[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum maschinellen Reinigen verwendeter Flaschen
und eine Flaschenwaschmaschine gemäß den Oberbegriffen der Ansprüche 1 und 8.
[0002] Zur Reinigung verwendeter Mehrwegflaschen werden bekanntermaßen Laugenbäder und Laugenspritzungen,
auch Laugenweichen genannt, zum Aufweichen von Verschmutzungen, Etiketten, Leimresten
oder dergleichen eingesetzt. Hierbei ist es üblich, die Flaschen vollständig in die
Laugenbäder einzutauchen, um sowohl deren Außenseite als auch deren Innenraum zu behandeln.
[0003] Bei einer bekannten Flaschenwaschmaschine werden beispielsweise die folgenden Behandlungsschritte
bzw. Behandlungsstufen wie folgt aneinandergereiht: Restentleerung; Vorreinigung;
erste Laugenweiche (Tauchbad mit einer Lauge) einschließlich Etikettenablösung; zweite
Laugenweiche (Tauchbad mit einer Lauge) mit Etikettenablösung; Laugenspritzung; Nachlaugenbehandlung;
Warmwasserspülung; Kaltwasserspülung; Frischwasserspülung bzw. Frischwasserspritzung.
Zwischen den beiden Laugenweichen ist dann in der Regel ein Niveauausgleich für die
Lauge vorgesehen. Die Laugenweichen haben in der Regel einen gemeinsamen Aufbereitungskreislauf
für die darin verwendete Lauge und sind über den Niveauausgleich direkt miteinander
verbunden.
[0004] Als problematisch hat sich dabei herausgestellt, dass von der Außenseite der Flaschen
abgelöste Schmutzpartikel, Etikettenreste (beispielsweise aus Papier, Plastik, oder
Aluminium), Leimreste oder dergleichen über die dafür verwendete Lauge auch in den
Innenraum der Flaschen gelangen. Als Nachteil moderner Etiketten ergibt sich insbesondere
ein erhöhter Eintrag von Lack- und Tintenpartikeln in die verwendete Lauge, mit der
diese Partikel auch in den Innenraum der Flasche gefördert werden.
[0005] Es hat sich ferner herausgestellt, dass derartige Partikel in den nachfolgenden Reinigungsschritten
nur schwer oder nicht mehr vollständig entfernt werden können. Dies führt zu einer
unerwünschten Belastung der gereinigten Flaschen mit Mikropartikeln oder dergleichen.
[0006] Es besteht daher der Bedarf für diesbezüglich verbesserte maschinelle Reinigungsverfahren
für etikettierte Mehrwegflaschen und für entsprechend verbesserte Flaschenwaschmaschinen.
[0007] Die gelöste Aufgabe wird mit einem Verfahren gemäß Anspruch 1 und mit einer Flaschenwaschmaschine
gemäß Anspruch 8 gelöst.
[0008] Das Verfahren dient zum maschinellen Reinigen verwendeter Flaschen, also von aus
dem Verkauf und Gebrauch zurückgelaufener Mehrwegflachen.
[0009] Die Flaschen werden demnach in/durch den Einwirkbereich einer ersten Lauge transportiert,
um mit dieser an den Flaschen vorhandene Etiketten aufzuweichen. Nach dem Ablösen
der aufgeweichten Etiketten werden die Flaschen zur Hauptreinigung in eine zweite
Lauge getaucht. Erfindungsgemäß werden die Flaschen im Einwirkbereich der ersten Lauge
derart gehandhabt, dass die erste Lauge nicht in den Innenraum der Flaschen eindringen
kann.
[0010] Somit kann der Innenraum der Flaschen nicht mit von der Außenseite der Flaschen abgelösten
und folglich in der ersten Lauge enthaltenen Partikel, insbesondere Mikropartikel,
wie beispielsweise Lack- und Tintenpartikeln, verunreinigt werden. Folglich sind ansonsten
nötige und erfahrungsgemäß zudem unzureichende Behandlungsschritte zur Entfernung
derartiger Partikel aus dem Innenraum der Flaschen entbehrlich.
[0011] Vorzugsweise wird die erste Lauge von der zweiten Lauge getrennt geführt und/oder
aufbereitet, um einen Eintrag der ersten Lauge und insbesondere von darin enthaltenen
Etikettenresten, Leimresten, Lack- und Tintenpartikeln oder dergleichen in die zur
Hauptreinigung eingesetzte zweite Lauge zu vermeiden.
[0012] Insbesondere ist für die erste Lauge ein von der zweiten Lauge getrennter Kreislauf
zur Aufbereitung der ersten Lauge vorhanden. Darunter ist zu verstehen, dass ein Eintrag
der ersten Lauge in die zweite Lauge verhindert wird. Demgegenüber wäre ein Eintrag
der weniger mit den zuvor genannten Verunreinigungen belasteten zweiten Lauge in die
erste Lauge zulässig.
[0013] Die erste Lauge und die zweite Lauge können mit Ausnahme der von den Flaschen entfernten
Verunreinigungen, Etikettenreste oder dergleichen identische Inhaltsstoffe und/oder
eine identische Konzentration aufweisen. Die erste und zweite Lauge könnten aber prinzipiell
auch unterschiedliche Inhaltstoffe und/oder Konzentrationen aufweisen. Entscheidend
ist, dass ein nennenswerter Eintrag der zum Ablösen der Etiketten eingesetzten ersten
Lauge in die zur Hauptreinigung eingesetzte zweite Lauge verhindert wird.
[0014] Vorzugsweise werden die Flaschen zum Aufweichen der Etiketten in ein mit der ersten
Lauge gefülltes erstes Tauchbad getaucht und die Mündungen der Flaschen dabei durchweg
oberhalb seines Füllstands geführt, um ein Eindringen der ersten Lauge in den Innenraum
der Flaschen zu verhindern.
[0015] Vorzugsweise bleibt ein an den Mündungen vorhandener Verschlussbereich zur Aufnahme
eines Drehverschlusses, Kronkorkens oder dergleichen beim Eintauchen der Flaschen
durchweg oberhalb des Füllstands. Somit können sämtliche Wandbereiche der Flaschen,
die üblicherweise zur Etikettierung verwendet werden, vollständig in das erste Tauchbad
getaucht werden, ohne die erste Lauge in den Innenraum der Flaschen einzutragen.
[0016] Anders gesagt, werden die Flaschen nur unvollständig in die erste Lauge eingetaucht,
insbesondere ausschließlich der in der Regel nicht etikettierten Mündungen der Flaschen
und/oder eines Verschlussbereichs zur Aufnahme einer Verschlusskappe.
[0017] Vorzugsweise sind die Flaschen beim Durchlaufen des ersten Tauchbads mit der zweiten
Lauge gefüllt. Dadurch kann zum einen das Aufweichen von im Innenraum der Flaschen
vorhandener Verschmutzungen im Sinne einer Vorweiche bereits im Bereich der Etikettenablösung
stattfinden. Zum anderen reduziert eine Füllung der Flaschen mit der zweiten Lauge
die Gefahr eines unbeabsichtigten Eintrags der ersten Lauge in den Innenraum der Flaschen.
Das heißt, Spritzer der ersten Lauge könnten in den gefüllten Flaschen mittels der
zweiten Lauge auf eine gegebenenfalls unkritische Konzentration verdünnt werden.
[0018] Vorzugsweise werden die Flaschen der ersten Lauge zum Einweichen der Etiketten über
eine Einwirkdauer von zwei bis sechs Minuten ausgesetzt. Damit lassen sich die meisten
gebräuchlichen Etiketten zuverlässig zum anschließenden Ablösen aufweichen oder bereits
von den Flaschen ablösen.
[0019] Vorzugsweise werden die mittels der ersten Lauge aufgeweichten Etiketten mit Hilfe
einer Flüssigkeitsströmung und/oder eines Flüssigkeitsstrahls abgelöst. Eine Flüssigkeitsströmung
kann beispielsweise mit Hilfe eines Rührwerks in einem mit der ersten Lauge gefüllten
Tauchbad erzeugt werden. Ein Flüssigkeitsstrahl könnte beispielsweise mittels einer
Wasserspritzung oder Laugespritzung erzeugt werden.
[0020] Beispielsweise könnte die zweite Lauge als Flüssigkeitsstrahl auf die aufgeweichten
Etiketten gerichtet werden, um diese von den Flaschen abzulösen. Prinzipiell wäre
auch der Einsatz der ersten Lauge denkbar, falls die Mündungen der Flaschen im Bereich
des Flüssigkeitsstrahls von der ersten Lauge abgeschirmt werden und/oder die Mündungen
der Flaschen dabei verschlossen werden. Dies wäre beispielsweise mit Hilfe stationärer
Abdeckschienen möglich, unter denen die Mündungen der Flaschen vom Flüssigkeitsstrahl
geschützt entlanglaufen.
[0021] Mit Hilfe der Flüssigkeitsströmung und/oder dem Flüssigkeitsstrahl kann das Ablösen
der Etiketten beschleunigt und zuverlässiger durchgeführt werden.
[0022] Vorzugsweise werden die Flaschen, insbesondere einschließlich eines die Flaschen
handhabenden Transportsystems mit Flaschenkörben, vor dem Eintauchen in die zweite
Lauge außenseitig gespült. Dadurch lassen sich an den Flaschen und gegebenenfalls
am Transportsystem noch anhaftende Reste der ersten Lauge und/oder Etikettenreste
der oben genannten Art entfernen, bevor die Flaschen einschließlich ihrer Innenseiten
/ Innenräume in die zweite Lauge eintauchen. Somit lässt sich eine Verunreinigung
der zweiten Lauge mit den vom Ablösen der Etiketten resultierenden Verunreinigungen
besonders zuverlässig vermeiden.
[0023] Die beschriebene Flaschenwaschmaschine umfasst demnach eine Etikettenablösestufe
mit einem ersten Tauchbad zum Aufweichen an den Flaschen vorhandener Etiketten mittels
einer ersten Lauge und zum Ablösen der aufgeweichten Etiketten. Ferner umfasst die
Flaschenwaschmaschine eine nachfolgende Hauptreinigungsstufe mit einem eine zweite
Lauge enthaltenden zweiten Tauchbad für die Flaschen.
[0024] Erfindungsgemäß umfasst die Flaschenwaschmaschine ferner ein Transportsystem, das
die Flaschen in der Etikettenablösestufe derart in/durch das erste Tauchbad führt,
dass die erste Lauge nicht in den Innenraum der Flaschen eindringen kann. Damit lassen
sich die bezüglich des Anspruchs 1 beschriebenen Vorteile erzielen.
[0025] Ergänzend kann die Etikettenablösestufe eine erste Laugenspritzung zum Aufweichen
der an den Flaschen vorhandenen Etiketten umfassen. In diesem Fall ist das Transportsystem
ferner derart ausgebildet, dass es die Flaschen durch die erste Laugenspritzung so
führt, dass die erste Lauge nicht in den Innenraum der Flaschen eindringen kann. Dies
ist beispielsweise durch eine geeignete Abschirmung der Mündungen der Flaschen möglich,
ebenso durch einen temporären Verschluss der Flaschenmündungen.
[0026] Vorzugsweise umfasst die Etikettenablösestufe einen von der Hauptreinigungsstufe
getrennten Laugenkreislauf zur Führung und/oder Aufbereitung der ersten Lauge. Darunter
ist zu verstehen, dass die erste Lauge derart getrennt geführt und/oder aufbereitet
wird, dass sie aus dem Laugenkreislauf nicht in die zweite Lauge eingetragen werden
kann. Ein umgekehrter Eintrag der zweiten Lauge in die erste Lauge ist dagegen prinzipiell
zulässig.
[0027] Vorzugsweise ist das Transportsystem so ausgebildet, dass es die Flaschen in das
erste Tauchbad eintaucht und dabei die Mündungen der Flaschen durchweg über dem Füllstand
der ersten Lauge hält. Dadurch können sämtliche für eine Etikettierung in Frage kommende
Seitenwandbereiche der Flaschen in die erste Lauge getaucht werden, ohne den Bereich
der Mündungen und/oder einen Verschlussbereich zur Aufnahme von Verschlusskappen einzutauchen.
Somit lässt sich ein Eindringen der ersten Lauge in den Innenraum der Flaschen zuverlässig
bei gleichzeitig effektivem Aufweichen vorhandener Etiketten vermeiden.
[0028] Ergänzend kann das Transportsystem ferner so ausgebildet sein, dass es die Mündungen
der Flaschen gegenüber einer gegebenenfalls vorhandenen ersten Laugenspritzung abschirmt,
beispielsweise durch eine am Transportsystem vorhandene stationäre Abschirmung, unter
der die Mündungen der Flaschen auf geeignete Weise entlanglaufen, um ein Eindringen
der ersten Lauge in den Innenraum der Flaschen zu vermeiden.
[0029] Vorzugsweise umfasst die Etikettenablösestufe eine Vorrichtung zum Anströmen und/oder
Anspritzen der Flaschen, um die aufgeweichten Etiketten von den Flaschen abzulösen.
Dies ist beispielsweise mit Hilfe eines im ersten Tauchbad vorhandenen Rührwerks möglich
und/oder mit einer Wasserspritzung, Laugenspritzung oder dergleichen, wie bezüglich
des Verfahrens bereits beschrieben wurde.
[0030] Vorzugsweise umfasst die Flaschenwaschmaschine ferner eine zwischen der Etikettenablösestufe
und der Hauptreinigungsstufe angeordnete Zwischenspülstufe zum außenseitigen Entfernen
der ersten Lauge und/oder von Etikettenresten, wie beispielsweise Lack- und Tintenpartikeln,
von den Flaschen. Die Zwischenspülstufe kann beispielsweise am Ausgang der Etikettenablösestufe
oder am Eingang der Hauptreinigungsstufe angeordnet sein. Die Zwischenspülstufe ist
dann insbesondere so ausgebildet, dass auch das die Flaschen durch die Flaschenwaschmaschine
führende Transportsystem auf entsprechende Weise gespült wird, um gegebenenfalls daran
vorhandene Reste der ersten Lauge und/oder Etikettenreste der beschriebenen Art vor
dem Eintritt der jeweiligen Transportmittel in die Hauptreinigungsstufe / das zweite
Tauchbad zu entfernen.
[0031] Vorzugsweise umfasst die Flaschenwaschmaschine ferner einen zweiten Laugenkreislauf
für die im zweiten Tauchbad eingesetzte zweite Lauge. Insbesondere umfasst die Flaschenwaschmaschine
dann ferner eine Verbindungsleitung, die den zweiten Laugenkreislauf mit der Etikettenablösestufe
verbindet, um die Flaschen darin mit der zweiten Lauge zu füllen und/oder die Flaschen
darin mit der zweiten Lauge zum Ablösen der Etiketten anzuspritzen.
[0032] Ein Eintrag der zweiten Lauge in die Etikettenablösestufe ist prinzipiell unkritisch.
Dies gilt insbesondere dann, wenn die erste und die zweite Lauge herstellungsseitig
dieselben Inhaltsstoffe aufweisen und/oder oder dieselbe Konzentration an Inhaltsstoffen.
Die zweite Lauge wird dann vorzugsweise ferner in einer stromabwärts des zweiten Tauchbads
angeordneten zweiten Laugenspritzung verwendet und über den zweiten Laugenkreislauf
versorgt.
[0033] Vorzugsweise umfasst die Flaschenwaschmaschine ferner eine der Etikettenablösestufe
jeweils vorgeschaltete oder nachgeschaltete Restentleerungsstufe und Vorreinigungsstufe.
Die beschriebene Etikettenablösestufe lässt sich je nach Anlagenkonfiguration der
Flaschenwaschmaschine somit flexibel mit an sich bekannten Restentleerungs- und Vorreinigungsstufen
kombinieren.
[0034] Vorzugsweise ist die Etikettenablösestufe als ein von der Hauptreinigungsstufe räumlich
getrenntes Vorschaltmodul mit einem eigenen Gehäuse / einer eigenen Behandlungskammer
und mit einem eigenen Laugenkreislauf für die erste Lauge ausgebildet. Beispielsweise
kann die Etikettenablösestufe dann einer Hauptreinigungsstufe im Sinne einer Nachrüstung
vorgeschaltet werden, um die Etikettenablösung aus der Hauptreinigungsstufe zu verlagern
und diese dann nur für Flaschen ohne Etiketten zu verwenden.
[0035] Das heißt, Flaschenwaschmaschinen bekannter Bauart können zur Vermeidung der genannten
Verunreinigungsproblematik auch nachträglich mit einer Etikettenablösestufe gemäß
wenigstens einer der voranstehend beschriebenen Ausführungsformen verbessert werden.
Die Etikettenablösestufe kann dann einer bereits vorhandenen Restentleerungsstufe
und Vorreinigungsstufe auch vorgeschaltet werden.
[0036] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind zeichnerisch dargestellt. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung der Flaschenwaschmaschine gemäß einer ersten Ausführungsform;
und
- Figur 2
- eine schematische Darstellung der Flaschenwaschmaschine gemäß einer zweiten Ausführungsform.
[0037] Wie die Figur 1 erkennen lässt, umfasst die Flaschenwaschmaschine 1 zum Reinigen
verwendeter Flaschen 2, also beispielsweise nach dem Konsum zurückgelaufener Mehrwegflaschen,
mit daran vorhandenen Etiketten 3 eine Etikettenablösestufe 4 mit einem ersten Tauchbad
5 (Laugenweiche) zum Aufweichen der Etiketten 3 in einer im ersten Tauchbad 5 enthaltenen
ersten Lauge 6 und eine nachfolgende Hauptreinigungsstufe 7 mit einem zweiten Tauchbad
8 (Laugenweiche) zur Außen- und Innenreinigung der Flaschen 2 in einer zweiten Lauge
9.
[0038] Die Flaschenwaschmaschine 1 umfasst ferner ein Transportsystem 10 mit in der Flaschenwaschmaschine
1 auf prinzipiell bekannte Weise mehrspurig umlaufenden Flaschenkörben 11, die jeweils
eine Flasche 2 durch die Flaschenwaschmaschine 1 führen. Die Flaschenkörbe 11 sind
beispielsweise an endlos umlaufenden Ketten oder dergleichen Transportmitteln in regelmäßigen
Abständen zueinander angeordnet, wovon jedoch in der Figur 1 nur einige Flaschenkörbe
11 schematisch dargestellt sind.
[0039] Wie in der Figur 1 ferner angedeutet ist, werden die Flaschen 2 vom Transportsystem
10 im Bereich der Etikettenablösestufe 4 derart geführt, dass wenigstens die Mündungen
2a und vorzugsweise auch ein nach unten daran anschließender Verschlussbereich 2b
der Flaschen 2 nicht in die erste Lauge 6 eintaucht, sondern nur darunterliegende
seitliche Wandbereiche 2c, die zur Aufnahme der Etiketten 3 vorgesehen sind.
[0040] Somit können vorhandene Etiketten 3 effektiv und zuverlässig von der ersten Lauge
6 aufgeweicht werden, ohne die erste Lauge 6 durch die Mündungen 2a der Flaschen 2
in den Innenraum 2d der Flaschen 2 einzutragen.
[0041] In der Figur 1 ist ferner ein Kreislauf 12 zur Führung und/oder Aufbereitung der
ersten Lauge 6 schematisch angedeutet. Die mit den abgelösten Etiketten 3 sowie kleinteiligen
Etikettenresten 13 verunreinigte erste Lauge 6 wird durch den Kreislauf 12 auf an
sich bekannte Weise umgewälzt und gefiltert, um die Etiketten 3 und die Etikettenreste
13, wie beispielsweise Lack- und Tintenpartikel oder dergleichen, abzuscheiden und
auf geeignete Weise auszutragen und zu entsorgen.
[0042] Das erste Tauchbad 5 umfasst eine Vorrichtung 5a, beispielsweise ein Rührwerk, zur
Erzeugung einer Flüssigkeitsströmung 5b in der ersten Lauge 6, um die von der ersten
Lauge 6 aufgeweichten Etiketten 3 von den Flaschen 2 abzulösen. Ergänzend oder alternativ
wäre eine Vorrichtung 14 zum Anspritzen der Flaschen 2, beispielsweise eine Laugenspritzung
oder Wasserspritzung, im Bereich der Etikettenablösestufe 4 denkbar, um die Etiketten
3 mittels Flüssigkeitsstrahl von den Flaschen 2 abzulösen.
[0043] Beispielsweise könnte die im zweiten Tauchbad 8 verwendete zweite Lauge 9 zum Anspritzen
der Flaschen 2 nach Aufweichen der Etiketten 3 verwendet werden. Die zweite Lauge
9 könnte zu diesem Zweck in die erste Lauge 6 eingetragen werden, insbesondere sofern
die erste und zweite Lauge 6, 9 dieselben Inhaltsstoffe aufweisen.
[0044] Die Flaschenwaschmaschine 1 umfasst ferner eine zwischen dem ersten Tauchbad 5 und
dem zweiten Tauchbad 8 angeordnete Zwischenspülstufe 15, die vorzugsweise als Spritzung
für die mittlerweile etikettenlosen Flaschen 2 ausgebildet ist.
[0045] Beispielsweise können die Flaschen 2 dort mit Wasser oder der zweiten Lauge 9 angespritzt
werden, um Reste der ersten Lauge 6 und gegebenenfalls noch an den Flaschen 2 anhaftende
Etikettenreste 13 zu entfernen, bevor die Flaschen 2 in das zweite Tauchbad 8 eintauchen.
Dadurch lässt sich verhindern, dass Reste der ersten Lauge 9 und/oder Etikettenreste
13 in die zweite Lauge 9 eingetragen werden.
[0046] Zu diesem Zweck ist die Zwischenspülstufe 15 vorzugsweise ferner dazu ausgebildet,
das Transportsystem 10 ebenso anzuspritzen, um daran gegebenenfalls vorhandene Reste
der ersten Lauge 6 und/oder Etikettenreste 13 zu entfernen, bevor das Transportsystem
10 den Bereich des zweiten Tauchbads 8 erreicht.
[0047] Die Hauptreinigungsstufe 7 umfasst vorzugsweise einen zweiten Kreislauf 17 zur Führung
und/oder Aufbereitung der zweiten Lauge 9. Der zweite Kreislauf 17 ist vom ersten
Kreislauf 12 derart getrennt, dass die erste Lauge 6 nicht in den zweiten Kreislauf
17 gelangen kann, um Verunreinigungen der zweiten Lauge 9 mit der ersten Lauge 6 zu
vermeiden.
[0048] Denn im Bereich der Hauptreinigungsstufe 7 ist das Transportsystem 10 vorzugsweise
derart ausgebildet, dass die Flaschen 2 vollständig in das zweite Tauchbad 8 eintauchen
und somit sowohl außenseitig als auch innenseitig der zweiten Lauge 9 ausgesetzt werden,
um an/in den Flaschen 2 vorhandene Verschmutzungen aufzuweichen.
[0049] Vom zweiten Kreislauf 17 kann eine Verbindungsleitung 18 abzweigen, die die Etikettenablösestufe
4 mit der zweiten Lauge 9 versorgt, beispielsweise um die in das erste Tauchbad 5
unvollständig eintauchenden Flaschen 2 mit der zweiten Lauge 9 zu füllen.
[0050] Damit können in den Flaschen 2 vorhandene Verschmutzungen bereits im Bereich der
Etikettenablösestufe 4 aufgeweicht werden. Zudem lässt sich die Gefahr eines unbeabsichtigten
Eintrags der ersten Lauge 6 in den Innenraum 2d der Flaschen 2 insbesondere durch
vollständiges Füllen der Flaschen 2 mit der zweiten Lauge 9 reduzieren. Beispielsweise
könnten gegebenenfalls in Bereich der Mündungen 2a auftreffende Spritzer der ersten
Lauge 6 von der in der Flasche 2 vorhandenen zweiten Lauge 9 auf ein unkritisches
Maß verdünnt werden.
[0051] Der Vollständigkeit halber ist ferner der Austrag 19 der aus dem ersten Kreislauf
12 abgeschiedenen Etiketten 3 und Etikettenreste 13 schematisch angedeutet.
[0052] Die Flaschenwaschmaschine 1 umfasst ein Maschinengehäuse 20, in das sowohl die Etikettenablösestufe
4, die Zwischenspülstufe 15 und die Hauptreinigungsstufe 7 integriert sein können
als auch vorgeschaltete oder nachgeschaltete Reinigungsstufen und Spülstufen prinzipiell
bekannter Art, wie beispielsweise eine Restentleerungsstufe 21, eine Vorreinigungsstufe
22, eine Laugenspritzung 23, eine Nachlaugenstufe 24, Warmwasserspülstufen 25, 26,
eine Kaltwasserspülstufe 27 und eine abschließende Frischwasserspülstufe 28. Die der
Hauptreinigungsstufe 7 nachgeschalteten Behandlungsstufen können beispielsweise als
Spritzungen für die Flaschen 2 ausgebildet sein.
[0053] In der nachgeschalteten Laugenspritzung 23 wird vorzugsweise die zweite Lauge 9 verwendet,
so dass die Laugenspritzung 23 ebenso aus dem zweiten Kreislauf 17 mit der zweiten
Lauge 9 versorgt werden kann.
[0054] Die Figur 2 zeigt schematisch die Flaschenwaschmaschine 31 gemäß einer zweiten Ausführungsform.
Hierbei sind bezüglich der ersten Ausführungsform der Flaschenwaschmaschine 1 beschriebene
Anlagenbestandteile mit identischer Funktion mit denselben Bezugszeichen bezeichnet
und daher auch im Folgenden nicht nochmals beschrieben. Stattdessen werden nachfolgend
die Unterschiede zwischen der Flaschenwaschmaschine 1 gemäß der Figur 1 und der Flaschenwaschmaschine
31 gemäß der Figur 2 beschrieben.
[0055] Ein wesentlicher Unterschied liegt darin, dass die Etikettenablösestufe 4 der Flaschenwaschmaschine
31 als räumlich von der Hauptreinigungsstufe 7 getrenntes Vorschaltmoduls 32 mit einem
separaten Maschinengehäuse 33 und separater Behandlungskammer 34 ausgebildet ist.
[0056] Ebenso kann die Etikettenablösestufe 4 dann der Restentleerungsstufe 21 und der Vorreinigungsstufe
22 vorgeschaltet sein. Diese Konfiguration ist jedoch lediglich optional. Das heißt,
die Restentleerungsstufe 21 und/oder die Vorreinigungsstufe 22 können gegebenenfalls
auch nicht vorhanden sein oder der Etikettenablösestufe 4 wiederum separat vorgeschaltet
sein.
[0057] Angedeutet ist in der Figur 2 ferner, dass die Hauptreinigungsstufe 7 in wenigstens
zwei Teilstufen 7a, 7b unterteilt sein kann mit je einem zweiten Tauchbad 8, in dem
die Flaschen 2 der zweiten Lauge 9 ausgesetzt werden. Zwischen den zweiten Tauchbädern
8 der einzelnen Teilstufen 7a, 7b kann dann beispielsweise ein Niveauausgleich 8a
vorgesehen sein.
[0058] Der zweite Kreislauf 17 kann dann beide zweite Tauchbäder 8 mit der zweiten Lauge
9 versorgen bzw. für beide Tauchbäder 8 aufbereiten. Die Verbindungsleitung 18 kann
dann wiederum aus dem zweiten Kreislauf 17 und/oder einem der Tauchbäder 8 abzweigen,
um die Etikettenablösestufe 4 gegebenenfalls mit der zweiten Lauge 9 zu versorgen.
[0059] Die Flaschenwaschmaschine 31 gemäß der zweiten Ausführungsform verdeutlicht, dass
die erfindungsgemäße Etikettenablösung gegebenenfalls in Form des Vorschaltmoduls
32 auch an einer bestehenden Flaschenwaschmaschine nachgerüstet werden könnte.
[0060] Dies ist insbesondere deshalb denkbar, da bei herkömmlichen Flaschenwaschmaschinen
in der Regel mehrere Teilstufen mit gemeinsam mit Lauge versorgten Tauchbädern vorhanden
sind. Es ist dann lediglich die Etikettenablösestufe 4 aus einer vorhandenen Flaschenwaschmaschine
in ein Vorschaltmodul 32 zu verlagern, um den Eintrag von mit Etikettenresten 13 verunreinigter
erster Lauge 6 in den Innenraum 2d der Flaschen 2 zu vermeiden, siehe oben. Ansonsten
können vorhandene Tauchbäder 8 prinzipiell wie zuvor betrieben werden, also mit wechselseitigem
Niveauausgleich 8a und wenigstens einem (gegebenenfalls auch gemeinsamen) Aufbereitungskreislauf
17 für die darin verwendete zweite Lauge 9.
[0061] In Ergänzung zum ersten Tauchbad 5 könnten die Flaschen 2 auch mit der Vorrichtung
14 zum Anspritzen der Flaschen 2, beispielsweise aus geeignet ausgerichteten Düsen,
der ersten Lauge 6 ausgesetzt werden, um die Etiketten 3 aufzuweichen. Die Mündung
2a der Flaschen 2 wäre dann gegenüber erzeugten Flüssigkeitsstrahlen und/oder vagabundierenden
Spritzern abzuschirmen, beispielsweise durch stationäre Schienen und/oder Schirme
und/oder durch im Bereich der Etikettenablösestufe 4 mitlaufende Deckel, Kappen oder
dergleichen.
[0062] Im Bereich der Etikettenablösestufe 4 werden die Mündungen 2a und/oder die Verschlussbereich
2b der Flaschen 2 oberhalb des Füllstands 6a der ersten Lauge 6 im ersten Tauchbad
5 geführt und/oder gegenüber Spritzern mit erster Lauge 6 abgeschirmt. Dies kann beispielsweise
dadurch erreicht werden, indem man den Füllstand 6a an den Verlauf des Transportmittels
10 und/oder an das jeweilige Flaschenformat anpasst. Die abgeschiedenen Etiketten
3 und Etikettenreste 13 können auf bekannte Weise ausgetragen und entsorgt werden.
[0063] Die Aufgabe der Flaschen 2 in die Flaschenwaschmaschine 1, 31 sowie der Transport
der Flaschen 2 kann auf bekannte Weise mehrspurig und kontinuierlich erfolgen. Eine
gleichseitige Flaschenaufgabe und Flaschenentnahme gemäß Fig. 1 und 2 ist nicht zwingend,
sondern dient hier lediglich der übersichtlicheren Darstellung.
1. Verfahren zum maschinellen Reinigen verwendeter Flaschen (2), wobei die Flaschen in/durch
den Einwirkbereich einer ersten Lauge (6) transportiert werden, um mit dieser an den
Flaschen vorhandene Etiketten (3) aufzuweichen, und wobei die Flaschen nach Ablösen
der aufgeweichten Etiketten zur Hauptreinigung in eine zweite Lauge (9) getaucht werden,
dadurch gekennzeichnet, dass die Flaschen im Einwirkbereich der ersten Lauge derart gehandhabt werden, dass die
erste Lauge nicht in den Innenraum (2c) der Flaschen eindringen kann.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die erste Lauge (6) von der zweiten Lauge (9) getrennt
geführt und/oder aufbereitet wird, um einen Eintrag der ersten Lauge und insbesondere
von darin enthaltenen Etikettenresten (13) in die zur Hauptreinigung eingesetzte zweite
Lauge zu vermeiden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Flaschen (2) zum Aufweichen der Etiketten
(3) in ein mit der ersten Lauge (6) gefülltes erstes Tauchbad (5) getaucht und die
Mündungen (2a) der Flaschen dabei durchweg oberhalb des Füllstands (6a) der ersten
Lauge geführt und/oder verschlossen werden, um das Eindringen der ersten Lauge zu
verhindern.
4. Verfahren nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei die Flaschen (2) beim
Durchlaufen des ersten Tauchbads (5) mit der zweiten Lauge (9) gefüllt sind.
5. Verfahren nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei die Flaschen (2) der
ersten Lauge (6) zum Einweichen der Etiketten (3) über eine Einwirkdauer von 2 bis
6 Minuten ausgesetzt werden.
6. Verfahren nach wenigstens einem der vorigen Ansprüche, wobei die mittels der ersten
Lauge (6) aufgeweichten Etiketten (3) mittels Flüssigkeitsströmung (5b) und/oder Flüssigkeitsstrahl
abgelöst werden.
7. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei die Flaschen (2), insbesondere einschließlich
eines die Flaschen handhabenden Transportsystems (10) mit Flaschenkörben (11), vor
dem Eintauchen in die zweite Lauge (9) außenseitig gespült werden.
8. Flaschenwaschmaschine (1, 31) für verwendete Flaschen (2), umfassend: eine Etikettenablösestufe
(4) mit einem ersten Tauchbad (5) zum Aufweichen an den Flaschen vorhandener Etiketten
(3) mittels einer ersten Lauge (6) und zum Ablösen der aufgeweichten Etiketten; und
eine nachfolgende Hauptreinigungsstufe (7) mit einem eine zweite Lauge (9) enthaltenden
zweiten Tauchbad (8) für die Flaschen, gekennzeichnet durch ein Transportsystem (10), das die Flaschen in der Etikettenablösestufe derart in/durch
das erste Tauchbad führt, dass die erste Lauge nicht in den Innenraum (2c) der Flaschen
eindringen kann.
9. Flaschenwaschmaschine nach Anspruch 8, wobei die Etikettenablösestufe (4) einen von
der Hauptreinigungsstufe (7) getrennten Laugenkreislauf (12) zur Führung und/oder
Aufbereitung der ersten Lauge (6) umfasst.
10. Flaschenwaschmaschine nach Anspruch 8 oder 9, wobei das Transportsystem (10) so ausgebildet
ist, dass es die Flaschen (2) in das erste Tauchbad (5) eintaucht und dabei die Mündungen
(2a) der Flaschen durchweg über dem Füllstand (6a) der ersten Lauge (6) hält, und
es insbesondere die Mündungen der Flaschen gegenüber einer in der Etikettenablösestufe
(4) vorhandenen Laugenspritzung abschirmt.
11. Flaschenwaschmaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei die Etikettenablösestufe
(4) eine Vorrichtung (5a) zum Anströmen und/oder eine Vorrichtung (14) zum Anspritzen
der Flaschen (2) umfasst, um die aufgeweichten Etiketten (3) von den Flaschen abzulösen.
12. Flaschenwaschmaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 11, ferner mit einer zwischen
der Etikettenablösestufe (4) und der Hauptreinigungsstufe (7) angeordneten Zwischenspülstufe
(15) zum außenseitigen Entfernen der ersten Lauge (6) und/oder von abgelösten Etikettenresten
(13) von den Flaschen (2).
13. Flaschenwaschmaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 12, ferner mit einem zweiten
Laugenkreislauf (17) für die im zweiten Tauchbad (8) eingesetzte zweite Lauge (9)
und insbesondere ferner mit einer Verbindungsleitung (18), die den zweiten Laugenkreislauf
(17) mit der Etikettenablösestufe (4) verbindet, um die Flaschen (2) darin mit der
zweiten Lauge zu füllen.
14. Flaschenwaschmaschine nach wenigstens einem der Ansprüche 8 bis 13, mit einer der
Etikettenablösestufe (4) jeweils vorgeschalteten oder nachgeschalteten Restentleerungsstufe
(21) und Vorreinigungsstufe (22).
15. Flaschenwaschmaschine nach wenigstens einem der Ansprüche 8 bis 14, wobei die Etikettenablösestufe
(4) als von der Hauptreinigungsstufe (7) getrenntes Vorschaltmodul (32) mit eigenem
Maschinengehäuse (33) und Laugenkreislauf (12) für die erste Lauge (6) ausgebildet
ist.