[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Gebindes mit
den Merkmalen des unabhängigen Verfahrensanspruchs 1. Die Erfindung betrifft zudem
eine Verpackungsvorrichtung zur Herstellung eines Gebindes mit den Merkmalen des unabhängigen
Vorrichtungsanspruchs.
[0002] Für die Verarbeitung, Zusammenstellung, Gruppierung und Verpackung von Artikeln wie
bspw. von Getränkebehältern gibt es unterschiedliche Verpackungsarten, bspw. die Zusammenfassung
der Artikel bzw. Behälter zu tragbaren, relativ handlichen Gebindeeinheiten. Auch
hierfür sind verschiedene Möglichkeiten bekannt, einzelne Artikel zu größeren Gebinden
zusammenzufassen. So werden bspw. Getränkebehälter meist mittels Schrumpffolien zu
Gebinden von vier, sechs oder mehr Behältern zusammengefasst und verpackt. Die Herstellung
von Gebinden ist meist unumgänglich, da sie die häufigste Variante von Verkaufseinheiten
für Getränkebehälter oder Flaschen aus PET-Kunststoff darstellen. Die Gebinde werden
für den Transport teilweise nochmals zusammengefasst und/oder in Lagen zusammengestellt
und palettiert.
[0003] Bei der Herstellung von bekannten Gebindearten sind spezifische Fertigungsschritte
erforderlich, um die üblicherweise eingesetzten Schrumpffolien verarbeiten zu können.
Diese Fertigungsschritte erfordern einen relativ hohen Energieeinsatz. Zudem verursacht
die verwendete Folie hohe Kosten zur Herstellung, zur Bereitstellung, zur Handhabung
sowie zur späteren Entsorgung, da sie nach dem Verkauf nicht mehr benötigt wird. Auch
die Maschinenausstattung zur Bereitstellung der sogenannten Folieneinschlagmodule
und anderer Handhabungsstationen verursacht hohe Investitionskosten. Schließlich erfordert
auch die Bereitstellung des sogenannten Schrumpftunnels, bei dem die um die Gebinde
geschlagene Folie mittels Heißluftbeaufschlagung um die Behälter geschrumpft wird,
einen relativ hohen Kapitaleinsatz.
[0004] Eine Variante, bei der grundsätzlich auf den Einsatz von Schrumpffolien verzichtet
werden kann, sind sog. Umreifungsgebinde. Hierbei werden die Behälter mittels sog.
Umreifungsbänder zu einem Gebinde zusammengefasst und miteinander verbunden. In kontinuierlich
oder taktweise arbeitenden Umreifungsmaschinen werden Behälter, Artikel oder Flaschen
zu Formationen gruppiert und dann mit Hilfe von Umreifungsaggregaten mit einem Band
oder mit mehreren Bändern umreift. Typische Formationen können bspw. 1x2-Anordnungen
(zwei Behälter in Reihe), 2x2-Anordnungen (vier Behälter im Quadrat oder in Rautenformation),
3x2-, 4x3- oder grundsätzlich auch variable nxm-Anordnungen sein.
[0005] Weiterhin ist die Verwendung von sogenannten oberen Greifkartonverpackungen bekannt,
um beispielsweise mehrere Flaschen über ihre Halsbereiche zusammenzufassen. Eine Verpackungsmaschine
zum Aufsetzen solcher oberen Greifkartonverpackungen ist in der Patentschrift
EP 1 075 419 B1 beschrieben. Hierbei sind die Artikel in einer Kiste angeordnet und die Greifkartonverpackung
wird von oben auf den mindestens einen in der Kiste angeordneten Artikel aufgesetzt.
Insbesondere ist in der Kiste eine Mehrzahl von Artikeln angeordnet und durch das
Aufsetzen einer geringeren Anzahl an oberen Greifkartonverpackungen werden Untergruppen
gebildet, die jeweils einen Teil der in der Kiste angeordneten Artikel zusammenfassen.
[0006] Eine weitere Möglichkeit, um Artikel zu einem Gebinde zusammenzufassen, besteht in
der Verwendung von Klebeverbindungen. Durch die
DE 203 10 721 U1 ist ein Gebinde aus durch Verklebungen unmittelbar miteinander verbundenen Artikeln
in genesteter Anordnung bekannt. Das Gebinde ist frei von einer Umfassung ausgebildet.
Die Verklebungen sind durch auf den in der Gebindeanordnung zusammenstoßenden Mantelflächen
der Artikel angebrachte Klebestreifen gebildet.
[0007] Durch die
DE 10 2009 044 271 A1 ist es bekannt, zu einem Gebinde zusammengestellte PET-Behälter an in der Gebindeanordnung
zusammenstoßenden Mantelflächen miteinander zu verkleben.
[0008] Ein Nachteil von bspw. frei von einer Umfassung ausgeführten Gebinden, deren Artikel
jeweils durch Verklebungen unmittelbar miteinander verbunden sind, besteht darin,
dass nur eine oder wenige mangelhaft ausgeführte Verklebungen innerhalb eines Gebindes
zu einem unbeabsichtigten Auseinanderfallen des Gebindes bei einem sich an dessen
Herstellung anschließenden gewöhnlichen Umgang mit dem Gebinde führen können, der
für ein Gebinde mit einwandfrei hergestellten Verklebungen ansonsten folgenfrei bliebe.
Ein solches Auseinanderfallen ist dann besonders ungünstig, wenn es sich auch auf
einwandfrei hergestellte Gebinde auswirkt. Werden die hergestellten Gebinde zu deren
weiterem Umgang beispielsweise palettiert, kann ein Auseinanderfallen eines Gebindes
während des Palettierens, während des Aufstapelns zu einem Stapel oder bei einer Umwicklung
eines fertig gestellten Stapels eine unmittelbare Unbrauchbarkeit aller gemeinsam
palettierter Gebinde nach sich ziehen. Werden die Artikel eines Gebindes zunächst
durch Verklebungen unmittelbar miteinander verbunden und sieht der darauffolgende
Umgang mit dem Gebinde dann vor, eine Umfassung in Form beispielsweise einer Umreifung
vorzusehen, kann ein Auseinanderfallen des Gebindes während des Anbringens der Umreifung
zu einem kostspieligen Stillstand einer zur Herstellung der Gebinde vorgesehenen Anlage
führen.
[0009] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Qualität von Klebegebinden zu verbessern
und den sicheren Zusammenhalt der im Gebinde zusammengefassten Artikel für die nachfolgende
Verarbeitung und/oder den Verkauf sicherzustellen.
[0010] Die obige Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Herstellen eines Gebindes und eine
Verpackungsvorrichtung zum Herstellen eines Gebindes gelöst, die die Merkmale in den
unabhängigen Patentansprüchen umfassen. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen werden
durch die Unteransprüche beschrieben.
[0011] Ein Gebinde, das mit dem nachfolgend beschriebenen Verfahren mit einer nachfolgend
beschriebenen Verpackungsvorrichtung hergestellt werden kann, umfasst mindestens zwei
Artikel, insbesondere Getränkebehälter in Form von Flaschen oder Dosen. Es können
jedoch auch andere geeignete Artikel oder Stückgüter als entsprechende Gebinde zusammengefasst
werden. Bei dem Gebinde sind mindestens zwei innerhalb des Gebindes aneinandergrenzend
angeordnete Artikel über mindestens eine haftende Verbindung, insbesondere eine Klebeverbindung,
miteinander verbunden.
[0012] Weiterhin ist am Gebinde mindesten ein Verpackungszuschnitt mit mindestens einer
Durchtrittsöffnung für einen ersten, oberen Teilbereich mindestens eines der Artikel
des Gebindes angeordnet. Insbesondere sind mindestens zwei innerhalb des Gebindes
aneinandergrenzend angeordnete Artikel über mindestens einen Verpackungszuschnitt,
insbesondere eine obere Greifkartonverpackung, miteinander verbunden.
[0013] Die haftende oder Klebeverbindung kann insbesondere über einen punktuellen oder flächigen
Klebemittelauftrag in mindestens einem Kontaktbereich zwischen den beiden Artikeln
hergestellt werden. Es können dabei Klebemittel zum Einsatz kommen, die nach dem Aushärten
eine im Wesentlichen starre Klebeverbindung herstellen. Alternativ können Klebemittel
verwendet werden, die eine weiche, flexible Klebeverbindung zwischen den Artikeln
herstellen.
[0014] Als Verpackungszuschnitt wird im Zusammenhang mit der vorliegenden Anmeldung insbesondere
ein im Wesentlichen flächiger Zuschnitt aus einem Kartonmaterial, einem Kunststoffmaterial,
einem Karton-Kunststoffverbundmaterial o.ä. bezeichnet. Der Verpackungszuschnitt weist
eine definierte Anzahl von Durchtrittsöffnungen auf, wobei die Anzahl der Durchtrittsöffnungen
normalerweise der Anzahl der durch den Verpackungszuschnitt zusammenzufassenden Artikel
entspricht.
[0015] Insbesondere können mehr Durchtrittsöffnungen für Artikel vorhanden sein als zusammenzufassende
Artikel, doch sollen solche Varianten hier weniger eine Rolle spielen, da einige Durchtrittsöffnungen
in diesem Fall funktionslos wären. Weiterhin entspricht die Anordnung der Durchtrittsöffnungen
oder zumindest die Anordnung der von Artikeln durchdrungenen Durchtrittsöffnungen
der Anordnung der zusammenzufassenden Artikel.
[0016] Die Durchtrittsöffnungen sind derart ausgebildet, dass der Verpackungszuschnitt von
oben auf die Artikel aufgebracht, insbesondere aufgedrückt, werden kann und dabei
vorzugsweise an den Artikeln in einem Bereich mit einem verringerten Querschnitt angeordnet
wird, so dass der an den Artikeln angeordnete Verpackungszuschnitt die Artikel in
einen ersten, oberen Teilbereich und einen zweiten, unteren Teilbereich unterteilt.
Dies wird dadurch ermöglicht, dass die Durchtrittsöffnungen des Verpackungszuschnittes
einen Durchmesser aufweisen, der geringer ist als ein größter Durchmesser des oberen
Teilbereichs der Artikel.
[0017] Wenn in diesem Zusammenhang davon die Rede ist, dass der Verpackungszuschnitt von
oben auf die Artikel aufgebracht wird, so ist damit gemeint, dass die Artikel normalerweise
eine Unterseite oder einen Bodenbereich haben, mit dem sie auf einer Unterlage stehen,
was bspw. auch eine sich bewegende Unterlage wie etwa eine Horizontalfördereinrichtung
sein kann. Der Unterseite gegenüberliegend angeordnet ist eine Oberseite, was bei
einem Getränkebehälter etwa der Hals- und Kopfbereich mit dem typischerweise vorhandenen
Deckel sein kann. Auf diese Oberseite wird der Verpackungszuschnitt aufgebracht, insbesondere
aufgedrückt, insbesondere in einer Richtung parallel zur Längsmittelachse der Artikel
oder Behälter.
[0018] Um den größten Querschnitt des oberen Teilbereichs der Artikel oder Behälter von
unten her durch die Durchtrittsöffnungen des Verpackungszuschnittes zu drücken, kann
eine Mehrzahl von Hilfseinschnitten vorgesehen sein, die sich radial von den Durchtrittsöffnungen
ausgehend erstrecken. Die äußeren freien Enden der Hilfseinschnitte liegen dabei auf
einem Kreisumfang mit einem Durchmesser, der dem größten Durchmesser des oberen Teilbereichs
der Artikel entspricht oder geringfügig größer ausgebildet ist.
[0019] Die zwischen den Hilfseinschnitten liegenden Bereiche des Verpackungszuschnittes
können auch als Fixierlaschen bezeichnet werden. Die Fixierlaschen können beim Aufbringen
des Verpackungszuschnittes auf die Artikel durch Aufdrücken teilweise nach oben bewegt
und/oder geknickt werden, so dass der größte Querschnitt des oberen Teilbereichs problemlos
durch die entsprechend erweiterte Durchtrittsöffnung hindurchtreten kann. Insbesondere
verhaken sich die zwischen den Hilfseinschnitten liegenden Bereiche des Verpackungszuschnittes
nach dem Durchtreten des größten Querschnitts unterhalb desselben und somit unterhalb
des oberen Teilbereichs. Dadurch wird der Verpackungszuschnitt sicher und fest an
den Artikeln fixiert.
[0020] Weiterhin kann der Verpackungszuschnitt wahlweise mindestens ein Halte- oder Trageelement
aufweisen, das bei Vorhandensein vorzugsweise mittig am Verpackungszuschnitt angeordnet
und/oder ausgebildet ist. Das optionale Halte- oder Trageelement wird bspw. durch
einen mindestens einen vorzugsweise in einem mittigen Bereich des Verpackungszuschnittes
zwischen den Durchtrittsöffnungen ausgebildeten weiteren Durchbruch des Verpackungszuschnittes
gebildet, durch den der Benutzer seine Finger stecken und somit die mit dem Verpackungszuschnitt
zusammengefassten Artikel anheben und gemeinsam tragen kann.
[0021] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die mindestens eine haftende Verbindung an einer
Kontaktstelle zwischen zwei benachbarten Artikeln im unteren Teilbereich der Artikel
angeordnet oder ausgebildet ist, d.h. in dem Teilbereich, der sich unterhalb des an
dem mindesten einen Artikel angeordneten Verpackungszuschnittes befindet.
[0022] Das Verfahren zur Herstellung der Gebinde umfasst zumindest die nachfolgend aufgelisteten
Verfahrensschritte. Zunächst erfolgt ein zumindest bereichsweises Auftragen von Haftmittel
auf mindestens einen der das Gebinde bildenden Artikel, wonach die mindestens zwei
Artikel unter Ausbildung einer Zusammenstellung mit mindestens einer haftenden Verbindung
zwischen den Artikeln zusammengeführt werden. Danach wird ein Verpackungszuschnitt
an der Zusammenstellung der mindestens zwei Artikel appliziert, wobei der Verpackungszuschnitt
im zeitlichen Zusammenhang mit dem Zusammenführen der Artikel an diesen appliziert
wird. Insbesondere ist vorgesehen, dass der Verpackungszuschnitt unmittelbar vor dem
Zusammenführen oder unmittelbar bei dem Zusammenführen oder unmittelbar nach dem Zusammenführen
der mindestens zwei Artikel an diesen appliziert wird.
[0023] Gemäß einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zumindest auf einen
Teil der das Gebinde bildenden Artikel in einem ersten Verfahrensschritt an geeigneter
Stelle ein Haftmittel aufgetragen. Hierfür weist die zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens vorzugsweise eingesetzte Verpackungsvorrichtung bspw. in einem Haftmittelauftragsmodul
geeignete Klebemittelauftragseinrichtungen, bspw. Klebemitteleinspritzeinrichtungen
auf, welche dazu ausgebildet sind, ein Haftmittel an geeigneter Stelle auf die Artikel
aufzutragen.
[0024] Bei der mindestens einen haftenden Verbindung kann es sich bspw. um einen Klebepunkt
oder eine anderweitig ausgestaltete Klebefläche handeln. Die haftende Verbindung ist
in einem Kontaktbereich zwischen zwei nebeneinander angeordneten und insbesondere
einander im Kontaktbereich berührenden Artikeln ausgebildet und angeordnet.
[0025] Durch Zusammenschieben der Artikel in einem Zusammenführungsmodul der Verpackungsvorrichtung
wird die haftende Verbindung zwischen jeweils benachbarten Artikeln hergestellt, wobei
mindestens einer der Artikel mit Haftmittel beaufschlagt ist.
[0026] Insbesondere wird ein Haftmittel verwendet, welches beim Aufbringen auf die Artikel
in einem ersten flüssigen oder weichen Zustand vorliegt und welches sich nach dem
Zusammenführen der Artikel unter Ausbildung der haftenden Verbindung verfestigt. Beispielsweise
kann es sich bei dem Haftmittel um einen Flüssigkleber oder Polymerkleber, bspw. einen
Zwei-Komponenten-Kleber o.ä., handeln, welcher sich nach einer gewissen Zeit verfestigt,
wodurch die haftende Verbindung hergestellt wird.
[0027] Alternativ kann es sich bei dem Haftmittel um einen Heißkleber handeln, welcher sich
beim Abkühlen verfestigt. Auch der Einsatz von UV-härtenden Klebstoffen o.ä. ist denkbar.
Die haftende Verbindung wird somit insbesondere durch ein Aushärten oder Verfestigen
des verwendeten Haftmittels hergestellt.
[0028] Die Applikation des Verpackungszuschnittes erfolgt dabei im direkten zeitlichen Zusammenhang
mit dem Zusammenfügen der Artikel, insbesondere unmittelbar vor dem Zusammenschieben
der Artikel oder unmittelbar bei dem Zusammenschieben der Artikel oder unmittelbar
nach dem Zusammenschieben der Artikel. Insbesondere ist somit beim Applizieren des
Verpackungszuschnittes das Haftmittel zwischen den Artikeln noch nicht fertig ausgehärtet.
Um diesen engen zeitlichen Zusammenhang herzustellen, ist vorgesehen, dass das Applikationsmodul
unmittelbar nach dem Zusammenführungsmodul angeordnet ist oder dass das Applikationsmodul
unmittelbar vor dem Zusammenführungsmodul angeordnet ist oder dass das Zusammenführungsmodul
und das Applikationsmodul eine integrierte Einheit bilden.
[0029] Das Applikationsmodul und das Zusammenführungsmodul können steuerungstechnisch verbunden
sein. Insbesondere ist es möglich, dass beide Module von derselben elektronischen
Steuerung gesteuert werden, insbesondere deren Antriebe.
[0030] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Verpackungszuschnitt
insbesondere in einer Aushärtephase oder Verfestigungsphase des Haftmittels an den
zusammengeführten oder zusammenzuführenden Artikeln appliziert und festgelegt wird.
[0031] Insbesondere kann zu dem Zeitpunkt oder dem gewählten Zeitraum der Applikation des
Verpackungszuschnittes noch eine zumindest geringfügige relative Bewegung der Artikel
zueinander möglich oder erlaubt sein. In diesem Fall ist eine geringfügige Positionskorrektur
der Artikel innerhalb der Zusammenstellung möglich. Insbesondere kann die Anordnung
benachbarter Artikel zueinander zumindest in einem geringen Umfang geändert werden.
So kann etwa auf diese Weise die Ausrichtung der Artikel geändert werden, um einen
gewünschten Gesamteindruck zu erzielen, insbesondere durch wunschgemäße Positionierung
äußerer Gestaltungsmerkmale wie Bedruckungen, Etiketten o. dgl.
[0032] Das Aufbringen des Verpackungszuschnittes erfolgt gemäß einer Ausführungsform zu
einem Zeitpunkt, an dem die Artikel noch innerhalb eines Zusammenführungsmoduls gehalten
werden. In diesem Fall liefert der applizierte Verpackungszuschnitt zusätzliche Stabilität,
wodurch die Länge der Aushärtestrecke für das Klebemittel verringert und somit der
Platzbedarf für die Verpackungsvorrichtung reduziert werden kann.
[0033] Eine Ausführungsform sieht im zeitlichen Zusammenhang vor oder mit dem Applizieren
des Verpackungszuschnittes ein zumindest geringfügiges Verdrehen mindestens eines
der Artikel vor, damit die Artikel im fertigen Gebinde eine bevorzugte Ausrichtung
aufweisen. Dies kann insbesondere vorteilhaft eingesetzt werden, um einen ansprechenden
Gesamteindruck des Gebindes zu erzeugen. Beispielsweise können benachbarte Artikel
derart zueinander ausgerichtet werden, dass bspw. der Produktname o.ä. über die mindestens
zwei Artikel gut lesbar dargestellt ist.
[0034] Wahlweise können die Artikel mit Informationsmerkmalen ausgestattet sein, die für
das erwähnte Ausrichten herangezogen werden. So wird es im Handel bspw. häufig gewünscht,
dass mindestens ein die Artikel markierender Barcode und/oder andere Informationsträger
innerhalb einer fertigen Gebindes nach außen gerichtet und somit gut sichtbar oder
von außen zugänglich gemacht ist/sind. Die Ausrichtung der Artikel kann insbesondere
sensorisch überwacht und entsprechend gesteuert werden. Beispielsweise werden die
jeweiligen Informationsmerkmalen der Artikel sensorisch erfasst und die Artikel durch
eine Drehung um eine Längsachse o.ä. entsprechend in die gewünschte Ausrichtung gebracht.
[0035] Eine weitere Ausführungsform sieht vor, dass die Artikel zum Auftragen des Haftmittels
über einen Transportstern an mindestens einer Haftmittelauftragseinrichtung vorbeigeführt
werden. Solche Transportsterne sind als rotierende Förderelemente in Abfüll- oder
Handhabungsmaschinen bekannt und gebräuchlich.
[0036] Dem Transportstern ist mindestens ein Sensor, bspw. eine Kamera mit Bilderkennungseinrichtung
o.ä., zugeordnet, der die Informationsmerkmale erfasst. Die am Transportstern geführten
Artikel sind am Transportstern drehbar gehaltert und können relativ zum Transportstern
verdreht werden, bis die sensorisch ermittelte Ist-Position des detektierten Informationsmerkmals
mit der gewünschten Soll-Position des jeweils detektierten Informationsmerkmals übereinstimmt.
[0037] Vorzugsweise erfolgt die Drehung um eine Längsachse der Artikel, welche insbesondere
parallel zur Drehachse des Transportsterns angeordnet und/oder ausgebildet ist. Da
die Artikel während der sensorischen Detektion und der Ausrichtung weiterbewegt werden,
muss die drehende Ausrichtung entsprechend an die jeweilige Position des Artikels
am Transportstern laufend angepasst werden. Weiterhin ist vorgesehen, dass der Ausrichtvorgang
abgeschlossen ist, bevor der Auftrag des Haftmittel an den Artikeln erfolgt.
[0038] In Abhängigkeit vom nachfolgenden Zusammenführen der Artikel kann vorgesehen sein,
dass einige Artikel über den Transportstern an der Haftmittelauftragseinrichtung vorbeigeführt
werden, ohne dass ein Haftmittelauftrag erfolgt. Wichtig ist nur, dass mindestens
einer von mindestens zwei zusammenzuführenden Artikeln an mindestens einer Stelle
seiner Außenmantelfläche, welche nachfolgend einen Kontaktbereich zu mindestens einem
anderen Artikel bildet, mit einem Haftmittel versehen wird.
[0039] Die vorbeschriebene Verpackungsvorrichtung ist insbesondere zur Durchführung unterschiedlicher
Verfahrensvarianten geeignet. Besonders bevorzugt werden mit der Verpackungsvorrichtung
Verpackungseinheiten oder Gebinde erstellt, bei denen die Artikel zumindest teilweise
über Klebeverbindungen zusammengefasst sind und bei denen die Artikel weiterhin über
einen von oben aufgebrachten Verpackungszuschnitt zusammengefasst sind.
[0040] Wahlweise können mit der Verpackungsvorrichtung die zu Gruppen zusammengestellten
Artikel jedoch auch nur miteinander verklebt werden, d.h. ohne zusätzliche Verbindung
über Verpackungszuschnitte. In diesem Fall durchlaufen die Artikel das Applikationsmodul
für die Verpackungszuschnitte, ohne dass innerhalb des Applikationsmoduls ein Verpackungszuschnitt
an den Artikeln appliziert wird. Alternativ kann ein mit der Verpackungsvorrichtung
durchführbares Verfahren auch vorsehen, dass nur ein Verpackungszuschnitt verwendet
wird, um aus den Artikelgruppen jeweils entsprechende Verpackungseinheiten herzustellen.
In einem solchen Fall erfolgt kein Auftrag von Haftmittel auf die Artikel.
[0041] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass dem Applikationsmodul
und/oder dem Zusammenführungsmodul eine Trocknungseinrichtung zu- oder nachgeordnet
ist. Die Trocknungseinrichtung dient insbesondere dazu, das Aushärten des Haftmittels
zu beschleunigen. Beispielsweise kann hierzu mittels geeigneter Gebläse Kaltluft aufgeblasen
werden, um bspw. Heißleim durch Abkühlen aushärten zu lassen. Bei Verwendung eines
UV-härtenden Haftmittels kann die Trocknungseinrichtung geeignete Bestrahlungseinrichtungen
zur Emission von für die Aushärtung entsprechend reagierender Haftmittel geeigneter
UV-Strahlung umfassen.
[0042] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass das Applikationsmodul neben den genannten Elementen
ein Vorbereitungswerkzeug für die Verpackungszuschnitte umfasst. Das Vorbereitungswerkzeug
dient insbesondere dazu, die Randbereiche der Durchtrittsöffnungen des Verpackungszuschnittes
zumindest geringfügig zu erweitern, um den Durchtritt des jeweiligen oberen Teilbereichs
der Artikel zu erleichtern. Insbesondere werden die zwischen den Hilfseinschnitten
ausgebildeten Fixierlaschen teilweise nach oben geknickt, so dass die Fixierlaschen
nach dem Aufsetzen und Aufdrücken des Verpackungszuschnittes auf die Artikel unterhalb
des jeweiligen Deckelbereichs in Eingriff kommen.
[0043] Es kann bspw. vorgesehen sein, dass das Vorbereitungswerkzeug hierfür sogenannte
Brechkegel oder Dehnkegel umfasst. Die Dehnkegel befinden sich in einer relativen
Anordnung, die der Anordnung Artikel beim Applizieren des Verpackungszuschnittes entspricht.
Der flächige Verpackungszuschnitt wird von oben auf das Vorbereitungswerkzeug aufgedrückt.
Dabei wird der Verpackungszuschnitt derart über die Dehnkegel gestülpt, dass jeweils
ein Dehnkegel durch jeweils eine Durchtrittsöffnung des Verpackungszuschnittes ragt.
[0044] Dabei wird der Verpackungszuschnitt an den Dehnkegeln so weit nach unten gedrückt,
dass die Fixierlaschen im Randbereich der Durchtrittsöffnungen durch den sich nach
unten erweiternden Querschnitt der Dehnkegel nach oben geknickt werden, wodurch sich
der Durchmesser der Durchtrittsöffnungen zumindest geringfügig vergrößert. Diese geringfügige
Aufweitung der Durchtrittsöffnungen bewirkt insbesondere, dass die Kraft, mit der
der Verpackungszuschnitt auf die Artikel aufgedrückt wird, reduziert werden kann.
Dadurch ist es möglich, auch weniger stabile Artikel sicher mit einem Verpackungszuschnitt
zusammenzufassen, ohne dass die Artikel dabei zu stark verformt oder gar beschädigt
werden.
[0045] Alternativ oder zusätzlich zu den oben beschriebenen weiteren Durchbrüchen der Verpackungszuschnitte,
die als Tragegrifföffnungen dienen können, kann weiterhin vorgesehen sein, dass an
die Gebinde ein zusätzlicher Tragegriff angebracht werden kann. Hierbei kann es sich
bspw. um einen streifenförmigen Tragegriff handeln, der an gegenüberliegenden Außenseiten
des Gebindes mit den jeweiligen Artikeln verklebt wird und sich somit zumindest bereichsweise
um den Verpackungszuschnitt herum erstreckt.
[0046] Das Aufbringen eines solchen Tragegriffs erfolgt bspw. mit einem der Gebindeherstellung
nachgeordneten Henkelapplikator (Tragegriffapplikator). Ein solcher Tragegriff findet
insbesondere Verwendung, wenn die Artikel nur über haftende Verbindung miteinander
verbunden werden. Ein solcher Tragegriff kann aber auch unterstützend Verwendung finden,
wenn die Artikel nur über einen Verpackungszuschnitt oder aber über einen Verpackungszuschnitt
und mindestens eine haftende Verbindung miteinander verbunden sind.
[0047] Das Verfahren ist auch für sogenannte Slim- oder Sleek-Dosen anwendbar, bei denen
im Gegensatz zu Standarddosen der Durchmesser der Dosenzylinder im Wesentlichen dem
Deckeldurchmesser entspricht. Die Verwendung der oben beschriebenen Verpackungszuschnitte
ist bei sogenannten Slim-Dosen oder Sleek-Dosen nicht sinnvoll. Da bei diesen der
Durchmesser im Deckelbereich und der Durchmesser im Zylinderbereich weitgehend gleich
ist, würde es zwischen den Durchtrittsöffnungen des Verpackungszuschnittes oder Greifkartons
an Material fehlen, so dass die Bereiche zwischen den Durchtrittsöffnungen leicht
ausreißen könnten, wodurch dem Greifkarton die notwendige Stabilität fehlt. Jedoch
kann das erfindungsgemäße Verfahren bei Verwendung eines speziellen Verpackungszuschnittes
Anwendung finden.
[0048] Ein solcher spezieller Verpackungszuschnitt wird zunächst in einem ersten flächigen
Lagerzustand bereitgestellt, bei dem er in der Regel weder gewölbt noch gefaltet oder
als Ganzes geknickt ist. Bevor der Verpackungszuschnitt an der Dosengruppe befestigt
wird, wird er in einen dreidimensionalen Zwischenzustand oder in einen dreidimensionalen
Verkaufszustand umgeformt oder überführt. Diese Umformung erfolgt innerhalb einer
geeigneten Umformeinrichtung.
[0049] Der Zwischenzustand und der Verkaufszustand unterscheiden sich vom Lagerzustand dahingehend,
dass der flächige Lagerzustand eine erste Querschnittsfläche abdeckt, die größer ist
als eine zweite Querschnittsfläche, die vom Verpackungszuschnitt im Zwischenzustand
abgedeckt wird. Zudem ist die erste Querschnittsfläche auch größer als eine dritte
Querschnittsfläche, die vom Verpackungszuschnitt im Verkaufszustand abgedeckt wird.
Weiterhin ist vorgesehen, dass die dritte Querschnittsfläche des Verpackungszuschnittes
im Verkaufszustand geringer ist als die zweite Querschnittsfläche des Verpackungszuschnittes
im Zwischenzustand.
[0050] Der Lagerzustand kann wahlweise auch dadurch charakterisiert werden, dass der Umriss
des Verpackungszuschnittes größer ist als im später eingenommenen Zwischenzustand
und/oder Verkaufszustand.
[0051] Insbesondere werden beim Umformen des Verpackungszuschnittes Teilbereiche des Verpackungszuschnittes
zwischen den Durchtrittsöffnungen nach oben oder nach unten gefaltet, wodurch zwischen
den Durchtrittsöffnungen Stege ausgebildet werden. Auf diese Weise werden beim Umformen
des Verpackungszuschnittes zwischen den Durchtrittsöffnungen befindliche Teilbereiche
des Verpackungszuschnittes aus einer durch die flächige Erstreckung des im Lagerzustandes
befindlichen Verpackungszuschnittes definierte Ebene in eine erste Richtung (z.B.
nach oben) oder in eine zweite Richtung (z.B. nach unten) gefaltet, wodurch zwischen
den Durchtrittsöffnungen die besagten Stege ausgebildet werden.
[0052] Diese durch das Umformen ausgebildeten Stege dienen insbesondere der Stabilisierung
der zwischen den Durchtrittsöffnungen befindlichen Bereiche oder Abschnitte der Verpackungszuschnitte.
[0053] Insbesondere werden hierbei erste Stege in einer ersten Verlaufsrichtung und zweite
Stege in einer zur ersten Verlaufsrichtung senkrechten zweiten Verlaufsrichtung ausgebildet,
so dass die Stege in der zweiten Verlaufsrichtung senkrecht zu den Stegen der ersten
Verlaufsrichtung angeordnet sind. Damit ergibt sich, dass beim Umformen die Länge
des Verpackungszuschnittes sowohl in X- Richtung als auch in Y-Richtung reduziert
wird, wobei insbesondere die Längen aller vier Seitenkanten des vorzugsweise rechteckigen
oder im Wesentlichen rechteckförmigen Verpackungszuschnittes verkürzt werden.
[0054] Zur Ausbildung der Stege können entsprechende Knickfalten im Verpackungszuschnitt
vorbereitet sein, die entsprechend in X-Richtung und orthogonal hierzu in Y-Richtung
verlaufen. Insbesondere sind zur Ausbildung eines Steges jeweils drei parallel zueinander
angeordnete Knickfalten vorgesehen.
[0055] Rein vorsorglich sei an dieser Stelle betont, dass im Unterschied zu obiger Definition
auch andere Varianten des Verpackungszuschnittes denkbar sind, bei denen die Dosen
nicht in eine Rechteckanordnung, sondern z.B. in eine Diagonalanordnung gebracht und
die Durchtrittsöffnung entsprechend positioniert sind. So können bei einer solchen
Variante des Verpackungszuschnittes die ersten Stege in einer ersten Verlaufsrichtung
und die zweiten Stege in einer zur ersten Verlaufsrichtung nichtsenkrechten zweiten
Verlaufsrichtung ausgebildet werden oder sein, so dass die Stege in der zweiten Verlaufsrichtung
in einem Winkel ungleich 90 Grad zu den Stegen der ersten Verlaufsrichtung angeordnet
sind. Auch hierbei ergibt es sich, dass beim Umformen die Länge des Verpackungszuschnittes
sowohl in X- Richtung als auch in Y-Richtung (die hier nicht senkrecht zur X-Richtung
verläuft) reduziert wird, wobei insbesondere die Längen aller vier Seitenkanten des
vorzugsweise rautenförmigen oder parallelogrammförmigen Verpackungszuschnittes verkürzt
werden.
[0056] Insbesondere ist vorgesehen, dass die Applikationseinrichtung dazu ausgebildet ist,
den in den Zwischenzustand oder Verkaufszustand überführten Verpackungszuschnitt an
den mindestens zwei mit Haftmittel vorbereiteten Slim- oder Sleek-Dosen anzubringen,
d.h. die Slim- oder Sleek-Dosen mit dem Verpackungszuschnitt zu verbinden, bspw. in
formschlüssige Verbindung zu bringen.
[0057] Eine Ausführungsform einer Umformeinrichtung kann mindestens eine Faltmatrize mit
entsprechenden Einrichtungen vorsehen, die bewirken, dass die jeweiligen Verpackungszuschnitte
durch Aufpressen auf die Faltmatrize von dem Lagerzustand in den Zwischenzustand oder
in den Verkaufszustand überführt werden. Die mindestens eine Faltmatrize bewirkt ein
korrektes und/oder koordiniertes Umformen der Verpackungszuschnitte entlang der Knickfalten,
indem sie insbesondere die vorgesehene Knickrichtung vorgibt. Analog zu den Knickfalten
weist die Umformeinrichtung erste Faltmatrizen in X-Richtung und zweite Faltmatrizen
in Y-Richtung auf, wobei die X-Richtung nicht zwingend senkrecht zur Y-Richtung verlaufen
muss, sondern nur dann, wenn die Dosen in einer Rechteckanordnung stehen.
[0058] Insbesondere weisen die Faltmatrizen ein sogenanntes Faltdach mit einem Faltfirst
auf. Die Anordnung der Faltmatrizen korrespondiert vorzugsweise mit der Anordnung
der Knickfalten eines Verpackungszuschnittes im Zwischenzustand. Der Verpackungszuschnitt
wird auf die Faltmatrize aufgedrückt, bis die jeweils mittlere Knickfalte von drei
parallelen Knickfalten, die jeweils zur Ausbildung eines Steges dienen, auf dem Faltfirst
der entsprechend zugeordneten Faltmatrize aufliegt und die zwischen der mittleren
Knickfalte und jeweils einer benachbarten äußeren Knickfalte ausgebildeten Bereiche
an einer vom Faltfirst ausgehenden Faltschräge aufliegen.
[0059] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass innerhalb der Faltmatrize zusätzlich die Randbereiche
der Durchtrittsöffnungen des Verpackungszuschnittes wie bereits beschrieben zumindest
geringfügig erweitert werden, um den Durchtritt des Deckelbereichs der Dosen zu erleichtern.
Insbesondere werden die zwischen den Einschnitten ausgebildeten Fixierlaschen teilweise
nach oben geknickt, so dass die Fixierlaschen nach dem Aufsetzen und Aufdrücken des
Verpackungszuschnittes auf die Dosen unterhalb des jeweiligen Deckelbereichs in Eingriff
kommen.
[0060] Eine Ausführungsform sieht vor, dass ein erstes Verpackungsmodul eine Haftmittelauftragseinrichtung
zum Auftrag eines Haftmittels auf die Slim- oder Sleek-Dosen umfasst. Ein in den Zwischenzustand
überführter Verpackungszuschnitt wird hierbei auf eine Zusammenstellung von mindestens
zwei zumindest geringfügig beabstandete, mit einem Haftmittel vorbereitete Slim- oder
Sleek-Dosen aufgebracht. Anschließend werden die mindestens zwei Slim- oder Sleek-Dosen
aneinandergepresst. Dabei wird der Verpackungszuschnitt vom Zwischenzustand in den
Verkaufszustand mit der dritten, geringeren Querschnittsfläche überführt.
[0061] Auch bei dieser Ausführungsform erfolgt somit das Applizieren und Festlegen des Verpackungszuschnittes
im zeitlichen Zusammenhang mit dem Zusammenführen der mindestens zwei Artikel unter
Ausbildung mindestens einer haftenden Verbindung zwischen den beiden Artikeln. Insbesondere
erfolgt auch bei dieser Ausführungsvariante das Applizieren und Festlegen des Verpackungszuschnittes
unmittelbar vor dem Zusammenführen der mindestens zwei Artikel unter Ausbildung der
mindestens einen haftenden Verbindung.
[0062] Vor dem Zusammenführungsmodul kann ein Füller zum Einbringen eines Getränks in die
Artikel sowie ein Verschließer zum Verschließen der Artikel mit einem Verschluss angeordnet
sein. Weiterhin kann ein Rinser zum Spülen der Artikel vor dem Füller angeordnet sein.
[0063] Der Füller, Rinser und/oder Verschließer können Teil der Vorrichtung sein. Das Füllen,
Verschließen und/oder Rinsen können Teil des Verfahrens sein.
[0064] Es sei an dieser Stelle ausdrücklich erwähnt, dass alle Aspekte und Ausführungsvarianten,
die im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung erläutert wurden, gleichermaßen
Teilaspekte des erfindungsgemäßen Verfahrens betreffen oder sein können. Wenn daher
an einer Stelle bei der Beschreibung oder auch bei den Anspruchsdefinitionen zur erfindungsgemäßen
Vorrichtung von bestimmten Aspekten und/oder Zusammenhängen und/oder Wirkungen die
Rede ist, so gilt dies gleichermaßen für das erfindungsgemäße Verfahren. In umgekehrter
Weise gilt dasselbe, so dass auch alle Aspekte und Ausführungsvarianten, die im Zusammenhang
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erläutert wurden, gleichermaßen Teilaspekte der
erfindungsgemäßen Vorrichtung betreffen oder sein können. Wenn daher an einer Stelle
bei der Beschreibung oder auch bei den Anspruchsdefinitionen zum erfindungsgemäßen
Verfahren von bestimmten Aspekten und/oder Zusammenhängen und/oder Wirkungen die Rede
ist, so gilt dies gleichermaßen für die erfindungsgemäße Vorrichtung.
[0065] Im Folgenden sollen Ausführungsbeispiele die Erfindung und ihre Vorteile anhand der
beigefügten Figuren näher erläutern. Die Größenverhältnisse der einzelnen Elemente
zueinander in den Figuren entsprechen nicht immer den realen Größenverhältnissen,
da einige Formen vereinfacht und andere Formen zur besseren Veranschaulichung vergrößert
im Verhältnis zu anderen Elementen dargestellt sind.
Fig. 1 zeigt eine seitliche Darstellung einer ersten Ausführungsform eines Gebindes.
Fig. 2 zeigt eine perspektivische Darstellung einer weiteren Ausführungsform eines
Gebindes.
Fig. 3 zeigt eine erste Ausführungsform eines Verpackungszuschnittes.
Fig. 4 zeigt eine erste Ausführungsform einer Verpackungsvorrichtung zum Herstellen
eines Gebindes.
Fig. 5 zeigt eine zweite Ausführungsform einer Verpackungsvorrichtung zum Herstellen
eines Gebindes.
Fig. 6 zeigt eine erste Ausführungsform eines Vorbehandlungsmoduls.
Fig. 7 zeigt eine zweite Ausführungsform eines Vorbehandlungsmoduls.
Fig. 8 zeigt eine dritte Ausführungsform einer Verpackungsvorrichtung zum Herstellen
eines Gebindes.
Fig. 9 zeigt Verfahrensschritte zur Herstellung von Gebinden umfassend Slim-oder Sleek-Dosen.
[0066] Für gleiche oder gleich wirkende Elemente der Erfindung werden identische Bezugszeichen
verwendet. Ferner werden der Übersicht halber nur Bezugszeichen in den einzelnen Figuren
dargestellt, die für die Beschreibung der jeweiligen Figur erforderlich sind. Die
dargestellten Ausführungsformen stellen lediglich Beispiele dar, wie die erfindungsgemäße
Vorrichtung oder das erfindungsgemäße Verfahren ausgestaltet sein können und stellen
keine abschließende Begrenzung dar.
[0067] Die Fig. 1 zeigt eine seitliche Darstellung einer ersten Ausführungsform eines Gebindes
10, 10a. die Fig. 2 zeigt eine perspektivische Darstellung einer weiteren Ausführungsform
eines Gebindes 10, 10b, und die Fig. 3 zeigt eine erste Ausführungsform eines Verpackungszuschnittes.
[0068] Das hier beschriebene Gebinde 10 besteht jeweils aus einer Zusammenstellung einer
Mehrzahl von Artikeln 11. Gemäß der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform eines
solchen Gebindes 10a handelt es sich bei den Artikeln 11 um sechs Flaschen 12, die
in zwei parallelen Dreierreihen angeordnet sind, wobei nur eine der beiden Reihen
aufgrund der gewählten Darstellung sichtbar ist.
[0069] Gemäß der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform eines Gebindes 10b handelt es sich
bei den Artikeln 11 um acht Dosen 40, die in zwei parallelen Viererreihen angeordnet
sind.
[0070] Innerhalb der Gebinde 10 sind jeweils mindesten zwei aneinandergrenzende Artikel
11 über eine haftende Verbindung, insbesondere eine haftende Klebeverbindung 20, miteinander
verbunden. Bei der mindestens einen Klebeverbindung 20 handelt es sich bspw. um einen
aus Haftmittel gebildeten Klebepunkt 21 oder eine anderweitig ausgestaltete Klebefläche
22.
[0071] Die Klebeverbindung 20 ist in einem Kontaktbereich zwischen zwei nebeneinander angeordneten
und insbesondere einander im Kontaktbereich berührenden Artikeln 11 ausgebildet und
angeordnet. Weiterhin zeichnet sich das Gebinde 10 durch einen von oben aufgebrachten
Verpackungszuschnitt 30 aus.
[0072] Im dargestellten Beispiel gemäß Figuren 1 und 3 ist ein Verpackungszuschnitt 30 vorgesehen,
der alle Flaschen 12 des Gebindes 10 zusammenhält. Die Flaschen 12 weisen jeweils
einen Halsring 13 und einen Schraubverschluss 14 auf. Der Halsring 13 weist einen
Durchmesser d13 auf. Unterhalb des Halsrings 13 ist der Durchmesser der Flaschen 12
zumindest geringfügig geringer ausgebildet. Der Halsring 13 und der Schraubverschluss
14 bilden einen ersten, oberen Teilbereich 15 der Flaschen 12. Darunter befindet sich
der Füllbereich 16 der Flaschen 12, der auch als zweiter, unterer Teilbereich 17 bezeichnet
wird.
[0073] An den Flaschen 12 ist der Verpackungszuschnitt 30 derart angeordnet, dass er sich
unterhalb des Halsringes 13 der Flaschen 12 befindet, so dass der obere Teilbereich
15 oberhalb des Verpackungszuschnittes 30 angeordnet ist, während der untere Teilbereich
17 unterhalb des Verpackungszuschnittes 30 angeordnet ist. Insbesondere ist vorgesehen,
dass der an den Flaschen 12 angebrachte Verpackungszuschnitt 30 durch die Flaschen
12 gehalten wird und vice versa.
[0074] Vorzugsweise kann das Gebinde 10, 10a am Verpackungszuschnitt 30 gehalten und von
Hand aufgenommen werden, ohne dass sich der Verpackungszuschnitt 30 dabei von den
Flaschen 12 löst. Um den Verpackungszuschnitt 30 vom Gebinde 10, 10a zu lösen, ist
ein erhöhter Kraftaufwand notwendig, wobei der Verpackungszuschnitt 30 in der Regel
zerstört wird.
[0075] Die mindestens eine Klebeverbindung 20 ist vorzugsweise im unteren Teilbereich 17
in einem Kontaktbereich zwischen zwei einander kontaktierenden Flaschen 12 ausgebildet
und angeordnet.
[0076] Die Fig. 2 zeigt eine perspektivische Darstellung eines aus Dosen 40 gebildeten Gebindes
10b. Die Dosen 40 weisen einen im Wesentlichen zylindrischen Grundkörper 42 mit einem
im Wesentlichen konstanten Querschnitt über ihre Höhe auf. Nur im Bereich unterhalb
des oberen Deckels 41 und gegebenenfalls im Standbereich ist der Querschnitt der Dosen
40 zumindest geringfügig reduziert. Der geringere Querschnitt unterhalb des oberen
Deckels 41 ist vorteilhaft zur Festlegung eines Verpackungszuschnittes 30 durch Aufdrücken
desselben auf die Zusammenstellung von Dosen 40.
[0077] Bei dem Verpackungszuschnitt 30 gemäß Fig. 3 handelt es sich vorzugsweise um einen
im Wesentlichen flächigen Kartonzuschnitt, der vorzugsweise aus einem Kartonmaterial,
einem Kunststoffmaterial, einem Karton-Kunststoffverbundmaterial o, ä. besteht. Der
Verpackungszuschnitt 30 weist eine Anzahl und Anordnung von Durchtrittsöffnungen 32
auf, die der Anzahl und Anordnung der Artikel 11 im fertigen Gebinde 10 entsprechen.
[0078] Insbesondere sind die Durchtrittsöffnungen 32 derart ausgebildet, dass der Verpackungszuschnitt
30 von oben auf die Artikel 11 aufgebracht, insbesondere aufgedrückt, werden kann
und insbesondere an den Artikeln 11 in einem Bereich mit einem verringerten Querschnitt
angeordnet wird, so dass der an den Artikeln 11 angeordnete Verpackungszuschnitt 30
diese in einen ersten oberen Teilbereich 15 und einen zweiten, unteren Teilbereich
17 unterteilt (vergleiche Figuren 1 und 2).
[0079] Vorzugsweise ist der Durchmesser d32 der Durchtrittsöffnung geringer als ein maximaler
Durchmesser d13 der Artikel 11 im oberen Teilbereich 15.
[0080] Im Randbereich 36 der Durchtrittsöffnungen 32 sind Hilfseinschnitten 33 mit dazwischen
ausgebildeten Fixierlaschen 34 vorgesehen, die ein einfaches Durchtreten des ersten,
oberen Teilbereichs 15 der Artikel 11 beim Aufdrücken des Verpackungszuschnittes 30
auf die Artikel 11 von oben her ermöglicht. Dies wird insbesondere dadurch erreicht,
dass die Durchtrittsöffnungen 32 einen Durchmesser d32 aufweisen, der geringer ist
als ein größter Durchmesser des oberen Teilbereichs 15, bspw. geringer als der Durchmesser
d13 des Halsrings 13 von Flaschen 12 gemäß Fig. 1 oder geringer als der Durchmesser
d41 des oberen Deckels 41 der Dosen 40 gemäß Fig. 2.
[0081] Die Hilfseinschnitte 33 erlauben ein vereinfachtes Vergrößern der Durchtrittsöffnungen
32 beim Aufbringen des Verpackungszuschnittes 30. Die äußeren freien Enden der Hilfseinschnitte
33 liegen dabei auf einem Kreisumfang mit einem Durchmesser, der dem größten Durchmesser
des oberen Teilbereichs der Artikel 11 entspricht oder geringfügig größer ausgebildet
ist. Insbesondere entspricht der Durchmesser des Kreisumfangs der Hilfseinschnitte
im Wesentlichen dem Durchmesser d13 des Halsrings 13 der Flaschen 12 (vgl. Fig. 1)
oder dem Durchmesser d41 des oberen Deckels 41 der Dosen 40 (vgl. Fig. 2).
[0082] Zwischen zwei benachbarten Hilfseinschnitten 33 ist jeweils eine bewegliche Fixierlasche
34 ausgebildet. Beim Aufdrücken des Verpackungszuschnittes 30 auf die Artikel 11 werden
die Fixierlaschen 34 teilweise nach oben weggeknickt und verhaken den Verpackungszuschnitt
30 unterhalb des oberen Teilbereichs 15, wodurch der Verpackungszuschnitt 30 fest
und sicher an den Artikeln 11 fixiert wird. Durch diesen Eingriff der Fixierlaschen
34 ist ein Entfernen des Verpackungszuschnittes 30 durch eine nach oben gerichtete
Zugbewegung nur unter erhöhtem Kraftaufwand und in der Regel unter Zerstörung des
Verpackungszuschnittes 30 möglich.
[0083] Weiterhin ist vorgesehen, dass der Verpackungszuschnitt 30 weitere mittige Eingriffslöcher
aufweist, die als Halte- und Trageelemente 35 dienen. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
sind zwei Halte- oder Trageelement 35 vorgesehen. Insbesondere kann der Benutzer seine
Finger durch die Eingriffslöcher stecken und somit die gesamte Verpackungseinheit
oder das Gebinde 10 zum Transport o.ä. anheben. Dabei wird durch den geringeren Querschnitt
d32 der Durchtrittsöffnungen 32 in Zusammenschau mit dem Einrasten der Randbereiche
36 der Durchtrittsöffnungen 32 unterhalb des oberen Teilbereichs 15 der Artikel 11
verhindert, dass sich der Verpackungsabschnitt 10 beim Anheben des Gebindes 10 über
die Halte- und Trageelemente 35 von den Artikeln 11 löst.
[0084] Die schematische Seitenansicht der Fig. 4 verdeutlicht eine erste Ausführungsform
einer Verpackungsvorrichtung 1 zum Herstellen eines Gebindes 10.
[0085] Beim Einsatz der Verpackungsvorrichtung 1 werden Artikel 11, die insbesondere durch
Flaschen 12 gebildet sein können, im geordneten oder ungeordneten Massenstrom über
eine erste Transporteinrichtung 2 einem Haftmittelauftragsmodul 53 zugeführt, in dem
zumindest an einem Teil der Flaschen 12 an geeigneter Stelle, insbesondere an späteren
Kontaktflächen zwischen den Flaschen 12 innerhalb des Gebindes 10, ein Haftmittelauftrag
in Form eines Klebepunkts 21 o.ä. erfolgt.
[0086] In einem dem Haftmittelauftragsmodul 53 in Transportrichtung TR nachgeordneten Gruppier-
und Applikationsmodul 54 werden die Flaschen 12 zur Ausbildung einer kompakten Artikelgruppe
19 zusammengeschoben und dabei unter Ausbildung einer haftenden Klebeverbindung 20
zu einer Klebegruppe 19k verbunden.
[0087] Weiterhin wird im zeitlich engen Zusammenhang mit der Ausbildung der Klebegruppe
19k ein Verpackungszuschnitt 30 durch Aufdrücken an den Flaschen 12 der Klebegruppe
19k befestigt, wobei der Verpackungszuschnitt 30 insbesondere unterhalb des Halsrings
13 der Flaschen 12 festgelegt wird.
[0088] Innerhalb der Verpackungsvorrichtung 1 können die Artikel 11 oder die gebildeten
Artikelgruppen 19 etc. über eine Transporteinrichtung 2 geführt und in den einzelnen
Modulen bearbeitet werden. Alternativ kann vorgesehen sein, dass jedes Modul eine
eigene Transporteinrichtung umfasst und dass gegebenenfalls zwischen den einzelnen
Modulen weitere Transporteinrichtungen vorgesehen sind. Dadurch ist insbesondere der
Aufbau und die Anordnung der Verpackungsvorrichtung 1 individuell anpassbar, da bspw.
Transportabschnitte mit Kurven vorgesehen sein können, um den vorhandenen Platz optimal
auszunutzen.
[0089] Die schematische Draufsicht der Fig. 5 zeigt eine zweite Ausführungsform einer Verpackungsvorrichtung
1 zum Herstellen eines Gebindes 10. Die Artikel 11 werden einzeln über zwei erste
Transporteinrichtungen 2 jeweils einem ersten Transportstern 95 zugeführt und von
diesem an einen zweiten Transportstern 96 eines Haftmittelauftragungsmoduls oder Klebemittelauftragungsmoduls
4 übergeben.
[0090] Die am zweiten Transportstern 96 angeordneten oder von diesem beförderten Artikel
11 werden jeweils an mindestens einer Klebemittelauftragseinrichtung 97 vorbeigeführt.
Die Klebemittelauftragseinrichtung 97 appliziert mindestens einen Klebepunkt 21, eine
Klebefläche 22 o.ä. an dem Artikel 11.
[0091] Anschließend werden die mit Klebepunkt 21 oder Klebefläche 22 ausgestatteten Artikel
11 auf eine weiterführende Transporteinrichtung 80 überführt. Insbesondere werden
drei Artikel 11 vom ersten Klebemittelauftragungsmodul 4-1 in einer ersten Reihe in
Transportrichtung TR im Wesentlichen direkt aufeinanderfolgend und drei Artikel 11
vom zweiten Klebemittelauftragungsmodul 4-2 in Transportrichtung TR im Wesentlichen
direkt aufeinanderfolgend in einer zweiten Reihe auf der weiterführenden Transporteinrichtung
80 eines Gruppier- und Applikationsmodul 54 angeordnet, wobei die erste Artikelreihe
und die zweite Artikelreihe in Transportrichtung TR nebeneinander auf der weiterführenden
Transporteinrichtung 80 angeordnet sind.
[0092] Insbesondere umfasst das Gruppier- und Applikationsmodul 54 die Funktionen eines
Zusammenführungsmoduls 98 und eines Applikationsmoduls 5. Innerhalb des Gruppier-
und Applikationsmodul 54 wird der Verpackungszuschnitt 30 bereits auf die aus den
zwei Artikelreihen gebildete Klebegruppe 19k aufgebracht wird, während das Haftmittel,
insbesondere Klebepunkt 21 o.ä., noch aushärtet und die Artikel 11 noch innerhalb
einer Zusammenführungseinrichtung gehalten werden.
[0093] Der Verpackungszuschnitt 30 wird insbesondere in der Aushärtephase oder Verfestigungsphase
des Haftmittels an den zusammengeführten Artikeln 11 der Klebegruppe 19k appliziert
und festgelegt.
[0094] Die Verpackungszuschnitte 30 werden bspw. in einem dem Gruppier- und Applikationsmodul
54 zugeordneten Magazin 90 bereitgestellt.
[0095] Beispielsweise wird die Zusammenführungseinrichtung durch eine geeignete Anpresseinrichtungen
99 gebildet, durch welche die Artikel 11 der beiden Artikelreihen zusammengeschoben
werden.
[0096] Insbesondere können die Anpresseinrichtungen 99 durch horizontalbewegliche Pusher
o.ä. gebildet sein, die quer zur Transportrichtung TR verschieblich sind.
[0097] Die Klebepunkte 21 oder Klebeflächen 22 sind derart an den Artikeln 11 angeordnet,
dass sie in Kontaktbereichen zwischen den Artikeln 11 der unterschiedlichen Artikelreihen
angeordnet sind. Durch das Zusammenschieben der Artikelreihen wird jeweils ein Artikel
11 der ersten Artikelreihe mit einem Artikel 11 der anderen Artikelreihe über haftende
Klebeverbindungen 20 miteinander verbunden.
[0098] Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die benachbarten Artikel 11 innerhalb einer
Artikelreihe durch das Zusammenschieben miteinander über Haftmittel verbunden werden.
[0099] Der Verpackungszuschnitt 30 wird innerhalb des Gruppier- und Applikationsmodul 54
im zeitlichen Zusammenhang mit dem Zusammenführen der Artikel 11 als Klebegruppe 19k
an den Artikeln 11 appliziert. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Aufbringen
des Verpackungszuschnittes 30 unmittelbar bei oder unmittelbar nach dem Zusammenführen
der Artikel 11 als Klebegruppe 19k erfolgt.
[0100] Wahlweise kann vorgesehen sein, dass der Verpackungszuschnitt 30 unmittelbar im Anschluss
an das Zusammenführen der Artikel 11 als Klebegruppe 19k appliziert wird, während
die Artikel 11 noch zwischen den Anpresseinrichtungen 99 gehalten werden.
[0101] Eine Ausführungsform sieht im zeitlichen Zusammenhang mit dem Applizieren des Verpackungszuschnittes
30 ein zumindest geringfügiges Verdrehen mindestens eines der Artikel 11 vor, damit
die Artikel 11 im fertigen Gebinde 10 eine bevorzugte Ausrichtung aufweisen. Dies
kann insbesondere vorteilhaft eingesetzt werden, um einen ansprechenden Gesamteindruck
des Gebindes 10 zu erzeugen. Beispielsweise können im fertigen Gebinde 10 benachbarte
Artikel 11 derart zueinander ausgerichtet werden, dass bspw. der Produktname o.ä.
über die mindestens zwei Artikel 11 gut lesbar dargestellt ist.
[0102] Außerdem kann vorgesehen sein, dass die Artikel 11 jeweils mit Informationsmerkmalen
ausgestattet sind, oder dass einzelne Artikel 11 mit Informationsmerkmalen ausgestattet
sind, die für das Ausrichten herangezogen werden. So wird es im Handel bspw. häufig
gewünscht, dass mindestens ein die Artikel 11 markierender Barcode und/oder andere
Informationsträger innerhalb einer fertigen Gebindes 10 nach außen gerichtet und somit
gut sichtbar ist/sind.
[0103] Die Ausrichtung der Artikel 11 kann insbesondere sensorisch überwacht und entsprechend
gesteuert werden. Beispielsweise werden die jeweiligen Informationsmerkmale der Artikel
11 sensorisch erfasst und die Artikel 11 durch eine Drehung um eine Längsachse o.ä.
entsprechend in die gewünschte Ausrichtung gebracht.
[0104] Das Ausrichten kann bspw. durch geeignete Vorrichtungen beim Zusammenführen der Artikel
erfolgen.
[0105] Die in Fig. 5 beschriebene Ausführungsform sieht vor, dass die Artikel 11 zum Auftragen
des Haftmittels in Form eines Klebepunktes 21 o.ä. über einen Transportstern 96 an
mindestens einer Klebemittelauftragseinrichtungen 97 vorbeigeführt werden.
[0106] Dem Transportstern 96 ist mindestens ein Sensor 110, bspw. eine Kamera 111 mit Bilderkennungseinrichtung
o.ä., zugeordnet, der die Informationsmerkmale erfasst.
[0107] Die am Transportstern 96 geführten Artikel 11 sind am Transportstern 96 drehbar gehaltert
und können relativ zum Transportstern 96 verdreht werden, bis die sensorisch ermittelte
Ist-Position des detektierten Informationsmerkmals mit der gewünschten Soll-Position
des detektierten Informationsmerkmale übereinstimmt. Vorzugsweise erfolgt die Drehung
um eine Längsachse der Artikel 11, welche insbesondere parallel zur Drehachse des
Transportsterns 96 angeordnet und/oder ausgebildet ist.
[0108] Da die Artikel 11 während der sensorischen Detektion und der Ausrichtung durch den
Transportstern 96 kontinuierlich weiterbewegt werden, muss die drehende Ausrichtung
entsprechend an die jeweilige Position des Artikels 11 am Transportstern 96 laufend
angepasst werden. Weiterhin ist bei dieser Ausführungsform vorgesehen, dass der Ausrichtvorgang
abgeschlossen ist, bevor der Auftrag des Haftmittels an den Artikeln erfolgt.
[0109] Die schematische Darstellung der Fig. 6 zeigt eine erste Ausführungsform eines Vorbehandlungsmoduls
100 mit einem Vorbereitungswerkzeug, welches einem Gruppier- und Applikationsmodul
54 (vgl. Figuren 4 und 5) zugeordnet sein kann.
[0110] Ein Verpackungszuschnitt 30 wird durch einen ersten Greiferkopf 92, bspw. einen Vakuumsauger
93, aus einem Magazin 90 entnommen und zum Vorbehandlungsmodul 100 transferiert. Dieses
Vorbehandlungsmodul 100 umfasst als Vorbereitungswerkzeug sogenannte Dehnwerkzeuge
101 oder Dehnmatrizen, die bspw. in Form von Dehnkegeln 102 ausgebildet sind. Die
Dehnkegel 102 befinden sich in einer relativen Anordnung, die der Anordnung der Durchtrittsöffnungen
32 der Verpackungszuschnitte 30 entsprechen. Zudem entspricht die Anordnung der Dehnkegel
102 der Anordnung der Artikel 11 in dem Klebegebinde 19k und in dem fertigen Gebinde
10.
[0111] Der Verpackungszuschnitt 30 wird durch den ersten Greiferkopf 92 über die Dehnkegel
102 gestülpt, so dass jeweils ein Dehnkegel 102 durch jeweils eine der Durchtrittsöffnungen
32 des Verpackungszuschnittes 30 ragt.
[0112] Der Verpackungszuschnitt 30 wird an den Dehnkegeln 102 so weit nach unten gedrückt,
dass die Randbereiche 36 der Durchtrittsöffnungen 32 durch den sich nach unten erweiternden
Querschnitt der Dehnkegel 102 gedehnt werden, wodurch sich der Durchmesser der Durchtrittsöffnungen
32 zumindest geringfügig erhöht.
[0113] Anschließend wird der derart vorbehandelte Verpackungszuschnitt 30v durch den Greiferkopf
92 zum Klebegebinde 19k befördert und an diesem appliziert. Aufgrund der Schräge der
Dehnkegel 102 wird der Verpackungszuschnittes 30 zentriert und genau positioniert
oder ausgerichtet.
[0114] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der Verpackungszuschnitt 30 für die Zentrierung
zumindest kurzzeitig vom ersten Greiferkopf 92 losgelassen wird. Der vorbehandelte
Verpackungszuschnitt 30v kann anschließend durch den ersten Greiferkopf 92 exakt aufgenommen
und auf ein entsprechend bereitgestelltes Klebegebinde 19k aufgelegt und durch Herunterdrücken
an diesen festgelegt werden.
[0115] Die schematische Darstellung der Fig. 7 zeigt eine zweite Ausführungsform eines Vorbehandlungsmoduls
100 mit einem Vorbereitungswerkzeug. Hierbei wird der Verpackungszuschnitt 30 innerhalb
des Vorbehandlungsmoduls 100 durch den ersten Greiferkopf 92 komplett freigegeben
und mit Hilfe eines geeigneten Werkzeugs 103, bspw. eines Druckstempels 104, auf die
Dehnkegel 102 aufgedrückt, um die Randbereiche 36 der Durchtrittsöffnungen 32 zu weiten
und auf diese Weise die Widerstandskraft des Verpackungszuschnittes 30 in den Randbereichen
36 der Durchtrittsöffnungen 32 zu reduzieren.
[0116] Anschließend wird der entsprechend vorbehandelte Verpackungszuschnitt 30v durch einen
zweiten Greiferkopf 94, welcher bspw. ebenfalls als Vakuumsauger ausgebildet ist,
aufgenommen und innerhalb des Gruppier- und Applikationsmoduls 54 zum Klebegebinde
19k befördert.
[0117] Die schematische Draufsicht der Fig. 8 zeigt eine dritte Ausführungsform einer Verpackungsvorrichtung
1 zum Herstellen eines Gebindes 10. Diese ist im Wesentlichen analog zur Ausführungsform
gemäß Fig. 5 ausgebildet.
[0118] In diesem Fall sind zwei Gruppier- und Applikationsmodule 54a, 54b vorgesehen, die
jeweils abwechselnd jede zweite Klebegruppe bearbeiten und insbesondere jeweils einen
Verpackungszuschnitt auf jede zweite Klebegruppe aufbringen. Jedem der Gruppier- und
Applikationsmodule 54a, 54b ist ein eigenes Magazin 90a, 90b mit Verpackungszuschnitten
zugeordnet.
[0119] Insbesondere werden die innerhalb des Gruppier- und Applikationsmoduls 54a verarbeiteten
Verpackungszuschnitte aus dem Magazin 90a entnommen, während die innerhalb des Gruppier-
und Applikationsmoduls 54b verarbeiteten Verpackungszuschnitte aus dem Magazin 90b
entnommen werden.
[0120] Auf diese Weise kann die Leistung der Verpackungsvorrichtung 1 erhöht bzw. der Platzbedarf
für die Verpackungsvorrichtung 1 verringert werden.
[0121] Weiterhin ist vorgesehen, dass jedem der Gruppier- und Applikationsmodule 54a, 54b
ein Vorbehandlungsmodul 100a, 100b zugeordnet ist, um die Randbereiche der Durchbrüche
der Verpackungszuschnitte zu weiten und somit eine Widerstandskraft des Verpackungszuschnittes
in den die Durchtrittsöffnungen begrenzenden Randbereichen beim Applizieren des Verpackungszuschnittes
an den mindestens zwei Artikeln zu reduzieren. Dabei handelt es sich bspw. um eine
Ausführungsform eines Vorbehandlungsmoduls 100a, 100b, wie es bspw. im Zusammenhang
mit den Figuren 6 und 7 beschrieben worden ist.
[0122] Der vorbehandelte Verpackungszuschnitt wird im zeitlichen Zusammenhang mit dem Zusammenführen
der Artikel in Form eines Klebegebindes auf die Artikel aufgelegt und durch eine zumindest
teilweise nach unten bzw. parallel zu den Längsachsen der aufrecht stehenden Artikel
gerichtete Applikationskraft, insbesondere einen nach unten gerichteten Druck, zumindest
teilweise auf die Artikel des Klebegebindes aufgedrückt und dabei an diesen fixiert.
[0123] Aufgrund der Vorbehandlung und der dadurch reduzierten Widerstandskraft der Randbereiche
der Durchtrittsöffnungen kann die Applikationskraft gegenüber dem bekannten Stand
der Technik reduziert werden. Dadurch ist es möglich, Verpackungszuschnitte auch an
Artikeln anzubringen, die bspw. eine geringere Wandstärke aufweisen und somit weniger
stabil gegenüber Druckkräften sind. Auf diese Weise kann der Materialverbrauch für
die Artikel reduziert werden.
[0124] Weiterhin zeigt die Fig. 8 ein den Gruppier- und Applikationsmodulen 54a, 54b nachgeordnetes
Trocknungsmodul 105. Dieses enthält mindestens eine geeignete Trocknungseinrichtung,
die das Aushärten des Haftmittels und somit die Ausbildung der haftenden Klebeverbindung
zwischen den mit einem Verpackungszuschnitt zusammengefassten Artikeln beschleunigt.
[0125] Beispielsweise kann hierzu mittels geeigneter Gebläse Kaltluft aufgeblasen werden,
um bspw. Heißleim durch Abkühlen aushärten zu lassen. Bei Verwendung eines UV-härtenden
Haftmittels kann die Trocknungseinrichtung geeignete Bestrahlungseinrichtungen zur
Emission von UV-Strahlung umfassen.
[0126] Die perspektivische Darstellung der Fig. 9 verdeutlicht aufeinanderfolgende Verfahrensschritte
zur Herstellung von Gebinden 10, 10c, bei denen jeweils Slim- oder Sleek-Dosen 72
zusammengefasst sind.
[0127] In einem ersten Verfahrensschritt (links) werden die mit Haftmittelauftrag (nicht
sichtbar) vorbereiteten Slim- oder Sleek-Dosen 72 zu einer losen Anordnung 73 zusammengestellt,
wobei die lose Anordnung 73 der Slim- oder Sleek-Dosen 72 mit der Anordnung der Durchtrittsöffnungen
32 eines verwendeten speziellen Verpackungszuschnittes 37 in einem umgeformten Zwischenzustand
ZZ korrespondiert.
[0128] Insbesondere weist der verwendete spezielle Verpackungszuschnitt 37 Knickfalten 38
zur Ausbildung von stabilisierenden Stegen 39 zwischen den Durchtrittsöffnungen 32
auf. Insbesondere sind zur Ausbildung eines Steges 39 jeweils drei parallele Knickfalten
vorgesehen. Die mittlere Knickfalte 38 wird mit dem Bezugszeichen 38m bezeichnet,
während die jeweils äußeren Knickfalten mit dem Bezugszeichen 38a gekennzeichnet sind.
[0129] In einem zweiten Verfahrensschritt (mittig, siehe Pfeilrichtung) wird ein in den
Zwischenzustand ZZ umgeformter Verpackungszuschnitt 15 an der losen Anordnung 73 der
mit Haftmittelauftrag vorbereiteten Slim- oder Sleek-Dosen 72 appliziert, insbesondere
von oben auf die Slim- oder Sleek-Dosen 72 aufgedrückt und dadurch an diesen festgelegt.
Insbesondere wird der Verpackungszuschnitt 37 im Zwischenzustand ZZ unterhalb des
Deckelbereichs 74 und oberhalb des Körperzylinders 75 im verjüngten Halsbereich 76
an den Slim- oder Sleek-Dosen 72 angebracht.
[0130] Die mit einem Verpackungszuschnitt 37 im Zwischenzustand ZZ zusammengefasste Dosenanordnung
wird nachfolgend als Vor-Gebinde 77 bezeichnet.
[0131] Im Zusammenhang mit dem Umformen des Verpackungszuschnittes 37 oder zwischen dem
Umformen des Verpackungszuschnittes 37 und dem Applizieren an den Slim- oder Sleek-Dosen
72 kann zusätzlich auf die Bereiche zwischen den jeweils äußeren Knickfalten 38a und
den mittleren Knickfalten 38m ein Haftmittel aufgetragen werden.
[0132] Anschließend werden die Slim- oder Sleek-Dosen 72 in einem dritten Verfahrensschritt
(rechts, siehe Pfeilrichtung) zusammengedrückt, so dass die jeweils benachbarten Slim-
oder Sleek-Dosen 72 einander an ihren Außenmantelflächen an vertikalen Kontaktflächen
oder Kontaktlinien berühren. Insbesondere befindet sich das an den Slim-oder Sleek-Dosen
72 vorab aufgetragene Haftmittel genau im Bereich dieser vertikalen Kontaktflächen
oder Kontaktlinien, so dass durch das Zusammenführen der Slim- oder Sleek-Dosen 72
jeweils haftende Verbindungen zwischen benachbarten Slim-oder Sleek-Dosen 72 hergestellt
werden und zudem der Verpackungszuschnitt 37 unter Ausbildung der Stege 38 in einen
Verkaufszustand VZ überführt wird.
[0133] Durch das optionale Verkleben der aneinander liegenden Bereiche, die zwischen den
jeweils äußeren Knickfalten 38a und den mittleren Knickfalten 38m ausgebildet sind,
werden die Stege 39 zusätzlich fixiert und stabilisiert.
[0134] Nach dem Aushärten des Haftmittels zwischen den Slim- oder Sleek-Dosen 72 ist der
Verkaufszustand VZ des Verpackungszuschnittes 39 fixiert und das Gebinde 10, 10c fertiggestellt.
[0135] Die Ausführungsformen, Beispiele und Varianten der vorhergehenden Absätze, die Ansprüche
oder die folgende Beschreibung und die Figuren, einschließlich ihrer verschiedenen
Ansichten oder jeweiligen individuellen Merkmale, können unabhängig voneinander oder
in beliebiger Kombination verwendet werden. Merkmale, die in Verbindung mit einer
Ausführungsform beschrieben werden, sind für alle Ausführungsformen anwendbar, sofern
die Merkmale nicht unvereinbar sind.
[0136] Wenn auch im Zusammenhang der Figurenbeschreibung generell von "schematischen" Darstellungen
und Ansichten die Rede ist, so ist damit keineswegs gemeint, dass die Figurendarstellungen
und deren Beschreibung hinsichtlich der Offenbarung der Erfindung von untergeordneter
Bedeutung sein sollen. Der Fachmann ist durchaus in der Lage, aus den schematisch
und abstrakt gezeichneten Darstellungen genug an Informationen zu entnehmen, die ihm
das Verständnis der Erfindung erleichtern, ohne dass er etwa aus den gezeichneten
und möglicherweise nicht exakt maßstabsgerechten Größenverhältnissen der Artikel und/oder
Teilen der Vorrichtung oder anderer gezeichneter Elemente in irgendeiner Weise in
seinem Verständnis beeinträchtigt wäre. Die Figuren ermöglichen es dem Fachmann als
Leser somit, anhand der konkreter erläuterten Umsetzungen des erfindungsgemäßen Verfahrens
und der konkreter erläuterten Funktionsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung ein
besseres Verständnis für den in den Ansprüchen sowie im allgemeinen Teil der Beschreibung
allgemeiner und/oder abstrakter formulierten Erfindungsgedanken abzuleiten.
[0137] Die Erfindung wurde unter Bezugnahme auf eine bevorzugte Ausführungsform beschrieben.
Es ist jedoch für einen Fachmann vorstellbar, dass Abwandlungen oder Änderungen der
Erfindung gemacht werden können, ohne dabei den Schutzbereich der nachstehenden Ansprüche
zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0138]
- 1
- Verpackungsvorrichtung
- 2
- erste Transporteinrichtung
- 4, 4-1, 4-2
- Klebemittelauftragungsmodul
- 5
- Applikationsmodul
- 10, 10a, 10b, 10c
- Gebinde
- 11
- Artikel
- 12
- Flasche
- 13
- Halsring
- 14
- Schraubverschluss
- 15
- erster, oberer Teilbereich
- 16
- Füllbereich
- 17
- zweiter, unterer Teilbereich
- 19
- Artikelgruppe
- 19k
- Klebegruppe
- 20
- haftende Klebeverbindung
- 21
- Klebepunkt
- 22
- Klebefläche
- 30
- Verpackungszuschnitt
- 30v
- vorbereiteter Verpackungszuschnitt
- 32
- Durchtrittsöffnung
- 33
- Hilfseinschnitt
- 34
- Fixierlasche
- 35
- Halte- oder Trageelement
- 36
- Randbereich
- 37
- spezieller Verpackungszuschnitt
- 38
- Knickfalte
- 38a
- äußere Knickfalte
- 38m
- mittlere Knickfalte
- 39
- Steg
- 40
- Dose
- 41
- oberer Deckel
- 42
- zylindrischer Grundkörper
- 53
- Haftmittelauftragsmodul
- 54, 54a, 54b
- Gruppier- und Applikationsmodul
- 72
- Slim- oder Sleek-Dose
- 73
- lose Anordnung
- 74
- Deckelbereich
- 75
- Körperzylinder
- 76
- verjüngter Halsbereich
- 77
- Vor-Gebinde
- 80
- weitere Transporteinrichtung
- 90, 90a, 90b
- Magazin
- 92
- erster Greiferkopf
- 93
- Vakuumsauger
- 94
- zweiter Greiferkopf
- 95
- erster Transportstern
- 96
- zweiter Transportstern
- 97
- Klebemittelauftragseinrichtungen
- 98
- Zusammenführungsmodul
- 99
- Anpresseinrichtungen
- 100, 100a, 100b
- Vorbehandlungsmodul
- 101
- Dehnwerkzeug
- 102
- Dehnkegel
- 103
- Werkzeug
- 104
- Druckstempel
- 105
- Trocknungsmodul
- 110
- Sensor
- 111
- Kamera
- d13
- Durchmesser Halsring
- d41
- Durchmesser Deckel
- d32
- Durchmesser Durchtrittsöffnung
- LZ
- Lagerzustand
- TR
- Transportrichtung
- VZ
- Verkaufszustand
- ZZ
- Zwischenzustand
1. Verfahren zur Herstellung eines mindestens zwei Artikel (11) umfassenden Gebindes
(10),
- wobei mindestens zwei innerhalb des Gebindes (10) aneinandergrenzend angeordnete
Artikel (11) über mindestens eine haftende Verbindung (20) miteinander verbunden werden,
- und wobei an mindestens einem Artikel (11) wenigstens ein Verpackungszuschnitt (30)
mit mindestens einer Durchtrittsöffnung (32) für einen ersten, oberen Teilbereich
(15) mindestens eines Artikels (11) angeordnet wird, insbesondere wobei mindestens
zwei innerhalb des Gebindes (10) aneinandergrenzend angeordnete Artikel (11) über
mindestens einen Verpackungszuschnitt (30) miteinander verbunden werden,
welches Verfahren zumindest die folgenden Schritte umfasst:
- bereichsweises Auftragen eines Haftmittels (21) auf mindestens einen der Artikel
(11),
- Zusammenführen von mindestens zwei zu verbindenden Artikeln (11), wobei mindestens
einer der Artikel (11) den Haftmittelauftrag aufweist, unter Ausbildung einer Zusammenstellung
mit mindestens einer haftenden Verbindung (20) zwischen den Artikeln (11),
- Applizieren eines Verpackungszuschnittes (30) an der haftenden Zusammenstellung
der mindestens zwei Artikeln (11),
wobei der Verpackungszuschnitt (30) im zeitlichen Zusammenhang mit dem Zusammenführen
der Artikel (11) an diesen appliziert wird, insbesondere wobei der Verpackungszuschnitt
(30) unmittelbar vor oder unmittelbar beim oder unmittelbar nach dem Zusammenführen
der mindestens zwei Artikel (11) an diesen appliziert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die haftende Verbindung (20) zwischen den mindestens
zwei Artikeln (11) durch ein Aushärten und/oder Verfestigen des verwendeten Haftmittels
(21) hergestellt wird, wobei der Verpackungszuschnitt (30) in der Aushärtphase und/oder
Verfestigungsphase des Haftmittels (21) an den zusammengeführten Artikeln (11) appliziert
und festgelegt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei im zeitlichen Zusammenhang mit dem Applizieren
des Verpackungszuschnittes (30) ein zumindest geringfügiges Verdrehen der Artikel
(11) um ihre jeweiligen Längsmittelachsen zur Ausrichtung der Artikel (11) erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, bei dem die Artikel (11) mit Informationsmerkmalen ausgestattet
sind und wobei das Ausrichten anhand der Informationsmerkmale erfolgt.
5. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, bei dem die Artikel (11) zum Zwecke
des Auftragens des Haftmittels (21) über einen Transportstern (96) an mindestens einer
Haftmittelauftragseinrichtung (97) vorbeigeführt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, bei dem Informationsmerkmale der Artikel (11) sensorisch
erfasst werden, wobei die am Transportstern (96) vorbeigeführten Artikel (11) vor
dem Auftragen des Haftmittels (21) ausgerichtet werden, insbesondere wobei die Artikel
(11) relativ zum Transportstern (96) um ihre Längsachse verdreht werden.
7. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, bei dem der mindestens eine Verpackungszuschnitt
(30) vermittels einer zumindest teilweise nach unten gerichteten Kraft an den Artikeln
(11) festgelegt wird.
8. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, bei dem der Verpackungszuschnitt
(30) in einem flächigen Lagerzustand (LZ) bereitgestellt wird, wobei der Verpackungszuschnitt
(30) vor dem Applizieren an den Artikeln (11) in einen dreidimensionalen Zwischenzustand
(ZZ) überführt wird, und wobei der Verpackungszuschnitt (30) beim Zusammenführen der
Artikel (11) unter Ausbildung der haftenden Verbindung (20) in einen dreidimensionalen
Verkaufszustand (VZ) überführt wird, wobei der Verpackungszuschnitt (30) im Lagerzustand
(LZ) eine erste Querschnittsfläche, im Zwischenzustand (ZZ) eine zweite Querschnittsfläche
und im Verkaufszustand (VZ) eine dritte Querschnittsfläche abdeckt, wobei die erste
Querschnittsfläche größer ist als die zweite Querschnittsfläche, und wobei die zweite
Querschnittsfläche größer ist als die dritte Querschnittsfläche.
9. Verfahren nach Anspruch 8, bei dem sich im Verkaufszustand (VZ) stabilisierende Stege
(39) zwischen den Durchtrittsöffnungen (32) des Verpackungszuschnittes (30) befinden.
10. Verpackungsvorrichtung (1) zum Herstellen eines Gebindes (10), insbesondere mittels
eines Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, welche Verpackungsvorrichtung
(1) zumindest ein Haftmittelauftragsmodul (4) oder mindestens eine Haftmittelauftragseinrichtung
(97), ein Zusammenführungsmodul (98) für mit Haftmittel (21) beaufschlagte Artikel
(11) und ein Applikationsmodul (5) zum Aufbringen eines Verpackungszuschnittes (30)
auf eine durch mindestens zwei über eine haftende Verbindung (20) zusammengefasste
oder zusammenzufassende Artikel (11) gebildete Zusammenstellung umfasst, wobei das
Applikationsmodul (5) in einer Transportrichtung (TR) der Artikel (11) unmittelbar
nach dem Zusammenführungsmodul (98) angeordnet oder dem Zusammenführungsmodul (98)
nachgeordnet ist, oder wobei das Applikationsmodul (5) unmittelbar vor dem Zusammenführungsmodul
(98) angeordnet ist, oder wobei das Zusammenführungsmodul (98) und das Applikationsmodul
(5) als eine integrierte Einheit (54) ausgebildet sind.
11. Verpackungsvorrichtung (1) nach Anspruch 10, bei welcher das Applikationsmodul (5)
und das Zusammenführungsmodul (98) in einer Transportrichtung (TR) für die Artikel
(11) hinter dem Haftmittelauftragsmodul (4) angeordnet sind.
12. Verpackungsvorrichtung (1) nach Anspruch 10 oder 11, bei welcher dem Applikationsmodul
(5) und dem Zusammenführungsmodul (98) eine Trocknungseinrichtung nachgeordnet ist.
13. Verpackungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 10 bis 12, bei welcher das Applikationsmodul
(5) ein Vorbereitungswerkzeug (101) für die Verpackungszuschnitte (30) umfasst.
14. Verpackungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 10 bis 13, bei welcher das Applikationsmodul
(5) eine Umformeinrichtung für die Verpackungszuschnitte (30) umfasst.