| (19) |
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(11) |
EP 3 898 377 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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22.06.2022 Patentblatt 2022/25 |
| (22) |
Anmeldetag: 02.12.2019 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (52) |
Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) : |
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B61F 5/24 |
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE2019/000308 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2020/125830 (25.06.2020 Gazette 2020/26) |
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| (54) |
VENTILANORDNUNG UND VERFAHREN ZUR REGELUNG DES LUFTFEDERUNGSNIVEAUS EINES SCHIENENFAHRZEUGS
VALVE ASSEMBLY AND METHOD FOR CONTROLLING THE AIR SUSPENSION LEVEL OF A RAIL VEHICLE
ENSEMBLE SOUPAPE ET PROCÉDÉ POUR RÉGULER LE NIVEAU D'AMORTISSEMENT PNEUMATIQUE D'UN
VÉHICULE SUR RAILS
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
20.12.2018 DE 102018009962
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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27.10.2021 Patentblatt 2021/43 |
| (73) |
Patentinhaber: Aventics GmbH |
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30880 Laatzen (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- BUSCH, Christian
30659 Hannover (DE)
- PAETH, Thomas
31629 Estorf (DE)
- MEYER, Heinz-Hermann
30926 Seelze (DE)
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| (74) |
Vertreter: Spahn, Tobias et al |
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BBS Bier Brehm Spahn
Partnerschaft Rechtsanwälte
Brandstwiete 46 20457 Hamburg 20457 Hamburg (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 0 779 167 WO-A1-2007/104370 DE-C1- 19 944 873
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WO-A1-2005/049345 DE-A1-102006 005 471
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Ventilanordnung und ein Verfahren zur Regelung des Luftfederungsniveaus
eines Schienenfahrzeugs.
Stand der Technik
[0002] Im Stand der Technik ist der Einsatz von Luftfederungen für Schienenfahrzeuge grundsätzlich
bekannt. Derartige Luftfederungen sind bei Schienenfahrzeugen üblicherweise in Form
von zwischen dem Wagenkasten und dem Fahrwerk oder Drehgestell eines Wagons angeordneten
Luftfederbälgen realisiert und dienen als Sekundärfederung zur elastischen Lagerung
des Wagenkastens gegenüber dem Fahrwerk oder Drehgestell. Sie entkoppeln den Wagenkasten
weitestgehend von Unebenheiten der Gleisanlage durch die passiven Federungseigenschaften
und Kompressibilität der statisch beaufschlagten Luftfederbälge und/oder deren aktiv
gesteuerten Beaufschlagung und Entlüftung im Fahrtbetrieb. Durch eine aktiv gesteuerte
Beaufschlagung und Entlüftung der Federbälge ist gleichzeitig grundsätzlich ein Ausregeln
von durch Beladungsänderungen eines Wagons hervorgerufenen Änderungen des Niveaus,
d.h. der relativen Höhenlage des Wagenkastens relativ zum Fahrwerkrahmen ermöglicht.
[0003] Die
DE 22 16 544 C3 offenbart eine Luftfederung für Schienenfahrzeuge, bei der die Beaufschlagung und
Entlüftung einer Luftfederungseinrichtung mittels eines mechanisch über einen Hebel
und ein mit dem Wagenkasten und dem Fahrwerk verbundenes Messgestänge betätigtes Niveauregelungsventil
gesteuert ist. Eine solche rein mechanische Ventilsteuerungsanordnung ist konstruktiv
relativ aufwendig und aufgrund der mechanischen Ansteuerung im Steuerungsverhalten
gleichzeitig unflexibel und nur konstruktiv aufwendig veränderbar. Bei der steuerungstechnischen
Auslegung einer solchen rein mechanischen Ventilsteuerungsanordnung besteht zudem
in einem Auslegungskonflikt zwischen einem möglichst schnellen Steuerungsverhalten
bei signifikanten Beladungsänderungen - etwa bei der Beladung eines Wagons oder dem
Personenzutritt im Standbetrieb am Bahnsteig - einerseits und einer möglichst luftsparenden,
eher reaktionsträge ausgelegten Steuerung im Fahrtbetrieb - zum Beispiel bei rein
kurzfristigen Stoßerschütterungen aufgrund von Unebenheiten der Gleisanlage - andererseits.
Die
AU 001983018195B offenbart eine insoweit vergleichbare technische Lösung mit einem mechanisch über
einen Hebel und ein mit dem Wagenkasten und dem Fahrwerk verbundenen Gestänge betätigten
Luftsteuerungsventil.
[0004] Die
DE 296 20 200 U1 offenbart eine elektronische Steuerung für eine Luftfederung für Schienenfahrzeuge
mit einem elektropneumatischen Ventil, bei der die Höhenlage eines Fahrzeugsaufbaus
gegenüber einem Drehgestell oder Fahrwerk mittels eines durch einen ein elektrisches
Messsignal an eine Steuerelektronik liefernden Höhengebers erfasst wird. Zur Vermeidung
des bereits dargelegten Auslegungskonflikts erfolgt mittels einer Steuerelektronik
ein Umschalten der Ansprechzeit oder Charakteristik des Systems im Standbetrieb gegenüber
dem Fahrtbetrieb. Die Funktionsweise der Steuerungseinrichtung soll hierbei derart
ausgebildet sein, dass einerseits bei stehendem Fahrzeug (statische Belastungen) eine
sehr genaue Höhenlage des Fahrzeugaufbaues einstellbar ist, wobei andererseits während
der Fahrt (dynamische Belastungen) ein Nichtreagieren auf beispielsweise Wankbewegungen
erreicht wird. Ein konkretes Steuerungsmodell für die beiden Betriebsmodi wird von
der
DE 296 20 200 U1 hierfür nicht offenbart.
[0005] Die österreichische Druckschrift
AT 503 256 B1 und die mit ihr als gemeinsame Prioritätsanmeldung verbundenen Druckschriften
WO2007/104370 A1 und
EP 1 993 862 B1 offenbaren verschiedene Ausführungen einer elektronischen Luftfedersteuerung für
ein Schienenfahrzeug mit einem mechanisch über ein Gestänge betätigbaren Ventil. Zur
Vermeidung des Auslegungskonflikts zwischen einem möglichst schnellen Steuerungsverhalten
bei Beladungsänderungen im Standbetrieb und einer luftsparenden Steuerung im Fahrtbetrieb
offenbaren die Druckschriften die zusätzliche Anordnung eines Regelventils oder eines
steuerbaren Schaltmittels in der Verbindungsleitung zwischen dem mechanisch betätigbaren
Ventil und zumindest einer Luftfeder zur Ermöglichung einer Drosselung des Luftaustauschs
zwischen dem mechanisch betätigbaren Ventil und der zumindest einer Luftfeder. Alternativ
offenbaren die Druckschriften insoweit ferner die Anordnung zweier Regelventile oder
steuerbaren Schaltmittel, jeweils in der Zu- und Abluftleitung des mechanisch betätigbaren
Ventils. Die von diesen Druckschriften offenbarten Luftfedersteuerungen sind konstruktiv
relativ aufwendig und erfordern einen relativ großen Bauraum, weil die elektrisch
oder elektronisch steuerbaren Schaltmittel oder Regelventile lediglich als zusätzliche
Mittel neben dem mechanisch betätigbaren Ventil vorgesehen sind. Die Steuerung der
Beaufschlagung und Entlüftung erfolgt primär durch das mechanisch über ein Gestänge
betätigbare Ventil wodurch das System funktional und konstruktiv relativ unflexibel
ausgelegt ist. So ist beispielsweise keine vom jeweils bestehenden Wagenhub unabhängige
Beaufschlagung der Luftfeder ermöglicht, etwa zum reinen Niveauausgleich an hohen
Bahnsteigen. Die mechanische Betätigung über ein Gestänge und Hebel unterliegt zudem
konstruktionsbedingt einem relativ hohen Verschleiß. Schließlich offenbaren die Druckschriften
kein Steuerungsmodell für die elektrische oder elektronische Betätigung der zusätzlichen
Regelventile oder steuerbaren Schaltmittel zur Drosselung des Luftaustauschs. Ein
solches muss ausgehend von dem durch die
AT 503256 B1,
[0007] Die österreichische Druckschrift
AT 508 044 A1 und die mit ihr als gemeinsame Prioritätsanmeldung verbundenen Druckschriften
WO2010/115739 A1 und
EP 2 416 997 B1 offenbaren ein Verfahren zur Steuerung einer Luftfederanordnung eines Fahrzeuges,
bei welchem durch Ansteuerung zumindest eines Ventils der Luftfederanordnung, welches
ein elektronisch steuerbares Proportionalventil sein kann, ein einem bestimmten Zustand
des Fahrzeuges zugeordnetes Höhenregelungsverhalten eingestellt wird. Aus dem Zustand
des Fahrzeuges werden diskrete Zustandsparameter abgeleitet, die zu Parametersätzen
zusammengefasst werden, wobei jedem Parametersatz ein definiertes Höhenregelungsverhalten
zugeordnet wird. Das Höhenregelungsverhalten wird durch Veränderung eines definierten
stufenförmigen Verlaufs von Ventilkennlinien des Proportionalventils auf Basis der
begrenzten Anzahl von Parametersätzen gezielt vorgegeben und eingestellt. Das Verhalten
des Proportionalventils ist hierbei in Nachbildung eines mechanisch betätigten Ventils
jeweils ausschließlich als Funktion der Regelabweichung abgebildet. Die Realisierung
einer elektronischen Steuerung mit nicht-linearen Ventilkennlinien mit einem definierten
stufenförmigen Verlauf erfordert die vorherige Modellierung entsprechender Steuerungsprofile
als Reihen von Festwerten in Bezug auf die diskretisierten Zustandsparameter, wobei
in zeitaufwendigen Vorfeldversuchen zunächst entsprechende Messwerte erhoben und die
erforderlichen Stellgrößen für jede gewünschte Ventilkennlinie zum Beispiel iterativ
ermittelt werden müssen. Ferner birgt die Vorgabe eines festen Steuerungsprofils als
Reihe von Festwerten den weiteren Nachteil, dass vom jeweiligen Steuerungsprofil nicht
erfasste Störgrößen (bspw. veränderte Umgebungs- und Systemtemperaturen oder durch
Verschleißeffekte bedingte Bauteiltoleranzen) nicht oder nur unzureichend berücksichtigt
werden können.
Offenbarung der Erfindung
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die dargestellten Nachteile zu vermeiden.
Insbesondere soll ein konstruktiv einfach aufgebautes und einfach parametrierbares
System zur Regelung des Luftfederungsniveaus eines Schienenfahrzeugs bereitgestellt
werden.
[0009] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Ventilanordnung nach Anspruch 1 und ein
Verfahren nach Anspruch 12 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind
in den Unteransprüchen angegeben.
[0010] Der Kern der Erfindung bildet eine Ventilanordnung zur Regelung des Luftfederungsniveaus
eines Schienenfahrzeugs, umfassend ein Proportional-Wegeventil, ein Sensormittel zur
kontinuierlichen Erfassung einer den Abstand eines Wagenkastens von einem Fahr- oder
Drehgestell des Schienenfahrzeugs repräsentierenden Abstandsgröße und eine digitale
Regelungseinrichtung, wobei die Regelungseinrichtung programmtechnisch eingerichtet
ist zur Ermittlung einer Regelabweichung anhand des vom Sensormittel erfassten Ist-Abstands
und einen Vergleich mit einem vorgebbaren Soll-Abstand und zur kontinuierlichen Generierung
von Stellgrößen als lineare Funktion der ermittelten Regelabweichung und der Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeit.
Ein hierfür geeignetes Sensormittel erfasst kontinuierlich eine den Abstand eines
Wagenkastens von einem Fahr- oder Drehgestell des Schienenfahrzeugs repräsentierende
Abstandsgröße und wandelt diese in ein geeignetes elektrisches Signal um, das von
der digitalen Regelungseinrichtung verarbeitbar ist. Dies kann beispielsweise ein
Winkelsensor sein, der den Abstand des Wagenkastens von dem Fahr- oder Drehgestell
über ein mechanisches Gestänge mittels eines Hebels erfasst, wie dies von der
DE 296 20 200 U1 oder der
WO2010/115739 A1 offenbart ist. Ein solcher Winkelsensor kann die Abstandsgröße hierbei fortlaufend
elektrisch als Analogsignal oder als inkrementales Signal an die Regelungseinrichtung
ausgeben. Im ersten Fall erfolgt eine anschließende Diskretisierung des Sensorsignals
durch die digitale Regelungseinrichtung. Andere geeignete Sensormittel erfassen die
Abstandsgröße beispielsweise fortlaufend induktiv oder optisch und geben diese als
analogen oder inkrementalen elektrischen Signalwert an die Regelungseinrichtung aus.
Die Ermittlung der Regelabweichung erfolgt durch fortlaufenden Vergleich des vom Sensormittel
erfassten Ist-Abstands - der innerhalb des geschlossenen Regelkreises die Regelgröße
darstellt - mit dem vorgebbaren Soll-Abstand - der innerhalb des geschlossenen Regelkreises
die Führungsgröße darstellt. Die Regelabweichung ist innerhalb der linearen Regelungsfunktion
beispielsweise als Proportionalanteil (P-Glied oder P-Anteil) berücksichtigbar. Die
Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeit entspricht der zeitlichen Veränderung der Regelabweichung
(Änderungsgeschwindigkeit) und ist innerhalb der linearen Regelungsfunktion beispielsweise
als Differentialquotient entsprechend der zeitlichen Veränderung der Regelabweichung
und mithin als Differentialanteil (D-Glied oder D-Anteil) berücksichtigbar.
[0011] Die Erfindung hat erkannt, dass hierdurch ein konstruktiv einfach aufgebautes und
einfach parametrierbares System zur Regelung des Luftfederungsniveaus eines Schienenfahrzeugs
bereitgestellt wird. Mit einem Proportional-Wegeventil sind grundsätzlich sämtliche
zur Regelung des Luftfederungsniveaus eines Schienenfahrzeugs erforderlichen pneumatischen
Regelungsfunktionen in einem einzigen Bauteil einfach abbildbar, nämlich sowohl die
geregelte Beaufschlagung der Luftfederungseinrichtung, als auch die geregelte Entlüftung
der Luftfederungseinrichtung und schließlich auch eine etwaig gewünschte Absperrung
des Luftaustausch in einem bestimmten Beaufschlagungs- oder Entlüftungszustand, zum
Beispiel im Fahrtbetrieb. Aufgrund der Umsetzung als lineare elektronische Regelungsfunktion
der ermittelten Regelabweichung und der Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeit ist gleichzeitig
eine effektive und schnelle Ausregelung der durch Beladungsänderungen eines Wagons
hervorgerufenen Änderungen des Niveaus der Luftfederung, d.h. der relativen Höhenlage
des Wagenkastens relativ zum Fahrwerkrahmen oder Drehgestell gewährleistet, ohne dass
es hierzu einer aufwendigen Parametrierung bedarf. Insbesondere ist keine aufwendige
Modellierung eines Profils als Reihe von Festwerten erforderlich. Indem die Ermittlung
der Regelabweichung im einfachsten Fall durch den Vergleich des erfassten Ist-Abstands
mit einem einzelnen fest vorgebbaren Wert für den Soll-Abstand erfolgt, ist bei gleichzeitiger
Verwendung einer standardisierten linearen Funktion nur eine Parametrierung dieses
einzelnen Festwertes (Soll-Abstand) erforderlich. Aufgrund der Ausgestaltung als geschlossener
Regelkreis (auch als geschlossener Wirkungskreis bezeichnet) und der zusätzlichen
Berücksichtigung der Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeit besitzt die technische Lösung
gleichzeitig ein sehr dynamisches Korrekturmoment für den Ausgleich nicht unmittelbar
erfasster Störgrößen. Die zur Umsetzung der elektronischen Regelung erforderliche
digitale Regelungseinrichtung ist hierbei ebenfalls bauraumsparend einfach als entsprechender
Mikrocontroller in das Gehäuse des Proportional-Wegeventils oder ein gemeinsames Gehäuse
für sämtliche Komponenten der Ventilanordnung integrierbar, etwa als "single-board
computer (SBC)", bei dem sämtliche zum Betrieb nötigen elektronischen Komponenten
(CPU, Speicher, Ein- und Ausgabeschnittstellen, A/D-Wandler, DMA-Controller, usw.)
auf einer einzigen Leiterplatte zusammengefasst sind. Gleiches gilt für das Sensormittel,
das beispielsweise als Winkelsensor unmittelbar in das Gehäuse des Proportional-Wegeventils
oder ein gemeinsames Gehäuse für sämtliche Komponenten der Ventilanordnung integrierbar
ist, der über einen mit einem mechanischen Messgestänge verbundenen Hebel betätigbar
ist. Die erfindungsgemäße Ventilanordnung ist ferner zur Niveauregelung sämtlicher
pneumatisch ansteuerbarer Luftfederungseinrichtungen zur Federung eines Fahrzeugsaufbaus
oder einer Karosserie gegenüber einem Fahrwerk oder einem Fahrgestell von Fahrzeugen
einsetzbar, die eine geregelte Beaufschlagung oder Entlüftung ermöglichen, wie zum
Beispiel ein Luftfederbalg, eine Anordnung von mehreren Luftfederbälgen oder beispielweise
auch einer Anordnung ein oder mehrerer pneumatischer Federungszylinder.
[0012] Indem als zusätzlicher Regelparameter der linearen Funktion die Wagenkasten-Verfahrbeschleunigung
einbezogen ist, wird eine weiter erhöhte Dynamik und Sensibilität des Ansprechverhaltens
der Ventilanordnung erreicht. Die Wagenkasten-Verfahrbeschleunigung entspricht der
zeitlichen Veränderung der Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeit und ist innerhalb der
linearen Regelungsfunktion beispielsweise als weiterer Differentialquotient entsprechend
der zeitlichen Veränderung der Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeit und mithin als weiterer
Differentialanteil berücksichtigbar.
[0013] Eine Flexibilisierung des Regelungsverhaltens der Ventilanordnung wird erreicht,
indem die Dynamik der Regelungsfunktion durch eine geänderte Parametrierung einzelner
Regelparameter oder das Setzen eines Modifikationsfaktors für die Regelungswirkung,
die Stellgröße oder den erfassten Ist-Abstand wählbar, vorgebbar oder einstellbar
ist. Die geänderte Parametrierung erfolgt beispielsweise durch das Setzen eines abweichenden
Soll-Abstands oder das Setzen oder Verändern von Beiwerten für einzelne oder mehrere
Regelparameter, also den Soll-Abstand, die Regelabweichung, und/oder die Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeit
und/oder die Wagenkasten-Verfahrbeschleunigung. Gleichfalls ist die Dynamik der Regelungswirkung
alternativ durch das das Setzen eines globalen Modifikationsfaktors für die Regelungswirkung,
die zu generierende Stellgröße oder den erfassten Ist-Abstand wählbar, vorgebbar oder
einstellbar. Der Modifikationsfaktor kann hierbei dämpfend oder verstärkend gewählt
sein, so dass die die Zieldynamik der Regelung prozentual abgesenkt oder erhöht wird.
[0014] Eine Flexibilisierung des Regelungsverhaltens der Ventilanordnung wird ebenfalls
erreicht oder weiter erhöht, indem die Dynamik der Regelungsfunktion durch eine intensitäts-
und/oder zeitbezogene Filterung des Ist-Abstands oder der Regelabweichung wählbar,
vorgebbar oder einstellbar ist. Eine solche Filterung eliminiert beispielsweise sämtliche
Ist-Abstände oder Regelabweichungen unterhalb einer definierbaren Größe. Die Regelung
spricht in diesem Fall nur ab einem bestimmbaren Ist-Abstand oder einer bestimmbaren
Regelabweichung an. Alternativ oder kumulativ kann die Filterung als zeitliche Filterung
ausgestaltet sein, bei der Ist-Abstände oder Regelabweichungen erst ab einer bestimmbaren
zeitlichen Dauer zu einer Regelungsaktivität führen. Die Regelung spricht in diesem
Fall nur auf Veränderungen der Ist-Abstände oder Regelabweichungen mit einer bestimmten
zeitlichen Dauer an, wodurch beispielsweise lediglich kurzzeitig auftretende Störgrößen
(zum Beispiel kurzfristige Stöße im Fahrtbetrieb) ausgefiltert werden. Beide Filterungsvarianten
sind auch miteinander kombinierbar, so dass die Regelung erst ab einem Ist-Abstand
oder einer Regelabweichung mit einer bestimmbaren Größe und einer bestimmbaren zeitlichen
Dauer anspricht.
[0015] Indem die Dynamik der Regelungsfunktionen oder die Filterung anhand der Betriebsart
oder der Fahrtgeschwindigkeit des Schienenfahrzeugs wählbar, vorgebbar oder einstellbar
ist, wird eine einfache automatisierte Zuweisung unterschiedlicher Regelungsdynamiken
zu unterschiedlichen Betriebsarten ermöglicht. So ist beispielsweise ein unterschiedlicher
Soll-Abstand für den Standbetrieb und den Fahrtbetrieb automatisiert vorgebbar. Ferner
ist eine erhöhte Regelungsdynamik zum Ausgleich von Beladungsänderungen im Standbetrieb
und ein trägeres Regelungsverhalten mit einem reduzierten Luftverbrauch im Fahrtbetrieb
einfach automatisierbar.
[0016] In einer konstruktiv vorteilhaften Ausgestaltung der Ventilanordnung ist das Proportional-Wegeventil
ein 3-Wege-Proportionalventil, welches eine Entlüftungsstellung und eine Beaufschlagungsstellung
mit jeweils kontinuierlich veränderbaren Öffnungsquerschnitten sowie eine Sperrstellung
aufweist. Mit einem derartigen Wegeventil lassen sich sämtliche sinnvollen pneumatischen
Regelungsfunktion einfach und effektiv abbilden, nämlich eine geregelte Beaufschlagung
der Luftfederungseinrichtung, eine geregelte Entlüftung der Luftfederungseinrichtung
und schließlich auch eine Absperrung des Luftaustausch in einem bestimmten Beaufschlagungszustand
der Luftfederungs-einrichtung, zum Beispiel zur Reduzierung des Luftverbrauchs im
Fahrtbetrieb. Bei einer Absperrung des Luftaustauschs im Fahrbetrieb wird die aktuelle
Beaufschlagung der Luftfederungseinrichtung mit einem bestimmbaren Druck "eingefroren"
und diese auf ihre passiven Federungseigenschaften beschränkt.
[0017] Bei der Verwendung eines Proportional-Wegeventils oder eines 3-Wege-Proportionalventils,
welches in seiner Ruhestellung und damit auch im stromlosen Zustand eine Öffnungsstellung
einnimmt und die mit ihm verbundene Luftfederungseinrichtung entlüftet, kann zur Gewährleistung
der Betriebssicherheit eine so genannte "failsafe"-Funktion gewünscht sein, um zu
verhindern, dass das System im Falle eines Stromausfalls entlüftet. Zur Realisierung
einer solchen failsafe-Funktion ist dem Entlüftungsanschluss des Proportional-Wegeventils
oder des 3-Wege-Proportionalventils ein elektronisch steuerbares Schaltmittel nachgeordnet,
welches im stromlosen Zustand eine Sperrstellung und im betätigten Zustand eine Öffnungsstellung
einnimmt. Damit ist ungewollte Entlüftung des Ventils und damit auch des Gesamtsystems
im stromlosen Zustand sicher verhindert. Ein solches Schaltmittel kann etwa ein 2/2-Schaltventil
sein.
[0018] Ferner kann zur weiteren Erhöhung der Betriebssicherheit eine ausfallsichere Überdruckentlastung
gewünscht sein. Hierzu ist ein Arbeitsanschluss des Proportional-Wegeventils oder
des 3-Wege-Proportionalventils über eine Verbindungsleitung mit einem kombinierten
Beschaufschlagungs-/Entlüftungsanschluss mindestens einer Luftfederungseinrichtung
verbunden und mit der Verbindungsleitung gleichzeitig ein mechanisch über einen Hebel
und ein mit dem Wagenkasten und dem Fahrwerk verbundenes Messgestänge betätigbares
Schaltmittel angeordnet, welches in seiner Ruhestellung eine Sperrstellung einnimmt
und welches ab einer einen bestimmbaren Ist-Abstand repräsentierenden Hebelstellung
in eine Öffnungsstellung schaltet, wobei es die Verbindungsleitung mit einem Entlüftungsausgang
verbindet.
[0019] Zur Verbindung mit externen elektronischen Steuerungssystemen, beispielsweise einer
übergeordneten Zugsteuerung, ist die Regelungseinrichtung mit mindestens einer, zu
wenigstens einem industriellen Protokollstandard kompatiblen Datenkommunikationsschnittstelle
ausgebildet. Dies kann beispielsweise eine zu den Industriestandards Profibus, DeviceNet
/ ControlNet oder CANopen kompatible drahtgebundene Feldbus-Schnittstelle oder eine
zu den Industriestandards Profinet, EtherNet/IP, Ethernet Powerlink oder EtherCat
kompatible drahtgebundene Netzwerkschnittstelle (Industrial Ethernet) sein. Eine solche
Datenkommunikationsschnittstelle kann gleichzeitig zu mehreren Protokollstandards
(Datenübertragungsprotokolle) kompatibel ausgestaltet sein. Die Datenkommunikationsschnittstelle
kann ferner als drahtlose Datenkommunikationsschnittstelle, etwa als Industrial WLAN-Schnittstelle
(IWLAN), ausgestaltet sein.
[0020] Zur funktionalen Integration in externe elektronische Steuerungssysteme, beispielsweise
eine übergeordnete Zugsteuerung, ist die Regelungseinrichtung programmtechnisch eingerichtet
zur Parametrierung oder zur Wahl, Vorgabe oder Einstellung der Dynamik der Regelungsfunktion
oder der Filterung über die Datenkommunikationsschnittstelle. Dies ermöglicht zum
einen die Femparametrierung oder Ferneinstellung der Regelungsdynamik über eine übergeordnete
Zugsteuerung. Ferner ermöglicht dies die funktionale Einbindung der Ventilanordnung
eine übergeordnete Zugsteuerung, indem die Regelungseinrichtung über die Datenkommunikationsschnittstelle
die Information über die aktuelle Betriebsart (Fahrtbetrieb/Standbetrieb) erhält und
die Regelungsdynamik entsprechend einstellt. Schließlich ermöglicht dies auch Eingriffe
in die Regelungsdynamik zur Laufzeit durch die übergeordnete Zugsteuerung, indem der
Regelungseinrichtung zur Laufzeit beispielsweise eine geänderte Parametrierung oder
Dynamik der Regelungsfunktion oder Filterung vorgeben wird.
[0021] Eine weitere Sicherheitsfunktion ist gegeben, indem das Proportional-Wegeventil oder
3/3-Wege-Proportionalventil mit einem Sensormittel zur Erfassung des Ventilausgangsdrucks
ausgebildet und die Regelungseinrichtung programmtechnisch eingerichtet ist zur Ermittlung
eines definierbaren Druckabfalls und zur Generierung eines Fehlersignals und dessen
Übermittlung über die Datenkommunikationsschnittstelle. Ein Defekt der Luftfederungseinrichtung
(zum Beispiel eine Leckage oder das Platzen eines Luftfederbalgs) hat einen Druckabfall
auf der Arbeitsseite des Proportional-Wegeventils oder 3-Wege-Proportionalventils
zur Folge. Dieser lässt sich mit einem in das Ventil integrierten Sensormittel zur
Erfassung des Ventilausgangsdrucks detektieren. In diesem Fall generiert die Regelungseinrichtung
ein Fehlersignal und übermittelt dies über die Datenkommunikationsschnittstelle beispielsweise
an eine übergeordnete Zugsteuerung, wodurch der Fahrzeugführer oder eine Leitstelle
über den Defekt automatisch informiert werden.
[0022] Einen weiteren Kern der Erfindung bildet ein Verfahren zur Regelung des Luftfederungsniveaus
eines Schienenfahrzeugs mit einem Proportional-Wegeventil, einem Sensormittel zur
kontinuierlichen Erfassung einer den Abstand des Wagenkastens vom einem Fahr- oder
Drehgestell repräsentierenden Abstandsgröße und einer digitalen Regelungseinrichtung,
wobei mittels der Regelungseinrichtung anhand eines Vergleichs der vom Sensormittel
erfassten Ist-Abstände mit einem vorgebbaren Soll-Abstand eine Regelabweichung ermittelt
und kontinuierlich eine Stellgröße als lineare Funktion der ermittelten Regelabweichung
und der Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeit generiert wird. Mit dem Verfahren ist eine
hocheffektive und schnelle Ausregelung der durch Beladungsänderungen eines Wagons
hervorgerufenen Änderungen des Niveaus der Luftfederung, d.h. der relativen Höhenlage
des Wagenkastens relativ zum Fahrwerkrahmen oder Drehgestell gewährleistet, ohne dass
es hierzu einer aufwendigen Parametrierung bedarf.
[0023] Eine Erhöhung der möglichen Dynamik und Sensibilität des Ansprechverhaltens des Regelungsverfahrens
wird erreicht, indem als zusätzlicher Regelparameter der linearen Funktion die Wagenkasten-Verfahrbeschleunigung
einbezogen ist.
[0024] Eine Flexibilisierung des Regelungsverhaltens wird erreicht, indem die Dynamik der
Regelungsfunktion durch eine geänderte Parametrierung einzelner Regelparameter oder
das Setzen eines Modifikationsfaktors für die Regelungswirkung, die Stellgröße oder
den Ist-Abstand wählbar, vorgebbar oder einstellbar ist.
[0025] Eine weitere Flexibilisierung des Regelungsverhaltens wird erreicht, indem die Dynamik
der Regelungsfunktion durch eine intensitäts- und/oder zeitbezogene Filterung des
Ist-Abstands oder der Regelabweichung wählbar, vorgebbar oder einstellbar ist.
[0026] Eine einfache automatisierte Zuweisung unterschiedlicher Regelungsdynamiken zu unterschiedlichen
Betriebsarten wird ermöglicht, indem die Dynamik der Regelungsfunktionen und/oder
die Filterung anhand der Betriebsart oder der Fahrtgeschwindigkeit des Schienenfahrzeugs
wählbar, vorgebbar oder einstellbar ist oder sind.
[0027] Weitere Vorteile der Erfindung sind nachstehend gemeinsam mit der Beschreibung bevorzugter
Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Rückansicht eines Teilbereichs eines Schienenfahrzeugs mit einer
Luftfederung und einer Ventilanordnung;
- Fig. 2
- ein schematisches Schaltbild einer Ventilanordnung gemäß Fig. 1 zur Regelung des Luftfederungsniveaus
eines Schienenfahrzeugs;
- Fig. 3
- Fig. 2 ein Diagramm mit einem Kennfeld des Regelungsverhaltens der Ventilanordnung.
[0028] Fig. 1 zeigt einen Teilbereich eines Schienenfahrzeugs in einer schematischen rückwärtigen
Ansicht. Die Ventilanordnung 1 ist im unteren Bereich eines Wagenkastens 2 angeordnet.
Sie ist mechanisch über den Hebel 3 und das Messgestänge 4 mit dem Fahrwerkrahmen
5 verbunden. Der Fahrwerkrahmen 5 kann hierbei auch als Drehgestell ausgeführt sein.
Zwischen dem Fahrwerkrahmen 5 und dem Wagenkasten 2 ist als Sekundärfederung eine
Luftfederungseinrichtung angeordnet, die durch die beiden Luftfederbälge 6 und 6'
gebildet ist. Der jeweils aktuelle Hub h der Sekundärfederung 6 ist damit identisch
dem jeweiligen Abstand des Wagenkastens 2 vom Fahrwerkrahmen 5. Alternativ kann die
Sekundärfederung hierbei auch als ein einziger Federbalg ausgebildet sein. Unterhalb
des Fahrwerkrahmens 5 ist die Primärfederung 7 angeordnet, durch welche die Radachse
8 und die beiden Räder 9 und 9' federnd gegenüber dem Fahrwerk 5 gelagert sind. Der
jeweils aktuelle Hub h der Sekundärfederung 6 ist abhängig von der jeweils aktuellen
Beladung des Wagenkastens 2 und ist durch die jeweilige Stellung des Messgestänges
4 und des mit diesem verbundenen Hebels 3 mechanisch repräsentiert.
[0029] Fig. 2 zeigt ein schematisches Schaltbild der Ventilanordnung 1 mit dem Hebel 3 und
dem in Fig. 2 lediglich angeschnitten dargestellten Messgestänge 4 sowie den Luftfederbälgen
6 und 6'. Die Komponenten der Ventilanordnung 1 sind in einem gemeinsamen - durch
eine gestrichelte Umrahmung symbolisierten - Gehäuse ausgebildet. Das Messgestänge
4 ist über den Hebel 3 an diesem Gehäuse angelenkt. Zur Beaufschlagung und Entlüftung
der beiden extern des Gehäuses der Ventilanordnung 1 angeordneten und über die Verbindungsleitung
10 mit dieser verbundenen Luftfederbälge 6 und 6' ist innerhalb der Verbindungsleitung
10 das 3/3-Wege-Proportionalventil 11 angeordnet. Das 3/3-Wege-Proportionalventil
11 ist über den Proportionalmagneten 12 entgegen der Federbelastung der mechanischen
Rückstellfeder 13 ansteuerbar und verbindet die Luftfederbälge 6 und 6' über die Verbindungsleitung
10 jeweils mit veränderbaren Ventilöffnungsquerschnitten in einer Schaltstellung mit
der Druckluftquelle 14 und in seiner Ausgangs- und Ruhestellung mit dem Entlüftungsausgang
15. Die Druckluftquelle 14 kann hierbei eine Druckluftpumpe, ein Kompressor oder beispielsweise
auch ein zwischengeschalter Druckluftspeicher sein. Das 3/3-Wege-Proportionalventil
11 ist über den Proportionalmagneten 12 ferner in eine gesperrte Mittelstellung schaltbar,
in der die Verbindungsleitung 10 vollständig abgesperrt ist. In seiner Ruhestellung
im stromlosen Zustand ist das 3/3-Wege-Proportionalventil 11 vollständig in seine
Entlüftungsstellung geschaltet, in der die Verbindungsleitung 10 ungedrosselt mit
dem Entlüftungsausgang 15 verbunden ist. Die elektronische Ansteuerung des Proportionalmagneten
12 erfolgt über eine Regelungseinrichtung, die als Mikrocontroller 16 in die Ventilanordnung
1 integriert ist. Der Mikrocontroller 16 ist als "single-board computer (SBC)" ausgebildet,
bei dem sämtliche zum Betrieb nötigen elektronischen Komponenten (CPU, Speicher, Ein-
und Ausgabeschnittstellen, A/D-Wandler, DMA-Controller, usw.) auf einer einzigen Leiterplatte
zusammengefasst sind. Der Mikrocontroller 16 erhält vom Winkelsensor 17 ein kontinuierliches
elektrisches Signal, das den jeweils aktuellen Abstand h des Wagenkastens 2 vom Fahrwerkrahmen
5 repräsentiert. Der Winkelsensor 17 ist hierzu mechanisch mit dem Hebel 3 verbunden
und erfasst über dessen jeweilige Stellung den jeweils aktuellen Ist-Abstand. Der
Mikrocontroller 16 ist programmtechnisch eingerichtet zur Ermittlung einer Regelabweichung
e anhand des vom Winkelsensor jeweils erfassten und übermittelten Ist-Abstandsdurch
dessen Vergleich mit einem vorgebbaren Soll-Abstand und zur kontinuierlichen Generierung
von Stellgrößen u für die Betätigung des Proportionalmagneten 12 des 3/3-Wege-Proportionalventils
11 als lineare Funktion der ermittelten Regelabweichung e und der anhand der zeitlichen
Veränderung des Ist-Abstands ableitbaren Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeit
ẋ. Ist der zur Laufzeit vorgegebene Soll-Abstand zeitlich konstant, ist die Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeit
auch unmittelbar anhand der zeitlichen Veränderung der ermittelten Regelabweichung
e ableitbar. Als weiterer Regelparameter kann zusätzlich die anhand der zeitlichen
Veränderung der Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeit x ableitbaren Wagenkasten-Beschleunigung
ẍ berücksichtigt sein. Hierbei kann jeder Regelungsparameter über Beiwerte
k1, k2, k3 parametrierbar ausgebildet sein, so dass gilt u = f (
k1e, k2ẋ, k3ẍ).
[0030] Die Ventilanordnung 1 umfasst ferner das elektrisch betätigbare Schaltventil 18.
Das Schaltventil 18 ist über den Schaltmagneten 19 entgegen der Federbelastung durch
die mechanische Rückstellfeder 20 schaltbar und verbindet den Entlüftungsanschluss
21 des 3/3-Wege-Proportionalventils 11 in seinem Schaltzustand mit dem Entlüftungsausgang
15 und sperrt den Entlüftungsausgang 21 in seiner unbestromten Ausgangs- und Ruhestellung
ab ("normal closed" = NC). Im normalen Betrieb ist das Schaltventil 18 über den Mikrocontroller
16 geöffnet geschaltet. Im Falle eines Stromausfalls sperrt das Schaltventil 18 selbsttätig
und verhindert so die Entlüftung des 3/3-Wege-Proportionalventils 11 und damit auch
des Gesamtsystems (mithin auch der Luftfederbälge 6 und 6' und der Druckluftquelle
14, die beispielsweise auch ein zwischengeschalter Druckspeicher sein kann).
[0031] Schließlich umfasst die Ventilanordnung 1 das mechanisch betätigbare Absperrventil
22. Dieses Ventil ist in seinem Ruhezustand geschlossen, jedoch über eine mechanische
Betätigung über den Hebel 3 ab einer einen bestimmten Hub h repräsentierenden Hebelstellung
in eine Öffnungsstellung schaltend, wobei es die Verbindungsleitung 10 mit dem Entlüftungsausgang
15 verbindet.
[0032] Der Microcontroller 16 ist mit einer Datenkommunikationsschnittstelle 23 ausgebildet.
Die Datenkommunikationsstelle 23 dient der Datenverbindung mit einer übergeordneten
Zugsteuerung (in Fig. 2 nicht abgebildet) über die Datenkommunikationsleitung 24.
Die Datenkommunikationsschnittstelle 23 ist hierzu je nach Bedarf beispielsweise als
Feldbus-Schnittstelle (beispielsweise kompatibel zu Profibus, DeviceNet / ControlNet
oder CANopen) oder als Industrial Ethernet-Schnittstelle (beispielsweise kompatibel
zu Profinet, EtherNet/IP, Ethernet Powerlink oder EtherCat) ausgestaltet. Sie kann
gleichzeitig zu mehreren Protokollstandards kompatibel ausgestaltet sein. Durch die
Datenkommunikationsschnittstelle 23 ist der Mikrocontroller 16 in eine übergeordnete
Zugsteuerung integrierbar, indem beispielsweise die Parametrierung oder Einstellung
der Dynamik der Regelungsfunktion oder der Filterung für die programmtechnische Einrichtung
des Mikrocontrollers 16 durch die übergeordnete Zugsteuerung wählbar, vorgebbar oder
einstellbar sind. Umgekehrt kann der Mikrocontroller 16 auch programmtechnisch dazu
eingerichtet sein, Prozesswerte an die übergeordnete Zugsteuerung zu melden, wie beispielsweise
den Ist-Abstand.
[0033] Das Regelungsverhalten einer beispielhaften linearen Regelungsfunktion zur Ermittlung
der Stellgröße durch den entsprechend programmtechnisch eingerichteten Mikrocontroller
16 ist in Fig. 3 als Kennfläche 25 abgebildet. Hierbei stellt die Kennfläche 25 den
Regelungsraum für die Stellgrößenwerte u in Abhängigkeit von ermittelten Regelabweichungswerten
e als Proportionalglied und Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeitswerten
ẋ (dx) als Differentialglied der beispielhaften linearen Regelungsfunktion dar.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Ventilanordnung
- 2
- Wagenkasten
- 3
- Hebel
- 4
- Messgestänge
- 5
- Fahrwerkrahmen
- 6, 6'
- Luftfederbalg
- 7
- Primärfederung
- 8
- Radachse
- 9,9'
- Rad
- 10
- Verbindungsleitung
- 11
- 3/3-Wege-Proportionalventil
- 12
- Proportionalmagnet
- 13,20
- Rückstellfeder
- 14
- Druckluftquelle
- 15
- Entlüftungsausgang
- 16
- Mikrocontroller
- 17
- Winkelsensor
- 18
- Schaltventil
- 19
- Schaltmagnet
- 21
- Entlüftungsanschluss
- 22
- Absperrventil
- 23
- Datenkommunikationsschnittstelle
- 24
- Datenkommunikationsleitung
- 25
- Kennfläche
1. Ventilanordnung (1) zur Regelung des Luftfederungsniveaus eines Schienenfahrzeugs,
umfassend ein Proportional-Wegeventil, ein Sensormittel zur kontinuierlichen Erfassung
einer den Abstand eines Wagenkastens (2) von einem Fahr- oder Drehgestell des Schienenfahrzeugs
repräsentierenden Abstandsgröße und eine digitale Regelungseinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelungseinrichtung programmtechnisch eingerichtet ist zur Ermittlung einer
Regelabweichung anhand des vom Sensormittel erfassten Ist-Abstands und einen Vergleich
mit einem vorgebbaren Soll-Abstand und zur kontinuierlichen Generierung von Stellgrößen
als lineare Funktion der ermittelten Regelabweichung und der Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeit.
2. Ventilanordnung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als zusätzlicher Regelparameter der linearen Funktion die Wagenkasten-Verfahrbeschleunigung
einbezogen ist.
3. Ventilanordnung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Dynamik der Regelungsfunktion durch eine geänderte Parametrierung einzelner Regelparameter
oder das Setzen eines Modifikationsfaktors für die Regelungswirkung, die Stellgröße
oder den Ist-Abstand wählbar, vorgebbar oder einstellbar ist.
4. Ventilanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Dynamik der Regelungsfunktion durch eine intensitäts- und/oder zeitbezogene Filterung
des Ist-Abstands oder der Regelabweichung wählbar, vorgebbar oder einstellbar ist.
5. Ventilanordnung (1) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Dynamik der Regelungsfunktionen oder die Filterung anhand der Betriebsart oder
der Fahrtgeschwindigkeit des Schienenfahrzeugs wählbar, vorgebbar oder einstellbar
ist oder sind.
6. Ventilanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Proportional-Wegeventil ein 3-Wege-Proportionalventil ist, welches eine Entlüftungsstellung
und eine Beaufschlagungsstellung mit jeweils kontinuierlich veränderbaren Öffnungsquerschnitten
sowie eine Sperrstellung aufweist.
7. Ventilanordnung (1) nach einem der Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Proportional-Wegeventil oder das 3-Wege-Proportionalventil im stromlosen Zustand
eine Entlüftungsstellung einnimmt und seinem Entlüftungsanschluss ein elektronisch
steuerbares Schaltmittel nachgeordnet ist, welches im stromlosen Zustand eine Sperrstellung
und in Betätigungsstellung eine Öffnungsstellung einnimmt.
8. Ventilanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Arbeitsanschluss des Proportional-Wegeventils oder des 3-Wege-Proportionalventils
über eine Verbindungsleitung mit einem kombinierten Beschaufschlagungs-/Entlüftungsanschluss
mindestens einer Luftfederungseinrichtung verbunden ist und mit der Verbindungsleitung
ein mechanisch über einen Hebel und ein mit dem Wagenkasten und dem Fahrwerk verbundenes
Messgestänge betätigbares Schaltmittel angeordnet ist, welches in seiner Ruhestellung
eine Sperrstellung einnimmt und welches ab einer einen bestimmbaren Ist-Abstand repräsentierenden
Hebelstellung in eine Öffnungsstellung schaltet, wobei es die Verbindungsleitung mit
einem Entlüftungsausgang verbindet.
9. Ventilanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelungseinrichtung mit mindestens einer, zu wenigstens einem industriellen
Protokollstandard kompatiblen Datenkommunikationsschnittstelle ausgebildet ist.
10. Ventilanordnung (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 5 und Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelungseinrichtung programmtechnisch eingerichtet ist zur Parametrierung oder
zur Wahl, Vorgabe oder Einstellung der Dynamik der Regelungsfunktion oder der Filterung
über die Datenkommunikationsschnittstelle.
11. Ventilanordnung (1) nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Proportional-Wegeventil oder des 3-Wege-Proportionalventil mit einem Sensormittel
zur Erfassung des Ventilausgangsdrucks ausgebildet und die Regelungseinrichtung programmtechnisch
eingerichtet ist zur Ermittlung eines definierbaren Druckabfalls und zur Generierung
eines Fehlersignals und dessen Übermittlung über die Datenkommunikationsschnittstelle.
12. Verfahren zur Regelung des Luftfederungsniveaus eines Schienenfahrzeugs mit einem
Proportional-Wegeventil, einem Sensormittel zur kontinuierlichen Erfassung einer den
Abstand des Wagenkastens (2) vom einem Fahr- oder Drehgestell repräsentierenden Abstandsgröße
und einer digitalen Regelungseinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Regelungseinrichtung anhand eines Vergleichs der vom Sensormittel erfassten
Ist-Abstände mit einem vorgebbaren Soll-Abstand eine Regelabweichung ermittelt und
kontinuierlich eine Stellgröße als lineare Funktion der ermittelten Regelabweichung
und der Wagenkasten-Verfahrgeschwindigkeit generiert wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass als zusätzlicher Regelparameter der linearen Funktion die Wagenkasten-Verfahrbeschleunigung
einbezogen ist.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Dynamik der Regelungsfunktion durch eine geänderte Parametrierung einzelner Regelparameter
oder das Setzen eines Modifikationsfaktors für die Regelungswirkung, die Stellgröße
oder den Ist-Abstand wählbar, vorgebbar oder einstellbar ist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Dynamik der Regelungsfunktion durch eine intensitäts- und/oder zeitbezogene Filterung
des Ist-Abstands oder der Regelabweichung wählbar, vorgebbar oder einstellbar ist.
16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Dynamik der Regelungsfunktionen und/oder die Filterung anhand der Betriebsart
oder der Fahrtgeschwindigkeit des Schienenfahrzeugs wählbar, vorgebbar oder einstellbar
ist oder sind.
1. Valve arrangement (1) for controlling the air suspension level of a rail vehicle,
comprising a proportional directional control valve, a sensor means for continuously
detecting a distance variable representing the distance between a car body (2) and
a chassis or bogie of the rail vehicle, and a digital control device, characterized in that the control device is programmed to determine a control deviation on the basis of
the actual distance detected by the sensor means and a comparison with a specifiable
target distance, and to continuously generate manipulated variables as a linear function
of the determined control deviation and the car body travel speed.
2. Valve arrangement (1) according to claim 1, characterized in that the car body travel acceleration is included as an additional control parameter of
the linear function.
3. Valve arrangement (1) according to either claim 1 or claim 2, characterized in that the dynamics of the control function can be selected, specified or adjusted by modified
parameterization of individual control parameters or by setting a modification factor
for the control action, the manipulated variable or the actual distance.
4. Valve arrangement (1) according to any of claims 1 to 3, characterized in that the dynamics of the control function can be selected, specified or adjusted by intensity-related
and/or time-related filtering of the actual distance or the control deviation.
5. Valve arrangement (1) according to either claim 3 or claim 4, characterized in that the dynamics of the control functions or the filtering can be selected, specified
or adjusted on the basis of the operating mode or the travel speed of the rail vehicle.
6. Valve arrangement (1) according to any of claims 1 to 5, characterized in that the proportional directional valve is a 3-way proportional valve which has a venting
position and an acting position, each with continuously variable opening cross sections,
and a blocking position.
7. Valve arrangement (1) according to any of claims 1 to 6, characterized in that the proportional directional valve or the 3-way proportional valve assumes a venting
position in the de-energized state and an electronically controllable switching means
is arranged downstream of its venting connection, which switching means has a blocking
position in the de-energized state and assumes an open position in the actuating position.
8. Valve arrangement (1) according to any of claims 1 to 7, characterized in that a working connection of the proportional directional valve or of the 3-way proportional
valve is connected via a connecting line to a combined acting/venting connection of
at least one air suspension device, and arranged together with the connecting line
is a switching means, which can be mechanically actuated via a lever and a measuring
linkage connected to the car body and the chassis, and which in its rest position
assumes a blocking position, and which is switched from a lever position representing
a definable actual distance into an open position, the switching means connecting
the connecting line to a venting outlet.
9. Valve arrangement (1) according to any of claims 1 to 8, characterized in that the control device has at least one data communication interface which is compatible
with at least one industrial protocol standard.
10. Valve arrangement (1) according to any of claims 3 to 5 and claim 9, characterized in that the control device is programmed to parameterize or to select, specify or adjust
the dynamics of the control function or the filtering via the data communication interface.
11. Valve arrangement (1) according to either claim 9 or claim 10, characterized in that the proportional directional valve or the 3-way proportional valve has a sensor means
for detecting the valve outlet pressure and the control device is programmed to determine
a definable pressure drop and to generate an error signal and to transmit the signal
via the data communication interface.
12. Method for controlling the air suspension level of a rail vehicle by means of a proportional
directional control valve, a sensor means for continuously detecting a distance variable
representing the distance between the car body (2) and a chassis or bogie, and a digital
control device, characterized in that by means of the control device a control deviation is determined on the basis of
a comparison of the actual distances detected by the sensor means with a specifiable
target distance and a manipulated variable is continuously generated as a linear function
of the determined control deviation and the car body travel speed.
13. Method according to claim 12, characterized in that the car body travel acceleration is included as an additional control parameter of
the linear function.
14. Method according to either claim 12 or claim 13, characterized in that the dynamics of the control function can be selected, specified or adjusted by modified
parameterization of individual control parameters or by setting a modification factor
for the control action, the manipulated variable or the actual distance.
15. Method according to any of claims 12 to 14, characterized in that the dynamics of the control function can be selected, specified or adjusted by intensity-related
and/or time-related filtering of the actual distance or the control deviation.
16. Method according to either claim 14 or claim 15, characterized in that the dynamics of the control functions and/or the filtering can be selected, specified
or adjusted on the basis of the operating mode or the traveling speed of the rail
vehicle.
1. Agencement de soupape (1) permettant de réguler le niveau de suspension pneumatique
d'un véhicule ferroviaire, comprenant une soupape de distribution proportionnelle,
un moyen de capteur permettant de détecter en continu une grandeur de distance représentant
la distance entre une carrosserie (2) et un châssis ou un bogie du véhicule ferroviaire,
et un dispositif de régulation numérique, caractérisé en ce que le dispositif de régulation est configuré en termes de programmation pour déterminer
un écart de régulation sur la base de la distance réelle détectée par le moyen de
capteur et une comparaison à une distance cible pouvant être spécifiée et pour générer
en continu des grandeurs de réglage en tant que fonction de l'écart de régulation
déterminé et de la vitesse de déplacement de la carrosserie.
2. Agencement de soupape (1) selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'accélération de déplacement de la carrosserie est incluse en tant que paramètre
de régulation supplémentaire de la fonction linéaire.
3. Agencement de soupape (1) selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la dynamique de la fonction de régulation peut être sélectionnée, spécifiée ou réglée
en faisant varier le paramétrage de paramètres de régulation individuels ou en fixant
un facteur de modification pour l'effet de régulation, la grandeur de réglage ou la
distance réelle.
4. Agencement de soupape (1) selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que la dynamique de la fonction de régulation peut être sélectionnée, spécifiée ou réglée
par un filtrage en fonction de l'intensité et/ou en fonction du temps de la distance
réelle ou de l'écart de régulation.
5. Agencement de soupape (1) selon la revendication 3 ou 4, caractérisé en ce que la dynamique des fonctions de régulation ou le filtrage peut être sélectionné, spécifié
ou réglé en fonction du mode de fonctionnement ou de la vitesse de déplacement du
véhicule ferroviaire.
6. Agencement de soupape (1) selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la soupape de distribution proportionnelle est une soupape de distribution proportionnelle
à 3 voies qui présente une position d'aération et une position de sollicitation comportant
respectivement des sections transversales d'ouverture variables en continu ainsi qu'une
position de blocage.
7. Agencement de soupape (1) selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que la soupape de distribution proportionnelle ou la soupape de distribution proportionnelle
à 3 voies prend une position d'aération à l'état non alimenté et un moyen de commutation
à commande électronique est disposé en aval de son raccord d'aération, lequel prend
une position de blocage à l'état non alimenté et une position d'ouverture dans la
position de fonctionnement.
8. Agencement de soupape (1) selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'un raccord de travail de la soupape de distribution proportionnelle ou de la soupape
de distribution proportionnelle à 3 voies est relié à un raccord de sollicitation/d'aération
combiné d'au moins un dispositif de suspension pneumatique par l'intermédiaire d'une
conduite de liaison et un moyen de commutation actionnable mécaniquement par un levier
et par une tringlerie de mesure reliée à la carrosserie est disposé avec la conduite
de liaison, ledit moyen de commutation prenant une position de blocage dans sa position
de repos et, à partir d'une position de levier représentant une distance réelle pouvant
être déterminée, commute dans une position ouverte, ledit moyen de commutation reliant
la conduit de liaison à une sortie d'aération.
9. Agencement de soupape (1) selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le dispositif de régulation est conçu avec au moins une interface de communication
de données compatible avec au moins une norme de protocole industrielle.
10. Agencement de soupape (1) selon l'une des revendications 3 à 5 et la revendication
9, caractérisé en ce que le dispositif de régulation est configuré en termes de programmation pour le paramétrage
ou pour la sélection, la spécification ou le réglage de la dynamique de la fonction
de régulation ou du filtrage par l'intermédiaire de l'interface de communication de
données.
11. Agencement de soupape (1) selon la revendication 9 ou 10, caractérisé en ce que la soupape de distribution proportionnelle ou la soupape de distribution proportionnelle
à 3 voies est conçue avec un moyen de capteur permettant de détecter la pression de
sortie de soupape et le dispositif de régulation est configuré en termes de programmation
pour déterminer une chute de pression définissable et pour générer un signal d'erreur
et sa transmission par l'intermédiaire de l'interface de communication de données.
12. Procédé permettant de réguler le niveau de suspension pneumatique d'un véhicule ferroviaire
comportant une soupape de distribution proportionnelle, un moyen de capteur permettant
de détecter en continu une grandeur de distance représentant la distance entre la
carrosserie (2) et un châssis ou un bogie, et un dispositif de régulation numérique,
caractérisé en ce qu'au moyen du dispositif de régulation et en fonction d'une comparaison de la distance
réelle détectée par le moyen de capteur à une distance cible définissable, un écart
de régulation est déterminé et une grandeur de réglage est générée en continu en tant
que fonction linéaire de l'écart de régulation déterminé et de la vitesse de déplacement
de la carrosserie.
13. Procédé selon la revendication 12, caractérisé en ce que l'accélération de déplacement de la carrosserie est incluse en tant que paramètre
de régulation supplémentaire de la fonction linéaire.
14. Procédé selon la revendication 12 ou 13, caractérisé en ce que la dynamique de la fonction de régulation peut être sélectionnée, spécifiée ou réglée
en faisant varier le paramétrage de paramètres de régulation individuels ou en fixant
un facteur de modification pour l'effet de régulation, la grandeur de réglage ou la
distance réelle.
15. Procédé selon l'une des revendications 12 à 14, caractérisé en ce que la dynamique de la fonction de régulation peut être sélectionnée, spécifiée ou réglée
par un filtrage en fonction de l'intensité et/ou en fonction du temps de la distance
réelle ou de l'écart de régulation.
16. Procédé selon la revendication 14 ou 15, caractérisé en ce que la dynamique des fonctions de régulation et/ou le filtrage peuvent être sélectionnés,
spécifiés ou réglés en fonction du mode de fonctionnement ou de la vitesse de déplacement
du véhicule ferroviaire.
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