[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zerkleinern von festen Materialien, ein
Verfahren dazu, bei dem diese Vorrichtung eingesetzt werden kann, sowie die Verwendung
der Vorrichtung zum Zerkleinern von festen Materialien.
[0002] Insbesondere bezieht sich die Erfindung auf ein Verfahren zur Fein- und Feinstzermahlung
bzw. -zerkleinerung von festen Materialien/Stoffen unterschiedlicher Härte, mit gleichzeitiger
Herstellung von Fertigprodukten verschiedener Art - sowohl von feingemahlenen Stoffen
als auch von Nano-Pulvern, d. h. solchen mit hohen Anteilen an Nanoteilchen. Die Erfindung
kann in der Verarbeitung verschiedenster Rohstoffe Einsatz finden, die dann später
als Füllmittel verwendet werden, z. B. zur Herstellung von Masterbatches, Polypropylenen
und Polyethylenen, Compounds, Keramik, Papier, Lacken, Farben, Trockenmischungen und
Zement für die Bauindustrie, bei der Abfallverarbeitung in der Hüttenindustrie, zur
Verarbeitung von Edelmetall-Gesteinen und Düngemitteln sowie Trockenstoffen in der
Herstellung von Kosmetika und Arzneien.
[0003] Bekannt ist eine Zermahlungsanlage, die aus einer Grob- und Feinzermahlungskomponente
besteht. Die erste Komponente ist mit einer Walzenmühle und einem Sichter und die
zweite mit einer Rohrmühle, einem Verteiler und einem Sichter (
WO 2006/087167 A1) ausgestattet. Der Silo ist hauptsächlich für die Beförderung von Korn vorgesehen
und für dessen stationäre Lagerung nicht geeignet.
[0004] Ferner ist eine Zerkleinerungsanlage bekannt, die Erz in drei Stufen zerkleinert.
Sie besteht aus einem Erzbunker mit Beschickungsvorrichtung, einer Mühle zur Selbstzerkleinerung
für die erste Stufe, einer Kugelmühle zur Grobzermahlung, einer Mühle zur Feinzermahlung,
einer Nasszyklongruppe, einem Sichter und einem Verteiler (Gebrauchsmuster
RU Nr. 72463).
[0005] Ferner ist eine Anlage bekannt, die in der
RU 94038379 A beschrieben ist; sie besteht aus einer Vorrichtung zur Grob- und Feinzermahlung,
einem Füllsilo, einem Dosiersilo, einem aus Pneumatik- und Rücklaufleitungen bestehenden
Fördersystem, Zyklonen und einem Filtersystem.
[0006] Alle oben beschriebenen Anlagen haben Nachteile. Sie ermöglichen keine Herstellung
feingemahlener Pulver, bei denen die Partikeln gleichmäßig verteilt sind, das Ausgangsmaterial
bzw. Eingangsmaterial für die verschiedenen Einheiten kann ungleichmäßig zerkleinert
sein. Der Energieverbrauch ist hoch, es entstehen große Abfallmengen und das Verfahren
ist nicht umweltfreundlich. Die kann sein, dass die bekannten Anlagen müssen mit zusätzlichen
energieintensiven Sichtern und Verteilern sowie mit Anlagen zur Kreislauf-/Rückführung
der Grobkornanteile zur Nachzerkleinerung ausgerüstet werden müssen. Dies verursacht
einen höheren Energieverbrauch beim laufenden Betrieb, hohe Arbeitskosten sowie längere
Prozesszeiten, die zur Herstellung des Endprodukts benötigt werden. Dadurch erhöhen
sich die Selbst- und Gesamtkosten des Herstellungsverfahrens.
[0007] Ausgehend vom Stand der Technik liegt der Erfindung somit die Aufgabe zugrunde, eine
universelle, energieeffiziente und ressourcenschonende Vorrichtung und ein Verfahren
anzugeben, die bzw. das eine gleichzeitige Herstellung von mehreren Arten von Pulvern
mit unterschiedlicher Härte sowie unterschiedlicher chemischer und mineralogischer
Zusammensetzung ermöglicht, und zwar mit Prozessleistungsregelung und Partikelgrößenanalyse
und bei einem niedrigen Energieverbrauch in einem geschlossenen Kreislauf binnen eines
Betriebs. Dabei sollen gemäß einem Aspekt der Erfindung Pulver in hinreichend homogener
Form erzeugt werden.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1, ein Verfahren
gemäß Anspruch 9 und eine Verwendung nach Anspruch 15 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung finden sich in den Unteransprüchen.
[0009] Erfindungsgemäß wird eine Vorrichtung zum Zerkleinern von festen Materialien, wobei
die Vorrichtung aufweist:
eine Vorzerkleinerungseinheit mit zumindest einem ersten Aufnahmebehälter zur Aufnahme
von grob zerkleinertem Material, zumindest einem ersten Zerkleinerer zur Feinzerkleinerung
des grob zerkleinerten Materials, zumindest ein Sieb, um das fein zerkleinerte Material
in eine Feinfraktion und eine Grobfraktion zu trennen, einem zweiten Behälter zur
Aufnahme der Feinfraktion des fein zerkleinerten Materials, und einer Rückführeinheit
zur Rückführung der Grobfraktion des fein zerkleinerten Materials in den ersten Aufnahmebehälter,
und
eine Nachzerkleinerungseinheit mit zumindest einen zweiten Zerkleinerer zur Feinstzerkleinerung
der Feinfraktion des fein zerkleinerten Materials.
[0010] Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird eine universelle, energieeffiziente und
ressourcenschonende Technologie angegeben, die eine gleichzeitige Herstellung von
mehreren Arten von Pulvern mit unterschiedlicher Härte sowie unterschiedlicher chemischer
und mineralogischer Zusammensetzung ermöglicht, und zwar mit Prozessleistungsregelung
und Partikelgrößenanalyse und bei einem niedrigen Energieverbrauch in einem geschlossenen
Kreislauf binnen eines Betriebs. Dabei können gemäß einem Aspekt der Erfindung Pulver
in hinreichend homogener Form erzeugt werden.
[0011] Die erfindungsgemäße Vorrichtung bzw. das erfindungsgemäße Verfahren hat dabei den
Vorteil, dass eine Rückführung bzw. eine Nachzerkleinerung vermieden werden kann.
[0012] Die erfindungsgemäße Vorrichtung bzw. das erfindungsgemäße Verfahren hat auch den
Vorteil, dass gleichzeitig Materialien unterschiedlicher Härte effizient verarbeitet
werden können. Da der erste Zerkleinerer Materialien unterschiedlicher Härte in der
Regel in Partikel mit unterschiedlicher Größenverteilung zerkleinern wird, kann das
nachgeschaltete Sieben mit einer Rückführung der Grobfraktion dafür sorgen, dass die
Unterschiede der Größenverteilungen der Materialien unterschiedlicher Härte reduziert
werden und der nachgeschalteten Nachzerkleinerungseinheit Materialien zugeführt werden,
deren Größenverteilungen trotz möglicher unterschiedlicher Härte zueinander ähnlicher
sind.
[0013] Erfindungsgemäß kann die Nachzerkleinerungseinheit zumindest einen Zyklonabscheider
zur Weiterbehandlung des Materials aufweisen, das aus dem zweiten Zerkleinerer austritt.
Zyklonabscheider sind dem Fachmann an sich bekannt. Er weiß somit, welche er einsetzen
kann und wie sie funktionieren. Er weiß auch, dass Zykonabscheider das Material in
Abhängigkeit nach ihrer Masse und nicht - wie Zentrifugenin Abhängigkeit von Ihrer
Dichte trennen.
[0014] Erfindungsgemäß können der erste Zerkleinerer und das Sieb derart ausgebildet und
aufeinander abgestimmt sein, dass die Größe des fein zerkleinerten Materials der Trenngröße
zwischen der Feinfraktion und der Grobfraktion im Wesentlichen entspricht.
[0015] Erfindungsgemäß können der erste Zerkleinerer und das Sieb derart ausgebildet und
aufeinander abgestimmt sein, dass die Größe des aus dem ersten Zerkleinerer austretenden
Materials im Wesentlichen der Größe der größten Teile der Feinfraktion des Siebes
entspricht.
[0016] Erfindungsgemäß können der erste Zerkleinerer und das Sieb derart ausgebildet und
aufeinander abgestimmt sein, dass der erste Zerkleinerer ein Sieb mit einer Maschenweite
aufweist, die im Wesentlichen der Maschenweite des Siebes entspricht.
[0017] Diese Ausbildung der Erfindung sind besonders vorteilhaft, weil durch die Rückführung
der Grobfraktion sichergestellt wird, dass die Grobfraktion des Siebs solange zu dem
Zerkleinerer der Vorzerkleinerungseinheit zurückgeführt wird, bis es die gewünschte
Spezifikation hat und beim Sieben in die Feinfraktion gelangt. Es hat sich überraschenderweise
herausgestellt, dass das dem ersten Zerkleinern anschließende Sieben mit einer Trenngröße,
die der Größe der Teilchen entspricht, die den ersten Zerkleinern verlassen, bzw.
mit einer Maschenweite, die der Maschenweite eines Siebes des ersten Zerkleinerers
entspricht, eine erheblich größere Sicherheit und Effizienz beim Betrieb der erfindungsgemäßen
Vorrichtung schafft.
[0018] Erfindungsgemäß kann die Vorrichtung eine Grobzerkleinerungseinheit zur Grobzerkleinerung
von Material in grob zerkleinertes Material aufweisen, um das grob zerkleinerte Material
der Vorzerkleinerungseinheit zuzuführen. Dabei kann die Grobzerkleinerungseinheit
zumindest einen oder mehrere Brecher umfassen. Dabei kann der zumindest eine Brecher
bzw. können einige Brecher vorzugsweise zumindest einen oder mehrere Zweiwalzenbrecher
aufweisen. Alternativ oder zusätzlich kann der bzw. können die Brecher zumindest einen
oder mehrere Einwalzenbrecher aufweisen. Alternativ oder zusätzlich kann der bzw.
können die Brecher zumindest einen oder mehrere Wangenbrecher aufweisen. Diese Arten
der Brecher haben sich als günstig erwiesen, weil die eingesetzten Materialien damit
nicht nur besonders gut zerkleinert werden, sondern auch besonders günstige Teilchengrößen
bei der Grobzerkleinerung erhalten werden können. Bei der Auswahl der Brecher sollten
Teilchengrößen erreicht werden, die die Vorzerkleinerungseinheit zuverlässig und sicher
verarbeiten kann, beispielsweise geeignet auszuwählende Mühlen. Dem Fachmann ist bekannt,
wie der diese Komponenten aufeinander abstimmen kann, bzw. welches Material der Vorzerkleinerungseinheit
zugeführt werden sollte. Diese Angaben können beispielsweise den Gerätespezifikationen
der Komponenten entnommen werden. Alternativ oder zusätzlich kann auch grob zerkleinertes
Material der erfindungsgemäßen Vorrichtung direkt angeliefert bzw. zugeführt werden.
[0019] Erfindungsgemäß kann die Vorrichtung kann einen Aufnahmebehälter aufweisen, in dem
sich das zu zerkleinernde Material befinden kann und von wo es einer optionalen Grobzerkleinerung
bzw. einem optionalen Brecher zugeführt werden kann.
[0020] Ein Brecher im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Maschinen zur Zerkleinerung
von stückigem Aufgabematerial zu kleineren Korngrößen im groben bis mittleren Größenbereich.
Überwiegend werden sie zur Herstellung gebrochener Mineralstoffe aus Steinen verwendet.
Im Unterschied dazu spricht man von Mühlen, wenn die Zielkörnung im Fein- oder Feinstbereich
sein soll. In der Regel wird diese Grenze bei einer Ziel-Korngröße im Bereich von
beispielsweise 50pm bis 500µm liegen, das heißt, dass Brecher in der Regel eine Ziel-Korngrenze
oberhalb dieses Grenzbereichs und Mühlen eine Zielkorngrenze unterhalb dieser Grenzbereichs
aufweisen, wobei fließende Übergänge bestehen können. Die weiteste Verbreitung haben
Brecher bei der industriellen Aufbereitung von mineralischen Rohstoffen, siehe Steinbruch,
Kalkwerk, Kieswerk, Bergbau sowie von Sekundärmaterialien, siehe Recycling, Bauschutt.
[0021] Erfindungsgemäß kann der erste Zerkleinerer zumindest eine Mühle oder mehrere Mühlen
aufweisen. Dabei kann die Mühle vorzugsweise zumindest eine Hammermühle aufweisen
bzw. können einige der bzw. die Mühlen vorzugsweise jeweils zumindest eine Hammermühle
aufweisen.
[0022] Erfindungsgemäß kann der erste Zerkleinerer bzw. die Mühle angepasst sein, um das
grob zerkleinerte Material auf eine Teilchengröße in der Größenordnung von 500 µm
zu zerkleinern. Dies kann in günstiger Weise beispielsweise mit einer Hammermühle
erfolgen, die vorzugsweise ein Sieb aufweist, dessen Maschenweite in der Größenordnung
von ca. 500 µm liegt bzw. in der Größenordnung der gewünschten Zielgröße bzw. Größenordnung
der Teilchen liegt, in die das Material von dem ersten Zerkleinerer zerkleinert werden
soll.
[0023] Hammermühlen arbeiten in der Regel nach dem Prinzip der Schlag- und Prallwirkung.
Die rotierenden Hämmer schlagen das Mahlgut in den Mahlraum. Wenn es die erforderliche
Feinheit erreicht hat, verlässt das Mahlgut durch ein Sieb nach unten in den Mahlraum.
Hammermühlen können je nach Produkteigenschaften und gewünschtem Zerkleinerungsergebnis
mit unterschiedlichen Siebeinsätzen versehen werden, die beispielsweise mit Stabsieb
bzw. ein Gittersieb bzw. ein Siebrost umfassen können. In der Regel können verschiedene
Loch- und Stabsiebroste mit entsprechenden Maschenweiten eingesetzt werden, die materialabhängig
die Größe der durch das Sieb tretenden Partikel bestimmen können.
[0024] Das dem ersten Zerkleinerer nachgeschaltete Sieb kann vorteilhafterweise die Wahrscheinlichkeit
erhöhen, dass Teilchen, die durch die Hammermühle geschlagen werden, aber in Durchtrittsrichtung
eine größere Abmessung als die Durchtittsöffnung haben, in die Grobfraktion gelangen
und zu dem ersten Zerkleinerer zurückgeführt werden, um auch in dieser Dimension hinreichend
verkleinert zu werden.
[0025] Erfindungsgemäß können die Maschenweite von dem Sieb des ersten Zerkleineres bzw.
der Hammermühle des ersten Zerkleinereres und die Maschenweite des dem ersten Zerkleiner
nachgeschaltetem Sieb in der gleichen Größenordnung liegen bzw. so gewählt werden,
dass etwa gleich große Teilchen durchtreten können.
[0026] Erfindungsgemäß kann das Sieb zumindest ein einfach oder mehrfach oszillierendes
Sieb oder mehrere einfach oder mehrfach oszillierende Siebe aufweisen. Alternativ
oder zusätzlich kann das Sieb zumindest ein Vibrationssieb oder mehrere Vibrationssiebe
aufweisen.
[0027] Das Vorsehen von mehreren gleichen oder vorzugsweise verschiedenen Sieben kann eine
größere Qualität des Ausgangsmaterials der Vorzerkleinerungseinheit gewährleisten,
das der Nachzerkleinerungseinheit zugeführt wird, weil das in der Vorzerkleinerungseinheit
dem ersten Zerkleinerer zurückzuführende Material besser herausgetrennt werden kann.
[0028] Erfindungsgemäß kann die Nachzerkleinerungseinheit zumindest einen dritten Behälter
zur Aufnahme des mit dem Zyklonabschneider weiterbehandelten Materials aufweisen.
[0029] Erfindungsgemäß kann die Nachzerkleinerungseinheit mehrere dritte Behälter zur Aufnahme
des mit dem Zyklonabschneider weiterbehandelten Materials aufweisen. Das hat den Vorteil,
dass mehr Material bzw. verschiedene Qualitäten des Materials zur Auslieferung vorgehalten
werden kann bzw. können.
[0030] Erfindungsgemäß kann der zweite Behälter mit einem ersten Schlauchfilter verbunden
sein, der vorzugsweise mit einem Staubsauger versehen sein kann. Das hat den Vorteil,
dass das Material vor der Feinstverkleinerung von unerwünschten Staub befreit werden
kann, damit der nachgeschaltete Nachzerkleinerungseinheit mit dem zweiten Zerkleinerereffektiver
und besser betrieben werden kann.
[0031] Erfindungsgemäß kann der Schlauchfilter derart ausgebildet und angeordnet sein, dass
im Wesentlichen das Material entfernt wird, dass eine Teilchengröße von weniger als
ungefähr 50% der Trenngröße des Siebs aufweist.
[0032] Erfindungsgemäß kann der Schlauchfilter derart ausgebildet und angeordnet sein, dass
im Wesentlichen das Material entfernt wird, dass eine Teilchengröße von weniger als
ungefähr 60% der Trenngröße des Siebs aufweist.
[0033] Erfindungsgemäß kann der Schlauchfilter derart ausgebildet und angeordnet sein, dass
im Wesentlichen das Material entfernt wird, dass eine Teilchengröße von weniger als
ungefähr 70% der Trenngröße des Siebs aufweist.
[0034] Erfindungsgemäß kann der Schlauchfilter derart ausgebildet und angeordnet sein, dass
im Wesentlichen das Material entfernt wird, dass eine Teilchengröße von weniger als
ungefähr 80% der Trenngröße des Siebs aufweist. Das bedeuted bei einer Trenngröße
in der Größenordnung von 500 µm, das Material mit einer Teilchengröße bis ungefähr
400 µm entfernt wird, so dass der Nachzerkleinerungseinheit Material mit einer Teilchengröße
von ungefähr 400 µm bis 500 µm zugeführt wird.
[0035] Erfindungsgemäß kann der Schlauchfilter derart ausgebildet und angeordnet sein, dass
im Wesentlichen das Material entfernt wird, dass eine Teilchengröße von weniger als
ungefähr 90% der Trenngröße des Siebs aufweist.
[0036] Erfindungsgemäß kann vor dem ersten Behälter ein magnetischer Abscheider vorgesehen
sein, der dazu angepasst ist, magnetisches Material aus dem grob zerkleinerten Material
zu entfernen. Das kann den Vorteil haben, dass ein Material weiterverarbeitet wird,
das von gegebenenfalls vorhandenem magnetischen Material zumindest weitestgehend befreit
wurde, wenn es in dem grob zerkleinerten Maetrial vorhanden war. Das hat den Vorteil,
dass infolge eines homgeneren bzw. weniger magnetischen Ausgangsmaterial das Produkt
homogener hergestellt werden kann.
[0037] Erfindungsgemäß kann der erste Aufnahmebehälter zumindest einen oder mehrere Bunker
aufweisen.
[0038] Erfindungsgemäß kann der zweite Aufnahmebehälter einen oder mehrere Bunker aufweisen.
[0039] Erfindungsgemäß kann der dritte Behälter einen oder mehrere Bunker aufweisen. Dabei
können der Bunker bzw. einige der Bunder bzw. die Bunker als Endbunker ausgebildet
sein.
[0040] Erfindungsgemäß können bei der Vorrichtung der erste Aufnahmebehälter ein Aufnahmebunker
und/oder der zweite Aufnahmebehälter ein Aufnahmebunker und/oder der dritte Behälter
ein weiterer Bunker und/oder der Endbehälter ein Endbunker sein. Durch die Verwendung
der Formulierung "und/oder" wird angezeigt, dass jede beliebige Kombination von Behältern
bzw. Bunkern ins Auge gefasst ist. Als günstig hat es sich erwiesen, dass der erste
Aufnahmebehälter, der zweite Aufnahmebehälter, der dritte Behälter und der Endbehälter
jeweils als Bunker ausgebildet sind. Unter einem Bunker im Sinne der vorliegenden
Erfindung werden großer Behälter zur Aufnahme von Massengütern (z. B. Kohle, Erz,
Getreide) verstanden.
[0041] Erfindungsgemäß kann das Sieb derart ausgebildet und angepasst sein, dass es eine
Trenngröße in der Größenordnung von ca. 500 µm aufweist und/oder die Maschenweite
des Siebs in der Größenordnung von ca. 400 µm bis 500 µm liegt. Bei mehreren Siebeinrichtungen
des Siebes kann das für eine Siebeinrichtung, mehrere der Siebeinrichtungen bzw. alle
Siebeinrichtungen zutreffen. Vorzugsweise kann auch das Sieb des ersten Zerkleinerers
eine entsprechende Maschenweite aufweisen.
[0042] Erfindungsgemäß kann die Vorrichtung weiterhin Rohrleitungen, Schneckenförderer,
wie vertikale Schneckenförderer oder Schrägschneckenförderer), Becherförderer, Kettenförderer
und/oder Tellerförderer aufweisen, mit denen in günstiger Weise Material von einer
Komponente zu einer anderen Komponente befördert werden kann. Die vorstehend angesprochene
serielle bzw. teilweise parallele Schaltung der Komponenten kann also mit Rohrleitungen,
Schneckenförderer, Becherförderer, Kettenförderer und/oder Tellerförderer erfolgen.
[0043] Erfindungsgemäß kann das Material somit über Rohrleitungen, Schneckenförderer, Becherförderer,
Kettenförderer und/oder Tellerförderer durch die Vorrichtung von einer Komponente
zur Nächsten befördert werden.
[0044] Erfindungsgemäß können bei der Vorrichtung die vorstehend angegebenen Komponenten
bzw. einige oder alle Komponenten seriell geschaltet sein, d.h. die seriell geschalteten
Komponenten sind beispielsweise miteinander in der oben angegebenen Reihenfolge oder
wie folgt verbunden: einer optionalen Grobzerkleinerungseinheit folgt die Vorzerkleinerungseinheit,
der die Nachzerkleinerungseinheit folgt. Die optionale Grobzerkleinerungseinheit und
die Vorzerkleinerung können dabei eine Vorzerkleinerung schaffen, während die Nachzerkleinerungseinheit
eine Feinzerkleinerung schaffen kann. Dabei wird darauf hingewiesen, dass die serielle
Schaltung im Sinne der vorliegenden Erfindung auch umfasst, dass weitere Komponenten
zwischen den vorstehenden Komponenten der erfindungsgemäßen Vorrichtung seriell zwischengeschaltet
bzw. parallel geschaltet sein können, wobei eine Parallelschaltung vorzuziehen ist,
wenn beispielsweise mehrere verschiedene Produkte gleichzeitig hergestellt werden
sollen bzw. mehrere Bunkere mit einem Material gleichzeitig beschickt werden sollen.
[0045] Gemäß einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann als Feinzerkleinerungseinheit
bzw. Feinstzerkleinerungseinheit der in der
DE 10 2018 212 830 B3 beschriebene Zerkleinerer eingesetzt werden. Dieser ist bekannt, so dass der Fachmann
seinen Aufbau sowie seine Funktions- und Betriebsweise kennt. Es werden daher nachfolgend
nur kurz die wesentlichen konstruktiven Merkmale angegeben. Es handelt sich dabei
um einen Zerkleinerer zur Fein- und Feinstzerkleinerung von stückigen festen Materialien,
insbesondere von Mineralien und festen fossilen Rohstoffen, der aufweist: ein Gehäuse
mit einer axialen Eintrittsöffnung und einer tangentialen Austrittsöffnung und einer
im Wesentlichen zylindrischen ringförmigen Zerkleinerungskammer, in der zwei in einer
waagerechten Zone gegenläufig rotierbare koaxiale Rotoren angeordnet sind, auf deren
einander zugekehrten Flächen ringförmig Zerkleinerungselemente angeordnet sind, zwischen
denen radial verlaufende, in ihrer Umfangsrichtung geschlossene Kanalabschnitte gebildet
sind, wobei zwischen den Rotoren außerdem mindestens eine Ringzone vorhanden ist,
die frei von Zerkleinerungselementen und Kanalabschnitten ist und in die die Kanäle
der benachbarten inneren Ringzone münden und in der die aus den Kanälen austretenden
Teilströme verwirbelt werden.
[0046] Die einander zugekehrten Oberflächen der Rotoren können in der von Zerkleinerungselementen
freien Ringzone mit Vertiefungen zur Verstärkung der Verwirbelung versehen sein. Um
die Peripherie der Rotoren herum kann ein nach außen von der Gehäuseinnenwand begrenzter
Ringbereich gebildet sein, der eine weitere Verwirbelung der aus den Rotoren austretenden
Materialströme bewirkt. In dem Ringbereich können Aufprallplatten angeordnet ein,
die mit der Innenwand des Gehäuses verbunden sind. Ferner kann der Zerkleinerer mit
Entlüftungsvorrichtungen versehen sein, die auf dem Gehäuse angeordnet sind und eine
Ent- oder Belüftung des Innenraums des Gehäuses zur Veränderung des Feststoff-Luft-Verhältnisses
im Gehäuse ermöglichen.
[0047] Erfindungsgemäß kann der zweite Zerkleinerer der Feinzerkleinerungseinheit bzw. der
Nachzerkleirungseinheit somit auch gemäß der Zerkleinerungsanlage ausgebildet sein,
die in dem deutschen Patents
DE 10 2018 212 830 B3 offenbart ist, deren gesamten Inhalt in die vorliegenden Offenabrung durch Bezugnahme
aufgenommen ist. Somit kann der zweite Zerkleinerer bzw. die Feinzerkleinerungseinheit
der Vorrichtung erfindungsgemäß unter Berücksichtigung der Bezugnahme und auch ohne
Berücksichtigung der Bezugnahme folgendes aufweisen: ein Gehäuse mit einer axialen
Eintrittsöffnung und einer tangentialen Austrittsöffnung und einer im Wesentlichen
zylindrischen ringförmigen Zerkleinerungskammer, in der zwei in einer waagerechten
Zone gegenläufig rotierbare koaxiale Rotoren angeordnet sind, auf deren einander zugekehrten
Flächen ringförmig Zerkleinerungselemente angeordnet sind, zwischen denen radial verlaufende,
in ihrer Umfangsrichtung geschlossene Kanalabschnitte gebildet sind, wobei zwischen
den Rotoren außerdem mindestens eine Ringzone vorhanden ist, die frei von Zerkleinerungselementen
und Kanalabschnitten ist und in die die Kanäle der benachbarten inneren Ringzone münden
und in der die aus den Kanälen austretenden Teilströme verwirbelt werden.
[0048] Gemäß der Erfindung wird auch eine Verfahren zum Zerkleinern von festen Materialien
angegeben, das zumindest die folgenden Verfahrensschritte aufweist:
- a) erstes Zerkleinern von grob zerkleinerten Material mit einer Vorzerkleinerungseinheit,
um das grob zerkleinerte Material fein zu zerkleinern,
- b) Sieben des fein zerkleinerten Material mit einem Sieb, um das fein zerkleinerte
Material in eine Feinfraktion und eine Grobfraktion zu trennen,
- c) Rückführen der Grobfraktion des fein zerkleinerten Materials zum Schritt a) des
ersten Zerkleinerns, und
- d) zweites Zerkleinern der Feinfraktion des fein zerkleinerten Materials mit einer
Nachzerkleinerungseinheit.
[0049] Erfindungsgemäß kann der Schritt a) des ersten Zerkleinern und der Schritt b) des
Siebens derart aufeinander abgestimmt sein, dass die mittlere Größe des fein zerkleinerten
Materials der Trenngröße zwischen der Feinfraktion und der Grobfraktion im Wesentlichen
entspricht.
[0050] Erfindungsgemäß kann das Verfahren den folgenden weiteren Schritt umfassen:
e) Behandeln des mit der Nachzerkleinerungseinheit weiter zerkleinerten Materials
mit einem Zyklonabscheider.
[0051] Erfindungsgemäß kann vor dem Schritt a) des ersten Verkleinerns der folgende Schritt
geschaltet ist:
f) Grobzerkleinern von Material in grob zerkleinertes Material, um es der Vorverkleinerungseinheit
zuzuführen.
[0052] Erfindungsgemäß kann vor dem Schritt a) des ersten Zerkleinerns magnetisches Material
mit einem magnetischen Abscheider abgetrennt werden. Das kann den Vorteil haben, dass
ein Material weiterverarbeitet wird, das von gegebenenfalls vorhandenem magnetischen
Material zumindest weitestgehend befreit wurde, wenn es in dem grob zerkleinerten
Maetrial vorhanden war.
[0053] Erfindungsgemäß kann das Grobzerkleinern mit einem Brecher erfolgen. Dabei kann der
Brecher wie oben ausgeführt der vorzugsweise zumindest einen oder mehrere Zweiwalzenbrecher
und/oder zumindest einen oder mehrere Einwalzenbrecher und/oder zumindest einen oder
mehrere Wangenbrecher aufweisen.
[0054] Erfindungsgemäß kann beim ersten Zerkleinern in Schritt a) das grob zerkleinerte
Material in Teilchen mit einer Teilchengröße in der Größenordnung von ca. 400 µm bis
500 µm fein zerkleinert werden.
[0055] Erfindungsgemäß kann die Zerkleinerung in drei Schritten erfolgen. Zuerst erfolgt
eine optionale Grobzerkleinerung auf eine Teilchengröße in einer Größenordnung, die
beispielsweise Hammermühlen zugeführt werden kann. Die Größenordnung kann in Abhängigkeit
von der verwendeten Hammermühle beispielsweise in dem Bereich von ca. 50 mm bis etwa
500-800 mm liegen. In einem weiteren (bzw. ersten Schritt, wenn Teilchen der gewünschten
Größenordnung angeliefert und nicht grobzerkleinert werden) erfolgt eine Vorzerkleinerung
auf eine Teilchengröße in der Größenordnung von beispielsweise 50 µm bis ca. 400 µm
und/oder 500 µm bzw. der gewünschten Eingangsteilchengröße für eine Zerkleinerungsanlage,
die beispielsweise gemäß der
DE 10 2018 212 830 B3 ausgebildet sein kann. In einem zweiten bzw. dritten Schritt erfolgt eine Feinstzerkleinerung
auf eine Teilchengröße in der Größenordnung bis hin zu Nanoteilchen. Beispielsweise
kann die Ausgangsgröße der Teilchen bei diesem Schritt 100 bis 500 nm (Nanometer)
betragen, wie sie beispielsweise durch eine Zerkleinerungsanlage gemäß der
DE 10 2018 212 830 B3 erreicht werden kann.
[0056] Die Größe der Teilchen kann dabei, falls erforderlich beispielsweise durch eine Siebanalyse
bzw. Lichtmikroskopie und bei Teilchen geringerer Größe durch Sedimentationsanalyse,
Laserbeugungs-Partikelgrößenanalyse (Laserdiffraktiometrie) und/oder Elektronenmikrospie
bestimmt werden.
[0057] Erfindungsgemäß kann nach dem optionalen Grobzerkleinern und vor dem Vorzerkleinern
magnetisches Material abgetrennt werden, beispielsweise mit einem magnetischen Abscheider.
[0058] In einer Ausführungsform kann das Grobzerkleinern mit einem Zweiwalzenbrecher, Einwalzenbrecher
oder Wangenbrecher erfolgen. In einer Ausführungsform kann das Vorzerkleinern Mahlen
so durchgeführt werden, dass Teilchen mit einer Teilchengröße in der Größenordnung
von ca. 200 µm bis ca. 500 µm oder ca. 300 µm bis ca. 500 µm oder ca. 400 µm bis ca.
500 µm oder ca. 450 µm bis ca. 500 µm erhalten werden. Dies kann beispielsweise durch
das Mahlen in einer Hammermühle und anschließendem Filter mit beispielsweise einem
Schlauchfilter erreicht werden.
[0059] Die vorliegende Erfindung betrifft ferner die Verwendung der vorstehend beschriebenen
erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Zerkleinern von festen Materialien. Diese Verwendung
kann beispielsweise nach dem ebenfalls vorstehend beschriebenen erfindungsgemäßen
Verfahren erfolgen. Die Details der erfindungsgemäßen Verwendung ergeben sich aus
der vorliegenden Beschreibung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sowie des erfindungsgemäßen
Verfahrens.
[0060] Nachfolgend werden Merkmale und Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung und des
erfindungsgemäßen Verfahrens zusammenfassend dargestellt.
[0061] Erfindungsgemäß können eine oder mehrere Produktionslinien in einem Raum installiert
werden.
[0062] Abhängig von den Startbedingungen kann die Produktionslinie mit optionalen Grobzerkleinerungseinheiten
bzw. Brechvorrichtungen verschiedener Art ausgerüstet werden, die als Module installiert
sein können. Je nach dem technischen Ziel kann anfänglich eine Vorzerkleinerungseinheit
eingesetzt werden. Diese können Material mit unterschiedlichen Teilchengrößen verarbeiten.
Bei einer schweren Gewichtsklasse können beispielsweise über 50 Tonnen Material pro
Stunde verarbeitet werden, bei einer mittelschweren Gewichtsklasse bis zu 50 Tonnen
pro Stunde und bei einer leichten Gewichtsklasse bis zu 10 Tonnen pro Stunde.
[0063] Erfindungsgemäß können zur gleichzeitigen Versorgung mehrerer Produktionslinien zwei
unterschiedliche Vorzerkleinerungseinheiten eingesetzt werden, deren Ausgangsprodukte
in einer gemeinsamen Nachverkleinerungseinheit bzw. in getrennten Nachverkleinerungseinheiten
weiterbehandelt werden können.
[0064] Günstig ist ein Design, bei dem die Grobzerkleinerungseinheit bzw. die Vorzerkleinerungseinheit
aus folgenden seriell geschalteten Komponenten bestehen: einem Aufnahmebehälter, einem
Rüttelaufgeber, einem Zweiwalzen-Zahnbrecher zur Grobzerkleinerung, einem vertikalen
Becherförderer oder vertikalen Ketten-/Tellerförderer, einem Zwischenaufnahmebehälter,
einer Hammermühle, aus horizontalen Beschickungs-, Rück- und Schrägförderern, einem
Vibrationssieb und einem Absaugsystem für die Vorzerkleinerungseinheit, das einen
Schlauchfilter und Staubsauger umfasst. Vor der Beschickungsöffnung des Zwischenaufnahmebehälter
kann ein magnetischer Abscheider installiert sein, damit der Rohstoff von magnetischen
Fremdkörpern bereinigt werden kann. Je nach Leistungsklasse der Produktionsanlage
kann das Modul schwer oder mittelschwer sein, um mit dem vorzerkleinerten Rohstoff
sowohl eine also auch mehrere Produktionslinien gleichzeitig versorgen zu können.
[0065] Bei dieser Erfindung spielt es keine entscheidende Rolle, wie das Modul konkret konstruiert
ist. Es kann aus einem Ein- oder Zweiwalzenbrecher, auch eine Wangen- oder Hammermühle
umfassen. Die Vorzerkleinerungseinheit kann auch mit einer zweistufigen Vorrichtung
ausgerüstet werden, damit die Anlage direkt an Rohstoffvorkommen, wie Steinbrüchen
und Tagebaugruben, betrieben werden kann.
[0066] Ein Merkmal der Erfindung ist, dass vorzugsweise ein Zerkleinerer gemäß der
DE 10 2018 212 830 B3 eingesetzt werden kann, wie er vorstehend beschrieben ist, und zwar mit mechanischer
Zerkleinerung bis zu Nanoteilchen und bei einem niedrigen Energieverbrauch, ohne Zusatzressourcen,
wie z. B. Wasser, Luft, oder Dampf, und ohne zusätzlicher Versorgungsanschlüsse und
-leitungen.
[0067] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass diese Technologie universelle, abfallproduktfreie,
energieeffiziente und ressourcenschonende Zerkleinerer einsetzt, bei denen ein mechanisches
Verfahren zur Zerkleinerung verschiedener Materialien verwendet wird, wie es beispielsweise
in der
DE 10 2018 212 830 B3 beschrieben wird. Hinsichtlich der technischen Details und der Funktionsweis wird
ausdrücklich auf die
DE 10 2018 212 830 B3 verwiesen.
[0068] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Technologie unterschiedliche Vorzerkleinerungseinheiten
beinhaltet, die die Qualität des Fertigproduktes nicht beeinträchtigen.
[0069] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass hier nicht nur mindestens ein, sondern
auch mehrere Zerkleinerer eingesetzt werden können.
[0070] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Technologie erlaubt, zwei verschiedene
Konfigurationen zur Herstellung des Fertigproduktes zu kombinieren und sie gleichzeitig
zu betreiben: mit Trennung von Teilchen und ohne Trennung.
[0071] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass es hier die Möglichkeit gibt, die Produktionsleistung
und Korngrößen nach den Vorgaben zu regeln, ohne dass die Konfiguration verändert
werden muss.
[0072] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Technologie mindestens über zwei
Trenner verfügen kann, was ermöglicht, dass viele verschiedene Fertigprodukte unterschiedlicher
Korngröße hergestellt werden können.
[0073] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Technologie erlaubt, verschiedene
Arten des Fertigprodukts mit verschiedenen Eigenschaften gleichzeitig oder abwechselnd
herzustellen.
[0074] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass ohne Austausch von Vorrichtungen und
nur durch Hochtemperatur bei der Zerkleinerung und gleichzeitiger Entkeimung Trockenstoffe
für die Nahrungs- und Pharmaindustrie hergestellt werden können.
[0075] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass aus dem Ausgangsmaterial hoher Feuchtigkeit
trockene Pulver hergestellt werden können - ohne vorherige Trocknung - wobei Feinzermahlung
und Trocknung in einem Arbeitsschritt erfolgen.
[0076] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass das Verfahren bei Unterdruck in einem
geschlossenen Kreislauf ablaufen kann; dies trägt zur Umweltfreundlichkeit bei. Das
Verfahren ist praktisch komplett staubfrei und die Abluft kann zu 99,9% emissionsfrei
sein (Luftreinigung 99,9%.)
[0077] Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass hier praktisch keine Abfallprodukte
entstehen: das ganze Ausgangsmaterial ist nahezu vollständig oder praktisch zu 100%
verarbeitet, d. h. die Technologie ist praktisch abfallfrei und ressourcenschonend.
[0078] Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung und dem erfindungsgemäßen Verfahren werden
eine Vielzahl von Vorteilen erreicht.
[0079] Ein Vorteil der Erfindung ist, dass die Technologie keine Abfälle verursacht, d.
h. es entsteht ein Fertigprodukt ohne Nebenprodukte und Abfälle (praktisch 100% Ausbeute).
[0080] Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist es, dass der Produktionsprozess
in einem vollkommen geschlossenen Kreislauf und die strengsten Umweltschutzanforderungen
erfüllt (praktisch absolut staubemissionsfrei: - Luftreinigungsgrad 99,9%).
[0081] Ein weiterer Vorteil ist, dass alle Beschickungseinrichtungen mit Frequenzumrichtern
ausgestattet sein können; dadurch kann die Drehzahl und die Produktionsleistung an
allen Stellen der Produktionslinie geregelt werden; dies ermöglicht die Herstellung
von Fertigprodukten unterschiedlicher Korngröße, d. h. auf einer und derselben Produktionslinie
lassen sich gleichzeitig oder abwechselnd eine Vielzahl von unterschiedlichen Fertigprodukten
herstellen, ohne dass die Ausrüstung gewechselt werden muss.
[0082] Ferner kann die erfindungsgemäße Vorrichtung bis zu zwei Sortiereinheiten enthalten,
wodurch eine Vielfalt an Fertigprodukten unterschiedlicher Korngröße hergestellt werden
kann. Diese zwei Sortiereinheiten können sein: ein Aggregat zur Rohstoffsichtung mit
Vibrationssieb und Hilfsvorrichtungen (horizontalen und vertikalen Schnecken- und
Becherförderern), so dass es dank veränderbarer Siebmaschengröße ermöglicht wird,
unterschiedliche Eingangsgrößen der Rohstoffpartikeln zu erhalten; dies beeinflusst
die Feinzermahlung bzw. Feinstzermahlung und die Korngröße im Fertigprodukt. Ein mit
einem Trenner ausgestattetes Aggregat zur Sichtung des Fertigproduktes ermöglicht
es, dass große Mengen an Nanoteilchen entstehen.
[0083] Ein weiterer Vorteil dieser Erfindung ist, dass in diesem Verfahren auch Rohstoffe
von hoher Feuchtigkeit ohne extra Vorbereitung verarbeitet werden können; bei der
Zermahlung bis zu Nanoteilchen erfolgt auch die Trocknung.
[0084] Ein weiterer Vorteil dieser Erfindung ist, dass die vorliegende Erfindung universell
ist; sie kann auch zur Herstellung von trockenen Füllmitteln für die Nahrungs- und
Pharmaindustrie eingesetzt werden, ohne dass die Hauptaggregate gewechselt werden
müssen. In diesem Fall können nach der Vorzerkleinerungseinheit und vor der Verpackungsmaschine
Entkeimungsvorrichtungen installiert und manche Maschinenteile mit Keramik ausgekleidet
werden.
[0085] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist, dass hier verschiedene
und gegenseitig auswechselbare Arten von Maschinen und Vorrichtungen (z.B. Filter,
Zyklone, Lüfter, Schneckenförderer, usw.) verwendet werden können, ohne dass die Produktionsleistung
und Produktqualität beeinträchtigt werden oder konstruktive Änderungen erforderlich
sind.
[0086] Nachfolgend soll die Erfindung anhand von Figuren ohne Beschränkung des allgemeinen
Erfindungsgedankens näher erläutert werden. Dabei werden folgende Bezugszeichen verwendet:
- 1
- Aufnahmebehälter
- 1A
- Kranbalken
- 2
- Rüttelaufgeber
- 3
- Vorzerkleinerungseinheit (z.B. Brecher)
- 4
- Schneckenförderer
- 4a
- magnetischer Abscheider
- 5
- Ketten-/Tellerförderer bzw. Becherförderer
- 6
- erster Aufnahmebehälter
- 7
- Austragsschleuse
- 8
- Mühle
- 9
- Schneckenförderer
- 10
- Sieb
- 11
- Schneckenförderer
- 12
- Schneckenförderer
- 13
- weiterer Ketten-/Tellerförderer bzw. Becherförderer
- 14
- zweiter Aufnahmebehälter
- 15
- Schlauchfilter
- 16
- Staubsauger
- 16A
- Kompressor
- 17
- Austragsschleuse
- 18
- Schneckenförderer
- 19
- Dosiereinheit
- 20
- Zerkleiner
- 21
- Rohrleitung
- 22
- Zyklonabscheider
- 22A
- Zyklonabschneider
- 23
- Schlauchfilter
- 23A
- Schlauchfilter
- 24
- Endbehälter
- 25
- Endbehälter
- 26
- Dosierungsschleuse
- 27
- Dosierungsschleuse
- 28
- Schneckenförderer
- 29
- Schneckenförderer
- 30
- Verpackungslinie
- 31
- Verpackungslinie
- 32
- Schneckenförderer
- 33
- Tankwagen
- 34
- Trenner
- 35
- Schneckenförderer
- 36
- Schneckenförderer
- 37
- Papiersack
- 38
- Papiersack
- 39
- Schlauchfilter
- 40
- Staubsauger
- 41
- Kompressor
- 42
- automatisches System zur Produktionsregelung
- 43
- Staubsauger
- 44
- Staubsauger
- 101
- Gehäuse
- 102
- Eintrittsöffnung
- 103
- Austrittsöffnung
- 104
- Zerkleinerungskammer
- 105
- Rotor
- 106
- Rotor
- 107
- Paddel
- 108
- Zerkleinerungselement
- 109
- Zerkleinerungselement
- 110
- Zerkleinerungselement
- 111
- Ring
- 112
- Ring
- 113
- Ring
- 114
- Ring
- 115
- Ring
- 116
- Zerkleinerungselement
- 117
- Zerkleinerungselement
- 118
- Ring
- 121
- Hohlraum
- 122
- Hohlraum
- A
- Zone (Sprödbruchzone)
- B
- Zone (Zerkleinerungszone)
- C
- Zone (Kollisionszone)
- G
- Schleuderstreuer
Kurzbeschreibung der Figuren:
[0087]
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
- Fig. 2
- zeigt einen Zerkleinerer, wie er in der erfindungsgemäßen Vorrichtung eingesetzt werden
kann.
- Fig.
- 3 zeigt einen Schnitt in der Ebene des radialen Materialflusses zur Peripherie der
sich gegenläufig drehenden Rotoren des Zerkleinerers aus Fig. 2.
[0088] Der Grundgedanke und das Verfahrensprinzip der Erfindung werden am Beispiel einer
Produktionslinie gezeigt (siehe Fig. 1), bei der beliebige Mineralprodukte (wie Kreide,
Marmor, Kalkspat, Kalkstein, Dolomitspat, Talg, Bleicherde, Bentonit, Haplit, Pegmatit,
Felsglimmer, Blähglimmer, Schaalstein) hergestellt werden können; das Verfahrensprinzip
wird aus nachfolgenden Ausführungen in Verbindung mit Fig. 1 ersichtlich.
[0089] Der Beginn der Produktionslinie kann auf verschiedene Weise ausgeführt werden.
[0090] Wenn eine Produktionsstätte zum Beispiel direkt an einem Rohstoffvorkommen errichtet
wird, kann die Produktionslinie mit einem Brechwerk ausgerüstet werden; das Anlieferungserz
kann beispielsweise Abmessungen von bis zu 1 m aufweisen. Das Brechwerk kann aus verschiedenen
kaskadierten Brechern bestehen. Aus dem Brechwerk gelangt das Erz auf das Vibrationssieb
und dann in einen Bunker mit Ausgangsmaterial.
[0091] Eine andere Option ist es, das Ausgangsmaterial im Voraus derart zu zerkleinern,
dass die Abmessungen beispielsweise bis zu 100 mm betragen. Beispielweise wird Stückerz
(beliebiger Mineralien) in Big Bags angeliefert und kann in den Aufnahmebunker mit
Hilfe von einem an der Beschickungsstelle des Aufnahmebehälter 1 montierten Kranbalken
1A gefüllt werden.
[0092] Zum Aufnahmebunker 1 führen zwei Rohrleitungen zum Absaugen von Staub, der bei der
Erzbeschickung entsteht; d. h. der Bunker ist ans Absaugsystem der ganzen Grobzerkleinerungseinheit
bzw. Vorzerkleinerungseinheit angeschlossen. Anschließend kommt das Erz über den Rüttelaufgeber
2 in den Brecher 3, der beispielsweise als Zahnbrecher oder Einwalzen- oder Wangenbrecher
ausgestaltet sein kann; der Rüttelaufgeber 2 ist mit einem Antrieb ausgestattet, über
den die Amplitude des Rüttelaufgebers und folglich auch die Zufuhr des Ausgangsmaterials
geregelt werden kann. Aus der Vorzerkleinerungseinheit 3 wird das Erz über einen ersten
Schneckenförderer 4 in den magnetischen Abscheider 4A gefördert, der ferromagnetische
Fremdteilchen entfernt. Anschließend kommt das vorzerkleinerte Material in einen ersten
vertikalen Becherförderer oder vertikalen Ketten-/Tellerförderer 5 und wird daraus
in den ersten Aufnahmebehälter 6 abgeworfen.
[0093] Das Fassungsvermögen des Aufnahmebehälters 6 kann beispielsweise mindestens 20 m
3 betragen, um einen reibungslosen Betrieb der Vorzerkleinerungseinheit zu gewährleisten.
Aus dem ersten Aufnahmebehälter 6, der mit einer Austragsschleuse 7 ausgerüstet ist
(die dank Drehzahlregelung auch als Dosiergerät wirken kann), kommt das Stückerz (10-20
mm) in die Mühle 8, die beispielsweise als Hammermühle ausgestaltet sein kein. Dort
wird das Stückerz bis zu einer Teilchengröße von beispielsweise 400-500 µm zerkleinert
und über einen zweiten Schneckenförderer 9 dem Sieb 10 zugeführt, das hier beispielhaft
als Vibrationssieb ausgebildet ist, das mit kaskadierten Sieben mit unterschiedlicher
Maschengröße ausgerüstet ist. Die Grobfraktion, d.h. beispielsweise das Material mit
einer Teilchengröße über der Trenngröße von beispielsweise 500 µm wird über einen
dritten Schneckenförderer 11 dem ersten Ketten-/Tellerförderer oder vertikalen Becherförderer
(5) zugeführt, damit er dann in der Mühle 8 nachzerkleinert wird. Die Feinfraktion,
d.h. das Material mit einer Teilchengröße von weniger als die Trenngröße wird über
einen vierten Schneckenförderer 12 einem zweiten vertikalen Becherförderer oder vertikalen
Ketten-/Tellerförderer 13 zugeführt, der an einem zweiten Behälter 14 montiert ist.
[0094] Die gesamte optionale Grobzerkleinerungseinheit und die gesamte Vorzerkleinerungseinheit
(zusammen Vorzerkleinerungsbereich) sind mit einem autarken Absaugsystem (Entstäubungssystem)
ausgerüstet; dieses im Vorzerkleinerungsbereich installierte System umfasst einen
Schlauchfilter 15 und einen Staubsauger 16.
[0095] Der weitere Behälter 14 wirkt als Speicher und Ausgabegefäß, das eine reibungslose
ununterbrochene Zufuhr des Ausgangsmaterials in den Feinzermahlungsbereich der Nachzerkleinerungseinheit
gewährleistet. Der weitere Behälter 14 ist mit einer Austragsschleuse 17 ausgestattet,
die die Zufuhr des Materials in einen fünften Schneckenförderer 18 regelt. Der letztere
ist auch mit einer automatisierten Dosiereinheit 19 ausgestattet, die die Materialzufuhr
zum Zerkleinerer 20 regelt. Im Zerkleinerer 20 erfolgt die Feinzermahlung in einem
mechanischen Verfahren (vgl.
DE 10 2018 212 830 B3).
[0096] Aus dem Zerkleinerer 20 - dank seiner besonderen Konstruktion (vgl. auch nachfolgend
Fig. 2 und 3) - wird das zerkleinerte Material mit hoher Geschwindigkeit und unter
einem hohem Bewegungsdruck über die Rohrleitung 21 in den Zyklonabscheider 22, Schlauchfilter
23 und in die Endbehälter 24, 25 befördert. Anschließend wird das feinzermahlene Material
aus den mit den Dosierungsschleusen 26, 27) und sechsten und siebten Schrägschneckenförderern
28, 29 ausgestatteten Endbehältern 24, 25 den Verpackungslinien 30, 31 zugeführt,
wo es entweder in Mehrlagenpapiersäcke mit Polyethyleneinsätzen oder in Polypropylensäcke
(Big Bags) verpackt wird. Alternativ wird das zermahlene Material über einen achten
Schneckenförderer 32 der Beschickungsanlage zur Beladung von Tankwagen 33 zugeführt.
[0097] Alternativ kann aus den mit den Dosierschleusen 26, 27 und sechsten und siebten Schneckenförderern
28, 29 ausgestatteten Endbehälter 24, 25 das feinzermahlene Material in den Trenner
34 befördert werden. Dieser ermöglicht die Herstellung des Fertigprodukts mit einem
großen Anteil von Nanopartikeln. Nach diesem Vorgang wird das Fertigprodukt über achte
und neunte Schneckenförderer 35, 36 der Verpackungsstation zugeführt, wo es beispielsweise
in Papiersäcke 37, 38 gefüllt werden kann. Alle Verpackungseinheiten sind ebenso an
ein Absaugsystem angeschlossen, das mit einem Schlauchfilter 39, einem Staubsauger
40 und einem Kompressor 41 ausgestattet ist.
[0098] Alternativ kann die Produktionslinie mit zwei oder mehreren Zerkleinerern betrieben
werden. Dabei können mehrere Optionen kombiniert werden, wodurch das Fertigprodukt
mit Trennzeichen oder ohne Trennzeichen hergestellt werden kann.
[0099] Ebenso ist es möglich, Zusatzvorrichtungen zur Kompaktierung des Fertigproduktes
zu installieren. Die gesamte Linie ist mit einem automatischen System zur Produktionsregelung
42 ausgestattet, die vom Bedienpult aus gesteuert werden kann.
[0100] Die Endbehälter 24, 25 können mit einem Schlauchfilter 23, 23A und Zyklonabscheidern
22, 22A versehen sein. Die Schlauchfilter 23, 23A können mit Staubsaugern 43, 44 verbunden
sein. Eine entsprechende Konfiguration wurde bereits vorstehend in Zusammenhang mit
dem Behälter 14 beschrieben. Die Schlauchfilter 15, 23, 23A können mit einem Kompressor
16A verbunden sein.
[0101] In den Figuren 2 und 3 wird ein Zerkleinerer 20 veranschaulicht, wie er in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung eingesetzt werden kann. Er umfasst ein Gehäuse 101 mit einer axialen Eintrittsöffnung
102, ein darunter angebrachten Verteiler (Schleuderstreuer G) und eine tangentialen
Austrittsöffnung 103 sowie einen ringförmigen Gehäusebereich, der eine Zerkleinerungskammer
104 bildet, in der waagerecht angeordnete und sich gegenläufig drehende Rotoren 105
und 106 untergebracht sind, auf deren einander zugewandten Rotorenflächen Zerkleinerungselemente
108, 109, 110, 116 und 117 in ringförmigen Reihen montiert sind. Die Rotoren 105 und
106 haben einen gemeinsamen Antrieb (der auf der Figur nicht gezeigt ist).
[0102] Zwischen den Zerkleinerungselementen 108, 109, 110, 116 und 117 verlaufen Kanäle,
deren Querschnitt sich in radialer Richtung von der Achse zur Peripherie der Zerkleinerungskammer
104 durch Reduzierung der Kanalhöhe verengt. Eine zur Achse der Rotoren 105 und 106
nächstliegende ringförmige Reihe von Paddeln 107 und Kanälen zwischen diesen Paddeln
gehört zur Beschleunigungszone des zu zerkleinernden Materials. Die Ober- und Unterseiten
der Kanäle sind werden gebildet von Flächen des jeweiligen Rotors und Flächen eines
jeweils zugeordneten konzentrischen Ringes 111, 112, 113, 114, 115 und 118, der jede
Reihe der Paddel 107 und Zerkleinerungselemente 108, 109, 110 und 116, 117 überdeckt.
Die Ringe 111, 112, 113, 114, 115, 118 sind mit den jeweiligen Zerkleinerungselementen
108, 109, 110 und 116, 117 fest und spielfrei verbunden und rotieren beim Betrieb
der Anlage zusammen mit diesen. Die Ringe 111 bis 118 können lösbar montiert sein
oder als fester Bestandteil der Rotoren 105 und 106 gefertigt werden. Sie können ferner
als durchgehender oder segmentierter Ring gefertigt werden. Dabei überdeckt jeder
Satz der Segmente einen einzelnen Kanal zwischen den Paddeln 107 und Zerkleinerungselementen.
Die Seitenflächen der Kanäle werden von der Vorderseite jedes Paddels 107 oder Zerkleinerungselements
108, 109, 110, 116, 117 und der Rückseite des benachbarten Paddels oder Zerkleinerungselements
gebildet.
[0103] In mindestens einer zusätzlichen ringförmigen Reihe befinden sich Zerkleinerungselemente
in Form von konischen Vertiefungen (Hohlräumen, Sacklöchern) 121, 122 auf den einander
zugewendeten Flächen Randflächen der Rotoren 105 und 106.
[0104] Als weitere Zerkleinerungseinheit sind Aufprallplatten veränderlicher Form an der
Innenwand des Gehäuses der Zerkleinerungskammer montiert. Der Neigungswinkel dieser
Aufprallplatten 123, 124, 125 zur Innenwand der Zerkleinerungskammer kann ebenfalls
geändert werden.
[0105] Die Zerkleinerungsvorrichtung funktioniert wie folgt: Die Zufuhr des Ausgangsmaterials
einer Ausgangskorngröße erfolgt durch freien Materialfluss oder Ansaugen durch einen
Unterdruck im Gehäuse über die Eintrittsöffnung oder durch Zufuhrapparaturen verschiedener
Art (Beschickungsförderer). Das Material wird in die Beschleunigungszone des oberen
Rotors 105 des Zerkleinerers zugeführt, wo sich seine Partikeln bei der Rotation entlang
der Fläche von Beschleunigungspaddeln 107 in radialer Richtung bewegen. Sobald die
Partikel ihre Höchstgeschwindigkeit erreicht haben, weisen sie auch eine gewisse Abfluggeschwindigkeit
sowie einen Abflugwinkel und eine freie Flugstrecke (Trajektorie) in die Sprödbruchzone
(Zone A) auf. In dieser Zone kollidieren die Partikel mit den auf sie zulaufenden
Zerkleinerungselementen 108, wodurch es zum Sprödbruch kommt. Die Partikelmasse besteht
danach aus einzelnen Bruchstücken, deren Mikrohärte jene der Anfangspartikel übersteigt.
Zur Fortsetzung einer effizienten Zerkleinerung werden in dieser Zone durch Rotieren
des Rotors die Bruchstücke entlang des Zerkleinerungselements 108 beschleunigt. Sobald
die erforderliche Geschwindigkeit erreicht ist, kollidieren sie mit den Zerkleinerungselementen
109 des nächsten Rotorelements, wodurch die Materialoberfläche wiederum vergrößert
wird.
[0106] Auf die gleiche Weise geschieht auch der Übergang zu den Zerkleinerungselementen
110, 116, 117 der nächsten Reihe.
[0107] Anschließend bewegen sich die Partikel in radialer Richtung in die Zone der Krafteinwirkung
auf die gesamte Partikeloberfläche (Zone B). Diese Zone enthält keine Zerkleinerungselemente
mehr, aber enthält eine Reihe von aerodynamischen Vorrichtungen in Form von Hohlräumen
(Vertiefungen, Sacklöchern) 121, 122. In diesen wird die Zerkleinerungsmethode gewechselt.
Die Partikel des bereits teilweise zerkleinerten Materials aus den verschiedenen Kanälen
kollidieren mit einer hohen Geschwindigkeit und einer hohen Frequenz im äußersten
Ringspalt zwischen den sich gegenläufig drehenden Rotoren. Das geschieht durch eine
aerodynamische Störwirkung und dadurch entstehende aerodynamische Wirbel. Die Größe,
Masse und spezifische Oberfläche der Partikel unterscheiden sich nunmehr wesentlich
von den Charakteristika des Ausgangsmaterials in der Zone A.
[0108] Eine Zone C, in der die Teilchen der Materialströme miteinander und Aufprallplatten
kollidieren, befindet sich noch weiter entfernt von der senkrechten Achse der sich
drehenden Rotoren. Die Umfangsgeschwindigkeit der Rotorenscheiben und des Materials
darauf ist in dieser Zone noch höher. Die geänderte Rotorenkonfiguration in dieser
Zone ermöglicht es, eine Kollision einer Vielzahl von Luftströmen mit maximaler Konzentration
an Festpartikeln aus den Kanälen des oberen und unteren Rotors herbeizuführen. Die
Partikelzerkleinerung erfolgt durch Kollidieren des Materials, ähnlich wie in Strahlmühlen,
aber mit unvergleichlich höheren Geschwindigkeiten bei minimalen Energiekosten.
[0109] Die Krafteinwirkung auf fast die ganze Partikeloberfläche und die anschließende Abführung
des Materials aus dem Gehäuse erfolgt durch die senkrechte axiale Geschwindigkeitskomponente
über eine tangential angeordnete Austrittsöffnung.
[0110] Auf dem Gehäuse des Zerkleinerers sind auch Luftentnahmeeinrichtungen angebracht
(auf den Zeichnungen nicht dargestellt). Durch eine Luftabführung von der äußeren
Rotorenoberfläche kann die Konzentration des Zweiphasenmediums des zu zerkleinernden
Materials im Gehäuse verändert werden. Das ermöglicht eine effizientere Zerkleinerung
in einem zusätzlichen Ringbereich zwischen der Innenwand der Zerkleinerungskammer
und den Rändern der Rotoren.
[0111] Das zerkleinerte Material wird zur Absaugung abgeführt.
[0112] Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die in den Figuren dargestellten Ausführungsformen
beschränkt. Die vorstehende Beschreibung ist daher nicht als beschränkend, sondern
als erläuternd anzusehen. Die nachfolgenden Ansprüche sind so zu verstehen, dass ein
genanntes Merkmal in zumindest einer Ausführungsform der Erfindung vorhanden ist.
Dies schließt die Anwesenheit weiterer Merkmale nicht aus. Sofern die Beschreibung
oder die Ansprüche ,erste' und 'zweite' Merkmale definieren, so dient dies der Unterscheidung
gleichartiger Merkmale, ohne eine Rangfolge festzulegen.
1. Vorrichtung zum Zerkleinern von festen Materialien, wobei die Vorrichtung aufweist:
• eine Vorzerkleinerungseinheit mit
o zumindest einem ersten Aufnahmebehälter (6) zur Aufnahme von grob zerkleinertem
Material,
o zumindest einem ersten Zerkleinerer (8) zur Feinzerkleinerung des grob zerkleinerten
Materials,
o zumindest ein Sieb (10), um das fein zerkleinerte Material in eine Feinfraktion
und eine Grobfraktion zu trennen,
o einem zweiten Behälter (14) zur Aufnahme der Feinfraktion des fein zerkleinerten
Materials, und
o einer Rückführeinheit zur Rückführung der Grobfraktion des fein zerkleinerten Materials
in den ersten Aufnahmebehälter (6), und
• eine Nachzerkleinerungseinheit mit
o zumindest einen zweiten Zerkleinerer (20) zur Feinstzerkleinerung der Feinfraktion
des fein zerkleinerten Materials.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei der erste Zerkleinerer (8) und das Sieb (10) derart
ausgebildet und aufeinander abgestimmt sind, dass die mittlere Größe des fein zerkleinerten
Materials der Trenngröße zwischen der Feinfraktion und der Grobfraktion im Wesentlichen
entspricht.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Nachzerkleinerungseinheit
einen Zyklonabscheider (22) zur Weiterbehandlung des Materials aufweist, das aus dem
zweiten Zerkleinerer austritt.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Vorrichtung zumindest
eine Grobzerkleinerungseinheit zur Grobzerkleinerung von Material in grob zerkleinertes
Material aufweist, um es der Vorzerkleinerungseinheit zuzuführen, wobei die Grobzerkleinerungseinheit
vorzugsweise zumindest einen Brecher (3) umfasst, wobei der Brecher weiter vorzugsweise
zumindest einen Zweiwalzenbrecher und/oder zumindest einen Einwalzenbrecher und/oder
zumindest einen Wangenbrecher aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der erste Zerkleinerer
(8) zumindest eine Mühle umfasst, wobei die Mühle vorzugsweise zumindest eine Hammermühle
aufweist, und/oder wobei das Sieb (10) ein einfach oder mehrfach oszillierendes Sieb
und/oder ein Vibrationssieb aufweist, und/oder wobei die Nachzerkleinerungseinheit
zumindest einen dritten Behälter (24, 25) zur Aufnahme des mit dem Zyklonabschneider
weiterbehandelten Materials aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der zweite Behälter (14)
mit einem ersten Schlauchfilter (15) verbunden ist, der mit einem Staubsauger (16)
versehen ist, und/oder wobei vor dem ersten Behälter (6) ein magnetischer Abscheider
(4a) vorgesehen ist, der dazu angepasst ist, magnetisches Material aus dem grob zerkleinerten
Material zu entfernen, und/oder wobei der erste Aufnahmebehälter (6) einen Bunker
aufweist und/oder der zweite Aufnahmebehälter (14) einen Bunker und/oder der dritte
Behälter (25, 26) einen Bunker aufweist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sieb (10) derart ausgebildet und angepasst ist, dass es eine Trenngröße in der
Größenordnung von ca. 500 µm aufweist und/oder die Maschenweite des Siebs (10) in
der Größenordnung von ca. 500 µm liegt, und/oder dadurch gegekennzeichnet, dass das
Material über Rohrleitungen (21), Schneckenförderer (4, 9, 11, 12, 18, 29, 32, 35,
36), Becherförderer, Kettenförderer und/oder Tellerförderer (5, 13) durch die Vorrichtung
von einer Komponente zur nächsten befördert wird.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Zerkleinerer (20) aufweist: ein Gehäuse (101) mit einer axialen Eintrittsöffnung
(102) und einer tangentialen Austrittsöffnung (103) und einer im Wesentlichen zylindrischen
ringförmigen Zerkleinerungskammer (104), in der zwei in einer waagerechten Zone gegenläufig
rotierbare koaxiale Rotoren (105, 106) angeordnet sind, auf deren einander zugekehrten
Flächen ringförmig Zerkleinerungselemente (111, 112, 113, 114, 115, 118) angeordnet
sind, zwischen denen radial verlaufende, in ihrer Umfangsrichtung geschlossene Kanalabschnitte
(108, 109, 110, 116, 117) gebildet sind, wobei zwischen den Rotoren (105, 106) außerdem
mindestens eine Ringzone (Zone B) vorhanden ist, die frei von Zerkleinerungselementen
und Kanalabschnitten ist und in die die Kanäle der benachbarten inneren Ringzone münden
und in der die aus den Kanälen austretenden Teilströme verwirbelt werden.
9. Verfahren zum Zerkleinern von festen Materialien, mit zumindest den folgenden Verfahrensschritten:
a) erstes Zerkleinern von grob zerkleinerten Material mit einer Vorzerkleinerungseinheit,
um das grob zerkleinerte Material fein zu zerkleinern,
b) Sieben des fein zerkleinerten Material mit einem Sieb (10), um das fein zerkleinerte
Material in eine Feinfraktion und eine Grobfraktion zu trennen,
c) Rückführen der Grobfraktion des fein zerkleinerten Materials zum Schritt a) des
ersten Zerkleinerns, und
d) zweites Zerkleinern der Feinfraktion des fein zerkleinerten Materials mit einer
Nachzerkleinerungseinheit.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei der Schritt a) des ersten Zerkleinern und der Schritt
b) des Siebens derart aufeinander abgestimmt sind, dass die mittlere Größe des fein
zerkleinerten Materials der Trenngröße zwischen der Feinfraktion und der Grobfraktion
im Wesentlichen entspricht.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 10, wobei das Verfahren den folgenden weiteren
Schritt umfasst:
e) Behandeln des mit der Nachzerkleinerungseinheit weiter zerkleinerten Materials
mit einem Zyklonabscheider. (22) .
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei vor dem Schritt a) des ersten Verkleinerns
der folgende Schritt geschaltet ist:
f) Grobzerkleinern von Material in grob zerkleinertes Material, um es der Vorverkleinerungseinheit
zuzuführen.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, wobei vor dem Schritt a) des ersten Zerkleinerns
magnetisches Material mit einem magnetischen Abscheider (4a) abgetrennt wird, und/oder
wobei das Grobzerkleinern mit einem Brecher erfolgt, der vorzugsweise zumindest einen
Zweiwalzenbrecher und/oder zumindest einen Einwalzenbrecher und/oder zumindest einen
Wangenbrecher aufweist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzechnet, dass beim ersten
Zerkleinern in Schritt a) das grob zerkleinerte Material in Teilchen mit einer Teilchengröße
in der Größenordnung von ca. 500 µm fein zerkleinert wird.
15. Verwendung der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8 zum Zerkleinern von festen
Materialien, wobei die Verwendung vorzugssweise gemäß einem der Verfahren nach einem
der Ansprüche 9 bis 14 erfolgt.