[0001] Die Erfindung betrifft in einem ersten Aspekt ein Lüftungskanalmodul gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft in einem zweiten Aspekt ein Lüftungssystem
gemäß dem Anspruch 18. Die Erfindung betrifft in einem dritten Aspekt eine Gebäudewand
gemäß dem Anspruch 19.
[0002] Lüftungssysteme für die Belüftung von Gebäuden sind bekannt. Derartige Lüftungssysteme
können Luft ab- und/oder zuführen. Bei der Luftführung muss eine Verbindung zwischen
einem Wohnraum auf einer Innenseite einer Gebäudewand und einem Außenbereich auf einer
Außenseite einer Gebäudewand gewährleistet werden. Hierfür wird eine Wanddurchführung
durch die Gebäudewand mit einer Bohrung oder dergleichen Ausschnitt realisiert. Innerhalb
der Wanddurchführung wird ein Kanal, insbesondere ein Durchführungskanal, und/oder
ein Lüftungsgerät integriert. An der Innen- und Außenseite der Wand werden aus verschiedenen
Gründen Abschlüsse (z.B. Wetterschutzhauben oder Design-Innenverschlüsse) verbaut.
Die Abschlüsse für den Außenbereich werden oft sichtbar an der Fassade des Gebäudes
angebracht. Diese Sichtbarkeit ist häufig nicht erwünscht.
[0003] Aus diesem Grund werden Luftführungskanäle genutzt, die die Luft derart führen, dass
ein Abschluss nicht auf der Fassade angeordnet ist, sondern in der seitlichen Laibung
eines Wandausschnitts. Derartige Laibungskanäle schützen die optische Wahrnehmung
der Fassade. Die Laibungskanäle werden im Wandaufbau integriert. Oft werden sie dort
in die Wärmedämmung der Wand integriert.
[0004] Bei Wandaufbauten mit einer Wandaußenschicht, insbesondere Klinker, mit Luftschicht
oder ohne Luftschicht, werden die Fensterrahmen oft auf Stoß mit dem Klinker verbaut.
Soll hier ein Laibungskanal verbaut werden, muss dieser innerhalb der Wandaußenschicht,
insbesondere innerhalb des Klinkers, integriert werden. Die Wandaußenschicht, insbesondere
die Klinkersteine, müssen dafür im Bereich des Laibungskanals verjüngt werden. Oftmals
ist ein Einbau aufgrund der Geometrie des Laibungskanals erst gar nicht möglich.
[0005] Eine derartige Verjüngung schwächt die Wandaußenschicht, insbesondere die Klinkerwand,
vor allem strukturell. Witterungen, wie Windlasten und Schauer können Schäden an der
Wandaußenschicht, insbesondere an der Klinkerwand, verursachen. Eine Verjüngung der
Wandaußenschicht, insbesondere der Klinkersteine gilt es daher zu vermeiden.
[0006] Wünschenswert ist es daher, ein Lüftungskanalmodul und ein Lüftungssystem bereitzustellen,
welches sowohl optisch/ästhetischen Anforderungen genügt, als auch eine strukturelle
Schwächung einer Wandaußenschicht, insbesondere einer Klinkerwand, eines Gebäudes,
verringert.
[0007] An dieser Stelle setzt die Erfindung an, deren Aufgabe es ist, ein verbessertes Lüftungskanalmodul
und Lüftungssystem bereitzustellen, welches die im Stand der Technik vorherrschenden
Probleme zumindest teilweise behebt. Insbesondere soll eine Leitung von Luft durch
die Gebäudewand ermöglicht werden, welche sowohl optisch/ästhetischen Anforderungen
genügt, als auch eine strukturelle Schwächung einer Wandaußenschicht, insbesondere
einer Klinkerwand, eines Gebäudes, verringert.
[0008] Die Aufgabe wird durch die Erfindung mit einem Lüftungskanalmodul des Anspruchs 1
gelöst. Die Erfindung geht aus von einem Lüftungskanalmodul für einen Laibungskanal,
zum Einbau in eine Gebäudewand mit einer Laibung, aufweisend einen Strömungskanal,
der einen Laibungsanschluss und einen Kanalanschluss in einer Luftführungsrichtung
luftführend miteinander verbindet,
[0009] Erfindungsgemäß ist bei dem Lüftungskanalmodul vorgesehen, dass
- der Laibungsanschluss auf einer Laibungsseite, die der Laibung zugewandt ist, innerhalb
eines Modulaußenbereichs angeordnet ist, der an eine Modulaußenseite angrenzt, die
einer Außenseite der Gebäudewand zugewandt ist, wobei
- das Lüftungskanalmodul zwischen dem Laibungsanschluss und dem Kanalanschluss wenigstens
einen Bereich aufweist, in der die Luftführungsrichtung normal zur Gebäudewand versetzt
wird.
[0010] Indem der Laibungsanschluss auf der Laibungsseite innerhalb des Modulaußenbereichs
angeordnet ist, und im Lüftungskanalmodul die Luftführungsrichtung normal zur Gebäudewand
versetzt wird, wird eine geringe Modultiefe des Lüftungskanalmoduls erreicht. Durch
eine geringe Modultiefe wird vorteilhaft eine Integration des Laibungskanals in die
Gebäudewand ermöglicht, die nur eine relativ geringe Schwächung der Wandaußenschicht,
insbesondere der Klinkerwand, verursacht. Insbesondere ist die Wandaußenschicht eine
Klinkerwand.
[0011] Ein Versetzen der Luftführungsrichtung normal zur Gebäudewand bedeutet, dass durch
die Ausbildung und Anordnung des Strömungskanals der durch das Lüftungskanalmodul
geführte Luftstrom zwischen zwei, insbesondere zur Gebäudewand parallelen, Ebenen
versetzt wird, nämlich von einer Ebene, in der der Kanalanschluss liegt, zu einer
Ebene, in der der Laibungsanschluss liegt. Die Luftführungsrichtung muss dabei nicht
senkrecht zur Gebäudewand verlaufen. Um die Luftführungsrichtung normal zur Gebäudewand
zu versetzen, ist der Strömungskanal parallel zur Laibungsseite oder in ein einem
Kanalwinkel zur Laibungsseite angeordnet, der bevorzugt kleiner oder gleich 45° ist,
besonders bevorzugt kleiner oder gleich 40° ist. Die Modultiefe erstreckt sich senkrecht
zur Laibungsseite zwischen der Laibungsseite und einer gegenüberliegenden Modulrückseite.
[0012] Je geringer die Modultiefe, desto größer ist der vorteilhafte Effekt der geringeren
strukturellen Schwächung der Wandaußenschicht, insbesondere der Klinkerwand. Insbesondere
ist die Wandaußenschicht eine Klinkerwand.
[0013] Die Lüftungsführungsrichtung beschreibt die Strömung der durch das Lüftungskanalmodul
strömenden Luft und liegt in der Mitte des Kanalquerschnitts.
[0014] Das Klinkerformat, nämlich die Klinkerlänge, die Klinkerbreite, und die Klinkerhöhe
ist insbesondere auf das Normalformat (NF) bezogen, in der die mit Klinkerlänge 240
mm, die Klinkerbreite 115 mm und die Klinkerhöhe 71 mm beträgt. Die Stärke der Mörtellage
und somit der Abstand zwischen zwei Klinkersteinen beträgt insbesondere 10 mm. Gleichwohl
sind im Rahmen der Erfindung andere Klinkerformate und/oder Mörtellagen gemäß DIN
1053 und/oder DIN 105 und/oder EN 771 möglich. Eine Klinkerhöhe schließt insbesondere
eine Mörtellage ein.
[0015] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen
und geben im Einzelnen vorteilhafte Möglichkeiten an, das oben erläuterte Konzept
im Rahmen der Aufgabenstellung sowie hinsichtlich weiterer Vorteile zu realisieren.
[0016] Insbesondere ist vorgesehen, dass,
- der Kanalanschluss innerhalb eines Modulinnenbereichs angeordnet ist, der an eine
Modulinnenseite angrenzt, die der Modulaußenseite gegenüberliegt, wobei
- der Kanalanschluss auf einer der Laibungsseite gegenüberliegenden Modulrückseite oder
auf der Modulinnenseite angeordnet ist.
[0017] Vorteilhaft ist vorgesehen, dass das Lüftungskanalmodul eine Modultiefe aufweist,
die kleiner oder gleich 120 mm, besonders bevorzugt kleiner oder gleich 110 mm ist,
wobei sich die Modultiefe senkrecht zur Laibungsseite zwischen der Laibungsseite und
einer gegenüberliegenden Modulrückseite erstreckt.
[0018] Eine derartige Weiterbildung berücksichtigt den Umstand, dass der Abschluss einer
Klinkerwand vor der Laibung in der Regel aus vollen Klinkersteinen und in ihrer Klinkerlänge
halbierten Klinkersteinen abwechselnd schichtweise gebildet wird. Eine Breite von
120 mm beträgt dabei in der Regel eine halbe Klinkerlänge, das heißt eine halbe Länge
eines Klinkersteins. In einer Weiterbildung, in der die Modultiefe eine halbe Klinkerlänge
oder weniger beträgt, müssen lediglich die vollen Klinkersteine verjüngt und/oder
ausgeklinkt werden, und die halben Klinkersteine können vollständig entlang ihrer
Längsachse auf eine halbe Klinkerbreite halbiert werden, wodurch der Arbeitsaufwand
vorteilhaft reduziert wird.
[0019] Das Lüftungskanalmodul weist insbesondere eine Modultiefe auf, welche relativ gering
ausgebildet ist, insbesondere eine halbe Klinkerbreite, beispielsweise kleiner oder
gleich 110 mm. Das Lüftungskanalmodul weist insbesondere eine Modulbreite auf, die
sich aus einer Kanalanschlussbreite, welche die Breite des Kanalanschlusses beschreibt,
und einer Modulkernbreite zusammensetzt. Die Kanalanschlussbreite ist insbesondere
kleiner oder gleich 70 mm und kann vorteilhaft an die Breite des Laibungskanals angepasst
werden. Die Modulkernbreite kann insbesondere an den zu überbrückenden Versatz der
Lüftungsführungsrichtung angepasst werden und kann insbesondere 106 mm betragen.
[0020] Vorteilhaft ist vorgesehen, dass eine Außenbereichsbreite des Modulaußenbereichs
die Hälfte, bevorzugt ein Drittel, einer Modulbreite beträgt, wobei sich die Modulbreite
parallel zur Laibungsseite zwischen der Modulaußenseite und der Modulinnenseite erstreckt.
Je geringer die Außenbereichsbreite ist, desto näher ist der Laibungsanschluss an
der Modulaußenseite angeordnet, wodurch eine weitere Schwächung der Wandaußenschicht
vorteilhaft vermieden wird.
[0021] Insbesondere ist vorgesehen, dass eine Innenbereichsbreite des Modulinnenbereichs
die Hälfte, bevorzugt ein Drittel, einer Modulbreite beträgt.
[0022] Vorteilhaft ist vorgesehen, dass der Strömungskanal in einem Kanalwinkel zur Laibungsseite
verläuft, der kleiner oder gleich 40° ist. Bevorzugt ist der Kanalwinkel kleiner oder
gleich 20°, besonders bevorzugt ist der Kanalwinkel kleiner oder gleich 10°. Je geringer
der Kanalwinkel ist, desto geringer kann vorteilhaft - bei einem vergleichbaren Versatz
der Luftführungsrichtung - die Modultiefe ausfallen.
[0023] Vorteilhaft ist vorgesehen, dass der Strömungskanal einen vertikal länglichen Kanalquerschnitt
(AKQ) aufweist, insbesondere ein Höhe-zu-Breite-Verhältnis von mindestens 8 zu 1.
Durch eine geringe seitliche Ausprägung eines derartigen vertikal länglichen Kanalquerschnitts
ist dieser besonders geeignet für eine Integration in eine - ebenfalls vertikal länglich
ausgebildete - Laibungsoberfläche. Durch die entsprechend größere Höhe wird trotz
der geringen Breite des Querschnitts ein Strömungsquerschnitt erreicht, der für einen
benötigten Luftaustausch erforderlich ist.
[0024] Vorteilhaft ist vorgesehen, dass der Laibungsanschluss eine sich normal zur Laibungsseite
und/oder normal zur Laibungsoberfläche erstreckende Anschlussverlängerung aufweist.
Insbesondere weist die Anschlussverlängerung eine Anschlusslänge auf, die kleiner
oder gleich 120 mm ist. Insbesondere ist der Laibungsanschluss und/oder die Anschlussverlängerung
ausgebildet, eine Blende oder dergleichen Abschlusselement aufzunehmen. Insbesondere
weist der Laibungsanschluss und/oder die Anschlussverlängerung eine Blende oder dergleichen
Abschlusselement auf. Durch eine Anschlussverlängerung wird insbesondere das Problem
gelöst, dass im Stand der Technik Abschlüsse von Laibungskanälen oft nicht für Klinkerwände
geeignet ist, weil beispielsweise ein Fensterrahmen und ein Abschluss eines Laibungskanals
oft keinen gemeinsamen Bauraum im Klinker finden.
[0025] Vorteilhaft ist vorgesehen, dass die Anschlussverlängerung eine zur Außenseite der
Gebäudewand gerichtete, äußere Seitenwand mit einer äußeren Wandstärke und eine gegenüberliegende
innere Seitenwand mit einer inneren Wandstärke aufweist, wobei die innere Wandstärke
größer ist als die äußere Wandstärke. Indem die innere Wandstärke größer ist, beispielsweise
8 bis 25 mm beträgt, kann eine Anbindung mit einem Fensterrahmen und/oder einer Rollladenschiene
verbessert werden, insbesondere, weil ein ansonsten bestehender Zwischenraum durch
die Wandstärke ausgefüllt wird. Vorteilhaft ist vorgesehen, dass die innere Seitenwand
der Anschlussverlängerung und/oder der Laibungsanschluss angeordnet ist zum Anliegen
an ein in der Laibung angeordnetes Fenster oder an eine in der Laibung angeordnete
Rollladenschiene, wobei das Anliegen direkt oder über eine Dichtmittelfuge erfolgt.
[0026] Insbesondere ist vorgesehen, dass das Lüftungskanalmodul und/oder die Anschlussverlängerung
gebildet ist aus mindestens einem der folgenden Materialien: Kunststoff, Blech, Holzfasern.
Insbesondere ist das Lüftungskanalmodul oder der Modulkorpus oder die Anschlussverlängerung
aus einem Material gebildet, welches die Brandklasse der Dämmung, d. h. des in der
Dämmschicht verwendeten Materials, erfüllt. Insbesondere ist das Lüftungskanalmodul
oder der Modulkorpus oder die Anschlussverlängerung aus einem expandierten oder extrudierten
Kunststoff hergestellt.
[0027] Vorteilhaft ist mindestens eine Verstrebung vorgesehen, die innerhalb des Strömungskanals
und/oder der Anschlussverlängerung angeordnet ist. Mittels einer möglichst strömungsgünstig
ausgebildeten und/oder angeordneten Verstrebung kann die mechanische Stabilität des
Lüftungskanalmoduls und/oder Anschlussverlängerung verbessert werden.
[0028] Vorteilhaft ist mindestens ein Stabilisierungsblech vorgesehen zur Aufnahme in eine
Mörtellage einer Wandaußenschicht der Gebäudewand, wobei
- die Wandaußenschicht eine zur Außenseite der Gebäudewand gerichtete Schicht der Gebäudewand
ist, und
- das Stabilisierungsblech an dem Lüftungskanalmodul befestigt ist oder an dem Lüftungskanalmodul
anliegt, insbesondere aufliegt.
[0029] Insbesondere ist vorgesehen, dass das Lüftungskanalmodul symmetrisch zu einer horizontal
in der Mitte des Lüftungskanalmoduls liegenden Spiegelebene (SPE) ausgebildet ist.
Durch eine derartige symmetrische Ausbildung kann vorteilhaft eine beidseitige Montage,
d. h. links und rechts bzw. oben und unten in einer Laibung, ermöglicht werden, ohne
das Lüftungskanalmodul in seiner Bauart variieren zu müssen.
[0030] Insbesondere ist vorgesehen, dass das Lüftungskanalmodul, insbesondere ein Modulkorpus
des Lüftungskanalmoduls, eine Quaderform aufweist. Durch eine Quaderform und die damit
verbundene rechtwinklige Ausbildung des Lüftungskanalmoduls kann dieses vorteilhaft
in einer ebenfalls rechtwinkligen Aussparung in der Wandaußenschicht untergebracht
werden. Insbesondere Klinkersteine müssen dafür lediglich mit geraden Schnitten rechtwinklig
zum Klinkerstein bearbeitet werden.
[0031] In einer vorteilhaften Weiterbildung ist vorgesehen, dass der Modulkorpus eine Anschrägung
aufweist, die zwischen der Modulaußenseite und einer der Laibungsseite gegenüberliegenden
Modulrückseite angeordnet ist. Insbesondere verläuft die Anschrägung parallel zur
Luftführungsrichtung und/oder zum Strömungskanal. Durch eine Anschrägung kann das
Volumen des Modulkorpus vorteilhaft verringert werden, wodurch eine Aussparung in
der Wandaußenschicht kleiner ausfallen kann, wodurch wiederum die Wandaußenschicht,
insbesondere die Klinkerwand, vorteilhaft weniger strukturell geschwächt wird.
[0032] Insbesondere ist vorgesehen, dass das Lüftungskanalmodul eine Blende, insbesondere
eine Umlenkblende mit mindestens einer Umlenklamelle, aufweist.
[0033] Insbesondere ist vorgesehen, dass das Lüftungskanalmodul eine Kanalanschlusssektion
mit mindestens einer Dämmhalteraufnahme aufweist, wobei die mindestens eine Dämmhalteraufnahme
zur Aufnahme eines Dämmstopfens ausgebildet ist. Die Dämmhalteraufnahme weist insbesondere
eine zylindrische Form auf.
[0034] Insbesondere ist vorgesehen, dass das Lüftungskanalmodul eine Modulhöhe aufweist,
die ein Vielfaches einer Klinkerhöhe beträgt und/oder einer Summe von einer Klinkerhöhe
und einer Mörtellage beträgt. Insbesondere beträgt die Modulhöhe ein Vielfaches von
71 mm oder 81 mm. Insbesondere beträgt die Modulhöhe zwischen 426 mm oder 486 mm.
Durch eine Modulhöhe, die ein Vielfaches der Klinkerhöhe und/oder der Summe von Klinkerhöhe
und Mörtellage beträgt, kann vorteilhaft ein Einbau in einer Klinkerwand ermöglicht
werden, ohne die Höhe einzelner Klinkersteine anpassen zu müssen.
[0035] Insbesondere ist vorgesehen, dass das Lüftungskanalmodul oder der Modulkorpus derart
ausgebildet und angeordnet ist, dass eine innerhalb der Wandaußenschicht parallel
zur Außenseite angeordnete Wandaußenzone in Richtung der Außenseite des Gebäudes nicht
überschritten wird, wobei die Wandaußenzone mindestens eine halbe Klinkerbreite von
der Außenseite nach Innen beabstandet ist. In einer derartigen Weiterbildung wird
vorteilhaft erreicht, dass die Wandaußenschicht, insbesondere die Klinkerwand, im
Bereich der Laibungsrandzone mindestens eine halbe Klinkerbreite aufweist und somit
eine mechanische Mindeststabilität. Insbesondere ist die Wandaußenzone mindestens
55 mm, bevorzugt 57,5 mm, von der Außenseite der Wandaußenschicht nach innen beanstandet.
[0036] Die Erfindung führt in einem zweiten Aspekt auch auf ein Lüftungssystem, aufweisend
- ein Lüftungskanalmodul gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung zum Einbau in eine Gebäudewand,
- ein Lüftungsgerät, und
- einen Laibungskanal, der das Lüftungskanalmodul und das Lüftungsgerät luftführend
verbindet und insbesondere in einer Dämmschicht angeordnet ist, wobei die Dämmschicht
zwischen einer Wandaußenschicht und einer Wandinnenschicht liegt. Bei dem Lüftungssystem
werden die Vorteile des Lüftungskanalmoduls gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung
vorteilhaft genutzt.
[0037] Die Erfindung führt in einem dritten Aspekt auch auf eine Gebäudewand mit einer Laibung
aufweisend eine Wandaußenschicht, insbesondere Klinkerwand, und eine Dämmschicht mit
einem Lüftungskanalmodul gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung und/oder einem Lüftungssystem
gemäß dem zweiten Aspekt der Erfindung, wobei insbesondere
- das Lüftungskanalmodul innerhalb einer Laibungsrandzone angeordnet ist, wobei die
Laibungsrandzone parallel zur Laibungsoberfläche um einen Zonenabstand in die Gebäudewand
versetzt ist.
[0038] Die Laibungsrandzone ist so zu verstehen, dass sich der Modulkorpus in eine von der
Laibungsoberfläche in die Gebäudewand hinein gerichtete Richtung die Laibungsrandzone
nicht überschreitet, in Gegenrichtung jedoch in einen Laibungsinnenraum hineinreichen
kann. Die Laibungsrandzone umfasst somit auch einen Laibungsinnenraum, das heißt ein
von der Laibung umschlossenes Volumen. Vorteilhaft ist vorgesehen, dass das Lüftungskanalmodul
vollständig innerhalb der Laibungsrandzone untergebracht ist.
[0039] In einer Weiterbildung weist die Gebäudewand eine Wandinnenschicht auf. Insbesondere
ist die Gebäudewand eine Gebäudeaußenwand.
[0040] Ausführungsformen der Erfindung werden nun nachfolgend anhand der Zeichnung beschrieben.
Diese soll die Ausführungsformen nicht notwendigerweise maßstäblich darstellen, vielmehr
ist die Zeichnung, wo zur Erläuterung dienlich, in schematisierter und/oder leicht
verzerrter Form ausgeführt. Im Hinblick auf Ergänzungen der aus der Zeichnung unmittelbar
erkennbaren Lehren wird auf den einschlägigen Stand der Technik verwiesen. Dabei ist
zu berücksichtigen, dass vielfältige Modifikationen und Änderungen betreffend die
Form und das Detail einer Ausführungsform vorgenommen werden können, ohne von der
allgemeinen Idee der Erfindung abzuweichen. Die in der Beschreibung, in der Zeichnung
sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als
auch in beliebiger Kombination für die Weiterbildung der Erfindung wesentlich sein.
Zudem fallen in den Rahmen der Erfindung alle Kombinationen aus zumindest zwei der
in der Beschreibung, der Zeichnung und/oder den Ansprüchen offenbarten Merkmale. Die
allgemeine Idee der Erfindung ist nicht beschränkt auf die exakte Form oder das Detail
der im folgenden gezeigten und beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen oder beschränkt
auf einen Gegenstand, der eingeschränkt wäre im Vergleich zu dem in den Ansprüchen
beanspruchten Gegenstand. Bei angegebenen Bemessungsbereichen sollen auch innerhalb
der genannten Grenzen liegende Werte als Grenzwerte offenbart und beliebig einsetzbar
und beanspruchbar sein. Der Einfachheit halber sind nachfolgend für identische oder
ähnliche Teile oder Teile mit identischer oder ähnlicher Funktion gleiche Bezugszeichen
verwendet.
[0041] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt
in:
- Fig. 1
- eine ausschnittsweise Schnittdarstellung einer Gebäudewand mit einem Lüftungssystem,
aufweisend ein Lüftungskanalmodul gemäß der Erfindung,
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung einer Weiterbildung des Lüftungskanalmoduls,
- Fig. 3
- eine perspektivische Schnittdarstellung eines Lüftungskanalmoduls im eingebauten Zustand,
- Fig. 4
- eine Darstellung einer Weiterbildung eines Lüftungskanalmoduls,
- Fig. 5
- eine Darstellung einer Weiterbildung eines Lüftungskanalmoduls mit einem Stabilisierungsblech,
- Fig. 6
- eine Darstellung einer Weiterbildung eines Lüftungskanalmoduls mit einer Anschrägung.
[0042] Fig. 1 zeigt eine ausschnittsweise Schnittdarstellung einer Gebäudewand 210 eines
Gebäudes 300 mit einem Lüftungssystem 1000, aufweisend ein Lüftungskanalmodul 100
gemäß der Erfindung. Die Gebäudewand 210 weist eine Wandaußenschicht 220 auf, welche
vorliegend als Klinkerwand 222 ausgebildet ist. Die Wandaußenschicht 220 kann in Weiterbildungen
auch im Rahmen eines Standard-Wärmedamm-Verbundsystems oder dergleichen Gebäudewand
in einer anderen, von einer Klinkerwand 222 abweichenden Form gebildet sein. Die Wandaußenschicht
220 schließt mit einer Außenseite 310 des Gebäudes 300 ab. An der - der Außenseite
310 gegenüberliegenden - Seite der Wandaußenschicht 220 schließt sich eine Dämmschicht
230 an, in der insbesondere Dämmmaterial 144 angeordnet ist. In optionalen Weiterbildungen
kann zwischen der Wandaußenschicht 220 und der Dämmschicht 230 eine Luftschicht 226
angeordnet sein. Die Luftschicht 226 kann eine Luftschichtbreite 228 von bis zu 40
mm aufweisen. An die Dämmschicht 230 schließt sich wiederum in Richtung einer Innenseite
320 des Gebäudes 300 eine Wandinnenschicht 240 an.
[0043] Ein Lüftungsgerät 200 und ein daran angeschlossener Durchführungskanal 142 sind in
einer Wanddurchführung 312 angeordnet, die sich durch die Wandinnenschicht 240 und
teilweise durch die Dämmschicht 230 erstreckt. An den Durchführungskanal 142 schließt
sich luftführend ein Laibungskanal 140 an, welcher sich in der Dämmschicht 230 parallel
zu dieser an der Wandaußenschicht 220 entlang in Richtung einer Laibung 212 bis zum
ein Lüftungskanalmodul 100 erstreckt. Das Lüftungskanalmodul 100 ist innerhalb einer
Laibungsrandzone LRZ angeordnet. Das Lüftungskanalmodul 100 weist einen im Bereich
der Dämmschicht 230 liegenden Kanalanschluss 120, und einen im Bereich der Wandaußenschicht
220 liegenden Laibungsanschluss 110 auf. Durch das Lüftungskanalmodul 100 kann somit
eine Lüftungsführungsrichtung LFR aus der Dämmschicht 230 in die Wandaußenschicht
120 versetzt werden. Über den Kanalanschluss 120 ist der Laibungskanal 140 mit einem
Modulkorpus 130 des Lüftungskanalmoduls 100 luftführend verbunden. Der Laibungsanschluss
110 des Lüftungskanalmoduls 100 ist an einer Laibungsseite 137 des Lüftungskanalmoduls
100 angeordnet, die in Richtung einer Laibungsoberfläche 214 der Laibung 212 gerichtet
ist. Durch die Anordnung des Laibungsanschlusses 110 in der Wandaußenschicht 220 kann
ein Luftstrom gemäß der Lüftungsführungsrichtung LFR in einen von der Laibung 212
umschlossenen Laibungsinnenraum 216 oder aus diesem herausgeführt werden. Der Modulkorpus
130 erstreckt sich in einer Richtung senkrecht zur Gebäudewand 210 von innen nach
außen bis zu einer Wandaußenzone WAG, wodurch zwischen der Grenze der Wandaußenzone
WAG und der Außenseite 310 die Wandaußenschicht 220 nicht beeinträchtigt wird, insbesondere
nicht ausgespart werden muss. Die Laibungsrandzone LRZ erstreckt sich von der Laibungsoberfläche
214 parallel von dieser bis zu einem Zonenabstand ZA in die Außenschicht hinein. Die
Laibungsrandzone LRZ kann sich in den Laibungsinnenraum 216 erstrecken.
[0044] Auf dem Laibungsanschluss 110 ist eine durchströmbare Blende 338 angeordnet. In der
Laibung 212 ist neben dem Laibungsanschluss 110 in Richtung Innenseite 320 eine Rollladenschiene
334 angeordnet, und wiederum in derselben Richtung daneben ein Fenster 332. Zwischen
der Blende 338 bzw. dem Laibungsanschluss 110 und der Rollladenschiene 334 ist eine
Dichmittelfuge 336 angeordnet. Durch eine Dichtmittelfuge 336 kann das Lüftungskanalmodul
vorteilhaft auf Stoß installiert werden und die Schlagregendichtigkeit erhöht werden.
[0045] In Fig. 2 ist eine Weiterbildung eines Lüftungskanalmoduls 100' in einer Draufsicht
mit horizontaler Schnittebene gezeigt, welche eine Anschlussverlängerung 112 aufweist.
Die Anschlussverlängerung 112 schließt sich auf der Laibungsseite 137 an den Laibungsanschluss
110 an. Über die Anschlussverlängerung 112 kann der Laibungsanschluss 110 verlängert
werden, sodass er sich weiter in Richtung der Laibungsoberfläche 214 und/oder in die
Laibungsrandzone LRZ und/oder in den Laibungsinnenraum 216 hinein erstreckt. Die Anschlussverlängerung
112 weist eine Anschlusslänge 118 auf. Die Anschlussverlängerung 112 weist eine äußere
Seitenwand 114 mit einer äußeren Wandstärke WSA und eine innere Seitenwand 116 mit
einer inneren Wandstärke WSI auf. Vorliegend ist die innere Wandstärke WSI größer
als die äußere Wandstärke WSA. Das Lüftungskanalmodul 100 weist einen Strömungskanal
128 auf, der im Modulkorpus 130 schräg angeordnet ist, nämlich in einem Kanalwinkel
WK zur Laibungsseite 137, um die Lüftungsführungsrichtung LFR aus einer Dämmschicht
in eine Wandaußenschicht zu versetzen. Der Strömungskanal 128 weist einen Kanalquerschnitt
AKQ auf. Optional kann der Modulkorpus eine - hier gestrichelt dargestellte - Anschrägung
132 aufweisen. Die Anschrägung 132 kann parallel zum Strömungskanal 128 und/oder zur
Luftführungsrichtung LFR verlaufen. Bei einem nicht geraden Verlauf des Strömungskanals
bildet sich der Kanalwinkel insbesondere aus dem Mittelwert der Kanalwinkel aller
Abschnitte des Strömungskanals.
[0046] In Fig. 3 ist das Lüftungskanalmodul 100' im eingebauten Zustand in einer Gebäudewand
210 in einer Schnittdarstellung gezeigt. Über den Kanalanschluss 120 ist das Lüftungskanalmodul
100' an einen Laibungskanal 140 angeschlossen. Erst kurz vor Erreichen der Laibung
212, in einer Laibungsrandzone LRZ, wird die Lüftungsführungsrichtung LFR aus der
Dämmschicht 230 in die Wandaußenschicht 220 versetzt, und wird über den Laibungsanschluss
110 und die Anschlussverlängerung 112 zur Laibungsoberfläche 214 geführt. Vorliegend
weist das Lüftungskanalmodul 100' eine Modultiefe 104 von näherungsweise einer halben
Klinkerlänge, und die Anschlussverlängerung 112 eine Anschlusslänge 118 ebenfalls
von näherungsweise einer halben Klinkerlänge. Die Anschlussverlängerung 112 ist vorliegend
direkt auf Stoß anliegend mit einem Fenster 332 angeordnet.
[0047] Fig. 4 zeigt eine perspektivische Darstellung eines Lüftungskanalmoduls 100". Der
Modulkorpus 130 des Lüftungskanalmoduls 100" weist eine Quaderform 138 auf und weist
insbesondere eine annähernd rechtwinklige Außenform auf. An das Lüftungskanalmodul
100", insbesondere an den Modulkorpus 130, ist am Laibungsanschluss 110 eine Anschlussverlängerung
112 angeschlossen, die vorliegend drei über den Kanalquerschnitt AKQ in vertikalem
Abstand angeordnete Verstrebungen 160 aufweist. In Weiterbildungen ist es möglich,
dass alternativ oder zusätzlich der Modulkorpus 130 Verstrebungen aufweist. Das Lüftungskanalmodul
100" weist eine Modulhöhe 102 auf. Das Lüftungskanalmodul kann aus Kunststoff 180,
Blech 182 oder Holzfasern 184 gebildet sein, wobei auch eine Kombination dieser oder
anderer Materialien möglich ist. Das Lüftungskanalmodul 100" ist symmetrisch bezüglich
einer Spiegelebene SPE ausgebildet, wobei die Spiegelebene SPE horizontal auf der
Hälfte der Modulhöhe 102 angeordnet ist.
[0048] Das Lüftungskanalmodul 100" weist eine Modultiefe 104 auf, welche vorteilhaft relativ
gering ausgebildet ist, insbesondere eine halbe Klinkerbreite, beispielsweise 110
mm. Das Lüftungskanalmodul 100" weist eine Modulbreite 106 auf. Insbesondere setzt
sich die Modulbreite 106 aus einer Innenbereichsbreite 156 eines an die Modulinnenseite
135 angrenzenden Modulinnenbereichs 152, welche insbesondere gleich der Breite des
Kanalanschlusses 120 ist, und einer Modulkernbreite 107 zusammen. Die Innenbereichsbreite
156 ist insbesondere kleiner oder gleich 70 mm und kann vorteilhaft an die Breite
des Laibungskanals und/oder des Kanalanschlusses 120 angepasst werden. Die Modulkernbreite
107 kann insbesondere an den zu überbrückenden Versatz der Lüftungsführungsrichtung
angepasst werden und kann insbesondere 126 mm betragen. Innerhalb der Modulkernbreite
107 ist ein an die Modulaußenseite 134 angrenzender Modulaußenbereich 150 mit einer
Außenbereichsbreite 154 angeordnet. Der Laibungsanschluss 110 ist innerhalb des Modulaußenbereichs
150 an der Laibungsseite 137 des Lüftungskanalmoduls 100" angeordnet.
[0049] In Fig. 5 ist eine Weiterbildung eines Lüftungskanalmoduls 100'" gezeigt mit einem
Stabilisierungsblech 170. Vorliegend ist das Stabilisierungsblech 170 als Winkelblech
ausgebildet und oberhalb des Lüftungskanalmoduls 100"" an diesem anliegend angeordnet
derart, dass sich der horizontale Teil des Stabilisierungsblech 170 in eine Mörtellage
224 der als Klinkerwand 222 ausgebildeten Wandaußenschicht 220 erstreckt. Durch das
Stabilisierungsblech 170 können vorteilhaft Kräfte aus der Wandaußenschicht aufgenommen
und/oder verteilt werden und/oder eine mechanische Stärkung des Lüftungskanalmoduls
100'" erreicht werden. Vorteilhaft ist das Stabilisierungsblech 170 von der Laibungsoberfläche
214 nach innen in die Wandaußenschicht 220 versetzt und/oder von einer Blende 338
überdeckt, sodass es von außen nicht sichtbar ist.
[0050] In Fig. 6 ist eine weitere Weiterbildung eines Lüftungskanalmoduls 100"" im installierten
Zustand gezeigt, mit einem Modulkorpus 130', der eine Anschrägung 132 aufweist. Es
wird deutlich, dass in einer derartigen Weiterbildung die Wandaußenschicht 220, insbesondere
Klinkersteine einer Klinkerwand 222 ebenfalls lediglich angeschrägt werden brauchen,
wodurch - insbesondere im Gegensatz zu einem rechtwinkligen Ausklinken der Klinkerwand
- weniger Material aus der Wandaußenschicht entfernt werden muss. Auf diese Weise
wird die Wandaußenschicht vorteilhaft noch weniger strukturell geschwächt.
[0051] In Fig. 7A ist eine Weiterbildung einer Blende 338 in Form einer Umlenkblende 340
dargestellt. Die Umlenkblende 340 weist eine Anzahl von Umlenklamellen 342 auf, die
ausgebildet sind, den aus einem Laibungsanschluss 110 und/oder einer Anschlussverlängerung
112 austretenden Luftstrom abzulenken, insbesondere vom Gebäude weg zu lenken. Insbesondere
kann der austretende Luftstrom von einem in der Laibung verbauten Fenster weggelenkt
werden. Durch ein derartiges Ablenken wird vorteilhaft vermieden, dass ein an die
Blende angrenzender Bereich der Gebäudewand und/oder der Laibung und/oder eines in
der Laibung verbauten Bauteils wie Fenster 332 oder Tür, durch den austretenden Luftstrom
erwärmt und/oder befeuchtet wird. Somit werden durch eine Umlenkblende vorteilhaft
langfristige optische Beeinträchtigungen und/oder Schäden, insbesondere durch Feuchtigkeit,
vermieden. Die Umlenkblende 340 ist ausgebildet, an einen Laibungsanschluss 110 und/oder
an eine Anschlussverlängerung 112 angeschlossen zu werden. Fig. 7B zeigt eine Querschnittsansicht
der Umlenkblende 340 in einer Schnittebene SE. Vorliegend ist eine Anzahl von fünf
Umlenklamellen 342 sichtbar, die nebeneinander angeordnet sind und durch ihren gekrümmten
Querschnitt ausgebildet sind, die Luftführungsrichtung LFR eines aus einem Lüftungskanalmodul
100 austretenden Luftstroms zu verändern, insbesondere den Luftstrom vom Gebäude weg
zu lenken.
[0052] Die Figuren 8A, 8B und 8C zeigen eine weitere Weiterbildung eines Lüftungskanalmoduls
100"" mit einer Kanalanschlusssektion 122, die sich an den Kanalanschluss 120 anschließt.
Die Kanalanschlusssektion 122, die insbesondere nach der Montage des Lüftungskanalmoduls
100"" innerhalb einer nicht dargestellten Dämmschicht 230 angeordnet ist, weist vorliegend
vier Dämmhalteraufnahmen 127 auf, von denen zwei sichtbar sind. Eine Dämmhalteraufnahme
127 ist zur Aufnahme eines Dämmhalters 124 ausgebildet. Der im Wesentlichen schaftförmige
Dämmhalter 124 weist einen runden, scheibenförmigen Dämmhalterkopf 124.1 auf. Die
Dämmhalteraufnahme 127 ist derartig ausgebildet, dass sie im montierten Zustand des
Dämmhalters 124 sowohl den Dämmhalterkopf 124.1, als auch einen Dämmstopfen 126 bündig
aufnehmen kann, wie dies in Fig. 8A in der untenliegenden Dämmhalteraufnahme 127,
sowie in Fig. 8C dargestellt ist. Ein Dämmstopfen kann aus Styropor oder dergleichen
Dämmmaterial gebildet sein, insbesondere aus demselben Material wie ein Dämmmaterial
144 in der Dämmschicht 230 oder aus einem Material, das auch in der Kanalanschlusssektion
122 verwendet wird. In Fig. 8B ist das Lüftungskanalmodul 100"" in einer Schnittansicht
im Vormontagezustand dargestellt. Sichtbar ist ein Dämmhalter 124 sowie die Kanalanschlusssektion
122 mit einer ersten Dämmhalteraufnahme 127A, die zum Dämmhalter 124 gewandt ist,
sowie einer gegenüberliegenden zweiten Dämmhalteraufnahme 127B, die einer hier nicht
dargestellten Dämmschicht 230 zugewandt ist. In der zweiten Dämmhalteraufnahme 127B
ist weiterhin, zwischen der Kanalanschlusssektion 122 und dem Dämmstopfen 126, eine
Zwischenscheibe 126.1 angeordnet, die insbesondere der besseren Fixierung des Dämmhalters
124 im montierten Zustand dient. Die Zwischenscheibe 126.1 kann insbesondere aus einem
härteren Kunststoff gebildet sein. In Fig. 8C ist der Dämmhalter im montierten Zustand
gezeigt. Der Schaft des Dämmhalters 124 durchdringt dabei die Kanalanschlusssektion
122, die Zwischenscheibe 126.1 und den zur Dämmschicht 230 gewandten Dämmstopfen 126
und reicht weiter in die Dämmschicht 230, insbesondere in ein hier nicht dargestelltes
Dämmmaterial 144 hinein. Insbesondere kann das Lüftungskanalmodul 100"" durch einen
oder mehrere Dämmhalter 124 an einer Dämmschicht 230, insbesondere an einem Dämmmaterial
144 befestigt werden. Eine Dämmhalteraufnahme 127 hat den Vorteil, dass durch die
Aufnahme eines Dämmstopfens 126 Kälte- bzw. Wärmebrücken verringert und/oder vermieden
werden können. Eine oder mehrere Dämmhalteraufnahmen 127 können derart in der Kanalanschlusssektion
angeordnet sein, dass sie den luftführenden Teil, das heißt einen Strömungskanal 128
nicht schneiden, sodass der Dämmhalter 124 nicht in direkten Kontakt mit dem geführten
Luftstrom kommt. Insbesondere können eine oder mehrere Dämmhalteraufnahmen 127 in
einem oberen und/oder unteren Bereich der Kanalanschlusssektion 122 angeordnet sein.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 100, 100', 100", 100''', 100""
- Lüftungskanalmodul
- 102
- Modulhöhe
- 104
- Modultiefe
- 106
- Modulbreite
- 107
- Modulkernbreite
- 110
- Laibungsanschluss
- 112
- Anschlussverlängerung
- 114
- äußere Seitenwand der Anschlussverlängerung
- 116
- innere Seitenwand der Anschlussverlängerung
- 118
- Anschlusslänge
- 120
- Kanalanschluss
- 122
- Kanalanschlusssektion
- 124
- Dämmhalter
- 124.1
- Dämmhalterkopf
- 126
- Dämmstopfen
- 126.1
- Zwischenscheibe
- 127
- Dämmhalteraufnahme
- 127A, 127B
- erste, zweite Dämmhalteraufnahme
- 128
- Strömungskanal
- 130, 130'
- Modulkorpus
- 132
- Anschrägung
- 134
- Modulaußenseite
- 135
- Modulinnenseite
- 136
- Modulrückseite
- 137
- Laibungsseite
- 138
- Quaderform
- 140
- Laibungskanal
- 142
- Durchführungskanal
- 144
- Dämmmaterial
- 150
- Modulaußenbereich
- 152
- Modulinnenbereich
- 154
- Außenbereichsbreite
- 156
- Innenbereichsbreite
- 160
- Verstrebung
- 170
- Stabilisierungsblech
- 180
- Kunststoff
- 182
- Blech
- 184
- Holzfasern
- 200
- Lüftungsgerät
- 210
- Gebäudewand
- 212
- Laibung
- 214
- Laibungsoberfläche
- 216
- Laibungsinnenraum
- 220
- Wandaußenschicht
- 222
- Klinkerwand
- 224
- Mörtellage
- 226
- Luftschicht
- 228
- Luftschichtbreite
- 230
- Dämmschicht
- 240
- Wandinnenschicht
- 300
- Gebäude
- 310
- Außenseite des Gebäudes
- 312
- Wanddurchführung
- 320
- Innenseite des Gebäudes
- 332
- Fenster
- 334
- Rollladenschiene
- 336
- Dichtmittelfuge
- 338
- Blende
- 340
- Umlenkblende
- 342
- Umlenklamelle
- 1000
- Lüftungssystem
- AKQ
- Kanalquerschnitt
- KB
- Klinkerbreite
- KH
- Klinkerhöhe
- KL
- Klinkerlänge
- LFR
- Lüftungsführungsrichtung
- LRZ
- Laibungsrandzone
- SE
- Schnittebene
- SPE
- Spiegelebene
- WSA
- äußere Wandstärke
- WSI
- innere Wandstärke
- ZA
- Zonenabstand
1. Lüftungskanalmodul (100) für einen Laibungskanal (140), zum Einbau in eine Gebäudewand
(210) mit einer Laibung (212), aufweisend einen Strömungskanal (128), der einen Laibungsanschluss
(110) und einen Kanalanschluss (120) in einer Luftführungsrichtung (LFR) luftführend
miteinander verbindet,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Laibungsanschluss (110) auf einer Laibungsseite (137), die der Laibung (212)
zugewandt ist, innerhalb eines Modulaußenbereichs (150) angeordnet ist, der an eine
Modulaußenseite (134) angrenzt, die einer Außenseite (310) der Gebäudewand (210) zugewandt
ist, wobei
- das Lüftungskanalmodul (100) zwischen dem Laibungsanschluss (110) und dem Kanalanschluss
(120) wenigstens einen Versatzbereich (190) aufweist, in der die Luftführungsrichtung
(LFR) normal zur Gebäudewand (210) versetzt wird.
2. Lüftungskanalmodul (100) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Kanalanschluss (120) innerhalb eines Modulinnenbereichs (152) angeordnet ist,
der an eine Modulinnenseite (135) angrenzt, die der Modulaußenseite (134) gegenüberliegt,
wobei
- der Kanalanschluss (120) auf einer der Laibungsseite (137) gegenüberliegenden Modulrückseite
(136) oder auf der Modulinnenseite (135) angeordnet ist.
3. Lüftungskanalmodul (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Lüftungskanalmodul (100) eine Modultiefe (104) aufweist, die kleiner oder gleich
120 mm, besonders bevorzugt kleiner oder gleich 110 mm ist, wobei sich die Modultiefe
(104) senkrecht zur Laibungsseite (137) zwischen der Laibungsseite (137) und einer
gegenüberliegenden Modulrückseite (136) erstreckt.
4. Lüftungskanalmodul (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Außenbereichsbreite (154) des Modulaußenbereichs (150) die Hälfte, bevorzugt
ein Drittel, einer Modulbreite (106) beträgt, wobei sich die Modulbreite (106) parallel
zur Laibungsseite (137) zwischen der Modulaußenseite (134) und der Modulinnenseite
(135) erstreckt.
5. Lüftungskanalmodul (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Innenbereichsbreite (156) des Modulinnenbereichs (152) die Hälfte, bevorzugt
ein Drittel, einer Modulbreite (106) beträgt.
6. Lüftungskanalmodul (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungskanal (128) in einem Kanalwinkel (WK) zur Laibungsseite (137) verläuft,
der kleiner oder gleich 45° ist.
7. Lüftungskanalmodul (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Strömungskanal (128) einen vertikal länglichen Kanalquerschnitt (AKQ) aufweist,
insbesondere ein Höhe-zu-Breite-Verhältnis von mindestens 8 zu 1.
8. Lüftungskanalmodul (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Laibungsanschluss (110) eine sich normal zur Laibungsseite (137) und/oder normal
zur Laibungsoberfläche (214) erstreckende Anschlussverlängerung (112) aufweist, insbesondere
mit einer Anschlusslänge (118) kleiner oder gleich 120 mm.
9. Lüftungskanalmodul (100) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlussverlängerung (112) eine zur Außenseite (310) der Gebäudewand (210) gerichtete,
äußere Seitenwand (114) mit einer äußeren Wandstärke (WSA) und eine gegenüberliegende
innere Seitenwand (116) mit einer inneren Wandstärke (WSI) aufweist, wobei die innere
Wandstärke (WSI) größer ist als die äußere Wandstärke (WSA).
10. Lüftungskanalmodul (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lüftungskanalmodul (100) und/oder die Anschlussverlängerung (112) gebildet ist
aus mindestens einem der folgenden Materialien: Kunststoff (180), Blech (182), Holzfasern
(184).
11. Lüftungskanalmodul (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens eine Verstrebung (160), die innerhalb des Strömungskanals (128) und/oder
der Anschlussverlängerung (112) angeordnet ist.
12. Lüftungskanalmodul (100) nach einem der vorherigen Ansprüche,
gekennzeichnet durch mindestens ein Stabilisierungsblech (170) zur Aufnahme in eine Mörtellage (224) einer
Wandaußenschicht (220) der Gebäudewand (210), wobei
- die Wandaußenschicht (220) eine zur Außenseite (310) der Gebäudewand (210) gerichtete
Schicht der Gebäudewand (210) ist, und
- das Stabilisierungsblech (170) an dem Lüftungskanalmodul (100) befestigt ist oder
an dem Lüftungskanalmodul (100) anliegt, insbesondere aufliegt.
13. Lüftungskanalmodul (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lüftungskanalmodul (100) symmetrisch zu einer horizontal in der Mitte des Lüftungskanalmoduls
(100) liegenden Spiegelebene (SPE) ausgebildet ist.
14. Lüftungskanalmodul (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lüftungskanalmodul (100), insbesondere ein Modulkorpus (130) des Lüftungskanalmoduls
(100), eine Quaderform (138) aufweist.
15. Lüftungskanalmodul (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Modulkorpus (130) eine Anschrägung (132) aufweist, die zwischen der Modulaußenseite
(134) und einer der Laibungsseite (137) gegenüberliegenden Modulrückseite (136) angeordnet
ist.
16. Lüftungskanalmodul (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lüftungskanalmodul (100) eine Modulhöhe (102) aufweist, die ein Vielfaches einer
Klinkerhöhe (KH) beträgt und/oder einer Summe von einer Klinkerhöhe (KH) und einer
Mörtellage beträgt.
17. Lüftungskanalmodul (100) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lüftungskanalmodul (100) eine Blende (338), insbesondere eine Umlenkblende (340)
mit mindestens einer Umlenklamelle (342), aufweist.
18. Lüftungssystem (1000) aufweisend
- ein Lüftungskanalmodul (100) nach einem der vorherigen Ansprüche zum Einbau in eine
Gebäudewand (210),
- ein Lüftungsgerät (200), und
- einen Laibungskanal (140), der das Lüftungskanalmodul (100) und das Lüftungsgerät
(200) luftführend verbindet und insbesondere in einer Dämmschicht (230) angeordnet
ist, wobei die Dämmschicht (230) zwischen einer Wandaußenschicht (220) und einer Wandinnenschicht
(240) liegt.
19. Gebäudewand (210) mit einer Laibung (212) aufweisend eine Wandaußenschicht (220),
insbesondere Klinkerwand (222), und eine Dämmschicht (230) mit einem Lüftungskanalmodul
(100) nach einem der Ansprüche 1 bis 17 und/oder einem Lüftungssystem (1000) nach
Anspruch 18, wobei insbesondere
- das Lüftungskanalmodul (100) innerhalb einer Laibungsrandzone (LRZ) angeordnet ist,
wobei die Laibungsrandzone (LRZ) parallel zur Laibungsoberfläche (214) um einen Zonenabstand
(ZA) in die Gebäudewand (210) versetzt ist.