[0001] Die Erfindung betrifft ein Laserwaffensystem mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Patentanspruchs 1.
[0002] Ein solches Laserwaffensystem ist z.B. in der
DE10 2018 100 891 A1 gezeigt. Mittels einer Plattform wird das Laserwaffensystem auf Gebäuden, Fahrzeugen,
Schiffen oder Flugzeugen positioniert. In einem auf der Plattform angeordneten Gehäuse
ist eine Laserquelle angeordnet. Für Laserwaffensysteme werden Hochenergielaser verwendet.
Bekannte Laserquellen sind z.B. Gaslaser, Festkörperlaser, Diodenlaser oder Faserlaser.
Das Gehäuse schützt die Laserquelle und weitere Bauteile vor äußeren Einflüssen, welche
dazu in seinem Inneren angeordnet sind. Die von der Laserquelle erzeugten Laserstrahlen
werden von einem Strahlführungssystem zu und durch eine Richteinheit gelenkt, durch
welche die Laserstrahlen das Laserwaffensystem wieder verlassen. Das Strahlführungssystem
weist verschiedene optische Vorrichtungen wie Linsen und Spiegel auf, welche ebenfalls
zum Schutz vor äußeren Einflüssen in dem Gehäuse angeordnet sind. Die Richteinheit
dient dazu, die Laserstrahlen auf das zu neutralisierende Ziel zu richten. Die Richteinheit
ist beweglich an dem Gehäuse angeordnet, um das Ziel anvisieren zu können. Die Laserstrahlen
verlassen die Richteinheit durch ein Abschlussfenster. Dieses Abschlussfenster lässt
den Laserstrahl nach außen passieren und verhindert, dass Fremdkörper und Verschmutzungen
in das Innere der Richteinheit und somit auch des Gehäuses eindringen können. Solche
Fremdkörper oder Verschmutzungen können die Funktion des Waffensystems beeinträchtigen.
[0003] Das Abschlussfenster ist als durchsichtige Scheibe oder Linse ausgeführt und ist
im Einsatz äußeren Einflüssen ausgesetzt. Dies können z.B. Verschmutzungen oder mechanische
Beschädigungen sein. Solche mechanischen Beschädigungen werden bei mobiler Anwendung
durch Äste, Büsche oder andere Umwelteinflüsse ausgelöst. Verschmutzungen und mechanische
Beschädigungen führen zu einer Verringerung der Austrittsleistung und zu Ungenauigkeiten
bei der Ausrichtung des Laserstrahls.
[0004] Darüber hinaus ist es bei den bekannten Laserwaffensystemen denkbar, dass bei einer
Fehlfunktion bzw. einem Defekt der Laserstrahl ungewollt die Richteinheit verlässt.
Dabei können Personen oder Gegenstände ohne Absicht verletzt bzw. beschädigt werden.
[0005] Es ist somit die Aufgabe der Erfindung Personen und Gegenstände vor Laserstrahlen
zu schützen, welche aufgrund einer Fehlfunktion das Laserwaffensystem unkontrolliert
verlassen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Laserwaffensystem mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst, indem die Richteinheit in einer Parkposition anordenbar ist, in welcher
die Austrittsöffnung auf ein unterhalb der Richteinheit angeordnetes Schild ausgerichtet
ist.
[0007] Wenn das Laserwaffensystem nicht im Einsatz ist, wird die Richteinheit in die Parkposition
gefahren und sollte das Laserwaffensystem dann unerwünscht auslösen, besteht keine
Gefahr, dass Schäden bei Personen oder Gegenständen entstehen. Der Bereich zwischen
der Richteinheit und dem Schild ist dabei so klein ausgeführt, dass kein Platz zum
Eindringen für Personen oder nennenswert große Gegenstände in den Bereich ist und
ferner die Gefahr eines seitlichen Entweichens des Laserstrahles minimiert ist. Zusätzlich
wird die Austrittsöffnung in der Parkposition vor äußeren Einflüssen geschützt. Äste,
Büsche oder Regen können die Austrittsöffnung kaum bzw. gar nicht erreichen.
[0008] Potentielle Ziele des Laserwaffensystems sind nicht unterhalb der Richteinheit angeordnet.
Der Schild führt somit nicht zu einer Einschränkung eines Aktionsbereiches des Laserwaffensystems.
Es können wie gewünscht alle potentiellen Ziele anvisiert und neutralisiert werden.
[0009] Ein solcher Schutzmechanismus ist konstruktiv besonders einfach umsetzbar, da die
entsprechenden Mechaniken zur Bewegung der Richteinheit auch für den regulären Einsatz
das Laserwaffensystem notwendig sind. Hier dienen sie dazu, das Laserwaffensystem
auf ein Ziel auszurichten. Es sind also keine zusätzlichen Bauteile notwendig, um
die Richteinheit in die Parkposition zu führen.
[0010] In der
WO 97/11400 A1 ist ein Teleskop zur Himmelsbeobachtung offenbart, welches in eine Verschlussposition
führbar ist. Solche Teleskope dienen lediglich der Messung von optischen Strahlen
aber keinesfalls zu deren Emittierung, wie das bei einem Laserwaffensystem der Fall
ist. Weiterhin handelt es sich bei solchen Teleskopen im Allgemeinen um stationäre
Einrichtungen, welche gar nicht oder nur mit großem Aufwand an einen anderen Ort gebracht
werden können. Das erfindungsgemäße Laserwaffensystem soll auch auf Fahrzeugen, Schiffen
oder Flugzeugen mobil zum Einsatz kommen.
[0011] Bevorzugterweise ist innerhalb der Austrittsöffnung ein Glaskörper angeordnet. Solch
ein Glaskörper ist zum Beispiel als durchsichtige Scheibe oder Linse ausgeführt. Als
Material sind alle solchen Materialien denkbar, welche die von dem Laserwaffensystem
zu emittierenden Laserstrahlen passieren lassen. Die Scheibe oder Linse schützt das
Innere des Laserwaffensystems vor Verschmutzungen und Beschädigungen. Im Inneren der
Richteinheit bzw. des Gehäuses wären solche Verschmutzungen besonders schwierig zu
entfernen. Weiterhin ist der Glaskörper robuster gegenüber mechanischen Störquellen
ausführbar, als die innerhalb des Laserwaffensystems angeordneten Bauteile.
[0012] Vorteilhafterweise ist eine Oberfläche des Schildes derart an eine Oberfläche der
Richteinheit angepasst, dass sich in der Parkposition zwischen der Richteinheit und
dem Schild ein Spalt konstanter Höhe ausbildet. Neben einer weiteren Verbesserung
des Schutzes von Personen und Gegenständen vor dem Laserwaffensystem, wird durch dieses
Merkmal insbesondere der Schutz der Austrittsöffnung bzw. des Glaskörpers vor äußeren
Störfaktoren verbessert. Diese Störfaktoren müssen zunächst den Spalt passieren. Einer
Vielzahl von Störfaktoren ist dies nicht möglich und sie prallen am Schild oder einer
Schutzhülle der Richteinheit ab, ohne Schaden an dem Laserwaffensystem und insbesondere
dem Glaskörper zu verursachen. Ein Spalt konstanter Höhe ist besonders gut für den
Einsatz einer Dichtung geeignet.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die der Richteinheit zugewandte
Oberfläche des Schildes konkav ausgeführt. So ist die Richteinheit in die Parkposition
schwenkbar ohne mit dem Schild zu kollidieren. Die Schwenkbewegung erfolgt z.B. durch
Rotation um eine feststehende Achse. Trotz dieser Rotationsbewegung ist ein konstanter
Spalt zwischen Schild und Richteinheit ausbildbar. Die Richteinheit wird üblicherweise
zum Zielen ebenfalls rotatorisch bewegt. Es ist also keine zusätzliche Mechanik notwendig,
um die Richteinheit in die Parkposition zu führen. Die Mechaniken zur Rotationsbewegung
sind besonders einfach ausführbar und führen trotzdem zu einer hohen Zielgenauigkeit.
[0014] Bevorzugterweise weist der Schild eine Opferscheibe zur Aufnahme der Energie des
Laserstrahls auf. In der Parkposition des Laserwaffensystems kann der Laserstrahl
auf die Opferscheibe auftreffen. Diese ist derart konstruiert, dass sie dem Laserstrahl
möglichst lange standhält. Sie nimmt dabei die Energie des Laserstrahls auf und wandelt
diese in andere Energieformen wie zum Beispiel Wärme um. Dies funktioniert eine gewisse
Zeit, ohne dass weitere Bauteile außer der Opferscheibe beeinträchtigt werden. Diese
Zeit dient dazu, Fehler an dem Laserwaffensystem zu beheben und insbesondere die Emittierung
des Laserstrahls zu stoppen. Materialien, die in einer Opferplatte zum Einsatz kommen
können, sind z.B. in
EP 2 164 709 B1 gezeigt. Hier sind kohlenstoffbasierte Materialien offenbart, mittels welcher die
Energie von Laserstrahlen in Wärme umwandelbar ist.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Opferscheibe mittels einer
Wasserkühlung kühlbar. Mittels der Wasserkühlung ist die in der Opferplatte generierte
Wärme abführbar. So kann die Opferplatte der Bestrahlung des Laserstrahls länger standhalten
und es bleibt mehr Zeit, um einen Fehler in dem Laserwaffensystem zu beheben und den
Laserstrahl abzuschalten. Eine solche Opferplatte inklusive einer Kühlung ist z.B.
in der
DE 10 2013 107 365 B4 gezeigt und dient hier dazu, ein gepanzertes Fahrzeug vor Laserbeschuss zu schützen.
Die in der
DE 10 2013 107 365 B4 gezeigte Opferplatte eines gepanzerten Fahrzeuges ist mit entsprechenden Anpassungen
in dem Schild des Laserwaffensystems einsetzbar.
[0016] Vorteilhafterweise dichtet in der Parkposition eine kragenförmige Membran den Spalt
zwischen der Richteinheit und dem Schild ab, wobei die Membran die Austrittsöffnung
komplett umschließt. Diese Membran dient der Abdichtung des Spaltes zwischen der Richteinheit
und dem Schild. Durch einen Spalt sind noch bestimmte Anteile des Laserstrahls in
die Umgebung abstrahlbar. Dies ist aus den bereits genannten Sicherheitsaspekten nicht
erwünscht. Mittels der Membran wird der Anteil an austretender Laserstrahlung weiter
verringert. Außerdem werden auch kleine Partikel wie z.B. Staub effektiver daran gehindert,
das Laserwaffensystem an relevanten Stellen zu verschmutzen. Die kragenförmige Membran
kann als Schlauch bzw. als Schlauchring ausgeführt sein. Im Schild ist eine Druckluftzufuhr
angeordnet, mittels welcher der zur Umgebung erhöhte Druck innerhalb der schlauchförmigen
Membran erzeugt wird.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist zwischen dem Glaskörper, dem
Schild und der kragenförmigen Membran ein Hohlraum ausgebildet, wobei dieser Hohlraum
mit einem Überdruck beaufschlagbar ist. Dies führt zu einer weiteren Verbesserung
der Abdichtung des Spaltes zwischen der Richteinheit und dem Schild. Durch den Überdruck
wird die Membran an die Dichtflächen gepresst, was zu der besagten Verbesserung der
Abdichtung führt. Der Überdruck sorgt ebenfalls dafür, dass Staub nicht in den Hohlraum
eindringen kann, da durch Leckagestellen aufgrund des Überdrucks nichts in den Hohlraum
eindringen kann. Die Dichtflächen entstehen zwischen der Membran und dem Schild und
zwischen der Membran und der Richteinheit.
[0018] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist das Laserwaffensystem
eine Reinigungseinheit auf, wobei die Richteinheit in einer Reinigungsposition anordenbar
ist, in welcher der Glaskörper mittels der Reinigungseinheit säuberbar ist. In der
Reinigungsposition sind keine Hindernisse zwischen dem Glaskörper und der Reinigungseinheit
angeordnet, so dass eine problemlose Reinigung möglich ist. Insbesondere der Schild
steht einer Reinigung des Glaskörpers in der Reinigungsposition nicht im Wege. Der
Glaskörper kann in der Reinigungsposition der Richteinheit an einer jeden Seite neben
dem Schild angeordnet sein. Eine Reinigung kann notwendig sein, da der Glaskörper
in einer Gefechtsposition relativ ungeschützt gegenüber äußeren Einflüssen ist. Insbesondere
Staub der durch die Luft fliegt, lagert sich auf dem Glaskörper ab. Unter Umständen
wird der Staub durch das Fahrzeug selbst aufgewirbelt, auf welchem das Laserwaffensystem
befestigt sein könnte. Durch die Reinigung ist das Laserwaffensystem im Anschluss
wieder voll einsatzfähig.
[0019] Bevorzugterweise sind die Parkposition und die Reinigungsposition der Richteinheit
angrenzend zueinander angeordnet. Wie oben bereits festgestellt wurde, sind potentielle
Ziele des Laserwaffensystems nicht unterhalb der Richteinheit angeordnet. Der Bereich,
in welchem keine potentiellen Ziele sind, beschränkt nicht nur auf den Bereich, auf
welchen die Richteinheit in der Parkposition ausgerichtet ist, sondern er erstreckt
sich über einen größeren Bereich. Da die Parkposition zentral in diesem Bereich keiner
potentiellen Ziele angeordnet ist, ist durch eine angrenzend an die Parkposition angeordnete
Reinigungsposition sichergestellt, dass auch aufgrund dieser Reinigungsposition der
Aktionsbereich des Laserwaffensystems nicht eingeschränkt wird. Es können weiterhin
wie gewünscht alle potentiellen Ziele anvisiert und neutralisiert werden.
[0020] Üblicherweise ist das Gehäuse des Laserwaffensystems auf einer feststehenden Plattform
angeordnet. Aufgrund der benachbarten Anordnung von Reinigungsposition und Parkposition
ist es möglich, die Reinigungseinheit auf der feststehenden Plattform und nicht an
der beweglichen Richteinheit anzuordnen. Dies vereinfacht die Versorgung der Reinigungseinheit
mit notwendigen Betriebsstoffen wie z.B. Strom oder Wasser. Weiterhin kann die Richteinheit
besonders leicht ausgeführt werden, da die Reinigungseinheit nicht an ihr angeordnet
ist. Das verbessert die Zielgenauigkeit und Schnelligkeit, mit welcher ein Ziel anvisierbar
ist.
[0021] Vorteilhafterweise weist die Reinigungseinheit eine Düse auf, mittels welcher ein
Fluidstrahl bestehend aus einem Reinigungsfluid auf den Glaskörper richtbar ist. Mittels
des Fluidstrahls ist eine besonders schnelle und gründliche Reinigung des Glaskörpers
umsetzbar. Weiterhin sind notwendige Bauteile kostengünstig zu beschaffen. Die Reinigung
erfolgt besonders schonend ohne Kratzer auf der Scheibe oder Linse zu hinterlassen,
wie das bei einer mechanischen Reinigung der Fall wäre.
[0022] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist die Düse an einer Teleskopmechanik
angeordnet, mittels welcher der Abstand zwischen der Düse und dem Glaskörper veränderbar
ist. Mittels der Teleskopmechanik kann die Düse nah an die zu reinigende durchsichtige
Scheibe oder Linse gebracht werden. Mit geringerem Fluiddruck ist somit das gewünschte
Reinigungsergebnis erreichbar. Weiterhin ist die Gefahr, dass Reinigungsfluid an der
zu reinigenden Fläche vorbeiströmt deutlich geringer. Um die Bewegungsfreiheit des
Gehäuses und der Richteinheit nicht einzuschränken, wird die Teleskopmechanik nach
einer Reinigung der Scheibe oder Linse wieder eingefahren. Eine ähnliche Teleskopmechanik
ist aus der
DE 3518685 C1 bekannt. Hier dient sie dazu, eine Düse zur Reinigung eines Autoscheinwerfers in
eine Reinigungsposition zu bringen. Diese Reinigungsposition bei der Vorrichtung aus
der
DE 3518685 C1 ist weiter von dem Autoscheinwerfer entfernt als eine Ruheposition, aber erst in
der Reinigungsposition ist ein Fluidstrahl auf den Scheinwerfer richtbar. Die Teleskopmechanik
wird durch den Druck des Reinigungsfluides bis zu einem Anschlag ausgefahren und im
Folgenden wird durch den Fluiddruck ein Ventil geöffnet und das Reinigungsfluid wird
auf den Scheinwerfer gesprüht. Mittels einer Feder wird nach der Reinigung und bei
einem Druckabfall die Teleskopmechanik zurückgeführt.
[0023] Vorteilhafterweise ist die Düse als Fächerdüse ausgeführt ist. Bei Fächerdüsen wird
der Fluidstrahl aus mehreren Einzelstrahlen gebildet. Die Fächerdüse weist zur Erzeugung
dieser Einzelstrahlen mehrere in einer Reihe angeordnete Düsenöffnungen auf. Mittels
Fächerdüsen ist eine große Fläche in kurzer Zeit reinigbar. Die Zeit, welche zur Reinigung
der Scheibe oder Linse benötigt wird ist somit geringer als mit einfachen Düsen. Trotzdem
bleibt der Druck, mittels welchem die Düse betrieben werden muss in einem akzeptablen
Bereich.
[0024] Besonders bevorzugt ist das Reinigungsfluid als Flüssigkeit ausgebildet, wobei ein
Ultraschallgenerator Teil der Reinigungseinheit ist, wobei mittels des Ultraschallgenerators
die Flüssigkeit mit Ultraschall beaufschlagbar ist. Der eingebrachte Ultraschall verbessert
das Reinigungsergebnis weiter. Die zusätzliche Ultraschallenergie wirkt insbesondere
an den Schmutzpartikeln und löst diese von dem Glaskörper. In der
DE 10 2014 100 674 A1 ist eine Reinigungsdüse in Kombination mit einem Ultraschallerzeuger offenbart. Der
Einsatz erfolgt zur Reinigung verschiedener Oberflächen eines Automobils. Ein Teil
der versprühten Flüssigkeit wird mittels eines Reflektors vor die Düse zurückgeführt
um sicherzustellen, dass am dort positionierten Ultraschallgenerator genügend Flüssigkeit
anliegt.
[0025] Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, die Erfindung auszugestalten und weiterzubilden.
Es darf zunächst auf die dem Patentanspruch 1 nachgeordneten Patentansprüche verwiesen
werden. Im Folgenden wird nun eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung anhand der
Zeichnung und der dazugehörigen Beschreibung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig.1
- schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel des Laserwaffensystems in einer Parkposition
in einer Seitenansicht,
- Fig.2
- schematisch das erste Ausführungsbeispiel des Laserwaffensystems in einer Reinigungsposition
in einer Seitenansicht,
- Fig.3
- schematisch das erste Ausführungsbeispiel des Laserwaffensystems in einer Gefechtsposition
in einer Seitenansicht,
- Fig.4
- schematisch das erste Ausführungsbeispiel des Laserwaffensystems in einer Gefechtsposition
in einer Draufsicht,
- Fig.5
- schematisch ein Detail des ersten Ausführungsbeispiels des Laserwaffensystems in einer
Parkposition in einer Seitenansicht,
- Fig.6
- schematisch ein Detail eines zweiten Ausführungsbeispiels des Laserwaffensystems in
einer Parkposition in einer Seitenansicht und
- Fig.7
- schematisch eine Reinigungseinheit eines Laserwaffensystems in einer Seitenansicht
[0026] In Fig.1 ist schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel des Laserwaffensystems 1
in einer Parkposition 11 in einer Seitenansicht gezeigt. Mittels einer Plattform 2
ist das Laserwaffensystem 1 z. B. an einem Fahrzeug, einem Flugzeug, einem Schiff
oder einem Gebäude anordenbar. Auf der Plattform 2 befindet sich ein Tisch 3. Dieser
Tisch 3 ist kreisförmig ausgeführt und rotierbar auf der Plattform 2 angeordnet. Mittels
dieser Rotation ist ein Azimutwinkel des Laserwaffensystems 1 einstellbar. Auf dem
Tisch 3 befindet sich ein Gehäuse 4, in welchem unter anderem eine hier nicht gezeigte
Laserquelle 5 angeordnet ist. In alternativer Ausgestaltung kann die Laserquelle unterhalb
des Tisches angeordnet sein. Mittels dieser Laserquelle 5 ist ein Laserstrahl 10 erzeugbar.
Bei Einsatz des Laserwaffensystems 1 verlässt der Laserstrahl 10 das Laserwaffensystem
1 über eine Richteinheit 6. Dazu weist die Richteinheit 6 eine Austrittsöffnung 7
auf. Innerhalb dieser Austrittsöffnung 7 ist ein Glaskörper 8 angeordnet, welcher
vom Laserstrahl 10 passierbar ist. In allen weiteren Bereichen wird ein Hülle der
Richteinheit 6 aus einem anderen z.B. metallischen Werkstoff gebildet, welcher für
den Laserstrahl 10 unpassierbar ist. Es ist auch denkbar die Richteinheit 6 ohne Glaskörper
8 auszuführen, dann bestünde aber die Möglichkeit, dass Verunreinigungen durch die
Austrittsöffnung 7 in das Innere der Richteinheit 6 und des Gehäuses 4 gelangen. Der
Glaskörper 8 wird durch eine durchsichtige Scheibe oder Linse gebildet. Als Material
für die Scheibe oder Linse können neben Glas auch weitere Materialien zum Einsatz
kommen, welche den Laserstrahl 10 passieren lassen.
[0027] In Fig.1 ist die Richteinheit 6 in der Parkposition 11 gezeigt. Normalerweise wird
in dieser Parkposition 11 kein Laserstrahl 10 emittiert. Der gezeigte Laserstrahl
10 wird aufgrund einer Fehlfunktion nach unten abgestrahlt. Unterhalb der Richteinheit
6 befindet sich ein Schild 12, auf welches der fehlerhaft emittierte Laserstrahl 10
auftrifft. So ist sichergestellt, dass keine Personen oder Gegenstände in der Umgebung
des Laserwaffensystems 1 von dem Laserstrahl 10 verletzt oder beschädigt werden. Zwischen
der Richteinheit 6 und dem Schild 12 bildet sich ein lediglich kleiner Spalt 13 aus.
Nur ein sehr geringer Anteil des Laserstrahls 10 bzw. seiner Reflexionen tritt aus
diesem Spalt 13 aus. Dieser Anteil ist so gering, dass keine Gefahr für die besagten
Personen oder Gegenstände besteht.
[0028] Mittels einer Rotation der Richteinheit 6 ist diese in die Parkposition 11, eine
Reinigungsposition 19 oder eine Gefechtsposition 9 schwenkbar. Der Schild 12 ist derart
ausgeführt bzw. angeordnet, dass die Richteinheit 6 dabei nicht mit dem Schild 12
kollidiert. Der Schild 12 ist konkav ausgeführt. Aufgrund der Rotationsbewegung der
Richteinheit 6 und der konkaven Ausführung des Schildes 12 wird die Richteinheit 6
mit konstantem Abstand an dem Schild 12 vorbeigeführt, zum Beispiel wenn die Richteinheit
6 von der Gefechtsposition 9 in die Parkposition 11 geschwenkt wird. Die Richteinheit
6 weist auf der Seite, welche in der Parkposition 11 dem Schild 12 zugewandt ist,
eine konvexe Kontur auf. Dies führt dazu, dass der sich zwischen Richteinheit 6 und
Schild 12 ausbildende Spalt 13 eine konstante Höhe aufweist. Dieser Umstand führt
zu einer weiteren Verminderung potentiell aus dem Spalt 13 austretender Laserstrahlung.
[0029] Der Schild 12 ist dafür ausgelegt, die Energie des Laserstrahls 10 zumindest für
eine gewisse Zeit aufzunehmen, ohne Schaden zu nehmen. Diese Zeit dient dazu, den
Fehler im Laserwaffensystem 1 zu beseitigen und die Laserquelle 5 abzuschalten. Um
die Energie des Laserstrahls 10 aufnehmen zu können, weist der Schild 12 in dem Bereich,
in welchem der Laserstrahl 10 auf dem Schild 12 auftrifft, eine Opferscheibe 14 auf.
Die Opferscheibe 14 ist somit der Richteinheit 6 zugewandt. Die Opferscheibe 14 besteht
aus einem besonders widerstandsfähigen Material in Bezug auf die Lasereinstrahlung.
Weiterhin ist die Opferscheibe 14 gekühlt ausgeführt. Dazu weist das Laserwaffensystem
1 eine Wasserkühlung 15 auf, deren Kühlwendel durch die Opferscheibe 14 hindurchlaufen.
So wird ein Großteil der Energie des Laserstrahls 10 abgeführt, so dass er zu keinem
Schaden an der Opferscheibe 14 oder dem Schild 12 führt. Im Sinne der Erfindung sind
auch andere Kühlmechanismen des Schildes 12 bzw. der Opferscheibe 14 denkbar, wie
z.B. ein Besprühen mit Kühlflüssigkeit von außen oder von einer dem Laserstrahl 10
abgewandten Seite.
[0030] Eine Reinigungseinheit 20 weist einen mit Reinigungsfluid 23 gefüllten Fluidtank
24, sowie eine an einer Teleskopmechanik 22 befestigte Düse 21 auf. Näheres zur Funktion
dieser Reinigungseinheit 20 wird im Anschluss mit Bezug zu Fig.2 beschrieben.
[0031] Fig.2 zeigt schematisch das erste Ausführungsbeispiel des Laserwaffensystems 1 in
einer Reinigungsposition 19 in einer Seitenansicht. Es werden die gleichen Bezugszeichen
wie zu Fig.1 verwendet. Da sich Fig.1 und Fig.2 in weiten Teilen gleichen, wird im
Folgenden insbesondere auf die Unterschiede eingegangen.
[0032] Die Richteinheit 6 befindet sich in der Reinigungsposition 19, welche angrenzend
zur Parkposition 11 angeordnet ist und welche dadurch charakterisiert ist, dass der
Glaskörper 8 zur Düse 21 hin nicht von dem Schild 12 oder weiteren Bauteilen verdeckt
wird. Ein Fluidstrahl 25 aus Reinigungsfluid 23 wird von der Düse 21 auf den Glaskörper
8 gesprüht, wodurch dieser gereinigt wird. Das Reinigungsfluid 23 wird mittels des
Fluidtanks 24 bereitgestellt und mittels hier nicht gezeigter Leitungen und Fördereinrichtungen
der Düse 21 unter Druck zugeführt. Der Fluidtank 24, die Teleskopmechanik 22 und somit
auch die Düse 21 sind an der feststehenden Plattform 2 angeordnet. Dies ermöglicht
eine sehr einfache Verbindung dieser Elemente, da die dazu verwendeten Rohrleitungen
oder Schläuche nicht den Drehbewegungen des Tisches 3 oder der Richteinheit 6 ausgesetzt
sind, wie das bei einer Anordnung der Düse 21 an der Richteinheit 6 neben dem Glaskörper
8 der Fall wäre.
[0033] Die Teleskopmechanik 22 ist in dieser Reinigungsposition 19 ausgefahren, so dass
die Düse 21 nahe des Glaskörpers 8 positioniert ist. Das vereinfacht die Reinigung
enorm. Es ist weniger Druck nötig, um den Fluidstrahl 25 von der Düse 21 bis zum Glaskörper
8 zu befördern und des Weiteren ist weniger Aufwand notwendig um sicherzustellen,
dass der Fluidstrahl 25 den Glaskörper 8 trifft und nicht an ihm vorbeiströmt. In
dieser ausgefahrenen Position steht die Teleskopmechanik 22 aber dem Schild 12 bei
einer Drehung des Tisches 3 im Wege. Deswegen wird die Teleskopmechanik 22 nach dem
Reinigungsvorgang wieder eingefahren und eine Drehung des Tisches 3 zum Anvisieren
eines Zieles ist problemlos möglich.
[0034] Für eine bedarfsorientierte Reinigung ist optional zumindest ein Sensor Teil des
Laserwaffensystems 1, mittels welchem der Zustand des Glaskörpers 8 überwacht wird.
Wird mittels dieses Sensors eine Verschmutzung des Glaskörpers 8 detektiert, so wird
im Anschluss mittels einer Steuereinrichtung der Reinigungsvorgang eingeleitet. Das
garantiert ein jederzeit voll einsatzfähiges Laserwaffensystem 1 ohne unnötigerweise
Reinigungsfluid 23 zu verbrauchen.
[0035] Eine ähnliche Ansteuerung einer Düse ist aus der
DE 10 2011 121 312 A1 bekannt. Düse und Steuereinrichtung sind hier Teil einer Scheinwerferreinigungsanlage.
Es wird mittels eines Lichtsensors geprüft, ob das vom Scheinwerfer ausgestrahlte
Licht die richtige Lichtstärke aufweist. Ist sie zu gering, wird von einer Verschmutzung
des Scheinwerfers ausgegangen und eine Reinigung des Scheinwerfers wird mittels der
Steuereinrichtung initiiert. Mit entsprechenden Anpassungen ist ein solches System
auch in dem hier beschriebenen Laserwaffensystem 1 einsetzbar.
[0036] Als Reinigungsfluid 23 kommt vorzugsweise eine Flüssigkeit wie Wasser oder Alkohole
zum Einsatz. Alkohole haben den Vorteil, dass sie nach der Reinigung verdunsten. Unter
Umständen wird das Wasser mit Zusatzstoffen versetzt, welche die Reinigungswirkung
verbessern. Es können alternativ aber auch Druckluft oder Gase zum Einsatz kommen.
[0037] In Fig.3 ist schematisch das erste Ausführungsbeispiel des Laserwaffensystems 1 in
einer Gefechtsposition 9 in einer Seitenansicht gezeigt. Es werden die gleichen Bezugszeichen
wie zu den vorangehenden Figuren verwendet. Da sich Fig.3 und die vorangehenden Figuren
in weiten Teilen gleichen, wird im Folgenden insbesondere auf die Unterschiede eingegangen.
[0038] Die Richteinheit 6 ist mit ihrer Austrittsöffnung 7 schräg nach oben ausgerichtet,
so dass der Laserstrahl 10 die Richteinheit 6 in dieser Richtung verlässt, um ein
dort angeordnetes Ziel zu neutralisieren. Der Tisch 3 ist zu seiner Mittelachse (nicht
dargestellt) rotierbar gehalten. Diese Mittelachse verläuft in der hier dargestellten
Fig. 3 vertikal. Senkrecht dazu und senkrecht zur Blattebene verläuft die Rotationsachse
der Richteinheit 6. Aufgrund dieser zwei Rotationsachsen ist der Laserstrahl 10 in
jede beliebige Richtung führbar. In einer Gefechtssituation können so auch bewegliche
Ziele mit diesem Laserwaffensystem 1 getroffen werden. Der Laserstrahl 10 wird mittels
einer in dem Gehäuse 4 angeordneten Laserquelle 5 erzeugt. Mittels eines ebenfalls
im Gehäuse 4 und der Richteinheit 6 angeordneten Strahlführungssystems (nicht näher
dargestellt) wird der Laserstrahl 10 umgelenkt und so ausgerichtet, dass er die Richteinheit
6 wie gezeigt senkrecht zur Auslassöffnung 7 verlässt. Weiterhin dient das Strahlführungssystem
dazu, den Laserstrahl 10 zu bündeln. Es ist auch denkbar mehrere Laserquellen 5 zu
verwenden und diese mittels des Strahlführungssystems zu einem Laserstrahl 10 zusammenzuführen.
[0039] Fig.4 zeigt schematisch das erste Ausführungsbeispiel des Laserwaffensystems 1 in
einer Gefechtsposition 9 in einer Draufsicht. Es werden die gleichen Bezugszeichen
wie zu den vorangehenden Figuren verwendet. Da sich Fig.4 und die vorangehenden Figuren
in weiten Teilen gleichen, wird im Folgenden insbesondere auf die Unterschiede eingegangen.
[0040] Hier ist gut zu erkennen, dass die Plattform 2 viereckig ausgeführt ist. Der Tisch
3 weist eine kreisförmige Außenkontur auf und ist um dessen Mittelpunkt rotierbar
an der Plattform 2 gehalten. Auf dem Tisch 3 ist das Gehäuse 4 angeordnet und insbesondere
mit üblichen Verfahren z.B. durch Verschweißung an dem Tisch 3 befestigt. Innerhalb
des Gehäuses 4, geschützt vor äußeren Einflüssen, ist die Laserquelle 5 angeordnet.
An einem stirnseitigen Ende des Gehäuses 4 ist der Schild 12 und die Richteinheit
6 angeordnet, wobei sich der Schild 12 unterhalb der Richteinheit 6 befindet. Die
Richteinheit 6 befindet sich in der Gefechtsposition 9, welche dadurch charakterisiert
ist, dass die Auslassöffnung 7 der Richteinheit 6 auf mögliche Ziele ausgerichtet
ist. In der hier gezeigten Stellung ist die Richteinheit 6 genau senkrecht nach oben
ausgerichtet. Die Auslassöffnung 7 ist kreisförmig ausgeführt und wird von dem Glaskörper
8 ausgefüllt. So können kein Schmutz oder Gegenstände in das innere der Richteinheit
6 und des Gehäuses 4 durch die Auslassöffnung 7 eindringen. Die Reinigungseinheit
20 mit einer Düse 21, einer Teleskopmechanik 22, einem Rohr 27, einer Pumpe 28 und
einem Fluidtank 24 ist an der Plattform 2 neben dem Schild 12 angeordnet. Die Düse
21 ist nach oben in Richtung der Richteinheit 6 ausgerichtet.
[0041] Um die Reinigungsleistung zu steigern ist es denkbar, eine zweite Düse auf der anderen
Seite des Schildes 12 auf der Plattform 2 anzuordnen. So wird eine zweite Reinigungsposition
19 der Richteinheit 6 geschaffen. Sie kann dann auf beiden Seiten neben dem Schild
12 gereinigt werden.
[0042] In Fig.5 ist schematisch ein Detail des ersten Ausführungsbeispiels des Laserwaffensystems
1 in einer Parkposition 11 in einer Seitenansicht gezeigt. Es werden die gleichen
Bezugszeichen wie zu den vorangehenden Figuren verwendet. Da sich Fig.5 und die vorangehenden
Figuren in weiten Teilen gleichen, wird im Folgenden insbesondere auf die Unterschiede
eingegangen. Zusätzlich ist hier eine kragenförmige Membran 16 zwischen dem Schild
12 und der Richteinheit 6 gezeigt. Diese kragenförmige Membran 16 dichtet zwischen
diesen beiden Bauteilen ab, so dass ein Hohlraum 17 zwischen der kragenförmigen Membran
16, dem Schild 12 und der Richteinheit 6 entsteht. Die kragenförmige Membran 16 ist
ringförmig ausgeführt und umschließt die Austrittsöffnung 7. Die kragenförmige Membran
16 selbst ist als Schlauch ausgeführt und liegt mit Dichtflächen an der Richteinheit
6 und dem Schild 12 an, wenn in einem Innenraum des Schlauches ein zur Umgebung erhöhter
Druck anliegt. Im Schild 12 ist eine Druckluftzufuhr 18 angeordnet, mittels welcher
der zur Umgebung erhöhte Druck innerhalb der schlauchförmigen Membran 16 erzeugt wird.
Dieser Druck wird nur zur Verfügung gestellt, wenn sich die Richteinheit 6 in der
Parkposition 11 befindet. Befindet sich die Richteinheit 6 in der Reinigungsposition
19 oder der Gefechtsposition 9, so fällt die schlauchförmige Membran 16 in sich zusammen.
Dies ist vorteilhaft, da sie so der Richteinheit 6 nicht im Wege steht, wenn diese
von der Reinigungsposition 19 oder der Gefechtsposition 9 in die Parkposition 11 geführt
wird.
[0043] Durch diese Abdichtung wird sichergestellt, dass in der Parkposition 11 der Richteinheit
6 kein Anteil der Laserstrahlung des in dieser Position fehlerhaft ausgelösten Laserstrahls
10 in die Umgebung des Laserwaffensystems 1 abgestrahlt wird. Die Sicherheit von Personen
oder Gegenständen, welche sich neben dem Laserwaffensystem 1 aufhalten bzw. welche
dort angeordnet sind ist somit besonders hoch. Weiterhin werden auch kleine Staubpartikel
davon abgehalten in den Hohlraum 17 einzudringen. Somit besteht keine Gefahr, dass
sie sich in der Parkposition 11 auf dem Glaskörper 8 ablagern.
[0044] In Fig.6 ist schematisch ein Detail eines zweiten Ausführungsbeispiels des Laserwaffensystems
1 in einer Parkposition 11 in einer Seitenansicht gezeigt. Es werden die gleichen
Bezugszeichen wie zu den vorangehenden Figuren verwendet. Da sich Fig.6 und die vorangehenden
Figuren in weiten Teilen gleichen, wird im Folgenden insbesondere auf die Unterschiede
eingegangen.
[0045] Das zweite Ausführungsbeispiel unterscheidet sich in der Abdichtung zwischen Richteinheit
6 und dem Schild 12. Eine Druckluftzufuhr 18 mündet hier nicht in einen Innenraum
der kragenförmigen Membran 16, sondern in den Hohlraum 17, welcher zwischen kragenförmiger
Membran 16, Schild 12 und Richteinheit 6 ausgebildet ist. Die kragenförmige Membran
16 ist als Dichtlippe und einwandig ausgeführt. Die Kontur der Dichtlippe ist dabei
so ausführt, dass aufgrund des zur Umgebung erhöhten Druckes im Hohlraum 17 die Dichtlippe
sowohl gegen die Richteinheit 6 wie gegen den Schild 12 gepresst wird.
[0046] Fig.7 zeigt schematisch die Reinigungseinheit 20 eines Laserwaffensystems 1 in einer
Seitenansicht. Die Reinigungseinheit 20 weist einen Fluidtank 24 gefüllt mit einem
Reinigungsfluid 23, ein Rohr 27, eine Pumpe 28, eine Düse 21 und eine Teleskopmechanik
22 auf. Während eines hier gezeigten Reinigungsvorganges des Glaskörpers 8 wird mittels
der Pumpe 28 das Reinigungsfluid 23 vom Fluidtank 24 durch das Rohr 27 zur Düse 21
hin befördert. Diese Düse 21 verlässt das Reinigungsfluid 23 in Form eines Fluidstrahls
25 in Richtung des Glaskörpers 8. Mittels der Teleskopmechanik 22 ist der Abstand
zwischen Düse 21 und Glaskörper 8 veränderbar. Die Teleskopmechanik 22 ist hier in
der ausgefahrenen Position mit kurzem Abstand zum Glaskörper 8 gezeigt. Nach dem Reinigungsvorgang
wird die Teleskopmechanik 22 wieder eingefahren und die Düse 21 befindet sich in einem
größeren Abstand zum Glaskörper 8.
[0047] Die Düse 21 ist an den Glaskörper 8 angepasst, d.h. der von der Düse 21 emittierte
Fluidstrahl 25 reinigt die komplette, der Düse 21 zugewandte Seite der Oberfläche
des Glaskörpers 8. Die Düse 21 könnte dazu z.B. als Fächerdüse ausgeführt sein. Weiterhin
könnte die Düse 21 während des Reinigungsvorgangs rotieren, um eine größere Fläche
zu erreichen.
[0048] Optional weist die Reinigungseinheit 20 einen Ultraschallgenerator 26 auf. Dieser
Ultraschallgenerator 26 ist an der Düse 21 angeordnet und beaufschlagt das vorbeiströmende
als Flüssigkeit ausgeführte Reinigungsfluid 23 mit Ultraschall. Bei Verwendung von
Luft oder Gas wird kein Ultraschallgenerator 26 verwendet, da er dann keine positive
Wirkung hat. In einer Flüssigkeit hingegen führt eingebrachte Ultraschallenergie zu
einer gründlicheren und effektiveren Reinigung des Glaskörpers 8. In dem als Flüssigkeit
ausgeprägten Reinigungsfluid 23 bilden sich auf Grund des Ultraschalls kleine Bläschen.
Die Energie, welche durch eine Bewegung der Bläschen oder durch deren Zerplatzen entsteht,
wird zusätzlich zur Strömungsenergie des Reinigungsfluids 23 dazu genutzt, um den
Schmutz von dem Glaskörper 8 zu lösen.
[0049] Das erfindungsgemäße Laserwaffensystem 1 wird insbesondere zur Flug- und/oder Drohnenabwehr
genutzt.
Bezugszeichenliste
[0050]
- 1
- Laserwaffensystem
- 2
- Plattform
- 3
- Tisch
- 4
- Gehäuse
- 5
- Laserquelle
- 6
- Richteinheit
- 7
- Austrittsöffnung
- 8
- Glaskörper
- 9
- Gefechtsposition
- 10
- Laserstrahl
- 11
- Parkposition
- 12
- Schild
- 13
- Spalt
- 14
- Opferscheibe
- 15
- Wasserkühlung
- 16
- Membran
- 17
- Hohlraum
- 18
- Druckluftzufuhr
- 19
- Reinigungsposition
- 20
- Reinigungseinheit
- 21
- Düse
- 22
- Teleskopmechanik
- 23
- Reinigungsfluid
- 24
- Fluidtank
- 25
- Fluidstrahl
- 26
- Ultraschallgenerator
- 27
- Rohr
- 28
- Pumpe
1. Laserwaffensystem (1) mit einer Laserquelle (5) und einer Richteinheit (6), wobei
die Richteinheit (6) beweglich an einem Gehäuse (4) angeordnet ist, wobei mittels
der Laserquelle (5) ein Laserstrahl (10) erzeugbar und mittels der Richteinheit (6)
auf ein Ziel lenkbar ist, wobei die Richteinheit (6) eine Austrittsöffnung (7) aufweist,
durch welche der Laserstrahl (10) aus der Richteinheit (6) austritt,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Richteinheit (6) in einer Parkposition (11) anordenbar ist, in welcher die Austrittsöffnung
(7) auf ein unterhalb der Richteinheit (6) angeordnetes Schild (12) ausgerichtet ist.
2. Laserwaffensystem (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
innerhalb der Austrittsöffnung (7) ein Glaskörper (8) angeordnet ist.
3. Laserwaffensystem (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Oberfläche des Schildes (12) derart an eine Oberfläche der Richteinheit (6) angepasst
ist, dass sich in der Parkposition (11) zwischen der Richteinheit (6) und dem Schild
(12) ein Spalt (13) konstanter Höhe ausbildet.
4. Laserwaffensystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die der Richteinheit (6) zugewandte Oberfläche des Schildes (12) konkav ausgeführt
ist.
5. Laserwaffensystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Schild (12) eine Opferscheibe (14) zur Aufnahme der Energie des Laserstrahls (10)
aufweist.
6. Laserwaffensystem (1) nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Opferscheibe (14) mittels einer Wasserkühlung (15) kühlbar ist.
7. Laserwaffensystem (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
in der Parkposition (11) eine kragenförmige Membran (16) den Spalt (13) zwischen der
Richteinheit (6) und dem Schild (12) abdichtet, wobei die Membran (16) die Austrittsöffnung
(7) komplett umschließt.
8. Laserwaffensystem (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem Glaskörper (8), dem Schild (12) und der kragenförmigen Membran (16) ein
Hohlraum (17) ausgebildet ist, wobei dieser Hohlraum (17) mit einem Überdruck beaufschlagbar
ist.
9. Laserwaffensystem (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Laserwaffensystem (1) eine Reinigungseinheit (20) aufweist, wobei die Richteinheit
(6) in einer Reinigungsposition (19) anordnenbar ist, in welcher der Glaskörper (8)
mittels der Reinigungseinheit (20) säuberbar ist.
10. Laserwaffensystem (1) nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Parkposition (11) und die Reinigungsposition (19) der Richteinheit (6) angrenzend
zueinander angeordnet sind.
11. Laserwaffensystem (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Reinigungseinheit (20) eine Düse (21) aufweist, mittels welcher ein Fluidstrahl
(25) bestehend aus einem Reinigungsfluid (23) auf den Glaskörper (8) richtbar ist.
12. Laserwaffensystem (1) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Düse (21) an einer Teleskopmechanik (22) angeordnet ist, mittels welcher der Abstand
zwischen der Düse (21) und dem Glaskörper (8) veränderbar ist.
13. Laserwaffensystem (1) nach einem der Ansprüche 11 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Düse (21) als Fächerdüse ausgeführt ist.
14. Laserwaffensystem (1) nach einem der Ansprüche 9 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Reinigungsfluid (23) als Flüssigkeit ausgebildet ist, wobei ein Ultraschallgenerator
(26) Teil der Reinigungseinheit (20) ist, wobei mittels des Ultraschallgenerators
(26) die Flüssigkeit mit Ultraschall beaufschlagbar ist.