Gebiet der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung geht aus von einem Betriebsverfahren für eine Kühleinrichtung
zum Kühlen eines heißen Walzguts aus Metall,
- wobei die Kühleinrichtung eine Sammelleitung aufweist, in die über eine Pumpenanordnung
ein flüssiges Kühlmittel eingespeist wird und von der eine Mehrzahl an Stichleitungen
zu Aufbringeinrichtungen abgeht,
- wobei die Pumpenanordnung eine Anzahl an Pumpen aufweist, in den Stichleitungen jeweils
ein Regelventil angeordnet ist und mittels zumindest eines Teils der Aufbringeinrichtungen
das Kühlmittel auf das Walzgut aufgebracht wird,
- wobei einer Steuereinrichtung der Kühleinrichtung Sollströme bekannt werden, die den
Aufbringeinrichtungen zugeführt werden sollen,
- wobei die Steuereinrichtung die Pumpenanordnung entsprechend einem endgültigen Ansteuerzustand
und die Regelventile entsprechend Ansteuerwerten ansteuert.
[0002] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einem Computerprogramm, das Maschinencode
umfasst, der von einer Steuereinrichtung einer Kühleinrichtung zum Kühlen eines heißen
Walzguts aus Metall abarbeitbar ist, wobei die Abarbeitung des Maschinencodes durch
die Steuereinrichtung bewirkt, dass die Steuereinrichtung die Kühleinrichtung gemäß
einem derartigen Betriebsverfahren betreibt.
[0003] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einer Steuereinrichtung einer Kühleinrichtung
zum Kühlen eines heißen Walzguts aus Metall, wobei die Steuereinrichtung mit einem
derartigen Computerprogramm programmiert ist, so dass die Steuereinrichtung die Kühleinrichtung
gemäß einem derartigen Betriebsverfahren betreibt.
[0004] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einer Kühleinrichtung zum Kühlen
eines heißen Walzguts aus Metall,
- wobei die Kühleinrichtung eine Sammelleitung, eine Pumpenanordnung und eine Mehrzahl
an Aufbringeinrichtungen aufweist,
- wobei mittels zumindest eines Teils der Aufbringeinrichtungen ein flüssiges Kühlmittel
auf das Walzgut aufgebracht wird,
- wobei die Aufbringeinrichtungen über eine jeweilige Stichleitung mit der Sammelleitung
verbunden sind,
- wobei die Pumpenanordnung eine Anzahl an Pumpen aufweist, mittels derer das flüssige
Kühlmittel in die Sammelleitung eingespeist wird,
- wobei in den Stichleitungen jeweils ein Regelventil angeordnet ist,
- wobei die Kühleinrichtung eine derartige Steuereinrichtung aufweist, welche die Kühleinrichtung
gemäß einem derartigen Betriebsverfahren betreibt.
Stand der Technik
[0005] Die obengenannten Gegenstände sind allgemein bekannt.
[0006] So ist beispielsweise aus der
WO 2013/143 925 A1 eine Kühleinrichtung zum Kühlen eines heißen Walzguts aus Metall bekannt, bei der
über eine Pumpenanordnung ein flüssiges Kühlmittel in eine Sammelleitung eingespeist
wird, von der Stichleitungen zu Aufbringeinrichtungen abgehen, mittels derer das Kühlmittel
auf das Walzgut aufgebracht wird. In den Stichleitungen sind Regelventile angeordnet.
Die Steuereinrichtung ermittelt anhand ihr bekannter Sollströme, die den Aufbringeinrichtungen
zugeführt werden sollen, einen Ansteuerzustand für die Pumpenanordnung und Ansteuerwerte
für die Regelventile und steuert die Pumpenanordnung und die Regelventile entsprechend
an. Bei der
WO 2013/143 925 A1 steht die Sammelleitung entweder unter Hochdruck oder unter Niederdruck. Der höhere
Druck des Kühlmittels wird nur dann erzeugt, wenn dieser tatsächlich benötigt wird.
Der Bedarf für den Hochdruck wird als gegeben erachtet, wenn bei Niederdruck die Öffnungsstellung
mindestens eines Ventils eine bestimmte, als Grenzwert vorgegebene Öffnungsstellung
überschreiten würde.
[0007] Aus der
WO 2014/124 867 A1 ist ebenfalls eine Kühleinrichtung zum Kühlen eines heißen Walzguts aus Metall bekannt,
bei der über eine Pumpenanordnung ein flüssiges Kühlmittel in eine Sammelleitung eingespeist
wird, von der Stichleitungen zu Aufbringeinrichtungen abgehen, mittels derer das Kühlmittel
auf das Walzgut aufgebracht wird. In den Stichleitungen sind Regelventile angeordnet.
Einer Steuereinrichtung der Kühleinrichtung werden Sollströme bekannt, die den Aufbringeinrichtungen
zugeführt werden sollen. Die Steuereinrichtung ermittelt entsprechende Ansteuerwerte
der Regelventile und steuert diese auch so an. Über eine - gegebenenfalls variable
- Ansteuerung der Pumpe finden sich in der
WO 2014/124 867 A1 keine Ausführungen.
[0008] Aus der
WO 2014/124 868 A1 ist ebenfalls eine Kühleinrichtung zum Kühlen eines heißen Walzguts aus Metall bekannt,
bei der über eine Pumpenanordnung ein flüssiges Kühlmittel in eine Sammelleitung eingespeist
wird, von der Stichleitungen zu Aufbringeinrichtungen abgehen, mittels derer das Kühlmittel
auf das Walzgut aufgebracht wird. In den Stichleitungen sind Regelventile angeordnet.
Eine Steuereinrichtung der Kühleinrichtung ermittelt anhand von Sollströmen, die den
Aufbringeinrichtungen zugeführt werden sollen, einen Gesamtstrom und anhand des Gesamtstroms
einen Ansteuerzustand der Pumpenanordnung. Der Arbeitsdruck in der Sammelleitung kann
zwischen einem Minimalwert und einem Maximalwert eingestellt werden. Die Regelventile
können zwischen vollständig geschlossenen und vollständig geöffneten Stellungen eingestellt
werden. Zur Einstellung der einzelnen Sollströme variiert die Steuereinrichtung sowohl
die Öffnungsstellungen der Ventile als auch den Leitungsdruck, den die Pumpe in der
Sammelleitung generiert.
[0009] Aus der
WO 2019/115 145 A1 ist ebenfalls eine Kühleinrichtung zum Kühlen eines heißen Walzguts aus Metall bekannt,
bei der über eine Pumpenanordnung ein flüssiges Kühlmittel in eine Sammelleitung eingespeist
wird, von der Stichleitungen zu Aufbringeinrichtungen abgehen, mittels derer das Kühlmittel
auf das Walzgut aufgebracht wird. In den Stichleitungen sind Regelventile angeordnet.
Eine Steuereinrichtung ermittelt in Abhängigkeit von den Sollströmen, die den Aufbringeinrichtungen
zugeführt werden sollen, einen Ansteuerzustand für die Pumpenanordnung. Die Steuereinrichtung
berücksichtigt zusätzlich zu der insgesamt zu führenden Wassermenge eine Änderung
der Wassermenge und einen Leitungswiderstand. Unterschreiten die Öffnungsstellungen
der Regelventile Mindestabstände zu einer minimal möglichen Öffnungsstellung und einer
maximal möglichen Öffnungsstellung, wird der Ansteuerzustand der Pumpe und damit auch
der Arbeitsdruck angepasst.
[0010] Aus der
WO 2020/020 868 A1 ist eine Kühleinrichtung zum Kühlen eines heißen Walzguts aus Metall bekannt, bei
der mittels mehrerer Aufbringeinrichtungen ein flüssiges Kühlmittel auf das Walzgut
aufgebracht wird. Die Aufbringeinrichtungen werden jeweils über eine eigene Pumpe
gespeist. Ventile zwischen der jeweiligen Pumpe und der jeweiligen Aufbringeinrichtung
werden kontinuierlich in einem völlig geöffneten Zustand gehalten. Die Einstellung
der geförderten Mengen an Kühlmittel erfolgt ausschließlich durch entsprechende zeitvariable
Ansteuerung der Pumpen.
Zusammenfassung der Erfindung
[0011] insbesondere bei Intensivkühlungen, manchmal aber auch bei Laminarkühlungen, werden
die Regelventile über Pumpen gespeist. Eine typische Anordnung ist dabei eine Versorgung
mehrerer Regelventile über eine Sammelleitung, wobei die Sammelleitung von einer Pumpenanordnung
mit Kühlmittel versorgt wird. Die Pumpenanordnung kann eine Pumpe oder auch mehrere
Pumpen aufweisen.
[0012] Mittels der Aufbringeinrichtungen (diese sind oftmals als Spritzbalken ausgebildet)
wird das Kühlmittel auf das Walzgut aufgebracht. In manchen Fällen können zusätzliche
Aufbringeinrichtungen vorhanden sein, die das Kühlmittel nicht auf das Walzgut aufbringen,
sondern anderweitig das Kühlmittel abgeben. Dies kann beispielsweise zur Vergleichmäßigung
der Menge an Kühlmittel, die insgesamt gefördert wird, sinnvoll sein.
[0013] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Möglichkeiten zu schaffen,
mittels derer eine konventionelle Kühleinrichtung - also eine Kühleinrichtung, bei
welcher die Dosierung des auf das Walzgut aufgebracht Kühlmittels über die Ansteuerung
von Regelventilen erfolgt - auf verbesserte Art und Weise betrieben werden kann.
[0014] Die Aufgabe wird durch ein Betriebsverfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche 2 bis 5.
[0015] Erfindungsgemäß wird ein Betriebsverfahren der eingangs genannten Art dadurch ausgestaltet,
dass die Steuereinrichtung zum Ermitteln des endgültigen Ansteuerzustands der Pumpenanordnung
und der Ansteuerwerte der Regelventile
- für die Regelventile für einen jeweiligen Grenzaussteuerwert des jeweiligen Regelventils
einen jeweiligen individuellen Arbeitsdruck ermittelt, der in der Sammelleitung herrschen
muss, damit in der jeweiligen Stichleitung der jeweilige Sollstrom fließt,
- einen vorläufigen Ansteuerzustand der Pumpenanordnung ermittelt, so dass der Sammelleitung
mittels der Pumpenanordnung ein Gesamtstrom an Kühlmittel zugeführt wird, der der
Summe der Sollströme entspricht, und gleichzeitig in der Sammelleitung ein vorläufiger
Arbeitsdruck herrscht, der mindestens so groß wie der größte der individuellen Arbeitsdrücke
ist,
- den endgültigen Ansteuerzustand der Pumpenanordnung unter Verwertung des vorläufigen
Ansteuerzustands der Pumpenanordnung derart ermittelt, dass der Sammelleitung mittels
der Pumpenanordnung der Gesamtstrom an Kühlmittel zugeführt wird und gleichzeitig
in der Sammelleitung ein endgültiger Arbeitsdruck herrscht, und
- die Ansteuerwerte der Regelventile unter Verwendung des endgültigen Arbeitsdrucks
derart ermittelt, dass in der jeweiligen Stichleitung der jeweilige Sollstrom fließt.
[0016] Dadurch wird erreicht, dass die Pumpenanordnung der Kühleinrichtung mit einem möglichst
niedrigen endgültigen Arbeitsdruck und damit einem möglichst geringen Energieaufwand
betrieben wird und dennoch jederzeit das Walzgut entsprechend den geforderten Sollströmen
gekühlt wird.
[0017] Es ist möglich, dass die Grenzaussteuerungen der Regelventile die Maximalaussteuerungen
der Regelventile sind. Um eine gewisse Regelreserve zu erhalten, kann es jedoch von
Vorteil sein, wenn die Grenzaussteuerungen der Regelventile geringfügig darunter liegen,
also lediglich in der Nähe der Maximalaussteuerungen der Regelventile liegen. Im letztgenannten
Fall entsprechen die Grenzaussteuerungen der Regelventile also einem hohen Prozentsatz
der Maximalaussteuerungen der Regelventile, beispielsweise 80 %, 90 % oder 95 %. Natürlich
können die Grenzaussteuerungen auch andere Werte aufweisen. Insbesondere ein Wert
von 80 % sollte aber nicht unterschritten werden. Die Zahlenangaben beziehen sich
weiterhin auf die Kühlmittelströme, also die sich durch die Ansteuerung des jeweiligen
Regelventils ergebende Wirkung. Sie beziehen sich hingegen nicht auf die Stellgrößen,
mit denen die Regelventile angesteuert werden. Die Grenzaussteuerungen können nach
Bedarf individuell für das jeweilige Regelventil vorgegeben sein oder einheitlich
für alle Regelventile vorgegeben sein. Auch eine gruppenweise Vorgabe ist möglich.
[0018] Vorzugsweise berücksichtigt die Steuereinrichtung im Rahmen der Ermittlung des vorläufigen
Ansteuerzustands auf die Pumpenanordnung bezogene Nebenbedingungen. Dadurch kann gewährleistet
werden, dass die Pumpenanordnung stets in einem zulässigen Betriebsbereich betrieben
wird. Die Steuereinrichtung kann beispielsweise prüfen, ob sie einen zulässigen Ansteuerzustand
der Pumpenanordnung ermitteln kann, bei dem die Pumpenanordnung zum einen den geforderten
Gesamtstrom fördert und zum anderen in der Sammelleitung den größten der ermittelten
individuellen Arbeitsdrücke bewirkt. Wenn dies der Fall ist, kann dieser Arbeitsdruck
oder ein direkt aus diesem Arbeitsdruck abgeleiteter Wert als endgültiger Arbeitsdruck
verwendet werden. Wenn dies nicht der Fall ist, kann die Steuereinrichtung den Arbeitsdruck,
ausgehend vom vorläufigen Arbeitsdruck schrittweise erhöhen, bis ein zulässiger Ansteuerzustand
der Pumpenanordnung aufgefunden wird.
[0019] Vorzugsweise berücksichtigt die Steuereinrichtung im Rahmen der Ermittlung des vorläufigen
Ansteuerzustands auf die Regelventile bezogene Nebenbedingungen. Die Steuereinrichtung
kann beispielsweise für einen zulässigen Ansteuerzustand der Pumpenanordnung, der
zum einen den geforderten Gesamtstrom fördert und zum anderen in der Sammelleitung
einen Arbeitsdruck bewirkt, der mindestens so groß ist wie der größte der individuellen
Arbeitsdrücke ist, die zugehörigen Ansteuerwerte der Regelventile ermitteln und prüfen,
ob und gegebenenfalls in welchem Umfang unerwünschte Zustände auftreten. Ist dies
der Fall, können entweder die unerwünschten Zustände in Kauf genommen werden oder
der Ansteuerzustand der Pumpenanordnung angepasst werden. Welche Maßnahme ergriffen
wird, kann je nach Lage des Einzelfalls entschieden werden.
[0020] Vorzugsweise berücksichtigt die Steuereinrichtung im Rahmen der Ermittlung des endgültigen
Ansteuerzustands der Pumpenanordnung zusätzlich mindestens einen vorherigen endgültigen
Ansteuerzustand der Pumpenanordnung und/oder mindestens einen zukünftig erwarteten
vorläufigen Ansteuerzustand der Pumpenanordnung. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung
eine modellprädiktive Ermittlung des vorläufigen Ansteuerzustands vornehmen. Auch
kann die Steuereinrichtung beispielsweise ein Optimierungsproblem ansetzen, in das
zum einen die erfindungsgemäße Minimierung des vorläufigen Arbeitsdruckes eingeht
und zum anderen weitere Sachverhalte eingehen. Beispiele derartiger Sachverhalte sind
eine Änderung des vorläufigen oder des endgültigen Arbeitsdruckes und eine Änderung
des Ansteuerzustands der Pumpenanordnung.
[0021] Die Aufgabe wird weiterhin durch ein Computerprogramm mit den Merkmalen des Anspruchs
6 gelöst. Erfindungsgemäß bewirkt die Abarbeitung des Computerprogramms, dass die
Steuereinrichtung die Kühleinrichtung gemäß einem erfindungsgemäßen Betriebsverfahren
betreibt.
[0022] Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Steuereinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
7 gelöst. Erfindungsgemäß ist die Steuereinrichtung mit einem erfindungsgemäßen Computerprogramm
programmiert, so dass die Steuereinrichtung die Kühleinrichtung gemäß einem erfindungsgemäßen
Betriebsverfahren betreibt.
[0023] Die Aufgabe wird durch eine Kühleinrichtung zum Kühlen von heißem Walzgut aus Metall
mit den Merkmalen des Anspruchs 8 gelöst. Erfindungsgemäß weist eine Kühleinrichtung
der eingangs genannten Art eine erfindungsgemäße Steuereinrichtung auf, welche die
Kühleinrichtung gemäß einem erfindungsgemäßen Betriebsverfahren betreibt.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0024] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die in Verbindung
mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen in schematischer Darstellung:
- FIG 1
- eine Walzlinie mit einer Kühleinrichtung,
- FIG 2
- eine Kennlinie eines Regelventils,
- FIG 3
- ein Ablaufdiagramm,
- FIG 4
- eine Kennlinie einer Pumpe,
- FIG 5
- ein Ablaufdiagramm,
- FIG 6
- eine Pumpenanordnung,
- FIG 7
- ein Ablaufdiagramm und
- FIG 8
- ein Ablaufdiagramm.
Beschreibung der Ausführungsformen
[0025] Gemäß FIG 1 weist eine Walzlinie mindestens ein Walzgerüst 1 auf. Dargestellt ist
in FIG 1 nur ein einziges Walzgerüst 1. In vielen Fällen sind aber mehrere hintereinander
angeordnete Walzgerüste 1 vorhanden, so dass die Walzlinie als Walzstraße ausgebildet
ist. In der Walzlinie wird ein heißes Walzgut 2 gewalzt, d.h. in seinem Querschnitt
reduziert. Das Walzgut 2 kann beispielsweise aus Stahl oder Aluminium bestehen. Es
kann aber auch aus einem anderen Metall bestehen, beispielsweise Messing oder Kupfer.
Das Walzgut 2 kann ein flaches Walzgut sein, beispielsweise ein Band oder ein Grobblech.
Es kann aber auch eine andere Form aufweisen, beispielsweise stabförmig oder als Profil
oder als Rohr ausgebildet sein.
[0026] Die Walzlinie weist weiterhin eine Kühleinrichtung 3 auf. Die Kühleinrichtung 3 ist
entsprechend der Darstellung in FIG 1 dem Walzgerüst 1 nachgeordnet. Dies ist aber
nicht zwingend erforderlich. Die Kühleinrichtung 3 könnte ebenso dem Walzgerüst 1
vorgeordnet sein, beispielsweise in Form einer sogenannten Zwischengerüstkühlung zwischen
den Fertiggerüsten einer mehrgerüstigen Fertigstraße angeordnet sein oder in Form
einer Vorbandkühlung zwischen dem ersten Fertiggerüst einer mehrgerüstigen Fertigstraße
und einem Vorgerüst angeordnet sein. Auch andere Anordnungen sind möglich.
[0027] Die Kühleinrichtung 3 weist eine Sammelleitung 4 auf. In die Sammelleitung 4 wird
über eine Pumpenanordnung 5 ein flüssiges Kühlmittel 6 eingespeist. Beispielsweise
kann die Pumpenanordnung 5 zu diesem Zweck eingangsseitig mit einem Reservoir 7 verbunden
sein. Es sind aber auch andere Ausgestaltungen möglich, beispielsweise eine direkte
Versorgung der Pumpenanordnung 5 über ein Wasserverteilungsnetz. Die Pumpenanordnung
5 kann entsprechend der Darstellung in FIG 1 mehrere Pumpen 8 aufweisen. Die Pumpen
8 sind in der Ausgestaltung gemäß FIG 1 einander parallel geschaltet. Die Pumpen 8
könnten aber auch in Serie hintereinander angeordnet sein. Auch Kombinationen dieser
Vorgehensweise sind möglich, beispielsweise drei Stränge, in denen je zwei Pumpen
8 in Serie hintereinander angeordnet sind. Es ist auch möglich, dass nur eine einzige
Pumpe 8 vorhanden ist. Das Kühlmittel 6 ist meist Wasser oder besteht zumindest im
wesentlichen (98 % und mehr) aus Wasser.
[0028] Von der Sammelleitung 4 gehen Stichleitungen 9a bis 9d zu Aufbringeinrichtungen 10a
bis 10d ab. Die Aufbringeinrichtungen 10a bis 10d sind also über die Stichleitungen
9a bis 9d mit der Sammelleitung 4 verbunden. Mittels der Aufbringeinrichtungen 10a
bis 10d wird das Kühlmittel 6 auf das Walzgut 2 aufgebracht. Die Aufbringeinrichtungen
10a bis 10d können beispielsweise als sogenannte Kühlbalken oder Spritzbalken ausgebildet
sein.
[0029] Die Aufbringeinrichtungen 10a bis 10d sind entsprechend der Darstellung in FIG 1
oberhalb des Walzguts 2 angeordnet und bringen demzufolge das Kühlmittel 6 von oben
auf das Walzgut 2 auf. Dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich. Die Aufbringeinrichtungen
10a bis 10d könnten ebenso unterhalb des Walzguts 2 angeordnet sein oder an anderer
Stelle angeordnet sein. Auch ist es möglich, dass die Aufbringeinrichtungen 10a bis
10d das Kühlmittel 6 von verschiedenen Seiten auf das Walzgut 2 aufbringen. Auch ist
es möglich, dass nicht alle Aufbringeinrichtungen 10a bis 10d das Kühlmittel 6 auf
das Walzgut 2 aufbringen, sondern mindestens eine - wenn, dann meist eine oder zwei
- der Aufbringeinrichtungen 10a bis 10d das Kühlmittel 6 nicht auf das Walzgut 2 aufbringt.
Entsprechende Ausgestaltungen und die Gründe hierfür sind beispielsweise in der bereits
genannten
WO 2019/115 145 A1 erläutert.
[0030] Weiterhin sind in FIG 1 insgesamt vier Aufbringeinrichtungen 10a bis 10d dargestellt.
In Verbindung mit dieser Anzahl an Aufbringeinrichtungen 10a bis 10d wird die vorliegende
Erfindung erläutert. Die Anzahl an Aufbringeinrichtungen 10a bis 10d könnte aber auch
größer oder kleiner sein. Sie muss lediglich größer als 1 sein. Minimal sind also
zwei Aufbringeinrichtungen 10a bis 10d vorhanden, die über zwei Stichleitungen 9a
bis 9d mit der Sammelleitung 4 verbunden sind, wobei in jeder der Stichleitungen 9a
bis 9d je ein Regelventil 11a bis 11d angeordnet ist.
[0031] In den Stichleitungen 9a bis 9d sind Regelventile 11a bis 11d angeordnet. Die Regelventile
11a bis 11d können beispielsweise als Kugelventile ausgebildet sein. Unabhängig von
ihrer konkreten Ausgestaltung können die Regelventile 11a bis 11d jedoch kontinuierlich
verstellt werden. Der Begriff "kontinuierlich verstellen" wird nachstehend anhand
der Darstellung in FIG 2 für das Regelventil 11a erläutert. Für die anderen Regelventile
11b bis 11d gelten analoge Ausführungen.
[0032] Gemäß FIG 2 wird das Regelventil 11a mit einem Ansteuerwert Aa angesteuert. Der Ansteuerwert
Aa liegt zwischen einem minimalen Ansteuerwert Amin und einem maximalen Ansteuerwert
Amax. Der Ansteuerwert Aa kann kontinuierlich oder zumindest in mehreren Stufen variiert
werden. Der Ansteuerwert Aa kann also - gegebenenfalls im Rahmen einer Einstellgenauigkeit
- mehrere mögliche Werte zwischen dem minimalen Ansteuerwert Amin und dem maximalen
Ansteuerwert Amax annehmen. Beispielsweise bei einem Kugelventil können der minimale
Ansteuerwert Amin und der maximale Ansteuerwert Amax bei 0° und 90° liegen und kann
der Ansteuerwert Aa in Schritten von beispielsweise 0,1° oder 0,2° zwischen diesen
beiden extremen Werten Amin, Amax eingestellt werden.
[0033] Bei einem Referenzdruck pR, der eingangsseitig des Regelventils 11a ansteht, strömt
je nach Ansteuerwert Aa ein entsprechender Referenzkühlmittelstrom KR durch das Regelventil
11a und damit durch die entsprechende Stichleitung 9a. Aufgrund der Möglichkeit zum
kontinuierlichen Verstellen des Regelventils 11a durchläuft auch der Referenzkühlmittelstrom
KR ein entsprechendes Wertekontinuum zwischen einem Minimalwert KRmin (meist 0) und
einem Maximalwert KRmax (der selbstverständlich größer als der Minimalwert KRmin ist).
Der Referenzkühlmittelstrom KR dividiert durch den Maximalwert KRmax entspricht einer
Aussteuerung ka des Regelventils 11a. Die Aussteuerung ka weist maximal den Wert 1
und üblicherweise minimal den Wert 0 auf.
[0034] Der funktionale Zusammenhang des Referenzkühlmittelstroms KR (oder hiermit äquivalent
der Aussteuerung ka) als Funktion des Ansteuerwertes Aa entspricht einer Kennlinie
für das Regelventil 11a. Die Kennlinie ist entsprechend der Darstellung in FIG 2 oftmals
nichtlinear. Üblicherweise besteht jedoch ein streng monotoner Zusammenhang zwischen
dem Ansteuerwert Aa einerseits und dem Referenzkühlmittelstrom KR bzw. der Aussteuerung
ka. Wie Fachleuten weiterhin bekannt ist, kann bei gegebenem Ansteuerwert Aa der tatsächliche
Kühlmittelstrom Ka - also die Menge an tatsächlich das Regelventil 11a durchströmendem
Kühlmittel 6 - ohne weiteres ermittelt werden, sofern der eingangsseitig des Regelventils
11a anstehende Arbeitsdruck pA bekannt ist. Insbesondere muss der Wert, der sich anhand
der Kennlinie selbst ergibt, lediglich mit der Wurzel des Quotienten von Arbeitsdruck
pA und Referenzdruck pR skaliert werden. Der Arbeitsdruck pA und der Referenzdruck
pR müssen gegebenenfalls noch um einen Offset korrigiert werden. Bei gegebener Aussteuerung
ka und bekanntem maximalem Referenzkühlmittelstrom KRmax und bekanntem Arbeitsdruck
pA ergibt sich somit der Kühlmittelstrom Ka zu

[0035] ρ ist die Dichte des Kühlmittels 6, g die Erdbeschleunigung. ha ist die Höhe des
Ventilauslasses (bzw. der Aufbringeinrichtung 10a) relativ zu einem für die Aufbringeinrichtungen
10a bis 10d einheitlichen Referenzniveau. hA kann - je nach Anordnung des Ventilauslasses
relativ zu dem Referenzniveau größer oder kleiner als 0 sein. Das Referenzniveau kann
nach Bedarf gewählt werden. Es kann beispielsweise mit dem Niveau eines Rollgangs
übereinstimmen, mittels dessen das Walzgut 2 durch die Kühleinrichtung 3 gefördert
wird. Der zugehörige Ansteuerwert Aa ergibt sich nach Ermittlung der Aussteuerung
ka direkt aus der Kennlinie.
[0036] Die Kühleinrichtung 3 weist weiterhin eine Steuereinrichtung 12 auf, welche die Kühleinrichtung
3 steuert und betreibt. Die Steuereinrichtung 12 ist in der Regel als softwareprogrammierbare
Einrichtung ausgebildet. Dies ist in FIG 1 dadurch angedeutet, dass innerhalb der
Steuereinrichtung 12 das Symbol "µP" für Mikroprozessor eingezeichnet ist. Die Steuereinrichtung
12 ist mit einem Computerprogramm 13 programmiert. Das Computerprogramm 13 umfasst
Maschinencode 14, der von der Steuereinrichtung 12 abarbeitbar ist. Aufgrund der Programmierung
mit dem Computerprogramm 13 bzw. der Abarbeitung des Maschinencodes 14 betreibt die
Steuereinrichtung 12 die Kühleinrichtung 3 gemäß einem Betriebsverfahren, das nachstehend
in Verbindung mit FIG 3 näher erläutert wird.
[0037] In einem Schritt S1 werden der Steuereinrichtung 12 Sollströme Ka* bis Kd* bekannt.
Die Sollströme Ka* bis Kd* geben - beispielsweise in Liter pro Sekunde - die Mengen
an Kühlmittel 6 an, die der jeweiligen Aufbringeinrichtung 10a bis 10d zugeführt und
von der jeweiligen Aufbringeinrichtung 10a bis 10d abgegeben werden sollen, insbesondere
auf das Walzgut 2 aufgebracht werden sollen. Beispielsweise können die Sollströme
Ka* bis Kd* der Steuereinrichtung 12 von außen vorgegeben werden oder von der Steuereinrichtung
12 anhand anderer Gegebenheiten eigenständig ermittelt werden. Entsprechende Vorgehensweisen
sind Fachleuten allgemein bekannt.
[0038] In einem Schritt S2 ermittelt die Steuereinrichtung 12 für einen Grenzaussteuerwert
kLim des Regelventils 11a einen individuellen Arbeitsdruck pAa. Der Grenzaussteuerwert
kLim ist der Steuereinrichtung 12 vorgegeben. Es kann sich bei dem Grenzaussteuerwert
kLim um die Maximalaussteuerung des Regelventils 11a handeln. In vielen Fällen ist
es jedoch von Vorteil, wenn es sich entsprechend der Darstellung in FIG 2 um einen
Wert handelt, der zwar in der Nähe, aber unterhalb der Maximalaussteuerung des Regelventils
11a liegt. In diesem Fall sollte der Grenzaussteuerwert kLim bei mindestens 80 % liegen,
vorzugsweise bei mindestens 90 % besonders bevorzugt bei mindestens 95 %. Ein Wert
von 98 % sollte jedoch in der Regel nicht überschritten werden. Die Grenzaussteuerung
kLim entspricht also einem hohen Prozentsatz der Maximalaussteuerung des Regelventils
11a. Der guten Ordnung halber sei klargestellt, dass der Grenzaussteuerwert kLim sich
auf die Aussteuerung ka des Regelventils 11a bezieht, nicht auf die Ansteuerung Aa
des Regelventils 11a.
[0039] Die Steuereinrichtung 12 ermittelt den individuellen Arbeitsdruck pAa derart, dass
bei dem Arbeitsdruck pAa und der Grenzaussteuerung kLim des Regelventils 11a in der
Stichleitungen 9a der gewünschte Sollstrom Ka* fließt. Die Steuereinrichtung 12 ermittelt
den Arbeitsdruck pAa beispielsweise gemäß der Gleichung

[0040] In einem Schritt S3 ermittelt die Steuereinrichtung 12 auf völlig analoge Weise für
die anderen Regelventile 11b bis 11d individuelle Arbeitsdrücke pAb bis pAd. Die Grenzaussteuerungen
kLim, der maximale Referenzkühlmittelstrom KRmax und der Referenzdruck pR der anderen
Regelventile 11b bis 11d können dieselben Werte aufweisen wie die Grenzaussteuerung
kLim, der maximale Referenzkühlmittelstrom KRmax und der Referenzdruck pR des Regelventils
11a. Alternativ kann es sich um andere Werte handeln, die gegebenenfalls auch innerhalb
der anderen Regelventile 11b bis 11d von Regelventil 11b bis 11d zu Regelventil 11b
bis 11d variieren können. In jedem Fall aber ermittelt die Steuereinrichtung 12 die
individuellen Arbeitsdrücke pAb bis pAd der anderen Regelventile 11b bis 11d unabhängig
voneinander und auch unabhängig vom individuellen Arbeitsdruck pAa des Regelventils
11a.
[0041] In einem Schritt S4 ermittelt die Steuereinrichtung 12 sodann einen Ansteuerzustand
Z der Pumpenanordnung 5. Der Ansteuerzustand Z ist derart bestimmt, dass die Pumpenanordnung
5 - sofern sie gemäß dem Ansteuerzustand Z betrieben wird - einen Gesamtstrom K fördert,
der der Summe der Sollströme Ka* bis Kd* entspricht. Aufgrund der Förderung des Gesamtstroms
K wird der Sammelleitung 4 mittels der Pumpenanordnung 5 auch der Gesamtstrom K an
Kühlmittel 6 zugeführt. Gleichzeitig ist der Ansteuerzustand Z derart bestimmt, dass
in der Sammelleitung 4 ein Arbeitsdruck pAv herrscht, der mindestens so groß wie der
größte der individuellen Arbeitsdrücke pAa bis pAd ist. Sowohl der Ansteuerzustand
Z als auch der Arbeitsdruck pAv sind jedoch nur vorläufig. Der Ansteuerzustand Z umfasst
zumindest für jede Pumpe 8 der Pumpenanordnung 5 die erforderliche Drehzahl n.
[0042] Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass die Ansteuerung der Pumpenanordnung
5 kontinuierlich oder zumindest in mehreren Stufen veränderbar ist. Es ist also nicht
nur ein Umschalten zwischen zwei oder drei festen, diskreten Ansteuerzuständen Z möglich,
sondern die möglichen Ansteuerzustände Z bilden ein Kontinuum oder ein Quasi-Kontinuum.
Wenn - rein beispielhaft - eine der Pumpen 8 zwischen einer minimalen Drehzahl nmin
von 100 Umdrehungen/min und einer maximalen Drehzahl nmax von 800 Umdrehungen/min
betreibbar ist, kann die Drehzahl n auch auf Zwischenwerte zwischen 100 Umdrehungen/min
und 800 Umdrehungen/min eingestellt werden, beispielsweise im Falle einer stufenlosen
Einstellbarkeit 150 Umdrehungen/min, 227 Umdrehungen/min oder 593 Umdrehungen/min
und im Falle einer Einstellbarkeit in Stufen auf mindestens 10 verschiedene Stufen
von beispielsweise 100, 150, 200, 250 usw. bis zu 800 Umdrehungen/min. Die genannten
Zahlenwerte sind natürlich nur beispielhaft zu verstehen.
[0043] Es ist möglich, dass die Steuereinrichtung 12 im Rahmen des Schrittes S4 nur den
von der Pumpenanordnung 5 statisch zu generierenden Druck berücksichtigt. Es ist also
möglich, dass die Steuereinrichtung 12 im Rahmen des Schrittes S4 annimmt, dass der
ausgangsseitig der Pumpenanordnung 8 generierte Druck mit dem Druck eingangsseitig
der Regelventile 11a bis 11d übereinstimmt. Es ist jedoch ebenso möglich, dass die
Steuereinrichtung 12 zusätzliche Sachverhalte berücksichtigt. Ein Beispiel eines derartigen
Sachverhalts sind zeitliche Änderungen der Sollströme Ka* bis Kd* und damit verbundene
zeitliche Änderungen des Gesamtstroms K und hiermit verbundene Beschleunigungen von
Wassermengen. Ein weiteres Beispiel eines derartigen Sachverhalts ist ein Strömungswiderstand
zwischen der Pumpenanordnung 5 und der Sammelleitung 4 oder in der Sammelleitung 4,
aufgrund dessen der eingangsseitig der Regelventile 11a bis 11d generierte Druck stets
kleiner als der von der Pumpenanordnung 8 generierte Druck ist. Für beide Sachverhalte
finden sich entsprechende Möglichkeiten zur Berücksichtigung in der bereits genannten
WO 2019/115 145 A1. Ein etwaiger Höhenunterschied zwischen der Pumpenanordnung 8 einerseits und der
Sammelleitung 4 bzw. dem Referenzniveau der Sammelleitung 4 andererseits kann weiterhin
durch einen konstanten Offset berücksichtigt werden.
[0044] Im einfachsten Fall, in dem nur eine einzige Pumpe 8 vorhanden ist, kann die Steuereinrichtung
12 zur Ermittlung von deren Drehzahl n beispielsweise auf ein Kennlinienfeld zugreifen,
in dem entsprechend der Darstellung in FIG 4 für die Pumpe 8 hinterlegt ist, welche
Drehzahl n der Pumpe 8 erforderlich ist, um bei einem bestimmten Gesamtstrom K eine
bestimmte Druckerhöhung δp zu bewirken. In Verbindung mit einem eingangsseitig der
Pumpenanordnung 5 herrschenden Saugdruck pS kann somit ohne weiteres die erforderliche
Druckerhöhung δp = pS - pAv ermittelt werden. Der Saugdruck pS kann der Steuereinrichtung
12 aufgrund einer Messung oder anderweitig bekannt sein.
[0045] In vielen Fällen wird der für den größten der individuellen Arbeitsdrücke pAa bis
pAd ermittelte Ansteuerzustand bereits selbst ein zulässiger Ansteuerzustand der Pumpenanordnung
5 sein. In diesem Fall kann dieser Ansteuerzustand direkt als vorläufiger Ansteuerzustand
Z übernommen werden. Auf andere Möglichkeiten und Ausgestaltungen wird später noch
eingegangen.
[0046] In einem Schritt S5 ermittelt die Steuereinrichtung 12 sodann einen Ansteuerzustand
Z' der Pumpenanordnung 5. Der Ansteuerzustand Z' ist - im Gegensatz zum Ansteuerzustand
Z - endgültig. Die Steuereinrichtung 12 ermittelt den endgültigen Ansteuerzustand
Z' der Pumpenanordnung 5 unter Verwertung des vorläufigen Ansteuerzustands Z der Pumpenanordnung
5. Die Ermittlung des Schrittes S5 ist derart, dass der Sammelleitung 4 mittels der
Pumpenanordnung 5 der Gesamtstrom K an Kühlmittel 6 zugeführt wird. Gleichzeitig herrscht
- eine Ansteuerung der Pumpenanordnung 5 entsprechend des endgültigen Ansteuerzustand
Z' vorausgesetzt - in der Sammelleitung 4 ein endgültiger Arbeitsdruck pAe. Im einfachsten
Fall übernimmt die Steuereinrichtung 12 direkt und unmittelbar den vorläufigen Ansteuerzustand
Z als endgültigen Ansteuerzustand Z'. Auch ist es möglich, den vorläufigen Arbeitsdruck
pAv um einen geringen additiven Offset zu erhöhen oder mit einem Faktor geringfügig
größer als 1 zu multiplizieren und dadurch den endgültigen Arbeitsdruck pAe zu ermitteln.
Diese Vorgehensweisen sind in ihrer Wirkung ähnlich zu einer Verwendung von Grenzaussteuerwerten
kLim geringfügig unterhalb von 1. Auf andere Möglichkeiten und Ausgestaltungen zur
Ermittlung des endgültigen Arbeitsdrucks pAe wird später noch eingegangen.
[0047] Der endgültige Ansteuerzustand Z' bewirkt, sofern mittels der Pumpenanordnung 8 der
gewünschte Gesamtstrom K in die Sammelleitung 4 gefördert wird, in der Sammelleitung
4 den endgültigen Arbeitsdruck pAe. Die Steuereinrichtung 12 ermittelt daher in einem
Schritt S6 unter Verwertung des endgültigen Arbeitsdrucks pAe die Ansteuerwerte Aa
bis Ad der Regelventile 11a bis 11d. Die Ermittlung erfolgt derart, dass in der jeweiligen
Stichleitung 9a bis 9d der jeweilige Sollstrom Ka* bis Kd* fließt.
[0048] Im Rahmen der Ermittlung des Schrittes S6 setzt die Steuereinrichtung 12 voraus,
dass in der Sammelleitung 4 der endgültige Arbeitsdruck pAe herrscht. Beispielsweise
für das Regelventil 11a ergibt sich somit die Aussteuerung ka zu

[0049] Für die anderen Regelventile 11b bis 11b gelten analoge Sachverhalte. Anhand der
nunmehr bekannten Aussteuerungen ka bis kd der Regelventile 11a bis 11d können somit
unter Verwertung der zugehörigen Kennlinien die erforderlichen Ansteuerwerte Aa bis
Ad der Regelventile 11a bis 11d ermittelt werden.
[0050] In einem Schritt S7 steuert die Steuereinrichtung 12 die Pumpenanordnung 5 und die
Regelventile 11a bis 11d an. Die Ansteuerung der Pumpenanordnung 5 erfolgt entsprechend
des endgültigen Ansteuerzustands Z'. Die Ansteuerung der Regelventile 11a bis 11d
erfolgt entsprechend der Ansteuerwerte Aa bis Ad.
[0051] Mit der Ausführung des Schrittes S7 ist das erfindungsgemäße Betriebsverfahren ausgeführt.
In aller Regel geht die Steuereinrichtung 12 jedoch nach der Ausführung des Schrittes
S7 wieder zum Schritt S1 zurück. Die Steuereinrichtung 12 führt die Abfolge der Schritte
S1 bis S7 wird also iterativ immer wieder aus. In der Regel erfolgt die Ausführung
mit einer festen Zykluszeit. Die feste Zykluszeit liegt in der Regel zwischen 0,1
s und 1,0 s, meist zwischen 0,2 s und 0,5 s, beispielsweise bei ca. 0,3 s.
[0052] Nachfolgend wird in Verbindung mit FIG 5 eine mögliche Ausgestaltung des Schrittes
S4 von FIG 3 erläutert, also eine mögliche Art und Weise der Ermittlung des vorläufigen
Ansteuerzustands Z. Der Schritt S4 von FIG 3 ist im Rahmen der Ausgestaltung gemäß
FIG 5 in Schritte S11 bis S14 unterteilt.
[0053] Im Schritt S11 ermittelt die Steuereinrichtung 12 den Betriebszustand der Pumpenanordnung
5, der erforderlich ist, um den Gesamtstrom K zu fördern und gleichzeitig die erforderliche
Druckerhöhung δp vom Saugdruck pS auf den größten der ermittelten individuellen Arbeitsdrücke
pAa bis pAd zu bewirken. Beispielsweise kann die Steuereinrichtung 12 bei nur einer
Pumpe 8 die entsprechende Drehzahl n der Pumpe 8 ermitteln.
[0054] Im Schritt S12 prüft die Steuereinrichtung 12, ob der ermittelte vorläufige Zustand
Z zulässig ist, beispielsweise die ermittelte Drehzahl n im zulässigen Drehzahlbereich
der Pumpe 8 liegt, der Arbeitspunkt der Pumpe 8 also innerhalb des in FIG 4 unschraffierten
Bereichs liegt. Die Prüfung impliziert also die Prüfung auf Einhalten einer auf die
Pumpenanordnung 5 bezogenen Nebenbedingung.
[0055] Es ist möglich (und sogar der Regelfall), dass die Drehzahl n im zulässigen Drehzahlbereich
der Pumpe 8 liegt. Beispielsweise kann durch den Gesamtstrom K und den größten der
individuellen Arbeitsdrücke pAa bis pAd ein Arbeitspunkt AP1 der Pumpe 8 bestimmt
sein, der innerhalb des zulässigen Drehzahlbereichs der Pumpe 8 liegt. Sofern die
Drehzahl n im zulässigen Drehzahlbereich der Pumpe 8 liegt, geht die Steuereinrichtung
12 zum Schritt S13 über. Im Schritt S13 ergreift die Steuereinrichtung 12 keine weitergehenden
Maßnahmen. Die ermittelte Drehzahl n kann direkt verwendet werden.
[0056] Es ist jedoch ebenso möglich (wenn auch nur selten), dass die Drehzahl n nicht im
zulässigen Drehzahlbereich der Pumpe 8 liegt. Beispielsweise kann durch den Gesamtstrom
K und den größten der ermittelten individuellen Arbeitsdrücke pAa bis pAd ein Arbeitspunkt
AP2 oder ein Arbeitspunkt AP3 der Pumpe 8 bestimmt sein. Im Falle des Arbeitspunkts
AP2 kann die Pumpe 8 zwar ohne weiteres den größten der ermittelten individuellen
Arbeitsdrücke pAa bis pAd generieren. Aufgrund des zulässigen Drehzahlbereichs der
Pumpe 8 ergibt sich jedoch zwangsweise ein von der Pumpe 8 geförderter Volumenstrom,
der größer als der geforderte Gesamtstrom K ist. Im Falle des Arbeitspunkts AP3 ist
es umgekehrt. Die Pumpe 8 kann zwar ohne weiteres den geforderten Gesamtstrom K generieren.
Aufgrund des zulässigen Drehzahlbereichs der Pumpe 8 ergibt sich jedoch zwangsweise
eine von der Pumpe 8 bewirkte Druckerhöhung δp, die größer als minimal erforderlich
ist.
[0057] Sofern die Drehzahl n nicht im zulässigen Drehzahlbereich der Pumpe 8 liegt, geht
die Steuereinrichtung 12 zum Schritt S14 über. Im Schritt S14 modifiziert die Steuereinrichtung
12 den vorläufigen Ansteuerzustand Z.
[0058] Im Falle des Arbeitspunkts AP2 kann die Steuereinrichtung 12 beispielsweise für ein
Kurzschlussventil 15 (siehe FIG 6) einen Öffnungszustand ermitteln. Das Kurzschlussventil
15 ist entsprechend der Darstellung in FIG 6 der Pumpe 8 parallel geschaltet. Es kann
als Bestandteil der Pumpenanordnung 5 oder als Regelventil für eine weitere Aufbringeinrichtung
angesehen werden. Die Steuereinrichtung 12 bestimmt den Öffnungszustand gegebenenfalls
derart, dass über das Kurzschlussventil 15 direkt oder indirekt so viel Kühlmittel
6 zum Reservoir 7 zurückgeführt wird, dass der verbleibende, im Ergebnis der Sammelleitung
4 zugeführte Volumenstrom dem gewünschten Gesamtstrom K entspricht.
[0059] Im Falle des Arbeitspunkts AP3 kann die Steuereinrichtung 12 beispielsweise den vorläufigen
Ansteuerzustand Z dahingehend modifizieren, dass zwar nur die Pumpe 8 angesteuert
wird (und demzufolge das Kurzschlussventil 15, sofern vorhanden, geschlossen bleibt),
bei dem vorläufigen Ansteuerzustand Z jedoch bei dem gewünschten Gesamtstrom K ein
vorläufiger Arbeitsdruck pAv generiert wird, der größer als der größte der individuellen
Arbeitsdrücke pAa bis pAd ist. Vorzugsweise wird der vorläufige Arbeitsdruck pAv in
diesem Fall auf das Minimum der möglichen und zulässigen Werte gesetzt.
[0060] Nachfolgend wird in Verbindung mit FIG 7 eine weitere mögliche Ausgestaltung des
Schrittes S4 von FIG 3 erläutert. Der Schritt S4 von FIG 3 ist im Rahmen der Ausgestaltung
gemäß FIG 7 in Schritte S21 bis S24 unterteilt. Die Vorgehensweise von FIG 7 kann
nach Bedarf mit der Vorgehensweise von FIG 5 kombiniert werden oder unabhängig von
ihr realisiert werden. Im Falle einer Kombination kann der Schritt S21 entfallen und
werden die Schritte S22 bis S24 nach dem Schritt S13 bzw. S14 ausgeführt.
[0061] Im Schritt S21 ermittelt die Steuereinrichtung 12 - analog zum Schritt S11 von FIG
5 - die Drehzahl n der Pumpe 8, die erforderlich ist, um den Gesamtstrom K zu fördern
und gleichzeitig die erforderliche Druckerhöhung δp vom Saugdruck pS auf den größten
der ermittelten individuellen Arbeitsdrücke pAa bis pAd zu bewirken.
[0062] Im Schritt S22 prüft die Steuereinrichtung 12, ob bei dem sich so ergebenden vorläufigen
Arbeitsdruck pAv die Ansteuerungen der Regelventile 11a bis 11d zulässig sind. Die
Steuereinrichtung 12 kann beispielsweise prüfen, ob Verstellgeschwindigkeiten, mit
denen die Ansteuerwerte Aa bis Ad der Regelventile 11a bis 11b geändert werden, vorbestimmte
Grenzen einhalten. Die Prüfung impliziert also die Prüfung auf Einhalten von auf die
Regelventile bezogene Nebenbedingungen.
[0063] Es ist möglich (und sogar der Regelfall), dass die Nebenbedingungen erfüllt sind.
In diesem Fall geht die Steuereinrichtung 12 zum Schritt S23 über. Im Schritt S23
ergreift die Steuereinrichtung 12 keine weitergehenden Maßnahmen. Die ermittelte Drehzahl
n kann direkt verwendet werden.
[0064] Es ist jedoch ebenso möglich (wenn auch nur selten), dass die Nebenbedingungen nicht
erfüllt sind, beispielsweise zu hohe Verstellgeschwindigkeiten auftreten. In diesem
Fall geht die Steuereinrichtung 12 zum Schritt S24 über. Im Schritt S24 kann die Steuereinrichtung
12 - je nach Lage des Einzelfalls - entweder die Überschreitung der vorbestimmten
Grenzen in Kauf nehmen oder den vorläufigen Ansteuerzustand Z der Pumpenanordnung
5 anpassen. Insbesondere kann unter Umständen durch eine Erhöhung des vorläufigen
Arbeitsdruckes pAv bewirkt werden, dass aufgrund der hiermit korrespondierenden Änderungen
der Ansteuerungen der Regelventile 11a bis 11d die vorbestimmten Grenzen nicht mehr
oder zumindest nur noch in geringerem Umfang überschritten werden.
[0065] Nachfolgend wird in Verbindung mit FIG 8 eine mögliche Ausgestaltung des Schrittes
S5 von FIG 3 erläutert, also eine mögliche Art und Weise der Ermittlung des endgültigen
Ansteuerzustands Z unter Verwertung des vorläufigen Ansteuerzustands Z der Pumpenanordnung
5. Der Schritt S5 von FIG 3 ist im Rahmen der Ausgestaltung gemäß FIG 8 durch einen
Schritt S41 ersetzt. Im Schritt S41 berücksichtigt die Steuereinrichtung 12 - zusätzlich
zum aktuell im Schritt S4 ermittelten vorläufigen Ansteuerzustand Z mindestens einen
weiteren Ansteuerzustand. Beispielsweise kann es sich um den unmittelbar vorherigen
endgültigen Ansteuerzustand Z' oder um mehrere vorhergehende endgültige Ansteuerzustand
Z' handeln. Beispielsweise können durch eine Tiefpassfilterung oder ähnliche Maßnahmen
abrupte Änderungen des endgültigen Ansteuerzustands Z' vermieden werden.
[0066] Ebenso ist es möglich, dass die Sollströme Ka* bis Kd* modellprädiktiv innerhalb
eines Prognosehorizonts von mehreren Zykluszeiten - beispielsweise fünf, acht oder
zehn Zykluszeiten - prognostiziert werden und so auch für den Prognosehorizont zukünftig
erwartete vorläufige Ansteuerzustände Z der Pumpenanordnung 5 ermittelt werden können.
In diesem Fall können in die Ermittlung des aktuellen endgültigen Ansteuerzustands
Z' zusätzlich auch die zukünftig erwarteten vorläufigen Ansteuerzustände Z der Pumpenanordnung
5 eingehen.
[0067] Im Rahmen der Ausgestaltung gemäß FIG 8 ist es möglich, dass sich ein endgültiger
Arbeitsdruck pAe ergibt, der kleiner (wenn auch in der Regel nur geringfügig kleiner)
als der größte der individuellen Arbeitsdrücke pAa bis pAd der Schritte S2 und S3
ist. Insbesondere im Rahmen der Ausgestaltung gemäß FIG 8 ist es daher von Vorteil,
wenn die Grenzaussteuerwerte kLim der Regelventile 11a bis 11d kleiner als deren maximal
mögliche Aussteuerungen sind und/oder vor der Berücksichtigung weiterer Ansteuerzustände
zunächst die Addition eines kleinen Offsets auf den vorläufigen Arbeitsdruck pAv oder
eine Skalierung des vorläufigen Arbeitsdrucks pAv mit einem Faktor geringfügig größer
als 1 erfolgt.
[0068] Die vorliegende Erfindung wurde obenstehend in Verbindung mit Ausgestaltungen erläutert,
bei denen die Pumpenanordnung 5 nur eine einzige Pumpe 8 aufweist. Es sind jedoch
ohne weiteres auch Ausgestaltungen möglich, bei denen die Pumpenanordnung 5 mehrere
Pumpen 8 aufweist. In diesem Fall müssen die Pumpen 8 derart angesteuert werden, dass
alle Pumpen 8 entweder völlig gesperrt sind, so dass sie so behandelt werden können,
als wenn sie nicht vorhanden wären, oder den gleichen vorläufigen Arbeitsdruck pAv
und den gleichen endgültigen Arbeitsdruck pAe generieren. Bezüglich der Aufteilung
des Gesamtstroms K auf die einzelnen Pumpen 8 besteht jedoch ein Freiheitsgrad. Zur
Auflösung dieses Freiheitsgrades ist es beispielsweise möglich, den Gesamtstrom K
gleichmäßig oder proportional zur Kapazität der Pumpen 8 auf die Pumpen 8 zu verteilen.
Alternativ ist es möglich, immer nur die minimal mögliche Anzahl an Pumpen 8 aktiv
zu betreiben. In diesem Fall erfolgt die Speisung der Sammelleitung 4 nach Möglichkeit
mit einer einzigen Pumpe 8. Die nächste Pumpe 8 wird erst dann zugeschaltet, wenn
die zuvor betriebene Pumpe 8 nicht mehr in der Lage ist, den geforderten Gesamtstrom
K bei dem geforderten vorläufigen Arbeitsdruck pAv oder dem geforderten endgültigen
Arbeitsdruck pAe zu fördern. In analoger Weise wird die jeweils nächste Pumpe 8 erst
dann zugeschaltet, wenn die zuvor betriebenen Pumpen 8 nicht mehr in der Lage sind,
den geforderten Gesamtstrom K bei dem geforderten vorläufigen Arbeitsdruck pAv oder
dem geforderten endgültigen Arbeitsdruck pAe zu fördern.
[0069] Die vorliegende Erfindung wurde obenstehend weiterhin bezüglich einer einzigen Kühleinrichtung
3 erläutert. Es ist jedoch ohne weiteres möglich, dass weitere Kühleinrichtungen 3
vorhanden sind. Die weiteren Kühleinrichtungen 3 können in diesem Fall nach Bedarf
von der Steuereinrichtung 12 oder von einer anderen Steuereinrichtung gesteuert werden.
Im Falle einer Steuerung durch die Steuereinrichtung 12 können die Kühleinrichtungen
3 unabhängig voneinander betrieben werden.
[0070] Die vorliegende Erfindung weist viele Vorteile auf. Insbesondere ergibt sich ein
sehr geringer Energieverbrauch. Im Vergleich zu einem Betrieb der Kühleinrichtung
3 mit einem konstanten endgültigen Arbeitsdruck pAe ergeben sich Einsparungen von
mindestens 25 % und manchmal von weit über 80 %. Sogar gegenüber Vorgehensweisen,
bei denen der endgültige Arbeitsdruck pAe bei jedem Walzgut 2 individuell angepasst
wird und nur während der Kühlung des jeweiligen Walzguts 2 konstant beibehalten wird,
ergibt sich immer noch eine deutliche Energieeinsparung. Theoretisch ist zwar denkbar,
dass die Absenkung des endgültigen Arbeitsdrucks pAe zu einer so großen Verschlechterung
des Wirkungsgrades der Pumpenanordnung 5 führt, dass der Energieverbrauch ansteigt.
In der Praxis kommt dies aber nicht vor. Weiterhin werden sowohl die Mechanik der
Regelventile 11a bis 11d als auch die Mechanik der Pumpenanordnung 5 geschont. Denn
in der Regel ist es für die Regelventile 11a bis 11d von Vorteil, wenn sie möglichst
weit geöffnet betrieben werden. Ebenso ist es für die Pumpenanordnung 5 von Vorteil,
wenn sie mit möglichst kleiner Drehzahl betrieben wird. Für die Kühlung des Walzguts
2 als solche ergeben sich hingegen keine nachteiligen Auswirkungen.
[0071] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Varianten können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0072]
- 1
- Walzgerüst
- 2
- Walzgut
- 3
- Kühleinrichtung
- 4
- Sammelleitung
- 5
- Pumpenanordnung
- 6
- Kühlmittel
- 7
- Reservoir
- 8
- Pumpen
- 9a bis 9d
- Stichleitungen
- 10a bis 10d
- Aufbringeinrichtungen
- 11a bis 11d
- Regelventile
- 12
- Steuereinrichtung
- 13
- Computerprogramm
- 14
- Maschinencode
- 15
- Kurzschlussventil
- Aa bis Ad
- Ansteuerwerte
- Amax
- maximaler Ansteuerwert
- Amin
- minimaler Ansteuerwert
- AP1 bis AP3
- Arbeitspunkte
- K
- Gesamtstrom
- ka bis kd
- Aussteuerungen
- Ka bis Kd
- Kühlmittelströme
- Ka* bis Kd*
- Sollströme
- kLim
- Grenzaussteuerwert
- KR
- Referenzkühlmittelstrom
- KRmax
- maximaler Referenzkühlmittelstrom
- KRmin
- minimaler Referenzkühlmittelstrom
- n
- Drehzahl
- nmax
- maximale Drehzahl
- nmin
- minimale Drehzahl
- pA, pAv, pAe
- Arbeitsdrücke
- pAa bis pAd
- individuelle Arbeitsdrücke
- pR
- Referenzdruck
- pS
- Saugdruck
- S1 bis S41
- Schritte
- Z, Z'
- Ansteuerzustände
- δp
- Druckerhöhung
1. Betriebsverfahren für eine Kühleinrichtung (3) zum Kühlen eines heißen Walzguts (2)
aus Metall,
- wobei die Kühleinrichtung (3) eine Sammelleitung (4) aufweist, in die über eine
Pumpenanordnung (5) ein flüssiges Kühlmittel (6) eingespeist wird und von der eine
Mehrzahl an Stichleitungen (9a bis 9d) zu Aufbringeinrichtungen (10a bis 10d) abgeht,
- wobei die Pumpenanordnung (5) eine Anzahl an Pumpen (8) aufweist, in den Stichleitungen
(9a bis 9d) jeweils ein Regelventil (11a bis 11d) angeordnet ist und mittels zumindest
eines Teils der Aufbringeinrichtungen (10a bis 10d) das Kühlmittel (6) auf das Walzgut
(2) aufgebracht wird,
- wobei einer Steuereinrichtung (12) der Kühleinrichtung (3) Sollströme (Ka* bis Kd*)
bekannt werden, die den Aufbringeinrichtungen (10a bis 10d) zugeführt werden sollen,
- wobei die Steuereinrichtung (12) die Pumpenanordnung (5) entsprechend einem endgültigen
Ansteuerzustand (Z') und die Regelventile (11a bis 11d) entsprechend Ansteuerwerten
(Aa bis Ad) ansteuert,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (12) zum Ermitteln des endgültigen Ansteuerzustands (Z') der
Pumpenanordnung (5) und der Ansteuerwerte (Aa bis Ad) der Regelventile (11a bis 11d)
- für die Regelventile (11a bis 11d) für einen jeweiligen Grenzaussteuerwert (kLim)
des jeweiligen Regelventils (11a bis 11d) einen jeweiligen individuellen Arbeitsdruck
(pAa bis pAd) ermittelt, der in der Sammelleitung (4) herrschen muss, damit in der
jeweiligen Stichleitung (9a bis 9d) der jeweilige Sollstrom (Ka* bis Kd*) fließt,
- einen vorläufigen Ansteuerzustand (Z) der Pumpenanordnung (5) ermittelt, so dass
der Sammelleitung (4) mittels der Pumpenanordnung (5) ein Gesamtstrom (K) an Kühlmittel
(6) zugeführt wird, der der Summe der Sollströme (Ka* bis Kd*) entspricht, und gleichzeitig
in der Sammelleitung (4) ein vorläufiger Arbeitsdruck (pAv) herrscht, der mindestens
so groß wie der größte der individuellen Arbeitsdrücke (pAa bis pAd) ist,
- den endgültigen Ansteuerzustand (Z') der Pumpenanordnung (5) unter Verwertung des
vorläufigen Ansteuerzustands (Z) der Pumpenanordnung (5) derart ermittelt, dass der
Sammelleitung (4) mittels der Pumpenanordnung (5) der Gesamtstrom (K) an Kühlmittel
(6) zugeführt wird und gleichzeitig in der Sammelleitung (4) ein endgültiger Arbeitsdruck
(pAe) herrscht, und
- die Ansteuerwerte (Aa bis Ad) der Regelventile (11a bis 11d) unter Verwendung des
endgültigen Arbeitsdrucks (pAe) derart ermittelt, dass in der jeweiligen Stichleitung
(9a bis 9d) der jeweilige Sollstrom (Ka* bis Kd*) fließt.
2. Betriebsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Grenzaussteuerwerte (kLim) der Regelventile (11a bis 11d) die Maximalaussteuerungen
der Regelventile (11a bis 11d) sind oder in der Nähe der Maximalaussteuerungen der
Regelventile (11a bis 11d) liegen.
3. Betriebsverfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (12) im Rahmen der Ermittlung des vorläufigen Ansteuerzustands
(Z) auf die Pumpenanordnung (5) bezogene Nebenbedingungen berücksichtigt.
4. Betriebsverfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (12) im Rahmen der Ermittlung des vorläufigen Ansteuerzustands
(Z) auf die Regelventile (11a bis 11d) bezogene Nebenbedingungen berücksichtigt.
5. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (12) im Rahmen der Ermittlung des endgültigen Ansteuerzustands
(Z') der Pumpenanordnung (5) zusätzlich mindestens einen vorherigen endgültigen Ansteuerzustand
(Z') der Pumpenanordnung (5) und/oder mindestens einen zukünftig erwarteten vorläufigen
Ansteuerzustand (Z) der Pumpenanordnung (5) berücksichtigt.
6. Computerprogramm, das Maschinencode (14) umfasst, der von einer Steuereinrichtung
(12) einer Kühleinrichtung (3) zum Kühlen eines heißen Walzguts (2) aus Metall abarbeitbar
ist, wobei die Abarbeitung des Maschinencodes (14) durch die Steuereinrichtung (12)
bewirkt, dass die Steuereinrichtung (12) die Kühleinrichtung (3) gemäß einem Betriebsverfahren
nach einem der obigen Ansprüche betreibt.
7. Steuereinrichtung einer Kühleinrichtung (3) zum Kühlen eines heißen Walzguts (2) aus
Metall, wobei die Steuereinrichtung mit einem Computerprogramm (13) nach Anspruch
6 programmiert ist, so dass die Steuereinrichtung die Kühleinrichtung (3) gemäß einem
Betriebsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 betreibt.
8. Kühleinrichtung zum Kühlen eines heißen Walzguts (2) aus Metall,
- wobei die Kühleinrichtung eine Sammelleitung (4), eine Pumpenanordnung (5) und eine
Mehrzahl an Aufbringeinrichtungen (10a bis 10d) aufweist,
- wobei mittels zumindest eines Teils der Aufbringeinrichtungen (10a bis 10d) ein
flüssiges Kühlmittel (6) auf das Walzgut (2) aufgebracht wird,
- wobei die Aufbringeinrichtungen (10a bis 10d) über eine jeweilige Stichleitung (9a
bis 9d) mit der Sammelleitung (4) verbunden sind,
- wobei die Pumpenanordnung (5) eine Anzahl an Pumpen (8) aufweist, mittels derer
das flüssige Kühlmittel (6) in die Sammelleitung (4) eingespeist wird,
- wobei in den Stichleitungen (9a bis 9d) jeweils ein Regelventil (11a bis 11d) angeordnet
ist,
- wobei die Kühleinrichtung eine Steuereinrichtung (12) nach Anspruch 7 aufweist,
welche die Kühleinrichtung gemäß einem Betriebsverfahren nach einem der Ansprüche
1 bis 5 betreibt.