[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Unwuchtanordnung für eine Verdichterwalze
eines Bodenverdichters, umfassend eine um eine Unwucht-Drehachse drehbare erste Unwuchtmasseneinheit
mit einem bezüglich der Unwucht-Drehachse exzentrischen ersten Massenschwerpunkt,
eine um die Unwucht-Drehachse drehbare zweite Unwuchtmasseneinheit mit einem bezüglich
der Unwucht-Drehachse exzentrischen zweiten Massenschwerpunkt, einen Unwuchtantrieb
zum gemeinsamen Antreiben der ersten Unwuchtmasseneinheit und der zweiten Unwuchtmasseneinheit
zur Drehung um die Unwucht-Drehachse sowie eine Phasenlage-Verstelleinheit zum Verstellen
einer Phasenlage des ersten Massenschwerpunkts bezüglich des zweiten Massenschwerpunkts
um die Unwucht-Drehachse.
[0002] Eine derartige Unwuchtanordnung ist aus der
DE 102 35 976 A1 bekannt. Eine der beiden Unwuchtmasseneinheiten ist bei dieser bekannten Unwuchtanordnung
mit der Antriebswelle eines Unwuchtantriebs gekoppelt und durch diesen direkt zur
Drehung um eine Unwucht-Drehachse antreibbar. Die andere der beiden Unwuchtmasseneinheiten
ist über eine als Planetengetriebe ausgebildete Phasenlage-Verstelleinheit durch den
Unwuchtantrieb zur Drehung um die Unwucht-Drehachse antreibbar. Um die Phasenlage,
also die Winkellage, der Massenschwerpunkte der beiden Unwuchtmasseneinheit um die
Unwucht-Drehachse bezüglich einander verstellen zu können, weist die als Planetengetriebe
ausgebildete Phasenlage-Verstelleinheit ein Eingangshohlrad sowie ein Ausgangshohlrad
auf. Eine Mehrzahl von in Umfangsrichtung aufeinander folgenden Planetenradeinheiten
weist jeweils ein Eingangsplanetenrad auf, das mit dem Eingangshohlrad und einem durch
den Unwuchtantrieb zur Drehung antreibbaren Eingangssonnenrad in Kämmeingriff steht,
und weist ein Ausgangsplanetenrad auf, das mit dem Ausgangshohlrad und einem mit der
anderen Unwuchtmasseneinheit zur gemeinsamen Drehung gekoppelten Ausgangssonnenrad
in Kämmeingriff steht.
[0003] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Unwuchtanordnung für eine Verdichterwalze
eines Bodenverdichters vorzusehen, welche bei kompaktem und einfach zu realisierendem
Aufbau große Drehmomente zuverlässig übertragen kann.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Unwuchtanordnung für eine Verdichterwalze
eines Bodenverdichters, umfassend:
- eine um eine Unwucht-Drehachse drehbare erste Unwuchtmasseneinheit mit einem bezüglich
der Unwucht-Drehachse exzentrischen ersten Massenschwerpunkt,
- eine um die Unwucht-Drehachse drehbare zweite Unwuchtmasseneinheit mit einem bezüglich
der Unwucht-Drehachse exzentrischen zweiten Massenschwerpunkt,
- einen Unwuchtantrieb zum gemeinsamen Antreiben der ersten Unwuchtmasseneinheit und
der zweiten Unwuchtmasseneinheit zur Drehung um die Unwucht-Drehachse,
- eine Phasenlage-Verstelleinheit zum Verstellen einer Phasenlage des ersten Massenschwerpunkts
bezüglich des zweiten Massenschwerpunkts um die Unwucht-Drehachse.
[0005] Die erfindungsgemäße Unwuchtanordnung zeichnet sich dadurch aus, dass die Phasenlage-Verstelleinheit
eine Stirnrad-Getriebeanordnung im Drehmomentübertragungsweg zwischen dem Unwuchtantrieb
und der ersten Unwuchtmasseneinheit oder der zweiten Unwuchtmasseneinheit umfasst.
[0006] Da bei der erfindungsgemäß aufgebauten Unwuchtanordnung die Phasenlage-Verstelleinheit
eine Stirnrad-Getriebeanordnung umfasst, also eine Getriebeanordnung, bei welcher
alle miteinander in Antriebsverbindung bzw. in Kämmeingriff stehenden Zahnräder als
Stirnräder ausgebildet sind, kann ein Aufbau mit Standardbauteilen realisiert werden,
der zur Übertragung großer Drehmomente geeignet ist. Der Einsatz von im Allgemeinen
sehr aufwendig herzustellenden Hohlrädern, wie dies bei Planetengetrieben unabdingbar
ist, ist nicht erforderlich. Auch das Vorsehen einer vergleichsweise großen Anzahl
an Planetenrädern, die erforderlich sind, um die bei derartigen Unwuchtanordnungen
auftretenden Drehmomente sicher übertragen zu können, ist nicht erforderlich.
[0007] Es ist darauf hinzuweisen, dass im Sinne der vorliegenden Erfindung Stirnräder Zahnräder
sind, welche an ihrem Außenumfang eine Verzahnung mit nach radial außen vorstehenden
Zähnen aufweisen und welche mit anderen Stirnrädern dadurch in Antriebsverbindung
stehen, dass die Verzahnungen dieser Stirnräder in Kämmeingriff stehen und somit in
Kämmeingriff miteinander stehende Stirnräder sich gegensinnig drehen, oder dass ein
Endlos-Übertragungsorgan, wie zum Beispiel ein Zahnriemen oder eine Kette, mit den
Verzahnungen dieser Stirnräder in Eingriff steht und somit auf diese Art und Weise
in Antriebsverbindung miteinander stehende Stirnräder sich gleichsinnig drehen.
[0008] Die Stirnrad-Getriebeanordnung kann ein durch den Unwuchtantrieb zur Drehung um eine
Getriebe-Drehachse antreibbares Getriebe-Eingangsstirnrad, ein um die Getriebe-Drehachse
drehbares Getriebe-Ausgangsstirnrad und eine Gruppe von mit dem Getriebe-Eingangsstirnrad
und dem Getriebe-Ausgangsstirnrad in Kämmeingriff stehenden Getriebe-Verstellstirnrädern
umfassen, wobei die Getriebe-Verstellstirnräder an einem Verstellstirnradträger drehbar
getragen sind, und wobei der Verstellstirnradträger bezüglich des Getriebe-Eingangsstirnrads
und des Getriebe-Ausgangsstirnrads um die Getriebe-Drehachse drehbar ist. Durch die
Verdrehung bzw. Verschwenkung des Verstellstirnradträgers um die Getriebe-Drehachse
wird eine Relativdrehung zwischen dem Getriebe-Eingangsstirnrad und dem Getriebe-Ausgangsstirnrad
und somit eine Änderung der Phasenlage der Massenschwerpunkte der beiden Unwuchtmasseneinheiten
bezüglich einander erzwungen.
[0009] Um diese Verschwenkung des Verstellstirnradträgers um die Getriebe-Drehachse zu erreichen,
kann dem Verstellstirnradträger ein Verstellstirnradträgerantrieb zum Verschwenken
des Verstellstirnradträgers um die Getriebe-Drehachse zugeordnet sein. Ein derartiger
Verstellstirnradträgerantrieb kann einen Antriebsmotor umfassen, welcher auf den Verstellstirnradträger
zum Beispiel über einen Kurbelantrieb, einen Schneckenradantrieb, einen Zahnstangenantrieb
oder einen Zahnradantrieb, insbesondere einen Stirnradantrieb, einwirkt.
[0010] Für eine baulich einfache Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass die Getriebe-Drehachse
der Unwucht-Drehachse entspricht.
[0011] Zur Drehmomentübertragungskopplung des Getriebe-Eingangsstirnrads mit dem Getriebe-Ausgangsstirnrad
kann die Gruppe von Verstellsstirnrädern ein um eine zur Getriebe-Drehachse parallele
erste Verstellstirnrad-Drehachse drehbares und mit dem Getriebe-Eingangsstirnrad in
Kämmeingriff stehendes erstes Verstellstirnrad und ein um eine zur Getriebe-Drehachse
parallele zweite Verstellstirnrad-Drehachse drehbares und mit dem ersten Verstellstirnrad
und dem Getriebe-Ausgangsstirnrad in Kämmeingriff stehendes zweites Verstellstirnrad
umfassen.
[0012] Bei einer Ausgestaltungsvariante einer erfindungsgemäßen Unwuchtanordnung kann das
Getriebe-Ausgangsstirnrad mit der zweiten Unwuchtmasseneinheit zur gemeinsamen Drehung
gekoppelt sein.
[0013] Um eine gleichmäßige Gewichtsverteilung einer Verdichterwalze in Richtung einer Walzendrehachse
derselben zu unterstützen, wird vorgeschlagen, dass das Getriebe-Eingangsstirnrad
mit dem Unwuchtantrieb über die erste Unwuchtmasseneinheit zur Drehung antreibbar
ist, oder/und dass die erste Unwuchtmasseneinheit und die zweite Unwuchtmasseneinheit
axial zwischen dem Unwuchtantrieb und der Phasenlage-Verstelleinheit angeordnet sind.
[0014] Für eine derartige Verteilung des Gewichts in Richtung der Walzendrehachse kann die
erste Unwuchtmasseneinheit in einem ersten axialen Endbereich mit dem Unwuchtantrieb
zum Antreiben der ersten Unwuchtmasseneinheit zur Drehung um die Unwucht-Drehachse
gekoppelt sein, und die erste Unwuchtmasseneinheit kann in einem zweiten axialen Endbereich
vermittels einer Getriebe-Übertragungseinheit mit dem Getriebe-Eingangsstirnrad in
Antriebsverbindung stehen.
[0015] Dabei kann die Getriebe-Übertragungseinheit umfassen:
- ein mit dem zweiten axialen Endbereich der ersten Unwuchtmasseneinheit zur gemeinsamen
Drehung um die Unwucht-Drehachse gekoppeltes Übertragungs-Antriebsstirnrad,
- ein erstes Übertragungs-Zwischenstirnrad an einer um eine zur Unwucht-Drehachse parallelen
Übertragungs-Drehachse drehbaren Übertragungswelle, wobei das erste Übertragungs-Zwischenstirnrad
in Antriebsverbindung mit dem Übertragungs-Antriebsstirnrad steht,
- ein zweites Übertragungs-Zwischenstirnrad an der Übertragungswelle, wobei das zweite
Übertragungs-Stirnrad in Antriebsverbindung mit dem Getriebe-Eingangsstirnrad steht.
[0016] Um dafür zu sorgen, dass das erste Übertragungs-Stirnrad und das Übertragungs-Antriebsstirnrad
sich in der gleichen Drehrichtung drehen, kann das erste Übertragungs-Zwischenstirnrad
mit dem Übertragungs-Antriebsstirnrad vermittels eines Endlos-Übertragungsorgans oder/und
wenigstens eines Verbindungs-Stirnrads in Antriebsverbindung stehen. Bei Einsatz beispielsweise
eines einzigen mit dem ersten Übertragungs-Stirnrad und dem Übertragungs-Antriebsstirnrad
in Kämmeingriff stehenden Verbindungs-Stirnrads ist gleichermaßen gewährleistet, dass
das erste Übertragungs-Stirnrad und das Übertragungs-Antriebsstirnrad in der gleichen
Drehrichtung drehen. Auch mehrere einen Zahnradzug bildende Verbindungs-Stirnräder
können zur Herstellung der Antriebsverbindung eingesetzt werden.
[0017] Das zweite Übertragungs-Zwischenstirnrad kann mit dem Getriebe-Eingangsstirnrad in
Kämmeingriff stehen, so dass diese beiden Stirnräder sich gegensinnig zueinander drehen.
[0018] Das Endlos-Übertragungsorgan kann für eine schlupffreie Übertragung des Drehmoments
einen Zahnriemen oder eine Antriebskette umfassen. Ferner kann hierfür vorgesehen
sein, dass das erste Übertragungs-Zwischenstirnrad und das zweite Übertragungs-Zwischenstirnrad
an der Übertragungswelle drehfest getragen sind.
[0019] Bei einer alternativen Ausgestaltungsart einer Unwuchtanordnung kann zum Einleiten
eines Antriebsdrehmoments das Getriebe-Eingangsstirnrad in Antriebsverbindung mit
einem Motor-Antriebsstirnrad stehen.
[0020] Um für das Getriebe-Eingangsstirnrad die erforderliche Drehrichtung vorzusehen, so
dass die beiden Unwuchtmasseneinheiten sich in der gleichen Drehrichtung drehen, wird
vorgeschlagen, dass das Getriebe-Eingangsstirnrad in Kämmeingriff mit dem Motor-Antriebsstirnrad
steht. Das Motor-Antriebsstirnrad kann an einer Antriebswelle des Unwuchtantriebs
vorgesehen sein.
[0021] Um bei dieser Ausgestaltung das Antriebsdrehmoment auch zur ersten Unwuchtmasseneinheit
leiten zu können, kann die erste Unwuchtmasseneinheit vermittels einer Getriebe-Übertragungseinheit
mit dem Motor-Antriebsstirnrad in Antriebsverbindung stehen.
[0022] Dabei kann die Getriebe-Übertragungseinheit umfassen:
- ein erstes Übertragungs-Zwischenstirnrad an einer um eine zur Unwucht-Drehachse parallelen
Übertragungs-Drehachse drehbaren Übertragungswelle, wobei das erste Übertragungs-Zwischenstirnrad
in Antriebsverbindung mit dem Motor-Stirnrad steht,
- ein zweites Übertragungs-Zwischenstirnrad an der Übertragungswelle,
- ein mit der ersten Unwuchtmasseneinheit zur gemeinsamen Drehung um die Unwucht-Drehachse
gekoppeltes Übertragungs-Abtriebsstirnrad, wobei das Übertragungs-Abtriebsstirnrad
in Antriebsverbindung mit dem zweiten Übertragungs-Zwischenstirnrad steht.
[0023] Zum Erreichen der erforderlichen Drehrichtung der ersten Unwuchtmasseneinheit wird
vorgeschlagen, dass das erste Übertragungs-Zwischenstirnrad mit dem Motor-Antriebsstirnrad
in Kämmeingriff steht, oder/und dass das zweite Übertragungs-Zwischenstirnrad mit
dem Übertragungs-Abtriebsstirnrad in Kämmeingriff steht.
[0024] Für eine zuverlässige Drehmomentübertragung in der Getriebe-Übertragungseinheit können
das erste Übertragungs-Zwischenstirnrad und das zweite Übertragungs-Zwischenstirnrad
an der Übertragungswelle drehfest getragen sein.
[0025] Für eine axial kompakt bauende Ausgestaltung können der Unwuchtantrieb und die Phasenlage-Verstelleinheit
an der selben axialen Seite bezüglich der ersten Unwuchtmasseneinheit und der zweiten
Unwuchtmasseneinheit angeordnet sein.
[0026] Die vorliegende Erfindung betrifft ferner eine Verdichterwalze für einen Bodenverdichter,
umfassend einen eine Walzendrehachse umgebenden Walzenmantel, wobei in einem Walzeninnenraum
eine erfindungsgemäß aufgebaute Unwuchtanordnung vorgesehen ist.
[0027] Um die Verdichterwalze als Vibrationswalze betreiben zu können, bei welcher durch
die Unwuchtanordnung eine zur Walzendrehachse im Wesentlichen orthogonal wirkende,
periodische Kraft auf die Verdichterwalze ausgeübt wird, wird vorgeschlagen, dass
die Walzendrehachse der Unwucht-Drehachse entspricht.
[0028] Die vorliegende Erfindung betrifft ferner einen Bodenverdichter, umfassend wenigstens
eine an einem Verdichterrahmen um eine Walzendrehachse drehbar getragene, erfindungsgemäß
aufgebaute Verdichterwalze.
[0029] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die beiliegenden Figuren
detailliert beschrieben. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Bodenverdichters mit zwei Verdichterwalzen;
- Fig. 2
- eine Schnittansicht einer an einem Maschinenrahmen drehbar getragenen Verdichterwalze
des Bodenverdichters der Fig. 1 mit einer in der Verdichterwalze angeordneten Unwuchtanordnung;
- Fig. 3
- eine teilweise im Schnitt dargestellte perspektivische Ansicht einer Phasenlage-Verstelleinheit
der Unwuchtanordnung der Verdichterwalze der Fig. 2;
- Fig. 4
- die Phasenlage-Verstellanordnung der Fig. 3 mit weiteren entfernten Gehäuseteilen;
- Fig. 5
- die Phasenlage-Verstelleinheit der Fig. 4, betrachtet unter einem anderen Blickwinkel;
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht einer Phasenlage-Verstelleinheit einer anderen Ausgestaltungsart;
- Fig. 7
- die Phasenlage-Verstelleinheit der Fig. 6, betrachtet unter einem anderen Blickwinkel;
- Fig. 8
- die Phasenlage-Verstelleinheit der Fig. 8 ohne diese teilweise aufnehmende Gehäuseteile;
- Fig. 9
- die Phasenlage-Verstelleinheit der Fig. 8, betrachtet unter einem anderen Blickwinkel;
- Fig. 10
- die Phasenlage-Verstelleinheit der Fig. 8 mit weiteren nicht dargestellten Gehäuseteilen.
[0030] In Fig. 1 ist ein Bodenverdichter allgemein mit 10 bezeichnet. Der Bodenverdichter
10 umfasst an einem zentralen Maschinenrahmen 12 eine Kabine 14, in welcher eine Bedienperson
Platz nehmen kann. An dem zentralen Maschinenrahmen 12 sind schwenkbar ein vorderer
Maschinenrahmen 16 und ein hinterer Maschinenrahmen 18 getragen. Am vorderen Maschinenrahmen
16 und am hinteren Maschinenrahmen 18 ist jeweils eine Verdichterwalze 20, 22 um eine
Walzendrehachse drehbar getragen. Der vordere Maschinenrahmen 16 und der hintere Maschinenrahmen
18 sowie die daran drehbar getragenen Verdichterwalzen 20, 22 können zueinander im
Wesentlichen baugleich sein und werden nachfolgend unter Bezug auf Fig. 2 beispielhaft
anhand des hinteren Maschinenrahmens 18 bzw. der daran um eine Walzendrehachse W drehbar
getragenen Verdichterwalze 22 erläutert.
[0031] Es ist darauf hinzuweisen, dass der Bodenverdichter 10 verschiedenst ausgeführt sein
kann und beispielsweise auch nur eine derartige Verdichterwalze, beispielsweise im
vorderen Bereich desselben aufweisen kann, während im hinteren Bereich des Bodenverdichters
10 dann eine Mehrzahl von Gummirädern vorgesehen sein kann. Der nachfolgend erläuterte
Aufbau einer Verdichterwalze kann grundsätzlich unabhängig von der Ausgestaltung des
Bodenverdichters 10 realisiert sein.
[0032] Die Verdichterwalze 22 umfasst einen die Walzendrehachse W umgebenden Walzenmantel
24, der einen Walzeninnenraum 26 umgibt. An seitlichen Rahmenteilen 28, 30 des hinteren
Maschinenrahmens 18 ist die Verdichterwalze 22 um die Walzendrehachse W drehbar getragen.
Zum Antrieb des Bodenverdichters 10 kann der Verdichterwalze 22 ein Fahrantriebsmotor
23, beispielsweise Hydraulikmotor, zugeordnet sein.
[0033] Im Walzeninnenraum 26 ist eine allgemein mit 32 bezeichnete Unwuchtanordnung vorgesehen.
Die Unwuchtanordnung 32 umfasst zwei um eine Unwucht-Drehachse U drehbare Unwuchtmasseneinheiten
34, 36 jeweils mit einem zur Unwucht-Drehachse U, welche der Walzendrehachse W entspricht,
exzentrischen Massenschwerpunkt M
1, M
2. Die beiden Unwuchtmasseneinheiten 34, 36 sind so zueinander angeordnet, dass deren
Massenschwerpunkte M
1, M
2 im gleichen axialen Bereich, insbesondere einem axialen Mittenbereich der Verdichterwalze
22 positioniert sind. Wie in Fig. 2 erkennbar, kann beispielsweise die erste Unwuchtmasseneinheit
34 in der Verdichterwalze 22 an darin getragenen Aufhängungen 38, 40 drehbar getragen
sein, und die zweite Unwuchtmasseneinheit 36 kann in der ersten Unwuchtmasseneinheit
34 aufgenommen und daran drehbar getragen sein.
[0034] Der Unwuchtanordnung 32 ist ein Unwuchtantrieb 42 zugeordnet. Dieser beispielsweise
als Hydraulikmotor ausgebildete Unwuchtantrieb 42 ist mit einem von der ersten Unwuchtmasseneinheit
34 sich erstreckenden Wellenabschnitt 44 zur gemeinsamen Drehung gekoppelt und treibt
somit die erste Unwuchtmasseneinheit 34 direkt zur Drehung um die Unwucht-Drehachse
U bzw. die Walzendrehachse W an. Direkt bedeutet in diesem Sinne, dass zwischen einer
Antriebswelle des Unwuchtantriebs 42 und dem Wellenabschnitt 44 bzw. der ersten Unwuchtmasseneinheit
34 keine das Drehmoment übertragende Getriebeanordnung oder dergleichen vorgesehen
ist.
[0035] Die zweite Unwuchtmasseneinheit 36 wird durch den Unwuchtantrieb 42 über die erste
Unwuchtmasseneinheit 34 und eine allgemein mit 46 bezeichnete Phasenlage-Verstelleinheit
zur Drehung um die Unwucht-Drehachse U angetrieben. Die Phasenlage-Verstelleinheit
46 ist antriebsseitig an einen Hohlwellenabschnitt 48 der ersten Unwuchtmasseneinheit
34 und abtriebsseitig an einen den Hohlwellenabschnitt 48 durchsetzenden Wellenabschnitt
50 der zweiten Unwuchtmasseneinheit 36 angekoppelt.
[0036] Vermittels der Phasenlage-Verstelleinheit 46 wird nicht nur das Antriebsdrehmoment
des Unwuchtantriebs 42 über die erste Unwuchtmasseneinheit 34 auf die zweite Unwuchtmasseneinheit
36 übertragen, sondern die Phasenlage-Verstelleinheit 46 kann auch dazu betrieben
werden, die Phasenlage der Massenschwerpunkte M
1, M
2 der beiden Unwuchtmasseneinheiten 34, 36 um die Unwucht-Drehachse U bezüglich einander
einzustellen, was bedeutet, dass der Winkelabstand der beiden Massenschwerpunkte M
1, M
2 um die Unwucht-Drehachse U bezüglich einander eingestellt werden kann. Der Verstellbereich
beträgt vorzugsweise 180°, so dass, ausgehend von dem in Fig. 2 dargestellten Zustand,
in welchem die beiden Massenschwerpunkte M
1, M
2 einen Winkelabstand von 180° zueinander aufweisen und somit die durch die beiden
Unwuchtmasseneinheiten 34, 36 bereitgestellten Unwuchten einander kompensieren, der
Winkelabstand auf Null reduziert werden kann, so dass die beiden Massenschwerpunkte
M
1, M
2 die gleiche Phasenlage zueinander aufweisen und die Unwuchtanordnung 32 eine maximale
Unwucht bereitstellt. Da die Unwuchtanordnung 32 derart positioniert ist, dass die
Unwuchtmasseneinheiten 34, 36 durch den Unwuchtantrieb 42 zur Drehung um die Walzendrehachse
V angetrieben wird, wird durch die rotierenden Unwuchtmasseneinheiten 34, 36 grundsätzlich
eine zur Walzendrehachse W im Wesentlichen orthogonale Kraft erzeugt, so dass für
die Verdichterwalze 42 eine Vibrationsbeschleunigung generiert wird, durch welche
diese entsprechend periodisch in Richtung auf den zu verdichtenden Untergrund zu bzw.
davon weg beschleunigt wird.
[0037] Der Aufbau der Phasenlage-Verstelleinheit 46 wird nachfolgend mit Bezug auf die Fig.
3 bis 5 detailliert beschrieben.
[0038] Die Phasenlage-Verstelleinheit 46 weist eingangsseitig einen Keilverzahnungsabschnitt
52 auf, welcher mit dem Hohlwellenabschnitt 48 der ersten Unwuchtmasseneinheit 34
zur gemeinsamen Drehung um die Unwucht-Drehachse U gekoppelt werden kann. Drehfest
mit dem Keilverzahnungsabschnitt 52 ist ein Übertragungs-Antriebsstirnrad 54 einer
allgemein mit 56 bezeichneten Getriebe-Übertragungseinheit verbunden. Die Getriebe-Übertragungseinheit
56 umfasst ferner an einer Übertragungswelle 58 ein erstes Übertragungs-Zwischenstirnrad
60 und ein zweites Übertragungs-Zwischenstirnrad 62. Die beiden Übertragungs-Zwischenstirnräder
60, 62 sind an der Übertragungswelle 58 jeweils drehest getragen und mit dieser um
eine Übertragungs-Drehachse Ue drehbar. Es ist darauf hinzuweisen, dass im dargestellten
Beispiel die beiden Übertragungs-Zwischenstirnräder 60, 62 in axialem Abstand zueinander
angeordnet sind. Gleichermaßen könnten diese als jeweilige Zahnradabschnitte eines
in Richtung der Übertragungswelle 58 durchgehend ausgebildeten oder diese bereitstellenden
Zwischenstirnrads ausgebildet sein.
[0039] Das erste Übertragungs-Zwischenstirnrad 60 ist über ein Endlos-Übertragungsorgan
64, hier ausgebildet als Zahnriemen, in Antriebsverbindung mit dem Übertragungs-Antriebsstirnrad
54. Das zweite Übertragungs-Zwischenstirnrad 62 steht in Kämmeingriff mit einem Getriebe-Eingangsstirnrad
66 einer allgemein mit 68 bezeichneten Stirnrad-Getriebeanordnung der Phasenlage-Verstelleinheit
46 und ist somit in Antriebsverbindung damit. Ein Getriebe-Ausgangsstirnrad 70 der
Stirnrad-Getriebeanordnung 68 ist drehfest mit einem weiteren Keilverzahnungsabschnitt
72, der wiederum mit dem Wellenabschnitt 50 der zweiten Unwuchtmasseneinheit 36 zur
gemeinsamen Drehung gekoppelt werden kann. Es ist darauf hinzuweisen, dass sowohl
eingangsseitig, als auch ausgangsseitig die Phasenlage-Verstelleinheit 46 in anderer
Art und Weise als durch die Keilverzahnungsabschnitte 52, 72 mit der ersten Unwuchtmasseneinheit
34 bzw. der zweiten Unwuchtmasseneinheit 36 gekoppelt werden kann.
[0040] Die Stirnrad-Getriebeanordnung 68 umfasst an einem kassettenartigen Gehäuse 74, das
in einem Gehäuse 76 der Phasenlage-Verstelleinheit 76 um eine Getriebe-Drehachse G
schwenkbar getragen ist, eine Gruppe von Getriebe-Verstellstirnrädern 78, 80. Im dargestellten
Ausgestaltungsbeispiel entspricht die Getriebe-Drehachse G der Unwucht-Drehachse U
und somit auch der Walzendrehachse W. Zur Verschwenkung des Gehäuses 74 des einen
Verstellstirnradträger 82 bereitstellenden Gehäuses 74 kann, wie im dargestellten
Ausgestaltungsbeispiel gezeigt, ein beispielsweise durch einen Hydraulikzylinder,
einen Zahnstangenantrieb, einen Schneckenradantrieb oder dergleichen betätigter Stellhebelmechanismus
84 genutzt werden, dessen Verschwenkung um die Getriebe-Drehachse G zu einer entsprechenden
Verschwenkung des Verstellstirnradträgers 82 um die Getriebe-Drehachse G führt.
[0041] Die Gruppe von Getriebe-Verstellstirnrädern 78, 80 umfasst ein um eine erste Verstellstirnrad-Drehachse
V
1 am Verstellstirnradträger 82 drehbar getragenes erstes Getriebe-Verstellstirnrad
78 und umfasst ein am Verstellstirnradträger 82 um eine zweite Verstellstirnrad-Drehachse
V
2 drehbar getragenes zweites Getriebe-Verstellstirnrad 80. Die beiden Getriebe-Verstellstirnräder
78, 80 liegen axial zueinander versetzt, so dass das erste Getriebe-Verstellstirnrad
78 mit einem Verzahnungsabschnitt desselben in Kämmeingriff mit dem Getriebe-Eingangsstirnrad
66 steht und mit einem anderen Verzahnungsabschnitt desselben in Kämmeingriff mit
dem zweiten Getriebe-Verstellstirnrad 80 steht. Das zweite Getriebe-Verstellstirnrad
80 wiederum steht mit einem weiteren Verzahnungsabschnitt in Kämmeingriff mit dem
Getriebe-Ausgangsstirnrad 70. Es ist darauf hinzuweisen, dass in den dargestellten
Ausgestaltungsbeispielen die beiden Getriebe-Verstellstirnräder 78, 80 als diese Verzahnungsabschnitte
durchgehend aufweisende Stirnräder ausgebildet sind. Die Getriebe-Verstellstirnräder
78, 80 könnten gleichermaßen auch durch an einer jeweilige Welle drehfest getragene
voneinander axial getrennte Zahnradabschnitte ausgebildet sein.
[0042] Soll im Betrieb die Unwuchtanordnung 32 erregt werden, um die Verdichterwalze 22
in Vibration zu versetzen, treibt der Unwuchtantrieb 42 die erste Unwuchtmasseneinheit
34 zur Drehung um die Unwuchtachse U an. Die um die Unwucht-Drehachse U rotierende
erste Unwuchtmasseneinheit 34 treibt über die Phasenlage-Verstelleinheit die zweite
Unwuchtmasseneinheit 36 zur Drehung um die Unwucht-Drehachse U an. Durch die Ausgestaltung
der Getriebe-Übertragungseinheit 56 und der Stirnrad-Getriebeanordnung 68 ist dafür
gesorgt, dass grundsätzlich die beiden über die Phasenlage-Verstelleinheit 46 miteinander
gekoppelten Unwuchtmasseneinheiten 34, 36 in der gleichen Drehrichtung und mit der
gleichen Drehzahl zueinander um die Unwucht-Drehachse U und somit auch die Walzendrehachse
W rotieren. Bei festgehaltenem Verstellstirnradträger 82 ändert sich dabei die Phasenlage
der Massenschwerpunkte M
1, M
2 nicht.
[0043] Soll die Phasenlage der beiden Massenschwerpunkte M
1, M
2 bezüglich einander verändert werden, wird der Stellhebelmechanismus 84 und mit diesem
der Verstellstirnradträger 82 um die Getriebe-Drehachse G verschwenkt. Dies erzwingt
eine Relativdrehung zwischen dem Getriebe-Eingangsstirnrad 66 und dem Getriebe-Ausgangsstirnrad
70. Aufgrund der Dimensionierung der verschiedenen Stirnräder der Stirnrad-Getriebeanordnung
68 findet eine Bewegungsübersetzung statt, so dass eine Verschwenkung des Verstellstirnradträgers
82 um die Getriebe-Drehachse G in einem Winkel von 90° zu einer Relativdrehung zwischen
dem Getriebe-Eingangsstirnrad 66 und dem Getriebe-Ausgangsstirnrad 70 um 180° führt,
so dass auch die Massenschwerpunkte M
1, M
2 der beiden Unwuchtmasseneinheiten 34, 36 bei einer Verschwenkung des Verstellstirnradträgers
82 in einem Winkelbereich von 90° eine Änderung in der Phasenlage bzw. der Winkellage
zueinander in einem Winkelbereich von 180° erfahren, so dass zwischen maximaler Unwuchtwirkung
und minimaler bzw. nicht vorhandener Unwuchtwirkung stufenlos verstellt werden kann.
Diese Verstellung kann von der in der Kabine 14 Platz findenden Bedienperson abhängig
von dem zu verdichtenden Untergrund oder/und dem Verdichtungsgrad des zu verdichtenden
Untergrunds durch ein entsprechendes Betätigungsorgan ausgelöst werden.
[0044] Die in den Fig. 2 bis 4 dargestellte Ausgestaltungsart der Unwuchtanordnung zeichnet
sich dadurch aus, dass der Unwuchtantrieb 42 an einem ersten axialen Endbereich 86
der ersten Unwuchtmasseneinheit 34 angeordnet ist, während die Phasenlage-Verstelleinheit
46 an einem zweiten axialen Endbereich 88 der ersten Unwuchtmasseneinheit 34 angeordnet
ist, so dass die erste Unwuchtmasseneinheit 34 und damit auch die zweite Unwuchtmasseneinheit
36 axial zwischen dem Unwuchtantrieb 42 und der Phasenlage-Verstelleinheit 46 angeordnet
sind. Dies führt zu einer in Achsrichtung näherungsweise gleichen Masseverteilung
der verschiedenen Systembereiche der Unwuchtanordnung 32 im Walzeninnenraum 26.
[0045] Mit Bezug auf die Fig. 6 bis 10 wird nachfolgend eine zweite Ausgestaltungsart der
Unwuchtanordnung bzw. der Phasenlage-Verstelleinheit beschrieben, die sich dadurch
auszeichnet, dass alle Systembereiche der Unwuchtanordnung, welche zum Antrieb bzw.
zur Drehmomentübertragung bzw. auch zur Verstellung der Phasenlage dienen, an der
gleichen axialen Seite der ersten Unwuchtmasseneinheit bzw. beider Unwuchtmasseneinheiten
angeordnet sind. Dies führt zu einem axial kompakten Aufbau.
[0046] Komponenten bzw. Systembereiche, welche den vorangehend beschriebenen Komponenten
bzw. Systembereichen entsprechen, sind in den Fig. 6 bis 10 mit den gleichen Bezugszeichen
unter Hinzufügung des Anhangs "a" bezeichnet.
[0047] Bei der in den Fig. 6 bis 10 dargestellten Ausgestaltungsform treibt der Unwuchtantrieb
42a, welcher beispielsweise einen Hydraulikmotor umfassen kann, über ein Motor-Antriebsstirnrad
90a, das an einer Motorausgangswelle drehfest getragen sein kann, einerseits das erste
Übertragungs-Zwischenrad 60a der Getriebe-Übertragungseinheit 56a zur Drehung um die
Übertragungs-Drehachse Ue an, und treibt andererseits das Getriebe-Eingangsstirnrad
66a der Stirnrad-Getriebeanordnung 68a zur Drehung um die Getriebe-Drehachse G an.
Dazu steht das Motor-Antriebstellrad 90a in Kämmeingriff sowohl mit dem ersten Übertragungs-Zwischenstirnrad
60a, als auch dem Getriebe-Eingangsstirnrad 66a. Das zweite Übertragungs-Zwischenstirnrad
62a steht in Kämmeingriff und damit in Antriebsverbindung mit einem Übertragungs-Abtriebsstirnrad
92a, das mit dem Hohlwellenabschnitt 48a der ersten Unwuchtmasseneinheit 34a zur gemeinsamen
Drehung um die Unwucht-Drehachse U gekoppelt ist. Somit treibt der Unwuchtantrieb
42 die erste Unwuchtmasseneinheit 34a über die Getriebe-Übertragungseinheit 56a zur
Drehung um die Unwucht-Drehachse U an.
[0048] Die Stirnrad-Getriebeanordnung 68a umfasst an dem als kassenttenartiges Gehäuse 74a
ausgebildeten Verstellstirnradträger 82a das erste Getriebe-Verstellstirnrad 78a und
das zweite Getriebe-Verstellstirnrad 80a. In diesem Ausgestaltungsbeispiel ist jedes
der beiden Getriebe-Verstellstirnräder 78a, 80a mit zwei axial voneinander getrennt
ausgebildeten Stirnradabschnitten ausgebildet. Einer dieser Stirnradabschnitte des
ersten Getriebe-Verstellstirnrads 78a ist in Kämmeingriff mit dem Getriebe-Eingangsstirnrad
66a. Der andere Stirnradabschnitt des ersten Getriebe-Verstellstirnrads 78a ist in
Kämmeingriff mit einem der beiden Stirnradabschnitte des zweiten Getriebe-Verstellstirnrads
80a. Dessen zweiter Stirnradabschnitt ist in Kämmeingriff mit dem Getriebe-Ausgangsstirnrad
70a, welches wiederum drehfest an den Wellenabschnitt 50a angekoppelt ist, an welchem
auch die zweite Unwuchtmasseneinheit 36a drehfest getragen ist. Somit treibt der Unwuchtantrieb
42a die zweite Unwuchtmasseneinheit 36a auch bei dieser Ausgestaltungsform über die
Stirnrad-Getriebeanordnung 68a zur Drehung an.
[0049] Anders als bei der Ausgestaltungsform der Fig. 2 bis 5 ist der Unwuchtantrieb 42
bei der Ausgestaltungsform der Fig. 6 bis 10 mit seinem Motor-Antriebsstirnrad 90a
direkt in Antriebsverbindung mit dem Eingangsbereich der Stirnrad-Getriebeanordnung
68a, nämlich dem Getriebe-Eingangsstirnrad 66a, und treibt die erste Unwuchtmasseneinheit
34a nicht direkt, sondern über die Getriebe-Übertragungseinheit 56a an. Auch bei dieser
Ausgestaltung ist die Anordnung und Dimensionierung der verschiedenen in Antriebsverbindung
miteinander stehenden Stirnräder so gewählt, dass die beiden Unwuchtmasseneinheiten
34a, 36a durch den Unwuchtantrieb 42a grundsätzlich zur Drehung um die Unwucht-Drehachse
U, welche auch hier wieder der Walzendrehachse entsprechend kann, in der gleichen
Drehrichtung und mit der gleichen Drehzahl angetrieben werden.
[0050] Durch eine Verschwenkung des Verstellstirnradträgers 82a um die Getriebe-Drehachse
G wird auch bei dieser Ausgestaltung durch die Wirkung der miteinander in Kämmeingriff
stehenden Getriebe-Verstellstirnräder 78a, 80a eine Relativdrehung zwischen dem Getriebe-Eingangsstirnrad
66a und dem Getriebe-Ausgangsstirnrad 70a und dementsprechend auch eine Relativdrehung
zwischen der ersten Unwuchtmasseneinheit 34a und der zweiten Unwuchtmasseneinheit
36a erzwungen, so dass diese, ausgehend von der in den Fig. 6 bis 10 dargestellten
Relativlage bzw. Phasenlage, in welcher die beiden Massenschwerpunkte die gleiche
Phasenlage, also keinen Winkelversatz zueinander aufweisen und somit das erzeugte
Unwuchtmoment maximal ist, zu einer Relativdrehlage bzw. Phasenlage bezüglich einander
verschwenkt werden können, in welcher die beiden Massenschwerpunkte einen Winkelversatz
bzw. eine Phasenlage von 180° zueinander aufweisen, so dass die beiden Unwuchtmasseneinheiten
bzw. die dadurch bereitgestellten Unwuchten einander kompensieren und daher keine
Vibrationsbeschleunigung auf die die Unwuchtanordnung 10a aufnehmende Verdichterwalze
ausüben.
[0051] Diese Verstellung des Verstellstirnradträgers 82a kann bei dem in den Fig. 6 bis
10 dargestellten Aufbau durch einen Verstellmotor 94a, beispielsweise Elektromotor,
Hydraulikmotor oder dergleichen, und einen Stirnradmechanismus 96a erreicht werden.
Der Stirnradmechanismus 96a umfasst ein erstes Stirnrad 98a, das an einer Motorwelle
des Verstellmotors 94a drehfest getragen ist, und umfasst ein zweites Stirnrad 100a,
welches an dem Verstellstirnradträger 82a drehfest getragen ist und somit zusammen
mit diesem bei Erregung des Verstellmotors 94a sich um die Getriebe-Drehachse G dreht.
Auch bei dieser Ausgestaltung ist dafür gesorgt, dass eine Drehung bzw. eine Verschwenkung
des Verstellstirnradträgers 82a um die Getriebe-Drehachse G um 90° zu einer Relativdrehung
zwischen dem Getriebe-Eingangsstirnrad 66a und dem Getriebe-Ausgangsstirnrad 70a und
somit auch einer Relativdrehung zwischen den beiden Unwuchtmasseneinheiten 34a, 36a
von 180° führt, so dass auch hier eine stufenlose Verstellung zwischen maximaler Unwuchtwirkung
und minimaler bzw. nicht vorhandener Unwuchtwirkung erreicht werden kann.
[0052] Da bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung einer Unwuchtanordnung die Übertragung
des Drehmoments zwischen einem einzigen Unwuchtantrieb und den beiden Unwuchtmasseneinheiten
teilweise direkt, teilweise über eine Stirnrad-Getriebeanordnung bzw. eine Phasenlage-Verstelleinheit
erfolgt, in welcher ein Drehmoment ausschließlich durch in Kämmeingriff stehende oder
über Endlos-Übertragungsorgane miteinander gekoppelte Stirnräder übertragen wird,
wird ein mit Standard-Bauteilen herstellbarer, kompakter, gleichwohl zur Übertragung
sehr großer Drehmomente geeigneter Aufbau erreicht, welcher einerseits über eine lange
Betriebslebensdauer hinweg zuverlässig arbeiten kann, andererseits eine stufenlose
Verstellung der Unwuchtwirkung bzw. der dadurch hervorgerufenen Vibrationswirkung
zwischen einer maximalen Wirkung bei nicht vorhandenem Phasenversatz der Massenschwerpunkte
der beiden Unwuchtmasseneinheiten und einer minimalen Wirkung bei einem Phasenversatz
bzw. einer Winkellage der beiden Unwuchtmasseneinheiten von 180° bezüglich einander
ermöglicht.
1. Unwuchtanordnung für eine Verdichterwalze eines Bodenverdichters, umfassend:
- eine um eine Unwucht-Drehachse (U) drehbare erste Unwuchtmasseneinheit (34; 34a)
mit einem bezüglich der Unwucht-Drehachse (U) exzentrischen ersten Massenschwerpunkt
(M1),
- eine um die Unwucht-Drehachse (U) drehbare zweite Unwuchtmasseneinheit (36; 36a)
mit einem bezüglich der Unwucht-Drehachse (U) exzentrischen zweiten Massenschwerpunkt
(M2),
- einen Unwuchtantrieb (42; 42a) zum gemeinsamen Antreiben der ersten Unwuchtmasseneinheit
(34; 34a) und der zweiten Unwuchtmasseneinheit (36, 36a) zur Drehung um die Unwucht-Drehachse
(U),
- eine Phasenlage-Verstelleinheit (46; 46a) zum Verstellen einer Phasenlage des ersten
Massenschwerpunkts (M1) bezüglich des zweiten Massenschwerpunkts (M2) um die Unwucht-Drehachse (U),
dadurch gekennzeichnet, dass die Phasenlage-Verstelleinheit (46; 46a) eine Stirnrad-Getriebeanordnung (68; 68a)
im Drehmomentübertragungsweg zwischen dem Unwuchtantrieb (42; 42a) und der ersten
Unwuchtmasseneinheit (34; 34a) oder der zweiten Unwuchtmasseneinheit (36; 36a) umfasst.
2. Unwuchtanordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnrad-Getriebeanordnung (68; 68a) ein durch den Unwuchtantrieb (42; 42a) zur
Drehung um eine Getriebe-Drehachse (G) antreibbares Getriebe-Eingangsstirnrad (66;
66a), ein um die Getriebe-Drehachse (G) drehbares Getriebe-Ausgangsstirnrad (70; 70a)
und eine Gruppe von mit dem Getriebe-Eingangsstirnrad (66; 66a) und dem Getriebe-Ausgangsstirnrad
(70; 70a) in Kämmeingriff stehenden Getriebe-Verstellstirnrädern (78, 80; 78a, 80a)
umfasst, wobei die Getriebe-Verstellstirnräder (78, 80; 78a, 80a) an einem Verstellstirnradträger
(82; 82a) drehbar getragen sind, und wobei der Verstellstirnradträger (82; 82a) bezüglich
des Getriebe-Eingangsstirnrads (66; 66a) und des Getriebe-Ausgangsstirnrads (70; 70a)
um die Getriebe-Drehachse (G) drehbar ist, vorzugsweise wobei dem Verstellstirnradträger
(82; 82a) ein Verstellstirnradträgerantrieb (84; 94a, 96a) zum Verschwenken des Verstellstirnradträgers
(82; 82a) um die Getriebe-Drehachse (G) zugeordnet ist.
3. Unwuchtanordnung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass die Getriebe-Drehachse (G) der Unwucht-Drehachse (U) entspricht.
4. Unwuchtanordnung nach einem der Ansprüche 2 oder 3 ,
dadurch gekennzeichnet, dass die Gruppe von Verstellsstirnrädern (78, 80; 78a, 80a) ein um eine zur Getriebe-Drehachse
(G) parallele erste Verstellstirnrad-Drehachse (V1) drehbares und mit dem Getriebe-Eingangsstirnrad (66; 66a) in Kämmeingriff stehendes
erstes Verstellstirnrad (78; 78a) und ein um eine zur Getriebe-Drehachse (G) parallele
zweite Verstellstirnrad-Drehachse (V2) drehbares und mit dem ersten Verstellstirnrad (78; 78a) und dem Getriebe-Ausgangsstirnrad
(70; 70a) in Kämmeingriff stehendes zweites Verstellstirnrad (80; 80a) umfasst.
5. Unwuchtanordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe-Ausgangsstirnrad (70; 70a) mit der zweiten Unwuchtmasseneinheit (36;
36a) zur gemeinsamen Drehung gekoppelt ist.
6. Unwuchtanordnung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe-Eingangsstirnrad (66) mit dem Unwuchtantrieb (42) über die erste Unwuchtmasseneinheit
(34) zur Drehung antreibbar ist, oder/und dass die erste Unwuchtmasseneinheit (34)
und die zweite Unwuchtmasseneinheit (36) axial zwischen dem Unwuchtantrieb (42) und
der Phasenlage-Verstelleinheit (46) angeordnet sind.
7. Unwuchtanordnung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Unwuchtmasseneinheit (34) in einem ersten axialen Endbereich (86) mit dem
Unwuchtantrieb (42) zum Antreiben der ersten Unwuchtmasseneinheit (34) zur Drehung
um die Unwucht-Drehachse (U) gekoppelt ist, und dass die erste Unwuchtmasseneinheit
(34) in einem zweiten axialen Endbereich (88) vermittels einer Getriebe-Übertragungseinheit
(56) mit dem Getriebe-Eingangsstirnrad (66) in Antriebsverbindung steht.
8. Unwuchtanordnung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Getriebe-Übertragungseinheit (56) umfasst:
- ein mit dem zweiten axialen Endbereich (88) der ersten Unwuchtmasseneinheit (34)
zur gemeinsamen Drehung um die Unwucht-Drehachse (U) gekoppeltes Übertragungs-Antriebsstirnrad
(54),
- ein erstes Übertragungs-Zwischenstirnrad (60) an einer um eine zur Unwucht-Drehachse
(U) parallelen Übertragungs-Drehachse (Ue) drehbaren Übertragungswelle (58), wobei
das erste Übertragungs-Zwischenstirnrad (60) in Antriebsverbindung mit dem Übertragungs-Antriebsstirnrad
(54) steht,
- ein zweites Übertragungs-Zwischenstirnrad (62) an der Übertragungswelle (58), wobei
das zweite Übertragungs-Stirnrad (62) in Antriebsverbindung mit dem Getriebe-Eingangsstirnrad
(66) steht.
9. Unwuchtanordnung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste Übertragungs-Zwischenstirnrad (60) mit dem Übertragungs-Antriebsstirnrad
(54) vermittels eines Endlos-Übertragungsorgans (64) oder/und wenigstens eines Verbindungs-Stirnrads
in Antriebsverbindung steht, oder/und dass das zweite Übertragungs-Zwischenstirnrad
(62) mit dem Getriebe-Eingangsstirnrad (66) in Kämmeingriff steht,
vorzugsweise wobei das Endlos-Übertragungsorgan (64) einen Zahnriemen oder eine Antriebskette
umfasst.
10. Unwuchtanordnung nach einem der Ansprüche 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass das erste Übertragungs-Zwischenstirnrad (60) und das zweite Übertragungs-Zwischenstirnrad
(62) an der Übertragungswelle (58) drehfest getragen sind.
11. Unwuchtanordnung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe-Eingangsstirnrad (66a) in Antriebsverbindung mit einem Motor-Antriebsstirnrad
(90a) steht, vorzugsweise wobei das Getriebe-Eingangsstirnrad (66a) in Kämmeingriff
mit dem Motor-Antriebsstirnrad (90a) steht, oder/und dass das Motor-Antriebsstirnrad
(90a) an einer Antriebswelle des Unwuchtantriebs (42a) vorgesehen ist.
12. Unwuchtanordnung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste Unwuchtmasseneinheit (34a) vermittels einer Getriebe-Übertragungseinheit
(58a) mit dem Motor-Antriebsstirnrad (90a) in Antriebsverbindung steht.
13. Unwuchtanordnung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Getriebe-Übertragungseinheit (58a) umfasst:
- ein erstes Übertragungs-Zwischenstirnrad (60a) an einer um eine zur Unwucht-Drehachse
(U) parallelen Übertragungs-Drehachse (Ue) drehbaren Übertragungswelle (58a), wobei
das erste Übertragungs-Zwischenstirnrad (60a) in Antriebsverbindung mit dem Motor-Stirnrad
(90a) steht,
- ein zweites Übertragungs-Zwischenstirnrad (62a) an der Übertragungswelle (58a),
- ein mit der ersten Unwuchtmasseneinheit (34a) zur gemeinsamen Drehung um die Unwucht-Drehachse
(U) gekoppeltes Übertragungs-Abtriebsstirnrad (92a), wobei das Übertragungs-Abtriebsstirnrad
(92a) in Antriebsverbindung mit dem zweiten Übertragungs-Zwischenstirnrad (62a) steht,
vorzugsweise wobei das erste Übertragungs-Zwischenstirnrad (60a) mit dem Motor-Antriebsstirnrad
(90a) in Kämmeingriff steht, oder/und das zweite Übertragungs-Zwischenstirnrad (62a)
mit dem Übertragungs-Abtriebsstirnrad (92a) in Kämmeingriff steht, oder/und das erste
Übertragungs-Zwischenstirnrad (60a) und das zweite Übertragungs-Zwischenstirnrad (62a)
an der Übertragungswelle (58a) drehfest getragen sind.
14. Unwuchtanordnung nach einem der Ansprüche 11-13,
dadurch gekennzeichnet, dass der Unwuchtantrieb (42a) und die Phasenlage-Verstelleinheit (46a) an der selben axialen
Seite bezüglich der ersten Unwuchtmasseneinheit (34a) und der zweiten Unwuchtmasseneinheit
(36a) angeordnet sind.
15. Verdichterwalze für einen Bodenverdichter, umfassend einen eine Walzendrehachse (W)
umgebenden Walzenmantel (24), wobei in einem Walzeninnenraum (26) eine Unwuchtanordnung
(10; 10a) nach einem der vorangehenden Ansprüche vorgesehen ist,
vorzugsweise wobei die Walzendrehachse (W) der Unwucht-Drehachse (U) entspricht.
16. Bodenverdichter, umfassend wenigstens eine an einem Verdichterrahmen (16, 18) um eine
Walzendrehachse (W) drehbar getragene Verdichterwalze (20, 22) nach Anspruch 20 oder
21.