[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vordereinheit für eine Skibindung, insbesondere
für eine Tourenbindung, umfassend eine Grundplatte mit einer Befestigungsanordnung
zur Befestigung an einem Ski, zwei seitliche Lagerelemente, welche auf einer im Wesentlichen
orthogonal zu einer Skilängsachse verlaufenden Skiquerachse angeordnet sind und welche
dafür eingerichtet sind, seitliche Gegenlagerelemente eines Skischuhs in Eingriff
zu nehmen, um den Skischuh um die Skiquerachse verschwenkbar zu halten, wobei die
Lagerelemente verstellbar sind zwischen einer Schließstellung, in welcher die Lagerelemente
voneinander einen Abstand aufweisen, der für einen Eingriff mit den Gegenlagerelementen
ausgelegt ist, und einer Öffnungsstellung, in welcher die Lagerelemente einen Abstand
aufweisen, der größer ist als in der Schließstellung, so dass der Skischuh zwischen
den Lagerelementen eingeführt oder von der Vordereinheit entfernt werden kann, und
zwei Winkel, von denen wenigstens einer um eine Achse verschwenkbar an der Grundplatte
gehalten ist, wobei jeder der Winkel einen ersten Schenkel aufweist, an dessen distalem
Ende eines der Lagerelemente angeordnet ist.
[0002] Der Abstand zwischen nach innen, aufeinander zu weisenden Enden der Lagerelemente,
welche in der Regel als Zapfen ausgebildet sind, in der Öffnungsstellung kann auch
als Öffnungsmaß der Vordereinheit bezeichnet werden.
[0003] Um mit einem Skischuh in die Vordereinheit der Skibindung einsteigen zu können, sprich
die Lagerelemente mit den am Skischuh vorgesehen Gegenlagerelementen, welche in der
Regel als zu den Zapfen komplementäre Kerben beidseitig am Skischuh ausgebildet sind,
in Eingriff zu bringen, muss das Öffnungsmaß der Lagerelemente in der Öffnungsstellung
größer sein als eine Breite des Skischuhs an der Position, an welcher die Gegenlagerelemente
angeordnet sind.
[0004] Bei herkömmlichen Vordereinheiten ist das Öffnungsmaß üblicherweise durch einen Kontakt
bzw. Anschlag zwischen einem in irgendeiner Weise mit den Winkeln verbundenen Element
und der Grundplatte definiert. Dieses Element kann zum Beispiel ein Betätigungshebel,
mittels welchem die Lagerelemente über die Winkel zwischen der Öffnungsstellung und
der Schließstellung verstellt werden können, oder ein mit dem Betätigungshebel verbundener
Blockierhebel sein, mittels welchem die Lagerelemente über die Winkel in der Schließstellung
arretiert werden können.
[0005] Ein Beispiel für eine herkömmliche Vordereinheit für eine Skibindung, insbesondere
für eine Tourenbindung, der oben genannten Art ist in der
EP 0 199 098 A2 offenbart. Diese umfasst zwei seitliche, nach innen weisende Stifte als Lagerelemente,
die in entsprechende seitliche Gegenlagerelemente in Form von Löchern eines vorderen
Abschnitts eines Skischuhs eingreifen, um den Skischuh zum Gehen um die Skiquerachse
verschwenkbar zu halten. Die Stifte sind dabei an distalen Enden jeweiliger Winkel
angeordnet, wobei die Winkel gegen eine Federkraft um parallel zur Skilängsachse verlaufende
Achsen verschwenkbar sind, um die Stifte zwischen der Schließstellung und der Öffnungsstellung
zu bewegen. Der in der
EP 0 199 098 A2 beschriebene Mechanismus zur Bewegung der Winkel zwischen Öffnungsstellung und Schließstellung
weist ferner einen Schnappmechanismus auf, in welchem Spannfedern die Winkel sowohl
in der Öffnungsstellung als auch in der Schließstellung stabil halten und die Winkel
beim Übergang zwischen Öffnungsstellung und Schließstellung einen instabilen Totpunkt
durchlaufen. Eine derartige Vordereinheit ist zum Beispiel ebenfalls aus der
EP 2 309 596 A2 bekannt.
[0006] Dadurch, dass das Öffnungsmaß durch einen Kontakt zwischen der Grundplatte und einem
lediglich mit den Winkeln direkt oder indirekt verbundenen Element definiert ist,
kann das Öffnungsmaß einen relativ großen Toleranzbereich aufweisen, der sich auf
Fertigungstoleranzen, wie etwa Maßtoleranzen, Allgemeintoleranzen für Längen und Winkel,
ISO-Toleranzen, Form- und Lagetoleranzen und dergleichen, zurückführen lässt. Je mehr
Bauteile zwischen dem Anschlag an der Grundplatte und den Lagerelementen angeordnet
sind, umso größer werden eine Toleranzkette und damit der Toleranzbereich des Öffnungsmaßes
bzw. des Abstands zwischen den Lagerelementen. Bei den vorstehend beschriebenen herkömmlichen
Vordereinheiten summieren sich die Toleranzen der skifesten Grundplatte, des Betätigungshebels,
im Falle eines Anschlags zwischen Grundplatte und Blockierhebel, zusätzlich des Blockierhebels,
der Winkel und der an den Winkeln angeordneten Lagerelemente.
[0007] Ist das Öffnungsmaß der Lagerelemente zu klein, ist ein Koppeln des Skischuhs mit
der Vordereinheit nicht möglich, je größer jedoch das Öffnungsmaß ist, desto schwieriger
wird es für einen Anwender den Skischuh mit den Gegenlagerelementen optimal zwischen
den Lagerelementen zu positionieren, um Skischuh und Vordereinheit zu koppeln.
[0008] Da, wie vorstehend erwähnt, der Abstand zwischen den Lagerelementen größer als eine
Schuhbreite an der Stelle der Gegenlagerelemente sein muss, wird das Öffnungsmaß der
Lagerelemente bei herkömmlichen Vordereinheit konstruktiv eher größer festgelegt,
damit genügend Spielraum verbleibt, um ein durch Toleranzen bedingtes zu kleines Öffnungsmaß
in jedem Fall vermeiden zu können, welches ein Koppeln der Vordereinheit mit einem
Skischuh verhindern würde.
[0009] Ein Problem dabei liegt darin, dass es bei einem Abstand zwischen den Lagerelementen
im oberen Sektor dieses Toleranzbereichs für einen Anwender schwierig wird, den Skischuh
mit den Gegenlagerelementen optimal zwischen den Lagerelementen zu positionieren,
um Skischuh und Vordereinheit zu koppeln. Führt der Anwender den Skischuh beispielsweise
verdreht, zu weit vorne oder zu weit hinten zwischen die Lagerelemente, ist ein Koppeln
des Skischuhs und der Vordereinheit oft nicht mehr richtig möglich.
[0010] Vor diesem Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vordereinheit
für eine Skibindung, insbesondere für eine Tourenbindung, der eingangs beschriebenen
Art bereitzustellen, mit welcher das oben beschriebene Problem vermieden wird und
bei welcher ein möglichst exaktes Maß des Abstands zwischen den Lagerelementen mit
einem möglichst geringen Toleranzbereich sichergestellt werden kann.
[0011] Die der Erfindung zugrunde liegende, vorstehend formulierte Aufgabe wird gelöst durch
eine Vordereinheit für eine Skibindung, insbesondere für eine Tourenbindung, umfassend
eine Grundplatte mit einer Befestigungsanordnung zur Befestigung an einem Ski, zwei
seitliche Lagerelemente, welche auf einer im Wesentlichen orthogonal zu einer Skilängsachse
verlaufenden Skiquerachse angeordnet sind und welche dafür eingerichtet sind, seitliche
Gegenlagerelemente eines Skischuhs in Eingriff zu nehmen, um den Skischuh um die Skiquerachse
verschwenkbar zu halten, wobei die Lagerelemente verstellbar sind zwischen einer Schließstellung,
in welcher die Lagerelemente voneinander einen Abstand aufweisen, der für einen Eingriff
mit den Gegenlagerelementen ausgelegt ist, und einer Öffnungsstellung, in welcher
die Lagerelemente einen Abstand aufweisen, der größer ist als in der Schließstellung,
so dass der Skischuh zwischen den Lagerelementen eingeführt oder von der Vordereinheit
entfernt werden kann, und zwei Winkel, von denen wenigstens einer um eine Achse verschwenkbar
an der Grundplatte gehalten ist, wobei jeder der Winkel einen ersten Schenkel aufweist,
an dessen distalem Ende eines der Lagerelemente angeordnet ist, wobei zwischen der
Grundplatte und wenigstens einem der beiden Winkel ein Anschlag bereitgestellt ist,
derart, dass in der Öffnungsstellung ein Kontaktabschnitt des Winkels mit einem entsprechenden
Gegenkontaktabschnitt der Grundplatte direkt oder über einen Anschlagskörper in Anlagekontakt
steht und in der Schließstellung der Anlagekontakt aufgehoben ist.
[0012] Ein wichtiges Merkmal der Erfindung ist somit ein in der Öffnungsstellung wirksamer,
insbesondere direkter oder indirekter Anschlag zwischen einem oder beiden der Winkel
und der skifest montierten Grundplatte, durch welchen der Abstand zwischen den Lagerelementen
in der Öffnungsstellung festgelegt ist. Durch das Zusammenwirken dieser Elemente kann
der Toleranzbereich dieses Abstands auf ein Minimum reduziert werden, da eine durch
zwischengeschaltete Bauteile und Kraftumlenkungen bedingte, große Toleranzkette vermieden
wird. Ein derartiger Anschlag ist zudem äußerst zuverlässig und störunanfällig gegenüber
äußeren Einflüssen, wie etwa Eis und Schnee.
[0013] Vorzugsweise ist der Anschlag direkt zwischen Grundplatte und Winkel vorgesehen,
so dass ein Höchstmaß an Positioniergenauigkeit erreicht wird. Alternativ kann ein
Anschlagskörper zwischen Winkel und Grundplatte angeordnet sein, welcher insbesondere
während des Öffnens oder Schließens der Vordereinheit fest mit dem Winkel oder der
Grundplatte verbunden ist und ebenfalls eine quasi direkte und insbesondere spielfreie
Kraftübertragung zwischen Winkel und Grundplatte erlaubt, so dass die Positioniergenauigkeit
der Winkel in der Öffnungsstellung ebenfalls sehr gut ist. Ein solcher fester Anschlagskörper
könnte im Sinne der Erfindung auch als Teil des Winkels oder der Grundplatte angesehen
werden, so dass auch in dieser Variante ein direkter Anschlag zwischen Winkel und
Grundplatte realisiert wäre.
[0014] Ist das Öffnungsmaß der Vordereinheit bzw. der Abstand zwischen den Lagerelementen
in der Öffnungsstellung möglichst exakt definiert und zudem nur geringfügig größer
als eine Skischuhbreite an der Position der Gegenlagerelemente, wird dem Anwender
beim Koppeln der Vordereinheit mit dem Skischuh sowohl eine visuelle als auch eine
haptische Einstiegshilfe bereitgestellt. Der Anwender kann sowohl visuell feststellen,
wenn sich sein Skischuh in der richtigen Kopplungsposition befindet, indem er die
Gegenlagerelemente des Skischuhs visuell zwischen den Lagerelementen positioniert,
als auch haptisch durch eine Berührung der bzw. ein Anstoßen an den Lagerelementen,
die einen sehr kleinen Abstand zu den jeweiligen Gegenlagerelementen aufweisen, in
die richtige Kopplungsposition geführt werden. Der Gegenkontaktabschnitt kann zum
Beispiel an wenigstens einem Vorsprung an der Grundplatte bereitgestellt sein. Derartige
Vorsprünge können insbesondere einstückig mit der Grundplatte ausgebildet sein. In
einer anderen Ausführungsform können ein oder mehrere Vorsprünge auch als separates,
in Bezug auf die Grundplatte fixiertes Element vorgesehen sein.
[0015] An dieser Stelle sollte darauf hingewiesen werden, dass sich im Rahmen dieser Offenbarung
Begriffe wie "oben", "unten", "vorn", "hinten", "seitlich", "Höhenrichtung", "Breitenrichtung",
"Längsrichtung" und dergleichen zur Vereinfachung der Darstellung auf die Sicht eines
Skiläufers beziehen, der mit einem Skischuh in die Vordereinheit einer an einem Ski
monierten Skibindung, insbesondere Tourenbindung, eingestiegen ist, wobei der Ski
in einer horizontalen Ebene angeordnet ist.
[0016] Ferner ist darauf hinzuweisen, dass sich der Begriff "Ski" sowie die diesen Begriff
enthaltenden Begriffe wie "Skischuh", "Skibindung", "Tourenbindung", "Skiebene", "Skilängsachse",
"Skimittelachse", "Skibreitenrichtung", "Skilängsrichtung" und dergleichen nicht nur
auf Ski im engeren Sinne beziehen sollen sondern gleichermaßen Splitboards (in Längsrichtung
in mindestens zwei Teile teilbare Snowboards, deren Einzelteile in der Art normaler
Skier verwendet werden können), Schneeschuhe oder ähnliche Bretter zum Gehen oder
Gleiten auf Schnee und Eis umfassen. Alle diese Gegenstände oder Teile davon werden
als Ski bzw. Teile von Skiern im Sinne dieser Erfindung angesehen.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung können beide Winkel um jeweils
eine Achse verschwenkbar an der Grundplatte gehalten sein. Sind beide Winkel um jeweils
eine Achse verschwenkbar an der Grundplatte gehalten, ergibt sich eine in Bezug auf
eine Skimittelachse in Skilängsrichtung symmetrische Anordnung der Winkel. Eine derartige
symmetrische Anordnung der Winkel ist beispielsweise bei einer Auslösung der Vordereinheit
im Falle eines Sturzes des Skifahrers von Vorteil, da in seitlicher Richtung nach
links oder rechts wirkende Kräfte in beiden Richtungen gleich übertragen werden können.
In einer alternativen Ausführungsform kann jedoch auch lediglich ein Winkel um eine
Achse verschwenkbar an der Grundplatte gehalten sein, wobei der andere Winkel im Wesentlichen
unbeweglich in Bezug auf die Grundplatte angeordnet oder einstückig mit der Grundplatte
ausgebildet sein kann.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform kann einer der Winkel um eine zur Skimittelachse
parallele Achse verschwenkbar an der Grundplatte gehalten sein. Dabei kann der andere
Winkel im Wesentlichen unbeweglich in Bezug auf die Grundplatte angeordnet oder einstückig
mit der Grundplatte ausgebildet sein. Alternativ kann der Winkel auch um eine zur
Skimittelachse orthogonale Achse verschwenkbar an der Grundplatte gehalten sein.
[0019] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können beide Winkel um jeweils eine
zur Skimittelachse parallele Achse verschwenkbar an der Grundplatte gehalten sein.
Sind beide Winkel um jeweils eine zur Skimittelachse parallele Achse verschwenkbar
an der Grundplatte gehalten, ergibt sich wiederum eine in Bezug auf eine Skimittelachse
in Skilängsrichtung symmetrische Anordnung der Winkel. Eine derartige symmetrische
Anordnung der Winkel ist wie vorstehend erwähnt bei einer Auslösung der Vordereinheit
im Falle eines Sturzes des Skifahrers von Vorteil, da in seitlicher Richtung nach
links oder rechts wirkende Kräfte in beiden Richtungen gleich übertragen werden können.
Alternativ ist ebenfalls denkbar, dass die Winkel um jeweils eine zur Skimittelachse
orthogonale Achse verschwenkbar an der Grundplatte gehalten sind.
[0020] Vorteilhaft kann zwischen der Grundplatte und jedem der beiden Winkel jeweils ein
Anschlag bereitgestellt sein, derart dass in der Öffnungsstellung ein Kontaktabschnitt
jedes der Winkel einen entsprechenden Gegenkontaktabschnitt der Grundplatte berührt
und in der Schließstellung die Kontaktabschnitte der Winkel die Gegenkontaktabschnitte
der Grundplatte nicht berühren. Durch eine derartige Anordnung kann der Abstand zwischen
den Lagerelementen in der Öffnungsstellung bzw. das Öffnungsmaß der Vordereinheit
noch exakter definiert werden. Alternativ ist es jedoch auch möglich, dass zwischen
der Grundplatte und nur einem der beiden Winkel ein Anschlag bereitgestellt ist.
[0021] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform kann die Vordereinheit ferner eine
Bewegungseinrichtung zur Bewegung der Lagerelemente zwischen der Öffnungsstellung
und der Schließstellung umfassen, wobei die Bewegungseinrichtung einen Schließbetätigungsabschnitt
aufweist, dessen Betätigung eine Bewegung der Lagerelemente von der Öffnungsstellung
in die Schließstellung bewirkt. In einer solchen Ausführungsform muss der Anwender
zum Einsteigen in die Vordereinheit seinen Skischuh lediglich an dem Schließbetätigungsabschnitt
abstützen und anschließend die Lagerelemente durch Betätigung mit dem Skischuh oder
in anderer Art von der Öffnungsstellung in die Schließstellung bewegen. Insbesondere
kann der Anwender mit einem Sohlenabschnitt eines zwischen den Lagerelementen positionierten
Skischuhs auf den Schließbetätigungsabschnitt treten und dadurch mittels der Bewegungseinrichtung
die Lagerelemente von der Öffnungsstellung in die Schließstellung verstellen. Zum
Beispiel kann die Bewegungseinrichtung auch eine zur Skiebene hin gerichtete Bewegung
des Schließbetätigungsabschnitts in eine Annäherungsbewegung der Lagerelemente umsetzen,
um die Lagerelemente in die Schließstellung zu bewegen. Anstelle beider Lagerelemente
kann sich auch nur ein Lagerelement bewegen, um eine Verstellung von der Öffnungsstellung
in die Schließstellung oder umgekehrt zu bewirken. Entscheidend ist, dass der Abstand
zwischen den Lagerelementen in der Öffnungsstellung größer als in der Schließstellung
ist. Der Schließbetätigungsabschnitt kann zum Beispiel an einem Arm eines um eine
zur Skiebene im Wesentlichen parallele Achse verschwenkbar gelagerten Betätigungshebels
vorgesehen und zum Beispiel als ein Plattenabschnitt ausgebildet sein.
[0022] Darüber hinaus können einer oder beide der Winkel durch wenigstens ein elastisches
Element federbelastet sein und die Lagerelemente durch Überwindung einer Totpunktlage
des einen oder beider Winkel in die Schließstellung bzw. in die Öffnungsstellung vorgespannt
sein. Durch die jeweilige Überwindung einer insbesondere instabilen Totpunktlage durch
den oder die Winkel kann ein zuverlässiges Halten der Lagerelemente in der Schließ-
bzw. Öffnungsstellung gewährleistet werden. Zum Beispiel kann zwischen freien Enden
zweiter Schenkel der Winkel, welche den ersten Schenkeln entgegengesetzt sind, ein
Gelenk bereitgestellt sein, wobei jeweils zwischen dem zweiten Schenkel jedes Winkels
und dem Gelenk wenigstens eine Feder angeordnet sein kann. Ein derartiges Gelenk kann
zum Beispiel in eine gabelförmige Öffnung des Betätigungshebels eingreifen, wobei
die gabelförmige Öffnung an einem Arm des Betätigungshebels ausgebildet sein kann
und an einem freien Ende eines entgegengesetzten Arms des Betätigungshebels ein Blockierhebel
um eine zur Skiebene im Wesentlichen parallele Achse verschwenkbar gelagert sein kann.
[0023] Vorzugsweise kann der Kontaktabschnitt des Winkels oder der Winkel an einem dem ersten
Schenkel entgegengesetzten zweiten Schenkel des Winkels oder der Winkel angeordnet
sein. Eine derartige Gestaltung des Winkels oder der Winkel ist einfach umzusetzen,
da im Regelfall der dem ersten Schenkel entgegengesetzte zweite Schenkel des Winkels
näher an der Grundplatte angeordnet ist und demnach lediglich ein kleiner Vorsprung
oder dergleichen an der Grundplatte auszubilden ist, welcher den Gegenkontaktabschnitt
bilden kann. Beispielsweise können die Lagerelemente in der Öffnungsstellung in einer
Skibreitenrichtung voneinander weg vorgespannt sein und die Winkel können um jeweils
eine zur Skimittelachse parallele Achse verschwenkbar an der Grundplatte gehalten
sein. In diesem Fall kann durch am zweiten Schenkel der Winkel vorgesehene Kontaktabschnitte
und die entsprechenden Gegenkontaktabschnitte an der Grundplatte vorteilhaft eine
nach oben gerichtete Schwenkbewegung der zweiten Schenkel der Winkel durch die bereitgestellten
Anschläge gestoppt und somit das Öffnungsmaß der Vordereinheit exakt definiert werden.
Ist der Kontaktabschnitt am zweiten Schenkel des Winkels vorgesehen, so kann der Gegenkontaktabschnitt
insbesondere an einer Unterseite eines Vorsprungs angeordnet sein, welcher den zweiten
Schenkel des Winkels in der Höhenrichtung übergreift und so in der Öffnungsstellung
den Anschlag zwischen dem Kontaktabschnitt des Winkels und dem Gegenkontaktabschnitt
an der Grundplatte bereitstellt. Alternativ kann der Kontaktabschnitt des Winkels
auch an anderer Stelle am Winkel, wie etwa am ersten Schenkel, ausgebildet sein. In
diesem Fall kann der Gegenkontaktabschnitt zum Beispiel an einer Oberseite oder einer
Seitenfläche eines Vorsprungs an der Grundplatte unterhalb oder seitlich des ersten
Schenkels angeordnet sein, um den Anschlag zu bilden.
[0024] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann der Abstand
zwischen aufeinander zuweisenden Enden der Lagerelemente zwischen etwa 66,0 mm und
etwa 74,0 mm liegen, so dass eine gute Anpassung an die meisten Skischuhe erreicht
wird. Vorzugsweise liegt der Abstand zwischen etwa 66,6 mm und etwa 68,4 mm, so dass
der Abstand an die Geometrie der Gegenlagerelemente der am weitesten verbreiteten
Tourenskischuhe angepasst ist. Optimal ist der Abstand im Bereich zwischen etwa 66,6
mm und etwa 67,5 mm gewählt, in welchem wodurch für diese Tourenskischuhe eine hervorragende
Positionierung des Schuhs beim Einsteigen möglich ist.
[0025] Die Zahlenwerte gehen auf übliche Skischuhbreiten bzw. einen festgelegten Außenabstand
in Skibreitenrichtung der Gegenlagerelemente des Skischuhs zurück. So bestehen zum
Beispiel herstellerinterne Maßvorgaben für solche Abmessungen. Eine derartige Vorgabe
kann beispielsweise ein Außenabstand in Skibreitenrichtung der Gegenlagerelemente
von 66,6 mm sein. In diesem Fall hat sich ein Öffnungsmaß der Vordereinheit bzw. ein
Abstand zwischen den Lagerelementen von zwischen 66,6 mm und 67,5 mm als am besten
geeignet erwiesen. Auch können an den Gegenlagerelementen des Skischuhs konstruktive
Einstiegshilfen, etwa in Form von Anschlagswänden oder dergleichen, vorgesehen sein,
welche äußerste Abschnitte der Gegenlagerelemente ausmachen und somit einen Außenabstand
in Skibreitenrichtung der Gegenlagerelemente festlegen.
[0026] In einer bevorzugten Ausführungsform können die Grundplatte und/oder die Winkel aus
einem metallischen Material hergestellt sein. Insbesondere wird hier an Metalle, wie
etwa Aluminium, Stahl, Titan und dergleichen sowie diverse Legierungen davon, gedacht.
Eine Verwendung solcher Metalle für die Grundplatte und die Winkel kann zum Beispiel
für eine erhöhte Steifigkeit der Anordnung sorgen, wodurch das Öffnungsmaß noch exakter
definiert werden kann.
[0027] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Im Einzelnen zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer Vordereinheit für eine Tourenbindung gemäß der Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in einer Öffnungsstellung,
- Figur 2
- eine Draufsicht der Vordereinheit gemäß der Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
in der Öffnungsstellung,
- Figur 3
- eine Schnittansicht entlang der Linie A-A in Figur 2,
- Figur 4
- eine Draufsicht der Vordereinheit gemäß der Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
in einer Schließstellung und
- Figur 5
- eine Schnittansicht entlang der Linie B-B in Figur 4.
[0028] Die in den Figuren 1 bis 5 dargestellte Vordereinheit 10 der bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung umfasst eine Grundplatte 12 mit einer Befestigungsanordnung 14 zur Befestigung
an einem Ski. Die Grundplatte 12 kann zum Beispiel mittels in Schraubenlöcher 14 einzuführende
Schrauben fest auf einem Ski montiert werden.
[0029] Ferner umfasst die Vordereinheit 10 zwei seitliche Lagerelemente 16a, 16b, welche
auf einer im Wesentlichen orthogonal zu einer Skilängsachse verlaufenden Skiquerachse
angeordnet sind und welche dafür eingerichtet sind, seitliche Gegenlagerelemente eines
Skischuhs in Eingriff zu nehmen, um den Skischuh um die Skiquerachse verschwenkbar
zu halten. Dabei sind die Lagerelemente 16a, 16b verstellbar zwischen einer Schließstellung,
in welcher die Lagerelemente 16a, 16b voneinander einen Abstand aufweisen, der für
einen Eingriff mit den Gegenlagerelementen ausgelegt ist, und einer Öffnungsstellung,
in welcher die Lagerelemente 16a, 16b einen Abstand aufweisen, der größer ist als
in der Schließstellung, so dass der Skischuh zwischen den Lagerelementen 16a, 16b
eingeführt oder von der Vordereinheit 10 entfernt werden kann. Die Öffnungsstellung
der Vordereinheit 10 ist den Figuren 1 bis 3 dargestellt und die Schließstellung ist
in den Figuren 4 und 5 dargestellt.
[0030] Außerdem umfasst die Vordereinheit 10 zwei Winkel 18a, 18b, von denen wenigstens
einer 18a um eine Achse 20a verschwenkbar an der Grundplatte 12 gehalten ist. Jeder
der Winkel 18a, 18b weist einen ersten Schenkel 18a-1, 18b-1 auf, an dessen distalem
Ende eines der Lagerelemente 16a, 16b angeordnet ist. Die Winkel können insbesondere
über jeweils eine parallel zu einer Skimittelachse verlaufende Schwenkachse 20a, 20b
an der Grundplatte 12 gehalten sein, so dass die Winkel 18a, 18b um die Schwenkachsen
20a, 20b verschwenkbar sind. Jeder Winkel 18a bzw. 18b umfasst den ersten Schenkel
18a-1, 18b-1, welcher bezüglich einer durch den Ski definierten Skiebene (der Ebene,
in der eine Lauffläche des Skis liegt) nach oben aufragen kann, d. h. sich ungefähr
in einer orthogonal zur Skiebene verlaufenden Höhenrichtung erstreckt. Ferner kann
jeder Winkel 18a, 18b einen zweiten Schenkel 18a-2, 18b-2 umfassen, der sich vom ersten
Schenkel 18a-1, 18b-1 aus zur Skimittelachse des Skis hin erstrecken und ungefähr
parallel zur Skiebene orientiert sein kann.
[0031] Zwischen der Grundplatte 12 und wenigstens einem 18a der beiden Winkel 18a, 18b ist
ein Anschlag 22a, 24a bereitgestellt. Der Anschlag wirkt derart, dass in der Öffnungsstellung
ein Kontaktabschnitt 22a des Winkels 18a einen entsprechenden Gegenkontaktabschnitt
24a der Grundplatte 12 berührt und in der Schließstellung der Kontaktabschnitt 22a
des Winkels den Gegenkontaktabschnitt 24a der Grundplatte 12 nicht berührt. In der
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann insbesondere zwischen der Grundplatte
12 und jedem 18a, 18b der beiden Winkel 18a, 18b jeweils ein Anschlag 22a, 24a, 22b,
24b bereitgestellt sein, welche wiederum derart wirken, dass in der Öffnungsstellung
ein Kontaktabschnitt 22a, 22b jedes der Winkel 18a, 18b einen entsprechenden Gegenkontaktabschnitt
24a, 24b der Grundplatte 12 berührt und in der Schließstellung die Kontaktabschnitte
22a, 22b der Winkel 18a, 18b die Gegenkontaktabschnitte 24a, 24b der Grundplatte 12
nicht berühren. Vorteilhaft kann der Kontaktabschnitt 22a, 22b der Winkel 18a, 18b
an einem dem ersten Schenkel 18a-1, 18b-1 entgegengesetzten zweiten Schenkel 18a-2,
18b-2 der Winkel 18a, 18b angeordnet sein. Beispielsweise können die Gegenkontaktabschnitte
24a, 24b insbesondere an Unterseiten 24a, 24b von Vorsprüngen angeordnet sein, welche
die zweiten Schenkel 18a-2, 18b-2 der Winkel 18a, 18b in der Höhenrichtung übergreifen
und so in der Öffnungsstellung den Anschlag bzw. die Anschläge 22a, 24a, 22b, 24b
zwischen dem oder den Kontaktabschnitten 22a, 22b des oder der Winkel 18a, 18b und
dem oder den Gegenkontaktabschnitten 24a, 24b an der Grundplatte 12 bereitstellen.
[0032] Außerdem können die Grundplatte 12 und/oder die Winkel 18a, 18b insbesondere aus
einem metallischen Material, wie etwa Aluminium, Stahl, Titan und dergleichen sowie
diversen Legierungen davon, hergestellt sein.
[0033] Distale Enden (von den Schwenkachsen 20a, 20b entfernte Enden) der zweiten Schenkel
18a-2, 18b-2 der Winkel 18a, 18b können durch jeweils wenigstens einen an den zweiten
Schenkeln 18a-2, 18b-2 angeordneten Stift (nicht dargestellt) in Richtung zur Skimittelachse
hin verlängert sein. Die Stifte können mit ihren zur Skimittelachse hin weisenden
Enden verschiebbar in Löcher von Endkappen 32a, 32b eingeführt sein, wobei der Stift
des einen Winkels 18a in ein Loch einer ersten Endkappe 32a eingeführt sein kann und
der Stift des anderen Winkels 18b in ein Loch einer zweiten Endkappe 32b eingeführt
sein kann. Um jeden der Stifte kann jeweils eine Spiralfeder 34 gewunden sein, wobei
sich jede der Spiralfedern 34 jeweils einerseits am distalen Ende des Winkels 18a,
18b und andererseits an der Endkappe 32a, 32b abstützen kann, um die Endkappen 32a,
32b in einer von den Winkeln 18a, 18b wegführenden Richtung, d. h. in Richtung einer
Annäherung der beiden Endkappen 32a, 32b, vorzuspannen, so dass die Endkappen 32a,
32b aneinander anliegen und gegeneinandergedrückt werden.
[0034] Distale Enden der ersten Schenkel 18a-1, 18b-1 weisen jeweils eines der Lagerelemente
16a, 16b auf. Bei der bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung können
die Lagerelemente 16a, 16b insbesondere als Lagerzapfen 16a, 16b vorliegen, welche
von dem ersten Schenkel 18a-1, 18b-1 aus jeweils nach innen, d. h. zur Skimittelachse
hin, vorstehen und an ihren vorstehenden Enden konusförmig spitz zulaufen. Die Spitzen
der Lagerzapfen 16a, 16b weisen somit in etwa aufeinander zu und definieren das Öffnungsmaß
der Vordereinheit 10.
[0035] Die Vordereinheit 10 kann ferner eine Bewegungseinrichtung 18a, 18b, 26, 28 zur Bewegung
der Lagerelemente 16a, 16b zwischen der Öffnungsstellung und der Schließstellung umfassen,
wobei die Bewegungseinrichtung 18a, 18b, 26, 28 einen Schließbetätigungsabschnitt
30 aufweisen kann, dessen Betätigung eine Bewegung der Lagerelemente 16a, 16b von
der Öffnungsstellung in die Schließstellung bewirkt. Darüber hinaus können einer 18a
oder beide 18a, 18b der Winkel 18a, 18b durch wenigstens ein elastisches Element 34,
welches insbesondere durch die Spiralfedern 34 verkörpert sein kann, federbelastet
sein und die Lagerelemente 16a, 16b, insbesondere in Form der Lagerzapfen 16a, 16b,
können durch Überwindung einer Totpunktlage des einen 18a oder beider 18a, 18b Winkel
in die Schließstellung bzw. in die Öffnungsstellung vorgespannt sein.
[0036] An der Grundplatte 12 kann ferner ein zweiarmiger Betätigungshebel 26 um eine im
Wesentlichen orthogonal zur Skimittelachse und im Wesentlichen parallel zur Skiebene
verlaufende Betätigungshebel-Schwenkachse 27 schwenkbar gehalten sein. Ein erster
Arm 26-1 des Betätigungshebels 26 kann sich von der Betätigungshebel-Schwenkachse
27 aus zu den Endkappen 32a, 32b der Winkel 18a, 18b hin erstrecken und die Endkappen
32a, 32b mit einem gabelartigen Endabschnitt 30 umgreifen. Dazu kann der gabelartige
Endabschnitt 30 den Schließbetätigungsabschnitt 30 aufweisen, welcher in Form eines
ersten Plattenabschnitts 31 vorliegen kann, der sich von dem ersten Arm 26-1 aus ein
Stück weit über die Endkappen 32a, 32b hinweg erstreckt, und einen zweiten Plattenabschnitt
(nicht dargestellt) aufweisen, welcher sich von dem ersten Arm 26-1 aus ein Stück
weit unterhalb beider Endkappen 32a, 32b erstreckt. Die Endkappen 32a, 32b können
somit zwischen den Plattenabschnitten des Betätigungshebels 26 aufgenommen sein und
eine Schwenkbewegung des Betätigungshebels 26 um die Betätigungshebel-Schwenkachse
27 kann mit einer Schwenkbewegung der Winkel 18a, 18b um die Schwenkachsen 20a, 20b
bewegungsgekoppelt sein.
[0037] Ein zweiter Arm 26-2 des Betätigungshebels 26 kann sich von der Betätigungshebel-Schwenkachse
27 aus im Wesentlichen in entgegengesetzter Richtung zum ersten Arm 26-1 erstrecken
und kann an seinem distalen Ende mit einem Blockierhebel 28 verbunden sein. Der Blockierhebel
28 kann am distalen Ende des zweiten Arms 26-2 an einer zur Skimittelachse im Wesentlichen
orthogonalen und zur Skiebene im Wesentlichen parallelen Blockierhebel-Schwenkachse
29 schwenkbar gelagert sein und kann einen Bedienabschnitt 28-1 sowie einen Blockierabschnitt
28-2 aufweisen, welche sich von der Blockierhebel-Schwenkachse 29 aus in unterschiedlichen,
insbesondere im Wesentlichen entgegengesetzten Richtungen, erstrecken können. Durch
den Blockierhebel 28 kann die Vordereinheit 10 in der Schließstellung arretiert werden.
Der Blockierhebel 28 kann zwischen einer Blockierstellung und einer Freigabestellung
verstellbar sein und dazu eingerichtet sein, in der Blockierstellung die Vordereinheit
10 in der Schließstellung zu arretieren, indem der Blockierabschnitt 28-2 beispielsweise
mit der Grundplatte 12 zusammenwirkt. Die Winkel 18a, 18b mit den federvorgespannten
Endkappen 32a, 32b, der Betätigungshebel 26 sowie der Blockierhebel 28 können somit
zusammen die Bewegungseinrichtung 18a, 18b, 26, 28 bilden.
[0038] Die Funktionsweise der Vordereinheit 10 der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 5 erläutert. Es ist anzumerken,
dass die Erfindung nicht auf diese Ausführungsform beschränkt ist und die beschriebenen
Bedienvorgänge der Vordereinheit 10 lediglich beispielhaften Charakter haben sollen.
[0039] Ein Anwender kann mit dem Skischuh in die Vordereinheit 10 einsteigen, wenn sich
die Winkel 18a, 18b in der in den Figuren 1 bis 3 gezeigten Öffnungsstellung befinden,
in welcher die Endkappen 32a, 32b mit dem gabelartigen Endabschnitt 30 in die obere
Stellung bewegt sind und die Lagerzapfen 16a, 16b dementsprechend nach außen weg geschwenkt
sind. Der Kontaktabschnitt 22a, 22b der Winkel 18a, 18b kann gegen den Gegenkontaktabschnitt
24a, 24b an der Grundplatte 12 drücken, wodurch ein optimales Öffnungsmaß zwischen
den Lagerelementen 16a, 16b sichergestellt ist. Die Lagerelemente bzw. Lagerzapfen
16a, 16b können dann so weit voneinander entfernt sein, dass ein Sohlenabschnitt eines
Skischuhs mit möglichst wenig Spielraum dazwischen eingeschoben werden kann. Eine
Lauffläche des Sohlenabschnitts kann auf den Schließbetätigungsabschnitt 30 aufgesetzt
werden und sich von oben auf dem Schließbetätigungsabschnitt 30 abstützen.
[0040] Anschließend kann sich der gabelartige Endabschnitt 30 durch Ausübung einer zum Ski
hin gerichteten Kraft durch den Skischuh auf den Schließbetätigungsabschnitt 30 (oder/und
durch eine manuelle Schwenkbetätigung des Blockierhebels 28) zum Ski hinbewegen. Der
gabelartige Endabschnitt 30 kann dabei die Endkappen 32a, 32b mitnehmen und die Winkel
18a, 18b um die Schwenkachsen 20a, 20b verschwenken. Dementsprechend können sich die
Lagerzapfen 16a, 16b einander annähern und sich in Richtung des Skischuhs bewegen.
Diese Bewegung kann gegen den Widerstand der Spiralfedern 34 erfolgen, da ein Kontaktpunkt
zwischen den Endkappen 32a, 32b in der Öffnungsstellung oberhalb einer Verbindungslinie
zwischen den Schwenkachsen 20a, 20b liegen kann. Dementsprechend kann eine Annäherung
des Kontaktpunkts an die Verbindungslinie eine Verkleinerung der jeweiligen Abstände
zwischen den Endkappen 32a, 32b und den Winkeln 18a, 18b und damit eine Komprimierung
der Spiralfedern 34 bedeuten.
[0041] Wenn sich die Endkappen 32a, 32b in etwa auf Höhe der Verbindungslinie befinden,
so kann die Bewegungseinrichtung einen Totpunkt erreichen, in welchem der Widerstand
der Spiralfedern 34 gegen die Annäherung der Endkappen 32a, 32b an die Verbindungslinie
in eine durch die Kraft der Federn 34 hervorgerufene Beschleunigung der Endkappen
32a, 32b in Richtung einer weiteren Annäherung an den Ski umspringt. Die Kraft der
Spiralfedern 34, die in diesem Fall die Endkappen 32a, 32b stets von der Verbindungslinie
wegdrücken können, kann somit die Bewegungseinrichtung am Totpunkt umspringen lassen
und die Winkel 18a, 18b selbsttätig in Richtung einer Schließstellung drücken, in
welcher die Lagerzapfen 16a, 16b in Richtung gegenseitiger Annäherung vorgespannt
sind.
[0042] Spätestens beim Durchlaufen des Totpunkts kann der Schließbetätigungsabschnitt 30
eine Höhe über dem Ski aufweisen, welche den auf dem Schließbetätigungsabschnitt 30
abgestützten Skischuh in einer korrekten Höhe in Bezug auf die Lagerzapfen 16a, 16b
positioniert, so dass sich Lagerlöcher bzw. die Gegenlagerelemente des Skischuhs in
etwa auf gleicher Höhe wie die Lagerzapfen bzw. die Lagerelemente 16a, 16b befinden,
so dass bei der weiteren Bewegung der Bewegungseinrichtung in die Schließstellung
die Lagerzapfen 16a, 16b sicher in die Lagerlöcher eingreifen können.
[0043] In der Schließstellung können die Winkel 18a, 18b durch die oben beschriebene Wirkung
der Spiralfedern 34 stabil vorgespannt sein. Um jedoch die Belastbarkeit der Vordereinheit
10 zu verbessern und ein Verschwenken der Winkel 18a, 18b in die Öffnungsstellung
aufgrund einer vom Skischuh auf die Lagerzapfen 16a, 16b einwirkenden Kraft sicher
zu verhindern, kann zusätzlich der Blockierhebel 28 in eine Blockierstellung verschwenkt
werden, in welcher sich ein distales Ende des Blockierabschnitts 28-2 unterhalb der
Blockierhebel-Schwenkachse 29 an dem Ski abstützt, so dass eine Bewegung des zweiten
Arms 26-2 des Betätigungshebels 26 zum Ski hin und damit eine Aufwärtsbewegung des
gabelartigen Endabschnitts 30 blockiert ist.
[0044] Zum Öffnen der Vordereinheit 10 kann zunächst der Blockierhebel 28 von der Blockierstellung
zurück verschwenkt werden, so dass das distale Ende 28-2 aus dem Kontakt mit der Oberfläche
der Grundplatte 12 gelöst ist. Anschließend kann der Blockierhebel 28 am Bedienabschnitt
28-1 ergriffen und zum Ski hinbewegt werden, so dass der Betätigungshebel 26 verschwenkt
und sich der gabelartige Endabschnitt 30 nach oben bewegt. Dabei kann die Bewegungseinrichtung
dieser Öffnungsbewegung so lange den Widerstand der Spiralfedern 34 entgegensetzen,
bis die Endkappen 32a, 32b wiederum den Totpunkt in Höhe der Verbindungslinie zwischen
den Schwenkachsen 20a, 20b durchlaufen. Danach können die Federn 34 die Endkappen
32a, 32b selbsttätig weiter nach oben in Richtung der Öffnungsstellung drücken und
die Winkel 18a, 18b schließlich in der Öffnungsstellung halten. Dabei kann der Kontaktabschnitt
22a, 22b der Winkel 18a, 18b gegen den Gegenkontaktabschnitt 24a, 24b an der Grundplatte
12 gedrückt werden, wodurch der notwendige Abstand zwischen den Lagerzapfen 16a, 16b
sichergestellt wird. Die Lagerzapfen 16a, 16b können sich dabei aus dem Eingriff mit
den Lagerlöchern lösen und der Skischuh kann schließlich aus der Vordereinheit 10
herausgezogen werden.
1. Vordereinheit (10) für eine Skibindung, insbesondere Tourenbindung, umfassend:
eine Grundplatte (12) mit einer Befestigungsanordnung (14) zur Befestigung an einem
Ski,
zwei seitliche Lagerelemente (16a, 16b), welche auf einer im Wesentlichen orthogonal
zu einer Skilängsachse verlaufenden Skiquerachse angeordnet sind und welche dafür
eingerichtet sind, seitliche Gegenlagerelemente eines Skischuhs in Eingriff zu nehmen,
um den Skischuh um die Skiquerachse verschwenkbar zu halten, wobei die Lagerelemente
(16a, 16b) verstellbar sind zwischen einer Schließstellung, in welcher die Lagerelemente
(16a, 16b) voneinander einen Abstand aufweisen, der für einen Eingriff mit den Gegenlagerelementen
ausgelegt ist, und einer Öffnungsstellung, in welcher die Lagerelemente (16a, 16b)
einen Abstand aufweisen, der größer ist als in der Schließstellung, so dass der Skischuh
zwischen den Lagerelementen (16a, 16b) eingeführt oder von der Vordereinheit (10)
entfernt werden kann, und
zwei Winkel (18a, 18b), von denen wenigstens einer (18a) um eine Achse (20a) verschwenkbar
an der Grundplatte (12) gehalten ist, wobei jeder der Winkel (18a, 18b) einen ersten
Schenkel (18a-1, 18b-1) aufweist, an dessen distalem Ende eines der Lagerelemente
(16a, 16b) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Grundplatte (12) und wenigstens einem (18a) der beiden Winkel (18a,
18b) ein Anschlag (22a, 24a) bereitgestellt ist, derart, dass in der Öffnungsstellung
ein Kontaktabschnitt (22a) des Winkels (18a) mit einem entsprechenden Gegenkontaktabschnitt
(24a) der Grundplatte (12) direkt oder über einen Anschlagskörper in Anlagekontakt
steht und in der Schließstellung der Anlagekontakt aufgehoben ist.
2. Vordereinheit (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beide Winkel (18a, 18b) um jeweils eine Achse (20a, 20b) verschwenkbar an der Grundplatte
(12) gehalten sind.
3. Vordereinheit (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer (18a) der Winkel (18a, 18b) um eine zur Skimittelachse parallele
Achse (20a) verschwenkbar an der Grundplatte (12) gehalten ist.
4. Vordereinheit (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beide Winkel (18a, 18b) um jeweils eine zur Skimittelachse parallele Achse (20a,
20b) verschwenkbar an der Grundplatte (12) gehalten sind.
5. Vordereinheit (10) nach Anspruch 2 oder Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Grundplatte (12) und jedem (18a, 18b) der beiden Winkel (18a, 18b) jeweils
ein Anschlag (22a, 24a, 22b, 24b) bereitgestellt ist, derart dass in der Öffnungsstellung
ein Kontaktabschnitt (22a, 22b) jedes der Winkel (18a, 18b) einen entsprechenden Gegenkontaktabschnitt
(24a, 24b) der Grundplatte (12) berührt und in der Schließstellung die Kontaktabschnitte
(22a, 22b) der Winkel (18a, 18b) die Gegenkontaktabschnitte (24a, 24b) der Grundplatte
(12) nicht berühren.
6. Vordereinheit (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend eine
Bewegungseinrichtung (18a, 18b, 26, 28) zur Bewegung der Lagerelemente (16a, 16b)
zwischen der Öffnungsstellung und der Schließstellung, wobei die Bewegungseinrichtung
(18a, 18b, 26, 28) einen Schließbetätigungsabschnitt (30) aufweist, dessen Betätigung
eine Bewegung der Lagerelemente (16a, 16b) von der Öffnungsstellung in die Schließstellung
bewirkt.
7. Vordereinheit (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einer (18a) oder beide (18a, 18b) der Winkel (18a, 18b) durch wenigstens ein elastisches
Element (34) federbelastet sind und die Lagerelemente (16a, 16b) durch Überwindung
einer Totpunktlage des einen (18a) oder beider (18a, 18b) Winkel in die Schließstellung
bzw. in die Öffnungsstellung vorgespannt sind.
8. Vordereinheit (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kontaktabschnitt (22a, 22b) des Winkels (18a) oder der Winkel (18a, 18b) an einem
dem ersten Schenkel (18a-1, 18b-1) entgegengesetzten zweiten Schenkel (18a-2, 18b-2)
des Winkels (18a) oder der Winkel (18a, 18b) angeordnet ist.
9. Vordereinheit (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand zwischen aufeinander zuweisenden Enden der Lagerelemente (16a, 16b) zwischen
etwa 66,0 mm und etwa 74 mm, vorzugsweise zwischen etwa 66,6 mm und etwa 68,4 mm,
noch bevorzugter zwischen etwa 66,6 mm und etwa 67,5 mm, beträgt.
10. Vordereinheit (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundplatte (12) und/oder die Winkel (18a, 18b) aus einem metallischen Material
hergestellt sind.