[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Haushalts-Gargeräts, aufweisend
einen Garraum, mindestens eine Gargutbehandlungseinrichtung zum Behandeln von in dem
Garraum befindlichem Gargut mit mehreren Parameterkonfigurationen, wobei durch mindestens
zwei Parameterkonfigurationen das Gargut lokal unterschiedlich behandelbar ist, und
mindestens einen in den Garraum gerichteten Sensor zum Bestimmen von Verteilungen
einer Oberflächeneigenschaft des Garguts, wobei bei dem Verfahren mindestens eine
Gargutbehandlungseinrichtung in einem p-ten Iterationsschritt mit p ≥ 1 für eine vorgegebene
Zeitdauer Δt mit einer q-ten Parameterkonfiguration S
q mit q ≤ p betrieben wird, um in dem Garraum befindliches Gargut zu behandeln und
anschließend an den Ablauf der Zeitdauer Δt mittels des mindestens einen Sensors eine
p-te Verteilung < V
p > einer Oberflächeneigenschaft des Garguts bestimmt wird. Die Erfindung betrifft
auch ein Haushalts-Gargerät zur Durchführung des Verfahrens. Die Erfindung ist vorteilhaft
anwendbar auf Mikrowellengeräte.
[0002] US 2018/0098381 A1 und
US 2017/0290095 A1 offenbaren ein computerimplementiertes Verfahren zum Erwärmen eines Gegenstands in
einem Garraum eines elektronischen Ofens hin zu einem Zielzustand. Das Verfahren umfasst
das Erwärmen des Gegenstands mit einem Satz von Energieanwendungen in Bezug auf den
Garraum, während sich der Ofen in einer bestimmten Konfiguration befindet. Der Satz
von Energieanwendungen und die Konfiguration definieren einen jeweiligen Satz variabler
Energieverteilungen in der Kammer. Das Verfahren umfasst auch das Erfassen von Sensordaten,
die einen jeweiligen Satz von Antworten des Garguts auf den Satz von Energieanwendungen
definieren. Das Verfahren umfasst auch das Generieren eines Plans zum Erwärmen des
Gegenstands in der Kammer. Der Plan wird von einem Steuerungssystem des Ofens erzeugt
und verwendet die Sensordaten.
[0003] WO 2012/109634 A1 offenbart eine Vorrichtung zur Behandlung von Objekten mit HF-Energie. Die Vorrichtung
kann eine Anzeige enthalten, um einem Benutzer ein Bild eines zu bearbeitenden Objekts
anzuzeigen, wobei das Bild wenigstens einen ersten Teil und einen zweiten Teil des
Gegenstands umfasst. Die Vorrichtung kann auch eine Eingabeeinheit und mindestens
einen Prozessor umfassen, der konfiguriert ist zum: Empfangen von Information basierend
auf einer Eingabe, die an der Eingabeeinheit bereitgestellt wird, und zum Erzeugen
von Verarbeitungsinformationen zur Verwendung beim Bearbeiten des Objekts basierend
auf der empfangenen Information, um ein erstes Verarbeitungsergebnis in dem ersten
Abschnitt des Objekts und ein zweites Verarbeitungsergebnis in dem zweiten Abschnitt
des Objekts zu erzielen.
[0004] DE 10 2017 101 183 A1 offenbart ein Verfahren zum Betreiben eines Gargerätes sowie ein Gargerät, bei dem
mit einer Heizeinrichtung Gargut in einem Garraum erwärmt wird. Das Gargut wird mit
einer Kameraeinrichtung erfasst. Anhand der Erfassung des Garguts wird wenigstens
eine Gargutkenngröße ermittelt. Dabei umfasst die Heizeinrichtung eine Heizquelle
mit einer Mehrzahl separat ansteuerbarer Heizmittel. Mit jeweils wenigstens einem
Heizmittel wird ein räumliches Segment von einer Mehrzahl von räumlichen Segmenten
im Garraum gezielt beheizt. Die Ansteuerung der einzelnen Heizmittel wird in Abhängigkeit
der Gargutkenngröße vorgenommen.
[0005] Es ist die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Standes der Technik zumindest teilweise
zu überwinden und insbesondere eine besonders einfach umsetzbare und effektive Möglichkeit
bereitzustellen, Gargut automatisch auf eine gewünschte Oberflächeneigenschaft hin
zu behandeln.
[0006] Diese Aufgabe wird gemäß den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche, der Beschreibung und der
Zeichnungen.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Betreiben eines Haushalts-Gargeräts,
aufweisend die Merkmale des Anspruchs 1.
[0008] Dieses Verfahren ergibt den Vorteil, dass es das Gargut effektiv und in kurzer Zeit
so behandeln kann, dass es eine der Ziel-Verteilung entsprechende gewünschte Oberflächeneigenschaft
erhält.
[0009] Insbesondere ermöglicht das Verfahren eine gezielte Steuerung einer Erwärmungsverteilung
von Gargut bei Verwendung von Mikrowellenstrahlung unter Zuhilfenahme der Daten eines
Sensors. So kann mit geringem Aufwand eine intelligente Steuerung eines Gargeräts
realisiert werden, welche dynamisch und nur auf den aktuellen Moment bezogen ein bestmögliches
Garergebnis erzielen kann. Insbesondere ist der zugehörige Rechenaufwand gering, so
dass die Iterationsschritte des Verfahrens besonders schnell durchführbar sind. Auch
wird kein Speicher zur Speicherung großer Datenmengen benötigt. Somit können auch
in konventionellen Gargeräten gezielte Temperaturmuster und Verteilungen eingestellt
werden, und zwar lediglich unter Zuhilfenahme eines einfachen Sensors.
[0010] Die Oberflächeneigenschaft kann beispielsweise eine an der Oberfläche des Garguts
gemessene Temperatur, eine Feuchtigkeit oder ein Bräunungsgrad sein, ist aber nicht
darauf beschränkt. Die Verteilung < V
p > wird im Folgenden auch als "Messwertverteilung" bezeichnet und stellt eine während
einer Iteration p gemessene Ist-Verteilung des Garguts dar. Sie kann dann je nach
Art der gemessenen Oberflächeneigenschaft als Temperaturverteilung, Bräunungsgradverteilung
usw. bezeichnet werden. Die Zielverteilung < Z > kann analog bezeichnet werden und
ist insbesondere dimensionslos.
[0011] Eine Parameterkonfiguration S
q entspricht allgemein einem bestimmten Werteraum, der durch die entsprechenden Einstell-
oder Betriebsparameter aufgezogen ist. Eine Parameterkonfiguration S
q entspricht in anderen Worten einem bestimmten q-ten Satz von Einstell- oder Betriebswerten
des Haushalts-Gargeräts. Eine Parameterkonfiguration S
q umfasst mindestens zwei mögliche Einstellwerte mindestens eines Einstell- oder Betriebsparameters
des Haushalts-Gargeräts. Dabei kann jeder Betriebsparameter mindestens zwei Werte
oder Zustände annehmen. Im einfachsten Fall können diese zwei Zustände "ein" und "aus"
sein. Dadurch, dass mindestens zwei Parameterkonfigurationen das Gargut lokal unterschiedlich
behandeln, ergibt sich bei entsprechender Einwirkung auf das Gargut durch die beiden
Parameterkonfigurationen eine unterschiedliche Verteilung der Oberflächeneigenschaft.
[0012] Das Haushalts-Gargerät ist ein Mikrowellengerät, wobei die Gargutbehandlungseinrichtung
dann mindestens eine Mikrowelleneinrichtung zum Einbringen von Mikrowellen in den
Garraum aufweist. Die Mikrowelleneinrichtung weist insbesondere mindestens einen Mikrowellengenerator
(z.B., ein Magnetron, einen invertergesteuerten Mikrowellengenerator, einen festkörperbasierten
Mikrowellengenerator ("Solid State Microwave Generator") usw.) auf. Als Einstell-
oder Betriebsparameter des Mikrowellengenerators, die eine Feldverteilung in dem Garraum
ändern, können (insbesondere bei halbleiterbasierter Erzeugung der Mikrowellenleistung)
z.B. die Betriebsfrequenz, bei mehreren Mikrowellengeneratoren und/oder Einspeisungspunkten
deren relative Phase usw. verwendet werden. Die Mikrowelleneinrichtung kann ferner
eine Mikrowellenführung zum Führen der von dem Mikrowellengenerator erzeugten Mikrowellen
in den Garraum aufweisen. Die Mikrowellenführung kann z.B. ein Hohlleiter oder ein
HF-Kabel sein oder aufweisen.
[0013] Die Mikrowelleneinrichtung kann ferner mindestens eine einstellbare feldverändernde
Komponente aufweisen, d.h., dass je nach Stellung der feldverändernden Komponente
eine Feldverteilung der Mikrowellen in dem Garraum unterschiedlich ist. Abhängig von
der Einstellung der Einstell- oder Betriebsparameter dieser feldverändernden Komponenten
wird sich eine bestimmte Feldverteilung und damit ein bestimmtes Erwärmungs- oder
Veränderungsmuster im Gargut einstellen.
[0014] Die mindestens eine feldverändernde Komponente kann z.B. mindestens eine drehbare
Antenne aufweisen oder sein, die Mikrowellenenergie in den Garraum auskoppelt, z.B.
aus der Mikrowellenführung. Diese Drehantennen sind typischerweise nicht rotationssymmetrisch
geformt, so dass für sie eine Winkelstellung als Einstell- oder Betriebsparameter
angegeben werden kann, die z.B. über einen Schrittmotor gezielt einstellbar ist. Die
mindestens eine drehbare Antenne kann in einer Weiterbildung auch in Bezug auf ihre
Höhenposition einstellbar sein.
[0015] Die mindestens eine feldverändernde Komponente kann zusätzlich oder alternativ mindestens
einen in Bezug auf seine räumliche Position einstellbaren Mikrowellenreflektor aufweisen.
Der Mikrowellenreflektor kann drehbar und/oder verschiebbar sein. Ein drehbarer Mikrowellenreflektor
kann als ein Modenrührer ("Wobbler") ausgebildet sein. Ein verschiebbarer Mikrowellenreflektor
kann als ein räumlich verschiebbares Dielektrikum (z.B. aus Teflon) ausgebildet sein.
[0016] Da die mindestens eine Gargutbehandlungseinrichtung eine Mikrowelleneinrichtung aufweist
oder umfasst, kann der mindestens eine Einstell- oder Betriebsparameter mindestens
einen Betriebsparameter aus der Gruppe
- jeweiliger Drehwinkel mindestens einer drehbaren Antenne;
- jeweilige Höhenposition mindestens einer drehbaren Antenne;
- räumliche Position mindestens eines Mikrowellenreflektors;
- Mikrowellenfrequenz;
- relative Phasen zwischen unterschiedlichen Mikrowellengeneratoren;
umfassen. Dies schließt nicht aus, das sich auch noch weitere Betriebsparameter der
Mikrowelleneinrichtung einstellen lassen, welche die Feldverteilung ändern können.
[0017] Für den Fall, dass das Haushalts-Gargerät ein Mikrowellengerät ist und die betrachtete
Oberflächeneigenschaft eine Temperatur ist, kann das Verfahren auch so ausgedrückt
werden, dass
- die mindestens eine Gargutbehandlungseinrichtung eine Mikrowelleneinrichtung zum Einbringen
von Mikrowellen in den Garraum umfasst, wobei durch mindestens zwei Parameterkonfigurationen
der Mikrowelleneinrichtung unterschiedliche Feldverteilungen der Mikrowellen in dem
Garraum erzeugbar sind,
- die Oberflächeneigenschaft eine Oberflächentemperatur des Garguts ist und
- der mindestens eine Sensor mindestens einen in den Garraum gerichteten Infrarotsensor
zum Bestimmen von Messwertverteilungen < V > auf dem Gargut umfasst,
wobei bei dem Verfahren
- a) die Mikrowelleneinrichtung in einem p-ten Iterationsschritt mit p ≥ 1 für eine
vorgegebene Zeitdauer Δt mit einer q-ten Parameterkonfiguration Sq mit q ≤ p betrieben wird, um in dem Garraum (2) befindliches Gargut (G) mit Mikrowellen
zu behandeln,
- b) anschließend an den Ablauf der Zeitdauer Δt mittels des mindestens einen Infrarotsensors
eine p-te Messwertverteilung < Vp > des Garguts bestimmt wird,
- c) aus einem Vergleich der p-ten Messwertverteilung < Vp > mit einer vor Schritt a) aufgenommenen (p-1)-ten Messwertverteilung < Vp-1 > ein Veränderungsmuster < E(Sq) > berechnet und gespeichert wird,
- d) für alle bisher im Laufe dieses Verfahrens gespeicherten Veränderungsmuster {<
E(Sq) >} ein jeweiliger Bewertungswert Bq berechnet wird, der einen Unterschied zwischen einer Abweichung einer Zielverteilung
< Z > zu der Messwertverteilung < Vp > und einer Abweichung der Zielverteilung < Z > zu einem Prädiktionsmuster < V'p > darstellt, wobei das Prädiktionsmuster < V'p > eine Überlagerung der Messwertverteilung < Vp > mit dem zugehörigen Veränderungsmuster < E(Sq) > darstellt,
- e) diejenige Parameterkonfiguration Sq eingestellt wird, deren Bewertungswert Bq mindestens ein vorgegebenes Kriterium erfüllt,
- f) für die p-te Messwertverteilung < Vp > ein Qualitätswert Qp berechnet wird, der eine Abweichung der Messwertverteilung < Vp > zu einer Ziel-Messwertverteilung < Z > angibt, und
- g) falls sich für den Qualitätswert Qp eine ausreichend geringerer Abweichung zu der Zielverteilung < Z > ergibt als für
den (p-1)-ten Qualitätswert Qp-1, unter Beibehaltung der aktuellen Parameterkonfiguration Sq iterativ zu Schritt a) verzweigt wird, und
- h) falls sich für den Qualitätswert Qp eine nicht ausreichend geringere Abweichung zu der Ziel-Messwertverteilung < Z >
ergibt als für den Qp, eine neue Parameterkonfiguration Sq+1 eingestellt wird und dann iterativ zu Schritt a) verzweigt wird.
[0018] Das Haushalts-Gargerät kann aber nicht erfindungsgemäß auch ein Backofen sein, wobei
die Gargutbehandlungseinrichtung dann mindestens einen - insbesondere elektrisch betriebenen
- Strahlungsheizkörper zum Einbringen von Wärmestrahlung in den Garraum aufweist,
z.B. mindestens einen Unterhitzeheizkörper, mindestens einen Oberhitzeheizkörper und/oder
mindestens einen Grillheizkörper.
[0019] Es ist eine nicht erfindungsgemäße Weiterbildung, dass für den Fall eines Backofens
die mindestens eine Gargutbehandlungseinheit mindestens eine Gargutbehandlungseinheit
aus der Gruppe aufweisend
- mindestens einen elektrischen Strahlungsheizkörper,
- mindestens eine Induktionsspule,
- mindestens ein strahlgerichtetes Kühlluftgebläse,
- mindestens eine strahlgerichtete Heißlufteinrichtung und/oder
- mindestens eine strahlgerichtete Wassereinspeisungseinrichtung
umfasst. So wird der Vorteil erreicht, dass sich die Oberflächeneigenschaft mit vielen
Vorrichtungen (falls in dem Haushalts-Gargerät vorhanden) einzeln oder in beliebiger
Kombination vereinheitlichen oder auf eine andere Ziel-Verteilung der Oberflächeneigenschaft
einstellen lässt. Dies wiederum erhöht eine Effektivität des Verfahrens. Unter einer
strahlgerichteten Vorrichtung kann insbesondere eine Stoffeinbringungseinheit verstanden
werden, die dazu eingerichtet ist, mindestens einen lokal begrenzten, gerichteten
Strom von Stoff zur lokalen Behandlung des Garguts in den Garraum einzubringen.
[0020] Der mindestens eine elektrische Strahlungsheizkörper dient zur Erwärmung des Garraums
bzw. des in dem Garraum vorhandenen Garguts. Er kann ein jeweiliger Rohrheizkörper
sein, alternativ oder zusätzlich z.B. eine gedruckte Leiterbahn, ein Widerstands-Flächenheizelement
usw. Ist das Haushalts-Gargerät mit mindestens einem elektrischen Strahlungsheizkörper
ausgestattet, kann der Garraum auch als Ofenraum bezeichnet werden.
[0021] Der mindestens eine Strahlungsheizkörper kann beispielsweise mindestens einen Unterhitze-Heizkörper
zur Erzeugung einer Unterhitze oder Unterhitzefunktion, mindestens einen Oberhitze-Heizkörper
zur Erzeugung einer Oberhitze oder Oberhitzefunktion, mindestens einen Grillheizkörper
zur Erzeugung einer Grillfunktion (ggf. zusammen mit dem mindestens einen Oberhitze-Heizkörper),
einen Ringheizkörper zur Erzeugung einer Heißluft oder Heißluftfunktion, usw. umfassen.
Der Einstell- oder Betriebsparameter eines Strahlungsheizkörpers kann insbesondere
unterschiedliche elektrische Leistungen oder Leistungsstufen umfassen, z.B. < 0 W,
200 W, ..., 800 W >.
[0022] Es ist eine nicht erfindungsgemäße Ausgestaltung, dass der mindestens eine elektrische
Strahlungsheizkörper mindestens zwei Strahlungsheizkörper umfasst und die Parameterkonfiguration
Einstellwerte für mindestens zwei der Strahlungsheizkörper umfasst. In anderen Worten
können zur Durchführung des Verfahrens unterschiedliche Leistungsverteilung, die unterschiedlichen
Sätzen von Einstellparametern von mindestens zwei Strahlungsheizkörpern entsprechen,
genutzt werden.
[0023] Es ist eine nicht erfindungsgemäße Weiterbildung, dass die Strahlungsheizkörper einzeln
oder individuell betrieben werden können, und zwar insbesondere unabhängig davon,
ob mehrere Strahlungsheizkörper bei Auswahl einer bestimmten Betriebsart (z.B. Grillbetriebsart)
zusammen betrieben werden. Dies ergibt den Vorteil, dass besonders gut auf das Erreichen
einer gewünschten Verteilung der Oberflächeneigenschaft abgestimmte Leistungsverteilungen
bereitstellbar sind.
[0024] Es ist eine nicht erfindungsgemäße Weiterbildung, dass die Strahlungsheizkörper (insbesondere
nur) als funktionale "Betriebsart"-Gruppen oder Heizarten aktivierbar sind, die bestimmten
Betriebsarten zugeordnet sind. Dabei kann in einer Variante bei mindestens einer Betriebsart
genau ein Strahlungsheizkörper aktivierbar sein bzw. dieser Betriebsart genau ein
Strahlungsheizkörper zugeordnet sein. In mindestens einer anderen Betriebsart werden
mindestens zwei Strahlungsheizkörper aktiviert bzw. sind dieser anderen Betriebsart
mindestens zwei Strahlungsheizkörper zugeordnet. Die zum Vergleich in Schritt b) vorgegebenen
örtlichen Leistungsverteilungen können sich dann aus den Leistungseinträgen von zu
verschiedenen Betriebsarten zugehörigen Strahlungsheizkörpern ergeben.
[0025] Auch kann das Haushalts-Gargerät eine Kombination aus Backofen und Mikrowellengerät
sein, z.B. ein Backofen mit zusätzlicher Mikrowellenfunktionalität oder ein Mikrowellengerät
mit zusätzlicher Ofenfunktion, wobei das Kombinationsgerät dann mindestens eine Mikrowelleneinrichtung
und mindestens einen Strahlungsheizkörper aufweist.
[0026] Es ist eine Ausgestaltung, dass der mindestens eine Sensor mindestens einen Infrarotsensor
und/oder mindestens einen optischen Sensor umfasst. So lässt sich eine Oberflächenbeschaffenheit
besonders zuverlässig bestimmen und effektiv auswerten. Der optische Sensor eignet
sich besonders zur Bestimmung eines Bräunungsgrads und/oder einer Bestimmung der Feuchtigkeit
auf der Oberfläche des Garguts, während der Infrarotsensor sich besonders zur Bestimmung
einer Temperaturverteilung auf der Oberfläche des Garguts eignet. Der Infrarotsensor
ist insbesondere in einem nahen Infrarotbereich (NIR) empfindlich.
[0027] Es ist also eine Weiterbildung, dass aus den Messwerten des mindestens einen Sensors
eine ortsaufgelöste, insbesondere bildpunktartige, Messwertverteilung < V > der Oberflächenbeschaffenheit
des Garguts bereitgestellt wird, insbesondere als ein zweidimensionales Bild. Dazu
kann mindestens ein Sensor ein ortsauflösend messender Sensor sein. Dies ermöglicht
vorteilhafterweise eine besonders schnelle Durchführung des Verfahrens.
[0028] Es ist eine Weiterbildung, dass der mindestens eine optische Sensor eine Kamera umfasst
oder ist, die ein bildpunktartig zusammengesetztes Bild des Garguts aufnimmt. Die
Kamera - insbesondere Digitalkamera - ist vorteilhafterweise eine Farbkamera, kann
aber auch eine Schwarz-Weiß-Kamera sein.
[0029] Es ist eine Ausgestaltung, dass der mindestens eine Infrarotsensor mindestens eine
bildpunktartig auflösende IR-Kamera zur eine Aufnahme mindestens eines bildpunktartigen
Wärmebilds umfasst (auch als Wärmebildkamera bezeichnet).
[0030] Alternativ oder zusätzlich kann mindestens ein Sensor relativ zu dem Gargut bewegt
werden (z.B. durch Befestigung auf einem verfahrbaren Träger) und an unterschiedlichen
Raumpositionen Messungen durchführen, welche zu einem Gesamtbild zusammengeführt werden.
So wird der Vorteil erreicht, dass die Oberfläche insbesondere auch von voluminösem
oder nicht flachem Gargut vollständiger erfassbar oder ausmessbar ist. Alternativ
oder zusätzlich können auch mehrere aus unterschiedlichen Blickwinkeln und/oder an
unterschiedlichen Positionen in den Garraum gerichtete Sensoren verwendet werden,
deren Messungen z.B. zu einem Gesamtbild zusammengeführt werden können. Der mindestens
eine Infrarotsensor kann dann beispielsweise als mindestens eine sog. Thermosäule
oder "Thermopile" usw. ausgebildet sein. Der mindestens ein Infrarotsensor kann aus
als IR-Spektroskop ausgebildet sein.
[0031] Zusätzlich oder alternativ kann das Gargut bewegt werden, um seine Oberflächeneigenschaft(en)
zu messen. Beispielsweise kann das Gargut auf einen Drehteller gelegt werden. Zusätzlich
oder alternativ kann das Gargut in dem Garraum höhenverstellbar sein, z.B. durch eine
- insbesondere motorisch - höhenverstellbare Halterung für einen Gargutträger oder
durch einen höhenverstellbaren Gargutträger. Die Höhenverstellung des Garguts erfolgt
insbesondere automatisch durch das Haushaltsgargerät.
[0032] Es ist eine Ausgestaltung, dass zum Bestimmen der Messwertverteilung < V > des Garguts
dessen Messwertverteilung < V > in dem Wärmebild isoliert wird, d.h., dass nur die
Messwertverteilung von Gargut für das Verfahren betrachtet wird, während die Oberflächeneigenschaft
der Umgebung des Garguts (z.B. eines Gargutträgers, von Garraumwänden usw.) ignoriert
oder entfernt wird. In anderen Worten werden Messwerte der Oberfläche des Garguts
von Messwerten anderer Oberflächen oder Bildbereiche separiert. Um dies zu erreichen,
kann ein durch den Sensor aufgenommenes Bild beispielsweise einer Bildauswertung,
insbesondere Objekterkennung, unterworfen werden. Dies ermöglicht eine besonders präzise,
automatische Bestimmung der Position des Garguts in dem Garraum.
[0033] Die Oberfläche des Garguts in dem Garraum kann alternativ oder zusätzlich durch eine
Auswertung thermischer Änderungen zu Beginn des Garprozesses bestimmt werden. So wird
sich die Oberfläche des Garguts in der Regel langsamer erwärmen als ein typischerweise
metallischer Gargutträger, was beispielsweise in einer Wärmebildfolge erkennbar ist
und auswertbar ist. Alternativ oder zusätzlich können zeitliche Änderungen in der
wellenlängenabhängigen Reflektion ausgewertet werden.
[0034] Alternativ kann die Position des Garguts in dem Garraum auf andere Weise bestimmt
werden, z.B. nutzerseitig. Beispielsweise kann in einer Weiterbildung ein optisches
Bild des Garraums aufgenommen werden und einem Nutzer zur Ansicht bereitgestellt werden,
z.B. auf einem berührungsempfindlichen Bildschirm, beispielsweise des HaushaltsGargerät
und/oder einem Nutzerendgerät wie einem Smartphone oder Tablet-PC. Der Nutzer kann
nun diejenige Bildfläche bestimmen, die dem Gargut entspricht. Dies kann beispielsweise
durch Entlangfahren der durch den Nutzer erkannten Kontur des Garguts mittels eines
Fingers oder Stifts auf dem berührungsempfindlichen Bildschirm erfolgen. Alternativ
kann das aufgenommene Bild bildlich in Teilbereiche unterteilt werden, und ein Nutzer
kann diejenigen Teilbereiche auswählen, auf denen das Gargut gezeigt ist, insbesondere
auf denen das Gargut überwiegend gezeigt ist, insbesondere auf denen nur das Gargut
gezeigt ist. Das Haushalts-Gargerät kann folgend nur die nutzerseitig ausgewählten
Segmente zur Durchführung des Verfahrens nutzen.
[0035] Das Veränderungsmuster < E(S
q) > ist eine Funktion der im p-ten Iterationsschritt aufgenommenen Messwertverteilung
< V
p > und der im vorherigen, (p-1)-ten Iterationsschritt aufgenommenen Messwertverteilung
< V
p-1 >, was auch als < E > = f (< V
p >, < V
p-1 >) ausgedrückt werden kann, wobei die Messwertverteilungen < V
p > und < V
p-1 > wiederum auf den jeweiligen Parameterkonfigurationen S
q beruhen, die gleich oder unterschiedlich sein können. Der Vergleich kann insbesondere
eine allgemeine Differenz sein.
[0036] Für den erfindungsgemäßen Fall, dass die Oberflächeneigenschaft eine Temperatur ist,
bildet das Veränderungsmuster < E(S
q) > den Temperaturhub ab, der sich bei einer bestimmten Parameterkonfigurationen S
q ergibt und kann bestimmt werden, indem die Temperaturverteilungen zu den Iterationsschritten
(p-1) und p miteinander verglichen werden.
[0037] Zudem wird für alle bisher im Laufe dieses Verfahrens gespeicherten Veränderungsmuster
{< E(S
q) >} ein jeweiliger Bewertungswert B
q berechnet, der einen Unterschied zwischen einer Abweichung einer Zielverteilung <
Z > zu der Messwertverteilung < V
p > und einer Abweichung der Zielverteilung < Z > zu einem Prädiktionsmuster < V'
p > darstellt, wobei das Prädiktionsmuster < V'
p > eine Überlagerung der Messwertverteilung < V
p > mit dem zugehörigen Veränderungsmuster < E(S
q) > darstellt. Das Prädiktionsmuster < V'
p > entspricht der Messwertverteilung, die entstünde, wenn das Veränderungsmuster <
E(S
q) > auf < V
p > angewandt würde.
[0038] Der Bewertungswert B
q wiederum gibt an, wie stark ein Anwenden des zugehörigen Veränderungsmusters < E(S
q) > bezogen auf die aktuelle Messwertverteilung < V
p > diese Messwertverteilung < V
p > wahrscheinlich an die Zielverteilung < Z > annähert. Dadurch wird der Vorteil erreicht,
dass auf einfache Weise eine Auswirkung einer Einstellung der zur Verfügung stehenden
Parameterkonfigurationen S
q auf den nächsten Iterationsschritt abschätzbar ist.
[0039] Dass diejenige Parameterkonfiguration S
q eingestellt wird, deren Bewertungswert B
q mindestens ein vorgegebenes Kriterium erfüllt, umfasst, dass sich genau ein solcher
Bewertungswert B
q ergibt, nämlich derjenige Bewertungswert B
q, dessen Anwendung im nächsten Iterationsschritt wahrscheinlich die beste Annäherung
an die Zielverteilung < Z > erreicht.
[0040] Schritt g) wird für den Fall ausgeführt, dass die p-te Messwertverteilung < V
p > besser an die Zielverteilung < Z > angepasst ist als die vorherige, (p-1)-te Messwertverteilung
< V
p-1 >, also eine Verbesserung der Ist-Verteilung < V > auf das Erreichen der Zielverteilung
< Z > hin bewirkt hat. Unter einer "ausreichend geringen Abweichung" kann in einer
Weiterbildung eine Abweichung verstanden werden, bei der sich für den Qualitätswert
Q
p eine ausreichend geringere Abweichung zu der Zielverteilung < Z > ergibt als für
den (p-1)-ten Qualitätswert Q
p-1. Schritt h) wird dann für den Fall ausgeführt, dass für den Qualitätswert Q
p eine nicht ausreichend geringere Abweichung zu der Ziel-Verteilung < Z > ergibt als
für den Qualitätswert Q
p-1.
[0041] Schritt h) wird dann also für den Fall ausgeführt, dass die p-te Messwertverteilung
< V
p > schlechter an die Zielverteilung < Z > angepasst ist als die vorherige Messwertverteilung
< V
p-1 >, also eine Verschlechterung der Ist-Verteilung bewirkt hat, obwohl für die zugrundeliegende
Parameterkonfigurationen S
q gemäß ihrem Bewertungswert B
q das wahrscheinlich beste Ergebnis aller bisher eingestellten Parameterkonfigurationen
S
q zu erwarten war. Als Ausweg aus dieser Situation wird nun eine neue Parameterkonfigurationen
S
q+1 ausgewählt und eingestellt, die zuvor noch nicht verwendet worden ist. Der Vorrat
an Parameterkonfigurationen {S
q} zur Durchführung des Verfahrens wird also sukzessive und bedarfsorientiert erweitert.
Ob die neue Parameterkonfigurationen S
q+1 eine bessere Messwertverteilung < V
p+1 > ergibt als zuvor die Messwertverteilung < V
p >, ist aber nicht bekannt.
[0042] Unter einer "ausreichend geringen Abweichung" kann in einer anderen Weiterbildung
auch eine Abweichung verstanden werden, bei der sich für den Qualitätswert Q
p eine ausreichend geringere Abweichung zu der Zielverteilung < Z > ergibt als für
den (p-1)-ten Qualitätswert Q
p-1 oder bei der die Verbesserung der p-ten Messwertverteilung < V
p > gegenüber der vorhergegangenen Messwertverteilung < V
p-1 > ein vorgegebenes Mindestmaß erreicht oder überschreitet. Dies kann so ausgedrückt
werden, dass Q
p ≥ a · Q
p-1 mit a > 1 gelten muss, falls ein größeres Q eine bessere Übereinstimmung bedeutet.
Der vorgegebene Faktor a kann auch als "Verbesserungs-Mindestmaß" bezeichnet werden.
Falls ein kleineres Q eine bessere Übereinstimmung bedeutet, kann die Bedingung als
Q
p ≤ a · Q
p-1 mit a < 1 formuliert werden.
[0043] Schritt h) wird dann für den Fall ausgeführt, dass sich die Verbesserung der p-ten
Messwertverteilung < V
p > gegenüber der vorhergegangenen Messwertverteilung < V
p-1 > nicht ausreichend stark gewesen ist. Eine neue Parameterkonfigurationen S
q+1 wird in diesem Fall also auch dann ausgewählt oder eingestellt, wenn Q
p ≥ a · Q
p-1 mit a > 1 gilt, obwohl Q
p > Q
p-1 erfüllt sein kann.
[0044] Im nächsten Iterationsschritt wird nun aus dem vergrößerten Vorrat an Parameterkonfigurationen
{S
q} wieder eine bestehende Parameterkonfigurationen S
q anhand des Bewertungswerts B
q ausgewählt, außer es wird erneut die zuletzt hinzugefügte ("neueste") Parameterkonfigurationen
S
q ausgewählt, obwohl keine Verbesserung zu beobachten war.
[0045] Es ist eine Ausgestaltung, dass in Schritt h) so lange neue Parameterkonfigurationen
S
q+1 eingestellt werden, bis bei der neuesten Parameterkonfiguration S
q eine (insbesondere ausreichend starke) Verbesserung der Messwertverteilung < V >
eintritt. Es ist bei dem vorliegenden Verfahren also möglich, dass das Ergebnis der
Gargutbehandlung zumindest für einen Iterationsschritt praktisch gleichbleibt oder
sich sogar verschlechtern kann.
[0046] Es ist eine Weiterbildung, dass die Messwertverteilung < V
p > eine segmentweise Messwertverteilung dahingehend ist, dass sie verschiedene Teilbereiche
mit jeweiligen einheitlichen Messwerten aufweist. Beispielsweise kann das von einer
Kamera aufgenommene Bild in Bildsegmente einer bestimmten Kantenlänge oder bestimmten
Zahl von Bildpunkten unterteilt werden. Der durch ein Segment dargestellte Wert ist
ein für dieses Segment konstanter Messwert und kann z.B. durch Mittelwertbildung der
in dem jeweiligen Segment enthaltenen Bildpunktwerte oder Pixelwerte bestimmt werden.
In einem Extremfall entsprechen die Segmente einzelnen Bildpunkten, d.h., dass die
zur Durchführung des Verfahrens verwendete Messwertverteilung des Garguts eine bildpunktweise
Temperaturverteilung ist. Es ist eine Ausgestaltung, dass die (Ist-) Messwertverteilung
< V
p >, die Zielverteilung < Z > und das Veränderungsmuster < E(S
q) > segmentartige Verteilungen mit jeweils k Segmenten sind.
[0047] Es ist eine Weiterbildung, dass das Verfahren beendet wird, falls mindestens ein
vorgegebenes Abbruchkriterium erfüllt ist. Das Abbruchkriterium kann insbesondere
von der zuletzt aufgenommenen Messwertverteilung < V
p > abhängig sein.
[0048] Es ist eine Ausgestaltung, dass das Verfahren beendet wird, falls der Qualitätswerts
Q
p ein vorgegebenes Kriterium erreicht und/oder das Gargut einen vorgegebenen Zielwert
(V
Ziel) erreicht. So lässt sich eine besonders zuverlässige Annäherung des fertig behandelten
Garguts an einen gewünschten Endzustand erreicht werden.
[0049] Es ist eine Ausgestaltung, dass das Kriterium des Qualitätswerts Q
p das Erreichen eines Zielqualitätswerts Q
Ziel umfasst. Unter der Voraussetzung, dass eine Messwertverteilung < V
p > umso besser an die Zielverteilung < Z > angenähert ist, je kleiner Q
p ist, kann das Abbruchkriterium z.B. erfüllt sein, wenn Q
p ≤ Q
Ziel gilt. Dieses Kriterium lässt sich also vorteilhafterweise verwenden, wenn das Verfahren
abgebrochen werden soll, wenn die Messwertverteilung < V
p > ausreichend nahe an die Zielverteilung < Z > angenähert ist.
[0050] Falls das Kriterium umfasst, dass das Gargut einen vorgegebenen Zielwert V
Ziel erreicht, kann dieser Zielwert mit der Messwertverteilung < V
p > verglichen werden, braucht es aber nicht. So kann das Kriterium z.B. auch ein Erreichen
einer nutzer- oder programmseitig vorgegebenen Gardauer, Kerntemperatur usw. umfassen.
[0051] Es ist eine Ausgestaltung, dass das Gargut den vorgegebenen Zielwert V
Ziel erreicht hat, wenn max (< V
p >) ≥ V
ziel oder min (< V
p >) ≥ V
ziel erfüllt ist. So lassen sich verschiedene gewünschte Endzustände des Garguts besonders
zuverlässig erreichen. Das Kriterium max (< V
p >) ≥ V
ziel gibt beispielsweise an, dass das Verfahren beendet werden soll, wenn auch nur ein
Segment den Zielwert V
Ziel erreicht hat. So kann vorteilhafterweise ein zu starkes oder zu langes Behandeln
des Garguts verhindert werden. Das Kriterium min (< V
p >) ≥ V
ziel gibt an, dass das Verfahren beendet werden soll, wenn alle Segmente den Zielwert
V
Ziel erreicht haben. So kann vorteilhafterweise ein nicht durchgehendes Behandeln des
Garguts verhindert werden
[0052] Es ist eine Ausgestaltung, dass das Veränderungsmuster < E(S
q) > segmentweise als Differenz zwischen der p-ten Messwertverteilung < V
p > und der (p-1)-ten Verteilung < V
p-1 > berechnet wird, insbesondere gemäß

bzw. in Bezug auf das i-te Segment gemäß

berechnet wird. Das Veränderungsmuster < E(S
q) > stellt den Effekt einer Behandlung des Garguts bei Einstellung der Parameterkonfiguration
S
q dar. Das Veränderungsmuster < E(S
q) > kann auch als Veränderungsverteilung bezeichnet werden.
[0053] Es ist eine Ausgestaltung, dass der Bewertungswert B
q = B(S
q) gemäß

bzw. für i = 1, ..., k Segmente

berechnet wird, wobei das Prädiktionsmuster < V'
p > beispielsweise gemäß

berechnet werden kann und der Exponentialfaktor d vorgegeben ist. < E(S
q) >, < V'
p > und < V
p > können im Folgenden Absoluttemperaturen als Komponenten aufweisen und sind dann
insbesondere keine - z.B. normierten - Relativverteilungen.
[0054] < Z* > bezeichnet die Zielverteilung, die, bezogen auf die aktuelle Messwertverteilung
< V
p > und auf den daraus abgeleiteten Durchschnittswert D der k Komponenten von < V
p > mit

als momentane Zielzustand unter Betrachtung von Temperaturwerten angestrebt wird
("Ziel-Messwertverteilung"). D ist insbesondere eine Temperaturangabe in °C. Während
die Zielverteilung < Z > ist dimensionslos ist, wird < Z* > in °C geführt.
[0055] Somit kann die Ziel-Messwertverteilung < Z* > komponentenweise für alle Z*
i gemäß

definiert werden, was auch als < Z* > = D · < Z > geschrieben werden kann. Der Exponentialfaktor
d gibt an, wie stark Abweichungen von der Zielverteilung < Z > berücksichtigt werden
sollen. Für d > 1 bevorzugt der Bewertungswert B
q Erwärmungsmuster < E(S
q) >, die große Unterschiede der Ist-Messwertverteilung < V
p > zum der Zielverteilung < Z > ausgleichen.
[0056] Abhängig vom zu behandelnden Gargut kann eine individuelle Wahl von d vorteilhaft
sein. Insbesondere kann so eine Unterscheidung von schnell zu erwärmenden Gargut mit
geringer Wärmekapazität (z.B. Popcorn) oder Gargut mit höherer Wärmekapazität und
entsprechend trägerem Ansprechverhalten (z.B. ein größeres Bratenstück) vorgenommen
werden.
[0057] Das Prädiktionsmuster < V'
p > kann aber auch auf andere Weise berechnet werden, z.B. durch gewichtete Addition
des Veränderungsmusters < E(S
q) > mit der Messwertverteilung < V
p >.
[0058] Es ist eine Ausgestaltung, dass der Qualitätswert Q
p gemäß

berechnet wird.
[0059] Im Fall von Z
i = 1 für alle i, also einer gleichmäßigen Zielverteilung < Z >, entspricht Q
p der Standardabweichung. Q
p kann daher auch als "modifizierte Standardabweichung" bezeichnet werden und gilt
als Maß dafür, wie ähnlich die Ist-Messwertverteilung < V
p > der Ziel-Messwertverteilung < Z* > = D . < Z > ist.
[0060] Ebenso kann eine normierte modifizierte Standardabweichung Q
p,norm eingeführt werden. Diese weist insbesondere den Vorteil auf, dass sie die Ähnlichkeit
der Ist-Messwertverteilung < V
p > zur Ziel-Messwertverteilung < Z* > = D . < Z > unabhängig von Absoluttemperaturen
angibt und stets im Wertebereich von 0 bis 1 liegt.
[0061] Hierzu werden alle k Komponenten von < V
p > auf den Maximalwert V
max = max {V
p,i} hin normiert, wodurch < V
p_norm > komponentenweise bestimmt wird:

[0062] Analog zu Q
p kann Q
p_norm gemäß:

definiert werden. Im Folgenden werden Q
p_norm und Q
p gleichbedeutend verwendet. Allgemein kann das Verfahren gleichbedeutend mit normierten
Werten oder Größen und mit nicht-normierten Werten oder Größen durchgeführt werden.
[0063] Die Aufgabe wird auch gelöst durch ein Haushalts-Gargerät, das zum Durchführen des
Verfahrens wie oben beschrieben ausgestaltet ist. Das Haushalts-Gargerät ist analog
zu dem Verfahren ausgebildet und weist die gleichen Vorteile auf.
[0064] Es ist eine Ausgestaltung, dass mindestens eine Gargutbehandlungseinrichtung zum
Behandeln von in dem Garraum befindlichem Gargut mit mehreren Parameterkonfigurationen,
wobei durch mindestens zwei Parameterkonfigurationen das Gargut lokal unterschiedlich
behandelbar ist, und mindestens einen in den Garraum gerichteten Sensor zum Bestimmen
von Verteilungen < V > einer Oberflächeneigenschaft des Garguts, und eine Datenverarbeitungseinrichtung
zum Durchführen des Verfahrens aufweist.
[0065] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden schematischen Beschreibung eines Ausführungsbeispiels,
das im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert wird.
- Fig.1
- zeigt eine vereinfachte Skizze eines Haushalts-Gargeräts, das zum Durchführen des
oben beschriebenen Verfahrens eingerichtet ist; und
- Fig.2
- zeigt verschiedene Ablaufschritte des oben beschriebenen Verfahrens.
[0066] Fig.1 zeigt als Schnittdarstellung in Seitenansicht eine Skizze eines Haushalts-Gargeräts
in Form eines Mikrowellengeräts 1, das zum Ablauf des in Fig.2 näher beschriebenen
Verfahrens eingerichtet ist. Das Mikrowellengerät 1 weist einen Garraum 2 mit einer
vorderseitigen Beschickungsöffnung 3, die mittels einer Tür 4 verschließbar ist, auf.
In dem Garraum 2 ist auf einem Gargutträger 5 Gargut G angeordnet.
[0067] Das Haushalts-Gargerät 1 weist ferner mindestens eine Gargutbehandlungseinheit in
Form einer Mikrowellen-Erzeugungseinrichtung 6 auf. Die Mikrowellen-Erzeugungseinrichtung
6 kann z.B. einen invertergesteuerten Mikrowellengenerator, eine drehund/oder höhenverstellbare
Drehantenne 7 und/oder einen dreh- und/oder höhenverstellbaren Wobbler (o. Abb.) aufweisen.
Zusätzlich kann das Mikrowellengerät 1 Infrarot-Strahlungsheizkörpern aufweisen (o.
Abb.), z.B. einen Unterhitze-Heizkörper, einen Oberhitze-Heizkörper und/oder einen
Grillheizkörper.
[0068] Die Mikrowellen-Erzeugungseinrichtung 6 wird mittels einer Steuereinheit 8 angesteuert.
Insbesondere kann die Mikrowellen-Erzeugungseinrichtung 6 auf mindestens zwei Parameterkonfigurationen
S
q mit unterschiedlichen Feldverteilungen in dem Garraum 2 eingestellt werden. Unterschiedliche
Parameterkonfigurationen können z.B. unterschiedlichen Drehwinkeln der Drehantenne
7 entsprechen. Der Drehwinkel entspricht somit einem feldvariierenden Einstell- oder
Betriebsparameter des Mikrowellengeräts 1 mit mindestens zwei Einstellwerten in Form
von Drehwinkelwerten.
[0069] Die Steuereinheit 8 ist zudem mit einem optischen Sensor in Form einer Wärmebildkamera
9 verbunden. Die Wärmebildkamera 9 ist so angeordnet, dass sie in den Garraum 2 gerichtet
ist und ein bildpunktartiges Wärmebild des Garguts G aufnehmen kann. Dadurch kann
die Wärmebildkamera 9 zum Aufnehmen oder Bestimmen einer Temperaturverteilung < V
> an der Oberfläche des Garguts G verwendet werden.
[0070] Die Steuereinheit 8 kann zudem dazu eingerichtet sein, das oben beschriebene Verfahren
durchzuführen und kann dazu auch als Auswerteeinrichtung dienen. Alternativ kann die
Auswertung auf einer geräteexternen Instanz wie einem Netzwerkrechner oder der sog.
"Cloud" ablaufen (o. Abb.).
[0071] Fig.2 zeigt verschiedene Ablaufschritte des oben beschriebenen Verfahrens, die z.B. in
dem in Fig.1 beschriebenen Mikrowellengerät 1 ablaufen können. Dieses Verfahren ist
als ein Iterationsverfahren ausgebildet, wobei die Zahl der Iterationen durch den
Schritt- oder Iterationsindex p angegeben wird.
[0072] Nach Einbringen des Garguts G in den Garraum 2 wird das Verfahren gestartet und dazu
zunächst ein Initial- oder Anfangsschritt S0 durchgeführt. Diesem Anfangsschritt S0
kann ein Iterationsindex p = 0 zugeordnet sein.
[0073] In einem ersten Teilschritt S0-1 des Anfangsschritt S0 wird eine Zieltemperatur T
Ziel für das Gargut G eingestellt.
[0074] Folgend wird in einem Teilschritt S0-2 eine erste Parameterkonfiguration S
q = S
1 für die Drehantenne 7 eingestellt und dann das Gargut G für eine vorgegebene Zeitdauer
Δt (z.B. zwischen 2 s und 15 s) mittels von der Mikrowellen-Erzeugungseinrichtung
6 abgegebenen Mikrowellen behandelt. Die Zahl der bisher im Rahmen des Verfahrens
eingestellten Parameterkonfigurationen S
q wird mit dem Index q bezeichnet. Anfänglich gilt also q = 1. Die erste Parameterkonfiguration
S
1 kann vorgegeben sein oder zufällig oder pseudozufällig gewählt werden.
[0075] Nach Ablauf der Zeitdauer Δt wird in einem dritten Teilschritt S0-3 mittels der Wärmekamera
eine anfängliche Temperaturverteilung < V
p=0 > des Garguts G bestimmt.
[0076] Die Temperaturverteilung < V
p > des Garguts G ist eine segmentweise Temperaturverteilung dahingehend, dass sie
verschiedene Teilbereiche mit jeweiligen einheitlichen Temperaturwerten aufweist.
Beispielsweise kann das von der Wärmebildkamera aufgenommene Bild in Bildsegmente
einer bestimmten Kantenlänge oder bestimmten Zahl von Bildpunkten unterteilt werden.
Der durch ein Segment dargestellte Wert ist ein für dieses Segment konstanter Temperaturwert
und kann z.B. durch Mittelwertbildung der in dem jeweiligen Segment enthaltenen Bildpunktwerte
oder Pixelwerte bestimmt werden. In einem Extremfall entsprechen die Segmente einzelnen
Bildpunkten, d.h., dass die zur Durchführung des Verfahrens verwendete Temperaturverteilung
des Garguts eine bildpunktweise Temperaturverteilung ist. Im Folgenden sei beispielhaft
angenommen, dass die Temperaturverteilung < V
p > des Garguts G in k Segmente V
p;i mit i = 1, ..., k unterteilt ist, d.h., dass < V
p > = < V
p;1; ...; V
p;k > gilt.
[0077] In einem Verfahrensschritt S1 wird die Mikrowelleneinrichtung für die vorgegebene
Zeitdauer Δt mit einer q-ten Parameterkonfiguration S
q mit q ≤ p betrieben, um in dem Garraum befindliches Gargut G mit Mikrowellen zu behandeln.
Wird Schritt S1 das erste Mal nach dem Anfangsschritt S0 durchlaufen bzw. schließt
sich Schritt S1 unmittelbar an den Anfangsschritt S0 an, gilt p = q = 1. Da die Parameterkonfiguration
S
q aus einer Gruppe von maximal p Parameterkonfigurationen auswählbar ist, liegt also
dann, wenn Schritt S1 das erste Mal durchlaufen wird, zunächst nur die in Schritt
S0-2 eingestellte Parameterkonfiguration S
1 vor.
[0078] In einem Schritt S2 wird nach Ablauf der Zeitdauer Δt mittels der Wärmekamera eine
p-te Temperaturverteilung < V
p > des Garguts G bestimmt. Die Bestimmung der Temperaturverteilung kann ein Mitteln
von den jeweiligen Segment V
p;i zugeordneten Temperaturmesswerten von Einzelbildpunkten umfassen, falls die Segmente
V
p;i mehr als einen Bildpunkt umfassen.
[0079] In einem vereinfachten Beispiel mit k = 4 Segmenten kann die Temperaturverteilung
< V
p > im Iterationsschritt p folgendermaßen aussehen:

wobei die einzelnen Temperaturwerte V
p,i in Grad Celsius angegeben sind..
[0080] In einem Schritt S3 wird abgefragt, ob die in Schritt S2 gemessene Temperaturverteilung
< V
p > den Ziel-Temperaturwert T
Ziel erreicht oder überschritten hat. Falls ja ("J"), wird das Verfahren in einem Schritt
S4 beendet. Die Bedingung oder Abfrage in Schritt S3 kann allgemein als < V
p > ≥ T
ziel geschrieben werden und in einem Beispiel als

ausgestaltet sein, d.h., dass das Verfahren beendet wird, wenn mindestens ein Segment
V
p,i der Temperaturverteilung < V
p > die Zieltemperatur überschritten hat. Alternativ kann das Verfahren z.B. beendet
werden, wenn eine bestimmte Zahl von Segmenten V
p,i, ein bestimmter Prozentsatz der Segmente V
p,i oder alle Segmente V
p,i den Ziel-Temperaturwert T
Ziel erreicht oder überschritten haben. Die letztere Bedingung kann auch als min {V
p,i} ≥ T
ziel bezeichnet werden.
[0081] Falls bei der in Schritt S3 durchgeführten Abfrage die Bedingung nicht erfüllt ist
("N"), wird zu Schritt S5 verzweigt.
[0082] In Schritt S5 wird die zuvor gemessene p-te Temperaturverteilung < V
p > mit der zuvor gemessenen Temperaturverteilung < V
p-1 > verglichen bzw. verknüpft und daraus ein für die aktuell eingestellte Parameterkonfiguration
S
q spezifisches Veränderungsmuster < E(S
q) > berechnet, und dieses Veränderungsmuster < E(S
q) > dann abgespeichert. Dies kann insbesondere so durchgeführt werden, dass die Temperaturverteilungen
< V
p-1 > und < V
p > segmentweise verglichen werden, also entsprechende Segmente der beiden Temperaturverteilungen
< V
p-1 > und < V
p > mit gleichem Index i miteinander verknüpft werden.
[0083] Speziell kann das Veränderungsmuster < E(S
q) > als Differenz der beiden Temperaturverteilungen < V
p-1 > und < V
p > berechnet werden, d.h., dass < E(S
q) > = < V
p > - < V
p-1 > bestimmt wird. Das Veränderungsmuster < E(S
q) > ist daher ebenfalls in k Segmente E
i (S
q) unterteilt. Dabei werden insbesondere Segmente V
p;i und V
p-1;i mit gleichem Index i voneinander abgezogen, d.h., dass für alle Segmente E
i (S
q) die Verknüpfung

berechnet wird. Das Veränderungsmuster < E(S
q) > entspricht einer segmentweisen Verteilung der Temperaturdifferenzen zwischen den
beiden zeitlich aufeinanderfolgenden Temperaturverteilungen < V
p-1 > und < V
p > und damit inhaltlich einem durch diese eingestellte Parameterkonfiguration S
q bewirkten Effekt auf das Gargut G.
[0084] Bezogen auf das obige Beispiel kann z.B. dann, wenn

gilt, ergibt sich dann ein Veränderungsmuster E
q = < E(S
q) > gemäß

[0085] Das Veränderungsmuster < E(S
q) > kann außer als Temperaturdifferenz z.B. auch als Temperaturerhöhung pro Zeiteinheit
angeben werden. Die physikalische Einheit kann in diesem Fall z.B. als °C/s angegeben
werden.
[0086] In einem Schritt S6 wird für alle bisher gespeicherten Veränderungsmuster < E(S)
> = {< E(S
q) >} ein jeweiliger Bewertungswert B(S
q) berechnet. Beim ersten Durchlaufen des Schritts S5 ist nur das Veränderungsmuster
< E(S
1) > vorhanden, so dass dann auch nur ein Bewertungswert B(S
1) berechnet wird.
[0087] Der Bewertungswert B(S
q) beruht hier auf einer jeweiligen Verknüpfung der Temperaturverteilung < V
p > und eines Prädiktionsmusters < V'
p> mit einem Zielmuster < Z > für das Gargut G. Dabei entspricht das Prädiktionsmusters
< V'
p> einer segmentartigen Temperaturverteilung, die einer für den nächsten Iterationsschritt
approximierten oder angenäherten Temperaturverteilung entspricht, falls die Parameterkonfiguration
S
q angewandt würde.
[0088] Das Prädiktionsmusters < V'
p> kann für ein bestimmtes Veränderungsmuster < E(S
q) > z.B. segmentweise gemäß

berechnet werden. In dem obigen Beispiel würde sich dabei

ergeben.
[0089] Der Bewertungswert B(S
q) stellt eine Güte oder ein Maß für eine wahrscheinliche Abweichung des Prädiktionsmusters
< V'
p > zu einem Zielmuster < Z > für das Gargut G dar. Der "beste" Berechnungswert B(S
q) gibt an, dass dann, wenn die Mikrowelleneinrichtung auf die dazu gehörige Parameterkonfiguration
S
q eingestellt wird, das Zielmuster < Z > voraussichtlich besser angenähert wird als
mit anderen bereits eingestellten oder ausprobierten Parameterkonfigurationen S
q. Der Bewertungswert B
q = B(S
q) kann auch als "Prädiktionsgüte" bezeichnet werden.
[0090] Speziell kann der Bewertungswert B(S
q) gemäß

berechnet werden, was in segmentbezogener Darstellung der Berechnung

mit k der Zahl der Segmente i entspricht. In diesem Fall wird die Zielverteilung
< Z > umso besser angenähert, je größer der Wert von B
q ist.
[0091] Der Wert des Exponenten d ist ein voreingestellter Wert, der bestimmt, wie stark
Abweichungen von der Zielverteilung < Z > berücksichtigt werden. Für d > 1 folgt,
dass der Bewertungswert B solche Veränderungsmuster < E(S
q) > bevorzugt, die große Unterschiede der aktuellen Temperaturverteilung < V
p > zu der Zielverteilung < Z > ausgleichen.
[0092] In dem obigen Beispiel würde sich für den Fall, dass als (normierte) Zielverteilung
< Z > eine gleichmäßige Temperaturverteilung mit T
Ziel = 80 °C gewünscht wird, d.h., dass

gilt, so dass bei d = 1 und einem Durchschnittswert D von ∅ (< V
p >) mit

folgt und sich daraus ein Bewertungswert

ergibt.
[0093] Zum Vergleich wird nun der Bewertungswert B
j eines weiteren, älteren Erwärmungsmusters < E
j > mit j < q bestimmt:

[0094] In der Folge würde das Veränderungsmuster < Ej > ≡ < E (S
j) > ausgewählt werden, da B(S
j) > B(S
q) gilt. Der Vergleich der Muster < V'
p (E
q) >, welches durch Anwenden von < E
q > ≡ < E(S
q) > entsteht und < V'
p (E
j) >, welches durch Anwenden von < E(S
j) > entsteht, zeigt, dass das Ergebnis < V'
p (E
j) > gleichmäßiger ist:

[0095] In einer Variante des Verfahrens kann anstelle von

ein Durchschnittswert D' verwendet werden, der die zu erwartende Erwärmung bei Anwenden
eines Veränderungsmusters < E(S
q) > bereits mitberücksichtigt, was sich in der Form

darstellen lässt. D und D' können in °C angegeben werden.
[0096] In noch einer Variante kann die durchschnittliche Erwärmung eines Veränderungsmusters
< E(S
q) > ebenfalls mitberücksichtigt werden, insbesondere im Vergleich zur durchschnittlichen
Erwärmung der Gesamtheit aller Veränderungsmuster.
[0097] Es ist eine Weiterbildung, Veränderungsmuster auszuschließen, die nicht einen gewissen
Mindestschwellwert in ihrer durchschnittlichen Erwärmung aufweisen. So kann eine fehlerhafte
Steuerung des Verfahrens verhindert werden, da im Grenzfall < E(Sq) > = < 0 > mit

gilt.
[0098] In einem Schritt S7 wird diejenige Parameterkonfiguration S
q aus der verfügbaren Gruppe der bisher bereits zumindest einmal eingestellten Parameterkonfigurationen
{S
q} eingestellt, welche die Zielverteilung < Z > voraussichtlich am besten annähert.
Dies kann insbesondere diejenige Parameterkonfiguration S
q sein, die dem größten Bewertungswert B(S
q) entspricht.
[0099] In einem Schritt S8 wird für die p-te Temperaturverteilung < V
p > ferner ein zugehöriger (p-ter) skalarer Qualitätswert Q
p < V
p >, < Z >) berechnet, der eine Abweichung der aktuell gemessenen, p-ten Temperaturverteilung
< V
p > mit der Zielverteilung < Z > bemisst oder ein Maß für die Ähnlichkeit der aktuell
gemessenen, p-ten Temperaturverteilung < V
p > mit der Zielverteilung < Z > darstellt. Beispielsweise kann der Qualitätswert Q
p gemäß

berechnet werden, wobei D den Durchschnittswert aller Segmente V
p,i entspricht, was z.B. gemäß

berechnet werden kann. Dabei liegt D in einem Wertebereich 0 ≤ D ≤ 1. Je kleiner
Q
p ist, umso näher liegt < V
p > an < Z >. Analog kann anstelle von Q
p auch Q
p,norm verwendet werden.
[0100] Im Fall einer gleichmäßigen Ziel-Temperaturverteilung (die z.B. als < Z > = konst.
ausgedrückt werden kann), entspricht Q
p der Standardabweichung. Q
p kann daher in der obigen konkreten Ausgestaltung auch als "modifizierte Standardabweichung"
bezeichnet werden.
[0101] In diesem Berechnungsschritt wird in einer Variante vorteilhafterweise anstelle der
Temperaturverteilung < V
p > die auf den maximalen Temperaturwert V
p,max der Segmente V
p,i normierte Temperaturverteilung < V*
p > mit ihren Segmenten V*
p,i = z.B. V
p,i / V
p,max verwendet und dabei auch der Durchschnittswert D aus den normierten Segmenten V*
p,i berechnet.
[0102] In Schritt S9, welcher auch optional sein kann, wird überprüft, ob Q
p ≤ Q
Ziel gilt, d.h., ob der Qualitätswerts Q
p einen vorgegebenen Zielwert Q
Ziel erreicht hat, also ob die Zielverteilung < Z > oder < Z* > ausreichend genau erreicht
worden ist. Falls ja ("J"), wird zurück zu Schritt S1 verzweigt.
[0103] Hat der Qualitätswert Q
p das mindestens eine Kriterium nicht erreicht ("N"), wird zu Schritt S10 verzweigt.
[0104] In Schritt S10 wird abgefragt, ob der Qualitätswert Q
p besser oder schlechter ist als der für den vorhergehenden (p-1)-ten Schritt berechnete
Qualitätswert Q
p-1 (< V
p-1 >, < Z >), was durch den Ausdruck "Q
p ↕ Q
p-1?" symbolisiert wird. Falls ja ("J"), wird unter Beibehaltung der aktuellen Parameterkonfiguration
S
q zu Schritt S1 zurückverzweigt. Dabei wird der Iterationsindex p um den Wert eins
gemäß p := p+1 inkrementiert.
[0105] Falls in Schritt S10 der Qualitätswert Q
p schlechter ist als der Qualitätswert Q
p-1 ("N") (also die Übereinstimmung mit der Zielverteilung < Z > für den p-ten Durchlauf
schlechter ist als im vorherigen (p-1)-ten Durchlauf), wird in einem Schritt S11 eine
neue Parameterkonfiguration S
q+1 eingestellt und dann zu Schritt S1 zurückverzweigt. Dabei wird der Iterationsindex
p um Eins gemäß p := p+1 inkrementiert ("iterative Rückverzweigung"). Die neue Parameterkonfiguration
S
q+1 ist im Rahmen des Verfahrens bisher noch nicht eingestellt worden. Sie kann vorgegeben
sein oder zufällig oder pseudozufällig gewählt werden. Dadurch erhöht sich die Zahl
der Gruppenmitglieder der Gruppe {S
q} der Parameterkonfigurationen S
q um eins.
[0106] Das oben beschriebene Verfahren ermöglicht eine gezielte Steuerung einer Erwärmungsverteilung
von Gargut bei Verwendung von Mikrowellen- Strahlung unter Zuhilfenahme von Daten
einer Wärmebildkamera. So kann mit geringem Aufwand eine intelligente Steuerung eines
Mikrowellengargeräts realisiert werden, welche dynamisch und nur auf den aktuellen
Moment bezogen ein bestmögliches Garergebnis erzielen kann.
[0107] Somit können auch in konventionellen Mikrowellengeräten gezielte Temperaturmuster
und Verteilungen eingestellt werden, was bislang als nahezu ausgeschlossen galt -
und zwar lediglich unter Zuhilfenahme einer einfachen Thermokamera und eines Schrittmotors
für die Drehantenne.
[0108] Selbstverständlich ist die vorliegende Erfindung nicht auf das gezeigte Ausführungsbeispiel
beschränkt.
[0109] So können die obigen Verfahrensschritte auch in anderer Reihenfolgen oder ggf. auch
parallel durchgeführt werden. Beispielsweise kann die Reihenfolge der Schritte S5
bis S7 und S8 bis S10 umgekehrt werden, können die Schritte S3 und S4 unmittelbar
vor Schritt S8 oder nach durchgeführt werden, usw.
[0110] Die Schritte S7 und S8 können auch bereits für den Schritt p = 1 durchgeführt werden,
falls ein Qualitätswert Q
0 vorliegt, z.B. weil er im Rahmen des Anfangsschritts S0 berechnet worden ist.
[0111] Es kann in Schritt S10 zudem gefordert werden, dass die Verbesserung des Qualitätswerts
Q
p gegenüber dem Qualitätswert Q
p-1 der vorherigen Iteration ein bestimmtes Mindestmaß a erreichen oder überschreiten
muss, beispielsweise in Form der Bedingung Q
p ≤ Q
p-1 · a mit a < 1, z.B. a = 0,995, falls ein kleineres Q eine bessere Übereinstimmung
bedeutet. Das Mindestmaß a kann beliebig, aber dann fest gewählt sein oder es kann
dynamisch angepasst werden. So kann vorteilhafterweise verhindert werden, dass quasistatische
Zustände eintreten, in denen sich lediglich ein infinitesimaler Garfortschritt einstellt.
Falls die Bedingung nicht erfüllt ist, wird zu Schritt S11 verzweigt. Schritt S10
kann also so ausgebildet werden, dass nur dann direkt zu Schritt S1 zurückverzweigt
wird, wenn die Bedingung Q
p < Q
p-1 als auch die Bedingung Q
p < Q
p-1 · a mit a < 1 erfüllt sind.
[0112] Wird eine abweichende Definition von Q
p verwendet, erfordert dies ggf. eine sinnfällige Anpassung. Beispielsweise lautet
die Bedingung für einen Qualitätswert Q
p, der in der Form definiert ist, dass sein numerischer Funktionswert mit besserer
Annäherung an die Zielverteilung < Z > steigt, entsprechend Q
p ≥ Q
p-1 · a, wobei a > 1.
[0113] In einer weiteren, auch allgemein nutzbaren Abwandlung kann Schritt S10 direkt im
Anschluss an Schritt S7 durchgeführt werden (also auf die Schritte S8 und S9 verzichtet
werden). Die Qualitätsbewertung Q kann dann prädiktiv in der Form Q = Q
p (< V
p > + < E(S
q) >, < Z >) durchgeführt werden, noch bevor die Parameterkonfiguration S
q tatsächlich eingestellt wird. Falls der Qualitätswert Q
p kleiner ist als der Qualitätswert Q
p-1, wird die Parameterkonfiguration S
q nicht verwendet, sondern eine neue Parameterkonfiguration S
q+1 aufgesucht und dann zu Schritt S1 zurückverzweigt. Dies hat den Vorteil, dass eine
Parameterkonfiguration S
q nicht eingestellt wird, da sie das Gesamtergebnis nicht verbessern würde, obwohl
sie basierend auf den Ergebnissen der Bewertungsfunktion B
q die Beste der im Moment zur Verfügung stehenden Möglichkeiten darstellt.
[0114] Auch kann berücksichtigt werden, dass es aufgrund der Veränderlichkeit des Garguts
und des Gesamtsystems möglich ist, dass in der Vergangenheit bestimmte Veränderungsmuster
< E(S
q) > nicht mehr gültig sind. Es kann dann allgemein vorteilhaft sein, wenn längere
Zeit (z.B. ab einer Minute) nicht mehr verwendete Veränderungsmuster < E(S
q) > dynamisch aktualisiert werden bzw. sporadisch auf ihre Gültigkeit hin überprüft
werden.
[0115] Dies kann z.B. durch einen Zwischenschritt geschehen, in dem das Mikrowellengerät
1 auf die zugehörige Parameterkonfiguration S
q eingestellt wird und dann nach Behandeln des Garguts mit dieser Parameterkonfiguration
S
q das zugehörige Veränderungsmuster < E(S
q) > berechnet und anstelle des alten Veränderungsmusters < E(S
q) > abgespeichert wird.
[0116] Ferner kann die Schrittfolge S3, S4 mit der Schrittfolge S1, S2 getauscht werden.
Es wird dann anstatt auf Schritt S1 auf Schritt S3 zurückverzweigt.
[0117] Allgemein kann das Verfahren mit normierten oder nicht-normierten Werten und Verteilungen
durchgeführt werden.
Bezugszeichenliste
[0118]
- 1
- Mikrowellengerät
- 2
- Garraum
- 3
- Beschickungsöffnung
- 4
- Tür
- 5
- Gargutträger
- 6
- Mikrowellen-Erzeugungseinrichtung
- 7
- Drehantenne
- 8
- Steuereinheit
- 9
- Wärmebildkamera
- B(Sq)
- Bewertungswert
- < E(Sq) >
- Veränderungsmuster
- G
- Gargut
- p
- Iterationsschritt
- Qp
- Qualitätswert der p-ten Iteration
- QZiel
- Ziel-Qualitätswert
- Sq
- Parameterkonfiguration
- S1-S11
- Verfahrensschritte
- TZiel
- Zieltemperatur
- Δt
- Zeitdauer
- < V >
- Temperaturverteilung auf der Oberfläche des Garguts
- < Vp >
- Temperaturverteilung in der p-ten Iteration