TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Migration von einer bestehenden
bahntechnischen Anlage zu einer neuen bahntechnischen Anlage sowie eine bahntechnische
Vorrichtung, die zur Verwendung in einem solchen Verfahren ausgebildet ist.
STAND DER TECHNIK
[0002] Ein Stellwerk steuert üblicherweise eine grosse Zahl von Feldelementen. Der Begriff
"Feldelement" ist ein Oberbegriff für bahntechnische Einrichtungen wie Signale, Weichen,
Taster und Balisen, die sich üblicherweise an der Bahnstrecke befinden. Jedes Feldelement
wird von einer zugeordneten Feldelement-Steuereinheit angesteuert.
[0003] Die Migration von einer bestehenden Stellwerksanlage zu einer neuen Anlage im laufenden
Betrieb stellt eine grosse Herausforderung dar. Die neue Anlage wird parallel zu der
bestehenden Anlage aufgebaut. Ein Umbau und eine Inbetriebnahme der neuen Anlage in
einer einzigen Betriebspause (typischerweise eine einzelne Nacht) ist abnahmetechnisch
normalerweise nicht möglich. Üblicherweise werden daher verschiedene Teilsysteme während
mehreren Betriebspausen einzeln geprüft und abgenommen. Am Ende der Betriebspausen
wird die Anlage jeweils wieder in den Ursprungszustand zurückgeführt ("Um-Rückbau").
Dieses Vorgehen ist sehr aufwändig, da bei jedem Umbau und Um-Rückbau eine umfassende
Übereinstimmungsprüfung aller betroffenen Teilsysteme erforderlich ist.
[0004] Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, vor der Migration zu einer neuen Anlage
die Feldelement-Steuereinheiten der neuen Anlage zunächst zu testen, indem sie mit
Simulationsschaltungen ("Betriebsersatzsteckern") bestückt werden, die das Verhalten
des betreffenden Feldelements simulieren. Die Betriebsersatzstecker werden direkt
auf die Feldelement-Steuereinheiten aufgesteckt. Die Verkabelung wird also nicht simuliert.
Der Probebetrieb mit diesen Simulationsschaltungen ist zwar zweckmässig zum Prüfen
von Funktionsabläufen und zum Testen der Betriebssoftware, kann aber einen Testbetrieb
mit den realen Feldelementen nicht ersetzen. Für Tests mit den realen Feldelementen
sind daher dennoch Umbau und Um-Rückbau erforderlich. Insbesondere bei Weichen kann
dies meist nicht vermieden werden.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0005] Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur Migration von einer
bestehenden bahntechnischen Anlage (konkret einem bestehenden Stellwerk) zu einer
neuen Anlage anzugeben, das es erlaubt, die neue Anlage eingehend zu testen, ohne
einen Um-Rückbau vornehmen zu müssen.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Weitere Ausführungsformen
sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0007] Es wird ein Verfahren zur Migration von einer bestehenden bahntechnischen Anlage
zu einer neuen bahntechnischen Anlage angegeben. Die bestehende bahntechnische Anlage
weist eine bestehende Feldelement-Steuereinrichtung zur Ansteuerung eines Feldelements
auf. Die neue bahntechnische Anlage weist eine neue Feldelement-Steuereinrichtung
zur Ansteuerung desselben Feldelements auf. Die neue Feldelement-Steuereinrichtung
kann insbesondere dezentral angeordnet und über eine Datenverbindung von einem zentralen
Stellwerk aus ansteuerbar sein. Das vorgeschlagene Verfahren umfasst die folgenden
Schritte:
- (a) Bereitstellen eines Umschalters, der zwischen einem ersten Betriebszustand und
einem zweiten Betriebszustand umschaltbar ist; und
- (b) Verbinden des Umschalters mit dem Feldelement, der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung
und der neuen Feldelement-Steuereinrichtung derart, dass der Umschalter das Feldelement
im ersten Betriebszustand mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung und im
zweiten Betriebszustand mit der neuen Feldelement-Steuereinrichtung elektrisch verbindet.
[0008] Die Erfindung ermöglicht es dadurch, das Feldelement wechselweise mit der bestehenden
Anlage und der neuen Anlage zu verbinden, ohne dass ein Um-Rückbau durchgeführt zu
werden braucht. Das Hin- und Herschalten zwischen der bestehenden Anlage und der neuen
Anlage kann z.B. mehrfach und in mehreren Betriebspausen erfolgen. Eine Übereinstimmungsprüfung
ist nur ein einziges Mal bei der erstmaligen Inbetriebnahme des Umschalters, d.h.
nach dem Schritt (b), erforderlich. In dieser Übereinstimmungsprüfung wird die Verkabelung
des Feldelements und der bestehenden und neuen Feldelement-Steuerungseinrichtungen
mit dem Umschalter in beiden Stellungen, das heisst im ersten und im zweiten Betriebszustand
geprüft. Die Übereinstimmungsprüfung kann in der Praxis sehr aufwändig sein. Sie braucht
aber nur ein einziges Mal ausgeführt zu werden, weil die Verdrahtung anschliessend
nicht mehr verändert zu werden braucht, selbst wenn zwischen der bestehenden Anlage
und der neuen Anlage hin- und hergeschaltet wird.
[0009] Im vorliegenden Kontext ist der Begriff "neu" als synonym mit dem Ausdruck "dazu
vorgesehen, etwas Bestehendes zu ersetzen" zu verstehen. Der Begriff "neu" impliziert
also nicht zwingend, dass der betreffende Gegenstand ungebraucht ist.
[0010] Der erste Betriebszustand des Umschalters ist vorzugsweise ein stabiler Betriebszustand.
Ein Betriebszustand des Umschalters wird als "stabil" bezeichnet, wenn er von dem
Umschalter auch dann eingenommen wird, wenn der Umschalter nicht aktiv angesteuert
wird. Indem der erste Betriebszustand des Umschalters ein stabiler Betriebszustand
ist, wird verhindert, dass der Umschalter unbeabsichtigt, z.B. durch einen unbeabsichtigten
Spannungsabfall, in den zweiten Betriebszustand gelangt. Auch der zweite Betriebszustand
kann ein stabiler Betriebszustand sein. Der Umschalter wird in diesem Fall als bistabil
bezeichnet. Der Umschalter kann aber auch monostabil sein, d.h. er kann so ausgebildet
sein, dass er den zweiten Betriebszustand nur so lange einnimmt, wie er ein entsprechendes
Signal empfängt.
[0011] Das Verfahren kann, wie schon ausgeführt wurde, umfassen, dass ein- oder mehrmals
zwischen der bestehenden Anlage und der neuen Anlage umgeschaltet wird. Das Verfahren
kann also die folgenden Schritte aufweisen:
(c) Ansteuern des Feldelements durch die bestehende Feldelement-Steuereinrichtung,
während sich der Umschalter im ersten Betriebszustand befindet;
(d) Umschalten des Umschalters vom ersten Betriebszustand in den zweiten Betriebszustand;
und
(e) Ansteuern des Feldelements durch die neue Feldelement-Steuereinrichtung,
[0012] während sich der Umschalter im zweiten Betriebszustand befindet.
[0013] Gegebenenfalls kann das Verfahren des Weiteren die folgenden Schritte umfassen: Umschalten
des Umschalters vom zweiten Betriebszustand in den ersten Betriebszustand; und Wiederholen
der Schritte (c) bis (e).
[0014] Der Umschalter kann dazu ausgebildet sein, auf eine der folgenden Weisen umgeschaltet
zu werden:
- manuelles Umschalten; oder
- gesteuertes Umschalten aufgrund eines analogen oder digitalen elektrischen Signals.
[0015] Das Verfahren weist vorzugsweise abschliessend den folgenden Schritt auf:
(f) Ersetzen des Umschalters durch eine Brückeneinrichtung, die das Feldelement permanent
mit der neuen Feldelement-Steuereinrichtung verbindet. Die Verdrahtung und die Kodierung
der Brückeneinrichtung werden vorgängig mit dem gesamten Verfahren durch die zuständige
Behörde abgenommen. Unter "Kodierung" ist hier eine Ausgestaltung zu verstehen, die
sicherstellen soll, dass die Brückeneinrichtung genau in der vorgesehenen Weise anstelle
des Umschalters eingesetzt wird. Die Kodierung kann farblich oder auf andere Weise
erfolgen, z.B. mechanisch durch Gestaltung zueinander komplementärer Elemente, die
eine Verbindung auf eine nicht vorgesehene Weise verhindern.
[0016] Auf diese Weise wird eine sichere, hochverfügbare Verbindung zwischen dem Feldelement
und der neuen Feldelement-Steuereinrichtung gewährleistet, nachdem die Tests der neuen
Feldelement-Steuereinrichtung abgeschlossen sind. Auch nach diesem Schritt ist keine
erneute umfassende Übereinstimmungsprüfung erforderlich, weil die restliche Verdrahtung
nicht mehr verändert zu werden braucht.
[0017] In der Regel wird das Feldelement über eine mehrpolige Schnittstelle angesteuert.
Eine weitverbreitete mehrpolige Schnittstelle ist insbesondere die standardisierte
Vierdrahtschnittstelle, die es ermöglicht, sowohl das Feldelement anzusteuern als
auch seinen Zustand zu überwachen. Vorzugsweise verbindet der Umschalter das Feldelement
also über eine Mehrdrahtschnittstelle, insbesondere eine Vierdrahtschnittstelle, wechselweise
mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung oder der neuen Feldelement-Steuereinrichtung.
[0018] Um das Feldelement an den Umschalter anzuschliessen, kann dem Feldelement ein Kabelendverschluss
zugeordnet werden. Das Verfahren kann in diesem Fall umfassen:
(b1) Bereitstellen eines Kabelendverschlusses, der dem Feldelement zugeordnet ist;
(b2) Anschliessen eines ersten mehradrigen Kabels an den Kabelendverschluss zur Verbindung
mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung;
(b3) Anschliessen eines zweiten mehradrigen Kabels an den Kabelendverschluss zur Verbindung
mit dem Feldelement;
(b4) Anschliessen mindestens eines dritten mehradrigen Kabels an den Kabelendverschluss
zur Verbindung mit dem Umschalter; und
(b5) Verbinden des ersten, zweiten und dritten Kabels im Kabelendverschluss derart,
dass der Umschalter im ersten Betriebszustand das Feldelement mit der bestehenden
Feldelement-Steuereinrichtung elektrisch verbindet.
[0019] Der Kabelendverschluss dient in diesem Fall also dazu, die verschiedenen Kabel so
miteinander zu verbinden, dass das Feldelement über den Umweg des Umschalters weiterhin
von der bestehenden Anlage angesteuert werden kann.
[0020] Es wird ausserdem eine Vorrichtung zur Migration von einer bestehenden bahntechnischen
Anlage mit einer bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung zu einer neuen bahntechnischen
Anlage mit einer neuen Feldelement-Steuereinrichtung nach Anspruch 8 vorgeschlagen.
Die Vorrichtung weist neben der neuen Feldelement-Steuereinrichtung den erwähnten
Umschalter auf, der zwischen einem ersten Betriebszustand und einem zweiten Betriebszustand
umschaltbar ist und der dazu ausgebildet ist, im stabilen ersten Betriebszustand das
Feldelement mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung elektrisch zu verbinden
und im zweiten Betriebszustand das Feldelement mit der neuen Feldelement-Steuereinrichtung
elektrisch zu verbinden.
[0021] Wie schon erläutert wurde, kann der Umschalter dazu ausgebildet sein, das Feldelement
jeweils über eine Mehrdrahtschnittstelle, insbesondere eine Vierdrahtschnittstelle,
wechselweise mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung oder neuen Feldelement-Steuereinrichtung
elektrisch zu verbinden.
[0022] Dazu kann der Umschalter mindestens ein Relais mit einer Mehrzahl von zwangsgeführten
Schaltkontakten aufweisen. Das Relais hat zwei Schaltzustände. Der erste Schaltzustand
ist dem ersten Betriebszustand des Umschalters zugeordnet, der zweite Schaltzustand
dem zweiten Betriebszustand des Umschalters. Das Relais ist vorzugsweise bistabil,
kann aber auch monostabil sein. Bei einem monostabilen Relais ist der erste Schaltzustand
vorzugsweise der stabile Zustand. Allgemein ausgedrückt ist der erste Schaltzustand
der Ausgangszustand des Relais. Das Relais weist eine Mehrzahl von Schaltkontakten
auf. Die Schaltkontakte werden als "Öffner" (engl. "normally closed", NC) bezeichnet,
wenn sie im ersten Schaltzustand geschlossen sind. Sie werden als "Schliesser" (engl.
"normally open", NO) bezeichnet, wenn sie im ersten Schaltzustand geöffnet sind.
[0023] Unter Umständen ist kein Relais mit einer ausreichenden Zahl von zwangsgeführten
Schaltkontakten erhältlich, um alle Anschlüsse des Feldelements gemeinsam umzuschalten
und gleichzeitig den Schaltzustand des Relais zu überwachen. Daher kann der Umschalter
anstelle eines einzigen Relais ein erstes und zweites Relais mit zwangsgeführten Schaltkontakten
aufweisen. Das erste Relais kann eine Mehrzahl von ersten Schaltkontakten aufweisen,
um einen ersten Teil der Anschlüsse des Feldelements wechselweise mit der bestehenden
Feldelement-Steuereinrichtung oder der neuen Feldelement-Steuereinrichtung zu verbinden.
Insbesondere kann das erste Relais eine Mehrzahl von ersten Schliessern aufweisen,
um einen ersten Teil der Anschlüsse des Feldelements mit der neuen Feldelement-Steuereinrichtung
zu verbinden, sowie eine Mehrzahl von ersten Öffnern, um den ersten Teil der Anschlüsse
des Feldelements von der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung zu trennen. Entsprechend
kann das zweite Relais eine Mehrzahl von zweiten Schaltkontakten aufweisen, um einen
zweiten Teil der Anschlüsse des Feldelements wechselweise mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung
oder der neuen Feldelement-Steuereinrichtung zu verbinden. Konkret kann das zweite
Relais eine Mehrzahl von zweiten Schliessern aufweisen, um einen zweiten Teil der
Anschlüsse des Feldelements mit der neuen Feldelement-Steuereinrichtung zu verbinden,
sowie eine Mehrzahl von zweiten Öffnern, um den zweiten Teil der Anschlüsse des Feldelements
von der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung zu trennen. Das erste Relais kann
ausserdem dritte Schaltkontakte und das zweite Relais vierte Schaltkontakte aufweisen.
Die dritten Schaltkontakte können derart mit den zweiten Schaltkontakten in Serie
geschaltet sein, und die vierten Schaltkontakte können derart mit den ersten Schaltkontakten
in Serie geschaltet sein, dass in jedem Schaltzustand des ersten und zweiten Relais
eine galvanische Trennung zwischen der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung und
der neuen Feldelement-Steuereinrichtung gewährleistet ist. Konkret kann mit jedem
ersten Schliesser des ersten Relais ein vierter Schliesser des zweiten Relais in Serie
geschaltet sein, und mit jedem zweiten Schliesser des zweiten Relais kann ein dritter
Schliesser des ersten Relais in Serie geschaltet sein. Alternativ oder zusätzlich
kann mit jedem der ersten bzw. zweiten Öffner ein vierter bzw. dritter Öffner des
jeweils anderen Relais in Serie geschaltet sein. Auch Mischformen sind möglich. Ausgewählte
Schaltkontakte der beiden Relais sind dabei immer derart über Kreuz miteinander in
Serie geschaltet, dass die galvanische Trennung zwischen der bestehenden und der neuen
Feldelement-Steuereinrichtung in allen Schaltzuständen der beiden Relais gewährleistet
ist. Dadurch wird die mechanische Zwangsführung der beiden Relais sozusagen in Form
einer elektrischen Verriegelung fortgesetzt.
[0024] Die Vorrichtung kann ausserdem eine Überwachungseinrichtung umfassen, die dazu ausgebildet
ist, den Umschalter hinsichtlich seines ersten und zweiten Betriebszustands zu überwachen.
Dazu können weitere Schaltkontakte des Relais bzw. der beiden Relais dienen. Falls
der Umschalter ein erstes und zweites Relais aufweist, wobei das erste Relais dazu
ausgebildet ist, einen Teil der Adern des Verbindungskabels wechselweise mit der bestehenden
Feldelement-Steuereinrichtung oder der neuen Feldelement-Steuereinrichtung zu verbinden
und wobei das zweite Relais dazu ausgebildet ist, einen anderen Teil der Adern des
Verbindungskabels wechselweise mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung oder
der neuen Feldelement-Steuereinrichtung zu verbinden, kann die Überwachungseinrichtung
dazu ausgebildet sein, Schaltzustände jeweils mindestens eines zur Überwachung dienenden
Schaltkontakts des ersten und zweiten Relais zu überwachen. Dies kann mit Hilfe einer
geeigneten Logikschaltung erfolgen, die anhand der Schaltzustände der zur Überwachung
dienenden Schaltkontakte ein Ausgangssignal abgibt, wobei das Ausgangssignal bevorzugt
anzeigt, ob sich der Umschalter im ersten Betriebszustand, im zweiten Betriebszustand
oder einem Fehlerzustand befindet. Insbesondere kann die Überwachungseinrichtung dazu
ausgebildet sein, Schaltzustände jeweils eines zur Überwachung dienenden Schliessers
des ersten und zweiten Relais sowie jeweils eines zur Überwachung dienenden Öffners
des ersten und zweiten Relais zu überwachen. Vorzugsweise sind die überwachten Schliesser
des ersten und zweiten Relais in Serie geschaltet und die überwachten Öffner des ersten
und zweiten Relais in Serie geschaltet.
[0025] Die Vorrichtung kann eine Mehrzahl von neuen Feldelement-Steuereinrichtungen und
zugeordneten Umschaltern aufweisen. Die Umschalter können nach Art einer "Daisy Chain"
miteinander verkettet sein. In diesem Fall kann eine Globalüberwachungseinrichtung
für die Umschalter vorgesehen werden, wobei die Globalüberwachungseinrichtung eine
Logikschaltung aufweist, die dazu ausgebildet ist, ein erstes globales Überwachungssignal
auszugeben, wenn alle Umschalter den ersten Betriebszustand einnehmen, und ein zweites
globales Überwachungssignal auszugeben, wenn alle Umschalter den zweiten Betriebszustand
einnehmen.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0026] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen
beschrieben, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine bestehende bahntechnische Anlage zusammen mit einer neuen bahntechnischen Anlage
in einer ersten Umbauphase;
- Fig. 2
- die beiden bahntechnischen Anlagen der Fig. 1 in einer zweiten Umbauphase;
- Fig. 3
- die beiden bahntechnischen Anlagen der Fig. 1 in einer dritten Umbauphase;
- Fig. 4
- die beiden bahntechnischen Anlagen der Fig. 1 in einer vierten Umbauphase;
- Fig. 5
- einen schematischen Schaltplan einer Vierdrahtschnittstelle mit einem zugehörigen
Weichenantrieb in der linken Endlage;
- Fig. 6
- einen schematischen Schaltplan einer Vierdrahtschnittstelle mit dem zugehörigen Weichenantrieb
in der rechten Endlage;
- Fig. 7
- eine Funktionsskizze eines Umschalters gemäss einer ersten Ausführungsform;
- Fig. 8
- eine Funktionsskizze eines Umschalters gemäss einer zweiten Ausführungsform;
- Fig. 9
- eine Funktionsskizze der Aktoren des Umschalters der Fig. 8;
- Fig. 10
- eine Funktionsskizze einer Mehrzahl von Umschaltern mit zugeordneter Überwachungseinrichtung;
- Fig. 11
- einen Umschalter gemäss einer ersten Ausführungsvariante in einer schematischen Seitenansicht;
- Fig. 12
- den Umschalter der Fig. 11 in einer schematischen Draufsicht;
- Fig. 13
- einen Umschalter gemäss einer zweiten Ausführungsvariante in einer schematischen Seitenansicht;
und
- Fig. 14
- den Umschalter der Fig. 13 in einer schematischen Draufsicht.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
Migration von einer bestehenden bahntechnischen Anlage zu einer neuen bahntechnischen
Anlage
[0027] Die Figuren 1 bis 4 illustrieren die verschiedenen Umbauphasen während der Migration
von einer bestehenden bahntechnischen Anlage zu einer neuen bahntechnischen Anlage
unter Verwendung eines Verfahrens gemäss der vorliegenden Erfindung.
[0028] Die bestehende Anlage ist im vorliegenden Beispiel ein herkömmliches Stellwerk 20,
in dem sich eine Vielzahl von bestehenden Feldelement-Steuereinrichtungen für Feldelemente
wie Weichen, Signale und Balisen befinden. Eine der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtungen
steuert im vorliegenden Beispiel ein Feldelement in Form einer Weiche 10 an.
[0029] Die neue Anlage ist im vorliegenden Beispiel eine moderne "Smart Rail"-Anlage mit
einer dezentralen Steuereinheit 50, die mit einem zentralen Stellwerk 60 über eine
kabelgebundene oder drahtlose digitale Datenverbindung 62 kommuniziert, z.B. unter
dem IP-Protokoll. Insbesondere kann die Steuereinheit 50 ein sogenannter "Distributed
Power - Object Controller" (DP-OC) sein. Die Steuereinheit 50 umfasst mehrere einzelne
Feldelement-Steuereinrichtungen 30, d.h. einzelne "Object Controller". Im vorliegenden
Beispiel ist eine dieser Feldelement-Steuereinrichtungen 30 dazu vorgesehen, nach
der Migration die Weiche 10 anzusteuern. Die Steuereinheit 50 umfasst des Weiteren
mehrere Umschalter 40, deren Funktion nachstehend näher erläutert wird. Jeder Feldelement-Steuereinrichtung
30 ist ein Umschalter 40 zugeordnet. Der betreffende Umschalter 40 ist mit der Feldelement-Steuereinrichtung
30 über eine mehrpolige Leitung 32, z.B. in Form eines Kabels oder bei hoher Integrationsdichte
in Form einer gedruckten Schaltung, verbunden.
[0030] Die Weiche 10 weist einen Antrieb 12 auf. Der Antrieb 12 wird über ein Anschlusskabel
14 angesteuert, und über dasselbe Kabel wird der Betriebszustand der Weiche ausgelesen.
Im vorliegenden Beispiel wird die Weiche 10 über die sogenannte Vierdrahtschnittstelle
betrieben. Dazu weist das Anschlusskabel 14 vier Adern auf. Die Vierdrahtschnittstelle
wird nachstehend noch näher erläutert. Stattdessen könnte die Weiche aber auch über
eine andere Mehrdrahtschnittstelle, z.B. die bekannte Siebendrahtschnittstelle, angesteuert
und ausgelesen werden. Entsprechend kämen Kabel mit einer anderen Anzahl von Adern
zum Einsatz.
Erste Umbauphase
[0031] Eine erste Umbauphase ist in der Figur 1 illustriert. Nachfolgend sei die bestehende
Anlage beschrieben. Das vieradrige Anschlusskabel 14 der Weiche 10 ist mit einem bestehenden,
vierpoligen Kabelendverschluss (KEV) 24 verbunden. Ein vieradriges Verbindungskabel
22 verbindet den Kabelendverschluss 24 mit dem bestehenden Stellwerk 20. Der Kabelendverschluss
24 dient dazu, die Adern der beiden Kabel 14, 22 jeweils paarweise elektrisch miteinander
zu verbinden. Auf diese Weise steuert das bestehende Stellwerk 20 die Weiche 10 via
das Verbindungskabel 22 und das Anschlusskabel 14 an.
[0032] In dieser ersten Umbauphase wird zusätzlich zum bestehenden Kabelendverschluss 24
ein neuer, achtpoliger Kabelendverschluss 70 in der Nähe bereitgestellt. Der zugeordnete
Umschalter 40 wird über zwei vieradrige Verbindungskabel 72, 74 oder ein achtadriges
Verbindungskabel mit dem neuen Kabelendverschluss 70 verbunden. Der neue Kabelendverschluss
70 ist aber noch nicht mit der Weiche 10 verbunden.
Zweite Umbauphase
[0033] Die zweite Umbauphase ist in der Figur 2 illustriert. In der zweiten Umbauphase wird
einerseits das Anschlusskabel 14 der Weiche 10 im neuen Kabelendverschluss 70 mit
dem Verbindungskabel 74 verbunden. Andererseits wird das Verbindungskabel 22 vom bestehenden
Stellwerk 20 im neuen Kabelendverschluss 70 mit dem Verbindungskabel 72 verbunden.
Der Umschalter 40 befindet sich in einem stabilen ersten Betriebszustand. In diesem
Betriebszustand verbindet er die Verbindungskabel 72 und 74 miteinander.
[0034] Insgesamt steuert nach dieser Umbauphase immer noch das bestehende Stellwerk 20 die
Weiche 10 an, allerdings nun über die Verbindungskabel 22 und 72, den Umschalter 40,
das Verbindungskabel 74 und das Anschlusskabel 14. Die neuen Feldelement-Steuereinrichtungen
30 sind also noch nicht aktiv. Sie können weiterhin ohne Einschränkungen modifiziert
werden. Dasselbe gilt auch für andere Teile der neuen Stellwerksarchitektur.
[0035] Nach dieser Umbauphase wird die eine eingehende Übereinstimmungsprüfung gemäss einem
vorgegebenen Protokoll durchgeführt. Damit wird überprüft, ob alle Adern sämtlicher
Kabel korrekt miteinander verbunden wurden. Diese Prüfung ist in der Praxis meist
sehr aufwändig und erfordert den Einsatz mehrerer Personen. Sie braucht aber nur ein
einziges Mal durchgeführt zu werden.
Dritte Umbauphase
[0036] Die dritte Umbauphase ist in der Fig. 3 illustriert. In dieser Phase erfolgt ein
Testbetrieb der neuen Anlage. Dazu wird der Umschalter 40 in einen zweiten Betriebszustand
gebracht. In diesem Zustand verbindet er die Weiche 10 über die Kabel 14, 74 und die
Leitung 32 mit der neuen Feldelement-Steuereinrichtung 30. Die Weiche 10 wird nun
also von der neuen Feldelement-Steuereinrichtung 30 angesteuert. Bei Bedarf kann aber
jederzeit in den vorherigen Zustand zurückgeschaltet werden.
[0037] Der Umschalter kann auf unterschiedliche Weisen angesteuert werden:
- Lokale Bedienung mit einem Bedienschalter innerhalb der Steuereinheit (DP-OC) 50;
- Ansteuerung mit elektrischen Signalen, die innerhalb der Steuereinheit 50 erzeugt
werden;
- direkte Ansteuerung mittels digitaler Signale ab dem neuen Stellwerk 60 über ein temporäres
Kabel 64;
- direkte Ansteuerung über einen Funknetzkanal ab dem neuen Stellwerk 60; oder
- direkte Ansteuerung ab einer weiteren Lokalität, z.B. auch ab dem bestehenden Stellwerk
20.
[0038] In dieser Testbetriebsphase wird also zwischen der bestehenden Anlage und der neuen
Anlage hin- und hergeschaltet. Dabei ist es nicht nötig, irgendwelche Veränderungen
an der physischen Verkabelung vorzunehmen. Dies ist sehr wichtig, da ansonsten eine
erneute, aufwändige Übereinstimmungsprüfung durchgeführt werden müsste. Die vorliegende
Erfindung ermöglicht es aber gerade, diese Prüfung nur ein einziges Mal, nämlich nach
der zweiten Umbauphase, durchzuführen und auf weitere Übereinstimmungsprüfungen zu
verzichten.
Vierte Umbauphase
[0039] Die vierte Umbauphase ist in der Fig. 4 illustriert. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme
der neuen Anlage kann das bestehende Stellwerk 20 mitsamt dem Verbindungskabel 22
und dem bisherigen Kabelendverschluss 24 zurückgebaut werden. Der Umschalter 40 wird
nun durch eine Brückeneinrichtung 80 ersetzt, die eine permanente, stabile und hochverfügbare
Verbindung zwischen der neuen Feldelement-Steuereinrichtung 30 und der Weiche 10 sicherstellt.
Hintergrund: Vierdrahtschnittstelle
[0040] Seit mehreren Jahrzehnten existiert eine standardisierte elektrische Schnittstelle
für bahntechnische Feldelemente, insbesondere Weichen, in Form der sogenannten Vierdrahtschnittstelle.
Diese Schnittstelle ist im deutschsprachigen Raum weit verbreitet. Die Schnittstelle
weist vier Anschlüsse auf. Wenn das Feldelement eine Weiche ist, werden über die vier
Anschlüsse sowohl die Antriebsenergie für den Weichenantrieb als auch Ströme zur Überwachung
der Stellung der Weiche im Ruhezustand übertragen. Moderne Feldelement-Steuereinrichtungen
für Weichen erkennen auch Aderschlüsse, d.h. Kurzschlüsse zwischen den einzelnen Adern
im Kabel.
[0041] Die Figuren 5 und 6 illustrieren beispielhaft einen Weichenantrieb mit Vierdrahtschnittstelle.
Die Vierdrahtschnittstelle weist vier Anschlüsse X1, X2, X3 und X4 auf. In der Praxis
werden daran die Adern eines Anschlusskabels für den Weichenantrieb angeschlossen,
im Beispiel der Figuren 1 bis 4 die Adern des Kabels 14. Auch diese Adern werden im
Folgenden entsprechend mit X1 bis X4 bezeichnet.
[0042] Der Weichenantrieb weist einen Drehstrom-Antriebsmotor mit Motorwicklungen L1, L2
und L3 auf. Ein erstes Ende der Motorwicklung L1 ist mit dem Anschluss X1 der Vierdraht-Schnittstelle
verbunden, ein erstes Ende der Motorwicklung L2 mit dem Anschluss X2, und ein erstes
Ende der Motorwicklung L3 mit dem Anschluss X3. Das zweite Ende der Motorwicklung
L1 ist über einen als Wechsler wirkenden ersten Endlagekontakt m1 wechselweise mit
dem Anschluss X4 oder mit dem zweiten Ende der Motorwicklung L3 verbunden. Das zweite
Ende der Motorwicklung L2 ist über einen ebenfalls als Wechsler wirkenden zweiten
Endlagekontakt m2 ebenfalls wechselweise mit dem Anschluss X4 oder mit dem zweiten
Ende der Motorwicklung L3 verbunden.
[0043] In der Figur 5 befinden sich die Endlagekontakte in einer Stellung, die der linken
Endlage der Weiche entspricht. In dieser Stellung ist der Anschluss X1 der Vierdraht-Schnittstelle
über die Motorwicklung L1, den ersten Endlagekontakt m1 und die Motorwicklung L3 mit
dem Anschluss X3 verbunden, und der Anschluss X2 ist über die Motorwicklung L2 und
den zweiten Endlagekontakt m2 mit dem Anschluss X4 verbunden.
[0044] Im Umstellbetrieb wird an die Anschlüsse X1 bis X4 ein Dreiphasen-Drehstrom mit geeigneter
Phasenlage angelegt. Dieser führt dazu, dass der Antriebsmotor eine Umstellung der
Weiche von der linken in die rechte Endlage bewirkt.
[0045] Im traditionellen Überwacherbetrieb wird zur Überwachung der linken Endlage eine
DC-Überwachungsspannung an die Anschlüsse X2 und X3 angelegt, und es werden einerseits
der daraus resultierende Strom durch den Anschluss X3 und andererseits die Spannung
zwischen den Anschlüssen X1 und X4 gemessen. Wenn sich die Weiche in der linken Endlage
befindet, entspricht die gemessene Spannung zwischen den Anschlüssen X1 und X4 im
Wesentlichen der Überwachungsspannung, und der gemessene Strom ist sehr gering. Falls
die linke Endlage nicht erreicht wurde oder die Weiche aufgefahren wurde, befindet
sich der zweite Endlagekontakt m2 in einer anderen Stellung. In diesem Fall ist die
gemessene Spannung zwischen den Anschlüssen X1 und X4 gleich Null, und der gemessene
Strom ist stark erhöht.
[0046] In der Figur 6 befinden sich die Endlagekontakte in einer Stellung, die der rechten
Endlage der Weiche entspricht. In dieser Stellung ist der Anschluss X1 der Vierdrahtschnittstelle
über die Motorwicklung L1 und den ersten Endlagekontakt m1 mit dem Anschluss X4 verbunden,
und der Anschluss X2 ist über die Motorwicklung L2, den zweiten Endlagekontakt m2
und die Motorwicklung L3 mit dem Anschluss X3 verbunden.
[0047] Im traditionellen Überwacherbetrieb wird zur Überwachung der rechten Endlage eine
DC-Überwachungsspannung an die Anschlüsse X1 und X3 angelegt, und es werden einerseits
der daraus resultierende Strom durch den Anschluss X3 und andererseits die Spannung
zwischen den Anschlüssen X2 und X4 gemessen. Wenn sich die Weiche in der rechten Endlage
befindet, entspricht die gemessene Spannung zwischen den Anschlüssen X2 und X4 im
Wesentlichen der Überwachungsspannung, und der gemessene Strom ist sehr gering. Falls
die rechte Endlage nicht erreicht wurde oder die Weiche aufgefahren wurde, befindet
sich der erste Endlagekontakt m1 in einer anderen Stellung. In diesem Fall ist die
gemessene Spannung zwischen den Anschlüssen X2 und X4 gleich Null, und der gemessene
Strom ist stark erhöht. Auf diese Weise kann der Betriebszustand der Weiche zuverlässig
ermittelt werden.
[0048] Allerdings ist die Vierdrahtschnittstelle symmetrisch hinsichtlich der Anschlüsse
X1 und X2, d.h. eine Vertauschung dieser Anschlüsse kann nicht ohne Weiteres erkannt
werden. Eine solche Vertauschung kann fatale Folgen haben. Während der Übereinstimmungsprüfung
muss daher ein besonderes Augenmerk auf die korrekte Verdrahtung der Vierdrahtschnittstelle
gelegt werden.
Erste Ausführungsform eines Umschalters
[0049] In der Figur 7 ist beispielhaft eine Funktionsskizze eines Umschalters 40 gemäss
einer ersten Ausführungsform illustriert. Der Umschalter weist ein Relais 90 auf,
dessen Kontakte aus Sicherheitsgründen zwangsgeführt sind. Ziel der Zwangsführung
ist es, sicherzustellen, dass Schliesser sich niemals im selben Zustand befinden können
wie Öffner.
[0050] Es wird auf die folgenden Normen verwiesen: DIN EN 50205:2003-01 bzw. die ersetzende
Norm DIN EN 61810-3:2016-01 "Elektromechanische Elementarrelais - Teil 3: Relais mit
(mechanisch) zwangsgeführten Kontakten"; DIN EN 61810-1:2015-10 "Elektromechanische
Elementarrelais - Teil 1: Allgemeine und Sicherheitsanforderungen" und DIN EN 61810-2:2018-06
"Elektromechanische Elementarrelais - Teil 2: Funktionsfähigkeit (Zuverlässigkeit)"
sowie DIN EN 60664-1:2008-01 "Isolationskoordination für elektrische Betriebsmittel
in Niederspannungsanlagen - Teil 1: Grundsätze, Anforderungen und Prüfungen".
[0051] Im vorliegenden Beispiel weist das Relais 90 fünf Wechsler auf, d.h. fünf Öffner
und fünf Schliesser, die paarweise zu Wechslern verschaltet wurden. Diese Schaltkontakte
sind über eine nur schematisch angedeutete mechanische Zwangsführung 91 gekoppelt.
Vier der Wechsler dienen zur wechselweisen Verbindung der Adern X1 bis X4 des Kabels
74 mit den entsprechenden Adern des Kabels 72 (erster Schaltzustand, Verbindung des
Feldelements mit der bestehenden Anlage) oder der Leitung 32 (zweiter Schaltzustand,
Verbindung des Feldelements mit der neuen Anlage). Der fünfte Wechsler 101 dient zur
Überwachung des Schaltzustands des Relais 90. Er ist mit einer nur schematisch dargestellten
Überwachungseinrichtung 100 verbunden. Anhand der Stellung des Wechslers 101 kann
die Überwachungseinrichtung feststellen, ob das Relais 90 seinen ersten oder seinen
zweiten Schaltzustand einnimmt, d.h., ob der Umschalter 40 seinen ersten oder zweiten
Betriebszustand einnimmt.
Zweite Ausführungsform eines Umschalters
[0052] Die erste Ausführungsform des Umschalters erfordert ein Relais mit fünf Öffnern und
fünf Schliessern. Leider sind Relais mit insgesamt zehn zwangsgeführten Schaltkontakten
in der Praxis selten erhältlich, weil der mechanische Aufwand für eine grosse Zahl
zwangsgeführter Schaltkontakte sehr gross wird. In der Praxis müssen daher häufig
mehrere Relais verwendet werden, um dieselbe Funktionalität zu erreichen. Dies bedingt
jedoch einen zusätzlichen Aufwand, um sicherzustellen, dass selbst im Fall einer Fehlfunktion
eines der Relais keine galvanische Verbindung zwischen der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung
und der neuen Feldelement-Steuereinrichtung erfolgen kann, und um die Schaltzustände
beider Relais zu überwachen.
[0053] In der Figur 8 ist beispielhaft eine Funktionsskizze eines Umschalters 40 gemäss
einer zweiten Ausführungsform illustriert, in der zwei Relais 90a, 90b eingesetzt
werden, wobei diese Relais so miteinander verschaltet ("elektrisch verriegelt") sind,
dass die oben genannten Anforderungen erfüllt sind.
[0054] Das erste Relais 90a weist je zwei Öffner und Schliesser auf, die zu zwei Wechslern
92a, 93a verschaltet wurden. Diese Wechsler 92a, 93a dienen zur wechselweisen Verbindung
der Adern X1 und X4 des Kabels 74 mit den entsprechenden Adern des Kabels 72 (erster
Schaltzustand) oder der Leitung 32 (zweiter Schaltzustand). Ein weiterer Öffner 101a
und Schliesser 102a dienen der Überwachung des Schaltzustands dieses Relais. Zwei
weitere Schliesser 94a, 95a dienen dazu, gezielt die Adern X2 und X3 der Leitung 32
mit Wechslern des zweiten Relais 90b zu verbinden. Eine Zwangsführung 91a führt alle
genannten Kontakte des ersten Relais 90a.
[0055] Das zweite Relais 90b ist analog aufgebaut und verschaltet. Auch dieses Relais weist
je zwei Öffner und Schliesser auf, die zu zwei Wechslern 92b, 93b verschaltet wurden.
Diese Wechsler 92b, 93b dienen zur wechselweisen Verbindung der Adern X2 und X3 des
Kabels 74 mit den entsprechenden Adern des Kabels 72 (erster Schaltzustand) oder der
Leitung 32 (zweiter Schaltzustand). Ein weiterer Öffner 101b und Schliesser 102b dienen
der Überwachung des Schaltzustands dieses Relais. Zwei weitere Schliesser 94b, 95b
dienen dazu, gezielt die Adern X1 und X4 der Leitung 32 mit den Wechslern des ersten
Relais 90a zu verbinden. Eine Zwangsführung 91b führt alle genannten Kontakte des
zweiten Relais 90b.
[0056] Jedes Relais 90a, 90b weist nun also nur noch acht Schaltkontakte auf: fünf Schliesser
und drei Öffner. Solche Relais mit zwangsgeführten Kontakten sind kommerziell ohne
Weiteres erhältlich, z.B. als eine Kontaktbestückungsvariante des Modells OB 5623
von E. Dold & Söhne KG, Furtwangen, Deutschland.
[0057] In der Fig. 8 sind beide Relais 90a, 90b in ihrem ersten Schaltzustand dargestellt.
Dies entspricht dem ersten Betriebszustand des Umschalters 40. Alle Adern X1 bis X4
des Kabels 74 sind mit den entsprechenden Adern des Kabels 72 verbunden. Das Feldelement
ist dadurch mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung verbunden.
[0058] Wenn der Umschalter seinen zweiten Betriebszustand einnimmt, befinden sich beide
Relais 90a, 90b in ihren zweiten Schaltzustand. In diesem Zustand sind alle Adern
X1 bis X4 des Kabels 74 mit den entsprechenden Adern der Leitung 32 verbunden. Das
Feldelement ist dadurch mit der neuen Feldelement-Steuereinrichtung verbunden.
[0059] Falls aufgrund eines Defekts nur das erste Relais 90a in den zweiten Schaltzustand
schalten sollte, während das zweite Relais 90b im ersten Schaltzustand verbleibt,
tritt folgende Situation ein: Die Wechsler 92a, 93a des ersten Relais sind nun umgeschaltet;
allerdings sind die Schliesser 94b, 95b weiterhin offen. Dadurch sind die Adern X1,
X4 der Leitung 32 weder mit den entsprechenden Adern des Kabels 72 noch mit den entsprechenden
Adern des Kabels 74 verbunden. Die Wechsler 92b, 93b des zweiten Relais sind immer
noch im Zustand der Fig. 8. Dadurch sind auch die Adern X2, X3 der Leitung 32 weder
mit den entsprechenden Adern des Kabels 72 noch mit den entsprechenden Adern des Kabels
74 verbunden. Insgesamt existiert somit nach wie vor eine galvanische Trennung zwischen
der alten Feldelement-Steuereinrichtung und der neuen Feldelement-Steuereinrichtung.
Das gilt analog auch, falls nur das zweite Relais 90b in den zweiten Schaltzustand
schalten sollte, während das erste Relais 90a im ersten Schaltzustand verbleibt.
[0060] Auf diese Weise wird eine elektrische Verriegelung erreicht, die die mechanische
Zwangsführung der beiden Relais elektrisch ergänzt. In jedem, auch fehlerhaften, Schaltzustand
ist eine galvanische Trennung zwischen der alten Feldelement-Steuereinrichtung und
der neuen Feldelement-Steuereinrichtung sichergestellt.
[0061] Die zur Überwachung dienenden Schaltkontakte 101a, 101b der beiden Relais 90a, 90b
sind in Serie geschaltet. Dadurch kann die Überwachungseinrichtung 100 feststellen,
ob beide Relais den ersten Schaltzustand einnehmen. Auch die Schaltkontakte 102a,
102b beider Relais sind in Serie geschaltet. Dadurch kann die Überwachungseinrichtung
100 feststellen, ob beide Relais den zweiten Schaltzustand einnehmen. In einem normalen
Betriebszustand sind entweder beide Schaltkontakte 101a, 101b oder beide Schaltkontakte
102a, 102b geschlossen. Dadurch kann überwacht werden, ob der Umschalter seinen ersten
oder zweiten Betriebszustand einnimmt. Falls in beiden Zweigen gleichzeitig mindestens
ein Kontakt offen ist, kann auf eine Fehlfunktion geschlossen werden. Selbstverständlich
kann die Überwachung aber auch auf eine andere Weise geschehen, z.B. mit Hilfe einer
Logikschaltung, die jeweils einen Schaltkontakt (Öffner oder Schliesser) jedes Relais
überwacht und deren Ausgangssignal von den Stellungen dieser Schaltkontakte abhängt
(z.B. bei Öffnern: beide Öffner geschlossen bedeutet erster Betriebszustand, beide
Öffner offen bedeutet zweiter Betriebszustand, ein Öffner offen und einer geschlossen
bedeutet Fehler).
[0062] Die Figur 9 illustriert eine mögliche Verschaltung der Aktoren (Wicklungen) der beiden
Relais 90a, 90b. Beide Relais sind in dieser Ausführungsform bistabil. Das erste Relais
90a weist einen ersten Aktor 96a auf, um das Relais in den ersten Schaltzustand zu
bringen, sowie einen zweiten Aktor 97a, um das Relais in den zweiten Schaltzustand
zu bringen. Entsprechend weist auch das zweite Relais 90b einen ersten Aktor 96b und
einen zweiten Aktor 97b auf. Die ersten Aktoren 96a, 96b der beiden Relais sind in
Serie geschaltet. Ein Betätigungselement 121 in Form eines mechanischen oder elektrischen
Schalters verbindet die beiden Aktoren 96a, 96b mit einer Versorgungsspannung, um
beide Relais in den ersten Schaltzustand zu bringen. Falls der Stromkreis irgendwo
unterbrochen sein sollte, kann wegen der Serienschaltung keines der beiden Relais
90a, 90b schalten. Auch die zweiten Aktoren 97a, 97b der beiden Relais sind in Serie
geschaltet. Ein Betätigungselement 122 verbindet die beiden Aktoren 97a, 97b mit einer
Versorgungsspannung, um beide Relais in den zweiten Schaltzustand zu bringen. Falls
der Stromkreis irgendwo unterbrochen sein sollte, kann wegen der Serienschaltung wiederum
keines der beiden Relais 90a, 90b schalten. Auf diese Weise können Fehlschaltungen
vermieden werden. Die Schalter oder Betätigungselemente 121, 122 werde jeweils nur
kurzzeitig bedient, d.h. die Spannung wird als Schaltimpuls angelegt.
Verkettung mehrerer Umschalter
[0063] Mehrere Umschalter, z.B. alle Umschalter einer Steuereinheit (DP-OC) 50, können nach
Art einer "Daisy Chain" miteinander verkettet werden, so dass sie gemeinsam betätigt
und gemeinsam überwacht werden können.
[0064] Dies ist in der Fig. 10 illustriert. In diesem Beispiel sind drei Umschalter 40 miteinander
verkettet, wobei jeweils sechs Adern die aufeinanderfolgenden Umschalter miteinander
verbinden. Die Aktoren 96a, 96b der beiden Relais 90a, 90b jedes Umschalters 40 sind
jeweils entsprechend der Fig. 9 paarweise in Serie geschaltet. Die Paare 96a, 96b
aus verschiedenen Umschaltern sind parallel zueinander geschaltet und werden alle
gemeinsam durch ein Betätigungselement 121 aktiviert. Analog sind auch die Aktoren
97a, 97b paarweise in Serie geschaltet, und diese Paare aus verschiedenen Umschaltern
sind parallel zueinander geschaltet und werden alle gemeinsam durch ein Betätigungselement
122 aktiviert. Auf dieser Weise können alle Umschalter simultan zwischen dem ersten
und zweiten Betriebszustand hin- und hergeschaltet werden.
[0065] Jeder Umschalter 40 weist eine individuelle Überwachungseinrichtung auf. Diese wird
im vorliegenden Fall beispielhaft durch zwei Lämpchen oder LEDs 103, 104 gebildet
wird, an denen bei geschlossenen Kontakten eine Versorgungsspannung von z.B. +48 VDC
gegenüber Masse (0 VDC) anliegt. Wenn die Kontakte 101a, 101b beide geschlossen sind,
leuchtet das Lämpchen 103 und zeigt so an, dass sich der Umschalter im ersten Betriebszustand
befindet. Wenn die Kontakte 102a, 102b beide geschlossen sind, leuchtet das Lämpchen
104 und zeigt so an, dass sich der Umschalter im zweiten Betriebszustand befindet.
[0066] Die Umschalter weisen zudem gemeinsam eine Globalüberwachungseinrichtung 110 auf.
Diese umfasst für jeden Umschalter ein erstes Logikgatter 111 (im vorliegenden Beispiel
ein AND-Gatter), das von der individuellen Überwachungseinrichtung des betreffenden
Umschalters ein Überwachungssignal für den ersten Betriebszustand empfängt und mit
dem Ausgang des entsprechenden Logikgatters des vorhergehenden Umschalters verknüpft.
Ausserdem umfasst die Globalüberwachungseinrichtung 110 für jeden Umschalter ein zweites
Logikgatter 112 (im vorliegenden Beispiel ebenfalls ein AND-Gatter), das das Überwachungssignal
für den zweiten Betriebszustand des betreffenden Umschalters mit dem Ausgang des entsprechenden
Logikgatters des vorhergehenden Umschalters verknüpft.
[0067] Die Logikschaltung aus den Logikgattern 111, 112 gibt insgesamt ein erstes globales
Überwachungssignal aus, wenn alle Umschalter 40 den ersten Betriebszustand einnehmen.
Dies ist durch ein erstes Lämpchen 113 angedeutet. Die Logikschaltung gibt ein zweites
globales Überwachungssignal aus, wenn alle Umschalter 40 den zweiten Betriebszustand
einnehmen. Dies ist durch ein zweites Lämpchen 114 angedeutet. Die globalen Überwachungssignale
können auch von einem entfernten Ort aus ausgelesen werden. Wenn keines dieser Überwachungssignale
aktiv ist, deutet das auf eine Fehlfunktion in mindestens einem der Umschalter hin.
In diesem Fall können die Betriebszustände der einzelnen Umschalter mit Hilfe der
individuellen Überwachungseinrichtungen 100 vor Ort überprüft werden, um die Fehlerquelle
zu eruieren.
Erste Ausführungsvariante für die Konstruktion eines Umschalters
[0068] In den Figuren 11 und 12 ist eine erste Ausführungsvariante eines Umschalters 40
illustriert.
[0069] Der Umschalter 40 weist eine Grundplatte 41 auf. Die Grundplatte 41 ist auf einer
Führungsschiene 52 montiert.
[0070] Auf dieser Grundplatte sind drei Anschlussgruppen 42, 43, 44 in der Bauart Klemme
oder Stecker montiert. Die Anschlussgruppe 42 verbindet den Umschalter mit dem Kabel
72 zur bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung. Die Anschlussgruppe 43 verbindet
den Umschalter mit der Leitung 32 zur neuen Feldelement-Steuereinrichtung. An der
Anschlussgruppe 44 ist das Kabel 74 zum Feldelement (hier zur Weiche 10) angeschlossen.
Diese Anschlussgruppen werden gemäss dem hier vorgeschlagenen Verfahren in der zweiten
Umbauphase angeschlossen, und die Korrektheit der Verkabelung wird mit mehreren Personen
überprüft. Die Verdrahtung dieser Anschlussgruppen wird in der Folge nie mehr verändert
und bleibt bis zur vollständigen Ausserbetriebnahme der bestehenden Anlage bestehen.
[0071] An einem weiteren Anschluss 48 empfängt der Umschalter während der dritten Umbauphase
seine Befehle zur Umschaltung zwischen der bestehenden Anlage und der neuen Anlage.
In der vierten Umbauphase wird diese Umschaltung nicht mehr benötigt, und der Anschluss
48 wird ausser Betrieb genommen.
[0072] Auf der Grundplatte 41 sind Sockel 45 für die Relais 90a, 90b angebracht. Die Relais
90a, 90b sind in diesen Sockeln eingesteckt. Auf der Grundplatte 41 können noch weitere
Komponenten 49 vorhanden sein.
[0073] In der die Migration abschliessenden vierten Umbauphase 4 werden die Relais 90a,
90b gegen festverdrahtete Brückenstecker 81 ausgetauscht. Dadurch wird der Umschalter
40 in eine Brückeneinrichtung transformiert. Die feste Verdrahtung dieser Brückenstecker
81 ist symbolhaft als Drähte 83 dargestellt, ist aber meist in Form von gedruckten
Leitungen auf einer Leiterplatte 82 ausgeführt. Die übrigen Komponenten 49 verbleiben
auf der Grundplatte.
Zweite Ausführungsvariante für die Konstruktion eines Umschalters
[0074] In den Figuren 13 und 14 ist eine zweite Ausführungsvariante eines Umschalters 40
illustriert. Gleichwirkende Elemente sind mit den selben Bezugszeichen wie in den
Figuren 11 und 12 bezeichnet.
[0075] Auch in dieser Ausführungsvariante trägt die Grundplatte 41 die vorstehend beschriebenen
drei Anschlussgruppen 42, 43, 44. Die Sockel 45 nehmen nun aber nicht direkt die Relais
90a, 90b auf. Stattdessen sind die Relais 90a, 90b auf einer Aufsatzplatte 46 montiert,
die als Ganzes in die Sockel 45 eingesteckt ist. Die Aufsatzplatte trägt ausserdem
den Anschluss 48 für die Umschaltbefehle sowie optional weitere Komponenten 49. Die
Steckverbindung der Aufsatzplatte 46 in den Sockeln 45 ist mechanisch derart ausgeführt
("kodiert"), dass keine Fehlsteckung möglich ist.
[0076] In der die Migration abschliessenden vierten Umbauphase 4 wird nun die gesamte Aufsatzplatte
46 gegen eine festverdrahtete Brückensteckerplatte 84 ausgetauscht. Dadurch wird der
Umschalter 40 wiederum in eine Brückeneinrichtung transformiert. Wiederum ist die
feste Verdrahtung dieser Brückensteckerplatte 84 symbolhaft als Drähte 83 dargestellt,
ist aber meist in Form von gedruckten Leitungen auf einer Leiterplatte 82 ausgeführt.
Der nicht mehr benötigte Anschluss 48 für die Umschaltbefehle sowie die weiteren Komponenten
49 werden gemeinsam mit der Aufsatzplatte 46 entfernt. Die Aufsatzplatten 46 können
dadurch für weitere Umbauprojekte weiterverwendet werden.
Abwandlungen
[0077] Es versteht sich von selbst, dass eine Vielzahl von Abwandlungen der vorstehend beschriebenen
Ausführungsbeispiele möglich ist, ohne den Bereich der in den Ansprüchen definierten
Erfindung zu verlassen. So können in den Figuren 1 bis 4 die bestehende Anlage und
die neue Anlage auch anders aufgebaut sein als vorstehend beschrieben. Statt einer
Weiche kann auch eine andere Art von Feldelement angesteuert werden. Die Schnittstelle
zum Feldelement muss nicht notwendig eine Vierdrahtschnittstelle sein. Die Beschaltung
der Relais kann auch auf andere Weise als vorstehend dargestellt erfolgen; bevorzugt
bleibt dabei aber eine mechanische Zwangsführung und/oder elektrische Verriegelung
gewährleistet. Die Relais können bistabil oder monostabil ausgeführt sein, wobei bei
einer monostabilen Ausführung der stabile Betriebszustand vorzugsweise für die Verbindung
zur bestehenden Anlage genutzt wird. Die Überwachung der Betriebszustände kann auch
auf eine andere Art als vorstehend dargestellt erfolgen. Insbesondere sind für die
Globalüberwachung auch andere Arten von Logikschaltungen möglich, wie sie dem Fachmann
an sich bekannt sind. Die Betriebszustände können selbstverständlich auch in anderer
Weise als durch einfache Lämpchen oder LEDs erfasst werden. Auch in konstruktiver
Hinsicht können die Umschalter anders als vorstehend dargestellt aufgebaut sein.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0078]
- 10
- Weiche
- 12
- Weichenantrieb
- 14
- Anschlusskabel
- 20
- bestehendes Stellwerk
- 22
- Verbindungskabel
- 24
- Kabelendverschluss
- 30
- Steuereinrichtung
- 32
- Leitung
- 40
- Umschalter
- 41
- Grundplatte
- 42
- Anschlussgruppe
- 43
- Anschlussgruppe
- 44
- Anschlussgruppe
- 45
- Sockel
- 46
- Aufsatzplatte
- 48
- Anschluss
- 49
- Komponente
- 50
- Steuereinheit
- 60
- neues Stellwerk
- 62
- Datenverbindung
- 64
- temporäres Kabel
- 70
- Kabelendverschluss
- 72
- Verbindungskabel
- 74
- Verbindungskabel
- 80
- Brückenelement
- 81
- Brückenstecker
- 82
- Leiterplatte
- 83
- Drähte
- 84
- Brückensteckerplatte
- 90
- Relais
- 90a, 90b
- Relais
- 91
- Zwangsführung
- 91a, 91b
- Zwangsführung
- 92a, 92b
- Wechsler
- 93a, 93b
- Wechsler
- 94a, 94b
- Schliesser
- 95a, 95b
- Schliesser
- 96a, 96b
- Aktor
- 97a, 97b
- Aktor
- 100
- Überwachungseinrichtung
- 101
- Wechsler
- 101a, 101b
- Öffner
- 102a, 102b
- Schliesser
- 103
- Lämpchen
- 104
- Lämpchen
- 110
- Globalüberwachungseinrichtung
- 111
- Logikgatter
- 112
- Logikgatter
- 113
- Lämpchen
- 114
- Lämpchen
- 121
- Betätigungselement
- 122
- Betätigungselement
- X1, X2, X3, X4
- Anschluss/Ader
- +48 VDC
- Versorgungsspannung
- 0 VDC
- Masse
1. Verfahren zur Migration von einer bestehenden bahntechnischen Anlage zu einer neuen
bahntechnischen Anlage,
wobei die bestehende bahntechnische Anlage eine bestehende Feldelement-Steuereinrichtung
(20) zur Ansteuerung eines Feldelements (10) aufweist, und
wobei die neue bahntechnische Anlage eine neue Feldelement-Steuereinrichtung (30)
zur Ansteuerung desselben Feldelements (10) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren umfasst:
(a) Bereitstellen eines Umschalters (40), der zwischen einem vorzugsweise stabilen
ersten Betriebszustand und einem zweiten Betriebszustand umschaltbar ist; und
(b) Verbinden des Umschalters (40) mit dem Feldelement (10), der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung
(20) und der neuen Feldelement-Steuereinrichtung (30) derart, dass der Umschalter
(40) das Feldelement (10) im ersten Betriebszustand mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung
(20) und im zweiten Betriebszustand mit der neuen Feldelement-Steuereinrichtung (30)
elektrisch verbindet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei nach dem Schritt (b) eine Übereinstimmungsprüfung
durchgeführt wird, bei der die Verbindung zwischen dem Feldelement (10), dem Umschalter
(40), der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung (20) und der neuen Feldelement-Steuereinrichtung
(30) im ersten und im zweiten Betriebszustand geprüft wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, aufweisend die folgenden Schritte:
(c) Ansteuern des Feldelements (10) durch die bestehende Feldelement-Steuereinrichtung
(20),während sich der Umschalter (40) im ersten Betriebszustand befindet;
(d) Umschalten des Umschalters (40) in den zweiten Betriebszustand; und
(e) Ansteuern des Feldelements (10) durch die neue Feldelement-Steuereinrichtung (30),
während sich der Umschalter (40) im zweiten Betriebszustand befindet.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Umschalter (40) dazu
ausgebildet ist, auf eine der folgenden Weisen umgeschaltet zu werden:
manuelles Umschalten; oder
gesteuertes Umschalten aufgrund eines analogen oder digitalen elektrischen Signals.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ausserdem aufweisend:
(f) Ersetzen des Umschalters (40) durch eine Brückeneinrichtung (80), die das Feldelement
(10) permanent mit der neuen Feldelement-Steuereinrichtung (30) verbindet.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Umschalter (40) das Feldelement
(10) über eine Mehrdrahtschnittstelle, insbesondere eine Vierdrahtschnittstelle, wechselweise
mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung (20) oder der neuen Feldelement-Steuereinrichtung
(30) elektrisch verbindet.
7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei Schritt (b) umfasst:
(b1) Bereitstellen eines Kabelendverschlusses (70), der dem Feldelement (10) zugeordnet
ist;
(b2) Anschliessen eines ersten mehradrigen Kabels (22) an den Kabelendverschluss (70)
zur Verbindung mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung (20);
(b3) Anschliessen eines zweiten mehradrigen Kabels (14) an den Kabelendverschluss
zur Verbindung mit dem Feldelement (10);
(b4) Anschliessen mindestens eines dritten mehradrigen Kabels (72, 74) an den Kabelendverschluss
zur Verbindung mit dem Umschalter (40); und
(b5) Verbinden der Adern des ersten, zweiten und dritten Kabels im Kabelendverschluss
(70) derart, dass der Umschalter (40) im ersten Betriebszustand das Feldelement (10)
mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung (20) elektrisch verbindet.
8. Vorrichtung zur Migration von einer bestehenden bahntechnischen Anlage mit einer bestehenden
Feldelement-Steuereinrichtung (20) zu einer neuen bahntechnischen Anlage mit einer
neuen Feldelement-Steuereinrichtung (30),
dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung aufweist:
die neue Feldelement-Steuereinrichtung (30); und
einen Umschalter (40), der zwischen einem vorzugsweise stabilen ersten Betriebszustand
und einem zweiten Betriebszustand umschaltbar ist und der dazu ausgebildet ist, im
ersten Betriebszustand das Feldelement (10) mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung
(20) elektrisch zu verbinden und im zweiten Betriebszustand das Feldelement (10) mit
der neuen Feldelement-Steuereinrichtung (30) elektrisch zu verbinden.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, wobei der Umschalter (40) dazu ausgebildet ist, das Feldelement
(10) jeweils über eine Mehrdrahtschnittstelle, insbesondere eine Vierdrahtschnittstelle,
wechselweise mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung (20) oder der neuen
Feldelement-Steuereinrichtung (30) elektrisch zu verbinden.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, wobei der Umschalter (40) mindestens ein Relais (90;
90a, 90b) mit einer Mehrzahl von zwangsgeführten Schaltkontakten aufweist, wobei das
Relais (90; 90a, 90b) vorzugsweise bistabil ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
wobei das Feldelement (10) eine Mehrzahl von Anschlüssen (X1-X4) aufweist, wobei der
Umschalter (40) ein erstes und zweites Relais (90a, 90b) mit zwangsgeführten Schaltkontakten
aufweist,
wobei das erste Relais (90a) eine Mehrzahl von ersten Schaltkontakten (92a, 93a) aufweist,
um einen ersten Teil der Anschlüsse (X1, X4) des Feldelements (10) wechselweise mit
der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung (20) oder der neuen Feldelement-Steuereinrichtung
(30) zu verbinden,
wobei das zweite Relais (90b) eine Mehrzahl von zweiten Schaltkontakten (92b, 93b)
aufweist, um einen zweiten Teil der Anschlüsse (X2, X3) des Feldelements (10) wechselweise
mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung (20) oder der neuen Feldelement-Steuereinrichtung
(30) zu verbinden,
wobei die das erste Relais (90a) dritte Schaltkontakte (94a, 95a) und das zweite Relais
vierte Schaltkontakte (94b, 95b) aufweist, und
wobei die dritten Schaltkontakte (94a, 95a) derart mit den zweiten Schaltkontakten
(92b, 93b) und die vierten Schaltkontakte (94b, 95b) derart mit den ersten Schaltkontakten
(92a, 92b) in Serie geschaltet sind, dass in jedem Schaltzustand des ersten und zweiten
Relais (90a, 90b) eine galvanische Trennung zwischen der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung
(20) und der neuen Feldelement-Steuereinrichtung (30) gewährleistet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11, aufweisend eine Überwachungseinrichtung
(100), die dazu ausgebildet ist, den Umschalter (40) hinsichtlich seines ersten und
zweiten Betriebszustands zu überwachen.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
wobei das Feldelement (10) eine Mehrzahl von Anschlüssen (X1-X4) aufweist,
wobei der Umschalter (40) ein erstes und zweites Relais (90a, 90b) aufweist,
wobei das erste Relais (90a) dazu ausgebildet ist, einen ersten Teil der Anschlüsse
(X1, X4) des Feldelements (10) wechselweise mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung
(20) oder der neuen Feldelement-Steuereinrichtung (30) zu verbinden,
wobei das zweite Relais (90b) dazu ausgebildet ist, einen zweiten Teil der Anschlüsse
(X2, X3) des Feldelements (10) wechselweise mit der bestehenden Feldelement-Steuereinrichtung
(20) oder der neuen Feldelement-Steuereinrichtung (30) zu verbinden, und
wobei die Überwachungseinrichtung (100) dazu ausgebildet ist, Schaltzustände jeweils
mindestens eines zur Überwachung dienenden Schaltkontakts des ersten und zweiten Relais
(90a, 90b) zu überwachen.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13,
wobei das erste und zweite Relais (90a, 90b) jeweils einen zur Überwachung dienenden
Öffner (101a, 101b) und jeweils einen zur Überwachung dienenden Schliesser (102a,
102b) umfassen,
wobei die zur Überwachung dienenden Öffner (101a, 101b) des ersten und zweiten Relais
(90a, 90b) in Serie geschaltet sind, und
wobei die zur Überwachung dienenden Schliesser (102a, 102b) des ersten und zweiten
Relais (90a, 90b) in Serie geschaltet sind.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, aufweisend eine Mehrzahl von neuen
Feldelement-Steuereinrichtungen (30) und zugeordneten Umschaltern (40) sowie eine
Globalüberwachungseinrichtung (110) für die Umschalter (40),
wobei die Globalüberwachungseinrichtung (110) eine Logikschaltung (111, 112) aufweist,
die dazu ausgebildet ist, ein erstes globales Überwachungssignal (113) auszugeben,
wenn alle Umschalter (40) den ersten Betriebszustand einnehmen, und ein zweites globales
Überwachungssignal (114) auszugeben, wenn alle Umschalter (40) den zweiten Betriebszustand
einnehmen.