[0001] Die Erfindung betrifft eine Schalung zur Herstellung von Betonfertigelementen.
[0002] Nachteilig an Schalungen zur Herstellung von Betonfertigelementen wie sie derzeit
Verwendung finden war, dass für jedes Betonfertigelement mit anderen Abmessungen eine
eigene Schalung hergestellt werden musste, sowohl in Größe wie in der Form. Ein weiterer
Nachteil im Stand der Technik war, dass Betonfertigelemente stets mit glatten Oberflächen
versehen waren, so dass aufeinander gestapelte Betonfertigelemente lediglich durch
einen Reibschluss aufeinander gehalten wurden. Dies hat dann dazu geführt, dass aufeinander
gestapelte Betonfertigelemente herkömmlicher Bauart, die nur reibschlüssig miteinander
verbunden waren, leicht aneinander abgeglitten sind, bis zum Einsturz der aufeinander
gestapelten Betonfertigelemente.
[0003] Aus der
DE 806 344 B ist ein Formrahmen zum Herstellen von Kunststeinen bekannt geworden. Der aus der
DE 806 344 B bekannte Formrahmen umfasst verschiebbare Formwände, wobei die Formwände Vorsprünge
und Vertiefungen aufweisen. Die Verschiebbarkeit der Formwände gemäß der
DE 806 344 B dient dazu, dass frisch geformte Steine ohne Beschädigung entnommen werden können.
Als Material für den Formrahmen gemäß der
DE 806 344 B findet Holz Verwendung. Die
DE 806 344 B macht keinerlei Aussagen darüber, wie die Vorsprünge und Vertiefungen im einzelnen
ausgestaltet sind. Auch Materialstärken des Formrahmens sind nicht angegeben.
[0004] Die
DE 133 846 B zeigt einen verstellbaren Formrahmen zur Herstellung von Zementplatten. Vorsprünge
und Vertiefungen sind in der
DE 133 846 B nicht gezeigt.
[0005] Aus der
DE 199 60 461 A1 ist ein Rahmen mit starr miteinander verbundenen Seitenwänden gezeigt, mit dem Großblocksteine
aus Beton hergestellt werden können.
[0006] Auch die
US 5, 332, 191 A zeigt einen Rahmen mit zueinander verschiebbaren Seitenwänden zur Herstellung von
Betonteilen.
[0008] Aus der
DE 100 02 390 A1 ist ein Formstein aus Beton mit an Oberseite und Unterseite je mindestens zwei stufenartig
gegeneinander versetzten, parallel zueinander verlaufenden Auflageflächen bekannt
geworden.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schalung für Betonfertigelemente anzugeben, wobei
die Betonfertigelemente einfach aufeinander gestapelt werden können und fest aufeinander
stehen. Insbesondere sollen die Betonfertigelemente bei Stapelung nicht lediglich
mit einem Reibschluss ineinander eingreifen, sondern wesentlich stabiler aufgestellt
sein. Des Weiteren soll es möglich sein, in der Höhe und Breite völlig unterschiedliche
Betonfertigelemente herzustellen.
[0010] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe der Erfindung durch eine Schalung zur Herstellung
von Betonfertigelementen gemäß Anspruch 1 gelöst. Erfindungsgemäß weisen die Betonfertigelemente
Überstände, insbesondere Noppen oder Pyramiden, auf.
[0011] Des Weiteren umfasst die erfindungsgemäße Schalung wenigstens zwei Seitenelemente
mit einer Höhe H und ein Abdeck- und ein Unterteil mit einer Länge L und einer Breite
B, wobei das Abdeck- und/oder das Unterteil dadurch gekennzeichnet ist, dass Einbuchtungen
und/oder Ausbuchtungen vorgesehen sind, die im Wesentlichen kongruent zur Form der
Überstände, insbesondere der Noppen oder Pyramiden des Betonfertigelementes sind.
[0012] Zur Herstellung völlig unterschiedlicher Betonfertigelemente ist erfindungsgemäß
vorgesehen, dass das Abdeck- und/oder das Unterteil mit den Ausbuchtungen und den
Einbuchtungen verschiebbar entlang der Höhe des Seitenteils ausgebildet ist.
[0013] Die Verschiebbarkeit entlang der Höhe H des Seitenteils wird dadurch zur Verfügung
gestellt, dass im Seitenteil auf unterschiedlichen Höhen das Ober- bzw. Unterteil
bzw. Abdeck- und/oder Unterteil in das Seitenteil eingehängt werden kann, bspw. in
Öffnungen, die in das Seitenteil eingelassen sind. Auf diese Art und Weise ist es
möglich, unterschiedliche Höhen der Schalung zur Verfügung zu stellen, insbesondere
im Bereich 100 mm bis 5000 mm, bevorzugt im Bereich 100 mm bis 2000 mm, bevorzugt
300 mm bis 1200 mm.
[0014] Dies bedeutet, dass die Höhe des in der Schalung hergestellten Betonfertigteils insbesondere
zwischen 100 mm und 2000 mm, bevorzugt zwischen 300 mm bis 1200 mm, liegen kann.
[0015] In einer ersten Ausgestaltung kann vorgesehen sein, dass die Noppen oder Pyramiden
kreuzartige Noppen sind. Alternativ hierzu wären Rundnoppen oder sechseckige Noppen.
Insbesondere die Rundnoppen haben den Vorteil, dass unterschiedliche Betonfertigelemente
aufgrund der Symmetrie der Rundnoppen sehr leicht aufeinander gestapelt werden können
und eventuelle Verkippungen oder Verdrehungen aufeinander gestapelter Betonfertigelemente
sehr leicht ausgeglichen werden können.
[0016] Besonders bevorzugt ist es, wenn die Materialstärke im Bereich des Abdeck- und/oder
des Unterteils für die kreuzartigen Noppen oder die Rundnoppen im Bereich 1 bis 10
mm, bevorzugt 2 bis 10 mm, insbesondere 2 bis 4 mm, liegen. Eine Materialstärke von
1 bis 10 mm, insbesondere 2 bis 10 mm, hat den Vorteil, dass das Abdeck- und/oder
Unterteil über eine ausreichende Stabilität verfügt, was insbesondere beim Gießvorgang
des Betons, insbesondere des flüssigen Betons in die erfindungsgemäße Schalung vorteilhaft
ist. Ist die Materialstärke geringer als 1 mm, so kann sich die Schalung beim Gießvorgang
verziehen. Ist die Materialstärke zu groß, so ist die Schalung zu schwer. Eine Materialstärke
von 2 bis 10 mm ist somit eine erfinderische Auswahl, die zum einen eine ausreichende
Stabilität bei geringem Gewicht zur Verfügung stellt, zum anderen wird vermieden,
dass sich die Schalung bspw. beim Gießvorgang verzieht. Zudem ist eine Schalung mit
einer derartigen Materialstärke immer noch leicht, kostengünstig und einfach handhabbar.
[0017] Eine hohe Standfestigkeit übereinander gestapelter Betonfertigteile wird dann erreicht,
wenn die Noppen oder Pyramiden, insbesondere die Rundnoppen, Trapeznoppen, Längsnoppen
einen Durchmesser im Bereich 60 bis 200 mm aufweist. Eine Längsnoppe erstreckt sich
über die ganze Länge eines in der Schalung hergestellten Steines und kann mit einer
Nut gleichgesetzt werden. Mit einer Rundnoppe kann zudem das Abdeck- und/oder Unterteil,
das bevorzugt als Blech, insbesondere als Blechfläche ausgelegt ist, eine gewisse
Stabilität aufweisen. Zudem ist es mit den Rundnoppen möglich, dass die in der Schalung
hergestellten Betonfertigteile besser aufeinander gestapelt und genauer zentriert
werden können.
[0018] Alternativ zu Betonfertigelementen, die übereinander gestapelt werden können, ist
es mit der Erfindung auch möglich, ein Betonfertigelement zu erhalten, das beispielsweise
als Sitzbank, Hangbefestigung oder Gartenmauer Verwendung finden kann. Hierfür ist
es besonders vorteilhaft, wenn die Schalung ein konventionelles Abdeck- und Unterteil
aufweist, sowie einen L-förmigen Einsatz, bevorzugt mit einer Materialstärke von 2
bis 10 mm.
[0019] Besonders bevorzugt wird als Material für das Abdeck- und Unterteil oder den L-förmigen
Einsatz sowie das Seitenteil eines der nachfolgenden Materialien ausgewählt:
- Stahl
- Edelstahl
- Aluminium
- Kunststoff
- Holz
[0020] Die Materialien haben die nachfolgenden Vorteile:
Stahl ist kostengünstig, einfach zu handhaben, flexibel und langlebig.
Insbesondere Edelstahl zeichnet sich durch eine besondere Langlebigkeit aus.
[0021] Aluminium hingegen ist sehr leicht und daher sehr flexibel einsetzbar.
[0022] Kunststoff ist ebenso wie Holz ein sehr kostengünstiger Werkstoff.
[0023] Um eine möglichst große Variabilität der mit Hilfe der Schalung hergestellten Betonfertigelemente
zur Verfügung zu stellen, ist mit Vorteil vorgesehen, dass die Höhe des Seitenteils
im Bereich 100 mm bis 5000 mm, bevorzugt 1000 mm bis 5000 mm, liegt. Ganz besonders
bevorzugt ist es, wenn die Höhe des Seitenteils im Bereich 100 mm bis 2000 mm liegt.
Liegt die Höhe H des Seitenteils im angegebenen Bereich, ist es möglich, durch Einhängen
des Abdeck- bzw. Ober- und/oder Unterteils in unterschiedlichen Höhen des Seitenteils
Schalungen und damit Betonfertigelemente mit unterschiedlichen Höhen zu erhalten.
[0024] Die Länge L der Schalung, d. h. die Länge des Ober- und/oder Unterteils kann zwischen
200 mm und 10000 mm betragen. Insbesondere sind auch Breiten von 3000 mm bis 6000
mm möglich. Die in einer derartigen Schalung hergestellten Betonfertigelemente haben
dann Höhen von zwischen 100 mm und 2000 mm sowie Längen 200 mm und 10000 mm. Die Breite
B des Betonfertigelements wird durch die Breite B des Seitenteils und des Ober- und/oder
Unterteils bestimmt. Die Breite B des Seitenteils liegt im Bereich 100 mm bis 6000
mm, bevorzugt zwischen 200 mm und 4000 mm, insbesondere zwischen 400 mm und 1000 mm.
[0025] Um die verschobenen Abdeck- und/oder Unterteile in der Schalung in einer bestimmten
Höhe zur Herstellung eines bestimmten Betonfertigelementes zu fixieren, kann vorgesehen
sein, dass das Abdeck- und/oder Unterteil in einer bestimmten Höhe des Seitenteils
mit einer Bolz-Keil-Verriegelung sicher verriegelt werden.
[0026] In einer weitergebildeten Ausführungsform der Erfindung ist wenigstens ein Zwischenteil
zwischen dem Ober- und Unterteil vorgesehen, wobei das Zwischenteil verschiebbar zwischen
dem Ober- und Unterteil ausgebildet ist. Durch die Verschiebbarkeit kann der Abstand
zwischen Ober- und Unterteil eingestellt werden und damit die Größe der zu formenden
in die Schalung eingebrachten Betonfertigelemente.
[0027] In einer ersten Ausgestaltung hat das Zwischenteil von Ober- und Unterteil einen
Abstand von 300 mm bis 800 mm, bevorzugt 400 mm bis 700 mm. Desweiteren hat das Zwischenteil
sowohl Einbuchtungen wie Ausbuchtungen, so dass die Betonfertigelemente, die aus der
Schalung entnommen werden Noppen und zu den Noppen an der Unterseite des Betonfertigelementes
Einbuchtungen aufweisen, so dass die derart hergestellten Betonfertigelemente aufeinander
gestapelt werden können. Bei der Stapelung greifen dann beispielweise die Noppen in
die Einbuchtungen ein, so dass die Betonteile formschlüssig aufeinander gestapelt
sind und nicht nur reibschlüssig wie im Stand der Technik. In einer fortgebildeten
Ausführungsform kann mehr als ein Zwischenteil zwischen Ober- und Unterteil vorgesehen
sein, so dass beispielweise bei Verwendung von zwei Zwischenteilen in einer Schalung
drei Betonfertigteile hergestellt werden können.
[0028] Die Erfindung soll nachfolgend anhand der Figuren beispielhaft ohne Beschränkung
hierauf beschrieben werden.
[0029] Es zeigen:
- Fig. 1a:
- einen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Schalung mit Abdeck- und Unterteil
- Fig. 1b1 und 1b2:
- Seitenansicht der Schalung aus Fig. 1a
- Fig. 1c:
- Draufsicht mit Abdeckteil einer Schalung gemäß Fig. 1a
- Fig. 1d:
- Unterteil einer Schalung gemäß Fig. 1a
- Fig. 2:
- Schalung in dreidimensionaler Ansicht
- Fig.3a:
- Einzelteile einer Schalung gemäß Fig. 1a - Fig. 2 mit in der Schalung hergestelltem
Betonfertigelement
- Fig. 3b - 3d:
- Betonfertigelement hergestellt in einer Schalung gemäß Fig. 3a
- Fig. 4:
- L-förmiges Betonfertigteil hergestellt mit Hilfe eines Einsatzes in dreidimensionaler
Ansicht
- Fig. 5:
- Einzelteile einer Schalung zur Herstellung eines L- förmigen Betonfertigelementes
gemäß Fig. 4
- Fig. 6a - 6b:
- Schalung mit einem Zwischenteil
[0030] Fig. 1a zeigt einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Schalung 1 bestehend
aus zwei Seitenteilen, 3.1, 3.2 sowie einen Abdeck- bzw. Oberteil 5 und einem Unterteil
7. Die beiden Seitenteile 3.1, 3.2 sowie das Oberteil 5 und das Unterteil 7 ergeben
zusammengesetzt die Schalung, in die eine fließfähige Masse bspw. eine Betonmasse
eingefüllt werden kann. Die Betonmasse wird dabei in den Freiraum 10 zwischen den
einzelnen Schalungselementen, d.h. den Seitenteil in 3.1, 3.2 sowie dem Unterteil
7 und dem Oberteil 5 eingebracht. Wird die erfindungsgemäße Schalung 1 entfernt, so
wird ein Betonteil erhalten, dass die durch die Schalung vorgegebene äußere Kontur
aufweist. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Abdeckteil 5 und das Unterteil
7 Ausbuchtungen 20 am Unterteil und Einbuchtungen 30, die zu den Ausbuchtungen des
Unterteils 7, bevorzugt kongruent ausgebildet sind, am Abdeck- oder Oberteil 5 aufweisen.
Auf Grund der Einbuchtungen 30 bzw. der Ausbuchtungen 20 umfasst das mit der erfindungsgemäßen
Schalung 1 hergestellte Fertigteil korrespondierende Ausbuchtungen bzw. Einbuchtungen,
so dass mit Hilfe der erfindungsgemäßen Schalung 1 hergestellte Betonfertigelemente
sehr leicht und verrutschungssicher aufeinandergestapelt werden können. Hierzu wird,
wie oben beschrieben, die zu formende Betonmasse in den Freiraum 10 zwischen den beiden
Seitenteilen 3.1, 3.2 sowie Ober- 5 und Unterteil 7 eingegeben. In vorliegender Form
sind die Einbuchtungen 30 bzw. Ausbuchtungen als viereckige Pyramiden ausgeführt.
Die viereckigen Pyramiden sind mit Bezugsziffer 100 gekennzeichnet und sehr gut in
der Draufsicht auf das Abdeck- oder Oberteil 5 und das Unterteil 7 erkennbar. Die
Breite der viereckigen Pyramide beträgt in dem dargestellten Ausstellungsbeispiel
ungefähr 150 mm, die Höhe 120 mm. Die vier nach oben verlaufenden Seiten der Pyramide
sind in der Draufsicht auf das Ober- und das Unterteil deutlich zu erkennen und mit
dem Bezugsziffern 102.1, 102.2, 102.3 und 102.4 bezeichnet. In der Mitte der Pyramide
wird ein Plateau 104 ausgebildet wie bspw. in der Seitenansicht gemäß Fig. 1a zu sehen.
Aufgrund der Abmessung der Schalung mit einer flexiblen Höhe H, bevorzugt zwischen
100 mm und 2000 mm, und einer Länge L von bevorzugt 200 mm bis 10000 mm, ist es möglich,
mit der Schalung Betonfertigelemente mit einer Höhe von 100 mm bis 2000 mm und einer
Länge von 200 mm bis 10000 mm auf einfache Art und Weise zur Verfügung zu stellen.
Die Breite B des Betonfertigteils liegt zwischen 100 mm und 6000 mm. Das Gewicht eines
Betonfertigteils mit den Abmessungen L = 1800 mm, B = 600 mm, H = 1200 mm liegt bei
3109 kg.
[0031] Während die Fig. 1c und 1d das Abdeck- bzw. Oberteil 5 und das Unterteil 7 zeigen,
sind in den Figuren 1b1 und 1b2 Seitenteile 3.1, 3.2 bzw. die seitlichen Bleche der
Schalung gezeigt. Die Seitenteile sind mit Bezugsziffer 3.1, 3.2 gekennzeichnet und
sehr gut auf der dreidimensionalen Ansicht gemäß Fig. 2 zu erkennen. Die Seitenteile
3.1, 3.2 in Form von durchgehenden Blechen weisen eine Vielzahl von Bohrungen 180.1,
180.2 etc. auf, in die das das Oberteil bzw. Abdeckteil 5 eingehängt und damit in
der Stellung fixiert werden kann. Wenn das Unterteil 7 starr mit dem Seitenteil verbunden
ist, dann ist das Oberteil 5 beweglich entlang der Höhe des Seitenteiles ausgebildet.
Das Oberteil 5 kann in die auf verschiedenen Höhen des Seitenteils 3.1, 3.2 eingebrachten
Öffnungen, insbesondere Bohrungen 180.1, 180.2 eingehängt werden, um verschieden hohe
Betonfertigelemente mit ein und derselben Schalung herzustellen. Die Verriegelung
des Oberteils 5 in den Bohrungen 180.1, 180.2 im Seitenteil 3.1, 3.2 erfolgt mit einer
Bolzen-Keil-Verriegelung auf sicherer Art und Weise in der Höhe der jeweiligen Öffnungen
bzw. Bohrungen 180.1, 180.2 Auf diese Art und Weise können sehr einfach Betonfertigteile
in verschiedenen Höhen hergestellt werden, ohne dass Schalungsteile getauscht werden
müssen. So können die gleichen Seitenteile für unterschiedlich hohe Betonfertigteile
eingesetzt werden. Die Breite der Betonfertigteile wird von der Länge der Ober- bzw.
Abdeck- und/oder Unterteile determiniert. Auch hier können unterschiedlich lange Ober-
bzw. Abdeck- und/oder Unterteile zum Einsatz kommen.
[0032] In Fig. 2 ist die erfindungsgemäße Schalung aus zwei Seitenteilen 3.1, 3.2 sowie
Ober- 5 und Unterteil 7 in einer dreidimensionalen Ansicht gezeigt. Gut zu erkennen
ist der Freiraum 10, in dem flüssiges Betonmaterial zur Herstellung der Betonfertigelemente
eingefüllt wird.
[0033] Fig. 3a zeigt die Einzelteile der Schalung, sowie das in der Schalung aus flüssigem
Beton hergestellte Betonfertigelement. Die Seiten des Betonfertigteiles, die durch
Anliegen an den Seitenteilen 3.1, 3.2 hergestellt werden sind mit 503.1 und 503.2
bezeichnet. Die mit Hilfe des Oberteils 5 hergestellte Oberfläche mit Noppen des Betonfertigteiles
ist mit 505 bezeichnet, die Noppen mit 500. Die Noppen 500 entstehen durch die Ausbuchtungen/Einbuchtungen
im Ober- bzw. Unterteil 5,7 der Schalung, wenn flüssiger Beton in die Schalung verfüllt
wird. Korrespondierend zu den Noppen 500 weist die Unterseite des Betonfertigteiles
Einbuchtungen bzw. Einprägungen auf, die vorliegend nicht dargestellt sind und in
die die Noppen 500 eingreifen. Hierzu weist das Unterteil 7 Ausbuchtungen 20 auf.
Zur Ausbuchtung der Noppen 505 auf der Oberseite des Betonfertigelementes weist das
Oberteil korrespondierende Einbuchtung (nicht gezeigt) auf. Fig. 3b zeigt eine Seitenansicht
des in der Verschalung gegossenen Betonfertigteiles, Fig. 3c eine Vorderansicht und
Fig. 3d eine Draufsicht. Fig 3b bis 3d weisen dieselben Bezugsziffern auf wie Fig.
3a. Das Oberteil 5 kann in unterschiedlichen Höhen in die Öffnungen bzw. Bohrungen
des Seitenteils eingelegt bzw. verriegelt werden, so dass mit ein und demselben Seitenteil
sowie Unterteil der Schalung mit verschiebbarem Oberteil Betonfertigelemente unterschiedlichster
Höhen H einfach hergestellt werden können. Wie Figur 3d zeigt sind die Erhebungen
des Betonfertigelementes vierseitige Pyramiden, wobei jede Pyramide Seitenflächen
102.1, 102.2, 102.3, 102.4 aufweist.
[0034] In Fig. 4 ist in einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung ein Produkt gezeigt,
dass bei Verwendung eines L-förmigen Einsatzes in die erfindungsgemäße Schalung mit
zwei Seitenteilen 3.1, 3.2 und Unterteil 7 erhalten werden kann. Bei dem durch den
L-förmigen Einsatz (siehe Fig. 5) hergestellten Produkt handelt es sich bevorzugt
um ein Produkt, dass als Sitzbank 200 oder Hangbefestigung bspw. bei Gartenmauern
Verwendung finden kann. Die Breite B der Sitzbank ist gegeben durch die Breite des
Ober bzw. Unterteils und liegt bei 200 bis 800 mm, bevorzugt bei 500 mm. Die Höhe
H liegt im Bereich 500 mm bis 1500 mm, bevorzugt ungefähr bei 1000 mm, die Höhe HC
liegt im Bereich 100 mm bis 700 mm, bevorzugt bei ungefähr 400 mm. Die Breite der
durch den L-förmigen Einsatz hergestellten Lehne 210 beträgt zwischen 50 mm und 400
mm, bevorzugt ungefähr 100 mm. Der Anstellwinkel α der Lehnenfläche 210 gegenüber
der Standfläche beträgt mehr als 90°, bevorzugt 95° bis 120°.
[0035] In Figur 5 ist eine erfindungsgemäße Schalung 1 für die Herstellung eines Produktes
gemäß Figur 4 gezeigt. Gleiche Bauteile wie in Figur 1a bis 3a sind mit denselben
Bezugsziffern belegt. Um das Betonfertigteil wie in Fig. 4 dargestellt zur Verfügung
zu stellen wurde das Oberteil 5 anders als in Fig. 3a ausgebildet. Das Oberteil 5
enthält statt Einbuchtungen bzw. zusätzlich zu den Einbuchtungen ein L-förmiges Formteil
bzw. L-förmigen Einsatz 900. Das Unterteil 7 ist wie in Fig. 3a mit Noppen 20 ausgebildet.
Die Seitenteile 3.1, 3.2 sind analog zu Fig. 3a. Die L-förmigen Bauteile können sehr
einfach durch einen Wechsel bzw. Tausch des Oberteils bei gleichen Seitenteilen und
Unterteilen, wie zur Herstellung von Betonfertigteilen wie bspw. in Fig. 3b gezeigt,
hergestellt werden.
[0036] Deutlich zu erkennen in den Fig. 1a - 3d und Fig. 5 sind auch die als vierseitige
Pyramiden ausgebildeten Einbuchtung bzw. Ausbuchtungen von Oberteil 5 und Unterteil
7, die zu entsprechenden Noppen führen. Die Pyramiden weisen je Seitenflächen 102.1,
102.2, 102.3, 102.4 und eine Deckfläche 104 wie in Fig. 3d dargestellt, auf.
[0037] Anstelle der pyramidenförmigen Erhebungen und Vertiefungen bzw. Ausbuchtungen und
Einbuchtungen des Ober- bzw. Unterteils können auch Rundnoppen vorgesehen sein. Der
Vorteil der Rundnoppen ist darin zu sehen, dass unterschiedliche Betonfertigelemente
aufeinander aufgesetzt und sehr leicht zentriert werden können. Die Seitenteile sowie
das Ober- und Unterteil der Schalung sind bevorzugt aus Stahl, Edelstahl, Aluminium,
Kunststoff, aber auch Holz gefertigt.
[0038] Durch die Verschiebung des Oberteils 5 kann auf sehr einfacher Art und Weise ein
Betonfertigelement mit ein und derselben Schalung hergestellt werden, das unterschiedliche
Höhen bevorzugt im Bereich 100 mm bis 2.000 mm, insbesondere 300 mm bis 1.200 mm aufweist.
[0039] In den Figuren 6a bis 6b ist eine erfindungsgemäße Schalung mit Zwischenboden gezeigt.
Fig. 6a zeigt eine Seitenansicht, Fig. 6b eine Draufsicht. Gleiche Bauteile wie in
den Figuren 1a bis 3d sind mit denselben Bezugsziffern belegt. Das Oberteil ist mit
5 bezeichnet, das Unterteil mit 7. Das Unterteil 7 umfasst Ausbuchtungen 20, das Oberteil
5 Einbuchtungen (nicht gezeigt). Zwischen Oberteil 5 und Unterteil 7 ist in einer
weitergebildeten Ausführungsform ein Zwischenteil, vorliegend eine Zwischenplatte
1000 angeordnet. Die Zwischenplatte 1000 hat sowohl Ausbuchtungen 20 wie Einbuchtungen
30 (nicht gezeigt). Hierdurch ist es mit der in Fig. 6a gezeigten Schalung mit Zwischenplatte
1000 möglich in einer Schalung mit Oberteil 5 und Unterteil 7 zwei Betonfertigteile
herzustellen. Beim Einsatz von zwei Zwischenteilen können in einer Schalung drei Betonteile
hergestellt werden etc. Die Ausbuchtungen und Einbuchtungen können wie zuvor bei den
Figuren 1a bis 3d beschrieben ausgebildet sein und die dort beschriebenen Vorteile
aufweisen. Der Abstand der Zwischenplatte 1000 vom Oberteil 5 und/oder Unterteil 7
zur Zwischenplatte 1000 beträgt bevorzugt 300 mm bis 800 mm und ist mit A
1 beziehungsweise A
2 bezeichnet. Die Seitenteile sind mit 3.1. bzw. 3.2 bezeichnet. Die Zwischenplatte
1000 kann in die Seitenteile beispielsweise in Löchern eingehängt werden. Der Abstand
der Zwischenplatte 1000 zum Oberteil 5 kann unterschiedlich zum Abstand zum Unterteil
7 geändert werden, so dass unterschiedlich große Betonfertigteile hergestellt werden
können. Figur 6b zeigt eine Draufsicht auf eine Schalung mit Zwischenplatte analog
zu einer Schalung ohne Zwischenplatte wie in Fig. 1c dargestellt. Gleiche Bauteile
wie in Fig. 1c sind mit denselben Bezugsziffern gekennzeichnet.
[0040] In der Erfindung wird erstmals eine Schalung angegeben, die es ermöglicht auf sehr
einfacher Art und Weise Betonfertigteile mit unterschiedlichen Größen, insbesondere
Höhen herzustellen, da der der Einsatz bzw. das Oberteil der Schalung variabel ausgebildet
ist. Darüber hinaus werden Betonfertigteile mit Erhebungen und Einbuchtungen bzw.
Erhebungen und Vertiefungen zur Verfügung gestellt, die sehr leicht aufeinandergesetzt
werden können und einen sicheren Stand aufweisen aufgrund eines Formenschlusses der
Erhebungen und der Einbuchtungen anstelle lediglich eines Reibschlusses.
1. Schalung (1) zur Herstellung von Betonfertigelementen mit Überständen, insbesondere
Noppen oder Pyramiden umfassend
- zwei Seitenteile (3.1, 3.2) mit einer Höhe H
- ein Ober- (5) und ein Unterteil (7) mit einer Länge L und einer Breite B
dadurch gekennzeichnet, dass
das Ober- (5) und/oder das Unterteil (7) Einbuchtungen (30) und/oder Ausbuchtungen
(20), die im Wesentlichen kongruent zur Form der Überstände, insbesondere Noppen oder
Pyramiden, sind, umfassen und wenigstens das Oberteil (5) und/oder das Unterteil (7)
verschiebbar entlang der Höhe H des Seitenteils (3.1, 3.2) verschiebbar oder in unterschiedlichen
Höhen des Seitenteils befestigbar ausgebildet ist.
2. Schalung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem Ober- (5) und dem Unterteil (7) wenigstens ein Zwischenteil, insbesondere
eine Zwischenplatte (1000) mit Einbuchtungen (30) und Ausbuchtungen (20) angeordnet
ist.
3. Schalung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Zwischenteil , insbesondere die Zwischenplatte (1000) verschiebbar entlang der
Höhe H des Seitenteiles ausgebildet ist.
4. Schalung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zwischenplatte (1000) einen ersten Abstand (A1) zum Unterteil
und/oder einen zweiten Abstand (A2) zum Oberteil oder einen dritten Abstand zu einer
weiteren Zwischenplatte aufweist.
5. Schalung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste (A1) und/oder der zweite (A2) und/oder der dritte Abstand im Bereich 200
mm bis 2000 mm, bevorzugt 300 bis 800 mm liegt.
6. Schalung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Noppen oder Pyramiden kreuzartige Noppen oder Rundnoppen oder sechseckige Noppen
umfassen.
7. Schalung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die kreuzartigen Noppen oder die Rundnoppen eine Materialstärke von 2 bis 10 mm, bevorzugt
2 bis 4 mm, aufweisen.
8. Schalung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Rundnoppen einen Durchmesser von 20 bis 300 mm, bevorzugt 60 bis 200 mm, aufweisen.
9. Schalung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schalung ein Unterteil (7) umfasst und das Oberteil (5) als L-förmiger Einsatz
ausgebildet ist.
10. Schalung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
der L-förmige Einsatz ein Stahlblech, bevorzugt mit einer Materialstärke von 2 bis
20, bevorzugt 4 bis 10 mm, ist.
11. Schalung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Seitenteile (3.1, 3.2), das Ober- und Unterteil (5,7), der L-förmige
Einsatz (300) aus einem der nachfolgenden Materialien besteht:
- Stahl
- Edelstahl
- Aluminium
- Kunststoff
- Holz
12. Schalung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Höhe H der Seitenteile (3.1, 3.2) im Bereich 100 bis 5000 mm, bevorzugt 1000 bis
5000 mm, liegt und/oder die Breite B der Seitenteile (3.1, 3.2) im Bereich 100 mm
bis 6000 mm, insbesondere 200 mm bis 2000 mm.
13. Schalung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Länge L des Ober- und/oder Unterteils im Bereich 200 mm bis 10000 mm liegt.
14. Schalung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
das entlang der Höhe H des Seitenteils (3.1, 3.2) verschiebbare Ober- (5) und/oder
Unterteile (7) in einer bestimmten Höhe H des Seitenteils mit einer Bolz-Keil-Verriegelung
sicher verriegelt ist.