(19)
(11) EP 3 889 083 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
06.10.2021  Patentblatt  2021/40

(21) Anmeldenummer: 20207346.6

(22) Anmeldetag:  13.11.2020
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65H 18/28(2006.01)
B65D 85/67(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
B65H 2701/52; B65H 18/28; B65H 2301/41282; B65D 85/67; B65D 57/002; B65H 2701/534; B65H 2701/11332
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30) Priorität: 30.03.2020 DE 102020108660

(71) Anmelder: K.L. Kaschier- und Laminier GmbH
48455 Bad Bentheim-Gildehaus (DE)

(72) Erfinder:
  • Baldauf, Georg
    48366 Laer (DE)
  • Schulze Wehninck, Rembert
    82327 Tutzing (DE)

(74) Vertreter: Cohausz Hannig Borkowski Wißgott 
Patentanwaltskanzlei GbR Schumannstraße 97-99
40237 Düsseldorf
40237 Düsseldorf (DE)

   


(54) VERPACKUNGSMITTEL FÜR WICKEL


(57) Die Erfindung betrifft ein Verpackungsmittel zum Lagern und Transport von auf Wickeln (3) aufgewickelten Textil- und Nonwoven-Bahnen, wobei die Bahnen jeweils auf einer Hülse (2) aufgewickelt sind, und der Wickel als Schmalrolle einen Durchmesser aufweist, der das Mehrfache der Breite der gewickelten Bahn beträgt, wobei zum Stapeln von zwei oder mehr Wickeln die koaxial übereinander angeordneten Hülsen (2) durch hülsenförmige oder rundprofilförmige Verbindungsstücke (5) miteinander verbunden sind, die in die Hohlräume benachbarter Hülsen (2) eingesteckt sind, so dass alle Hülsen (2) eine stabile Hülsenachse und benachbarte Wickel zwischen ihren Seitenflächen einen Abstand bilden.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Verpackungsmittel zum Lagern und Transport von auf Wickeln aufgewickelten Textil- und Nonwoven-Bahnen, wobei die Bahnen jeweils auf einer Hülse aufgewickelt sind, und der Wickel als Schmalrolle einen Durchmesser aufweist, der das Mehrfache der Breite der gewickelten Bahn beträgt.

[0002] Bahnförmige Textil- und Nonwoven-Produkte werden häufig in Schmalrollen (Schmalwickeln) zu palettenlosen Rollenstapeln verpackt. Dabei wird die ober- und untere Stirnseite des Stapels mit einer Pappe oder Kunststofffolie geschützt und der Stapel anschließend mit einer Stretch-Folie eingewickelt. Diese Verpackung ist kostengünstig und Ressourcen-schonend.

[0003] Allerdings weisen Warenbahnen mit unterschiedlicher Dicke über die Breite der Bahn im aufgewickelten Zustand als Rolle, deutlich außenseitig vorstehende Materialringe auf, die "Kolbenringe" genannt werden. Bei mittig liegenden "Kolbenringen" hat das zur Folge, dass die Außenseiten der Rolle sehr weich gewickelt und damit leicht komprimierbar sind. Wenn nun Rollen mit weichen Kanten übereinandergestapelt werden und so verpackt transportiert werden, kommt es zu Kompressionen der Kanten und damit zum Knicken und Falten der Textil- oder Nonwoven-Bahn.

[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, Verpackungsmittel der eingangs genannten Art so zu verbessern, dass die weichen Wickelaußenseiten bei Transport und Lagerung der Wickel nicht belastet sind und damit Beschädigungen der Wickelbahnen verhindert werden.

[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zum Stapeln von zwei oder mehr Wickeln die koaxial übereinander angeordneten, benachbarten Hülsen durch hülsenförmige oder rundprofilförmige Verbindungsstücke miteinander verbunden sind, die in die Hohlräume beider Hülsen eingesteckt sind, so dass alle Hülsen eine stabile Hülsenachse und benachbarte Wickel zwischen ihren Seitenflächen einen Abstand bilden.

[0006] Die Verbindungsstücke sorgen dafür, dass die Wickel bzw. Rollen nicht einander berühren und aufeinanderliegen und aufgrund dieses Abstandes zwischen den Wickeln die Wickelbahnen beim Transport unbelastet bleiben und nicht verformt werden. Hierbei werden kompakte stabile Verpackungseinheiten (von z. B. 5 Wickel/ Rollen mit einer Bahnenbreite von 20 cm) geschaffen, mit geringen Außenabmessungen und sicheren und einfachem Transport.

[0007] Ein sicherer, geringer und unveränderlicher Abstand zwischen den Wickeln/Rollen wird erreicht, wenn die Verbindungsstücke außen einen koaxialen Abstandsring tragen, der zwischen den Stirnseiten benachbarter Hülsen liegt. Alternativ oder zusätzlich können die Verbindungsstücke jeweils eine Abstandsscheibe tragen, zu der die Längsachse des Verbindungsstücks lotrecht steht und die jeweils zwischen den Seitenflächen zweier Wickel liegt und damit verhindern, dass die Seitenflächen zweier benachbarter Wickel einander berühren.

[0008] Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass die Verbindungsstücke aus Pappe oder Kunststoff bestehen.

[0009] Ferner sind die Abstandsscheiben zur Längsachse koaxiale Kreisscheiben. Auch wird vorgeschlagen, dass die axiale Länge der Verbindungsstücke gleich oder kleiner ist als die axiale Länge der Wickelhülsen.

[0010] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen schematisch dargestellt und werden im Folgenden näher beschrieben. Es zeigen
Fig. 1
einen axialen Schnitt durch drei übereinanderstehenden Wickeln/Rollen im Ausschnitt im Verbindungsbereich mit Abstandsscheiben tragenden Verbindungsstücken,
Fig. 2
eine perspektivische Aussicht zwei übereinander im Abstand angeordneter Wickelhülsen mit dazwischenliegenden Verbindungsstücken,
Fig. 3
eine Seitenansicht von drei übereinander angesetzten Wickelhülsen mit Verbindungsstücken,
Fig. 4
eine Seitenansicht von drei übereinander angeordneten Wickeln/Rollen,
Fig. 5
einen axialen Schnitt durch drei übereinanderstehenden Wickeln/Rollen im Ausschnitt im Verbindungsbereich mit Abstandsringe tragenden Verbindungsstücken.


[0011] Schmale Bänder bzw. Bahnen 1 aus einer Textilie, insbesondere aus einem Fasergefüge, wie einem nicht gewebten Material wie einem Vlies, insbesondere für Hygienezwecke, werden auf einer Wickelhülse 2 aus Pappe aufgewickelt, um eine Schmalrolle, bzw. einen Wickel 3 zu bilden, dessen Durchmesser D einem Mehrfachen der Breite B des Bandes 1 entspricht. Um mehrere dieser Wickel/Rollen 3 bei senkrechter Hülsen- und Wickelachse 4 übereinander zu stapeln, werden die beiden Hülsenenden zweier benachbarter Wickelhülsen 2 miteinander durch ein Verbindungsstück 5 verbunden, das aus einem Rundprofil oder aus einer Verbindungshülse besteht, deren oberes Ende in den Hohlraum des unteren Endes der oberen Hülse 2 und dessen unteres Ende in den Hohlraum des oberen Endes der unteren Hülse 2 eingesteckt wird, wonach die Hülsen 2 aller Wickel 3 eine stabile Achse des gesamten Transportgutes bilden.

[0012] Jedes Verbindungsstück 5 weist eine außenseitige angeformte Abstandsscheibe 7 in Form eines kreisrunden Flansches, bzw. einer zur Wickelachse 4 koaxialen Kreisscheibe auf, die nach dem Zusammensetzen zweier oder mehrerer Wickel 3 übereinander jeweils zwischen zwei Wickeln zu liegen kommt und hierdurch dafür sorgt, dass die Seitenflächen 8 zweier benachbarter Wickel 3 nicht aufeinanderliegen, sondern miteinander einen schmalen Abstand bilden, der gleich der Dicke der Abstandsscheibe 7 ist.

[0013] Die Seitenränder der aufgewickelten Bänder 1 sind oft weicher und damit nachgiebiger als die Mitte der Bänder, hierdurch sind die zwei Seitenflächen 8 eines Wickels 3 oft nicht plan, sondern konvex ausgebaucht, wie in Figur 4 dargestellt. Es bilden sich hierbei oft "Kolbenringe", die die Seitenfläche 8 des benachbarten Winkels eindrücken würden. Dies wird durch die Abstandsscheibe 7 verhindert, die zwischen den ausgebauchten Bereichen der Seitenflächen 8 liegt.

[0014] In der alternativen Ausführung nach Fig. 5 trägt statt einer Abstandsscheibe das Verbindungsstück 5 außenseitig einen zur Wickelachse 4 koaxialen Ring als Abstandsring 9, dessen radiale Ringbreite gleich der Dicke der Hülse 2 ist, so dass der Ring 9 dafür sorgt, dass die Hülsen zueinander jeweils einen Abstand bilden, der gleich der Dicke bzw. Höhe des Abstandsringes 9 ist.


Ansprüche

1. Verpackungsmittel zum Lagern und Transport von auf Wickeln (3) aufgewickelten Textil- und Nonwoven-Bahnen (1), wobei die Bahnen jeweils auf einer Hülse (2) aufgewickelt sind, und der Wickel als Schmalrolle einen Durchmesser (D) aufweist, der das Mehrfache der Breite (B) der gewickelten Bahn (1) beträgt,
dadurch gekennzeichnet, dass zum Stapeln von zwei oder mehr Wickeln (3) die koaxial übereinander angeordneten Hülsen (2) durch hülsenförmige oder rundprofilförmige Verbindungsstücke (5) miteinander verbunden sind, die in die Hohlräume benachbarter Hülsen (2) eingesteckt sind, so dass alle Hülsen eine stabile Hülsenachse und benachbarte Wickel (3) zwischen ihren Seitenflächen (8) einen Abstand bilden.
 
2. Verpackungsmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsstücke (5) außen einen koaxialen Abstandsring (9) tragen, der zwischen den Stirnseiten benachbarter Hülsen (2) liegt.
 
3. Verpackungsmittel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsstücke (5) jeweils eine Abstandsscheibe (7) tragen, zu der die Längsachse des Verbindungsstücks lotrecht steht und die jeweils zwischen den Seitenflächen (8) zweier Wickel (3) liegt.
 
4. Verpackungsmittel nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsstücke (5) aus Pappe oder Kunststoff bestehen.
 
5. Verpackungsmittel nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsscheiben (7) zur Längsachse koaxiale Kreisscheiben sind.
 
6. Verpackungsmittel nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Länge der Verbindungsstücke (5) gleich oder kleiner ist als die axiale Länge der Wickelhülsen (2).
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht