[0001] Die Erfindung betrifft eine Startvorrichtung zum Starten eines Unterwasser-Laufkörpers
von einer Plattform, insbesondere von einem Wasserfahrzeug, aus sowie ein Verfahren
unter Verwendung einer solchen Startvorrichtung.
[0002] Bekannt ist, eine große Rakete von einem U-Boot senkrecht nach oben zu starten. Beispielsweise
mittels Druckluft wird die Rakete aus der Rampe des U-Boots ausgestoßen, während das
U-Boot sich unter Wasser und nahe der Wasseroberfläche befindet. Nachdem die ausgestoßene
Rakete das Wasser verlassen hat, wird ein Triebwerk der Rakete gezündet.
[0003] Vertikale Abschussrampen für Raketen sind von Unterwasserfahrzeugen und auch von
Überwasserschiffen her bekannt. In manchen Anwendungen wird die Rakete in einem Kanister
in die Rampe verbracht und aus diesem Kanister senkrecht oder schräg nach oben ausgestoßen,
wobei der Kanister in der Abschussrampe verbleibt.
[0004] US 5,837,919 A offenbart eine Abschussvorrichtung, die Mittel zum Leiten und konzentrischen Verteilen
sowie Streuen von Abgasen aufweist, die durch eine innere Verbrennung eines Objekts,
wie z. B. eines Flugkörpers, erzeugt werden, der von dort aus operativ abgeschossen
werden kann.
[0005] EP 2 003 417 A1 offenbart eine Struktur zum Tragen von Flugkörperbehältern einer Vorrichtung zum
vertikalen Abschuss von Flugkörpern.
[0006] US 4,173,919 A offenbart ein System, das eine Raketenkammerkonstruktion verwendet, die eine Form
hat, um die Verbrennung darin zu reduzieren und zu kontrollieren.
[0007] EP 2 107 331 A1 offenbart eine Vorrichtung zum Abschuss eines Torpedos.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Startvorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Anspruchs 1 und ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs
15 bereitzustellen, bei welchen die Startvorrichtung einen Start des Unterwasser-Laufkörpers
unter Wasser ermöglicht und welche einfacher aufgebaut ist als bekannte Startvorrichtungen.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Startvorrichtung mit den in Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen und ein Verfahren mit den in Anspruch 15 angegebenen Merkmalen. Vorteilhafte
Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung
sowie den Zeichnungen.
[0010] Die erfindungsgemäße Startvorrichtung vermag unter Wasser einen Unterwasser-Laufkörper
von einem Wasserfahrzeug oder von einer anderen Plattform aus zu starten. Der zu startende
Unterwasser-Laufkörper umfasst ein Triebwerk. Dieses Triebwerk lässt sich aktivieren
und stößt nach der Aktivierung ein Treibmittel aus.
[0011] Die lösungsgemäße Startvorrichtung umfasst
- eine Rampe und
- eine Treibmittel-Umlenkeinheit.
[0012] Die Rampe erstreckt sich entlang einer Rampen-Längsachse und vermag den Unterwasser-Laufkörper
unter Wasser zu umschließen und zu halten. Die Startvorrichtung vermag das Triebwerk
des Unterwasser-Laufkörpers zu aktivieren, während der Unterwasser-Laufkörper unter
Wasser von der Rampe umschlossen und gehalten ist. Nachdem der Unterwasser-Laufkörper
gestartet wird, lenkt die Rampe den gestarteten Unterwasser-Laufkörper abhängig von
der Orientierung der Rampen-Längsachse auf einem ersten Teil von dessen Bewegungsbahn.
[0013] Die Treibmittel-Umlenkeinheit lenkt ausgestoßenes Treibmittel in eine Auslassrichtung.
Diese Auslassrichtung des Treibmittels zeigt senkrecht oder schräg von der Plattform
weg, an welcher die Startvorrichtung montiert ist und von welcher aus der Unterwasser-Laufkörper
gestartet wird.
[0014] Ein Unterwasser-Laufkörper im Sinne der Erfindung ist ein unbemanntes Unterwasserfahrzeug,
welches einen Treibstoff in Treibmittel umwandelt, z.B. verbrennt, das erzeugte Treibmittel
ausstößt und durch den Ausstoß des Treibmittels durch das Wasser bewegt wird. Möglich
ist, dass der Unterwasser-Laufkörper ein zusätzliches Antriebsmittel aufweist. Der
Unterwasser-Laufkörper kann autonom operieren oder beispielsweise über einen Draht
ferngesteuert sein.
[0015] Lösungsgemäß vermag die Startvorrichtung einen Unterwasser-Laufkörper mit einem Triebwerk
zu starten. Ein Unterwasser-Laufkörper mit einem Triebwerk, welches ein Treibmittel
ausstößt, kann in vielen Fällen eine höhere Beschleunigung erzielen und rascher ein
Ziel unter Wasser erreichen als ein Unterwasser-Laufkörper, der ausschließlich von
mindestens einem Propeller angetrieben wird. Dies ist in manchen Anwendungen wichtig,
beispielsweise wenn der Unterwasser-Laufkörper ein angreifendes Torpedo neutralisieren
soll, bevor dieses die Plattform, beispielsweise ein Überwasserschiff, oder ein anderes
Ziel erreicht.
[0016] Der Start des Unterwasser-Laufkörpers mit Hilfe der lösungsgemäßen Startvorrichtung
hängt überhaupt nicht oder wenigstens in geringerem Ausmaß als bekannte Startvorrichtungen
von der Wassertiefe der Startvorrichtung im Moment des Starts ab.
[0017] Die lösungsgemäße Startvorrichtung vermag den Unterwasser-Laufkörper aufzunehmen
und zu starten, während die Rampe der Startvorrichtung und der Unterwasser-Laufkörper
sich unter der Wasseroberfläche befinden. Auch das Ziel für den Unterwasser-Laufkörper
kann sich vollständig oder wenigstens teilweise unter der Wasseroberfläche befinden.
Möglich ist, den Unterwasser-Laufkörper für einen Einsatz ausschließlich unter Wasser
auszugestalten. Die Bewegung des Unterwasser-Laufkörpers lässt sich in diesem Falle
leichter regeln, als wenn der Unterwasser-Laufkörper sowohl durch das Wasser als auch
durch die Luft fliegen würde. Insbesondere wird verhindert, dass der Unterwasser-Laufkörper
rasch und in schwer oder gar nicht zu regelnder Weise seine Bewegungsbahn ändert,
was passieren kann, wenn der Unterwasser-Laufkörper vom Wasser oder von der Luft aus
die Wasseroberfläche durchstößt.
[0018] Die lösungsgemäße Startvorrichtung vermag das Triebwerk des Unterwasser-Laufkörpers
zu aktivieren, während der Unterwasser-Laufkörper sich noch in der Rampe befindet
und die Rampe den Unterwasser-Laufkörper umschließt und hält. Die Rampe führt den
gestarteten Unterwasser-Laufkörper auf einem ersten Teil der Bewegungsbahn, bis der
Unterwasser-Laufkörper eine gewisse Geschwindigkeit und damit kinetische Energie erreicht
hat und die Gefahr reduziert ist, dass Wasserströmungen etc. den Unterwasser-Laufkörper
vom Weg abbringen. Diese Wasserströmungen können beispielsweise aufgrund der Fortbewegung
einer Plattform, welche die lösungsgemäße Startvorrichtung trägt, durch das Wasser
auftreten. Das Triebwerk ist mit einem Treibstoff gefüllt und stößt nach der Aktivierung
erzeugtes Treibmittel aus. Durch den Ausstoß des Treibmittels wird der Unterwasser-Laufkörper
aus der Rampe geschoben. Dank des Triebwerks wird der Unterwasser-Laufkörper aus der
Rampe ausgestoßen, ohne dass Druckluft oder ein Kolben oder ein sonstiger Ausstoß-Mechanismus
erforderlich sind, um den Unterwasser-Laufkörper auszustoßen. Ein solcher Mechanismus
erfordert Platz und elektrische und / oder hydraulische und / oder mechanische Energie.
Beides steht an Bord einer Plattform in der Regel nur begrenzt zur Verfügung, insbesondere
wenn die Plattform ein Unterwasserfahrzeug ist. Außerdem erfordert ein Ausstoß-Mechanismus
oft eine regelmäßige Wartung und / oder Instandhaltung, und die Gefahr besteht, dass
dieser Ausstoß-Mechanismus ausfällt. Ein Pneumatik-Kreislauf für einen pneumatisch
betriebenen Ausstoß-Mechanismus hat den weiteren Nachteil, dass Gasblasen aus einem
Leck austreten und an die Wasseroberfläche steigen können, was in vielen Fällen unerwünscht
ist. Die Erfindung führt somit zu einer Startvorrichtung mit einem einfacheren mechanischen
Aufbau und verringert das Risiko, dass schon vor dem Start Gasblasen austreten.
[0019] Weil weniger Platz benötigt wird und kein zusätzlicher Ausstoß-Mechanismus zu montieren
ist, lässt sich die Startvorrichtung leichter an Bord einer bereits vorhandenen Plattform
anbringen. Oft lässt sich die Startvorrichtung mitsamt dem oder jedem Unterwasser-Laufkörper
in bereits vorhandene und unter Wasser angeordnete Torpedorohre eines Überwasserfahrzeugs
oder Unterwasserfahrzeugs unterbringen.
[0020] Häufig wird ein Unterwasser-Laufkörper in einem Kanister angeliefert. Der Kanister
mitsamt dem Unterwasser-Laufkörper wird in die Rampe eingeführt. Wenn das Triebwerk
aktiviert wird und Treibmittel ausstößt, so verlässt der Unterwasser-Laufkörper den
Kanister, welcher in der Rampe bleibt. Möglich, aber dank der Erfindung nicht erforderlich
ist es, dass ein Ausstoß-Mechanismus den Kanister öffnet oder durchstößt, um den Unterwasser-Laufkörper
auszustoßen.
[0021] Wenn das Triebwerk aktiviert ist, stößt der Unterwasser-Laufkörper in der Rampe Treibmittel
in eine Ausstoßrichtung aus, die in der Regel parallel zur Rampen-Längsachse ist und
der Richtung, in welche der Unterwasser-Laufkörper die Rampe verlässt, entgegengesetzt
ist (actio gleich reactio). Dadurch wird der Unterwasser-Laufkörper in eine Startrichtung
parallel zur Rampen-Längsachse verschoben und danach aus der Rampe ausgestoßen. Die
Startrichtung des Unterwasser-Laufkörpers zeigt in der Regel von der Plattform weg,
und daher zeigt die Ausstoßrichtung des Treibmittels auf die Plattform zu. Insbesondere
im Falle eines Wasserfahrzeugs als der Plattform ist unerwünscht, dass das ausgestoßene
Treibmittel in das Innere des Wasserfahrzeugs gelangt oder die Rampe oder eine Hülle
des Wasserfahrzeugs zu stark erhitzt. Die Treibmittel-Umlenkeinheit verhindert dieses
unerwünschte Ereignis.
[0022] Eine Gefahr für ein Besatzungsmitglied der Plattform, welche die Startvorrichtung
mit der Rampe umfasst, und für die Plattform selber darf auch dann nicht auftreten,
wenn der Unterwasser-Laufkörper aufgrund eines Fehlers nicht die Rampe verlässt, nachdem
das Triebwerk aktiviert ist, sondern z. B. in der Rampe verklemmt ist oder anderweitig
festgehalten wird oder wenn eine Klappe der Rampe nicht geöffnet ist. In diesem Fall
stößt der Unterwasser-Laufkörper in der Rampe so lange Treibmittel aus, bis der Treibstoff
des Triebwerks vollständig verbraucht ist. Daher wird in der Rampe eine erheblich
größere Menge von Treibmittel ausgestoßen als bei einem fehlerfreien Start. Dank der
Treibmittel-Umlenkeinheit wird das ausgestoßene Treibmittel trotz dieses Fehlers von
der Plattform wegbewegt, nämlich in die Auslassrichtung, welche die Treibmittel-Umlenkeinheit
festlegt. Dieses Merkmal verhindert das gefährliche und daher unerwünschte Ereignis,
dass das ausgestoßene Treibmittel die Rampe soweit erhitzt, dass Treibmittel oder
ein Gefechtskopf des Unterwasser-Laufkörpers explodiert oder sich entzündet oder die
erhitzte Rampe oder eine Fahrzeughülle beschädigt werden.
[0023] Möglich, aber dank der Treibmittel-Umlenkeinheit nicht erforderlich ist es, dass
die Startvorrichtung einen Mechanismus aufweist, der das Triebwerk abschaltet oder
einen Gefechtskopf deaktiviert, wenn der Unterwasser-Laufkörper nach Aktivieren des
Triebwerks aufgrund eines Fehlers nicht die Rampe verlässt.
[0024] In einer Ausführungsform der Erfindung ist die Treibmittel-Umlenkeinheit so ausgestaltet
und angeordnet, dass folgendes bewirkt wird:
- Die Auslassrichtung des Treibmittels ist parallel zur Rampen-Längsachse und damit
parallel zur Ausstoßrichtung des Unterwasser-Laufkörpers.
- Das von der Treibmittel-Umlenkeinheit umgelenkte Treibmittel tritt aus der Treibmittel-Umlenkeinheit
mit einem Abstand, beispielsweise mit einem seitlichen oder vertikalen Versatz, zur
Rampen-Längsachse aus.
[0025] Das Treibmittel wird in dieser Ausgestaltung in die gleiche Richtung wie der Unterwasser-Laufkörper
ausgestoßen, aber mit einem seitlichen Versatz und nicht aus der Rampe, sondern aus
der Treibmittel-Umlenkeinheit. Bei einem Starten des Unterwasser-Laufkörpers unter
Wasser wird in nur eine Richtung ein Impuls auf das umgebende Wasser ausgeübt, nämlich
einerseits durch den Unterwasser-Laufkörper und andererseits durch das ausgestoßene
Treibmittel. Somit treten nicht an zwei weit voneinander entfernten Stellen im Wasser
Verwirbelungen und / oder Gasblasen auf, welche entdeckt werden können und eine Information
über die ausstoßende Plattform liefern können.
[0026] Außerdem ermöglicht diese Ausgestaltung eine besonders kompakte und platzsparende
Bauweise. Die gesamte Startvorrichtung erstreckt sich im Wesentlichen entlang der
Rampen-Längsachse und hat eine nur relativ geringe Abmessung senkrecht zur Rampen-Längsachse.
Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn die Startvorrichtung an Bord eines Unterwasserfahrzeugs
montiert ist.
[0027] In einer alternativen Ausgestaltung schließt die Auslassrichtung des Treibmittels
einen spitzen Winkel mit der Rampen-Längsachse ein. Zwischen der Auslassrichtung und
der Ausstoßrichtung des Unterwasser-Laufkörpers tritt bevorzugt ein spitzer oder stumpfer
Winkel auf. Die Treibmittel-Umlenkeinheit lenkt das Treibmittel um einen stumpfen
Winkel um. Bevorzugt ist der Umlenkwinkel größer als 60°, besonders bevorzugt größer
als 120°.
[0028] Bei der Ausgestaltung mit dem stumpfen Umlenk-Winkel wächst der Abstand zwischen
dem gestarteten Unterwasser-Laufkörper und dem Treibmittel, welches die Treibmittel-Umlenkeinheit
verlassen hat, während der Bewegung des Unterwasser-Laufkörpers. Hierdurch wird mit
größerer Sicherheit eine Wechselwirkung zwischen dem Treibmittel, welches die Treibmittel-Umlenkeinheit
verlassen hat, und dem Unterwasser-Laufkörper vermieden. Diese Wechselwirkung ist
in manchen Situationen unerwünscht, beispielsweise weil die Bewegungs-Regelung des
Unterwasser-Laufkörpers erschwert werden kann oder eine aktive oder passive Sonaranlage
des Unterwasser-Laufkörpers verfälschte Ergebnisse liefern kann.
[0029] In einer Ausgestaltung umfasst die Startvorrichtung zusätzlich zu der ersten Rampe
eine zweite Rampe, die sich entlang einer zweiten Rampen-Längsachse erstreckt und
einen Abstand zur ersten Rampen-Längsachse aufweist. Die beiden Rampen-Längsachsen
können parallel zueinander angeordnet sein oder einen Winkel einschließen. Die zweite
Rampe vermag einen zweiten Unterwasser-Laufkörper unter Wasser zu umschließen, zu
halten und zu lenken.
[0030] Dank der zweiten Rampe vermag die Startvorrichtung gleichzeitig oder nacheinander
zwei Unterwasser-Laufkörper zu starten, ohne dass zwischendurch ein Nachladen in eine
Rampe erforderlich ist.
[0031] Möglich ist, dass die Startvorrichtung eine weitere Treibmittel-Umlenkeinheit umfasst.
Jeder Rampe ist eine eigene Treibmittel-Umlenkeinheit zugeordnet. In einer bevorzugten
Ausgestaltung ist hingegen dieselbe Treibmittel-Umlenkeinheit sowohl der ersten Rampe
als auch der zweiten Rampe zugeordnet. Die Startvorrichtung ist so ausgestaltet und
angeordnet, dass folgendes bewirkt wird:
- Ein Treibmittel, das vom ersten Unterwasser-Laufkörper in der ersten Rampe ausgestoßen
wird, wird in die zugeordnete Treibmittel-Umlenkeinheit geleitet.
- Ein Treibmittel, das vom zweiten Unterwasser-Laufkörper in der zweiten Rampe ausgestoßen
wird, wird in dieselbe zugeordnete Treibmittel-Umlenkeinheit geleitet.
[0032] In dieser Ausgestaltung wird also dieselbe Treibmittel-Umlenkeinheit für mindestens
zwei verschiedene Rampen verwendet. Diese Ausgestaltung spart Platz ein im Vergleich
zu einer Ausgestaltung, bei der jeder Rampe eine eigene Treibmittel-Umlenkeinheit
zugeordnet ist.
[0033] Möglich ist, dass einer ersten Gruppe mit mindestens zwei Rampen eine erste Treibmittel-Umlenkeinheit
zugeordnet ist und einer zweiten Gruppe mit mindestens einer weiteren Rampe eine zweite
Treibmittel-Umlenkeinheit.
[0034] Vorzugsweise umfasst die Startvorrichtung eine Arretier-Vorrichtung, welche der ersten
Rampe zugeordnet ist. Möglich ist, dass der zweiten Rampe eine gleichartige weitere
Arretier-Vorrichtung zugeordnet ist. Die oder jede Arretier-Vorrichtung lässt sich
in einen Arretier-Zustand und in einen Freigabe-Zustand überführen, und zwar bevorzugt
unabhängig von jeder anderen Arretier-Vorrichtung.
[0035] Die zugeordnete Arretier-Vorrichtung in dem Arretier-Zustand verhindert, dass der
arretierte Unterwasser-Laufkörper in der Rampe sich relativ zur Rampe bewegt, insbesondere
verkantet oder aus der Rampe rutscht. Die Arretier-Vorrichtung im Freigabe-Zustand
ermöglicht, dass der Unterwasser-Laufkörper aus der Rampe austritt.
[0036] Solange die Arretier-Vorrichtung im Arretier-Zustand ist, unterbindet oder blockiert
in einer bevorzugten Ausgestaltung die Startvorrichtung nicht nur eine Bewegung des
Unterwasser-Laufkörpers, sondern auch ein Aktivieren des Triebwerks. Dadurch lässt
sich das Triebwerk erst dann aktivieren, wenn die Arretier-Vorrichtung in den Freigabe-Zustand
überführt ist.
[0037] Die Arretier-Vorrichtung verhindert im Arretier-Zustand, dass der Unterwasser-Laufkörper
eine unerwünschte Bewegung relativ zur Rampe ausgeführt, bevor das Triebwerk aktiviert
ist. Eine solche unerwünschte Bewegung könnte den Unterwasser-Laufkörper und / oder
die Rampe beschädigen oder dazu führen, dass der Unterwasser-Laufkörper die Rampe
nicht verlassen kann. Das Triebwerk lässt sich gemäß der bevorzugten Ausgestaltung
erst dann aktivieren, und der Unterwasser-Laufkörper kann die Rampe erst dann verlassen,
wenn die Arretier-Vorrichtung im Freigabe-Zustand ist. Dank dieser Ausgestaltung wird
das unerwünschte Ereignis verhindert, dass das Triebwerk des Unterwasser-Laufkörpers
aktiviert wird, obwohl die Arretier-Vorrichtung noch im Arretier-Zustand ist. Dieses
unerwünschte Ereignis kann dazu führen, dass der Unterwasser-Laufkörper mit aktiviertem
Triebwerk in der Rampe festgehalten wird, beispielsweise weil ausgestoßenes Treibmittel
es verhindert, dass die Arretier-Vorrichtung in den Freigabe-Zustand überführt wird.
[0038] In einer Fortbildung dieser Ausgestaltung umfasst die Startvorrichtung einen Positions-Sensor.
Dieser Positions-Sensor vermag positiv das Ereignis zu entdecken, dass die Arretier-Vorrichtung
sich im Freigabe-Zustand befindet. "Positiv entdecken" bedeutet, dass der Positions-Sensor
ein Signal erzeugt, wenn er das Ereignis entdeckt hat. Die Startvorrichtung vermag
das Triebwerk zu aktivieren, nachdem der Positions-Sensor entdeckt hat, dass die Arretier-Vorrichtung
sich im Freigabe-Zustand befindet. Somit wird das Triebwerk als Reaktion auf das Ereignis
aktiviert, dass die Arretier-Vorrichtung im Freigabe-Zustand ist. Das Aktivieren des
ersten Triebwerks kann ferner unterbunden sein, solange der Positions-Sensor nicht
dieses Ereignis entdeckt hat.
[0039] Durch diese Ausgestaltung mit dem Positions-Sensor lässt sich eine gesetzliche Anforderung
erfüllen, nämlich dass ein Triebwerk erst dann aktiviert werden darf, wenn ein spezifisches
sicherheitsrelevantes Ereignis physikalisch entdeckt worden ist. Gemäß dieser Ausgestaltung
wird als sicherheitsrelevantes Ereignis das Ereignis verwendet, dass der Positions-Sensor
entdeckt, dass die Arretier-Vorrichtung sich im Freigabe-Zustand befindet, und ein
entsprechendes Signal erzeugt hat. Diese Ausgestaltung zeigt also einen Weg auf, um
eine gesetzliche Anforderung an das Aktivieren eines Triebwerks zu erfüllen.
[0040] Vorzugsweise sendet der Positions-Sensor dann ein entsprechendes Signal, wenn er
den Freigabe-Zustand entdeckt hat. Das Triebwerk lässt sich nur dann aktivieren, wenn
das Freigabe-Signal anliegt. Dadurch wird dann, wenn der Positions-Sensor oder ein
Steuergerät der Startvorrichtung ausgefallen oder die Signalübermittlung unterbrochen
ist, ein sicherer Zustand gewährleistet, nämlich dass das Triebwerk nicht aktiviert
wird.
[0041] Erfindungsgemäß kann Wasser in die erste Rampe und / oder in die zweite Rampe eindringen,
und dies ist erwünscht. Bevorzugt verschließt eine Rampen-Klappe dann die Rampe gegen
umgebendes Wasser, wenn die Rampen-Klappe in einem geschlossenen Zustand ist. In einem
geöffneten Zustand ermöglicht die Rampen-Klappe, dass Wasser in die Rampe eindringt.
Die Startvorrichtung vermag die Rampen-Klappe zu öffnen und dadurch zu ermöglichen,
dass Wasser in die Rampe einfließt. Die Startvorrichtung öffnet die Rampen-Klappe,
bevor die Startvorrichtung das Triebwerk des Unterwasser-Laufkörpers aktiviert. Somit
ist der Unterwasser-Laufkörper in der Rampe von Wasser umgeben, wenn sein Triebwerk
gezündet wird. Dies erleichtert es, die Bewegungsbahn des Unterwasser-Laufkörpers
zu regeln, verglichen mit einer Ausgestaltung, bei der der gestartete Unterwasser-Laufkörper
schlagartig auf Wasser trifft.
[0042] Erfahrungsgemäß startet die Startvorrichtung den Unterwasser-Laufkörper unter Wasser.
Je nach Ausgestaltung der Startvorrichtung und der aktuellen Betriebssituation kann
die Auslass-Öffnung der Treibmittel-Umlenkeinheit sich oberhalb oder unterhalb der
Wasseroberfläche befinden. Das ausgestoßene und umgelenkte Treibmittel kann also oberhalb
oder unterhalb der Wasseroberfläche ausgestoßen werden.
[0043] In einer Ausgestaltung trennt eine Umlenkeinheit-Klappe die Treibmittel-Umlenkeinheit
von dem umgebenden Fluid, im Falle eines Ausstoßes von Treibmittel unterhalb der Wasseroberfläche
von dem umgebenden Wasser, solange die Umlenkeinheit-Klappe geschlossen ist. In einer
Ausgestaltung vermag ein Stellglied diese Umlenkeinheit-Klappe zu öffnen. In einer
bevorzugten Ausgestaltung vermag hingegen ausgestoßenes und umgelenktes Treibmittel
die Umlenkeinheit-Klappe zu öffnen oder auch zum Bersten zu bringen. Diese bevorzugte
Ausgestaltung spart ein Stellglied für die Umlenkeinheit-Klappe ein.
[0044] In einer Ausgestaltung vermag das umgelenkte Treibmittel nur dann die Umlenkeinheit-Klappe
zu öffnen, wenn der Druck, den das Treibmittel auf die Klappe ausübt, eine vorgegebene
Schranke übersteigt. Diese Schranke kann so bemessen sein, dass die Klappe bei einem
fehlerfreien Start des Unterwasser-Laufkörpers geschlossen bleibt und der Druck des
Treibmittels zusätzlich zum Rückstoß dazu beiträgt, den Unterwasser-Laufkörper auszustoßen.
Nur dann, wenn der Unterwasser-Laufkörper aufgrund eines Fehlers nicht die Rampe verlässt,
öffnet der Druck des ausgestoßenen Treibmittels die Klappe.
[0045] Die Umlenkeinheit-Klappe im geschlossenen Zustand verhindert, dass umgebendes Fluid,
insbesondere Wasser, in die Treibmittel-Umlenkeinheit eindringen kann. Weiterhin wird
dann, wenn die Plattform ein Wasserfahrzeug ist, ermöglicht, dass die Umlenkeinheit-Klappe
im geschlossenen Zustand zu einer strömungsgünstigen Form des Wasserfahrzeugs beiträgt.
Dies reduziert die Gefahr, dass an einer Auslassöffnung der Treibmittel-Umlenkeinheit
Verwirbelungen von Wasser auftreten können.
[0046] Wenn das ausgestoßene Treibmittel die Umlenkeinheit-Klappe zu öffnen vermag, ist
es nicht erforderlich, die Umlenkeinheit-Klappe mit Hilfe eines Stellglieds zu öffnen.
Ein solches Stellglied kann defekt sein. Außerdem kann es in manchen Anwendungen zu
viel Zeit kosten, die Umlenkeinheit-Klappe mit Hilfe eines Stellglieds zu öffnen.
Das Öffnen mit Hilfe des Treibmittels funktioniert rasch und ohne ein Stellglied.
[0047] In einer Anwendung ist die lösungsgemäße Startvorrichtung an Bord eines Wasserfahrzeugs
montiert. Bevorzugt ist die Treibmittel-Umlenkeinheit so an Bord dieses Wasserfahrzeugs
montiert, dass in einer Standard-Schwimmlage des Wasserfahrzeugs folgendes bewirkt
wird: Die gesamte Bewegungsbahn oder wenigstens die letzte Strecke der Bewegungsbahn
von Treibmittel, welches in die Treibmittel-Umlenkeinheit hineingeleitet wird und
durch die Treibmittel-Umlenkeinheit bewegt wird, ist waagerecht oder ansteigend.
[0048] Diese Ausgestaltung verhindert das unerwünschte Ereignis, dass Gase in der Treibmittel-Umlenkeinheit
verbleiben und erst allmählich während der Fahrt des Wasserfahrzeugs austreten. Das
Wasserfahrzeug würde dann eine Blasenspur hinter sich hier ziehen, was insbesondere
für ein Unterwasserfahrzeug oft unerwünscht ist. Dank der Ausgestaltung treten alle
Gase vielmehr in einem einzigen Schwall aus.
[0049] In einer Ausgestaltung umfasst die Startvorrichtung ein Rampen-Stellglied. Dieses
Rampen-Stellglied vermag die Rampe zu verschwenken. Insbesondere lässt sich dadurch
die Ausstoßrichtung verändern, in welche der Unterwasser-Laufkörper aus der Rampe
ausgestoßen wird. In einer Ausgestaltung bewirkt ein Verschwenken der Rampe, dass
auch die Auslassrichtung verändert wird, in welche Treibmittel aus der Treibmittel-Umlenkeinheit
ausgelassen wird.
[0050] Das Rampen-Stellglied vermag die Rampe zu verschwenken und damit die Orientierung
der Rampen-Längsachse relativ zu der Plattform zu verändern. Damit lässt sich der
Unterwasser-Laufkörper in eine gewünschte von mehreren möglichen Richtungen starten.
Im Falle eines Wasserfahrzeugs als der Plattform wird ermöglicht, dass die unter Wasser
angeordnete Rampe sich in einer hydrodynamisch günstigen Position relativ zu der Fahrtrichtung
des Wasserfahrzeugs befindet, bevor der Unterwasser-Laufkörper in der Rampe gestartet
wird. Die Rampe ruft daher während der Fahrt des Wasserfahrzeugs einen relativ geringen
Wasserwiderstand hervor. Wenn der Unterwasser-Laufkörper gestartet werden soll, verschwenkt
das Rampen-Stellglied die Rampe relativ zur Fahrzeughülle in eine für den Start gewünschte
Position. Beispielsweise verschwenkt das Rampen-Stellglied die erste Rampe) aus einer
Fahrt-Position in eine Abschuss-Position, bevor das Triebwerk aktiviert wird.
[0051] Die lösungsgemäße Startvorrichtung ist ein Bestandteil einer Plattform, insbesondere
eines Wasserfahrzeugs, oder lässt sich wenigstens zeitweise an Bord einer Plattform
montieren. Insbesondere dank der Treibmittel-Umlenkeinheit ist es oft mit geringem
Aufwand möglich, eine lösungsgemäße Startvorrichtung nachträglich an Bord einer Plattform
zu montieren oder eine vorhandene Startvorrichtung zu ergänzen und dadurch die Betriebssicherheit
zu steigern.
[0052] In einer Ausgestaltung umfasst dieses Wasserfahrzeug ein Waffenrohr, z.B. ein Torpedorohr
oder ein Rohr, um Minen oder Behälter oder Unterwasser-Schwimmhilfen auszustoßen.
Die gesamte Startvorrichtung oder wenigstens die Rampe mit dem Unterwasser-Laufkörper
und der optionalen Arretier-Vorrichtung ist in diesem Waffenrohr angeordnet. Möglich
ist, dass ein Adapter in das Innere des Waffenrohrs eingesetzt ist, um den Abstand
zwischen dem größeren Innendurchmesser des Waffenrohrs und dem kleineren Außendurchmesser
der Rampe zu überbrücken. Möglich ist sogar, dass zwei Rampen einer lösungsgemäßen
Startvorrichtung mit Hilfe eines Adapters in das Innere desselben Waffenrohrs eingesetzt
sind. Möglich ist auch, die Startvorrichtung an einer Außenhülle des Wasserfahrzeugs
zu montieren, so dass die Startvorrichtung dauerhaft von Wasser umgeben ist und rasch
zum Starten eines Unterwasserlaufkörpers bereitgemacht werden kann.
[0053] Die Plattform mit der Startvorrichtung kann ein bemanntes oder unbemanntes Überwasserfahrzeug
oder Unterwasserfahrzeug sein. Dieses Wasserfahrzeug kann einen eigenen Antrieb aufweisen
oder ohne einen eigenen Antrieb ausgestaltet sein. Die Plattform kann auch stationär
auf dem Wasser angeordnet sein, beispielsweise an Bord einer Bohrinsel oder eines
Schwimmkörpers, oder an Land und dort an einer Küste montiert sein, beispielsweise
um einen Hafen vor Angriffen zu schützen.
[0054] Nachfolgend ist die erfindungsgemäße Startvorrichtung anhand eines in den Zeichnungen
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Hierbei zeigen:
Fig. 1 in einer Seitenansicht eine lösungsgemäße Startvorrichtung mit zwei Rampen
für zwei Unterwasser-Raketen, wobei das Raketen-Triebwerk einer Unterwasser-Rakete
gerade gezündet worden ist und die andere Unterwasser Rakete noch arretiert ist;
Fig. 2 eine beispielhafte Arretier-Vorrichtung für eine Unterwasser-Rakete in drei
aufeinanderfolgenden Zuständen;
Fig. 3 in einer Draufsicht eine Abwandlung der Startvorrichtung von Fig. 1;
Fig. 4 in einer Seitenansicht eine weitere Abwandlung der Startvorrichtung von Fig.
1.
[0055] Im Ausführungsbeispiel wird die Erfindung in einer Startvorrichtung angewendet, welche
an Bord eines Unterwasserfahrzeugs, beispielsweise an Bord eines bemannten Unterseeboots,
angeordnet ist. Das Unterwasserfahrzeug besitzt eine Fahrzeughülle Fh, beispielsweise
einen Druckkörper oder eine Außenhülle. Die lösungsgemäße Startvorrichtung ist bündig
in diese Fahrzeughülle Fh eingelassen. Bevorzugt ist die lösungsgemäße Startvorrichtung
vollständig außerhalb des Druckkörpers angeordnet, also zwischen Druckkörper und Außenhülle,
und ist bei einer Tauchfahrt dem Druck des umgebenden Wassers ausgesetzt.
[0056] Die Erfindung lässt sich genauso gut an Bord eines Überwasserfahrzeugs anwenden.
Die Startvorrichtung ist in dieser Anwendung an einem Bereich der Fahrzeughülle Fh
des Überwasserfahrzeugs montiert, welcher beim Einsatz dauerhaft unterhalb der Wasseroberfläche
verbleibt. Die Unterwasser-Rakete verbleibt während der gesamten Fahrt unter Wasser.
[0057] Die Startvorrichtung vermag mindestens eine Unterwasser-Rakete, im Ausführungsbeispiel
mehrere Unterwasser-Raketen, unterhalb der Wasseroberfläche WO zu starten. Unter einer
Unterwasser-Rakete wird ein Laufkörper verstanden, der für den Einsatz unter Wasser
ausgestaltet ist und ein Raketen-Triebwerk aufweist, also einen Antrieb, der aktiviert
werden kann und nach der Aktivierung einen Treibstoff in ein Treibmittel umwandelt,
z.B. verbrennt, das erzeugte Treibmittel ausstößt und den Laufkörper dadurch in die
zur Ausstoßrichtung des Treibmittels entgegengesetzte Richtung bewegt. Die Unterwasser-Rakete
verbleibt im Ausführungsbeispiel während des gesamten Einsatzes unter der Wasseroberfläche
WO und kann dem Wasserdruck bis zu einer vorgegebenen maximalen Wassertiefe standhalten.
Die Unterwasser-Rakete kann ein Marsch-Triebwerk und zusätzlich ein Start-Triebwerk
aufweisen, welches nur zum Start der Unterwasser-Rakete verwendet wird, oder ein einziges
Triebwerk für die gesamte Fahrt. Im Folgenden wird die Bezeichnung "Raketen-Triebwerk"
für dasjenige Triebwerk verwendet, welches den Start der Unterwasser-Rakete aus der
Rampe bewirkt. In der Regel beschleunigt eine Unterwasser-Rakete schneller im Wasser
als ein Torpedo, das von mindestens einem Propeller angetrieben wird.
[0058] Jede Unterwasser-Rakete umfasst weiterhin eine Sonaranlage, die aktiv und / oder
passiv arbeitet, und einen Gefechtskopf mit einer Sprengladung und ist dafür ausgestaltet,
mittels der Sonaranlage einen anderen Unterwasser-Laufkörper zu orten, auf diesen
zu zu fahren und durch Zündung der Sprengladung diesen Unterwasser-Laufkörper zu zerstören,
bevor der Unterwasser-Laufkörper das Wasserfahrzeug mit der Startvorrichtung oder
ein anderes Wasserfahrzeug erreicht.
[0059] In Fig. 1 wird die Startvorrichtung einer lösungsgemäßen Ausführungsform in einer
Seitenansicht gezeigt. Die Startvorrichtung umfasst zwei übereinander angeordnete
Rampen 3.1, 3.2, die jeweils die Form einer zylindrischen Röhre haben und sich jeweils
entlang einer Rampen-Längsachse La.1 bzw. La.2 erstrecken. Die beiden parallelen Längsachsen
La.1, La.2 der beiden Rampen 3.1, 3.2 liegen in der Zeichenebene von Fig. 1. Möglich
ist, dass vor oder hinter den Rampen 3.1, 3.2 weitere Rampen der Startvorrichtung
angeordnet sind. Die Fahrtrichtung des Wasserfahrzeugs steht senkrecht oder schräg
auf der Zeichenebene von Fig. 1.
[0060] Jede Rampe 3.1, 3.2 vermag jeweils einen Kanister 2.1, 2.2 mit einer Unterwasser-Rakete
1.1, 1.2 aufzunehmen. Möglich ist, dass in dem Inneren einer Rampe 3.1, 3.2 ein Adapter
angeordnet ist, damit dieselbe Rampe 3.1, 3.2 nacheinander Objekte mit unterschiedlichen
Durchmessern aufzunehmen vermag. Möglich ist auch, dass in dem Inneren eines Kanisters
2.1, 2.2 ein Adapter angeordnet ist, damit mehrere Exemplare von baugleichen Kanistern
2.1, 2.2 für Unterwasser-Raketen mit unterschiedlichen Durchmessern verwendet werden
können.
[0061] Jede Rampe 3.1, 3.2 besitzt in einer Ausgestaltung jeweils eine Mündungsklappe 6.1,
6.2, welche vor dem Start der Unterwasser-Rakete 1.1, 1.2 geöffnet wird. Spätestens
beim Start einer Unterwasser-Rakete 1.1, 1.2 ist die Rampe 3.1, 3.2 mit Wasser gefüllt,
so dass zwischen der Rampe 3.1, 3.2 und dem umgebenden Wasser kein Druckunterschied
auftritt. Der Hüllkörper der Unterwasser-Rakete 1.1, 1.2 vermag dem umgebenden Wasserdruck
standzuhalten. Anstelle einer Mündungsklappe 6.1, 6.2 kann auch eine Membran am äußeren
Ende einer Rampe 3.1, 3.2 vorgesehen sein, welche beim Start der Unterwasser-Rakete
1.1, 1.2 von deren Kopf durchstoßen wird.
[0062] In einer Ausgestaltung sind die Rampen 3.1, 3.2 beweglich an der Außenhülle des U-Boots
befestigt. Bevor die Unterwasser-Raketen 1.1, 1.2 gestartet werden, sind die Rampen
3.1, 3.2 in einer hydrodynamisch günstigen Position, in der sie möglichst wenig Wasserwiderstand
verursachen. Bevor eine Unterwasser-Rakete 1.1, 1.2 gestartet wird, verschwenkt eine
nicht gezeigtes Rampen-Stellglied die Rampen 3.1, 3.2 in eine gewünschte Richtung
auf das Ziel zu. Möglich ist auch, dass die Rampen 3.1, 3.2 fest an der Außenhülle
montiert sind, beispielsweise senkrecht oder schräg zur Fahrtrichtung. In einer anderen
Ausgestaltung ist jede Rampe 3.1, 3.2 in jeweils ein Torpedorohr des U-Boots eingelassen.
[0063] Jede Unterwasser-Rakete 1.1, 1.2 umfasst ein Raketen-Triebwerk sowie mehrere Stabilisierungsflossen.
Das Raketen-Triebwerk vermag ein Treibmittel auszustoßen, welches die Unterwasser-Rakete
1.1, 1.2 bei einem Einsatz unter Wasser durch das Wasser bewegt. Die Stabilisierungsflossen
stabilisieren die Bewegung der Unterwasser-Rakete 1.1, 1.2 durch das Wasser.
[0064] Eine Unterwasser-Rakete 1.1, 1.2 wird in jeweils einem rund-zylindrischen Kanister
2.1, 2.2 zu dem Wasserfahrzeug transportiert. Der Kanister 2.1, 2.2 mit der Unterwasser-Rakete
1.1, 1.2 wird in eine Rampe 3.1, 3.2 eingesetzt und verbleibt einsatzbereit in dieser
Rampe 3.1, 3.2, während das Wasserfahrzeug mit der lösungsgemäßen Startvorrichtung
eine vorgegebene Aufgabe durchführt. Jeder Kanister 2.1, 2.2 besitzt jeweils eine
vordere Membran 7.1, 7.2 sowie eine hintere Membran 8.1, 8.2. Die Begriffe "vorne"
und "hinten" beziehen sich auf die Fahrtrichtung der Unterwasser-Rakete 1.1, 1.2 aus
dem Kanister 2.1, 2.2 hinaus. Der Kanister 2.1, 2.2 umgibt die Unterwasser-Rakete
1.1, 1.2 wasserdicht und luftdicht. Der Raum im Kanister 2.1, 2.2 um die Unterwasser-Rakete
1.1, 1.2 herum ist mit einem Fluid gefüllt, bevorzugt einem inerten Fluid. Ein Verschlussstopfen
13 hinten am Raketen-Triebwerk der Unterwasser-Rakete 1.1 verhindert, dass Fluid in
das Innere des Triebwerks eindringt, bevor das Triebwerk aktiviert wird. Der Kanister
2.1, 2.2 braucht nicht notwendigerweise dem Druck des umgebenden Wassers oder dem
Druck des ausgestoßene Treibmittels Tr.1 standhalten können. Bevor die Unterwasser-Rakete
1.1, 1.2 gestartet wird, nimmt vielmehr je nach Ausführungsform die Rampe 3.1, 3.2
und / oder die Hülle der Unterwasser-Rakete 1.1, 1.2 diesen Wasserdruck auf.
[0065] Möglich ist, dass in das Innere des Kanisters 2.1, 2.2 eine Ablaufrinne eingelassen
ist, welche sich parallel zur Rampen-Längsachse La.1, La.2 erstreckt und ausgestoßenes
Treibmittel, Abgase und Fluid lenkt und deren Abfluss aus dem Kanister 2.1, 2.2 erleichtert.
Die Abflussrinne erleichtert es auch, den Kanister 2.1, 2.2 mit einem Fluid zu füllen.
[0066] Fig. 2 zeigt beispielhaft eine Arretier-Vorrichtung, welche die Unterwasser-Rakete
1.1 in dem Kanister 2.1 hält und verhindert, dass die Unterwasser-Rakete 1.1 sich
während der Fahrt des Wasserfahrzeugs und vor dem Start relativ zum Kanister 2.1 bewegt
und daher möglicherweise verkantet. Zwei Klauen 9.1 und 9.2 greifen von zwei Seiten
in entsprechende Aussparungen am Heck der Unterwasser-Rakete 1.1 ein. Die Klaue 9.1
ist um eine Drehachse D.1 drehbar gelagert, die Klaue 9.2 um eine Drehachse D.2. Die
Drehachsen D.1 und D.2 stehen senkrecht auf der Zeichenebene von Fig. 2 und stützen
sich bevorzugt an der Wand des Kanisters 2.1 ab. Über eine gelenkige Verbindung 11
sind diese beiden Klauen 9.1, 9.2 mit einem Stößel 10 verbunden. Der Stößel 10 lässt
sich entlang der Rampen-Längsachse La.1 linear verschieben. Der Stößel 10 wird von
einer Kammer Km.1 umgeben, die mit einem Fluid gefüllt ist, welches unter Überdruck
steht. Eine Verschließeinheit 12 verschließt diese Kammer Km.1. Möglich ist, dass
drei oder vier Klauen von drei oder vier Seiten in entsprechende Aussparungen der
Unterwasser-Rakete 1.1 eingreifen, was in der Querschnittsdarstellung in Fig. 2 rechts
angedeutet wird.
[0067] Um die Arretierung der Unterwasser-Rakete 1.1 im Kanister 2.1 zu lösen, wird der
Stößel 10 nach hinten gezogen, also weg von dem Kanister 2.1 mit der Unterwasser-Rakete
1.1 (in Fig. 2 nach rechts). Dadurch wird auch die Verschließeinheit 12 nach hinten
gezogen, und das unter Überdruck stehende Fluid tritt aus der Kammer Km.1 aus, bewegt
den Stößel 10 nach hinten und hält ihn in der zurückgezogenen Position. Die konische
Form der Verschließeinheit 12 verstärkt die lineare Bewegung des Stößels 10 weg vom
Kanister 2.1. Die lineare Bewegung des Stößels 10 bewirkt, dass die gelenkige Verbindung
11 von einer T-Form in eine Y-Form übergeht. Die beiden Punkte, in denen die Verbindung
11 mit den beiden Klauen 9.1 und 9.2 verbunden ist, werden aufeinander zu bewegt.
Dies wiederum bewirkt, dass die beiden Klauen 9.1 und 9.2 um die beiden Drehachsen
D.1 und D.2 - oder alle vier Klauen um die jeweilige Drehachse - herumgedreht werden
und die Unterwasser-Rakete 1.1 im Kanister 2.1 freigeben. Die lineare Bewegung des
Stößels 10 weg von der Unterwasser-Rakete 1.1 bewirkt weiterhin, dass die hintere
Membrane 8.1 des Kanisters 2.1 durchstoßen wird.
[0068] In Übereinstimmung mit den Anforderungen aus STANAG 4368 ist die Zündung des Triebwerks
Tw.1 der Unterwasser-Rakete 1.1 blockiert, solange die Arretier-Vorrichtung mit den
Klauen 9.1, 9.2 die Unterwasser-Rakete 1.1 im Kanister 2.1 hält. Ein Positions-Sensor
16, beispielsweise ein Kontaktschalter, erzeugt ein Signal, wenn die Verbindung 11
bei der Bewegung weg vom Kanister 2.1 gegen den Positions-Sensor 16 stößt. Dieses
Ereignis bedeutet, dass die Arretier-Vorrichtung (Klauen 9.1, 9.2, Stößel 10, Verbindung
11) in der Freigabe-Position ist. Sobald positiv das Ereignis entdeckt wird, dass
die Klauen 9.1, 9.2 in einer Freigabe-Position sind, wird die Blockierung der Zündung
des Triebwerks Tw.1 aufgehoben, und das Triebwerk der Unterwasser-Rakete 1.1 lässt
sich zünden und damit aktivieren. Der Kanister 2.1 ist elektrisch mit einer Auslöse-Vorrichtung
(nicht gezeigt) außerhalb der Rampe 3.1 verbunden, welche das Triebwerk Tw.1 zündet.
Der Verschlussstopfen 13 hinten am Triebwerk Tw.1 der Unterwasser-Rakete 1.1 wird
durch die geöffnete hintere Membrane 8.1 hindurch aus dem Kanister 2.1 ausgestoßen.
[0069] In Fig. 1 wird eine Situation gezeigt, in welcher das Triebwerk Tw.1 der ersten Unterwasser-Rakete
1.1 gezündet ist und das Treibmittel Tr.1 ausstößt. Die Unterwasser-Rakete 1.1 verlässt
den Kanister 2.1 in eine Ausstoßrichtung AR, und der erste Kanister 2.1 verbleibt
in der Rampe 3.1. Die zweite Unterwasser-Rakete 1.2 ist noch im zweiten Kanister 2.2
arretiert.
[0070] Das von der Unterwasser-Rakete 1.1 ausgestoßene Treibmittel Tr.1 sowie ausgestoßene
Abgase durchstoßen die hintere Membrane 8.1 und gelangen in eine Kammer Km, welche
sich hinter den beiden Rampen 3.1 und 3.2 befindet, vgl. Fig. 1. Falls die Startvorrichtung
ein weiteres Paar von übereinander angeordneten Rampen aufweist, so ist hinter diesen
weiteren Rampen bevorzugt ebenfalls eine entsprechende Kammer angeordnet.
[0071] Die Kammer Km wird von einer Wand 4 umgeben, welche der Hitze und dem mechanischen
Impuls des ausgestoßenen Treibmittels Tr.1 standhalten kann. Insbesondere trägt die
Wand 4 dazu bei, dass kein Treibmittel Tr.1 in das Innere des Wasserfahrzeugs gelangen
kann. Durch die Membrane 8.1 wird weiteres Treibmittel Tr.1 ausgestoßen, und die hintere
Membrane 8.2 des zweiten Kanisters 2.2 ist verschlossen und kann ebenfalls dem Treibmittel
Tr.1 standhalten. Daher kann das ausgestoßene Treibmittel Tr.1 nur durch einen Kanal
Ka aus der Kammer Km entweichen. Dieser Kanal Ka erstreckt sich entlang einer Längsachse
La.K und wird von einer Wand 5 umgeben, welche ebenfalls der Hitze und dem mechanischen
Impuls des Treibmittels Tr.1 standhalten kann. Die Längsachse La.K des Kanals Ka ist
bevorzugt nicht waagerecht angeordnet, sondern leicht ansteigend, was in Fig. 1 angedeutet
wird. Daher leiten die Wand 4 um die Kammer K und die Wand 5 um den Kanal Ka das ausgestoßene
Treibmittel Tr.1 zu einem Auslass A, der bündig in die Fahrzeughülle Fh eingelassen
ist. Dieser Auslass A ist von einer Klappe 14 oder Membrane verschlossen. Das umgeleitete
Treibmittel Tr.1 öffnet diese Klappe 14 oder Membrane. Ein Stellglied für die Klappe
14 ist daher nicht erforderlich. In einer Ausgestaltung wird der Auslass A von einer
Verschlussklappe mit einer Sollbruchstelle verschlossen. Der Ausstoß des Treibmittels
Tr.1 aus dem Kanal Ka bewirkt, dass diese Verschlussklappe an der Sollbruchstelle
bricht, die Bruchstücke ausgestoßen werden und danach der Auslass A geöffnet ist.
[0072] In einer Ausgestaltung öffnet das ausgestoßene Treibmittel Tm.1 auf jeden Fall die
Klappe 14. In einer alternativen Ausgestaltung öffnet das ausgestoßene Treibmittel
Tm.1 nur dann die Klappe 14, wenn der Druck, den das Treibmittel Tm.1 von innen auf
die Klappe 14 ausübt, oberhalb einer vorgegebenen Schranke ist. Solange die Klappe
14 noch geschlossen ist, trägt der Druck des ausgestoßenen Treibmittels Tm.1 dazu
bei, die Unterwasser-Rakete 1.1 auszustoßen. Zugleich wird die gewünschte Sicherheitswirkung
gewährleistet, insbesondere wenn die Unterwasser-Rakete 1.1 nicht die Rampe 3.1 verlässt.
[0073] Das Treibmittel Tr.1 mitsamt dem Fluid aus dem Kanister 2.1, Abgasen und verdampftem
Wasser wird durch den geöffneten Auslass A in eine Auslassrichtung AR.T nach außen
ausgestoßen. Die gewünschte Wirkung, dass das Treibmittel Tr.1 nach außen ausgestoßen
wird, tritt auch dann ein, wenn die Unterwasser-Rakete 1.1 sich im Kanister 2.1 oder
in der Rampe 3.1 verklemmt und daher nicht die Rampe 3.1 verlässt. In diesem Fall
wird das gesamte Treibmittel Tr.1 der Unterwasser-Rakete 1.1 durch die Kammer Km,
den Kanal Ka und den Auslass A nach außen abgeleitet, ohne in das Innere des Wasserfahrzeugs
zu gelangen.
[0074] Gesehen in die Richtung, in welche das Treibmittel Tr.1 durch den Kanal Ka gestoßen
wird, steigt der Kanal Ka leicht an. Deshalb und weil das Treibmittel Tr.1 leichter
als Wasser ist, tritt das gesamte Treibmittel Tr.1, das in die Kammer Km ausgestoßen
wird und in den Kanal Ka eintritt, rasch wieder aus dem Kanal Ka aus. Kein ausgestoßenes
Gas sammelt sich im Kanal Ka. Verhindert wird dadurch, dass das Wasserfahrzeug eine
Blasenspur hinter sich herzieht, weil Treibmittel oder Abgase allmählich aus dem Kanal
Ka austreten. Dieser Effekt ist insbesondere dann unerwünscht, wenn das Wasserfahrzeug
ein Unterwasserfahrzeug auf Tauchfahrt ist.
[0075] Im Beispiel von Fig. 1 sind die Kammer Km mit der Wand 4 und der Kanal Ka mit der
Wand 5 und dem Auslass A zwei benachbarten Rampen 3.1 und 3.2 zugeordnet und gehören
zu einer Treibmittel-Umlenkeinheit. Somit ist jeweils eine Umlenk-Vorrichtung für
das Treibmittel zwei benachbarten Rampen zugeordnet. Diese Ausgestaltung ermöglicht
es, Platz einzusparen, weil weniger Kammern und Kanäle benötigt werden, als die Startvorrichtung
Rampen umfasst. Möglich ist auch eine alternative Ausgestaltung, bei der jeder Rampe
eine eigene Treibmittel-Umlenkeinheit zugeordnet ist. Die Ausgestaltung mit einer
eigenen Treibmittel-Umlenkeinheit erspart die Notwendigkeit, dass die hintere Membrane
8.1, 8.2 eines Kanisters 2.1, 2.2 dem ausgestoßenen Treibmittel einer anderen Unterwasser-Rakete
standhalten können muss.
[0076] In einer Ausgestaltung erstreckt sich der Kanal Ka parallel zu der Längsachse La.1,
La.2 einer Rampe 3.1, 3.2. Das Treibmittel Tr.1 wird parallel zur Fahrt der Unterwasser-Rakete
1.1 und mit einem seitlichen Versatz ausgestoßen. Die Treibmittel-Umlenkeinheit lenkt
somit das Treibmittel Tr.1 um 180° um.
[0077] In Fig. 3 und Fig. 4 werden zwei alternative Ausgestaltungen gezeigt. Die zweite
Rampe 3.2, der zweite Kanister 2.2 sowie die zweite Unterwasser-Rakete 1.2 werden
in Fig. 3 und Fig. 4 nicht gezeigt. Fig. 3 zeigt in einer Draufsicht von oben eine
alternative Ausgestaltung, Fig. 4 in einer Seitenansicht eine weitere alternative
Ausgestaltung. Das Wasserfahrzeug fährt in eine Fahrtrichtung FR (in Fig. 3 in der
Zeichenebene und von unten nach oben, in Fig. 4 senkrecht oder schräg zur Zeichenebene).
Die Längsachse La.1 der Rampe 1.1 sowie die Längsachse La.K des Kanals Ka liegen ebenfalls
in den Zeichenebenen von Fig. 3 und Fig. 4. Die in Fig. 3 und Fig. 4 gezeigten Situationen
werden mindestens beim Start des Unterwasser-Laufkörpers 1.1 hergestellt. Möglich
ist, dass ein nicht gezeigtes Rampen-Stellglied die Rampe 1.1 zuvor in die gezeigte
Abschuss-Position verschwenkt hat.
[0078] In dem in Fig. 3 gezeigten Beispiel tritt zwischen der Längsachse La.1 der Rampe
3.1 und der Längsachse La.K des Kanals Ka ein Winkel von α = 40° auf. Die Längsachse
La.K des Kanals Ka steht senkrecht auf der Fahrtrichtung FR, die Längsachse La.1 der
Rampe 3.1 schräg auf der Fahrtrichtung FR. Die Ausstoßrichtung AR der Unterwasser-Rakete
1.1 zeigt somit schräg nach vorne. Die Treibmittel-Umlenkeinheit lenkt im Beispiel
von Fig. 3 das ausgestoßene Treibmittel Tr.1 um 180° - α = 140° um. Selbstverständlich
sind auch andere Umlenkwinkel möglich. Bevorzugt liegt der Umlenkwinkel zwischen 90°
und 180° (einschließlich).
[0079] Wie in der Seitenansicht von Fig. 4 zu sehen ist, zeigt in diesem Beispiel die Ausstoßrichtung
AR der Unterwasser-Rakete 1.1 schräg nach unten und steht senkrecht oder schräg auf
der Fahrtrichtung FR des Wasserfahrzeugs. Die Längsachse La.K des Kanals Ka und damit
die Auslassrichtung AR.T des Treibmittels Tr.1 zeigt schräg nach oben. Dadurch wird
verhindert, dass Treibmittel Tr.1 sich im Kanal Ka ansammelt und Blasen austritt und
daher das Wasserfahrzeug eine Blasenspur hinter sich herzieht.
Bezugszeichen
| 1.1 |
erster Unterwasser-Laufkörper in Form einer Unterwasser-Rakete, umfasst das Triebwerk
Tw.1, ist im ersten Kanister 2.1 aufgenommen |
| 1.2 |
zweiter Unterwasser-Laufkörper in Form einer Unterwasser-Rakete, ist im zweiten Kanister
2.2 aufgenommen |
| 2.1 |
erster Kanister, in dem die erste Unterwasser-Rakete 1.1 gelagert ist |
| 2.2 |
zweiter Kanister, in dem die zweite Unterwasser-Rakete 1.2 gelagert ist |
| 3.1 |
erste Rampe, in welcher der erste Kanister 2.1 mit der ersten Unterwasser-Rakete 1.1
gelagert ist und welche die erste Unterwasser-Rakete 1.1 beim Start führt |
| 3.2 |
zweite Rampe, in welcher der zweite Kanister 2.2 mit der zweiten Unterwasser-Rakete
1.2 gelagert ist und welche die zweite Unterwasser-Rakete 1.2 beim Start führt |
| 4 |
Wand der gemeinsamen Kammer Km hinter den beiden Rampen 3.1 und 3.2 |
| 5 |
Wand eines Kanals Ka, der von der Kammer Km nach außen führt |
| 6.1 |
Mündungsklappe oder Membran vor der ersten Rampe 3.1, wird beim Start der Unterwasser-Rakete
1.1 geöffnet oder durchstoßen |
| 6.2 |
Mündungsklappe oder Membran vor der zweiten Rampe 3.2, wird beim Start der Unterwasser-Rakete
1.2 geöffnet oder durchstoßen |
| 7.1, 7.2 |
vordere Membran des Kanisters 2.1, 2.2, wird beim Start der Unterwasser-Rakete 1.1,
1.2 durchstoßen |
| 8.1, 8.2 |
hintere Membran des Kanisters 2.1, 2.2, grenzt an die Kammer Ka an |
| 9.1, 9.2 |
Klauen, welche die Unterwasser-Rakete 1.1 im Kanister 2.1 halten, sind um die Drehachsen
D.1 bzw. D.2 drehbar und gelenkig mit der Verbindung 11 verbunden |
| 10 |
Stößel, der linear beweglich und über die gelenkige Verbindung 11 mit den Klauen 9.1,
9.2 verbunden ist, wird von der Verschließeinheit 12 umgeben, durchstößt die hintere
Membran 8.1 |
| 11 |
gelenkige Verbindung zwischen den Klauen 9.1, 9.2 und dem Stößel 10, |
| |
setzt eine Linearbewegung des Stößels 10 in eine Drehbewegung der beiden Klauen 9.1,
9.2 um |
| 12 |
Verschließeinheit für die Kammer Km.1 der Arretier-Vorrichtung, fest mit dem Stößel
10 verbunden, hat einen konischen vorderen Teil |
| 13 |
Verschlussstopfen am hinteren Ende des Triebwerks Tw.1 der Unterwasser-Rakete 1.1,
wird nach dem Zünden des Triebwerks Tw.1 durch die hintere Membran 8.1 hindurch aus
dem Kanister 2.1 ausgestoßen |
| 14 |
Klappe, welche den Auslass A des Kanals Ka verschließt, wird von ausgestoßenem Treibmittel
Tr.1 oder von einem Stellglied geöffnet |
| 16 |
Positions-Sensor in Form eines Kontaktschalters, entdeckt das Ereignis, dass die Arretier-Vorrichtung
in der Freigabe-Position ist |
| A |
Auslass des Kanals Ka, in die Fahrzeughülle Fh eingelassen, von der Klappe 14 verschlossen |
| AR |
Ausstoßrichtung, in welche die Unterwasser-Rakete 1.1 aus der ersten Rampe 3.1 ausgestoßen
wird |
| ART |
Auslassrichtung, in welche das Treibmittel Tr.1 aus dem Kanal Ka hinaus durch den
Auslass A ausgelassen wird |
| D.1, D.2 |
Drehachse, um welche die Klaue 9.1, 9.2 drehbar sind |
| Fh |
Fahrzeughülle des Wasserfahrzeugs, in welche die Startvorrichtung mit den Rampen 2.1,
2.2 eingelassen ist |
| Ka |
Kanal, der von der Kammer Km nach außen führt, von der Wand 5 umgeben und von der
Klappe 14 verschlossen |
| Km |
gemeinsamen Kammer hinter den beiden Rampen 3.1 und 3.2, nimmt ausgestoßenes Treibmittel
Tr.1 auf, von der Wand 4 umgeben und mit dem Kanal Ka verbunden |
| Km.1 |
Kammer der Arretier-Vorrichtung, umgibt den Stößel 10, von der Verschließeinheit 12
verschlossen |
| La. 1 |
Längsachse der ersten Rampe 3.1, stimmt mit der Längsachse des ersten Kanisters 2.1
überein |
| La.2 |
Längsachse der zweiten Rampe 3.2, stimmt mit der Längsachse des zweiten Kanisters
2.2 überein |
| La.K |
Längsachse des Kanals Ka |
| Tr.1 |
Treibmittel, welches von dem Triebwerk Tw.1 der ersten Unterwasser-Rakete 1.1 beim
Start ausgestoßen wird |
| Tw.1 |
Triebwerk der ersten Unterwasser-Rakete 1.1, stößt das Treibmittel Tr.1 aus |
| WO |
Wasseroberfläche |
1. Startvorrichtung zum Starten eines ersten Unterwasser-Laufkörpers (1.1) von einer
Plattform, insbesondere von einem Wasserfahrzeug, aus,
wobei der erste Unterwasser-Laufkörper (1.1) ein erstes Triebwerk (Tw.1) umfasst,
welches dazu ausgestaltet ist, ein Treibmittel (Tr.1) auszustoßen,
wobei die Startvorrichtung eine erste Rampe (3.1) umfasst, die sich entlang einer
ersten Rampen-Längsachse (La.1) erstreckt,
wobei die erste Rampe (3.1) dazu ausgestaltet ist, den ersten Unterwasser-Laufkörper
(1.1) unter Wasser
- zu umschließen und zu halten und
- bei dessen Start abhängig von der Orientierung der ersten Rampen-Längsachse (La.1)
zu lenken,
wobei
die Startvorrichtung eine Treibmittel-Umlenkeinheit (4, 5, Km, Ka) umfasst,
wobei die Startvorrichtung dazu ausgestaltet ist, das Triebwerk (Tw.1) zu aktivieren
oder dessen Aktivierung zu ermöglichen, während der erste Unterwasser-Laufkörper (1.1)
unter Wasser in der ersten Rampe (3.1) umschlossen und gehalten ist,
wobei die erste Rampe (3.1) dazu ausgestaltet ist, vom ersten Triebwerk (Tw.1) ausgestoßenes
Treibmittel (Tr.1) zur Treibmittel-Umlenkeinheit (4, 5, Km, Ka) zu leiten, und
wobei die Treibmittel-Umlenkeinheit (4, 5, Km, Ka) dazu ausgestaltet ist, ausgestoßenes
Treibmittel (Tr.1) in eine Auslassrichtung (AR.T) umzuleiten, welche senkrecht oder
schräg von der Plattform weg zeigt, und
die Startvorrichtung so ausgestaltet ist, dass Wasser in die oder jede Rampe (3.1,
3.2) eindringen kann;
dadurch gekennzeichnet, dass
die Startvorrichtung eine erste Rampen-Klappe (6.1) umfasst, welche in einem geschlossenen
Zustand die erste Rampe (3.1) gegen umgebendes Wasser verschließt, wobei die Startvorrichtung
dazu ausgestaltet ist, die erste Rampen-Klappe (6.1) zu öffnen und dadurch das Einfließen
von Wasser in die erste Rampe (3.1) zu ermöglichen, bevor die Startvorrichtung das
Triebwerk (Tw.1) des ersten Unterwasser-Laufkörpers (1.1) aktiviert.
2. Startvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Treibmittel-Umlenkeinheit (4, 5, Km, Ka) so angeordnet ist, dass
- die Auslassrichtung (AR.T) des Treibmittels (Tr.1) parallel zur ersten Rampen-Längsachse
(La.1) ist und
- das umgelenkte Treibmittel (Tr.1) mit einem Abstand zur ersten Rampen-Längsachse
(La.1) aus der Treibmittel-Umlenkeinheit (4, 5, Km, Ka) austritt.
3. Startvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Treibmittel-Umlenkeinheit (4, 5, Km, Ka) so angeordnet ist, dass
die Auslassrichtung (AR.T) des Treibmittels (Tr.1) einen spitzen Winkel (α) mit der
ersten Rampen-Längsachse (La.1) einschließt und
die Treibmittel-Umlenkeinheit (4, 5, Km, Ka) ausgestoßenes Treibmittel (Tr.1) um einen
stumpfen Winkel (180° - α) umlenkt.
4. Startvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Startvorrichtung eine zweite Rampe (3.2) umfasst,
wobei die zweite Rampe (3.2) dazu ausgestaltet ist, einen zweiten Unterwasser-Laufkörper
(1.2) unter Wasser zu umschließen, zu halten und zu lenken.
5. Startvorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Startvorrichtung so ausgestaltet ist, dass
sowohl die erste Rampe (3.1) als auch die zweite Rampe (3.2) ein Treibmittel (Tr.1),
das vom jeweiligen Unterwasser-Laufkörper (1.1, 1.2) ausgestoßen ist, in die Treibmittel-Umlenkeinheit
(4, 5, Km, Ka) leiten.
6. Startvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Startvorrichtung eine Arretier-Vorrichtung (9.1, 9.2, 10, 11, 12) umfasst, welche
aus einem Arretier-Zustand in einen Freigabe-Zustand überführbar ist,
wobei die im Arretier-Zustand befindliche Arretier-Vorrichtung (9.1, 9.2, 10, 11,
12) eine Bewegung des ersten Unterwasser-Laufkörpers (1.1) in der ersten Rampe (3.1)
relativ zur ersten Rampe (3.1) verhindert,
wobei die im Freigabe-Zustand befindliche Arretier-Vorrichtung (9.1, 9.2, 10, 11,
12) den Austritt des ersten Unterwasser-Laufkörpers (1.1) aus der ersten Rampe (3.1)
ermöglicht und
wobei die Startvorrichtung dazu ausgestaltet ist, das Aktivieren des ersten Triebwerks
(Tw.1) zu unterbinden, solange die Arretier-Vorrichtung (9.1, 9.2, 10, 11, 12) im
Arretier-Zustand ist,
insbesondere wobei
die Startvorrichtung einen Positions-Sensor (16) umfasst,
welcher dazu ausgestaltet ist, das Ereignis zu entdecken, dass die Arretier-Vorrichtung
(9.1, 9.2, 10, 11, 12) sich im Freigabe-Zustand befindet,
wobei die Startvorrichtung dazu ausgestaltet ist, als Reaktion auf die Entdeckung,
dass die Arretier-Vorrichtung (9.1, 9.2, 10, 11, 12) im Freigabe-Zustand ist, das
erste Triebwerk (Tw.1) zu aktivieren oder dessen Aktivierung zu ermöglichen.
7. Startvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Umlenkeinheit-Klappe (14) die Treibmittel-Umlenkeinheit (4, 5, Km, Ka) von dem
umgebenden Fluid trennt,
wobei die Umlenkeinheit-Klappe (14) dergestalt montiert ist, dass ausgestoßenes Treibmittel
(Tr.1) die Umlenkeinheit-Klappe (14) zu öffnen und oder zum Bersten zu bringen vermag.
8. Startvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Umlenkeinheit-Klappe (14) so ausgestaltet ist,
dass das ausgestoßene Treibmittel (Tr.1) nur dann die Umlenkeinheit-Klappe (14) öffnet
oder zum Bersten bringt,
wenn der auf die Umlenkeinheit-Klappe (14) ausgeübte Druck eine vorgegebene Schranke
übersteigt.
9. Startvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Startvorrichtung an Bord eines Wasserfahrzeugs angeordnet ist und
die Treibmittel-Umlenkeinheit (4, 5, Km, Ka) in einer Standard-Schwimmlage des Wasserfahrzeugs
so angeordnet ist,
dass die gesamte Bewegungsbahn oder wenigstens die letzte Strecke (Ka) der Bewegungsbahn
von ausgestoßenem Treibmittel (Tr.1) in der Treibmittel-Umlenkeinheit (4, 5, Km, Ka)
waagerecht oder ansteigend ist.
10. Startvorrichtung nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Startvorrichtung ein Rampen-Stellglied aufweist,
welches dazu ausgestaltet ist, die erste Rampe (3.1) zu verschwenken.
11. Wasserfahrzeug mit einer Startvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
12. Wasserfahrzeug nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Wasserfahrzeug mindestens ein Waffenrohr umfasst,
wobei die Startvorrichtung in das Waffenrohr eingesetzt ist oder sich einsetzen lässt.
13. Wasserfahrzeug nach Anspruch 11 oder Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Wasserfahrzeug ein Unterwasserfahrzeug mit einem Druckkörper ist,
wobei der Druckkörper einen Innenbereich druckfest umschließt und
wobei die Startvorrichtung außerhalb des Innenbereichs angeordnet ist.
14. Wasserfahrzeug nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Wasserfahrzeug ein Überwasserfahrzeug ist,
wobei die Startvorrichtung so angeordnet ist, dass sie sich bei normaler Schwimmlage
des Überwasserfahrzeugs unterhalb der Wasseroberfläche (WO) befindet.
15. Verfahren zum Starten eines ersten Unterwasser-Laufkörpers (1.1) von einer Plattform,
insbesondere von einem Wasserfahrzeug, aus,
wobei der erste Unterwasser-Laufkörper (1.1) ein Triebwerk (Tw.1) umfasst,
wobei zum Starten eine Startvorrichtung mit einer ersten Rampe (3.1) verwendet wird,
welche sich entlang einer ersten Rampen-Längsachse (La.1) erstreckt, und wobei das
Verfahren die Schritte umfasst, dass
- die erste Rampe (3.1) den ersten Unterwasser-Laufkörper (1.1) unter Wasser umschließt
und hält,
- das Triebwerk (Tw.1) aktiviert wird,
- das aktivierte Triebwerk (Tw.1) ein Treibmittel (Tr.1) ausstößt und
- die erste Rampe (3.1) den ersten Unterwasser-Laufkörper (1.1) bei dessen Start abhängig
von der Orientierung der ersten Rampen-Längsachse (La.1) lenkt,
wobei
die Startvorrichtung eine Treibmittel-Umlenkeinheit (4, 5, Km, Ka) umfasst,
wobei der Schritt, das Triebwerk (Tw.1) zu aktivieren, durchgeführt wird,
während der erste Unterwasser-Laufkörper (1.1) unter Wasser in der ersten Rampe (3.1)
umschlossen und von ihr gehalten wird, und
wobei das Verfahren die weiteren Schritte umfasst, dass
- die erste Rampe (3.1) vom Triebwerk (Tw.1) ausgestoßenes Treibmittel (Tr.1) zur
Treibmittel-Umlenkeinheit (4, 5, Km, Ka) leitet und
- die Treibmittel-Umlenkeinheit (4, 5, Km, Ka) ausgestoßenes Treibmittel (Tr.1) in
eine Auslassrichtung (AR.T) umleitet, welche senkrecht oder schräg von der Plattform
weg zeigt;
- die Startvorrichtung mit einer ersten Rampen-Klappe (6.1) gegen umgebendes Wasser
verschlossen wird;
- die erste Rampen-Klappe (6.1) geöffnet wird, um das Einfließen von Wasser in die
erste Rampe (3.1) zu ermöglichen, bevor die Startvorrichtung das Triebwerk (Tw.1)
des ersten Unterwasser-Laufkörpers (1.1) aktiviert.
1. A launching device for launching a first underwater running body (1.1) from a platform,
in particular from a watercraft,
wherein the first underwater running body (1.1) comprises a first propulsion unit
(Tw.1), which is designed to emit a propellant (Tr.1),
wherein the launching device comprises a first ramp (3.1), which extends along a first
longitudinal ramp axis (La.1),
wherein the first ramp (3.1) is designed (1.1)
- to enclose and hold the first underwater running body (1.1) under water and
- to guide it during its launch, dependent on the orientation of the first longitudinal
ramp axis (La.1),
wherein
the launching device comprises a propellant deflection unit (4, 5, Km, Ka),
wherein the launching device is designed to activate the propulsion unit (Tw.1), or
to allow its activation, while the first underwater running body (1.1) is enclosed
and held in the first ramp (3.1) under water,
wherein the first ramp (3.1) is designed to direct propellant (Tr.1) emitted by the
first propulsion unit (Tw.1) to the propulsion deflection unit (4, 5, Km, Ka), and
wherein the propulsion deflection unit (4, 5, Km, Ka) is designed to divert emitted
propellant (Tr.1) into an outlet direction (AR.T), which is directed perpendicularly
or obliquely away from the platform; and
the launching device is designed in such a way that water can penetrate into the or
each ramp (3.1, 3.2);
characterized in that
the launching device comprises a first ramp flap (6.1), which in a closed state closes
the first ramp (3.1) with respect to surrounding water,
wherein the launching device is designed to open the first ramp flap (6.1) and thereby
allow water to flow into the first ramp (3.1)
before the launching device activates the propulsion unit (Tw.1) of the first underwater
running body (1.1).
2. The launching device as claimed in claim 1,
characterized in that
the propellant deflection unit (4, 5, Km, Ka) is arranged in such a way that
- the outlet direction (AR.T) of the propellant (Tr.1) is parallel to the first longitudinal
ramp axis (La.1) and
- the deflected propellant (Tr.1) leaves the propellant deflection unit (4, 5, Km,
Ka) at a distance from the first longitudinal ramp axis (La.1).
3. The launching device as claimed in one of the preceding claims,
characterized in that
the propellant deflection unit (4, 5, Km, Ka) is arranged in such a way that
the outlet direction (AR.T) of the propellant (Tr.1) forms an acute angle (α) with
the first longitudinal ramp axis (La.1) and
the propellant deflection unit (4, 5, Km, Ka) deflects emitted propellant (Tr.1) by
an obtuse angle (180° - α).
4. The launching device as claimed in one of the preceding claims,
characterized in that
the launching device comprises a second ramp (3.2),
wherein the second ramp (3.2) is designed to enclose, hold and guide a second underwater
running body (1.2) under water.
5. The launching device as claimed in claim 4,
characterized in that
the launching device is designed in such a way that
both the first ramp (3.1) and the second ramp (3.2) direct a propellant (Tr.1), which
is emitted by the respective underwater running body (1.1, 1.2), into the propellant
deflection unit (4, 5, Km, Ka).
6. The launching device as claimed in one of the preceding claims,
characterized in that
the launching device comprises a locking device (9.1, 9.2, 10, 11, 12), which can
be transferred from a locking state into a release state,
wherein the locking device (9.1, 9.2, 10, 11, 12) in the locking state prevents a
movement of the first underwater running body (1.1) in the first ramp (3.1) in relation
to the first ramp (3.1),
wherein the locking device (9.1, 9.2, 10, 11, 12) in the release state allows the
first underwater running body (1.1) to leave the first ramp (3.1) and
wherein the launching device is designed to prevent the activation of the first propulsion
unit (Tw.1) as long as the locking device (9.1, 9.2, 10, 11, 12) is in the locking
state.
particularly wherein
the launching device comprises a position sensor (16),
which is designed to detect the event that the locking device (9.1, 9.2, 10, 11, 12)
is in the release state,
wherein the launching device is designed to activate the first propulsion unit (Tw.1),
or allow its activation, as a reaction to the detection that the locking device (9.1,
9.2, 10, 11, 12) is in the release state.
7. The launching device as claimed in one of the preceding claims,
characterized in that
a deflection unit flap (14) separates the propellant deflection unit (4, 5, Km, Ka)
from the surrounding fluid,
wherein the deflection unit flap (14) is mounted in such a way that emitted propellant
(Tr.1) is able to open the deflection unit flap (14) or make it burst.
8. The launching device as claimed in claim 7,
characterized in that
the deflection unit flap (14) is designed in such a way
that the emitted propellant (Tr.1) only opens the deflection unit flap (14) or makes
it burst
whenever the pressure exerted on the deflection unit flap (14) exceeds a predetermined
limit.
9. The launching device as claimed in one of the preceding claims,
characterized in that
the launching device is arranged on board a watercraft and
in a standard floating position of the watercraft, the propellant deflection unit
(4, 5, Km, Ka) is arranged in such a way
that the entire path of movement, or at least the last section (Ka) of the path of
movement, of emitted propellant (Tr.1) in the propellant deflection unit (4, 5, Km,
Ka) is horizontal or ascending.
10. The launching device as claimed in one of the preceding claims,
characterized in that
the launching device has a ramp actuating element,
which is designed to pivot the first ramp (3.1).
11. A watercraft with a launching device as claimed in one of the preceding claims.
12. The watercraft as claimed in claim 11,
characterized in that
the watercraft comprises at least one weapon tube,
wherein the launching device is fitted or can be fitted in the weapon tube.
13. The watercraft as claimed in claim 11 or claim 12,
characterized in that
the watercraft is an underwater vehicle with a pressure hull,
wherein the pressure hull encloses an interior region in a pressuretight manner and
wherein the launching device is arranged outside the interior region.
14. The watercraft as claimed in one of claims 11 to 13,
characterized in that
the watercraft is a surface vessel,
wherein the launching device is arranged in such a way that, in the normal floating
position of the surface vessel, it is located below the surface of the water (WO).
15. A method for launching a first underwater running body (1.1) from a platform, in particular
from a watercraft,
wherein the first underwater running body (1.1) comprises a propulsion unit (Tw.1),
wherein a launching device with a first ramp (3.1), which extends along a first longitudinal
ramp axis (La.1), is used for launching, and
wherein the method comprises the steps that
- the first ramp (3.1) encloses and holds the first underwater running body (1.1)
under water,
- the propulsion unit (Tw.1) is activated,
- the activated propulsion unit (Tw.1) emits a propellant (Tr.1) and
- the first ramp (3.1) guides the first underwater running body (1.1) during its launch,
dependent on the orientation of the first longitudinal ramp axis (La.1),
wherein
the launching device comprises a propellant deflection unit (4, 5, Km, Ka),
wherein the step of activating the propulsion unit (Tw.1) is carried out while the
first underwater running body (1.1) is enclosed in the first ramp (3.1) and held by
it under water, and
wherein the method comprises the further steps that
- the first ramp (3.1) directs propellant (Tr.1) emitted by the propulsion unit (Tw.1)
to the propellant deflection unit (4, 5, Km, Ka) and
- the propellant deflection unit (4, 5, Km, Ka) diverts emitted propellant (Tr.1)
into an outlet direction (AR.T), which is directed perpendicularly or obliquely away
from the platform
- the launching device is closed with respect to surrounding water by a first ramp
flap (6.1);
- wherein the first ramp flap (6.1) is opened to allow water to flow into the first
ramp (3.1) before the launching device activates the propulsion unit (Tw.1) of the
first underwater running body (1.1).
1. Dispositif de lancement destiné à lancer un premier projectile sous-marin (1.1) depuis
une plate-forme, notamment depuis un engin nautique,
le premier projectile sous-marin (1.1) comprenant un premier mécanisme de propulsion
(Tw.1) qui est adapté pour éjecter un agent de propulsion (Tr.1),
le dispositif de lancement comprenant une première rampe (3.1) qui s'étend suivant
un axe longitudinal (La.1) de la première rampe,
la première rampe (3.1) étant conçue
- pour enfermer et maintenir le premier projectile sous-marin (1.1) sous l'eau et
- pour le diriger lors de son lancement en fonction de l'orientation de l'axe longitudinal
(La.1) de la première rampe,
le dispositif de lancement comprenant une unité de déviation d'agent de propulsion
(4, 5, Km, Ka), le dispositif de lancement étant conçu pour activer le mécanisme de
propulsion (Tw.1) ou pour permettre l'activation de celui-ci alors que le premier
projectile sous-marin (1.1) est enfermé et maintenu sous l'eau dans la première rampe
(3.1),
la première rampe (3.1) étant conçue pour diriger l'agent de propulsion (Tr.1), éjecté
du premier mécanisme de propulsion (Tw.1), vers l'unité de déviation d'agent de propulsion
(4, 5, Km, Ka), et l'unité de déviation d'agent de propulsion (4, 5, Km, Ka) étant
conçue pour dévier l'agent de propulsion éjecté (Tr.1) dans une direction de sortie
(AR.T) qui s'étend perpendiculairement ou obliquement depuis la plate-forme, et
le dispositif de lancement étant conçu de manière à ce que l'eau puisse pénétrer dans
la ou chaque rampe (3.1, 3.2) ;
caractérisé en ce que
le dispositif de lancement comprend un premier volet de rampe (6.1) qui, à l'état
fermé, obture la première rampe (3.1) vis-à-vis de l'eau environnante, le dispositif
de lancement étant conçu pour ouvrir le premier volet de rampe (6.1) et permettre
ainsi à l'eau de s'écouler jusque dans la première rampe (3.1) avant que le dispositif
de lancement n'active le mécanisme de propulsion (Tw.1) du premier projectile sous-marin
(1.1) .
2. Dispositif de lancement selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
l'unité de déviation d'agent de propulsion (4, 5, Km, Ka) est disposée de manière
à ce que
- la direction de sortie (AR.T) de l'agent de propulsion (Tr.1) soit parallèle à l'axe
longitudinal (La.1) de la première rampe et
- l'agent de propulsion dévié (Tr.1) sorte de l'unité de déviation d'agent de propulsion
(4, 5, Km, Ka) à distance de l'axe longitudinal (La.1) de la première rampe.
3. Dispositif de lancement selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'unité de déviation d'agent de propulsion (4, 5, Km, Ka) est disposée de manière
à ce que
la direction de sortie (AR.T) de l'agent de propulsion (Tr.1) forme un angle aigu
(α) avec l'axe longitudinal (La.1) de la première rampe et
l'unité de déviation d'agent de propulsion (4, 5, Km, Ka) dévie l'agent de propulsion
éjecté (Tr.1) d'un angle obtus (180° - α).
4. Dispositif de lancement selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de lancement comprend une deuxième rampe (3.2),
la deuxième rampe (3.2) étant conçue pour enfermer, maintenir et diriger un deuxième
projectile sous-marin (1.2) sous l'eau.
5. Dispositif de lancement selon la revendication 4,
caractérisé en ce que
le dispositif de lancement est conçu de manière à ce que
la première rampe (3.1) et la deuxième rampe (3.2) dirigent un agent de propulsion
(Tr.1), qui est éjecté du projectile sous-marin respectif (1.1, 1.2), jusque dans
l'unité de déviation d'agent de propulsion (4, 5, Km, Ka).
6. Dispositif de lancement selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de lancement comprend un dispositif de verrouillage (9.1, 9.2, 10, 11,
12) qui peut être transféré d'un état de verrouillage à un état de libération, le
dispositif de verrouillage (9.1, 9.2, 10, 11, 12) placé dans un état de verrouillage
empêchant le mouvement du premier projectile sous-marin (1.1) dans la première rampe
(3.1) par rapport à la première rampe (3.1),
le dispositif de verrouillage (9.1, 9.2, 10, 11, 12) placé dans l'état de libération
permettant au premier projectile sous-marin (1.1) de sortir de la première rampe (3.1)
et
le dispositif de lancement étant conçu pour empêcher l'activation du premier mécanisme
de propulsion (Tw.1) tant que le dispositif de verrouillage (9.1, 9.2, 10, 11, 12)
est dans l'état de verrouillage,
notamment
le dispositif de lancement comprenant un capteur de position (16) qui est conçu pour
détecter le cas où le dispositif de verrouillage (9.1, 9.2, 10, 11, 12) est dans l'état
de libération, le dispositif de lancement étant conçu, en réponse à la découverte
que le dispositif de verrouillage (9.1, 9.2, 10, 11, 12) est dans l'état de libération,
pour activer ou permettre l'activation du premier mécanisme de propulsion (Tw.1).
7. Dispositif de lancement selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
un volet d'unité de déviation (14) sépare l'unité de déviation d'agent de propulsion
(4, 5, Km, Ka) du fluide environnant,
le volet d'unité de déviation (14) étant monté de manière à ce que l'agent de propulsion
éjecté (Tr.1) soit apte à ouvrir le volet d'unité de déviation (14) et/ou à le faire
éclater.
8. Dispositif de lancement selon la revendication 7, caractérisé en ce que
le volet d'unité de déviation (14) est conçu de manière à ce que l'agent de propulsion
éjecté (Tr.1) n'ouvre ou ne fasse éclater le volet d'unité de déviation (14) que lorsque
la pression exercée sur le volet d'unité de déviation (14) dépasse une limite spécifiée.
9. Dispositif de lancement selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de lancement est disposé à bord d'un engin nautique et
l'unité de déviation d'agent de propulsion (4, 5, Km, Ka) est disposée dans une position
flottante standard de l'engin nautique de manière à ce que toute la trajectoire ou
au moins le dernier tronçon (Ka) de la trajectoire de l'agent de propulsion éjecté
(Tr.1) dans l'unité de déviation d'agent de propulsion (4, 5, Km, Ka) soit horizontale
ou montante.
10. Dispositif de lancement selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de lancement comporte un actionneur de rampe qui est conçu pour faire
pivoter la première rampe (3.1).
11. Engin nautique comprenant un dispositif de lancement selon l'une des revendications
précédentes.
12. Engin nautique selon la revendication 11,
caractérisé en ce que
l'engin nautique comprend au moins un canon,
le dispositif de lancement étant inséré ou pouvant s'insérer dans le canon.
13. Engin nautique selon la revendication 11 ou la revendication 12,
caractérisé en ce que
l'engin nautique est un engin sous-marin comprenant une coque épaisse, la coque épaisse
enfermant une zone intérieure de manière étanche à la pression et le dispositif de
lancement étant disposé à l'extérieur de la zone intérieure.
14. Engin nautique selon l'une des revendications 11 à 13,
caractérisé en ce que
l'engin nautique est un engin de surface,
le dispositif de lancement étant disposé de manière à se trouver sous la surface de
l'eau (WO) lorsque l'engin de surface est dans la position flottante normale.
15. Procédé de lancement d'un premier projectile sous-marin (1.1) depuis une plate-forme,
en particulier un engin nautique,
le premier projectile sous-marin (1.1) comprenant un mécanisme de propulsion (Tw.1),
pour effectuer le lancement un dispositif de lancement comprenant une première rampe
(3.1) est utilisé qui s'étend suivant un axe longitudinal (La.1) de la première rampe,
et le procédé comprenant les étapes suivantes :
- la première rampe (3.1) enferme et maintient le premier projectile sous-marin (1.1)
sous l'eau,
- le mécanisme de propulsion (Tw.1) est activé,
- le mécanisme de propulsion activé (Tw.1) éjecte un agent de propulsion (Tr.1) et
- la première rampe (3.1) dirige le premier projectile sous-marin (1.1) lors de son
lancement en fonction de l'orientation de l'axe longitudinal (La.1) de la première
rampe,
le dispositif de lancement comprenant une unité de déviation d'agent de propulsion
(4, 5, Km, Ka),
l'étape d'activation du mécanisme de propulsion (Tw.1) étant réalisée alors que le
premier projectile sous-marin (1.1) est enfermé sous l'eau dans la première rampe
(3.1) et maintenu par celle-ci, et
le procédé comprenant les étapes supplémentaires suivantes :
- la première rampe (3.1) du mécanisme de propulsion (Tw.1) dirige l'agent de propulsion
éjecté (Tr.1) vers l'unité de déviation d'agent de propulsion (4, 5, Km, Ka) et
- l'unité de déviation d'agent de propulsion (4, 5, Km, Ka) dévie l'agent de propulsion
éjecté (Tr.1) dans une direction de sortie (AR.T) qui s'étend perpendiculairement
ou obliquement depuis la plate-forme ;
- le dispositif de lancement est obturé par un premier volet de rampe (6.1) vis-à-vis
de l'eau environnante ;
- le premier volet de rampe (6.1) est ouvert pour permettre à l'eau de s'écouler jusque
dans la première rampe (3.1) avant que le dispositif de lancement n'active le mécanisme
de propulsion (Tw.l) du premier projectile sous-marin (1.1).