[0001] Die Erfindung betrifft ein Verpackungsblecherzeugnis aus einem kaltgewalzten Stahlblech
mit einer Dicke von weniger als 0,6 mm.
[0002] Verpackungsblecherzeugnisse sind kaltgewalzte Stahlbleche mit einer Dicke von bis
zu 0,6 mm, die zur Herstellung von Verpackungen, wie z.B. Getränke-, Konserven- oder
Aerosoldosen, verwendet werden. Da die Verpackungsblecherzeugnisse bei der Herstellung
von Verpackungen, beispielsweise in Tiefzieh- oder Abstreckzieh-Verfahren, starken
Umformungen ausgesetzt werden, müssen Verpackungsblecherzeugnisse einerseits eine
hohe Umformfähigkeit aufweisen. Um das Gewicht der Verpackungen zu reduzieren, werden
andererseits möglichst dünne Stahlbleche hoher Festigkeit als Verpackungsblecherzeugnisse
verwendet, welche in einem einfachen oder einem doppelten Kaltwalzschritt aus einem
warmgewalzten Stahlblech auf die gewünschte Enddicke gebracht werden. Der Gesamtkaltwalzgrad
(Reduktionsgrad der Dickenreduktion beim Kaltwalzen) liegt dabei in der Regel bei
mindestens 80 %, wobei das warmgewalzte Stahlblech (Warmband) zur Dickenreduktion
einfach oder zweifach kaltgewalzt wird. Einfach kaltgewalzte Stahlbleche (single-reduced:
SR) werden nach dem Kaltwalzen zur Wiederherstellung der Umformbarkeit rekristallisierend
geglüht und danach ggf. mit einem geringen Nachwalzgrad von weniger als 5 % nachgewalzt
bzw. dressiert. Bei zweifach kaltgewalzten Stahlblechen (double-reduced: DR) erfolgt
nach dem rekristallisierenden Glühen ein zweiter Kaltwalzschritt mit Nachwalzgraden
zwischen 5 % und 45 %, um das Stahlblech auf eine gewünschte Enddicke von häufig weniger
als 0,3 mm zu bringen.
[0003] Da der Gesamtkaltwalzgrad, also die Reduzierung der Dicke eines warmgewalzten Stahlblechs
durch einfaches oder zweifaches Kaltwalzen auf eine gewünschte Enddicke, aus technologischen
und materialspezifischen Gründen begrenzt ist, ist eine geringe Dicke des warmgewalzten
Stahlblechs (Warmband) erstrebenswert, um möglichst geringe Enddicken beim kaltgewalzten
Stahlblech zu erzielen. Allerdings sind geringe Dicken des Warmbands einerseits aus
wirtschaftlichen Gründen und andererseits wegen auftretender Materialdefekte im Warmband
nachteilig. Um aus Warmbändern mit üblichen Dicken durch ein- oder zweifaches Kaltwalzen
Stahlbleche mit einer möglichst geringen Enddicke von weniger als 0,6 mm, bevorzugt
von weniger als 0,5 mm und besonders bevorzugt von weniger als 0,35 mm herstellen
zu können, sind Gesamtkaltwalzgrade von mehr als 85 % erforderlich. Allerdings kann
der Gesamtkaltwalzgrad eines Stahlblechs mit einer vorgegebenen Komposition sowohl
aus technologischen Gründen als auch wegen des für die Herstellung von Verpackungen
erforderlichen Umformverhaltens der Stahlbleche nicht auf beliebig hohe Werte gesteigert
werden. Bei zu hohen Gesamtkaltwalzgraden verschlechtert sich beispielsweise die Zipfligkeit
der kaltgewalzten Stahlbleche. Ein Stahlblech mit einer vorgegebenen Komposition des
Stahls weist eine vom Gesamtkaltwalzgrad abhängige Zipfligkeit auf, welche bei einem
bestimmten, optimalen Kaltwalzgrad ein Minimum der Zipfelhöhe am oberen Rand eines
aus dem kaltgewalzten Stahlblech geformten Napfs aufweist.
[0004] Der optimale Gesamtkaltwalzgrad (Gesamtkaltwalzgradoptimum) von kaltgewalzten Stahlblechen,
bei denen diese eine möglichst geringe Zipfligkeit aufweisen, hängt wiederum von der
Komposition des Stahls ab. Stähle mit relativ niedrigem Kohlenstoff- und Stickstoffgehalt
weisen dabei ein hohes Gesamtkaltwalzgradoptimum auf. Allerdings tragen Kohlenstoff
und Stickstoff zur Festigkeitssteigerung von Stählen bei, weshalb Stähle mit sehr
niedrigem Kohlenstoff- und Stickstoffgehalt eine nur mäßige Festigkeit aufweisen.
Aus Stählen mit einer nur mäßigen Festigkeit können jedoch keine Verpackungen geringer
Dicke hergestellt werden, die eine ausreichende Endstabilität aufweisen.
Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein kaltgewalztes Stahlblech
zur Herstellung von Verpackungen aufzuzeigen, welches bei möglichst geringer Dicke
eine ausreichend hohe biaxiale Festigkeit und gleichzeitig ein gutes Umformverhalten
bei einer mehrachsigen Verformung zur Herstellung von Verpackungen aufweist. Das kaltgewalzte
Stahlblech soll dabei aus einem warmgewalzten Stahlblech (Warmband) durch einfaches
Kaltwalzen mit einem Dressieren nach dem Rekristallisationsglühen oder durch zweifaches
Kaltwalzen mit einem zweiten Kaltwalzschritt nach dem Rekristallisationsglühen unter
einem möglichst hohen Gesamtkaltwalzgrad herstellbar sein, so dass zu dessen Herstellung
trotz der gewünschten niedrigen Enddicke von weniger als 0,6 mm und einer bevorzugten
Enddicke im Bereich von 0,10 mm bis 0,50 mm Warmbänder im üblichen Dickenbereich verwendet
werden können. Die kaltgewalzten Stahlbleche der Erfindung sollen dabei als Verpackungsblecherzeugnisse
den hohen Anforderungen in mehraxialen Umformprozessen bei der Herstellung von Verpackungen,
wie z.B. in Tiefzieh- oder Abstreckziehverfahren, gerecht werden, wobei die Verpackungsblecherzeugnisse
insbesondere mehrachsigen Verformungen und Ausdünnungen in Dickenrichtung ohne Materialversagen
und ohne Einbußen auf die Festigkeit der daraus hergestellten dreidimensionalen Verpackungskörper
standhalten sollen.
[0005] Diese Aufgaben werden mit einem Verpackungsblecherzeugnis gemäß Anspruch 1 gelöst.
Bevorzugte Merkmale und Eigenschaften der Verpackungsblecherzeugnisse der Erfindung
sowie Verfahren zu deren Herstellung sind den abhängigen Ansprüchen zu entnehmen.
Ein Verfahren zur Charakterisierung erfindungsgemäßer Verpackungsblecherzeugnisse
ist im Anspruch 15 definiert.
[0006] Die Erfindung geht von folgenden Überlegungen aus:
In Umformverfahren zur Herstellung von Verpackungen aus Verpackungsblecherzeugnissen,
wie z.B. in Tiefzieh- und Abstreckziehverfahren zur Herstellung von Getränkedosen,
erfolgt eine mehrachsige Verformung des Verpackungsblechs (kaltgewalztes Stahlblech)
und lokal eine erhebliche Ausdünnung der ursprünglichen Dicke des Verpackungsblechs
von weniger als 0,6 mm. So wird beispielsweise die Dicke eines Verpackungsblechs beim
Tiefziehen und Abstreckziehen einer Getränkedose durch die Umformung des Verpackungsblechs
mittels Umformwerkzeuge im mittleren Abschnitt des Dosenkörpers auf ca. 30 % der ursprünglichen
Dicke reduziert. Die dabei auftretende Werkstoffbeanspruchung wird durch die mechanischen
Eigenschaften wie Zugfestigkeit und Bruchdehnung, die in einachsigen Zugversuchen
anhand von Spannungs-/Dehnungs-Diagrammen ermittelt werden, nur unzureichend charakterisiert.
Eine Optimierung der mechanischen Eigenschaften von Verpackungsblechen nach den in
einachsigen Zugversuchen ermittelten Kennwerten ist aus diesem Grund nicht zu bevorzugen.
[0007] Die Erfindung geht daher davon aus, dass die Charakterisierung der mechanischen Eigenschaften
von Verpackungsblechen und insbesondere deren Umformverhalten besser durch mehrachsige
Zugversuche charakterisiert werden kann, um darauf basierend eine Optimierung der
Werkstoffeigenschaften vornehmen zu können. Die mechanischen Eigenschaften und das
Umformvermögen der erfindungsgemäßen Verpackungsblecherzeugnisse wird daher in vorteilhafter
Weise mit dem in der Norm DIN EN ISO 16808 (entsprechend EN ISO 16808) definierten
hydraulischen Tiefungsversuch mit optischen Messsystemen (im Folgenden auch als "Bulge-Test"
oder als "Bulgeversuch" bezeichnet) erfasst. Bei dem hydraulischen Tiefungsversuch
gem. der Norm DIN EN ISO 16808 wird an einer Probe eines Stahlblechs eine biaxiale
Spannung-/Dehnung-Kurve mittels eines optischen Messsystems ermittelt, wobei bei einem
reinen Streckziehen die wahre biaxiale Spannung über dem Umformgrad (Betrag der wahren
Dehnung ε in Dickenrichtung) unter Berücksichtigung der Dickenreduktion erfasst wird.
Hierfür wird eine Probe des Stahlblechs, die insbesondere in Form einer Ronde vorliegt,
an ihrem Rand zwischen einer Matrize und einem Niederhalter eingespannt und anschließend
wird eine Flüssigkeit gegen das eingespannte Stahlblech gedrückt, wodurch eine Wölbung
ausgebildet wird, bis ein Riss im Stahlblech auftritt. Während dem hydraulischen Tiefungsversuch
wird der Druck der Flüssigkeit gemessen und die Entwicklung der Umformung des Blechs
mit einem optischen Messgerät aufgezeichnet. Basierend auf der aufgezeichneten Blechumformung
können die örtliche Krümmung, die Umformgrade auf der Oberfläche und die Dicke des
verformten Blechs erfasst werden. Aus dem Flüssigkeitsdruck, der Dicke und dem Krümmungsradius
des verformten Blechs kann weiterhin die (wahre) biaxiale Spannung und die wahre Dehnung
in Dickenrichtung berechnet werden. Aus diesen Daten wird die biaxiale Spannung-/Dehnung-Kurve
(Fließkurve im biaxialen Spannungszustand) ermittelt. Der Kurvenverlauf der biaxialen
Spannung-/Dehnung-Kurve aus einem Bulge-Test hat dabei im Vergleich zu einem uniaxialen
Zugversuch (wie beispielsweise in der Norm DIN EN ISO 6892-1 definiert) einen ähnlichen
Kurvenverlauf. Beim hydraulischen Tiefungsversuch des Bulge-Tests werden allerdings
am gleichen Material höhere Formänderungswerte und insbesondere höhere Dehnungen sowie
eine ausgeprägtere Kaltverfestigung nach Überwinden des elastischen Bereichs erzielt.
Es wird dabei davon ausgegangen, dass aufgrund der ähnlichen Kurvenverläufe der Spannung-/Dehnung-Kurven
eines uniaxialen Zugversuches und eines Bulge-Tests an derselben Probe in der biaxialen
Spannung-/Dehnung-Kurve des hydraulischen Tiefungsversuchs (Bulge-Test bzw. Bulgeversuch)
die üblicherweise im uniaxialen Zugversuch ermittelten mechanischen Kenngröße, wie
z.B. die absolute Festigkeit, die untere und die obere Streckgrenze, die Bruchdehnung
sowie die Lüders-Dehnung entsprechend zugeordnet werden können.
Tabelle 1 zeigt die dabei vorgenommene Zuordnung der mechanischen Kenngrößen aus einem uniaxialen
Zugversuch und dem hydraulischen Tiefungsversuch gemäß dem Bulge-Test (Bulgeversuch).
In Figur 1 ist ein Beispiel für die aus einem Bulge-Test ermittelte biaxiale Spannung-/Dehnung-Kurve
einer gealterten Stahlblech-Probe gezeigt, wobei die wahre biaxiale Spannung σB in
[MPa] über dem Betrag der wahren Dehnung in Dickenrichtung |ε| in [%] dargestellt
und die dabei erfassten mechanischen Kenngrößen gem. Tabelle 1 angegeben und eingezeichnet
sind. Die wahre Dehnung in Dickenrichtung ist aufgrund der Dickenreduktion im biaxialen
Zugversuch des Bulge-Tests negativ. Unter der (wahren) Dehnung ε wird daher immer
der Betrag der negativen Dehnung in Dickenrichtung des Blechs verstanden, wobei bei
der Erfassung der wahren Dehnung die Dickenreduktion berücksichtigt ist. Die Bereiche
der elastischen und der plastischen Verformung sind dabei in den Einschüben der Figur
1 vergrößert dargestellt.
[0008] Die in Tabelle 1 angeführten mechanischen Kenngrößen einer Stahlblechprobe werden
dabei in einem biaxialen Spannung-/Dehnung-Diagramm, wie es beispielhaft in Figur
1 gezeigt ist, wie folgt ermittelt:
Die Kurve des Spannung-/Dehnung-Diagramm zeigt auf der Abszisse hintereinander drei
charakteristische Bereiche:
- (1) Elastischer Bereich mit linearem Anstieg der Spannung über der Dehnung:
Im lokalen Maximum dieser Geraden, bevor der erste deutliche Spannungsabfall erfolgt,
wird die obere Streckgrenze SbeH abgelesen;
- (2) Unstetiger Kurvenverlauf, der den Übergang zum bzw. Beginn des plastischen Bereichs
markiert und in dem die Spannung etwa konstant ist über der Dehnung:
Die niedrigste Spannung innerhalb dieses unstetigen Bereichs entspricht der unteren
Streckgrenze SbeL, wobei Einschwingerscheinungen keine Berücksichtigung finden. Am Ende des unstetigen
Bereichs (2) und somit im Übergang zum sich anschließenden, wieder stetig ansteigenden
Kurvenzug des Bereichs (3) wird die Lüdersdehnung Abe ermittelt. Hierzu wird eine
Parallele zu der anfänglichen Gerade des elastischen Bereichs gezogen und in deren
Schnittpunkt mit der Abszisse die Lüdersdehnung abgelesen. Die elastische Rückfederung
des Werkstoffs findet somit keine Berücksichtigung.
- (3) Plastischer Bereich stetiger Kaltverfestigung, in dem die Spannung kontinuierlich
über der Dehnung ansteigt bis zum Bruch:
Am Ende des Kurvenzugs wird einerseits die absolute Festigkeit Sbm ermittelt, welche die maximale Spannung bei Bruch darstellt. Andererseits wird die
Bruchdehnung Ab abgelesen, wobei das Vorgehen analog zur Ermittlung der Lüdersdehnung
ist. Es wird eine Parallele zu der anfänglichen Gerade des elastischen Bereichs gezogen
und in deren Schnittpunkt mit der Abszisse die Bruchdehnung abgelesen. Die elastische
Rückfederung des Werkstoffs findet somit auch hier keine Berücksichtigung.
[0009] In Figur 2 ist der plastische Bereich der Spannung-/Dehnung-Kurve von Figur 1 im
Bereich zwischen der Lüdersdehnung Abe und einer oberen (plastischen) Grenzdehnung
von ε
max = 0,5 • Ab · (Sb
eL/Sb
m) gezeigt, wobei Ab die Bruchdehnung, Sb
eL die untere Streckgrenze und Sb
m die absolute Festigkeit ist. Der in Figur 2 dargestellte plastische Bereich der Spannung-/Dehnung-Kurve
kann durch eine Funktion σ
B = b·ε
n beschrieben werden, wobei σ
B die wahre, biaxiale Spannung (in MPa), ε der Betrag der wahren Dehnung in Dickenrichtung
(in %), b ein Proportionalitätsfaktor und n ein Verfestigungsexponent ist. In dem
Beispiel der Figur 2 kann der elastisch-plastische Bereich der Spannung-/Dehnung-Kurve
zwischen der Lüdersdehnung Abe und der oberen (plastischen) Grenzdehnung ε
max durch die Funktion σ
B = b·ε
n mit b = 402 MPa und n = 0,132 dargestellt werden. Eine entsprechende Fit-Kurve ist
in dem Spannung-/Dehnung-Diagramm der Figur 2 eingezeichnet.
[0010] Ausgehend von diesen Vorüberlegungen betrifft die Erfindung ein:
Verpackungsblecherzeugnis aus einem kaltgewalzten Stahlblech mit einer Dicke von weniger
als 0,6 mm, welches folgende Zusammensetzung in Bezug auf das Gewicht aufweist:
- C: 0,001 - 0,06 %,
- Si: < 0,03 %, bevorzugt 0,002 bis 0,03 %,
- Mn: 0,17 - 0,5 %,
- P: < 0,03 %, bevorzugt 0,005 bis 0,03 %,
- S: 0,001 - 0,03 %,
- Al: 0,001 - 0,1 %,
- N: 0,002 - 0,12 %, bevorzugt 0,004 bis 0,07 %,
- optional Cr: < 0,1 %, bevorzugt 0,01 - 0,08 %,
- optional Ni: < 0,1 %, bevorzugt 0,01 - 0,05 %,
- optional Cu: < 0,1 %, bevorzugt 0,002 - 0,05 %,
- optional Ti: < 0,01 %,
- optional B: < 0,005 %,
- optional Nb: < 0,01 %,
- optional Mo: < 0,02 %,
- optional Sn: < 0,03 %,
- Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen,
wobei das Verpackungsblecherzeugnis bei einer biaxialen Verformung in einem BulgeVersuch
eine untere Streckgrenze (Sb
eL) von mehr als 300 MPa und eine zugehörige Bruchdehnung (Ab) von mehr als 10 % und
im plastischen Bereich zwischen der Lüdersdehnung (Ab
e) und einer oberen (plastischen) Grenzdehnung von ε
max = 0,5·Ab·(Sb
eL/Sb
m) ein biaxiales Spanungs-Dehnungs-Diagramm σ
B(ε) aufweist, das mit einer Funktion σ
B = b·ε
n darstellbar ist, wobei
- σB die wahre, biaxiale Spannung (in MPa),
- ε der Betrag der wahren Dehnung in Dickenrichtung (in %),
- SbeL die untere Streckgrenze,
- Sbm die absolute Festigkeit,
- Abe die Lüdersdehnung,
- Ab die Bruchdehnung,
- b ein Proportionalitätsfaktor und
- n ein Verfestigungsexponent ist,
und eine Verfestigung des Verpackungsblecherzeugnisses in Dickenrichtung durch einen
Verfestigungsexponenten von

charakterisiert ist.
[0011] Verpackungsblecherzeugnisse mit entsprechenden Eigenschaften einer im Bulge-Test
ermittelten biaxialen Spannung-/Dehnung-Kurve können durch eine Reduzierung der Dicke
des Stahlblechs durch ein- oder zweifaches Kaltwalzen eines Warmbands mit einer bevorzugten
Dicke von 2 mm bis 4 mm auf Enddicken von weniger als 0,6 mm erzeugt werden und zeichnen
sich einerseits durch eine für die Herstellung von Verpackungen ausreichend hohen
biaxialen Festigkeit aus, und weisen andererseits ein ausreichend hohes mehraxiales
Umformvermögen auf, welches die Herstellung von Verpackungen in anspruchsvollen Tiefziehverfahren
unter einer mehrachsigen Verformung auch bei einer erheblichen Ausdünnung des Materials
in Dickenrichtung ermöglicht, ohne dass es zu Rissbildungen kommt. Aufgrund der hohen
biaxialen Festigkeit und des hohen mehraxialen Umformvermögens können dünnere Verpackungsblecherzeugnisse
für die Herstellung von Verpackungen eingesetzt werden, ohne dass Einbußen in der
Stabilität der hergestellten Verpackungen zu befürchten sind. Durch die Verwendung
von dünneren Verpackungsblecherzeugnissen kann das Gewicht der daraus hergestellten
Verpackungen reduziert werden.
[0012] Es hat sich dabei gezeigt, dass diese vorteilhaften mechanischen Eigenschaften der
erfindungsgemäßen Verpackungsblecherzeugnisse, die durch den hydraulischen Tiefungsversuch
des Bulge-Tests durch Erfassung einer biaxialen Spannung-/Dehnung-Kurve ermittelt
werden können, einerseits durch die Komposition des Stahls der kaltgewalzten Stahlbleche
mit einem niedrigen Kohlenstoffgehalt im Bereich von 0,001 bis 0,06 Gew. % und andererseits
durch einen hohen Stickstoffgehalt von 0,002 bis 0,12 Gew. % erzielt werden können.
Der Stickstoff wird dabei bevorzugt und zumindest im Wesentlichen durch ein Aufsticken
des kaltgewalzten Stahlblechs in einem Glühofen mit einer nitrierenden Gasatmosphäre,
insbesondere einer Ammoniak-Atmosphäre, in das kaltgewalzte Stahlblech eingebracht.
Durch das Aufsticken des Stahlblechs im Glühofen kann der eingebrachte Stickstoff
sehr gleichmäßig über den Querschnitt des Stahlblechs interstitiell in das (Ferrit)-Gitter
des Stahls eingelagert werden. Dadurch können die positiven Eigenschaften des warmgewalzten
Stahlblechs (Warmband) zur Einhaltung eines hohen Gesamtkaltwalzgradoptimums und einer
hohen Mischkristallverfestigung beibehalten werden. Insbesondere kann der Stickstoffgehalt
im Warmband niedrig gehalten werden und insbesondere kleiner als 0,016 Gew. % sein.
Dies stellt sicher, dass bei der Herstellung einer Bramme aus dem schmelzflüssigen
Stahl keine Brammenrisse und -poren entstehen und dass das aus der Bramme durch Warmwalzen
erzeugte Warmband nicht zu hohe Festigkeiten aufweist und daher mit den üblichen Walzgerüsten
mit Gesamtkaltwalzgraden (gesamtes Reduktionsverhältnis des ein- oder zweifachen Kaltwalzens)
von mehr als 80 % kaltgewalzt werden kann.
[0013] Der beim Aufsticken des kaltgewalzten Stahlblechs im Glühofen eingebrachte Stickstoff
kann dabei homogen über die Dicke des Stahlblechs verteilt eingebracht werden, ohne
dass sich an den Oberflächen des Stahlblechs harte und spröde Nitridschichten ausbilden.
Dies kann insbesondere dadurch erreicht werden, dass die Aufstickung des kaltgewalzten
Stahlblechs in einem Durchlaufglühofen, durch den das Stahlblech in Bandform (also
als kaltgewalztes Stahlband) mit einer vorgegebenen Bandgeschwindigkeit von bevorzugt
mehr als zwei 200 m/min durchgeführt wird, erfolgt und ein nitrierendes Gas, insbesondere
Ammoniakgas, einerseits zur Ausbildung einer stickstoffhaltigen Gasatmosphäre in den
Glühofen eingebracht und andererseits mittels Düsen auf wenigstens eine oder beide
Oberflächen des Stahlbands gleichmäßig aufgesprüht wird.
[0014] Bevorzugt weist das Warmband bereits einen anfänglichen Stickstoffanteil N
0 im Bereich von 0,001 Gew. % bis 0,016 Gew. % auf, um den gesamten Stickstoffgehalt
im kaltgewalzten Stahlblech und dadurch die durch das Aufsticken des Kaltbands bewirkte
Mischkristallverfestigung zu maximieren. Bevorzugt wird der anfängliche Stickstoffgehalt
des Warmbands, beim Aufsticken im Glühofen um wenigstens 0,002 Gew. % erhöht. Der
gesamte Stickstoffgehalt, der sich aus der Summe des anfänglichen Stickstoffanteil
N
0 im Warmband und dem beim Aufsticken des kaltgewalzten Stahlblechs im Glühofen eingebrachten
Stickstoffanteil ΔN zusammensetzt, wird beim Glühen des kaltgewalzten Stahlblechs
durch die Anwesenheit des Stickstoffdonors in dem Glühofen eingestellt, indem bei
den Glühtemperaturen dissoziierter, atomarer Stickstoff des Stickstoffdonors in das
kaltgewalzte Stahlblech diffundiert und dadurch den Stickstoffanteil um ΔN erhöht.
Der beim Aufsticken im Glühofen eingebrachte Stickstoffanteil ΔN liegt dabei bevorzugt
bei mindestens 0,002 Gew. %. Gew. %
[0015] Der gesamte Gewichtsanteil des freien Stickstoffs im kaltgewalzten Stahlblech ergibt
sich aus der Summe des freien Stickstoffgehalts im Warmband N
frei (Warmband) und des durch die Aufstickung im Durchlaufglühofen hinzugefügten Stickstoffs
ΔN:

Dabei wird davon ausgegangen, dass der beim Aufsticken im Durchlaufglühofen eingebrachte
Stickstoffanteil ΔN zumindest im Wesentlichen interstitiell in Zwischengitterplätze
eingelagert wird. Die Obergrenze für den Gewichtsanteil des freien Stickstoffs im
kaltgewalzten Stahlblech wird dabei durch die Löslichkeitsgrenze von Stickstoff im
Ferritgitter des Stahls bestimmt, die bei ca. 0,1 Gew. % liegt.
[0016] Bei dem zum Aufsticken des kaltgewalzten Stahlblechs im Glühofen verwendeten Stickstoffdonor
kann es sich bspw. um eine stickstoffhaltige Gasatmosphäre im Glühofen, insbesondere
um eine ammoniakhaltige Atmosphäre, oder um eine stickstoffhaltige Flüssigkeit handeln,
die auf die Oberfläche des kaltgewalzten Stahlblechs aufgebracht wird, bevor dieses
in dem Glühofen erwärmt wird. Der Stickstoffdonor sollte dabei so ausgebildet sein,
dass durch Dissoziation atomarer Stickstoff im Glühofen bereitgestellt wird, der in
das Stahlblech diffundieren kann. Insbesondere kann es sich bei dem Stickstoffdonor
um Ammoniakgas handeln. Damit dieses im Glühofen zur Bildung von atomarem Stickstoff
dissoziiert, werden im Glühofen beim Aufsticken des kaltgewalzten Stahlblechs bevorzugt
Ofen-Temperaturen von mehr als 400°C eingestellt.
[0017] Das Aufsticken des kaltgewalzten Stahlblechs im Durchlaufglühofen kann dabei vor,
während oder nach dem rekristallisierenden Glühen erfolgen. So ist es bspw. möglich,
das Aufsticken in dem Durchlaufglühofen in einer stromaufwärtigen ersten Zone des
Durchlaufglühofens bei einer ersten Temperatur unterhalb der Rekristallisationstemperatur
unter Anwesenheit eines Stickstoffdonors durchzuführen und das Stahlblech danach in
einer stromabwärtigen zweiten Zone des Durchlaufglühofens zum rekristallisierenden
Glühen auf eine zweite Temperatur oberhalb der Rekristallisationstemperatur zu erwärmen.
Diese Reihenfolge des Aufstickens und rekristallisierenden Glühens kann auch umgekehrt
werden. Eine solche Entkopplung des Aufstickens und des rekristallisierenden Glühens
in verschiedenen Zonen des Durchlaufglühofens hat den Vorteil, dass für den jeweiligen
Prozess die optimale Temperatur eingestellt werden kann, wobei die optimale Temperatur
für das Aufsticken niedriger liegt als für das rekristallisierende Glühen. Aus ökonomischen
Gründen ist jedoch ein gleichzeitiges Aufsticken und Glühen des Stahlblechs im Durchlaufglühofen
bei einer Temperatur oberhalb der Rekristallisationstemperatur unter Anwesenheit eines
Stickstoffdonors zu bevorzugen.
[0018] Durch das Aufsticken des kaltgewalzten Stahlblechs im Glühofen kann erreicht werden,
dass der dabei eingebrachte Stickstoff im Wesentlichen in ungebundener Form, d.h.
im Ferritgitter des Stahls in gelöster Form, in das Stahlblech eingebracht wird, da
sich der beim Aufsticken im Glühofen eingebrachte Stickstoff nicht mit starken Nitridbildnern
wie Aluminium oder Chrom zu Nitriden bindet. Dadurch wird wiederum eine hohe Festigkeit
erzielt, weil der im Stahl gelöste, ungebundene Stickstoff aufgrund einer Mischkristallverfestigung
zu einer Festigkeitssteigerung beiträgt. Bevorzugt ist ein Gewichtsanteil von mehr
als 0,003 %, bevorzugt von mindestens 0,01 % des Stickstoffs in ungebundener Form
interstitiell im Stahl eingelagert. Der durch das Aufsticken im Glühofen in das kaltgewalzte
Stahlblech eingebrachte Stickstoff kann daher (fast) vollständig zu einer Mischkristallverfestigung
und damit zu einer Erhöhung der Festigkeitsparameter des Verpackungsblecherzeugnisses
beitragen, wodurch im hydraulischen Tiefungsversuch unter einer biaxialen Verformung
(Bulge-Test) eine untere Grenzdehnung Sb
eL von mehr als 300 MPa erzielt werden kann.
[0019] Da die durch das Aufsticken des Stahlblechs erzeugte Mischkristallverfestigung am
effizientesten ist, wenn der eingebrachte Stickstoff in ungebundener Form interstitiell
in Zwischengitterplätzen des Stahls (insbesondere des Ferritgitters) eingelagert wird,
ist es zweckmäßig, wenn die Legierungskomposition des Stahls möglichst wenig (starke)
Nitridbildner wie Al, Ti, B, Cr, Mo und/oder Nb aufweist, um zu verhindern, dass der
Stickstoff in Form von Nitriden gebunden wird. Daher weist die Legierungskomposition
des Stahls bevorzugt folgende Obergrenzen für den Gewichtsanteil der folgenden, nitridbildenden
Legierungsbestandteile auf:
- Al: < 0,1 %, bevorzugt weniger als 0,05 %;
- Ti: < 0,01 %, bevorzugt weniger als 0,002 %;
- B: < 0,005 %, bevorzugt weniger als 0,001 %;
- Nb: < 0,01 %, bevorzugt weniger als 0,002 %;
- Cr: < 0,1 %, bevorzugt weniger als 0,08 %,
- Mo: < 0,001 %.
[0020] Bevorzugt beträgt der gesamte Gewichtsanteil der Nitridbildner weniger als 0,1 %.
Dadurch kann insbesondere ein Gewichtsanteil des ungebundenen Stickstoffs von mehr
0,003 % gewährleistet werden.
[0021] Weiterhin hat sich durch Vergleich erfindungsgemäßer Verpackungsblecherzeugnisse
mit nicht-erfindungsgemäßen Vergleichsproben gezeigt, dass sich durch das Aufsticken
des kaltgewalzten Stahlblechs im Glühofen bei den erfindungsgemäßen Verpackungsblecherzeugnissen
höhere Werte für den Verfestigungsexponenten n erzielen lassen. Der Verfestigungsexponent
n ist ein Maß für die Kaltverfestigung des Verpackungsblecherzeugnisses in Dickenrichtung.
Die erfindungsgemäßen Verpackungsblecherzeugnisse zeichnen sich daher gegenüber nicht-erfindungsgemäßen
Vergleichsproben aufgrund des höheren, durch das Aufsticken im Glühofen bewirkten
hohen Stickstoffanteils durch eine erhöhte Kaltverfestigung im plastischen Bereich
zwischen der Lüdersdehnung Abe und der oberen (plastischen) Grenzdehnung von ε
max = 0,5·Ab·(Sb
eL/Sb
m) aus.
[0022] Die mechanischen Eigenschaften der erfindungsgemäßen Verpackungsblecherzeugnisse,
die mit dem Bulge-Test durch Ermitteln einer biaxialen Spannung-/Dehnung-Kurve erfassbar
sind, werden dabei nach einer (künstlichen oder natürlichen) Alterung des Materials
erreicht. Eine natürliche Alterung kann dabei durch eine längere Lagerung des Materials
oder durch eine Lackierung mit anschließender Lacktrocknung hervorgerufen werden.
Zur Charakterisierung des Materials kann jedoch auch eine künstliche Alterung durch
eine thermische Behandlung der Verpackungsblecherzeugnisse über eine Behandlungsdauer
von 20 bis 30 Minuten bei einer Alterungstemperatur von 200°C bis 210°C erfolgen.
[0023] Zur Herstellung erfindungsgemäßer Verpackungsblecherzeugnisse wird zunächst eine
Bramme aus einen Stahl mit folgender Zusammensetzung in Bezug auf die Gewichtsanteile
der angeführten Legierungsbestandteile gegossen:
- C: 0,001 - 0,06 %,
- Si: < 0,03 %, bevorzugt 0,002 bis 0,03 %,
- Mn: 0,17 - 0,5 %,
- P: < 0,03 %, bevorzugt 0,005 bis 0,03 %,
- S: 0,001 - 0,03 %,
- Al: 0,001 - 0,1 %,
- N: < 0,016%, bevorzugt 0,001 bis 0,010 %,
- optional Cr: < 0,1 %, bevorzugt 0,01 - 0,08%,
- optional Ni: < 0,1 %, bevorzugt 0,01 - 0,05 %,
- optional Cu: < 0,1 %, bevorzugt 0,002 - 0,05 %,
- optional Ti: < 0,01 %,
- optional B: < 0,005 %,
- optional Nb: < 0,01 %,
- optional Mo: < 0,02 %,
- optional Sn: < 0,03 %,
- Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen
[0024] Die Bramme wird zu einem Warmband warmgewalzt, wobei die Endwalztemperatur beim Warmwalzen
der Bramme bevorzugt oberhalb der Ar3-Temperatur des Stahls ist und insbesondere im
Bereich von 800 bis 920°C. Bevorzugt weist das Warmband eine Dicke im Bereich von
2 mm bis 4 mm auf. Aus wirtschaftlichen sowie qualitativen Gründen sind möglichst
hohe Warmbanddicken von bevorzugt mehr als 2 mm anzustreben. Allerdings sind zur Erzielung
niedriger Enddicken des kaltgewalzten Stahlblechs höhere Warmbanddicken erforderlich,
wenn das Warmband mit üblichen Walzgerüsten kaltgewalzt werden soll, ohne den Gesamtkaltwalzgrad
auf technologisch nicht mehr erzielbare Werte zu erhöhen. Daher sollte die Dicke des
Warmbands 4 mm nicht übersteigen. Ein Bereich von 2 bis 4 mm der Warmbanddicke verhindert
einerseits die Ausbildung von Defekten im Warmband aufgrund eines zu hohen Reduktionsgrads
beim Warmwalzen sowie das Einhalten der bevorzugten Endwalztemperatur und ermöglicht
andererseits die Herstellung dünner Stahlbleche durch ein- oder zweifaches Kaltwalzen
des Warmbands mit herkömmlichen Walzgerüsten mit einem hohen Gesamtkaltwalzgrad im
Bereich von 80 % bis 98 %.
[0025] Das Warmband wird anschließend bevorzugt bei einer Aufwickeltemperatur unterhalb
der Arl-Temperatur und insbesondere im Bereich von 500°C bis 750°C zu einer Rolle
(Coil) aufgewickelt. Die aufgewickelte Rolle des Warmbands wird anschließend bevorzugt
durch natürliche Abkühlung auf Raumtemperatur gekühlt und zweckmäßig durch Beizen
vom Zunder befreit. Danach erfolgt ein (primäres) Kaltwalzen des Warmbands mit einem
Reduktionsverhältnis (Kaltwalzgrad) von mindestens 80 % zu einem kaltgewalzten Stahlband.
Das kaltgewalzte Stahlband wird danach in einen Glühofen gebracht. Bevorzugt handelt
es sich bei dem Glühofen um einen Durchlaufglühofen, durch den das kaltgewalzte Stahlband
mit einer vorgegebenen Bandgeschwindigkeit von bevorzugt mehr als 200 m/min durchgeführt
wird. In dem Glühofen erfolgt einerseits ein Rekristallisationsglühen und andererseits
ein Aufsticken, wobei das Aufsticken und Rekristallisationsglühen sowohl gleichzeitig
und in denselben Abschnitten des Glühofens oder auch nacheinander und insbesondere
in unterschiedlichen Abschnitten des Durchlaufglühofens erfolgen kann. Das Rekristallisationsglühen
erfolgt dabei bei einer Glühtemperatur des Stahlbands von mindestens 630°C. Das Aufsticken
des Stahlbands erfolgt in dem Glühofen unter Anwesenheit eines Stickstoffdonors, der
in dem Glühofen eine nitrierende Gasatmosphäre bereitstellt. Bevorzugt wird der Stickstoffdonor,
bei dem es sich um ein nitrierendes Gas und insbesondere um Ammoniakgas handelt, zusätzlich
mittels Düsen auf mindestens eine Oberfläche und bevorzugt auf beide Oberflächen des
Stahlbands aufgesprüht, um eine gleichmäßige Verteilung des eingebrachten Stickstoffs
über die Dicke des Stahlbands zu erzielen.
[0026] Die Verweildauer des Stahlbands im Glühofen liegt bevorzugt zwischen 10 Sekunden
und 400 Sekunden und kann bei Verwendung eines Durchlaufglühofens durch die Bandgeschwindigkeit,
mit der das Stahlband durch den Durchlaufglühofen geführt wird, eingestellt werden.
Diese Glühdauer reicht aus, um einerseits eine vollständige Rekristallisation des
Stahlblechs zu erzielen und andererseits eine möglichst homogene Verteilung des beim
Aufsticken in dem Glühofen in das Stahlband eingebrachten Stickstoffs über die Dicke
des Stahlbands zu erzielen.
[0027] In dem Glühofen bzw. in dem Bereich des Glühofens, in dem das Aufsticken des Stahlbands
erfolgt, wird zweckmäßig zur Aufrechterhaltung einer nitrierenden Gasatmosphäre eine
Temperatur eingestellt, bei welcher der in dem Glühofen eingebrachte Stickstoffdonor,
bei dem es sich bevorzugt um Ammoniakgas handelt, zumindest teilweise zu atomarem
Stickstoff dissoziiert. Dies stellt eine möglichst vollständige, schnelle und gleichmäßige
Diffusion des Stickstoffs in atomarer Form auf Zwischengitterplätzen des Stahlgitters
sicher und führt zu einer homogenen Verteilung von ungebundenem Stickstoff im Stahlband
und dadurch zu einer hohen Mischkristallverfestigung.
[0028] Nach dem Aufsticken und Rekristallisationsglühen wird das Stahlband auf Raumtemperatur
abgekühlt. Die Abkühlung kann dabei passiv durch Wärmeabgabe oder aktiv mittels Kühlfluid,
wie z.B. Kühlgas oder -wasser, erfolgen. Nach dem Abkühlen des Stahlbands auf Raumtemperatur
erfolgt ein Dressieren oder Nachwalzen des Stahlbands mit einem Nachwalzgrad von 0,2
% bis 45 %. Bevorzugt ist der Nachwalzgrad < 20 % und liegt insbesondere im Bereich
von 1 bis 18 %.
[0029] Der sich nach dem Dressieren oder Nachwalzen aus der Dicke d des Verpackungsblecherzeugnisses
und der Dicke D des Warmbands ergebende Gesamtkaltwalzgrad von GKWG = 1 - d/D liegt
bevorzugt bei mindestens 80 %, besonders bevorzugt bei 85 % oder mehr. Besonders bevorzugt
reicht der Gesamtkaltwalzgrad an das von der Komposition des Stahls abhängige Gesamtkaltwalzgradoptimum
heran und liegt zweckmäßig innerhalb einer Toleranz von ± 5 % am Gesamtkaltwalzgradoptimum.
Das Gesamtkaltwalzgradoptimum korreliert mit der geometrischen Ausbildung von Zipfeln,
die sich in einem Napfziehversuch an einer Blechprobe ausbilden und zeichnet sich
dabei durch ein Minimum in der Zipfelhöhe und eine Anzahl von sechs Zipfeln aus. Die
bevorzugten Enddicken der erfindungsgemäßen Verpackungsblecherzeugnisse liegen dabei
im Bereich von 0,10 mm bis 0,50 mm und besonders bevorzugt im Dickenbereich von 0,12
mm bis 0,35 mm.
[0030] Aufgrund der durch eine Mischkristallverfestigung herbeigeführten Festigkeitssteigerung
durch das Aufsticken des Stahlblechs beim Glühen in dem (Durchlauf-)glühofen in Anwesenheit
des Stickstoffdonors ist bei den erfindungsgemäßen Verpackungsblecherzeugnissen kein
Nachwalzen mit einem hohen Nachwalzgrad erforderlich, um zusätzlich die Festigkeit
noch durch eine Kaltverfestigung zu steigern. Der Nachwalzgrad kann daher bevorzugt
auf maximal 20% und bevorzugt im Bereich von insbesondere im Bereich von 1 bis 18
% beschränkt werden, wodurch eine Verschlechterung der Isotropie der Materialeigenschaften
durch ein zweites Kaltwalzen mit hohen Nachwalzgraden vermieden werden kann.
[0031] Nach dem zweiten Kaltwalzen bzw. Dressieren kann zur Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit
auf die Oberfläche des Stahlflachprodukts eine Beschichtung aufgebracht werden, bspw.
durch elektrolytische Abscheidung einer Zinn- oder Chrom-/Chromoxid-Beschichtung und/oder
durch Lackierung mit einem Lack oder durch Auflaminieren einer Polymerfolie aus einem
thermoplastischen Kunststoff, insbesondere einer Folie aus einem Polyester wie PET
oder einem Polyolefin wie PP oder PE.
[0032] Die erfindungsgemäßen Verpackungsblecherzeugnisse zeichnen sich trotz des niedrigen
Kohlenstoffgehalts durch eine hohe Grundfestigkeit aus, die insbesondere durch eine
Mischkristallverfestigung aufgrund des Einbringens von ungebundenem Stickstoff beim
Aufsticken des Stahlblechs im Glühofen erzielt wird. Anderseits weisen die erfindungsgemäßen
Verpackungsblecherzeugnisse eine höhere Kaltverfestigung während einer mehrachsigen
plastischen Verformung bei der Herstellung von Verpackungen auf, was insbesondere
bei hoch anspruchsvollen Umformungen (wie beispielsweise die als DWI-Verfahren bezeichneten
Abstreckzieh-Verfahren) vorteilhaft ist, um eine ausreichende Bauteilsicherheit garantieren
zu können. Die Festigkeit der erfindungsgemäßen Verpackungsblecherzeugnisse kann zusätzlich
durch natürliche oder künstliche Alterung des Stahlblechs oder des daraus hergestellten
Endprodukts (Verpackung) erhöht werden.
[0033] Die vorteilhaften Materialeigenschaften und weitere Merkmale der erfindungsgemäßen
Verpackungsblecherzeugnisse sowie des Herstellungsverfahrens und der Charakterisierung
der Verpackungsblecherzeugnisse gem. der Erfindung durch hydraulische Tiefungsversuche
(Bulge-Tests) ergeben sich aus den nachfolgend unter Bezugnahme auf die zugehörigen
Tabellen und Zeichnungen beschriebenen Beispiele. Die gezeigten Beispiele dienen lediglich
zur Erläuterung der Erfindung und zur Darstellung der vorteilhaften Materialeigenschaften
der erfindungsgemäßen Verpackungsblecherzeugnisse gegenüber nicht erfindungsgemäßen
Vergleichsbeispielen und beschränken den Schutzbereich der Erfindung, der durch die
abschließend definierten Patentansprüche bestimmt wird, nicht.
[0034] Die Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1:
- Beispiel für eine aus einem Bulge-Test ermittelte biaxiale Spannung-/Dehnung-Kurve
σB (ε) einer gealterten Stahlblech-Probe, wobei die dabei erfassten mechanischen Kenngrößen
gem. Tabelle 1 eingezeichnet sind und der Bereich der elastisch-plastischen Verformung
in dem Einschub vergrößert dargestellt ist;
- Fig. 2:
- Detaildarstellung des plastischen Bereichs der biaxialen Spannung-/Dehnung-Kurve von
Figur 1 oberhalb der Lüders-Dehnung (Abe) mit einem zugehörigen Fit der Funktion σB = b·εn ;
- Fig. 3:
- aus einem Bulge-Test ermittelte biaxiale Spannung-/Dehnung-Kurven von erfindungsgemäßen
und nicht-erfindungsgemäßen Stahlblech-Proben mit jeweils vergleichbarer Komposition
des Warmbands und unterschiedlichem Stickstoffgehalt und jeweils gleichem Nachwalzgrad,
wobei in Figur 3a die Spannung-/Dehnung-Kurve von erfindungsgemäßen und nichterfindungsgemäßen
Stahlblech-Proben mit niedrigem Kohlenstoffgehalt (C< 0,03 Gew.%) und in Figur 3b
die Spannung-/Dehnung-Kurven von erfindungsgemäßen und nicht-erfindungsgemäßen Stahlblech-Proben
mit höherem Kohlenstoffgehalt (C> 0,03 Gew.%) gezeigt sind;
- Fig. 4:
- Darstellung des Verlaufs der aus der biaxialen Spannung-/Dehnung-Kurve ermittelten
unteren Streckgrenze (SbeL in MPa) von erfindungsgemäßen und nicht-erfindungsgemäßen Stahlblech-Proben in Abhängigkeit
des Nachwalzgrads (NWG in %), wobei in Figur 4a die Werte von Proben mit niedrigem
Kohlenstoffgehalt (C< 0,03 Gew.%) und in Figur 4b die Werte von Proben mit höherem
Kohlenstoffgehalt (C> 0,03 Gew.%) gezeigt sind;
- Fig. 5:
- Darstellung des Verlaufs der aus der biaxialen Spannung-/Dehnung-Kurve ermittelten
Bruchdehnung (Ab in MPa) von erfindungsgemäßen und nichterfindungsgemäßen Stahlblech-Proben
in Abhängigkeit des Nachwalzgrads (NWG in %), wobei in Figur 5a die Werte von Proben
mit niedrigem Kohlenstoffgehalt (C< 0,03 Gew.%) und in Figur 5b die Werte von Proben
mit höherem Kohlenstoffgehalt (C> 0,03 Gew.%) gezeigt sind;
- Fig. 6:
- Darstellung des Verlaufs der aus dem plastischen Bereich der biaxialen Spannung-/Dehnung-Kurve
σB = b·εn ermittelten Verfestigungsexponenten n von erfindungsgemäßen und nicht-erfindungsgemäßen
Stahlblech-Proben in Abhängigkeit des Nachwalzgrads (NWG in %), wobei in Figur 6a
die Werte von Proben mit niedrigem Kohlenstoffgehalt (C< 0,03 Gew.%) und in Figur
6b die Werte von Proben mit höherem Kohlenstoffgehalt (C> 0,03 Gew.%) gezeigt sind;
- Fig. 7:
- Darstellung des Verlaufs der aus dem elastisch-plastischen Bereich der biaxialen Spannung-/Dehnung-Kurve
σB = b·εn ermittelten Verfestigungsexponenten aus Figur 6 von erfindungsgemäßen und nicht-erfindungsgemäßen
Stahlblech-Proben in Abhängigkeit ihrer unteren Streckgrenze (SbeL in MPa) gemäß Figur 4;
[0035] Für die Herstellung erfindungsgemäßer Verpackungsblecherzeugnisse wird aus einer
Stahlschmelze eine Bramme gegossen und zu einem Warmband warmgewalzt. Im Folgenden
werden die Bestandteile des Stahls, aus dem erfindungsgemäße Verpackungsblecherzeugnisse
hergestellt werden können, im Einzelnen erläutert, wobei sich die Angaben in Prozent
auf die Gewichtsanteile der Komponenten des Stahls beziehen:
Zusammensetzung des Stahls:
• Kohlenstoff, C: mindestens 0,001 % und höchstens 0,06 %;
[0036] Kohlenstoff wirkt härte- bzw. festigkeitssteigernd. Daher enthält der Stahl mindestens
0,001 Gew. % Kohlenstoff. Stähle mit niedrigem Kohlenstoffgehalt weisen ein höheres
Gesamtkaltwalzgradoptimum auf, weshalb aus Warmbändern mit niedrigem Kohlenstoffgehalt
und üblicher Warmbanddicken im Bereich von 2 bis 4 mm durch Kaltwalzen dünnere Stahlbleche
bei gleichbleibender Zipfligkeit erzeugt werden können. Um die Walzbarkeit des Stahlblechs
beim primären Kaltwalzen und ggf. in einem zweiten Kaltwalzschritt (Nachwalzen oder
Dressieren) und gleichzeitig eine geringe Zipfligkeit zu gewährleisten und die Bruchdehnung
nicht zu senken, sollte der Kohlenstoffgehalt deshalb nicht höher als 0,06 % sein.
Ein niedriger Kohlenstoffgehalt verhindert ferner während der Herstellung und der
Verarbeitung der Stahlbleche eine ausgeprägte Anisotropie in Form einer Zeiligkeit,
da der Kohlenstoff aufgrund der niedrigen Löslichkeit im Ferritgitter des Stahls maßgeblich
in Form von Zementit vorliegt. Darüber hinaus verschlechtert sich mit zunehmendem
Kohlenstoffgehalt die Oberflächenqualität und die Gefahr von Brammenrissen steigt
mit Annäherung an den peritektischen Punkt.
• Mangan, Mn: mindestens 0,17 % und höchstens 0,5 %;
[0037] Mangan wirkt ebenfalls härte- bzw. festigkeitssteigernd. Außerdem verbessert Mangan
die Schweißbarkeit und den Verschleißwiderstand von Stahl. Ferner wird durch Zugabe
von Mangan die Rotbruch-Neigung beim Warmwalzen gemindert, indem Schwefel zu weniger
schädlichem MnS abgebunden wird. Weiterhin führt Mangan zu einer Kornfeinung und durch
Mangan kann die Löslichkeit von Stickstoff im Eisengitter erhöht und eine Diffusion
von Kohlenstoff an die Oberfläche der Bramme verhindert werden. Daher ist ein Mangangehalt
von wenigstens 0,17 Gew. % zu bevorzugen. Zur Erzielung hoher Festigkeiten ist ein
Mangangehalt von mehr als 0,2 Gew.%, insbesondere von 0,30 Gew. % oder mehr zu bevorzugen.
Wenn der Mangangehalt jedoch zu hoch wird geht dies zu Lasten der Korrosionsbeständigkeit
des Stahls und die Lebensmittelverträglichkeit ist nicht mehr gewährleistet. Außerdem
wird bei zu hohen Mangangehalten die Festigkeit des Warmbands zu hoch, was dazu führt,
dass das Warmband nicht mehr wirtschaftlich kaltwalzbar ist. Daher ist die Obergrenze
für den Mangangehalt bei 0,5 Gew.%.
• Phosphor, P: weniger als 0,03 %
[0038] Phosphor ist ein unerwünschtes Begleitelement in Stählen. Ein hoher Phosphorgehalt
führt insbesondere zu einer Versprödung des Stahls und verschlechtert daher die Umformfähigkeit
von Stahlblechen, weshalb die Obergrenze für den Phosphorgehalt bei 0,03 Gew. % liegt.
• Schwefel. S: mehr als 0,001 % und höchstens 0,03 %
[0039] Schwefel ist ein unerwünschtes Begleitelement, das die Dehnbarkeit und die Korrosionsbeständigkeit
verschlechtert. Daher sollte nicht mehr als 0,03 Gew. % Schwefel im Stahl enthalten
sein. Andererseits müssen für eine Entschwefelung von Stahl aufwändige und kostenintensive
Maßnahmen ergriffen werden, weshalb aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten ein Schwefelgehalt
von weniger als 0,001 Gew. % nicht mehr vertretbar ist. Der Schwefelgehalt liegt daher
im Bereich von 0,001 Gew. % bis 0,03 Gew.%, besonders bevorzugt zwischen 0,005 Gew.
% und 0,01 Gew.%.
• Aluminium, Al: mehr als 0,001 % und weniger als 0,1 %
[0040] Aluminium wird bei der Stahlherstellung als Desoxidationsmittel zur Stahlberuhigung
benötigt. Aluminium erhöht weiterhin die Zunderbeständigkeit und die Umformfähigkeit.
Deshalb liegt der Aluminiumgehalt bei mehr als 0,001 Gew.%. Allerdings bildet Aluminium
mit Stickstoff Aluminiumnitride, welche in den erfindungsgemäßen Stahlblechen nachteilig
sind, da sie den Anteil des freien Stickstoffs reduzieren. Außerdem können zu hohe
Aluminiumkonzentrationen zu Oberflächendefekten in Form von Aluminiumclustern führen.
Deshalb wird Aluminium in einer Konzentration von maximal 0,1 Gew. % eingesetzt.
• Silizium, Si: weniger als 0,03 %;
[0041] Silizium erhöht im Stahl die Zunderbeständigkeit und ist ein Mischkristallhärter.
Bei der Stahlherstellung dient Silizium als Desoxidationsmittel. Ein weiterer positiver
Einfluss von Silizium auf Stahl ist, dass es die Zugfestigkeit und die Streckgrenze
erhöht. Daher ist ein Siliziumgehalt von 0,002 Gew. % oder mehr zu bevorzugen. Wenn
der Siliziumgehalt jedoch zu hoch wird und insbesondere 0,03 Gew. % übersteigt, kann
die Korrosionsbeständigkeit des Stahls verschlechtert werden und Oberflächenbehandlungen,
insbesondere durch elektrolytische Beschichtungen, können erschwert werden.
• optional Stickstoff, N0: weniger als 0,007 %, und bevorzugt mehr als 0,001 %
[0042] Stickstoff ist ein optionaler Bestandteil in der Stahlschmelze, aus dem der Stahl
für die erfindungsgemäßen Stahlbleche hergestellt wird. Zwar wirkt Stickstoff als
Mischkristallverfestiger härte- und festigkeitssteigernd. Allerdings führt ein zu
hoher Stickstoffgehalt in der Stahlschmelze dazu, dass das aus der Stahlschmelze hergestellte
Warmband schwieriger kaltwalzbar ist. Weiterhin erhöht ein hoher Stickstoffgehalt
in der Stahlschmelze die Gefahr von Defekten im Warmband, da bei Stickstofkonzentrationen
von 0,007 Gew. % oder mehr die Warmumformfähigkeit geringer wird. Bei der Herstellung
erfindungsgemäßer Verpackungsblecherzeugnisse ist vorgesehen, den Stickstoffgehalt
des Stahlblechs nachträglich durch Aufsticken des kaltgewalzten Stahlblechs in einem
Glühofen zu erhöhen. Deshalb kann auf das Einbringen von Stickstoff in die Stahlschmelze
auch gänzlich verzichtet werden. Zur Erzielung einer hohen Mischkristallverfestigung
ist es jedoch zu bevorzugen, wenn bereits in der Stahlschmelze ein anfänglicher Stickstoffgehalt
von mehr als 0,001 Gew. % enthalten ist.
[0043] Zur Einbringung eines anfänglichen Stickstoffgehalts N
0 in das Stahlblech vor dem Aufsticken im Glühofen kann der Stahlschmelze Stickstoff
in entsprechender Menge zugegeben werden, bspw. durch Einblasen von Stickstoffgas
und/oder durch Zugabe einer festen Stickstoffverbindung wie Kalk-Stickstoff (Calcium
Cyanamid) oder Mangannitrid.
• optional: Nitridbildner, insbesondere Niob, Titan, Bor, Molybdän, Chrom:
[0044] Nitridbildende Elemente wie Aluminium, Titan, Niob, Bor, Molybdän und Chrom sind
im Stahl der erfindungsgemäßen Stahlbleche von Nachteil, weil sie durch Nitridbildung
den Anteil des freien Stickstoffs reduzieren. Außerdem sind diese Elemente teuer und
erhöhen daher die Herstellkosten. Andererseits wirken bspw. die Elemente Niob, Titan
und Bor über eine Kornfeinung als Mikrolegierungsbestandteile festigkeitssteigernd,
ohne die Zähigkeit herabzusetzen. Deshalb können die genannten Nitridbildner vorteilhaft
in gewissen Grenzen als Legierungsbestandteile der Stahlschmelze hinzugegeben werden.
Der Stahl kann daher (optional) bezogen auf das Gewicht folgende nitridbildende Legierungsbestandteile
enthalten:
- Titan, Ti: bevorzugt mehr als 0,0005 %, aber aus Kostengründen weniger als 0,01 %,
- Bor, B: bevorzugt mehr als 0,0005 %, aber aus Kostengründen weniger als 0,005 %, und/oder
- Niob, Nb: bevorzugt mehr als 0,001 %, aber aus Kostengründen weniger als 0,01 %, und/oder
- Chrom, Cr: bevorzugt mehr als 0,01 % um den Einsatz von Schrott bei der Herstellung
der Stahlschmelze zu ermöglichen und die Diffusion von Kohlenstoff an der Oberfläche
der Bramme zu erschweren, aber zur Vermeidung von Karbiden und Nitriden höchstens
0,1 %, und/oder
- Molybdän, Mo: weniger als 0,02 %, um eine zu starke Erhöhung der Rekristallisationstemperatur
zu vermeiden;
[0045] Zur Vermeidung einer Herabsetzung des Anteils des freien, ungebundenen Stickstoffs
N
frei durch Nitridbildung ist der gesamte Gewichtsanteil der genannten Nitridbildner in
der Stahlschmelze bevorzugt geringer als 0,1 %.
Weitere optionale Komponenten:
[0046] Neben dem Reststoff Eisen (Fe) und unvermeidlichen Verunreinigungen kann die Stahlschmelze
noch weitere optionale Bestanteile enthalten, wie z.B.
- optional Kupfer, Cu: mehr als 0,002 %, um den Einsatz von Schrott bei der Herstellung
der Stahlschmelze zu ermöglichen , aber weniger als 0,1 % um die Lebensmittelverträglichkeit
zu gewährleisten;
- optional Nickel, Ni: mehr als 0,01 %, um den Einsatz von Schrott bei der Herstellung
der Stahlschmelze zu ermöglichen und die Zähigkeit zu verbessern, aber weniger als
0,1 % um die Lebensmittelverträglichkeit zu gewährleisten;
- optional Zinn, Sn: bevorzugt weniger als 0,03 %;
Herstellungsverfahren:
[0047] Mit der beschriebenen Zusammensetzung des Stahls wird zur Herstellung erfindungsgemäßer
Verpackungsblecherzeugnisse zunächst eine Stahlschmelze erzeugt, welche stranggegossen
und nach Abkühlung in Brammen zerteilt wird. Die Brammen werden anschließend wieder
auf Vorwärmtemperaturen von mehr als 1100°C, insbesondere von 1200°C erwärmt und zur
Erzeugung eines Warmbands mit einer Dicke im Bereich von 2 bis 4 mm warmgewalzt.
[0048] Die Endwalztemperatur beim Warmwalzen liegt bevorzugt oberhalb der Ar3-Temperatur,
um austenitisch zu bleiben, und liegt insbesondere zwischen 800°C und 920°C.
[0049] Das Warmband wird bei einer vorgegebenen und zweckmäßig konstanten Aufwickeltemperatur
(Haspeltemperatur, HT) zu einer Rolle (Coil) aufgewickelt. Die Aufwickeltemperatur
liegt dabei bevorzugt unterhalb Arl, um im ferritischen Gebiet zu bleiben, bevorzugt
im Bereich von 500°C bis 750°C, und besonders bevorzugt bei weniger als 640°C, um
das Ausfällen von A1N zu vermeiden. Aus wirtschaftlichen Gründen sollte die Aufwickeltemperatur
bei mehr als 500°C liegen. Nach dem Aufwickeln kühlt sich die Rolle des Warmbands
durch natürliche Abkühlung ab. Eine Ausbildung von Eisennitriden an der Oberfläche
des Warmbands kann durch eine aktive Abkühlung des Warmbands nach Beendigung des Warmwalzens
bis zum Aufwickeln bei höheren Abkühlraten vermieden werden.
[0050] Zur Herstellung eines Verpackungsstahls in Form eines dünnen Stahlblechs im Dickenbereich
von weniger als 0,6 mm (Feinstblechdicken) und bevorzugt mit einer Enddicke von weniger
als 0,35 mm wird das Warmband zunächst gebeizt und anschließend kaltgewalzt, wobei
zweckmäßig eine Dickenreduktion (Reduktionsgrad bzw. Kaltwalzgrad) von mindestens
80 % und bevorzugt im Bereich von 85 % bis 98 % erfolgt. Zur Wiederherstellung des
beim Kaltwalzen zerstörten Kristallgefüges des Stahls wird das kaltgewalzte Stahlband
anschließend rekristallisierend in einem Glühofen geglüht. Dies erfolgt bspw. durch
Durchleiten des in Form eines kaltgewalzten Stahlbands vorliegenden Stahlblechs, bevorzugt
mit einer Bandgeschwindigkeit von mindestens 200 m/min, durch einen Durchlaufglühofen,
in dem das Stahlband auf Temperaturen oberhalb der Rekristallisationstemperatur des
Stahls erhitzt wird. Dabei erfolgt vor oder bevorzugt gleichzeitig mit dem Rekristallisationsglühen
ein Aufsticken des kaltgewalzten Stahlblechs durch ein Erwärmen des Stahlblechs im
Glühofen in Anwesenheit eines Stickstoffdonors. Das Aufsticken wird dabei bevorzugt
gleichzeitig mit dem Rekristallisationsglühen durchgeführt, indem in den Glühofen
ein Stickstoffdonor, insbesondere in Form eines stickstoffhaltigen Gases eingebracht
und das Stahlblech auf eine Glühtemperatur oberhalb der Rekristallisationstemperatur
des Stahls erwärmt und für eine Glühdauer (Haltezeit) von bevorzugt 10 bis 150 Sekunden
auf der Glühtemperatur gehalten wird. Die Glühtemperatur liegt dabei bevorzugt oberhalb
von 630°C und insbesondere im Bereich von 640°C bis 750°C. Der Stickstoffdonor wird
dabei so ausgewählt, dass sich bei den Temperaturen im Glühofen durch Dissoziation
des Stickstoffdonors atomarer Stickstoff bildet, der in das Stahlblech diffundieren
kann. Hierfür hat sich Ammoniak als geeigneter Stickstoffdonor erwiesen. Um beim Glühen
eine Oxidation der Oberfläche des Stahlblechs zu vermeiden wird zweckmäßig in dem
Glühofen eine Schutzgasatmospähre verwendet. Bevorzugt besteht die Atmosphäre in dem
Glühofen aus einer Mischung des als Stickstoffdonor wirkenden stickstoffhaltigen Gas
und einem Schutzgas wie Formiergas oder Stickstoffgas (N
2-Gas), wobei der Volumenanteil des Schutzgases bei der Einspeisung bevorzugt zwischen
95 % und 99,98 % liegt und der Rest des Volumenanteils des eingespeisten Gases von
dem stickstoffhaltigen Gas, insbesondere Ammoniakgas (NH
3-Gas), gebildet wird. Bevorzugt wird während des Aufstickens in dem Glühofen eine
Gleichgewichtskonzentration von 0,02 bis 2 Vol. % Ammoniak aufrecht erhalten und gleichzeitig
wird Ammoniakgas mittels Düsen auf die Oberflächen des Stahlblechs gesprüht. Dadurch
wird die Ausbildung einer harten und spröden Nitridschicht an der Oberfläche des Stahlblechs
verhindert und gewährleistet, dass der Stickstoff in hoher Konzentration in das Innere
des Stahlblechs diffundiert und sich dort gleichmäßig im (Ferrit-)Gitter des Stahls
interstitiell einlagert. Durch das Aufsticken erfolgt bevorzugt eine Erhöhung der
anfänglichen Stickstoffkonzentration N
0 um ΔN ≥ 0,002 Gew.%. Der durch das Aufsticken im Glühofen erzeugte Gewichtsanteil
des gesamten Stickstoffs in dem rekristallisierten und aufgestickten Stahlblech liegt
bevorzugt zwischen 0,002 und 0,12 %, besonders bevorzugt zwischen 0,004 und 0,07 %.
Ausführungsbeispiele:
[0051] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung und Vergleichsbeispiele erläutert.
Die Stahlbleche der Ausführungsbeispiele der Erfindung und der Vergleichsbeispiele
wurden aus Stahlschmelzen mit der in
Tabelle 2 aufgeführten Legierungskompositionen durch Warmwalzen und nachfolgendem Kaltwalzen
hergestellt. Die kaltgewalzten Stahlbleche wurden anschließend in einem Durchlaufglühofen
rekristallisierend geglüht, indem die Stahlbleche während einer vorgegebenen Glühdauer
im Bereich von 10 bis 120 Sekunden auf Glühtemperaturen von 630°C oder mehr gehalten
wurden.
[0052] Die erfindungsgemäßen Stahlbleche, die in Tabelle 2 mit "erfindungsgemäß" gekennzeichnet
sind, wurden vor oder während des Rekristallisationsglühens in dem Glühofen aufgestickt,
indem in dem Glühofen eine Ammoniakatmosphäre mit einer Gleichgewichtskonzentration
des Ammoniaks von 0,02 bis bevorzugt 2 Vol. % eingestellt und gleichzeitig Ammoniakgas
mittels Düsen auf die Oberflächen der Stahlbleche gerichtet worden ist. Der Stickstoffgehalt
wurde dadurch bei den erfindungsgemäßen Stahlblechen vom anfänglichen Stickstoffgehalt
N
0 des Warmbands auf einen höheren Stickstoffgehalt N aufgestickt. In Tabelle 2 ist
bei den erfindungsgemäßen Stahlblechen sowohl der anfängliche Stickstoffgehalt N
0 als auch der nach dem Aufsticken im Glühofen erzielte Stickstoffgehalt N = N
0 + ΔN angegeben, wobei ΔN der beim Aufsticken im Glühofen in das Stahlblech eingebrachte
Stickstoffgehalt ist.
[0053] Beim Rekristallisationsglühen der nicht- erfindungsgemäßen Stahlbleche, die in Tabelle
2 mit "nicht erfindungsgemäß" gekennzeichnet sind, war im Glühofen eine Inertgasatmosphäre
ohne Stickstoffdonor (also ohne nitrierende Bestandteile) vorhanden, so dass die nicht
erfindungsgemäßen Stahlbleche im Glühofen nicht aufgestickt worden sind und der Gewichtsanteil
des Stickstoffs vor und nach der thermischen Behandlung im Glühofen gleich ist (d.h.
N = N
0).
[0054] Nach der thermischen Behandlung im Glühofen wurden sowohl die erfindungsgemäßen Stahlbleche
als auch die nicht im Glühofen aufgestickten Stahlbleche der nicht-erfindungsgemäßen
Vergleichsbeispiele, die in Tabelle 2 mit "nicht erfindungsgemäß" gekennzeichnet sind,
in einem zweiten Kaltwalzschritt nachgewalzt bzw. dressiert.
[0055] Abschließend, d.h. nach dem zweiten Kaltwalzen (Nachwalzen bzw. Dressieren), wurde
eine künstliche Alterung der Stahlbleche durch Erwärmen der Probe für 20 Minuten auf
200°C erzeugt. Die mechanischen Eigenschaften der auf diese Weise künstlich gealterten
Proben der erfindungsgemäßen Stahlbleche und der nicht-erfindungsgemäßen Vergleichsbeispiele
sind in
Tabelle 3 angeführt, wobei
- Dicke die Enddicke der nachgewalzten Stahlbleche (in mm),
- NWG der Nachwalzgrad beim sekundären Kaltwalzen (in %),
- SbeH die obere Streckgrenze (in MPa),
- SbeL die untere Streckgrenze (in MPa),
- Sbm die absolute Festigkeit (in MPa),
- Ab die Bruchdehnung (in %),
- Abe die Lüdersdehnung (in %),
- b ein Proportionalitätsfaktor in MPa und n ein Verfestigungsexponent ist, die sich
aus der Beschreibung der im Bulge-Test ermittelten biaxialen Spanung-Dehnung-Kurve
σB(ε) im plastischen Bereich oberhalb der Lüdersdehnung (Abe) durch die Funktion σB = b·εn ergeben wenn σB die im Bulge-Test ermittelte (wahre) biaxiale Spannung in MPa und ε der Betrag der
wahren Dehnung (in %) in Dickenrichtung ist (Die wahre Dehnung in Dickenrichtung ist
aufgrund der Dickenreduktion im biaxialen Zugversuch des Bulge-Tests negativ; unter
der Dehnung ε wird daher immer der Betrag der negativen Dehnung in Dickenrichtung
des Blechs verstanden).
[0056] Die mechanischen Kenngrößen der Proben, wie die obere Streckgrenze (Sb
eH in MPa), die untere Streckgrenze (Sb
eL in MPa), die absolute Festigkeit (Sb
m in MPa), die Bruchdehnung (Ab in %) und die Lüdersdehnung (Ab
e in %) wurden dabei aus dem biaxialen Spannung-/Dehnung-Diagramm ermittelt wie anhand
des Beispiels der Figur 1 beispielhaft erläutert.
[0057] In Figur 3 sind beispielhaft biaxiale Spannung-/Dehnung-Kurven gezeigt, die aus einem
Bulge-Test an erfindungsgemäßen und nicht-erfindungsgemäßen Proben von Stahlblechen
ermittelt worden sind, wobei in Figur 3a Proben mit niedrigem Kohlenstoffgehalt (C
< 0,03 %) und in Figur 3b Proben mit höherem Kohlenstoffgehalt (C > 0,03 %) gezeigt
sind. Dabei sind jeweils erfindungsgemäße und nicht-erfindungsgemäße Proben mit jeweils
identischer Komposition und gleichem Nachwalzgrad (NWG) gegenübergestellt. Aus dem
Vergleich der biaxiale Spannung-/Dehnung-Kurven von erfindungsgemäßen und nicht-erfindungsgemäßen
Proben ergibt sich, dass die biaxiale Spannung im plastischen Bereich oberhalb der
Lüders-Dehnung (ε > Ab
e) bei den erfindungsgemäßen Proben regelmäßig größer ist als bei den nicht-erfindungsgemäßen
Proben. Dies deutet auf eine höhere Kaltverfestigung der erfindungsgemäßen Proben
im Bulgeversuch hin. Besonders hoch fällt der Unterschied in der Kaltverfestigung
zwischen den erfindungsgemäßen Proben und den nicht-erfindungsgemäßen Proben bei höheren
Kohlenstoffkonzentrationen (C > 0,03 %) in der Komposition des Stahls auf (siehe Figur
3b).
[0058] Ein weiteres Maß für die Verfestigung einer Stahlblech-Probe ist die im Bulge-Test
ermittelte (biaxiale) untere Streckgrenze Sb
eL. Diese ist u.a. vom Nachwalzgrad (NWG) abhängig. Zur graphischen Darstellung der
Verfestigung von erfindungsgemäßen und nicht-erfindungsgemäßen Proben sind daher in
Figur 4 die aus dem Bulge-Test ermittelten unteren Streckgrenzen Sb
eL in Abhängigkeit des Nachwalzgrads NWG (in %) dargestellt, wobei wiederum in Figur
4a Stahlblechproben mit niedrigem Kohlenstoffgehalt (C < 0,03 %) und in Figur 4b Proben
mit höherem Kohlenstoffgehalt (C > 0,03 %) gezeigt sind.
[0059] Aus einem Vergleich der erfindungsgemäßen Proben und der nicht erfindungsgemäßen
Proben lässt sich aus den Darstellungen der Figur 4 erkennen, dass die erfindungsgemäßen
Proben bei gleichem Nachwalzgrad (NWG) gegenüber den nicht-erfindungsgemäßen Proben
eine höhere untere Streckgrenze (Sb
eL) aufweisen.
[0060] In Figur 5 ist der Verlauf der Bruchdehnung (Ab in %) aus dem Bulge-Test von erfindungsgemäßen
Proben und nicht erfindungsgemäßen Proben in Abhängigkeit des Nachwalzgrads (NWG in
%) dargestellt, wobei in Figur 5a Proben mit niedrigerem Kohlenstoffgehalt (C < 0,03
%) und in Figur 5b Proben mit höherem Kohlenstoffgehalt (C > 0,03 %) gezeigt sind.
Aus einem Vergleich der Bruchdehnung der erfindungsgemäßen Proben und der nicht-erfindungsgemäßen
Proben lässt sich aus den Figuren 5a und 5b entnehmen, dass die Bruchdehnung der erfindungsgemäßen
Proben bei gleichem Nachwalzgrad (NWG) höher ist.
[0061] Aus den im Bulge-Test ermittelten biaxialen Spannung-/Dehnung-Kurven der erfindungsgemäßen
Proben und der nicht-erfindungsgemäßen Proben wurde im plastischen Bereich zwischen
der Lüdersdehnung Abe und einer oberen (plastischen) Grenzdehnung von ε
max = 0,5·Ab·(Sb
eL/Sb
m), wobei Ab die Bruchdehnung, SbeL die untere Streckgrenze und Sb
m die absolute Festigkeit ist, durch Fit-Funktionen σ
B=b·ε
n der Proportionalitätsfaktor b und der Verfestigungsexponent n ermittelt. Die für
die untersuchten Proben ermittelten Werte für den Proportionalitätsfaktor b und den
Verfestigungsexponenten n sind in Tabelle 3 angegeben. Der Verfestigungsexponent n
stellt dabei ein Maß für die Kaltverfestigung einer Stahlblechprobe im Bulge-Test
dar. Da der Verfestigungsexponent n ebenfalls vom Nachwalzgrad (NWG) abhängig ist,
sind in Figur 6 die aus dem Bulge-Test ermittelten Verfestigungsexponenten n von erfindungsgemäßen
Proben und nicht-erfindungsgemäßen Proben in Abhängigkeit des Nachwalzgrads (NWG in
%) dargestellt, wobei in Figur 6a Proben mit niedrigem Kohlenstoffgehalt (C < 0,03
%) und in Figur 6b Proben mit höherem Kohlenstoffgehalt (C > 0,03 %) gezeigt sind.
Aus einem Vergleich der erfindungsgemäßen Proben und der nicht-erfindungsgemäßen Proben
lässt sich entnehmen, dass der Verfestigungsexponent n der erfindungsgemäßen Proben
bei gleichem Nachwalzgrad (NWG) höher ist als bei den nicht-erfindungsgemäßen Proben.
[0062] Eine vom Nachwalzgrad unabhängige Quantifizierung der Kaltverfestigung von Stahlblech-Proben
im Bulge-Test lässt sich bei einer Darstellung des im Bulge-Test ermittelten Verfestigungsexponenten
n in Abhängigkeit der unteren Streckgrenze Sb
eL erzielen. In Figur 7 sind daher die im Bulge-Test ermittelten Verfestigungsexponenten
n in Abhängigkeit der unteren Streckgrenze Sb
eL gezeigt. Aus Figur 7 lässt sich entnehmen, dass die Verfestigungsexponenten n der
erfindungsgemäßen Proben bei gleicher unterer Streckgrenze Sb
eL höher sind als bei den nicht-erfindunsgemäßen Proben. Für untere Streckgrenzen von
Sb
eL > 300 MPa und einer Mindest-Bruchdehnung von Ab > 10 % lässt sich eine Abgrenzung
der erfindungsgemäßen Proben von den nicht-erfindungsgemäßen Proben durch folgenden
Verlauf des Verfestigungsexponenten n in Abhängigkeit der unteren Streckgrenze Sb
eL (in MPa) angeben:

[0063] Die erfindungsgemäßen Proben, die obige Gleichung erfüllen, zeichnen sich im Vergleich
zu den nicht-erfindungsgemäßen Proben durch eine höhere Streckgrenze und eine höhere
Kaltverfestigung aus und sind daher im Vergleich zu den nicht-erfindungsgemäßen Proben
besser für mehraxiale Umformungen geeignet, wie sie z.B. bei der Herstellung von dreidimensionalen
Dosenkörpern aus Verpackungsblecherzeugnissen erfolgen. Die erfindungsgemäßen Proben
zeichnen sich dabei insbesondere durch eine höhere Kaltverfestigung nach einer Alterung
(d.h. nach einer natürlichen oder künstlichen Alterung der Probe) aus. Die höhere
Kaltverfestigung lässt sich bei den erfindungsgemäßen Proben durch das Einbringen
von ungebundenem Stickstoff beim Aufsticken der Proben im Glühofen und der sich daraus
ergebenden Mischkristallverfestigung erzielen.
Tabelle 1
| Größe |
Obere Streckgrenze |
Untere Streckgrenze |
Absolute Festigkeit |
Lüdersdehnung |
Bruchdehnung |
Obere Grenzdehnung |
Verfestigungsexponent |
Proportionali - tätsfaktor |
| Zugversuch |
ReH |
ReL |
Rm |
ca. Ae |
A |
- |
- |
- |
| Bulge-Versuch |
SbeH |
SbeL |
Sbm |
Abe |
Ab |
εmax |
n |
b |
| Beschreibung zum Bulge-Versuch |
Höchste biaxiale wahre Spannung vor dem ersten deutlichen Spannungsabfall zum unstetigen
Bereich hin |
Kleinste biaxiale wahre Spannung im unstetigen Bereich während des plastischen Fließens |
Höchste biaxiale wahre Spannung nach dem unstetigen Bereich und kurz vor Bruch |
Bleibende wahre Dehnung in Dickenrichtung im Übergang zwischen unstetigem und anschließendem
stetigem Bereich |
Maximale bleibende wahre Dehnung in Dickenrichtung kurz vor Bruch |
Betrag einer wahren Dehnung in Dickenrichtung, welche sich in Abhängigkeit von Bruchdehnung,
absoluter Festigkeit und unterer Streckgrenze ergibt |
Exponent einer Potenzfunktion, die den Kurvenzug zwischen Lüdersdehnung und oberer
Grenzdehnung beschreibt |
Multiplikativer Faktor einer Potenzfunktion, die den Kurvenzug zwischen Lüdersdehnung
und oberer Grenzdehnung beschreibt |
Tabelle 2
| Nr. |
Kategorie |
C [%] |
N [%] |
Mn [%] |
P [%] |
S [%] |
Si [%] |
Ni [%] |
Cr [%] |
Al [%] |
Cu [%] |
Mo [%] |
Ti [%] |
Nb [%] |
N0 [%] |
| 1 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0016 |
0,0016 |
0,1900 |
0,0080 |
0,0070 |
0,0070 |
0,0130 |
0,0140 |
0,0020 |
0,0290 |
0,0090 |
0,0008 |
0,0007 |
0,0016 |
| 2 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0017 |
0,0020 |
0,2300 |
0,0100 |
0,0040 |
0,0130 |
0,0150 |
0,0230 |
0,0020 |
0,0060 |
0,0020 |
0,0004 |
0,0007 |
0,0020 |
| 3 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0017 |
0,0020 |
0,2300 |
0,0100 |
0,0040 |
0,0130 |
0,0150 |
0,0230 |
0,0020 |
0,0060 |
0,0020 |
0,0004 |
0,0009 |
0,0020 |
| 4 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0017 |
0,0020 |
0,2300 |
0,0100 |
0,0040 |
0,0130 |
0,0150 |
0,0230 |
0,0020 |
0,0060 |
0,0020 |
0,0004 |
0,0004 |
0,0020 |
| 5 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0017 |
0,0020 |
0,2300 |
0,0100 |
0,0040 |
0,0130 |
0,0150 |
0,0230 |
0,0020 |
0,0060 |
0,0020 |
0,0004 |
0,0008 |
0,0020 |
| 6 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0017 |
0,0020 |
0,2300 |
0,0100 |
0,0040 |
0,0130 |
0,0150 |
0,0230 |
0,0020 |
0,0060 |
0,0020 |
0,0004 |
0,0007 |
0,0020 |
| 7 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0017 |
0,0018 |
0,2200 |
0,0120 |
0,0040 |
0,0100 |
0,0260 |
0,0210 |
0,0270 |
0,0090 |
0,0040 |
0,0004 |
0,0008 |
0,0018 |
| 8 |
erfindungsgemäß |
0,0018 |
0,0430 |
0,2000 |
0,0070 |
0,0263 |
0,0070 |
0,0290 |
0,0180 |
0,0020 |
0,0100 |
0,0110 |
0,0006 |
0,0009 |
0,0022 |
| 9 |
erfindungsgemäß |
0,0019 |
0,0041 |
0,2200 |
0,0090 |
0,0040 |
0,0160 |
0,0160 |
0,0190 |
0,0010 |
0,0070 |
0,0020 |
0,0010 |
0,0010 |
0,0017 |
| 10 |
erfindungsgemäß |
0,0019 |
0,0041 |
0,2200 |
0,0090 |
0,0040 |
0,0160 |
0,0160 |
0,0190 |
0,0010 |
0,0070 |
0,0020 |
0,0010 |
0,0008 |
0,0017 |
| 11 |
erfindungsgemäß |
0,0019 |
0,0041 |
0,2200 |
0,0090 |
0,0040 |
0,0160 |
0,0160 |
0,0190 |
0,0010 |
0,0070 |
0,0020 |
0,0010 |
0,0010 |
0,0017 |
| 12 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0019 |
0,0041 |
0,2200 |
0,0090 |
0,0040 |
0,0160 |
0,0160 |
0,0190 |
0,0010 |
0,0070 |
0,0020 |
0,0010 |
0,0010 |
0,0017 |
| 13 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0021 |
0,0016 |
0,2400 |
0,0110 |
0,0050 |
0,0230 |
0,0180 |
0,0350 |
0,0020 |
0,0070 |
0,0040 |
0,0004 |
0,0010 |
0,0016 |
| 14 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0022 |
0,0031 |
0,2200 |
0,0090 |
0,0050 |
0,0170 |
0,0380 |
0,0280 |
0,0010 |
0,0120 |
0,0070 |
0,0010 |
0,0010 |
0,0031 |
| 15 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0022 |
0,0031 |
0,2200 |
0,0090 |
0,0050 |
0,0170 |
0,0380 |
0,0280 |
0,0010 |
0,0120 |
0,0070 |
0,0010 |
0,0010 |
0,0031 |
| 16 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0022 |
0,0031 |
0,2200 |
0,0090 |
0,0050 |
0,0170 |
0,0380 |
0,0280 |
0,0010 |
0,0120 |
0,0070 |
0,0010 |
0,0010 |
0,0031 |
| 17 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0022 |
0,0031 |
0,2200 |
0,0090 |
0,0050 |
0,0170 |
0,0380 |
0,0280 |
0,0010 |
0,0120 |
0,0070 |
0,0010 |
0,0010 |
0,0031 |
| 18 |
erfindungsgemäß |
0,0024 |
0,0052 |
0,2300 |
0,0110 |
0,0050 |
0,0190 |
0,0160 |
0,0210 |
0,0010 |
0,0070 |
0,0030 |
0,0010 |
0,0007 |
0,0022 |
| 19 |
erfindungsgemäß |
0,0024 |
0,0136 |
0,2300 |
0,0100 |
0,0050 |
0,0250 |
0,0150 |
0,0210 |
0,0010 |
0,0120 |
0,0040 |
0,0005 |
0,0005 |
0,0022 |
| 20 |
erfindungsgemäß |
0,0024 |
0,0052 |
0,2300 |
0,0110 |
0,0050 |
0,0190 |
0,0160 |
0,0210 |
0,0010 |
0,0070 |
0,0030 |
0,0010 |
0,0010 |
0,0022 |
| 21 |
erfindungsgemäß |
0,0024 |
0,0052 |
0,2300 |
0,0110 |
0,0050 |
0,0190 |
0,0160 |
0,0210 |
0,0010 |
0,0070 |
0,0030 |
0,0010 |
0,0011 |
0,0022 |
| 22 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0027 |
0,0020 |
0,2300 |
0,0110 |
0,0050 |
0,0250 |
0,0130 |
0,0240 |
0,0020 |
0,0070 |
0,0020 |
0,0004 |
0,0013 |
0,0020 |
| 23 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0029 |
0,0021 |
0,2300 |
0,0100 |
0,0050 |
0,0270 |
0,0150 |
0,0210 |
0,0020 |
0,0120 |
0,0040 |
0,0005 |
0,0005 |
0,0021 |
| 24 |
erfindungsgemäß |
0,0030 |
0,0119 |
0,2400 |
0,0080 |
0,0040 |
0,0210 |
0,0180 |
0,0220 |
0,0020 |
0,0060 |
0,0020 |
0,0004 |
0,0005 |
0,0017 |
| 25 |
erfindungsgemäß |
0,0041 |
0,0050 |
0,1800 |
0,0110 |
0,0194 |
0,0140 |
0,0540 |
0,0120 |
0,0260 |
0,0220 |
0,0140 |
0,0005 |
0,0008 |
0,0020 |
| 26 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0064 |
0,0025 |
0,1900 |
0,0100 |
0,0250 |
0,0280 |
0,0320 |
0,0180 |
0,0010 |
0,0090 |
0,0010 |
0,0005 |
0,0008 |
0,0025 |
| 27 |
erfindungsgemäß |
0,0080 |
0,0050 |
0,1700 |
0,0110 |
0,0250 |
0,0060 |
0,0180 |
0,0140 |
0,0280 |
0,0210 |
0,0180 |
0,0006 |
0,0005 |
0,0018 |
| 28 |
erfindungsgemäß |
0,0120 |
0,0090 |
0,1900 |
0,0140 |
0,0210 |
0,0160 |
0,0170 |
0,0190 |
0,0340 |
0,0290 |
0,0090 |
0,0028 |
0,0016 |
0,0024 |
| 29 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0120 |
0,0022 |
0,2300 |
0,0150 |
0,0060 |
0,0090 |
0,0130 |
0,0230 |
0,0370 |
0,0080 |
0,0140 |
0,0004 |
0,0023 |
0,0022 |
| 30 |
erfindungsgemäß |
0,0130 |
0,0210 |
0,1800 |
0,0070 |
0,0220 |
0,0150 |
0,0140 |
0,0150 |
0,0410 |
0,0160 |
0,0030 |
0,0006 |
0,0005 |
0,0045 |
| 31 |
erfindungsgemäß |
0,0140 |
0,0080 |
0,2100 |
0,0090 |
0,0028 |
0,0160 |
0,0150 |
0,0230 |
0,0270 |
0,0080 |
0,0030 |
0,0060 |
0,0010 |
0,0034 |
| 32 |
erfindungsgemäß |
0,0140 |
0,0080 |
0,2100 |
0,0090 |
0,0016 |
0,0024 |
0,0150 |
0,0230 |
0,0270 |
0,0080 |
0,0030 |
0,0060 |
0,0010 |
0,0034 |
| 33 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0140 |
0,0080 |
0,2100 |
0,0090 |
0,0430 |
0,0160 |
0,0150 |
0,0230 |
0,0270 |
0,0080 |
0,0030 |
0,0060 |
0,0010 |
0,0034 |
| 34 |
erfindungsgemäß |
0,0170 |
0,0420 |
0,2000 |
0,0080 |
0,0280 |
0,0190 |
0,0230 |
0,0200 |
0,0140 |
0,0220 |
0,0180 |
0,0004 |
0,0008 |
0,0043 |
| 35 |
erfindungsgemäß |
0,0210 |
0,0120 |
0,2200 |
0,0100 |
0,0290 |
0,0230 |
0,0350 |
0,0130 |
0,0170 |
0,0120 |
0,0180 |
0,0007 |
0,0007 |
0,0037 |
| 36 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0210 |
0,0021 |
0,2500 |
0,0140 |
0,0260 |
0,0060 |
0,0170 |
0,0230 |
0,0450 |
0,0090 |
0,0040 |
0,0007 |
0,0009 |
0,0021 |
| 37 |
erfindungsgemäß |
0,0240 |
0,0170 |
0,2300 |
0,0200 |
0,0260 |
0,0260 |
0,0160 |
0,0170 |
0,0450 |
0,0250 |
0,0180 |
0,0007 |
0,0008 |
0,0028 |
| 38 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0280 |
0,0026 |
0,2100 |
0,0200 |
0,0120 |
0,0280 |
0,0120 |
0,0210 |
0,0460 |
0,0150 |
0,0070 |
0,0008 |
0,0010 |
0,0026 |
| 39 |
erfindungsgemäß |
0,0290 |
0,0230 |
0,2200 |
0,0080 |
0,0250 |
0,0240 |
0,0450 |
0,0210 |
0,0470 |
0,0240 |
0,0060 |
0,0007 |
0,0023 |
0,0027 |
| 40 |
erfindungsgemäß |
0,0320 |
0,0140 |
0,2800 |
0,0110 |
0,0090 |
0,0290 |
0,0330 |
0,0340 |
0,0380 |
0,0160 |
0,0040 |
0,0006 |
0,0006 |
0,0047 |
| 41 |
erfindungsgemäß |
0,0330 |
0,0180 |
0,2300 |
0,0120 |
0,0060 |
0,0090 |
0,0160 |
0,0260 |
0,0330 |
0,0080 |
0,0030 |
0,0010 |
0,0009 |
0,0039 |
| 42 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0340 |
0,0041 |
0,2500 |
0,0090 |
0,0130 |
0,0130 |
0,0180 |
0,0260 |
0,0360 |
0,0100 |
0,0030 |
0,0007 |
0,0010 |
0,0041 |
| 43 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0350 |
0,0046 |
0,2300 |
0,0140 |
0,0070 |
0,0130 |
0,0190 |
0,0320 |
0,0370 |
0,0090 |
0,0030 |
0,0008 |
0,0009 |
0,0046 |
| 44 |
erfindungsgemäß |
0,0360 |
0,0180 |
0,2200 |
0,0140 |
0,0070 |
0,0100 |
0,0150 |
0,0240 |
0,0350 |
0,0070 |
0,0020 |
0,0007 |
0,0010 |
0,0048 |
| 45 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0360 |
0,0028 |
0,2300 |
0,0150 |
0,0100 |
0,0060 |
0,0150 |
0,0260 |
0,0460 |
0,0090 |
0,0020 |
0,0007 |
0,0007 |
0,0028 |
| 46 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0360 |
0,0028 |
0,2300 |
0,0150 |
0,0100 |
0,0060 |
0,0150 |
0,0260 |
0,0460 |
0,0090 |
0,0020 |
0,0007 |
0,0010 |
0,0028 |
| 47 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0360 |
0,0028 |
0,2300 |
0,0150 |
0,0100 |
0,0060 |
0,0150 |
0,0260 |
0,0460 |
0,0090 |
0,0020 |
0,0007 |
0,0010 |
0,0028 |
| 48 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0360 |
0,0028 |
0,2300 |
0,0150 |
0,0100 |
0,0060 |
0,0150 |
0,0260 |
0,0460 |
0,0090 |
0,0020 |
0,0007 |
0,0002 |
0,0028 |
| Nr. |
Kategorie |
C [%] |
N [%] |
Mn [%] |
P [%] |
S [%] |
Si [%] |
Ni [%] |
Cr [%] |
Al [%] |
Cu [%] |
Mo [%] |
Ti [%] |
Nb [%] |
N0 [ %] |
| 49 |
erfindungsgemäß |
0,0370 |
0,0200 |
0,2400 |
0,0180 |
0,0070 |
0,0170 |
0,0190 |
0,0290 |
0,0280 |
0,0110 |
0,0030 |
0,0009 |
0,0005 |
0,0043 |
| 50 |
erfindungsgemäß |
0,0380 |
0,0176 |
0,2300 |
0,0130 |
0,0060 |
0,0130 |
0,0170 |
0,0260 |
0,0330 |
0,0090 |
0,0030 |
0,0007 |
0,0008 |
0,0039 |
| 51 |
erfindungsgemäß |
0,0380 |
0,0215 |
0,2400 |
0,0100 |
0,0060 |
0,0100 |
0,0150 |
0,0220 |
0,0260 |
0,0080 |
0,0010 |
0,0007 |
0,0008 |
0,0041 |
| 52 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0380 |
0,0037 |
0,2500 |
0,0110 |
0,0060 |
0,0070 |
0,0160 |
0,0290 |
0,0390 |
0,0090 |
0,0030 |
0,0004 |
0,0011 |
0,0037 |
| 53 |
erfindungsgemäß |
0,0410 |
0,0139 |
0,2300 |
0,0100 |
0,0060 |
0,0110 |
0,0150 |
0,0210 |
0,0390 |
0,0160 |
0,0010 |
0,0008 |
0,0010 |
0,0032 |
| 54 |
erfindungsgemäß |
0,0410 |
0,0139 |
0,2300 |
0,0100 |
0,0060 |
0,0110 |
0,0150 |
0,0210 |
0,0390 |
0,0160 |
0,0010 |
0,0008 |
0,0010 |
0,0032 |
| 55 |
erfindungsgemäß |
0,0430 |
0,0133 |
0,2800 |
0,0080 |
0,0060 |
0,0110 |
0,0180 |
0,0250 |
0,0290 |
0,0080 |
0,0010 |
0,0007 |
0,0010 |
0,0035 |
| 56 |
erfindungsgemäß |
0,0440 |
0,0180 |
0,2300 |
0,0130 |
0,0040 |
0,0130 |
0,0180 |
0,0270 |
0,0320 |
0,0140 |
0,0020 |
0,0010 |
0,0006 |
0,0045 |
| 57 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0440 |
0,0043 |
0,2400 |
0,0080 |
0,0120 |
0,0090 |
0,0150 |
0,0180 |
0,0450 |
0,0150 |
0,0010 |
0,0005 |
0,0005 |
0,0043 |
| 58 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0470 |
0,0038 |
0,2300 |
0,0090 |
0,0110 |
0,0210 |
0,0190 |
0,0310 |
0,0270 |
0,0180 |
0,0140 |
0,0008 |
0,0014 |
0,0038 |
| 59 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0480 |
0,0046 |
0,2400 |
0,0370 |
0,0140 |
0,0300 |
0,0570 |
0,0270 |
0,0360 |
0,0060 |
0,0040 |
0,0043 |
0,0013 |
0,0046 |
| 60 |
erfindungsgemäß |
0,0490 |
0,0142 |
0,2500 |
0,0070 |
0,0060 |
0,0090 |
0,0180 |
0,0220 |
0,0440 |
0,0070 |
0,0010 |
0,0023 |
0,0010 |
0,0037 |
| 61 |
erfindungsgemäß |
0,0490 |
0,0280 |
0,2100 |
0,0240 |
0,0020 |
0,0090 |
0,0200 |
0,0410 |
0,0270 |
0,0110 |
0,0030 |
0,0015 |
0,0007 |
0,0029 |
| 62 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0520 |
0,0052 |
0,1600 |
0,0140 |
0,0220 |
0,0023 |
0,0130 |
0,0230 |
0,0470 |
0,0130 |
0,0130 |
0,0009 |
0,0006 |
0,0052 |
| 63 |
erfindungsgemäß |
0,0530 |
0,0490 |
0,4300 |
0,0100 |
0,0280 |
0,0270 |
0,0120 |
0,0260 |
0,0490 |
0,0030 |
0,0070 |
0,0005 |
0,0008 |
0,0057 |
| 64 |
erfindungsgemäß |
0,0530 |
0,0540 |
0,4800 |
0,0150 |
0,0180 |
0,0270 |
0,0280 |
0,0330 |
0,0390 |
0,0300 |
0,0080 |
0,0005 |
0,0013 |
0,0063 |
| 65 |
erfindungsgemäß |
0,0540 |
0,0570 |
0,5000 |
0,0280 |
0,0090 |
0,0220 |
0,0420 |
0,0430 |
0,0180 |
0,0130 |
0,0010 |
0,0004 |
0,0009 |
0,0023 |
| 66 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0560 |
0,0057 |
0,1600 |
0,0130 |
0,0260 |
0,0140 |
0,0200 |
0,0280 |
0,0430 |
0,0230 |
0,0150 |
0,0010 |
0,0010 |
0,0057 |
| 67 |
erfindungsgemäß |
0,0570 |
0,0310 |
0,3400 |
0,0270 |
0,0130 |
0,0090 |
0,0110 |
0,0310 |
0,0260 |
0,0190 |
0,0010 |
0,0031 |
0,0009 |
0,0067 |
| 68 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0580 |
0,0037 |
0,3500 |
0,0110 |
0,0090 |
0,0080 |
0,0236 |
0,0240 |
0,0290 |
0,0180 |
0,0050 |
0,0005 |
0,0005 |
0,0037 |
| 69 |
erfindungsgemäß |
0,0590 |
0,0101 |
0,3700 |
0,0230 |
0,0280 |
0,0120 |
0,0180 |
0,0480 |
0,0210 |
0,0200 |
0,0050 |
0,0007 |
0,0005 |
0,0048 |
| 70 |
nicht erfindungsgemäß |
0,0710 |
0,0087 |
0,2500 |
0,0180 |
0,0030 |
0,0270 |
0,0150 |
0,0280 |
0,0460 |
0,0200 |
0,0180 |
0,0027 |
0,0007 |
0,0087 |
Tabelle 3
| Nr. |
Kategorie |
Dicke [mm] |
NWG [%] |
SbeH [MPa] |
SbeL [MPa] |
Sbm [MPa] |
Abe [%] |
Ab [%] |
b [MPa] |
n [1] |
| 1 |
nicht erfindungsgemäß |
0,48 |
0,4 |
351 |
276 |
494 |
1,7 |
42,3 |
264 |
0,201 |
| 2 |
nicht erfindungsgemäß |
0,30 |
1 |
331 |
286 |
493 |
1,9 |
38,0 |
243 |
0,199 |
| 3 |
nicht erfindungsgemäß |
0,22 |
7,5 |
390 |
350 |
536 |
0,7 |
39,0 |
371 |
0,095 |
| 4 |
nicht erfindungsgemäß |
0,27 |
10 |
413 |
372 |
465 |
1,1 |
31,4 |
371 |
0,114 |
| 5 |
nicht erfindungsgemäß |
0,25 |
15 |
464 |
435 |
487 |
0,8 |
27,3 |
443 |
0,061 |
| 6 |
nicht erfindungsgemäß |
0,24 |
20 |
486 |
465 |
494 |
0,8 |
17,3 |
470 |
0,045 |
| 7 |
nicht erfindungsgemäß |
0,20 |
0,4 |
364 |
291 |
501 |
1,8 |
39,4 |
279 |
0,183 |
| 8 |
erfindungsgemäß |
0,17 |
0,6 |
387 |
315 |
541 |
4,1 |
42,7 |
264 |
0,201 |
| 9 |
erfindungsgemäß |
0,22 |
1 |
409 |
317 |
557 |
2,7 |
41,8 |
257 |
0,215 |
| 10 |
erfindungsgemäß |
0,19 |
10 |
486 |
454 |
587 |
2,1 |
28,7 |
404 |
0,128 |
| 11 |
erfindungsgemäß |
0,18 |
15 |
537 |
486 |
594 |
1,6 |
21,6 |
471 |
0,114 |
| 12 |
nicht erfindungsgemäß |
0,13 |
40 |
693 |
662 |
675 |
1,6 |
9,3 |
657 |
0,022 |
| 13 |
nicht erfindungsgemäß |
0,22 |
6 |
417 |
367 |
566 |
1,3 |
42,8 |
356 |
0,130 |
| 14 |
nicht erfindungsgemäß |
0,23 |
1 |
402 |
313 |
551 |
1,6 |
46,0 |
272 |
0,179 |
| 15 |
nicht erfindungsgemäß |
0,21 |
10 |
490 |
425 |
581 |
1,8 |
33,5 |
409 |
0,108 |
| 16 |
nicht erfindungsgemäß |
0,20 |
15 |
545 |
477 |
588 |
1,7 |
26,8 |
478 |
0,068 |
| 17 |
nicht erfindungsgemäß |
0,14 |
40 |
685 |
640 |
645 |
1,4 |
10,5 |
650 |
0,013 |
| 18 |
erfindungsgemäß |
0,22 |
1 |
405 |
341 |
591 |
2,5 |
41,1 |
283 |
0,207 |
| 19 |
erfindungsgemäß |
0,21 |
4,5 |
463 |
421 |
656 |
1,3 |
32,9 |
395 |
0,163 |
| 20 |
erfindungsgemäß |
0,20 |
8 |
548 |
496 |
663 |
2,0 |
26,0 |
455 |
0,126 |
| 21 |
erfindungsgemäß |
0,18 |
16 |
551 |
502 |
629 |
1,4 |
21,8 |
481 |
0,100 |
| 22 |
nicht erfindungsgemäß |
0,17 |
40 |
673 |
651 |
692 |
1,0 |
10,8 |
670 |
0,011 |
| 23 |
nicht erfindungsgemäß |
0,21 |
4,5 |
424 |
405 |
580 |
1,5 |
42,6 |
351 |
0,141 |
| 24 |
erfindungsgemäß |
0,18 |
5 |
472 |
428 |
645 |
1,9 |
36,4 |
376 |
0,163 |
| 25 |
erfindungsgemäß |
0,28 |
0,6 |
444 |
354 |
514 |
3,4 |
43,1 |
375 |
0,177 |
| 26 |
nicht erfindungsgemäß |
0,18 |
2 |
402 |
329 |
532 |
1,8 |
36,6 |
308 |
0,153 |
| 27 |
erfindungsgemäß |
0,32 |
0,4 |
441 |
347 |
578 |
2,5 |
36,5 |
309 |
0,183 |
| 28 |
erfindungsgemäß |
0,29 |
0,4 |
459 |
393 |
604 |
2,3 |
35,8 |
337 |
0,170 |
| 29 |
nicht erfindungsgemäß |
0,29 |
1 |
410 |
337 |
534 |
1,9 |
36,9 |
307 |
0,163 |
| 30 |
erfindungsgemäß |
0,14 |
4,5 |
501 |
472 |
682 |
1,3 |
32,1 |
438 |
0,160 |
| 31 |
erfindungsgemäß |
0,48 |
0,6 |
451 |
375 |
597 |
2,1 |
36,7 |
337 |
0,174 |
| 32 |
erfindungsgemäß |
0,23 |
20 |
611 |
561 |
658 |
1,9 |
17,9 |
546 |
0,075 |
| 33 |
nicht erfindungsgemäß |
0,45 |
33 |
717 |
683 |
698 |
0,8 |
5,4 |
694 |
0,031 |
| 34 |
erfindungsgemäß |
0,16 |
1 |
461 |
447 |
692 |
1,3 |
37,4 |
432 |
0,183 |
| 35 |
erfindungsgemäß |
0,15 |
11 |
567 |
514 |
661 |
2,1 |
25,8 |
478 |
0,118 |
| 36 |
nicht erfindungsgemäß |
0,19 |
0,8 |
435 |
347 |
542 |
2,2 |
37,4 |
321 |
0,157 |
| 37 |
erfindungsgemäß |
0,26 |
20 |
643 |
614 |
715 |
1,5 |
17,1 |
602 |
0,079 |
| 38 |
nicht erfindungsgemäß |
0,14 |
4,5 |
483 |
407 |
562 |
1,6 |
32,3 |
376 |
0,109 |
| 39 |
erfindungsgemäß |
0,34 |
7 |
567 |
538 |
717 |
1,6 |
28,4 |
504 |
0,133 |
| 40 |
erfindungsgemäß |
0,29 |
0,6 |
523 |
459 |
653 |
2,5 |
34,1 |
401 |
0,149 |
| 41 |
erfindungsgemäß |
0,17 |
5 |
541 |
498 |
667 |
2,1 |
27,0 |
447 |
0,134 |
| 42 |
nicht erfindungsgemäß |
0,16 |
22 |
606 |
588 |
615 |
1,2 |
24,6 |
596 |
0,010 |
| 43 |
nicht erfindungsgemäß |
0,22 |
0,8 |
470 |
395 |
588 |
3,2 |
41,6 |
349 |
0,129 |
| 44 |
erfindungsgemäß |
0,18 |
17 |
657 |
638 |
741 |
1,3 |
20,6 |
623 |
0,072 |
| 45 |
nicht erfindungsgemäß |
0,21 |
0,4 |
498 |
370 |
591 |
3,5 |
45,4 |
293 |
0,157 |
| 46 |
nicht erfindungsgemäß |
0,21 |
1 |
509 |
401 |
580 |
3,0 |
40,4 |
344 |
0,132 |
| 47 |
nicht erfindungsgemäß |
0,20 |
5 |
543 |
486 |
588 |
2,7 |
26,5 |
454 |
0,066 |
| 48 |
nicht erfindungsgemäß |
0,18 |
15 |
665 |
571 |
608 |
2,4 |
8,6 |
546 |
0,048 |
| 49 |
erfindungsgemäß |
0,17 |
10 |
645 |
602 |
762 |
1,5 |
26,6 |
575 |
0,103 |
| 50 |
erfindungsgemäß |
0,21 |
1,2 |
538 |
483 |
654 |
3,3 |
29,4 |
403 |
0,149 |
| 51 |
erfindungsgemäß |
0,15 |
8 |
584 |
540 |
631 |
2,3 |
17,8 |
497 |
0,096 |
| 52 |
nicht erfindungsgemäß |
0,17 |
10 |
532 |
477 |
601 |
1,2 |
30,9 |
470 |
0,077 |
| 53 |
erfindungsgemäß |
0,22 |
0,4 |
559 |
430 |
667 |
3,0 |
40,5 |
343 |
0,168 |
| 54 |
erfindungsgemäß |
0,19 |
15 |
720 |
649 |
703 |
3,3 |
13,3 |
632 |
0,039 |
| 55 |
erfindungsgemäß |
0,21 |
7,5 |
571 |
531 |
668 |
2,2 |
27,2 |
482 |
0,108 |
| 56 |
erfindungsgemäß |
0,13 |
8 |
626 |
578 |
677 |
3,0 |
16,6 |
524 |
0,100 |
| 57 |
nicht erfindungsgemäß |
0,17 |
10 |
565 |
507 |
597 |
1,7 |
20,0 |
488 |
0,081 |
| 58 |
nicht erfindungsgemäß |
0,14 |
11 |
589 |
518 |
615 |
2,4 |
25,2 |
492 |
0,054 |
| 59 |
nicht erfindungsgemäß |
0,28 |
2,2 |
525 |
454 |
588 |
2,6 |
32,1 |
401 |
0,104 |
| 60 |
erfindungsgemäß |
0,21 |
6 |
573 |
522 |
655 |
2,3 |
24,1 |
481 |
0,096 |
| 61 |
erfindungsgemäß |
0,14 |
0,6 |
581 |
546 |
747 |
1,9 |
31,9 |
498 |
0,137 |
| 62 |
nicht erfindungsgemäß |
0,23 |
12 |
601 |
549 |
614 |
1,2 |
23,7 |
499 |
0,060 |
| 63 |
erfindungsgemäß |
0,24 |
14 |
694 |
682 |
757 |
0,9 |
14,8 |
652 |
0,064 |
| 64 |
erfindungsgemäß |
0,20 |
1,4 |
601 |
576 |
770 |
1,8 |
31,1 |
537 |
0,154 |
| 65 |
erfindungsgemäß |
0,23 |
5 |
630 |
608 |
781 |
1,7 |
27,4 |
570 |
0,117 |
| 66 |
nicht erfindungsgemäß |
0,35 |
18 |
667 |
607 |
647 |
0,8 |
18,1 |
586 |
0,036 |
| 67 |
erfindungsgemäß |
0,15 |
8 |
661 |
641 |
793 |
1,6 |
24,4 |
607 |
0,101 |
| 68 |
nicht erfindungsgemäß |
0,23 |
15 |
649 |
572 |
630 |
1,3 |
10,5 |
548 |
0,031 |
| 69 |
erfindungsgemäß |
0,25 |
12 |
682 |
605 |
692 |
3,1 |
21,4 |
553 |
0,068 |
| 70 |
nicht erfindungsgemäß |
0,22 |
6 |
624 |
545 |
646 |
2,7 |
27,3 |
503 |
0,054 |
1. Verpackungsblecherzeugnis aus einem kaltgewalzten Stahlblech mit einer Dicke von weniger
als 0,6 mm, welches folgende Zusammensetzung in Bezug auf das Gewicht aufweist:
- C: 0,001 - 0,06 %,
- Si: < 0,03 %, bevorzugt 0,002 bis 0,03 %,
- Mn: 0,17 - 0,5 %,
- P: < 0,03 %, bevorzugt 0,005 bis 0,03 %,
- S: 0,001 - 0,03 %,
- Al: 0,001 - 0,1 %,
- N: 0,002 - 0,12 %, bevorzugt 0,004 bis 0,07 %,
- optional Cr: < 0,1 %, bevorzugt 0,01 - 0,1 %,
- optional Ni: < 0,1 %, bevorzugt 0,01 - 0,05 %,
- optional Cu: < 0,1 %, bevorzugt 0,002 - 0,05 %,
- optional Ti: < 0,01 %,
- optional B: < 0,005 %,
- optional Nb: < 0,01 %,
- optional Mo: < 0,02 %,
- optional Sn: < 0,03 %,
- Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen,
wobei das Verpackungsblecherzeugnis bei einer biaxialen Verformung in einem Bulge-Versuch
eine untere Streckgrenze (Sb
eL) von mehr als 300 MPa und eine zugehörige Bruchdehnung (Ab) von mehr als 10 % und
im plastischen Bereich zwischen der Lüdersdehnung (Ab
e) und einer oberen (plastischen) Grenzdehnung von ε
max = 0,5·Ab·(Sb
eL/Sb
m) ein biaxiales Spannungs/-Dehnungs-Diagramm σ
B(ε) aufweist, das mit einer Funktion σ
B = b·ε
n darstellbar ist, wobei
- σB die wahre, biaxiale Spannung in MPa,
- ε der Betrag der wahren Dehnung in Dickenrichtung in %,
- SbeL die untere Streckgrenze,
- Sbm die absolute Festigkeit,
- Abe die Lüdersdehnung,
- b ein Proportionalitätsfaktor und
- n ein Verfestigungsexponent ist,
und eine Verfestigung des Verpackungsblecherzeugnisses in Dickenrichtung durch einen
Verfestigungsexponenten von
n ≥ 0,353 - 5,1·Sb
eL/10
4 MPa
charakterisiert ist.
2. Verpackungsblecherzeugnis nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass von dem Stickstoff ein Gewichtsanteil von mindestens 0,002 %, bevorzugt von mehr
als 0,004 % in ungebundener Form interstitiell im Stahl eingelagert ist.
3. Verpackungsblecherzeugnis nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei das Verpackungsblecherzeugnis
erhältlich ist durch
- Warmwalzen einer Bramme aus dem Stahl zu einem Warmband, wobei das Warmband bevorzugt
eine Dicke im Bereich von 2 mm bis 4 mm aufweist,
- Aufwickeln des Warmbands bei einer Aufwickeltemperatur unterhalb der Arl-Temperatur
und insbesondere im Bereich von 500°C bis 750°C,
- Kaltwalzen des Warmbands bei einem Reduktionsverhältnis von mindestens 80 % zu einem
kaltgewalzten Stahlband,
- Aufsticken des kaltgewalzten Stahlbands in einem Glühofen, insbesondere einem Durchlaufglühofen,
unter Anwesenheit eines Stickstoffdonors bei einer Temperatur von mindestens 550°C
und Rekristallisationsglühen des kaltgewalzten Stahlbands in einem Glühofen bei einer
Glühtemperatur von mindestens 630°C,
- Abkühlen des rekristallisierend geglühten Stahlbands auf Raumtemperatur,
- Nachwalzen des rekristallisierten Stahlbands bei einem Nachwalzgrad von 0,2 % bis
45 %.
4. Verpackungsblecherzeugnis nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Endwalztemperatur beim Warmwalzen der Bramme größer als die Ar3-Temperatur ist
und insbesondere im Bereich von 800°C bis 920°C liegt.
5. Verpackungsblecherzeugnis nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Verweildauer des Stahlbands im Glühofen zwischen 10 Sekunden und 400 Sekunden
liegt.
6. Verpackungsblecherzeugnis nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Nachwalzgrad 20 % oder kleiner ist und insbesondere im Bereich von 1 bis 18 %
liegt.
7. Verpackungsblecherzeugnis nach einem der Ansprüche 3 bis 6, wobei der Stickstoffdonor
bei den Temperaturen im Glühofen zumindest teilweise zu atomarem Stickstoff dissoziiert
ist.
8. Verpackungsblecherzeugnis nach einem der Ansprüche 3 bis 7, wobei es sich bei dem
Stickstoffdonor um Ammoniakgas handelt.
9. Verpackungsblecherzeugnis nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Warmband einen anfänglichen Stickstoffanteil No im Bereich von 0,001 Gew. % bis
0,016 Gew. %, bevorzugt von 0,001 Gew. % bis 0,008 Gew. %, aufweist und dass der Gewichtsanteil
des Stickstoffs in dem Stahlflachprodukt beim Glühen durch die Anwesenheit des Stickstoffdonors
um ΔN ≥ 0,002 Gew. % erhöht wird.
10. Verpackungsblecherzeugnis nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es eine Oberflächenbeschichtung auf mindestens einer Oberfläche des kaltgewalzten
Stahlblechs enthält, insbesondere eine elektrolytisch aufgebrachte Zinn- und/oder
Chrom-/Chromoxid-Beschichtung und/oder eine organische Beschichtung, insbesondere
in Form eines Lacks oder einer Polymerfolie.
11. Verpackungsblecherzeugnis nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei die Eigenschaften
des Verpackungsblecherzeugnisses nach einer Alterung des Verpackungsblecherzeugnisses
erhalten werden, insbesondere nach einer künstlichen Alterung durch eine thermische
Behandlung über 20 bis 30 Minuten bei einer Alterungstemperatur im Bereich von 200°C
bis 210 °C oder nach einer Lagerung und/oder durch eine Lackierung mit anschließender
Trocknung.
12. Verpackungsblecherzeugnis nach einem der Ansprüche 3 bis 11, wobei der sich aus der
Dicke (d) des Verpackungsblecherzeugnisses und der Dicke (D) des Warmbands ergebende
Gesamtkaltwalzgrad von GKWG = 1 - d/D bei mindestens 0,90 liegt.
13. Verpackungsblecherzeugnis nach einem der voranstehenden Ansprüche, wobei es sich um
ein einfach oder doppelt reduziertes Feinstblech mit einer Dicke (d) im Bereich von
0,10 mm bis 0,50 mm, bevorzugt von 0,12 mm bis 0,35 mm, handelt.
14. Verwendung eines Verpackungsblecherzeugnisses nach einem der voranstehenden Ansprüche
zur Herstellung von Dosenrümpfen.
15. Verfahren zur Herstellung und Charakterisierung eines Verpackungsblecherzeugnisses
aus einem kaltgewalzten Stahlblech mit einer Dicke von weniger als 0,6 mm, wobei das
Verpackungsblecherzeugnis aus einem Warmband durch ein- oder zweifaches Kaltwalzen
des Warmbands bei einem Reduktionsverhältnis von mindestens 80 % hergestellt wird
und das Warmband folgende Zusammensetzung in Bezug auf das Gewicht aufweist:
- C: 0,001 - 0,06 %,
- Si: < 0,03 %, bevorzugt 0,002 bis 0,03 %,
- Mn: 0,17 - 0,5 %,
- P: < 0,03 %, bevorzugt 0,005 bis 0,03 %,
- S: 0,001 - 0,03 %,
- Al: 0,001 - 0,1 %,
- N: < 0,016%, bevorzugt 0,001 bis 0,008 %,
- optional Cr: < 0,1 %, bevorzugt 0,01 - 0,08 %,
- optional Ni: < 0,1 %, bevorzugt 0,01 - 0,05 %,
- optional Cu: < 0,1 %, bevorzugt 0,002 - 0,05 %,
- optional Ti: < 0,01 %,
- optional B: < 0,005 %,
- optional Nb: < 0,01 %,
- optional Mo: < 0,02 %,
- optional Sn: < 0,03 %,
- Rest Eisen und unvermeidbare Verunreinigungen,
wobei das kaltgewalzte Stahlband in einem Glühofen, insbesondere einem Durchlaufglühofen,
unter Anwesenheit eines Stickstoffdonors bei einer Temperatur von mindestens 550°C
um einen auf das Gewicht bezogenen Stickstoffgehalt von ΔN ≥ 0,002 % aufgestickt und
bei einer Glühtemperatur von mindestens 630°C rekristallisierend geglüht, danach auf
Raumtemperatur abgekühlt und bei einem Nachwalzgrad von 0,2 % bis 45 % kalt nachgewalzt
wird und anschließend zur Charakterisierung des Umformvermögens einer biaxialen Verformung
im Bulgeversuch im plastischen Bereich unterzogen wird, in der das Verpackungsblecherzeugnis
eine untere Streckgrenze (Sb
eL) von mehr als 300 MPa und eine zugehörige Bruchdehnung (Ab) von mehr als 10 % sowie
im Bereich zwischen der Lüdersdehnung (Ab
e) und einer oberen (plastischen) Grenzdehnung von ε
max = 0,5·Ab·(Sb
eL/Sb
m) ein biaxiales Spannungs-Dehnungs-Diagramm σ
B(ε) zeigt, das mit einer Funktion σ
B = b·ε
n darstellbar ist, wobei
- σB die wahre, biaxiale Spannung in MPa,
- ε der Betrag der wahren Dehnung in Dickenrichtung in %,
- SbeL die untere Streckgrenze,
- Sbm die absolute Festigkeit,
- Abe die Lüdersdehnung,
- b ein Proportionalitätsfaktor und
- n ein Verfestigungsexponent ist, der
n ≥ 0,353 - 5,1·SbeL/104 MPa erfüllt.