[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Spannen von Werkstücken,
insbesondere runden Werkstücken, und insbesondere eine Vorrichtung und ein Verfahren
zur Vorbereitung von Werkstücken zum Spannen.
[0002] Zur Bearbeitung von Werkstücken in Werkzeugmaschinen, insbesondere zur spanenden
Bearbeitung, müssen die Werkstücke auf geeigneten Spannplätzen fest aufgespannt und
gehalten werden. Dabei dürfen auch größere bei Bearbeitungsvorgängen an dem Werkstück
angreifende Kräfte nicht dazu führen, dass sich das Werkstück in der Spannvorrichtung
bewegt oder aus dieser löst. Andererseits soll das Werkstück möglichst gut zugänglich
sein, um in einer einzigen Aufspannung nacheinander möglichst viele Bearbeitungsvorgänge
an dem Werkstück durchführen zu können.
[0003] Die
EP 1 071 542 B1 schlägt ein Spannverfahren vor, bei dem in einem vorbereitenden Arbeitsschritt an
dem Werkstück gleichmäßig beabstandete Vertiefungen angebracht werden, die lediglich
als Kupplungselemente beim Spannen mit einer entsprechenden Spannvorrichtung dienen,
sonst aber funktionslos sind. Nach diesem vorbereitenden Arbeitsschritt werden die
Werkstücke in Spannstöcken aufgenommen, die zum reibschlüssigen Halten an ihren Spannbacken
Anlageflächen aufweisen und die zur formschlüssigen Positionierung und Lagesicherung
zu den Vertiefungen des Werkstücks komplementäre Formschlusselemente aufweisen. Das
Werkstück wird damit gemischt und form- und reibschlüssig gespannt. Dieses Spannverfahren
hat sich grundsätzlich sowohl für Werkstücke mit geraden Spannflächen als auch für
Werkstücke mit gerundeten Spannflächen bewährt.
[0004] Ein wesentliches Element des Spannsystems nach der
EP 1 071 542 B1 ist eine Prägestation, die zur Anbringung einer Reihe von Vertiefungen an dem Werkstück
dient. Diese Vertiefungen müssen zu Spannzähnen von Spannstöcken passen, zwischen
deren Backen das Werkstück zu spannen ist. Diese Vertiefungen müssen entsprechend
maßhaltig sein.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Vorbereiten eines Werkstücks zum
Spannen anzugeben, mit dem sich bei einem großen Spektrum von aus verschiedenen Werkstoffen
bestehenden Werkstücken an diesen maßhaltige Vertiefungen erzeugen lassen.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Spannen von Werkstücken beruht darauf, dass an
Werkstücken, insbesondere Werkstücken mit gewölbten Spannflächen wie beispielsweise
wenigstens abschnittsweise zylindrischen Spannflächen, Vertiefungen angebracht werden,
in die Vorsprünge der Spannbacken beim Spannen des Werkstücks eingreifen. Die Vertiefungen
werden insbesondere in einem vorbereitenden Arbeitsgang an dem Werkstück angebracht,
in welchen das Werkstück beispielsweise durch Prägen plastisch verformt wird. Dazu
wird eine Prägevorrichtung genutzt, die wenigstens einen Backen und ein Widerlager
aufweist, deren Abstand zueinander verstellbar ist. Der Backen weist wenigstens einen
Sitz für wenigstens einen Einsatzkörper auf, der einen auf das Werkstück hin gerichteten
Vorsprung mit einer Kante aufweist. Zur Durchführung eines Prägevorgangs wird der
Abstand zwischen den Backen und dem Widerlager verstellt bis der Einsatzkörper mit
wenigstens einer Stelle des Vorsprungs das Werkstück berührt. Durch weitere Verringerung
des Abstands zwischen dem Widerlager und dem Backen dringt der Einsatzkörper mit seinem
Vorsprung um ein gewünschtes Maß in das Werkstück ein und erzeugt so an dieser Stelle
eine Vertiefung. Der Einsatzkörper bildet einen Prägezahn, wobei der an dem Einsatzkörper
vorgesehene Vorsprung und die sich an seine Kante anschließenden Flächenbereiche als
Prägezahn genutzt werden. Es hat sich gezeigt, dass der Einsatzkörper dabei lediglich
einer geringen Abnutzung unterliegt und bei verschiedensten Materialien eine hohe
Standzeit aufweist. Als Prägezahn kann dabei insbesondere ein speziell geformter Einsatzkörper
mit daran vorgesehenem Vorsprung genutzt werden. Der Einsatzkörper kann ein gesondert
für diesen Zweck bereitgestellter Körper oder ersatzweise eine Wendeschneidplatte
sein.
[0007] Die Verstellung des Abstands zwischen dem Backen und dem Widerlager erfolgt vorzugsweise
kraftbegrenzt und/oder weggesteuert. Damit wird sofern eine maximale Kraft nicht überschritten
wird, eine vorgegebene Eindringtiefe des Einsatzkörpers in das Werkstück erreicht.
Damit haben die an dem Werkstück erzeugten Vertiefungen unabhängig von Materialeigenschaften
des Werkstücks eine gewünschte einheitliche Form.
[0008] Das Spannen des Werkstücks erfolgt nachfolgend in einer Spannvorrichtung, beispielsweise
in Gestalt eines Spannstocks mit zwei oder mehreren beweglichen Backen oder in Gestalt
eines Spannfutters mit beispielsweise drei oder mehreren Backen, die Spannflächen
mit daran angebrachten Spannzähnen aufweisen. Die Spannzähne passen in die Vertiefungen
und bewirken einen Formschluss. Die Spannflächen legen sich in Nachbarschaft der Vertiefungen
an das Werkstück an und spannen dieses ergänzend reibschlüssig. Es wird somit eine
sichere Lagerung des Werkstücks in dem Spannmittel bei geringem Platzbedarf erreicht.
Der Umfang des Werkstücks ist weitgehend frei zugänglich und kann somit zum Beispiel
spanend bearbeitet werden.
[0009] Die erfindungsgemäße Prägevorrichtung, die zur Anbringung plastischer Verformung
an einem Werkstück vorgesehen ist, weist mindestens einen ersten Backen mit wenigstens
einem Sitz zur Aufnahme eines Einsatzkörpers auf. An dem Sitz ist ein Einsatzkörper
angeordnet und daran befestigt. An einem zweiten Backen ist ein dem Einsatzkörper
gegenüber liegendes Widerlager vorgesehen. Dieses kann beispielsweise durch eine ebene
oder gewölbte Anlagefläche oder durch einen oder mehrere Einsatzkörper gebildet sein,
gegen die das Werkstück beim Prägevorgang gedrückt wird. Außerdem ist eine Betätigungseinrichtung
vorgesehen, um wenigstens einen der Backen auf den anderen Backen hin und von diesem
weg zu bewegen.
[0010] Diese Prägevorrichtung weist mindestens einen als Prägezahn ausgebildeten Vorsprung
auf. Der Prägezahn weist insbesondere eine Kante und sich anschließende Flächenbereiche
auf, die miteinander einen Keilwinkel einschließen. Dieser liegt vorzugsweise zwischen
45° und 90° und beträgt vorzugsweise 60°. Die Einsatzkörper sind an dem jeweiligen
Sitz vorzugsweise lösbar befestigt und können somit bedarfsweise ausgewechselt werden.
Der Einsatzkörper ist zum Beispiel polygonal umrandet und weist vorzugsweise eine
zwei- oder mehrzähligen Drehsymmetrie auf. Die Einsatzkörper können dadurch in zwei
oder mehreren Stellungen an dem Backen befestigt werden. Damit kann der Einsatzkörper
nach entsprechendem Verschleiß in einer anderen Position am Sitz befestigt werden,
um weiter als Prägezahn zu dient.
[0011] Der Vorsprung des Einsatzkörpers kann eine leistenartige Form aufweisen und sich
entlang einer Seitenfläche des Einsatzkörpers erstreckt. Dieser Vorsprung bildet einen
Prägezahn, der dazu eingerichtet ist, an dem Werkstück eine Vertiefung mit genau vorbestimmter
Form zu erzeugen.
[0012] Der leistenartige Vorsprung ist vorzugsweise parallel zu der Werkstückauflagefläche
des Backens orientiert. Damit gelingt eine besonders sichere spätere Befestigung des
Werkstücks in einem dazu hergerichteten Spannfutter.
[0013] Der leistenartige Vorsprung weist vorzugsweise einen Dreiecksquerschnitt auf. Dies
erleichtert den Prägevorgang. Der Vorsprung ist vorzugsweise gerade ausgebildet und
grenzt an zumindest einer seiner beiden Flanken an eine Fläche, die als Werkstückanlagefläche
ausgebildet ist. Damit werden Tiefe und Form der geprägten Vertiefung am Werkstück
festgelegt.
[0014] Bei einer bevorzugten Ausführungsform sind die zur Aufnahme der Einsatzkörper vorgesehenen
Sitze als Taschen ausgebildet, aus denen die Einsatzkörper herausragen, wenn sie darin
angeordnet sind. Die Backen weisen vorzugsweise eine Werkstückauflagefläche auf, die
von den Einsatzkörpern überragt wird. Beim Prägen wird das Werkstück auf die Werkstückauflagefläche
jedes Backen aufgesetzt wonach der Prägevorgang durch Verringerung des Abstands zwischen
den Backen eingeleitet und durchgeführt wird. Durch diese Konfiguration ist die Axialposition
jeder erzeugten Vertiefung bezogen auf die Stirnfläche eines zylindrischen Werkstücks
eindeutig festgelegt. Die erfindungsgemäße Prägevorrichtung ist somit robust, dauerhaft
und genau.
[0015] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen,
der Zeichnung sowie der zugehörigen Beschreibung. Es zeigen:
Figur 1 eine Prägestation zum Vorbereiten eines Werkstücks zum Spannen in einem geeigneten
Spannfutter, in perspektivischer schematisierter Darstellung,
Figur 2 die Prägestation nach Figur 1, in Draufsicht,
Figur 3 die Prägestation, in einer ausschnittsweisen perspektivischen Darstellung,
Figur 4 einen Einsatzkörper in Draufsicht,
Figur 5 den Einsatzkörper nach Figur 4 in Seitenansicht,
Figur 6 eine abgewandelte Ausführungsform eines Einsatzkörpers und eines zugehörigen
Werkstücks, in schematisierter Vertikalschnittdarstellung,
Figur 7 eine weiter abgewandelte Ausführungsform einer Prägestation, in vereinfachter
Vertikalschnittdarstellung.
[0016] In Figur 1 ist eine Prägevorrichtung 10 veranschaulicht, die dazu dient, ein Werkstück
11 auf das Spannen in einem dazu eingerichteten Spannfutter vorzubereiten. Das Werkstück
11 ist durch einen Ring symbolisiert. Werkstücke 11 können jedoch auch andere Formen
aufweisen, wobei sie lediglich in einer unteren, an die Basisfläche grenzenden Zone
12 ihrer Umfangsfläche wenigstens abschnittsweise einem Zylinder folgen. Das Werkstück
11 kann später in einem drehenden Futter aufgenommen werden, beispielsweise um Drehbearbeitungen,
Drehfräsbearbeitungen oder dergleichen vorzunehmen.
[0017] Zu der Prägevorrichtung 10 gehören zwei Backen 13, 14, deren Abstand voneinander
mittels einer Betätigungseinrichtung 15 kontrolliert verstellbar ist.
[0018] Die beiden Backen weisen, wie aus den Figuren 2 und 3 hervorgeht, an ihrer Oberseite
jeweils eine Werkstückauflagefläche 16, 17 auf, die vorzugsweise in einer gemeinsamen
Ebene liegend angeordnet sind. Der Backen 14 weist mindestens einen, vorzugsweise
mehrere Sitze 18 bis 22 auf, die zum Beispiel als polygonal umrandete Taschen ausgebildet
sein können. Ebenso weist der Backen 13 mehrere Sitze 23 bis 27 auf, die vorzugsweise
als polygonal begrenzte Taschen ausgebildet sind, die in Form und Größe mit den Sitzen
18 bis 22 vorzugsweise übereinstimmen. In zumindest einem, vorzugsweisen mehreren
der Sitze 18 bis 22; 23 bis 27 der beiden Backen 13, 14 sind Einsatzkörper 28, 29,
30, 31 angebracht und jeweils mit einem geeigneten Befestigungsmittel, beispielsweise
einer Schraube, gesichert. Dabei dienen die Einsatzkörper 28 bis 31 als Prägezähne
bzw. auch als Widerlager für den jeweils gegenüber liegenden Prägezahn.
[0019] Die Einsatzkörper 28 bis 31 sind ebenso wie die Sitze 18 bis 27 untereinander gleich
ausgebildet. Der in Figur 4 und 5 veranschaulichte Einsatzkörper 28 und dessen nachfolgende
Beschreibung stehen deswegen stellvertretend für alle an der Prägevorrichtung 10 genutzten
Einsatzkörper 28 bis 31.
[0020] Der Einsatzkörper 28 weist in Draufsicht beispielsweise einen sechseckigen ungleichseitigen,
jedoch dreifach drehsymmetrischen Umriss auf. An den drei kürzeren Kanten dieses Sechseckumrisses
sind leistenartige Vorsprünge 32 bis 34 ausgebildet, die radial nach außen vorstehen
und Prägezähne bilden.
[0021] Unterhalb seines sechseckigen Kopfes weist der Einsatzkörper 28 gemäß Figur 5 einen
polygonalen, beispielsweise sechseckigen Schaft 35 auf, der ebenfalls einen sechseckigen
Umriss haben kann und spielarm in die Sitze 18 bis 27 passt. Vorzugsweise weist der
sechseckige Schaft 35 einen ungleichseitigen Umriss mit dreifacher Drehsymmetrie auf.
Mit anderen Worten, der Schaft 35 kann in drei jeweils um 120° gegeneinander verdrehten
Positionen in die betreffende Tasche 19 eingesetzt werden.
[0022] Der leistenartige Vorsprung 32 stimmt mit den leistenartigen Vorsprüngen 33, 34 überein
und weist, wie jetzt Figur 5 zeigt, vorzugsweise einen Keilquerschnitt auf, bei dem
an eine Eindringkante 36 zwei Keilflächen 37, 38 anschließen. Die Eindringkante 36
ist bezüglich des Werkstücks 11 ebenso wie bezüglich des Einsatzkörpers 28 jeweils
in Umfangsrichtung orientiert. Der Rundungsradius der Eindringkante 36 ist vorzugsweise
größer als Null, jedoch wiederum vorzugsweise kleiner als ein Zehntel der Länge der
Keilfläche 37, gemessen von der Eindringkante 36 bis zu der benachbarten Werkstückanlagefläche
39. Der von den Keilflächen 37, 38 definierte Keilwinkel weist einen Winkelhalbierende
auf, die in einer Ebene 40 liegt, die alle Eindringkanten 36 aller leistenartigen
Vorsprünge 32 bis 34 enthält und vorzugsweise parallel zu der Werkstückauflagefläche
17 orientiert ist.
[0023] Die Keilfläche 38 geht in eine Seitenfläche des Einsatzkörpers 28 über, die gegenüber
der Werkstückanlagefläche 39 zurück versetzt ist.
[0024] Der Eindringkörper 28 kann aus Pulverstahl, einem Hartmetall, Keramik oder einem
anderen Hartstoff bestehen.
[0025] Die insoweit beschriebene Prägevorrichtung 10 arbeitet wie folgt:
In Vorbereitung des späteren Spannens des Werkstücks 11 wird dieses in die Prägevorrichtung
10 eingesetzt. Dazu werden die Backen 13, 14 mittels der Betätigungsvorrichtung 15
zunächst so weit auseinander gefahren, dass das Werkstück 11, wie in Figur 1 und 2
angedeutet, auf die Werkstückauflageflächen 16, 17 aufgesetzt werden kann, ohne die
Einsatzkörper 28 bis 31 zu berühren. Im nächsten Schritt wird die Betätigungseinrichtung
15 aktiviert, sodass diese die Backen 13, 14 aufeinander zu bewegt, beispielsweise
indem der bewegliche Backen 14 auf den feststehenden Backen 13 zu bewegt wird. Das
Werkstück 11 gerät dabei in Berührung mit den leistenartigen Vorsprüngen 32 (d.h.
den Prägezähnen) der einzelnen Einsatzkörper 28 bis 31 und zentriert sich zwischen
diesen selbsttätig, sodass alsbald alle vier Einsatzkörper 28 bis 31 mit ihren leistenartigen
Vorsprüngen 32 an der unteren Zone 12 der Außenumfangsfläche des Werkstücks 11 anliegen.
Im weiteren dringen die leistenartigen Vorsprünge 32 unter ständiger Erhöhung der
Eindringkraft in das Werkstück 11 ein bis die Eindringkraft infolge der Berührung
zwischen der Werkstückanlagefläche 39 und dem Werkstück 11 sprungartig ansteigt. Mit
dieser Verfahrensweise wird unabhängig von der Materialbeschaffenheit und den geometrischen
Eigenschaften des Werkstücks 11, zum Beispiel seiner Federeigenschaften, eine einheitliche
Prägetiefe erreicht. In diesem Fall ist die Betätigungsvorrichtung 15 so ausgelegt,
dass sie beim Prägen die Betätigungskraft überwacht und, falls ein Grenzwert der Betätigungskraft
oder ein Grenzwert der Kraftänderung überschritten wird, abschaltet und die Backen
13, 14 wieder auseinander fährt, um das Werkstück freizugeben.
[0026] Die Erfindung wurde vorstehend anhand speziell für den Prägevorgang hergerichteter
Einsatzkörper 28 bis 31 erläutert. Es ist jedoch auch möglich, anstelle der speziell
geformten Einsatzkörper 28 andere Elemente, beispielsweise Hartmetallkörper, wie sie
als Wendeschneidplatten in Gebrauch sind, als Einsatzkörper 28' zu nutzen. Figur 6
zeigt dazu ein Beispiel, bei dem die Schneidkante der als Prägezahn genutzten Wendeschneidplatte
als Eindringkante 36' genutzt wird.
[0027] Weiter ist es möglich, den Einsatzkörper 28', wie Figur 7 zeigt, an einer Fläche
bzw. einem Sitz 19 zu lagern, der gegen die Aufnahmefläche 16 geneigt ist, um so auch
mit einem Standardbauelement, wie beispielsweise einer Wendeschneidplatte, in Verwendung
als Einsatzkörper 28' eine Vertiefung zu erzielen, die bezüglich einer Horizontalebene
(Ebene, die parallel zu der Werkstückauflagefläche 16 ist) symmetrisch ist.
[0028] Eine erfindungsgemäße Prägevorrichtung 10 ist zur Vorbereitung einer gemischt form-
und reibschlüssigen Spannung von Werkstücken 11 in einem entsprechenden Spannfutter
vorgesehen. Die Prägevorrichtung 10 weist Backen 13, 14 mit Prägezähnen auf, die an
Einsatzkörpern 28 bis 31 ausgebildet sind. Die Einsatzkörper 28 weisen jeweils eine
Eindringkante 36 auf, mit der sie in die Werkstückoberfläche eindringen, um eine Vertiefung
mit festgelegten Abmessungen zu erzeugen. Dazu ist an dem Einsatzkörper 28, vorzugsweise
in Nachbarschaft zu dem leistenartigen Vorsprung 32, eine Werkstückanlagefläche 39
ausgebildet, die den Eindringvorgang des leistenartigen Vorsprungs stoppt, sobald
die Werkstückanlagefläche 39 bei der Durchführung des Prägevorgangs mit der Werkstückoberfläche
in Berührung kommt. Trifft die Werkstückanlagefläche 39 auf das Werkstück 11 steigt
die zur Bewegung des Backens 14 erforderliche Kraft steil an, woraus eine Steuereinrichtung
ein Abschaltsignal für die Betätigungseinrichtung 15 generiert.
[0029] Eine derartige Steuerung bzw. Kontrolle des Prägevorgangs macht es möglich, Werkstücke
11 verschiedener Geometrien und aus verschiedenen Materialien in einem Prägeverfahren
für den späteren Spannvorgang vorzubereiten, ohne dass die Prägevorrichtung 10 jeweils
auf die Geometrie oder das Material des Werkstücks 11 hin neu justiert werden müsste.
Bezugszeichen:
[0030]
- 10
- Prägevorrichtung
- 11
- Werkstück
- 12
- untere Zone der Außenumfangsfläche
- 13, 14
- Backen
- 15
- Betätigungseinrichtung
- 16, 17
- Werkstückauflageflächen
- 18 - 22
- Sitze des Backens 14
- 23 - 27
- Sitze des Backens 13
- 28 - 31
- Einsatzkörper
- 32 - 34
- leistenartige Vorsprünge
- 35
- Schaft
- 36
- Eindringkante
- 37, 38
- Keilflächen
- 39
- Werkstückanlagefläche
- 40
- Ebene
1. Verfahren zum Spannen von Werkstücken (11), bei dem in Vorbereitung des Spannens:
wenigstens einen Einsatzkörper (28) in wenigstens einen Sitz (19) eingesetzt und darin
befestigt wird, der in wenigstens einem Backen (14) vorgesehen ist,
das Werkstück (11) zwischen dem Einsatzkörper (28) und einem Widerlager (13, 30, 31)
positioniert wird,
der Abstand zwischen dem Backen (14) und dem Widerlager (13, 30, 31) verstellt wird,
bis der Einsatzkörper (28) mit wenigstens einer Stelle (36) das Werkstück (11) berührt,
weitere Verstellung des Abstands zwischen dem einen Backen (14) und dem Widerlager
(13, 30, 31), bis der Einsatzkörper (28) um ein gewünschtes Maß in das Werkstück (11)
eingedrungen ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Einsatzkörper (28) das Werkstück (11) mit einer Kante (36) oder mit einer Ecke
berührt.
3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigsten eine Backen (14) kraftbegrenzt oder kraftänderungsbegrenzt bewegt wird.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück (11) nachdem der Einsatzkörper (28) um ein gewünschtes Maß in das Werkstück
(11) eingedrungen ist und dadurch eine lokale plastische Verformung hervorgerufen
hat, in einer Spannvorrichtung mit zu den Verformungen passenden Spannbacken gespannt
wird.
5. Prägevorrichtung (10) zur Anbringung plastischer Verformungen an einem Werkstück (11),
mit einem ersten Backen (14), der wenigstens einen Sitz (19) zur Aufnahme eines Einsatzkörpers
(28) aufweist,
mit einem Einsatzkörper (28), der an dem Sitz (19) angeordnet und daran befestigt
ist,
mit einem zweiten Backen (13), der wenigstens ein dem Einsatzkörper (28) gegenüberliegendes
Widerlager (13, 30, 31) ist,
mit einer Betätigungseinrichtung (15), die dazu eingerichtet ist, wenigstens einen
der Backen (14) auf den anderen Backen (13) hin und von diesem weg zu bewegen.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Sitz (19) durch eine polygonal umgrenzte Tasche gebildet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Backen (14) mehrere Sitze (18 - 22) zur Aufnahme mehrerer Einsatzkörper (28,
29) aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Widerlager (13, 30, 31) durch einen oder mehrere Einsatzkörper (30, 31) umfasst.
9. Vorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Einsatzkörper (28 - 31) jeweils leistenartige Vorsprünge (32 - 34) aufweisen,
die als Prägestruktur auf das Werkstück (11) einwirkend angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Einsatzkörper (28 - 31) Hartstoffkörper oder Pulverstahlkörper sind.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Einsatzkörper (28) einen leistenartigen Vorsprung (32) aufweist, der sich entlang
einer Seitenfläche des Einsatzkörpers (28) erstreckt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Backen (13, 14) eine Werkstückauflagefläche (16, 17) aufweist und dass sich der
leistenartige Vorsprung (32) parallel zu der Werkstückauflagefläche (16, 17) erstreckt.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der leistenartige Vorsprung (32) einen Dreiecksquerschnitt aufweist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der leistenartige Vorsprung (32) gerade ausgebildet ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der leistenartige Vorsprung (32) an zumindest einer seiner beiden Seiten an eine
Fläche grenzt, die als Werkstückanlagefläche (39) ausgebildet ist.