[0001] Die Erfindung betrifft ein elektromechanisches Kompakt-Schutzschaltgerät mit einer
Gehäusebreite von nur einer Teilungseinheit, in dem eine erste Magnetspule zur Betätigung
eines ersten Schaltkontakts sowie eine zweite Magnetspule zur Betätigung eines zweiten
Schaltkontakts angeordnet sind, wobei die beiden Schaltkontakte zwischen den beiden
Magnetspulen angeordnet sind.
[0002] Elektromechanische Schutzschaltgeräte - beispielsweise Leistungsschalter, Leitungsschutzschalter,
Fehlerstromschutzschalter sowie Lichtbogen- bzw. Brandschutzschalter - dienen der
Überwachung sowie der Absicherung eines elektrischen Stromkreises und werden insbesondere
als Schalt- und Sicherheitselemente in elektrischen Energieversorgungs- und Verteilnetzen
eingesetzt. Zur Überwachung und Absicherung des elektrischen Stromkreises wird das
Schutzschaltgerät über zwei oder mehrere Anschlussklemmen mit einer elektrischen Leitung
des zu überwachenden Stromkreises elektrisch leitend verbunden, um bei Bedarf den
elektrischen Strom in der jeweiligen überwachten Leitung zu unterbrechen. Das Schutzschaltgerät
weist hierzu zumindest einen Schaltkontakt auf, der bei Auftreten eines vordefinierten
Zustandes - beispielsweise bei Erfassen eines Kurzschlusses oder eines Fehlerstromes
- geöffnet werden kann, um den überwachten Stromkreis vom elektrischen Leitungsnetz
zu trennen. Derartige Schutzschaltgeräte sind auf dem Gebiet der Niederspannungstechnik
auch als Reiheneinbaugeräte bekannt.
[0003] Leistungsschalter sind speziell für hohe Ströme ausgelegt. Ein Leitungsschutzschalter
(sogenannter LS-Schalter), welcher auch als "Miniature Circuit Breaker" (MCB) bezeichnet
wird, stellt in der Elektroinstallation eine sogenannte Überstromschutzeinrichtung
dar und wird insbesondere im Bereich der Niederspannungsnetze eingesetzt. Leistungsschalter
und Leitungsschutzschalter garantieren ein sicheres Abschalten bei Kurzschluss und
schützen Verbraucher und Anlagen vor Überlast. Auf diese Weise werden beispielsweise
elektrische Leitungen vor Beschädigung durch eine zu starke Erwärmung in Folge eines
zu hohen elektrischen Stromes geschützt.
[0004] Zur Unterbrechung einer einzigen Phasenleitung wird in der Regel ein einpoliger Leitungsschutzschalter
verwendet, welche üblicher Weise eine Breite von einer Teilungseinheit (entspricht
ca. 18mm) aufweist. Für dreiphasige Anschlüsse werden (alternativ zu drei einpoligen
Schaltgeräten) dreipolige Leitungsschutzschalter eingesetzt, welche dementsprechend
eine Breite von drei Teilungseinheiten (entspricht ca. 54mm) aufweisen. Jedem der
drei Phasenleiter ist dabei ein Pol, d.h. eine Schaltstelle zugeordnet. Soll zusätzlich
zu den drei Phasenleitern auch noch der Neutralleiter unterbrochen werden, spricht
man von vierpoligen Geräten, welche vier Schaltstellen aufweisen: drei für die drei
Phasenleiter sowie einen für den gemeinsamen Neutralleiter. Für einphasige Anwendungen
existieren dementsprechend sogenannte "1+N"-Geräte, welche zwei Schaltstellen, eine
erste zur Unterbrechung des Phasenleiters sowie eine weitere zur Unterbrechung des
der Phasenleitung zugeordneten Neutralleiters, aufweisen.
[0005] Da bei Anwendungen in der Elektroinstallationstechnik der zur Verfügung stehende
Bauraum - beispielsweise in einem Elektro-installationsverteiler - zumeist stark begrenzt
ist, besteht die Notwendigkeit, die Schutzschaltgeräte möglichst kompakt zu gestalten,
beispielsweise durch Verwendung kompakter "1+N"-Geräte mit einer Breite von nur einer
Teilungseinheit. Kompakte Schutzschaltgeräte in Schmalbauweise sind beispielsweise
aus den Druckschriften
EP 1 191 562 B1,
EP 1 473 750 A1 oder
DE 10 2004 034 859 A1 prinzipiell vorbekannt. Weiterhin sollen zur Erschließung weiterer Einsatzgebiete
immer höhere Nennstromstärken realisiert werden. Diese Entwicklungen führen allesamt
dazu, dass im Inneren der Schaltgeräte bei ständig wachsendem Funktionsumfang immer
weniger Bauraum zur Verfügung steht.
[0006] Es ist deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein kompaktes elektromechanisches
Schutzschaltgerät bereitzustellen, welches die vorstehend genannten Probleme zumindest
teilweise verbessert.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das elektromechanische Kompakt-Schutzschaltgerät
gemäß Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Schutzschaltgerätes
sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0008] Das erfindungsgemäße elektromechanische Kompakt-Schutzschaltgerät weist ein Isolierstoffgehäuse
mit einer Breite von nur einer Teilungseinheit auf. Das Isolierstoffgehäuse weist
seinerseits eine Frontseite, eine der Frontseite gegenüberliegende Befestigungsseite,
sowie die Front- und die Befestigungsseite verbindende erste und zweite Schmal- und
Breitseiten auf. Weiterhin weist das Schutzschaltgerät eine erste Magnetspule zur
Betätigung eines ersten Schaltkontakts sowie eine zweite Magnetspule zur Betätigung
eines zweiten Schaltkontakts des Schutzschaltgerätes auf. Dabei sind die erste Magnetspule
im Bereich der ersten Schmalseite und die zweite Magnetspule im Bereich der zweiten
Schmalseite angeordnet, wobei die beiden Schaltkontakte zwischen den beiden Magnetspulen
angeordnet sind, wobei die beiden Magnetspule gegensinnig gewickelt sind.
[0009] Unter dem Begriff "gegensinnig" ist zu verstehen, dass eine der beiden Magnetspulen
rechtssinnig, d.h. im Uhrzeigersinn, gewickelt ist, während die andere der beiden
Magnetspulen linkssinnig, d.h. im Gegenuhrzeigersinn, gewickelt ist. Ist beispielsweise
die erste Magnetspule rechtssinnig gewickelt so ist die zweite Magnetspule linkssinnig
gewickelt, alternativ ist bei einer linkssinnig gewickelten ersten Magnetspule die
zweite Magnetspule rechtssinnig gewickelt. Ob die erste Magnetspule linkssinnig oder
rechtssinnig gewickelt ist, ist dabei unerheblich; erfindungswesentlich ist, dass
die zweite Magnetspule eine entgegengesetzt orientierten Wickelungssinn aufweist.
[0010] Da die beiden Magnetspulen jeweils einen wesentlichen Teil der verfügbaren Innenbreite
des Isolierstoffgehäuses einnehmen, sind sie nicht nebeneinander liegend, sondern
in einer von der ersten zur zweiten Schmalseite verlaufenden ersten Richtung, welche
einer Normalenrichtung der ersten bzw. zweiten Schmalseite entspricht, hintereinander
- jeweils in der Nähe einer der beiden Schmalseiten - angeordnet. Die beiden Magnetspulen
sind jeweils Teil eines elektromagnetischen Auslösesystems, welches dazu dient, bei
Auftreten eines Kurzschlusses ein Auslösen des Schutzschaltgerätes zu bewirken. Hierzu
weist jedes der beiden Auslösesysteme einen relativ zur jeweiligen Magnetspule beweglich
gelagerten Stößel auf, welcher bei Auftreten eines Kurzschlussstromes direkt und/oder
indirekt auf den jeweiligen Schaltkontakt einwirkt, um diesen zu Öffnen und damit
den betreffenden Stromkreis zu unterbrechen. Da die beiden Schaltkontakte zwischen
den beiden Magnetspulen angeordnet sind, bewegen sich die beiden Stößel gegenläufig
zur in Richtung der beiden mittig angeordneten Schaltkontakte.
[0011] Bei Öffnen der Schaltkontakte entsteht ein Lichtbogen, welcher zunächst zwischen
den beiden Kontaktelementen eines jeden Schaltkontakts steht. Im weiteren Verlauf
der Kontaktöffnung wird der jeweilige Lichtbogen in Richtung einer ihm zugeordneten
Löschkammer geleitet, wo er gekühlt und schließlich gelöscht wird. Aufgrund der baulichen
Nähe der beiden Magnetspulen zu den Schaltkontakten sowie den beiden Löschkammern
kommt es im Falle einer Kurzschluss-Auslösung aufgrund des hohen Kurzschlussstroms
zu gegenseitigen magnetischen Beeinflussungen, was sich in der thermischen Belastung
der beteiligten Komponenten sowie den Energie-Durchlasswerten widerspiegelt: bei einer
positiven Beeinflussung können die thermische Belastung sowie die Durchlasswerte niedrig
gehalten werden.
[0012] Die bei einer Kurzschluss-Auslösung auftretenden elektromagnetischen Felder wirken
sich auch auf die elektrisch leitenden Lichtbögen aus: dabei ist es das Ziel, beide
Lichtbögen möglichst schnell und - falls möglich - gleichzeitig in die jeweilige Löschkammer
zu treiben und dort zum Erlöschen zu bringen. Aufgrund der unterschiedlichen, gegenläufigen
Wicklungsrichtung der beiden Magnetspulen - die eine ist im Uhrzeigersinn, die andere
im Gegenuhrzeigersinn gewickelt - kann ein deutlich günstigeres Magnetfeld, erreicht
werden, d.h. die resultierende Kraft des gesamten, durch die beiden Magnetspulen hervorgerufenen
Magnetfeldes auf den jeweiligen Lichtbogen wirkt bei unterschiedlich (rechts- und
linkssinnig) gewickelten Magnetspulen deutlich stärker in Richtung der dem jeweiligen
Lichtbogen zugeordneten Löschkammer. Auf diese Weise ist eine positive Wirkung auf
das Lauf- und Löschverhalten erzielbar; die thermische Belastung der beteiligten Baugruppen
und Komponenten sowie der Energie-Durchlasswert können hierdurch deutlich reduziert
werden.
[0013] In einer vorteilhaften Weiterbildung des Schutzschaltgerätes sind in dem Isolierstoffgehäuse
ferner eine erste Lichtbogenlöschkammer zum Löschen eines beim Öffnen des ersten Schaltkontakts
auftretenden ersten Lichtbogens, sowie eine zweite Lichtbogenlöschkammer zum Löschen
eines beim Öffnen des ersten Schaltkontakts auftretenden zweiten Lichtbogens aufgenommen
und gehaltert.
[0014] Die beiden Lichtbogen-Löschkammern weisen jeweils eine Mehrzahl an Löschblechen auf,
welche in einer Stapelrichtung voneinander beabstandet gehalten sind. Wird ein Lichtbogen
in die Löschkammer getrieben, so wird er durch die Löschbleche in mehrere Teil-Lichtbögen
aufgeteilt. Dies bewirkt einerseits eine höhere Bogenspannung, andererseits eine Kühlung
des Lichtbogens durch die metallischen Löschbleche. Beide Effekte führen zu einem
schnelleren Erlöschen des Lichtbogens; der Energieeintrag und damit die thermische
Belastung der umliegenden Baugruppen und Komponenten kann dadurch deutlich reduziert
werden.
[0015] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung des Schutzschaltgerätes ist das Isolierstoffgehäuse
in einer Draufsicht auf die Befestigungsseite in zwei jeweils an eine der Breitseiten
grenzende Strompfadbereiche unterteilt, wobei der erste Strompfadbereich einen ersten
Strompfad aufweist, in dem der erste Schaltkontakt sowie die erste Magnetspule angeordnet
sind, und wobei der zweite Strompfadbereich einen zweiten Strompfad aufweist, in dem
der zweite Schaltkontakt sowie die zweite Magnetspule angeordnet sind.
[0016] Jedem der beiden Strompfade, in dem jeweils einer der beiden Schaltkontakte angeordnet
ist, ist eine der beiden Magnetspulen zugeordnet, um im Falle eines im jeweiligen
Strompfad auftretenden Kurzschlusses den betreffenden Strompfad durch Öffnen des diesem
zugeordneten Schaltkontakts zu unterbrechen. Auf diese Weise können in einem Kompakt-Schutzschaltgerät
mit einer Breite von nur einer Teilungseinheit zwei unabhängige Strompfade abgesichert
werden.
[0017] In einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung des Schutzschaltgerätes sind der erste
Strompfad mit einem ersten Phasenleiter und der zweite Strompfad mit einem zweiten
Phasenleiter kontaktierbar.
[0018] Wird jeder der beiden Strompfade mit einem Phasenleiter elektrisch leitend verbunden,
so können zwei unabhängigen Phasenleitungen mit Hilfe des Kompakt-Schutzschaltgerätes
geschützt werden. Anstelle der Verwendung zweier Leitungsschutzschalter mit einer
Breite von je einer Teilungseinheit ist dieser Schutz nun durch ein zweipoliges Schutzschaltgerät
mit der Breite von nur einer Teilungseinheit realisierbar. Dies ist insbesondere bei
beengten Platzverhältnissen, beispielsweise in einem Elektro-Installationsverteiler,
von entscheidendem Vorteil.
[0019] Im Folgenden wird ein Ausführungsbeispiel des elektromechanischen Kompakt-Schutzschaltgerätes
unter Bezug auf die beigefügten Figuren näher erläutert. In den Figuren sind:
Figuren
- 1 und 2
- schematische Darstellungen eines Kompakt-Schutzschaltgerätes in verschiedenen Ansichten;
- Figuren 3 und 4
- schematische Darstellungen eines magnetischen Kurzschlussauslösesystems mit zwei gleichsinnig
gewickelten Magnetspulen;
- Figuren 5 und 6
- schematische Darstellungen eines magnetischen Kurzschlussauslösesystems mit zwei gegensinnig
gewickelten Magnetspulen;
- Figur 7
- eine schematische Darstellung der unterschiedlichen Kraftvektoren bei gleichsinniger
und gegensinniger Spulenwicklung.
[0020] In den verschiedenen Figuren der Zeichnung sind gleiche Teile stets mit dem gleichen
Bezugszeichen versehen. Die Beschreibung gilt für alle Zeichnungsfiguren, in denen
das entsprechende Teil ebenfalls zu erkennen ist.
[0021] In den Figuren 1 und 2 ist das erfindungsgemäße Kompakt-Schutzschaltgerät 1 in Grund-
und Aufriss schematisch dargestellt. Das Schutzschaltgerät 1 weist ein Isolierstoffgehäuse
2 auf, welches seinerseits eine Frontseite 3, eine der Frontseite 3 gegenüberüberliegende
Befestigungsseite 4, sowie die Frontseite 3 und die Befestigungsseite 4 verbindende
erste und zweite Schmalseiten 5-1 und 5-2 sowie erste und zweite Breitseiten 6-1 und
6-2 aufweist. Mit Hilfe eines im Bereich der Befestigungsseite 4 am Isolierstoffgehäuse
2 in einer ersten Richtung R
1 beweglich gelagerten Schiebers 7 ist das Schutzschaltgerät 1 an einer Trag- oder
Hutschiene (nicht dargestellt) befestigbar. Im Bereich der Frontseite 3 ist ein Betätigungselement
9 angeordnet, mit dessen Hilfe das Schutzschaltgerät 1 manuell betätigt werden kann.
[0022] Das Isolierstoffgehäuse 2 ist in Schmalbauweise ausgeführt und weist in einer zur
ersten Richtung R
1 orthogonal orientierten zweiten Richtung R
2 eine Breite B von nur einer Teilungseinheit (1 TE) auf, was ca. 18mm entspricht.
In der Mitte des Isolierstoffgehäuses 2 verläuft eine imaginäre Trennlinie 8 (strichliert
dargestellt), welche das Isolierstoffgehäuse 2 in zwei annähernd gleich große Teilbereiche
- den ersten Strompfadbereich 10 sowie den zweiten Strompfadbereich 20 - unterteilt.
In der Darstellung der Figur 1 ist die Trennlinie 8 exakt mittig und parallel zu den
Breitseiten 6-1 und 6-2 orientiert dargestellt. Dies ist jedoch lediglich der schematischen
Darstellung der Figur 1 geschuldet und nicht zwingend erforderlich. Vielmehr ist es
selbstverständlich möglich, dass einzelne Abschnitte der beiden Strompfadbereiche
10, 20 einen höheren oder geringeren Platzbedarf in Breitenrichtung aufweisen, weswegen
die Trennlinie 8 in diesem Abschnitt nicht mittig und/oder nicht parallel zu den Breitseiten
6-1 und 6-2 verläuft. Abschnittsweise kann die Trennlinie auch als Trennwand zwischen
dem ersten Strompfadbereich 10 und dem zweiten Strompfadbereich 20 ausgebildet sein,
beispielsweise um die beiden Bereiche elektrisch voneinander zu isolieren.
[0023] Sowohl der erste Strompfadbereich 10 als auch der zweite Strompfadbereich 20 ist
zum Anschluss jeweils eines externen elektrischen Phasenleiters P1 bzw. P2 vorgesehen.
Hierzu weisen beide Strompfadbereiche 10, 20 jeweils zwei Anschlussklemmen 30 auf,
von denen jeweils eine im Bereich der ersten Schmalseite 5-1 und die andere im Bereich
der zweiten Schmalseite 5-2 des Isolierstoffgehäuses 2 angeordnet ist. Zur elektrischen
Kontaktierung werden die externen Phasenleiter P1 und P2 durch in den Schmalseiten
5-1 und 5-2 ausgebildete Öffnungen hindurchgeführt und mit den dahinter liegenden
Anschlussklemmen 30 elektrisch leitend verbunden.
[0024] Im Inneren des Isolierstoffgehäuses 2 sind die beiden Anschlussklemmen 30 des ersten
Strompfadbereichs 10 über einen ersten Strompfad 11, der von der ersten Schmalseite
5-1 zur gegenüberliegenden zweiten Schmalseite 5-2 verläuft, elektrisch leitend miteinander
verbunden. Zur Unterbrechung des ersten Strompfads 11 ist im ersten Strompfadbereich
10 ein erster Schaltkontakt 12 angeordnet, welcher im Falle eines elektrischen Kurzschlusses
mittels eines ersten magnetischen Auslösers 13 geöffnet werden kann. Der erste magnetische
Auslöser 13 weist hierzu eine erste Magnetspule 13-1 auf mit deren Hilfe ein erster
Stößel 13-2 betätigbar ist. Bei Auftreten eines durch die erste Magnetspule 13-1 fließenden
Kurzschlussstroms wird der erste Stößel 13-2 von der Magnetspule 13-1 in Richtung
des ersten Schaltkontakts 12 bewegt, wodurch dieser geöffnet wird.
[0025] Analog zum ersten Strompfadbereich 10 sind die beiden Anschlussklemmen 30 des zweiten
Strompfadbereichs 20 im Inneren des Isolierstoffgehäuses 2 über einen zweiten Strompfad
21, welcher von der ersten Schmalseite 5-1 zur gegenüberliegenden zweiten Schmalseite
5-2 verläuft, elektrisch leitend miteinander verbunden. Zur Unterbrechung des zweiten
Strompfads 21 ist im zweiten Strompfadbereich 20 ein zweiter Schaltkontakt 22 angeordnet,
welcher im Falle eines elektrischen Kurzschlusses mittels eines zweiten magnetischen
Auslösers 23 geöffnet werden kann. Der zweite magnetische Auslöser 23 weist hierzu
eine zweite Magnetspule 23-1 auf mit deren Hilfe ein zweiter Stößel 23-2 betätigbar
ist. Bei Auftreten eines durch die zweite Magnetspule 23-1 fließenden Kurzschlussstroms
wird der zweite Stößel 23-2 von der zweiten Magnetspule 23-1 in Richtung des zweiten
Schaltkontakts 22 bewegt, wodurch dieser geöffnet wird.
[0026] Hinsichtlich des strukturellen Aufbaus des Kompakt-Schutzschaltgerätes 1 sind die
erste Magnetspule 13-1 und die zweite Magnetspule 23-1 in Breitenrichtung nicht nebeneinander
liegend angeordnet. Aus Platzgründen ist die erste Magnetspule 13-1 daher im Bereich
der ersten Schmalseite 5-1 in dem Isolierstoffgehäuse 2 aufgenommen und gehaltert,
wohingegen die zweite Magnetspule 23-1 im Bereich der zweiten Schmalseite 5-2 in dem
Isolierstoffgehäuse 2 aufgenommen und gehaltert ist. Die beiden Schaltkontakte 12
und 22 sind dabei im Wesentlichen mittig zwischen der ersten Magnetspule 13-1 und
der zweiten Magnetspule 23-1 in dem Isolierstoffgehäuse 2 angeordnet, d.h. aufgenommen
und gehaltert.
[0027] Neben einer Kurzschluss-bedingten Öffnung der Schaltkontakte 12 und 22 durch den
ihnen jeweils zugeordneten magnetischen Auslöser 13 bzw. 23 können die beiden Schaltkontakte
12 und 22 auch manuell durch Betätigen des an der Frontseite 3 angeordneten Betätigungselements
9 mittels einer (nicht dargestellten) Schaltmechanik, welche eine mechanische Verbindung
zu den Schaltkontakten herstellt, betätigt werden.
[0028] Unterhalb des ersten bzw. zweiten magnetischen Auslösers 13 bzw. 23, d.h. in Richtung
der Befestigungsseite 4, ist jeweils eine, dem jeweiligen Auslöser 13 bzw. 23 zugeordnete,
erste bzw. zweite Lichtbogenlöschkammer 14 bzw. 24 in dem Isolierstoffgehäuse 2 aufgenommen
und gehaltert. Diese Lichtbogenlöschkammern 14 bzw. 24 dienen dazu, einen bei Öffnen
des jeweils zugeordneten Schaltkontakts 12 bzw. 22 auftretenden Lichtbogen in mehrere
Teillichtbögen aufzuteilen, zu kühlen und somit zum Erlöschen zu bringen. Üblicherweise
weisen Schutzschaltgeräte auch zumindest einen thermischen Auslöser zur Auslösung
des Schutzschaltgerätes im Falle einer thermischen Überlast auf. Thermische Auslöser
wirken ebenfalls direkt und/oder indirekt auf den jeweils zugeordneten Schaltkontakt
ein, um den diesem zugeordneten Strompfad im Falle einer thermischen Überlast zu unterbrechen.
Da dies jedoch nicht erfindungswesentlich ist, wurde auf die Darstellung thermischer
Auslöser aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet.
[0029] In den Figuren 3 und 4 ist ein magnetisches Kurzschlussauslösesystem für ein Kompakt-Schutzschaltgerät
mit zwei gleichsinnig gewickelten Magnetspulen 13-1 und 23-1 schematisch dargestellt.
Figur 3 zeigt dabei eine Seitenansicht des Kurzschlussauslösesystems, während in Figur
4 eine Unteransicht der ersten, rechtes dargestellten Lichtbogenlöschkammer 14 dargestellt
ist.
[0030] Bei Auftreten eines Kurzschlusses in einem oder beiden der ersten und zweiten Strompfade
11 und/oder 21 wird eine der beiden oder beide Magnetspulen 13-1 und/oder 23-1 von
dem hohen Kurzschlussstrom durchflossen, wodurch der jeweilige Stößel 13-2 und/oder
23-2 betätigt und der zugeordnete Schaltkontakt 12 und/oder 22 geöffnet wird. Jeder
der beiden Schaltkontakte 12, 22 weist einen Festkontakt sowie einen relativ dazu
beweglichen Bewegkontakt auf. In Figur 3 ist dies exemplarisch am zweiten Schaltkontakt
22, welcher leicht geöffnet dargestellt ist, zu erkennen: der zweite Schaltkontakt
22 weist einen Festkontakt 22-1, welcher über die zweite Magnetspule 23-1 mit einer
der links dargestellten Anschlussklemmen 30 (Eingangsklemme des zweiten Strompfads)
elektrisch leitend verbunden ist, sowie einen relativ dazu bewegbaren Bewegkontakt
22-2, welcher mit einer der rechts dargestellten Anschlussklemmen 30 (Ausgangsklemme
des zweiten Strompfads) elektrisch leitend verbunden ist, auf.
[0031] Beim Öffnen eines bestromten Schaltkontakts tritt aufgrund der Potentialdifferenz
zwischen der Festkontakt- und der Bewegkontaktseite ein Lichtbogen auf, welcher im
weiteren Verlauf in die dem jeweiligen Schaltkontakt 12 bzw. 22 zugeordneten Lichtbogenlöschkammer
14 bzw. 24 gedrängt und dort zum Erlöschen gebracht wird. Um den Lichtbogen schneller
in Richtung der zugeordneten Löschkammer zu drängen werden unter anderem (elektro-)magnetische
Felder eingesetzt, welche gemäß der Lorentz-Regel auf einen stromdurchflossenen Leiter
eine Kraft (Lorentzkraft F) ausüben, deren Richtung von der Richtung des Magnetfeldes
sowie von der Stromrichtung im stromdurchflossenen Leiter abhängt.
[0032] Für das in Figur 3 dargestellte magnetische Kurzschlussauslösesystem ist in Figur
4 ist ein derartiger, auf einen vor der ersten Lichtbogenlöschkammer 14 stehenden
Lichtbogen wirkender, durch das Magnetfeld des Kurzschlussauslösesystems hervorgerufener
Kraftvektor F
1 schematisch dargestellt. Hierbei ist auffällig, dass der auf den Lichtbogen wirkende
Kraftvektor F
1 nicht nur eine Kraftkomponente F
1R1 in der ersten Richtung R
1, sondern auch eine weitere Kraftkomponente F
1R2 in der zweiten Richtung R
2 aufweist.
[0033] Die beengten Platzverhältnisse in dem kompakten Schutzschaltgerät 1 mit einer Breite
B von nur einer Teilungseinheit TE führen jedoch dazu, dass sich bei einer Kurzschlussabschaltung,
bei der elektrische Ströme bis zu 10.000 Ampere fließen können, die durch die Magnetspulen
13-1 und 23-1 sowie die übrigen stromführenden Bauteile erzeugten Magnetfelder gegenseitig
beeinflussen, was sich aufgrund der Lorentz'schen Regel auch auf die auf den oder
die Lichtbögen wirkenden Kräfte auswirkt. Abhängig von der geometrischen Ausgestaltung
der beteiligten Einzelteile und Komponenten, der Anordnung der Funktionsbaugruppen
in den Kompaktgeräten sowie der aktuellen Position des entstandenen Lichtbogens bzw.
der Lichtbögen während des Abschaltvorgangs kann es dabei zu sehr unterschiedlichen
- auch negativen - Einflüssen auf das Laufverhalten des Lichtbogens bzw. der Lichtbögen
kommen.
[0034] In den Figuren 5 und 6 ist ein ähnliches magnetisches Kurzschlussauslösesystem für
ein Kompakt-Schutzschaltgerät 1 schematisch dargestellt. Figur 5 zeigt dabei wiederum
eine Seitenansicht des Kurzschlussauslösesystems mit zwei Magnetspulen 13-1 und 23-1,
während in Figur 6 die hierzu korrespondierende Unteransicht der ersten, rechtes dargestellten
Lichtbogenlöschkammer 14 dargestellt ist.
[0035] Im Unterschied zu den Darstellungen der Figuren 3 und 4 weist das in den Figuren
5 und 6 dargestellte Kurzschlussauslösesystem jedoch zwei gegensinnig gewickelte Magnetspulen
13-1 und 23-1 auf: während die links dargestellte, zweite Magnetspule 23-1 weiterhin
rechtssinnig gewickelt ist, weist die rechts dargestellte, erste Magnetspule 13-1
nun eine linksdrehenden Wickelsinn auf. Die Auswirkung dieser konstruktiven Änderung
zeigt sich in Figur 6: dort ist wiederum ein auf einen vor der ersten Lichtbogenlöschkammer
14 stehenden Lichtbogen wirkender, durch das Magnetfeld des Kurzschlussauslösesystems
hervorgerufener Kraftvektor F
2 dargestellt. Dieser weist ebenfalls eine Kraftkomponente F
2R1 in der ersten Richtung R
1 sowie auch eine weitere Kraftkomponente F
2R2 in der zweiten Richtung R
2 auf.
[0036] Die Auswirkung dieser konstruktiven Änderung, zwei gegensinnig gewickelte Magnetspulen
anstelle zweier gleichsinnig gewickelter Magnetspulen zu verwenden, zeigt sich im
Vergleich der Figuren 4 und 6. Um diesen Effekt besser zu veranschaulichen sind in
Figur 7 die jeweiligen Kraftvektoren F
1 bei gleichsinniger und F
2 gegensinniger Spulenwicklung zusammen mit den jeweiligen Kraftvektorkomponenten F
1R1 und F
1R2 sowie F
2R1 und F
2R2 schematisch dargestellt. Hierbei wird deutlich, dass bei gegensinnig gewickelten
Magnetspulen die Kraftvektorkomponente F
2R2 deutlich kleiner ist als die sich gemäß Figur 4 ergebende Kraftvektorkomponente F
1R2 bei Verwendung gleichsinnig gewickelter Magnetspulen. Auch ist die in Richtung R
1 wirkende Kraftvektorkomponente F
2R1 bei gegensinnig gewickelten Magnetspulen größer als die entsprechende Kraftvektorkomponente
F
1R1 bei Verwendung gleichsinnig gewickelter Magnetspulen.
[0037] Das Ansprech- und Auslöseverhalten den einzeln betrachteten magnetischen Auslöser
13 und 23 mit rechts- bzw. linksgewickelter Magnetspule 13-1 bzw. 23-1 ist identisch,
allerdings zeigt sich durch das resultierende Gesamt-Magnetfeld des kompakten Schutzschaltgerätes
1 bezogen auf das Lauf- und Löschverhalten der beiden Lichtbögen ein wesentlich günstigeres
Verhalten: die resultierende Kraft des gesamten Magnetfeldes des Kompakt-Schutzschaltgerätes
1 auf den Lichtbogen wirkt bei unterschiedlich, d.h. gegensinnig gewickelten Magnetspulen
13-1 und 23-1 deutlich stärker in die gewünschte Richtung R
1, als dies bei gleichsinnig gewickelten Magnetspulen der Fall wäre. Somit kann auf
diese Weise ein wesentlich stabileres Verhalten des in die Lichtbogenlöschkammer 14
einlaufenden Lichtbogens erreicht werden: ein unruhiger Lichtbogenlauf mit Rück- und
Wiederzündungen des Lichtbogens bei entsprechend hohem I
2t-Durchlassenergiewert wird dadurch wirksam vermieden.
[0038] In der Darstellung der Figur 4 ist die zweite, links dargestellte Magnetspule 23-1
rechtssinnig, d.h. im Uhrzeigersinn, gewickelt, während die erste, rechts dargestellte
Magnetspule 13-1 linkssinnig, d.h. im Gegenuhrzeigersinn, gewickelt ist. Es ist jedoch
selbstverständlich ebenso möglich und vom Anspruch 1 umfasst, die in Figur 4 links
dargestellte Magnetspule 13-1 linkssinnig, und die rechts dargestellte Magnetspule
23-1 rechtssinnig zu wickeln. Auch in diesem Fall sind die beiden Magnetspulen 13-1
und 23-1 gegensinnig gewickelt, der positive Effekt des sich aus dieser Anordnung
ergebenden Gesamtmagnetfeldes sowie des daraus resultierenden, den Lichtbogen treibenden
Kraftvektor bleibt erhalten.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Schutzschaltgerät
- 2
- Isolierstoffgehäuse
- 3
- Frontseite
- 4
- Befestigungsseite
- 5-1
- erste Schmalseite
- 5-2
- zweite Schmalseite
- 6-1
- erste Breitseite
- 6-2
- zweite Breitseite
- 7
- Schieber
- 8
- Trennlinie
- 9
- Betätigungselement
- 10
- erster Strompfadbereich
- 11
- erster Strompfad
- 12
- erster Schaltkontakt
- 13
- erster magnetischer Auslöser
13-1 Magnetspule
13-2 Stößel
- 14
- erste Lichtbogenlöschkammer
- 20
- zweiter Strompfadbereich
- 21
- zweiter Strompfad
- 22
- zweiter Schaltkontakt
22-1 Festkontakt
22-2 Bewegkontakt
- 23
- zweiter magnetischer Auslöser
23-1 Magnetspule
23-2 Stößel
- 24
- zweite Lichtbogenlöschkammer
- 30
- Anschlussklemme
- B
- Breite
- F1
- Kraftvektor
- F2
- Kraftvektor
- F1R1
- Kraftkomponente des Vektors F1 in Richtung R1
- F1R2
- Kraftkomponente des Vektors F1 in Richtung R2
- F2R1
- Kraftkomponente des Vektors F2 in Richtung R1
- F2R2
- Kraftkomponente des Vektors F2 in Richtung R2
- P1
- erster Phasenleiter
- P2
- zweiter Phasenleiter
- R1
- erste Richtung
- R2
- zweite Richtung
- TE
- Teilungseinheit
1. Elektromechanisches Kompakt-Schutzschaltgerät (1),
- mit einem Isolierstoffgehäuse (2) mit einer Breite (B) von nur einer Teilungseinheit
(TE), aufweisend eine Frontseite (3), eine der Frontseite (3) gegenüberliegende Befestigungsseite
(4), sowie die Front- und die Befestigungsseite (3, 4) verbindende erste und zweite
Schmal- und Breitseiten (5-1, 5-2, 6-1, 6-2),
- mit einer ersten Magnetspule (13-1) zur Betätigung eines ersten Schaltkontakts (12)
sowie einer zweiten Magnetspule (23-1) zur Betätigung eines zweiten Schaltkontakts
(22),
- wobei die erste Magnetspule (13-1) im Bereich der ersten Schmalseite (5-1) und die
zweite Magnetspule (23-1) im Bereich der zweiten Schmalseite (5-2) angeordnet sind,
- wobei die beiden Schaltkontakte (12, 22) zwischen den beiden Magnetspulen (13-1,
23-1) angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Magnetspulen (13-1, 23-1) gegensinnig gewickelt sind.
2. Schutzschaltgerät (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Isolierstoffgehäuse (2) ferner eine erste Lichtbogenlöschkammer (14) zum Löschen
eines beim Öffnen des ersten Schaltkontakts (12) auftretenden ersten Lichtbogens,
sowie eine zweite Lichtbogenlöschkammer (24) zum Löschen eines beim Öffnen des ersten
Schaltkontakts (22) auftretenden zweiten Lichtbogens aufgenommen und gehaltert sind.
3. Schutzschaltgerät (1) nach einem der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Isolierstoffgehäuse (2) in einer Draufsicht auf die Befestigungsseite (4) in
zwei jeweils an eine der Breitseiten (6-1, 6-2) grenzende Strompfadbereiche (10, 20)
unterteilt ist,
- wobei der erste Strompfadbereich (10) einen ersten Strompfad (11) aufweist, in dem
der erste Schaltkontakt (12) sowie die erste Magnetspule (13-1) angeordnet sind,
- wobei der zweite Strompfadbereich (20) einen zweiten Strompfad (21) aufweist, in
dem der zweite Schaltkontakt (22) sowie die zweite Magnetspule (23-1) angeordnet sind.
4. Schutzschaltgerät (1) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Strompfad (11) mit einem ersten Phasenleiter (P1) und der zweite Strompfad
(21) mit einem zweiten Phasenleiter (P2) kontaktierbar sind.
1. Electromechanical compact protective switching device (1),
- comprising an insulating-material housing (2) with a width (B) of only one pitch
unit (TE), having a first side (3), a fastening side (4) situated opposite the front
side (3) and also first and second narrow sides and broad sides (5-1, 5-2, 6-1, 6-2)
connecting the front and the fastening side (3, 4),
- comprising a first magnet coil (13-1) for operating a first switching contact (12)
and also a second magnet coil (23-1) for operating a second switching contact (22),
- wherein the first magnet coil (13-1) is arranged in the region of the first narrow
side (5-1) and the second magnet coil (23-1) is arranged in the region of the second
narrow side (5-2),
- wherein the two switching contacts (12, 22) are arranged between the two magnet
coils (13-1, 23-1),
characterized
in that the two magnet coils (13-1, 23-1) are wound in opposition.
2. Protective switching device (1) according to Claim 1, characterized
in that a first arc-quenching chamber (14) for quenching a first arc produced when opening
the first switching contact (12) and also a second arc-quenching chamber (24) for
quenching a second arc produced when opening the first switching contact (22) are
further received and held in the insulating-material housing (2).
3. Protective switching device (1) according to either of the preceding claims,
characterized
in that the insulating-material housing (2), in plan view of the fastening side (4), is subdivided
into two current path regions (10, 20), each bordering one of the broad sides (6-1,
6-2),
- wherein the first current path region (10) has a first current path (11), in which
the first switching contact (12) and also the first magnet coil (13-1) are arranged,
- wherein the second current path region (20) has a second current path (21), in which
the second switching contact (22) and also the second magnet coil (23-1) are arranged.
4. Protective switching device (1) according to Claim 3, characterized
in that the first current path (11) can be contacted by a first phase conductor (P1) and
the second current path (21) can be contacted by a second phase conductor (P2).
1. Disjoncteur de protection compact électromécanique (1),
- avec un boîtier en matériau isolant (2) avec une largeur (B) de seulement une unité
modulaire (TE), comprenant une face avant (3), une face de fixation (4) opposée à
la face avant (3), ainsi que des premières et deuxièmes faces étroites et larges (5-1,
5-2, 6-1, 6-2) reliant la face avant et la face de fixation (3, 4),
- avec une première bobine magnétique (13-1) pour l'actionnement d'un premier contact
de commutation (12) ainsi qu'une deuxième bobine magnétique (23-1) pour l'actionnement
d'un deuxième contact de commutation (22),
- dans lequel la première bobine magnétique (13-1) est disposée dans la zone de la
première face étroite (5-1) et la deuxième bobine magnétique (23-1) est disposée dans
la zone de la deuxième face étroite (5-2),
- dans lequel les deux contacts de commutation (12, 22) sont disposés entre les deux
bobines magnétiques (13-1, 23-1),
caractérisé en ce que les deux bobines magnétiques (13-1, 23-1) sont enroulées en sens inverse.
2. Disjoncteur de protection (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que, dans le boîtier en matériau isolant (2), sont en outre accueillies et maintenues
une première chambre d'extinction d'arc électrique (14) pour l'extinction d'un premier
arc électrique apparaissant lors de l'ouverture du premier contact de commutation
(12), ainsi qu'une deuxième chambre d'extinction d'arc électrique (24) pour l'extinction
d'un deuxième arc électrique apparaissant lors de l'ouverture du premier contact de
commutation (22).
3. Disjoncteur de protection (1) selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le boîtier en matériau isolant (2) est subdivisé selon une vue de dessus sur la face
de fixation (4) en deux zones de trajet de courant (10, 20) respectivement contiguës
à l'une des faces larges (6-1, 6-2),
- dans lequel la première zone de trajet de courant (10) comprend un premier trajet
de courant (11), dans lequel sont disposés le premier contact de commutation (12)
ainsi que la première bobine magnétique (13-1),
- dans lequel la deuxième zone de trajet de courant (20) comprend un deuxième trajet
de courant (21), dans lequel sont disposés le deuxième contact de commutation (22)
ainsi que la deuxième bobine magnétique (23-1).
4. Disjoncteur de protection (1) selon la revendication 3, caractérisé en ce que le premier trajet de courant (11) peut être mis en contact avec un premier conducteur
de phase (P1) et le deuxième trajet de courant (21) peut être mis en contact avec
un deuxième conducteur de phase (P2).