |
Stellzylinder |
| 22 |
Antriebswelle |
61 |
Stützrolle |
| 23 |
Antriebswelle |
62 |
Stützrolle |
| 24 |
Antriebswelle |
63 |
Stützrolle |
| 25 |
Zahnrad |
64 |
Stützrolle |
| 26 |
Zahnrad |
71 |
Magnet bzw. elektrische Spule |
| 27 |
Kontaktelement |
72 |
Magnet bzw. elektrische Spule |
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Kontaktelement |
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Kraftmesslager |
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Kraftmesslager |
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1. Vorrichtung zum Walzen, insbesondere zum Stufenwalzen, von Walzgut mit mindestens
einem Walzenpaar und mindestens einem dem Walzenpaar in Walzrichtung nachgeordneten
Linearantrieb (4, 5), der zusammen mit dem Walzenpaar Zugspannung auf das Walzgut
aufbringen kann, gekennzeichnet durch Mittel zum Erfassen der Zugspannung sowie durch eine Regelungseinrichtung zum Regeln
der Antriebsleistung des Linearantriebs in Abhängigkeit von der ermittelten Zugspannung,
um wahlweise die auf das Walzgut aufgebrachte Zugspannung zu variieren oder die Zugspannung
bei sich ändernden Antriebsgeschwindigkeiten hinter dem Walzspalt konstant zu halten.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelungseinrichtung ausgebildet ist, um das im Linearantrieb (4, 5) wirkende
Drehmoment zu ermitteln und/oder einzustellen, wobei die Regelungseinrichtung vorzugsweise
Mittel zum Ermitteln der Leistungsaufnahme und der Antriebsgeschwindigkeit des Linearantriebs
(4, 5) aufweist und ausgebildet ist, das Drehmoment aus den ermittelten Informationen
zur Leistungsaufnahme und Antriebsgeschwindigkeit zu bestimmen und/oder einzustellen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch Kraftmesslager in der Lagerung des Linearantriebs (4, 5) und/oder des Walzenpaares,
insbesondere in der Lagerung der Antriebswellen des Linearantriebs (4, 5), zur Bestimmung
der auf das Walzgut aufgebrachten Zugspannung.
4. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Erfassen der Zugspannung und/oder die Regelung ausgebildet sind, um
die Zugspannungsverteilung über die Breite des Walzguts zu messen.
5. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelungseinrichtung mit Mitteln zum Einstellen des Anpressrucks des Walzenpaars
gekoppelt ist.
6. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Linearantrieb (4, 5) mindestens eine Stelleinrichtung aufweist,
mit der die Position des Linearantriebs relativ zum Walzgut im Betrieb veränderbar
und insbesondere um eine zur Antriebsrichtung im Wesentlichen orthogonale Achse verschwenkbar
ist, wobei die Stelleinrichtung vorzugsweise ausgebildet ist, ein Verschwenken des
Linearantriebs um mindestens +/- 10°, vorzugsweise um mindestens +/- 20°, zu ermöglichen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Linearantrieb (4, 5) einen oberen und einen unteren Antrieb aufweist, die von
oben bzw. unten auf das Walzgut wirken und die in einem Rahmen (41) gehalten sind,
und dass der obere und untere Antrieb innerhalb des feststehenden Rahmens relativ
zum Rahmen positioniert werden können, wobei vorzugsweise mindestens eine erste Stelleinrichtung
für den oberen und unteren Antrieb auf einer Seite des Walzguts vorgesehen ist, mit
der der obere und untere Antrieb in einer Richtung quer zur Antriebsrichtung verschiebbar
ist, und mindestens eine zweite Stelleinrichtung für den oberen und unteren Antrieb
auf der gegenüberliegenden Seite des Walzguts vorgesehen ist, mit der der obere und
untere Antrieb um eine im Wesentlichen vertikale Achse verschwenkbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der obere und der untere Antrieb des Linearantriebs (4, 5) mehrere in Walzrichtung
hintereinander angeordneten Kontaktelemente (27, 28) zum Kontaktieren des Walzguts
aufweist, wobei die Kontaktelemente (27, 28) vorzugsweise derart elastisch ausgebildet
sind, dass sie das Walzgut auch dann sicher kontaktieren, wenn es in Walzrichtung
unterschiedliche Dicken aufweist, oder dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der Linearantriebe (4, 5) einen oder mehrere berührungslose Wirbelstromantriebe
aufweist, die das Walzgut kontaktlos antreiben bzw. bremsen.
9. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens eine Messvorrichtung (6, 7) in Walzrichtung hinter dem Walzenpaar zum
Messen der Dicke und/oder der Geschwindigkeit des Walzguts.
10. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Linearantrieb (4, 5) in Walzrichtung vor und einen Linearantrieb (4, 5) in
Walzrichtung hinter dem Walzenpaar.
11. Verfahren zum Walzen eines Walzguts mit einer Vorrichtung gemäß einem der vorstehenden
Ansprüche 1 bis 10, bei dem das Walzgut durch das Walzenpaar gewalzt wird, wobei von
einem in Walzrichtung hinter dem Walzenpaar angeordneten Linearantrieb (4, 5) in Zusammenwirken
mit dem Walzenpaar und/oder einem in Walzrichtung vor dem Walzenpaar angeordneten
Linearantrieb (4, 5) eine Zugspannung auf das Walzgut aufgebracht wird, und wobei
die von dem Linearantrieb (4, 5) auf das Walzgut ausgeübte Zugspannung geregelt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Walzspalts während des Walzens in Abhängigkeit von der Regeleinrichtung
verändert wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12 dadurch gekennzeichnet, dass die Richtung der von dem Linearantrieb (4, 5) auf das Walzgut ausgeübten Zugspannung
relativ zur Längsrichtung des Walzguts geregelt verändert wird, um das Walzgut zu
richten oder einen Säbelfehler zu minimieren oder zu vermeiden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Walzgut das Walzenpaar alternierend in entgegengesetzte Richtungen durchläuft.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugspannung derart geregelt wird, dass sie mindestens 50% der Verformung des
Walzguts im Walzspalt bewirkt.
1. Device for rolling, in particular for stepped rolling, of rolling stock with at least
one pair of rolls and at least one linear drive (4, 5) which is arranged downstream
of the pair of rolls in the rolling direction and which, together with the pair of
rolls, can apply tensile stress to the rolling stock, characterized by means for detecting the tensile stress and by a control device for controlling the
drive power of the linear drive as a function of the tensile stress detected, in order
optionally to vary the tensile stress applied to the rolling stock or to keep the
tensile stress constant behind the roll gap as the drive speeds change.
2. Device according to claim 1, characterized in that the control device is designed to determine and/or set the torque acting in the linear
drive (4, 5), the control device preferably having means for determining the power
consumption and the drive speed of the linear drive (4, 5) and being designed to determine
and/or set the torque from the determined information on the power consumption and
drive speed.
3. Device according to claim 1 or 2, characterized by force measuring bearings in the bearing of the linear drive (4, 5) and/or of the
pair of rolls, in particular in the bearing of the drive shafts of the linear drive
(4, 5), for determining the tensile stress applied to the rolling stock.
4. Device according to any one of the preceding claims, characterized in that the means for detecting the tensile stress and/or the control are designed to measure
the tensile stress distribution over the width of the rolling stock.
5. Device according to any one of the preceding claims, characterized in that the control device is coupled to means for adjusting the contact pressure of the
pair of rolls.
6. Device according to one of the preceding claims, characterized in that the at least one linear drive (4, 5) has at least one adjusting device by means of
which the position of the linear drive relative to the rolling stock can be varied
during operation and, in particular, can be pivoted about an axis essentially orthogonal
to the drive direction, the adjusting device preferably being designed to permit pivoting
of the linear drive by at least +/- 10°, preferably by at least +/- 20°.
7. Device according to claim 6, characterized in that the linear drive (4, 5) comprises an upper and a lower drive which act on the rolling
stock from above and below, respectively, and which are held in a frame (41), and
in that the upper and lower drive can be positioned within the fixed frame relative to the
frame, wherein preferably at least one first adjusting device for the upper and lower
drive is provided on one side of the rolling stock, with which the upper and lower
drive can be displaced in a direction transverse to the drive direction, and at least
one second adjusting device for the upper and lower drive is provided on the opposite
side of the rolling stock, with which the upper and lower drive can be pivoted about
a substantially vertical axis.
8. Device according to one of the preceding claims, characterized in that the upper and the lower drive of the linear drive (4, 5) have a plurality of contact
elements (27, 28) arranged one behind the other in the rolling direction for contacting
the rolling stock, the contact elements (27, 28) preferably being designed to be elastic
in such a way that they reliably contact the rolling stock even if it has different
thicknesses in the rolling direction, or characterized in that at least one of the linear drives (4, 5) has one or more contactless eddy current
drives which drive or brake the rolling stock without contact.
9. Device according to one of the preceding claims, characterized by at least one measuring device (6, 7) downstream of the pair of rolls in the rolling
direction for measuring the thickness and/or the speed of the rolling stock.
10. Device according to one of the preceding claims, characterized by a linear drive (4, 5) upstream of the pair of rolls in the rolling direction and
a linear drive (4, 5) downstream of the pair of rolls in the rolling direction.
11. Method for rolling a rolling stock with a device according to one of the preceding
claims 1 to 10, wherein the rolling stock is rolled by the pair of rolls, a tensile
stress being applied to the rolling stock by a linear drive (4, 5) arranged downstream
of the pair of rolls in the rolling direction in cooperation with the pair of rolls
and/or a linear drive (4, 5) arranged upstream of the pair of rolls in the rolling
direction, and the tensile stress exerted on the rolling stock by the linear drive
(4, 5) being controlled.
12. Method according to claim 11, characterized in that the height of the rolling gap is changed during rolling in dependence on the control
device.
13. Method according to claim 11 or 12 characterized in that the direction of the tensile stress exerted by the linear drive (4, 5) on the rolling
stock is changed in a controlled manner relative to the longitudinal direction of
the rolling stock in order to straighten the rolling stock or to minimize or avoid
a saber error.
14. Method according to one of claims 11 to 13, characterized in that the rolling stock passes through the pair of rolls alternately in opposite directions.
15. Method according to any one of claims 11 to 14, characterized in that the tensile stress is controlled such that it causes at least 50% of the deformation
of the rolling stock in the rolling gap.
1. Dispositif pour le laminage, en particulier le laminage étagé, d'un produit à laminer
avec au moins une paire de cylindres et au moins un entraînement linéaire (4, 5) disposé
en aval de la paire de cylindres dans la direction de laminage qui, conjointement
avec la paire de cylindres, peut appliquer une contrainte de traction sur le produit
à laminer, caractérisé par des moyens pour détecter la contrainte de traction et par un dispositif de régulation
pour réguler la puissance d'entraînement de l'entraînement linéaire en fonction de
la contrainte de traction établie, pour au choix faire varier la contrainte de traction
appliquée sur le produit à laminer ou maintenir constante derrière l'emprise des cylindres
la contrainte de traction à des vitesses d'entraînement qui changent.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif de régulation est conçu pour établir et/ou ajuster le couple agissant
dans l'entraînement linéaire (4, 5), où le dispositif de régulation présente de préférence
des moyens pour établir la puissance absorbée et la vitesse d'entraînement de l'entraînement
linéaire (4, 5) et est conçu pour déterminer et/ou ajuster le couple à partir des
informations établies sur la puissance absorbée et la vitesse d'entraînement.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par des paliers dynamométriques dans l'ensemble de paliers de l'entraînement linéaire
(4, 5) et/ou de la paire de cylindres, en particulier dans l'ensemble de paliers des
arbres d'entraînement de l'entraînement linéaire (4, 5), pour déterminer la contrainte
de traction appliquée sur le produit à laminer.
4. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les moyens pour détecter la contrainte de traction et/ou la régulation sont conçus
pour mesurer la répartition de la contrainte de traction sur la largeur du produit
à laminer.
5. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dispositif de régulation est couplé à des moyens pour ajuster la pression d'appui
de la paire de cylindres.
6. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le au moins un entraînement linéaire (4, 5) présente au moins un dispositif de réglage
avec lequel la position de l'entraînement linéaire par rapport au produit à laminer
peut être modifiée pendant le fonctionnement et en particulier peut être amenée à
pivoter autour d'un axe sensiblement orthogonal par rapport à la direction d'entraînement,
où le dispositif de réglage est de préférence conçu pour permettre un pivotement de
l'entraînement linéaire d'au moins +/- 10°, de préférence d'au moins +/-20°.
7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'entraînement linéaire (4, 5) présente un entraînement supérieur et un entraînement
inférieur, qui agissent sur le produit à laminer par le haut ou par le bas et qui
sont maintenus dans un châssis (41), et l'entraînement supérieur et l'entraînement
inférieur peuvent être positionnés par rapport au châssis à l'intérieur du châssis
fixe, où de préférence au moins un premier dispositif de réglage pour l'entraînement
supérieur et l'entraînement inférieur est prévu sur un côté du produit à laminer,
avec lequel l'entraînement supérieur et l'entraînement inférieur peuvent être déplacés
dans une direction transversale à la direction d'entraînement, et au moins un deuxième
dispositif de réglage pour l'entraînement supérieur et l'entraînement inférieur est
prévu sur le côté opposé du produit à laminer, avec lequel l'entraînement supérieur
et l'entraînement inférieur peuvent être amenés à pivoter autour d'un axe sensiblement
vertical.
8. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'entraînement supérieur et l'entraînement inférieur de l'entraînement linéaire (4,
5) présentent plusieurs éléments de contact (27, 28) disposés les uns derrière les
autres dans la direction de laminage pour entrer en contact avec le produit à laminer,
où les éléments de contact (27, 28) sont de préférence conçus de manière élastique
de telle manière qu'ils viennent aussi en contact de manière sûre avec le produit
à laminer lorsqu'il présente des épaisseurs différentes dans la direction de laminage,
ou caractérisé en ce qu'au moins l'un des entraînements linéaires (4, 5) présente un ou plusieurs entraînements
à courant de Foucault sans contact qui entraînent ou freinent le produit à laminer
sans contact.
9. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par au moins un dispositif de mesure (6, 7) dans la direction de laminage derrière la
paire de cylindres pour mesurer l'épaisseur et/ou la vitesse du produit à laminer.
10. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par un entraînement linéaire (4, 5) dans la direction de laminage devant et un entraînement
linéaire (4, 5) dans la direction de laminage derrière la paire de cylindres.
11. Procédé pour le laminage d'un produit à laminer avec un dispositif selon l'une des
revendications 1 à 10 précédentes, dans lequel le produit à laminer est laminé par
la paire de cylindres, où une contrainte de traction est appliquée sur le produit
à laminer par un entraînement linéaire (4, 5) disposé derrière la paire de cylindres
dans la direction de laminage en coopération avec la paire de cylindres et/ou un entraînement
linéaire (4, 5) disposé devant la paire de cylindres dans la direction de laminage,
et où la contrainte de traction exercée par l'entraînement linéaire (4, 5) sur le
produit à laminer est régulée.
12. Procédé selon la revendication 11, caractérisé en ce que la hauteur de l'emprise des cylindres est modifiée pendant le laminage en fonction
du dispositif de régulation.
13. Procédé selon la revendication 11 ou 12, caractérisé en ce que la direction de la contrainte de traction exercée sur le produit à laminer par l'entraînement
linéaire (4, 5) est modifiée de manière régulée par rapport à la direction longitudinale
du produit à laminer, pour dresser le produit à laminer ou minimiser ou éviter un
défaut d'incurvation.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications 11 à 13, caractérisé en ce que le produit à laminer traverse la paire de cylindres alternativement dans des directions
opposées.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 11 à 14, caractérisé en ce que la contrainte de traction est régulée de telle sorte qu'elle provoque au moins 50
% de la déformation du produit à laminer dans l'emprise des cylindres.
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