[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Paneel mit Leimschnur, wobei die Leimschnur
im Wesentlichen aus einem abgebundenen Leim besteht, sowie eine Anordnung von Paneelen
mit Leimschnur und ein Verfahren zur Herstellung eines Paneels mit Leimschnur.
[0002] Paneele mit Halteprofilen sind an sich bekannt und können insbesondere als dekorierte
Wand- oder Bodenpaneele verwendet werden, wobei unter dem Begriff Wandpaneel auch
Paneele zu verstehen sind, die zur Decken- oder Türbekleidung geeignet sind. Sie bestehen
üblicherweise aus einem Träger beziehungsweise Kern aus einem festen Material, beispielsweise
einem Holzwerkstoff, Kunststoff oder Kompositmaterial, der auf mindestens einer Seite
mit einer Dekorschicht und einer Deckschicht sowie gegebenenfalls mit weiteren Schichten,
beispielsweise einer zwischen Dekor- und Deckschicht angeordneten Verschleißschicht,
versehen ist. Die Dekorschicht ist üblicherweise ein gedrucktes Papier, das mit einem
Harz imprägniert ist. Auch die Deckschicht und die übrigen Schichten werden meist
aus Harz hergestellt.
[0003] Solche bekannten Paneele weisen in an sich bekannter Weise an den Paneelkanten Halteprofile
auf. Die Halteprofile halten die Paneele im verlegten Zustand durch eine formschlüssige
Verbindung zusammen. Dabei sind verschiedene Halteprofile bekannt. Einfache Spundungen
weisen eine einfache Nut und einen komplementären Spund auf, die senkrecht zur Paneelebene
wirken. Komplexere Halteprofile sind insbesondere bei Paneelen zur leimlosen Verlegung
bekannt. Dabei sind die komplementären Halteprofile von zwei zu verbindenden Paneelen
so ausgestaltet, dass die formschlüssige Verbindung durch Haken und Hinterschneidungen
auch ein Auseinanderziehen der Paneele verhindert. Die Paneele können deswegen schwimmend
Verlegt werden, müssen also nicht mit dem Boden verklebt werden, und sie müssen auch
nicht miteinander verleimt werden. Dadurch ist das Verlegen derartiger Paneele besonders
einfach und schnell und der verlegte Boden kann sich durch die Flexibilität der Verbindungen
auch in gewissem Maße an Unebenheiten des Bodens anpassen und auch auf Temperaturschwankungen
reagieren. Zudem können Paneele bei einer leimlosen Verlegung leicht ausgetauscht
werden, wenn sie beschädigt sind.
[0004] Ein Problem derartig verlegter Paneele ist es jedoch, dass die Fugen anfällig für
den Eintritt von Flüssigkeiten sind. Dabei können Flüssigkeiten sogar durch die Fuge
unter die Paneele geraten, wo sie nicht mehr erreicht und entfernt werden können,
ohne die Paneele vorher zu entfernen. Dadurch kann zum Beispiel ein Schaden am Boden
unter den Paneelen entstehen. Zudem kann sich zum Beispiel gesundheitsgefährdender
Schimmel zwischen Paneelunterseite und Untergrund bilden. Dieser kann unentdeckt bleiben
und dessen Entfernung auch sehr aufwendig sein.
[0005] Es gibt deswegen ein Bedürfnis, die Fugen von verlegten Paneelen vor dem Eindringen
und insbesondere Durchdringen von Flüssigkeiten zu schützen. Es ist bekannt, dass
die Fugen beim Verlegen verleimt werden können. Dadurch ergibt sich aber der Nachteil,
dass das Verlegen der Paneele mit wesentlich mehr Aufwand verbunden ist. Zudem wird
dadurch die Flexibilität der Paneelverbindungen eingeschränkt. Ferner ist bekannt,
die verlegten Paneele mit einer Versiegelung zu behandeln. Dabei ergibt sich jedoch
der Nachteil, dass die Versiegelung nur begrenzt ein Eindringen von Flüssigkeiten
in die Fugen verhindern kann und dass die Haltbarkeit der Versiegelung wesentlich
kürzer als die Lebensdauer der verlegten Paneele ist und deswegen häufig neu aufgetragen
werden muss.
[0006] Der Feuchtigkeitsschutz solcher Paneele kann deswegen unter Umständen noch Verbesserungspotential
bieten. Verbesserungspotential kann sich dabei insbesondere in der Langlebigkeit des
Feuchtigkeitsschutzes und in der Einfachheit der Verwendung eines Feuchtigkeitsschutzes
ergeben.
[0007] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, verbesserte Mittel zum Schutz
vor dem Durchdringen von Feuchtigkeit oder Flüssigkeiten durch Paneelfugen bereitzustellen.
[0008] Gelöst wird diese Aufgabe durch Paneele gemäß Anspruch 1 sowie ferner durch eine
Anordnung derartiger Paneelen gemäß Anspruch 14 und ein Verfahren zur Herstellung
solcher Paneele nach Anspruch 15. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen, in der Beschreibung oder den Figuren angegeben, wobei weitere
in den Unteransprüchen oder in der Beschreibung oder den Figuren beschriebene oder
gezeigte Merkmale einzeln oder in einer beliebigen Kombination einen Gegenstand der
Erfindung darstellen können, wenn sich aus dem Kontext nicht eindeutig das Gegenteil
ergibt.
[0009] Mit der Erfindung wird ein Paneel mit Leimschnur vorgeschlagen, wobei die Leimschnur
im Wesentlichen aus einem abgebundenen Leim besteht.
[0010] Das Paneel umfasst eine Paneeloberseite und eine Paneelunterseite sowie wenigstens
vier sich paarweise gegenüberliegende Paneelkanten, mit an den gegenüberliegenden
Paneelkanten paarweise vorgesehenen komplementären Halteprofilen, wobei die Halteprofile
so ausgestaltet sind, dass an ein Halteprofil eines Paneels weitere Paneele mit komplementärem
Halteprofil anbringbar sind, wobei zumindest ein Halteprofil zumindest teilweise entlang
seiner Längsachse eine Leimschnur aufweist, wobei die Leimschnur im Wesentlichen aus
einem abgebundenen Leim besteht.
[0011] Es konnte in überraschender Weise gezeigt werden, dass derartige Paneele ohne zusätzlichen
Aufwand einfach verlegt werden können und dabei verbesserten Schutz gegen Eindringen
und Durchdringen von Flüssigkeiten an den Fugen aufweisen.
[0012] Unter dem Begriff "Paneel" sind im Sinne der Erfindung insbesondere Wand-, Decken,
Tür- oder Bodenpaneele zu verstehen. Diese können ein auf eine Trägerplatte aufgebrachtes
eine Dekorvorlage nachbildendes Dekor aufweisen. Dekorpaneele werden dabei in vielfältiger
Weise sowohl im Bereich des Innenausbaus von Räumen, als auch zur dekorativen Verkleidung
von Bauten, beispielsweise im Messebau, verwendet. Eine der häufigsten Einsatzbereiche
von Dekorpaneelen ist deren Nutzung als Fußbodenbelag. Die Dekorpaneele weisen dabei
vielfach ein Dekor auf, welches einen Naturwerkstoff nachempfinden soll.
[0013] Unter dem Begriff "Leimschnur" ist eine längliche Vorrichtung zu verstehen, welcher
zwei aneinander liegende Flächen hydraulisch abdichten kann.
[0014] Unter dem Begriff "Leim" ist im Sinne der Erfindung ein Klebstoff zu verstehen, also
ein Stoff, der dazu geeignet ist, Werkstoffe durch Oberflächenhaftung (Adhäsion) und
seine innere Festigkeit (Kohäsion) zu verbinden.
[0015] Unter "abgebunden" ist im Sinne der Erfindung der Zustand des Leims nach einem Abbinden,
also nach einem Übergang vom flüssigen in den festen Zustand zu verstehen. Dieser
Begriff schließt alle möglichen Arten dieses Übergangs ein, darunter Trocknen durch
Verdunsten des Lösemittels, Erstarren durch Abkühlen einer Schmelze oder eine chemische
Reaktion. Insbesondere wird unter Abbinden das Erreichen der Kohäsion des Leims verstanden.
[0016] Unter dem Begriff "Paneelkante" ist im Sinne der Erfindung die Oberfläche zu verstehen,
welche die Paneeloberseite mit der Paneelunterseite verbindet.
[0017] Unter dem Begriff "Halteprofil" ist die geometrische Ausgestaltung der Paneelkante
zu verstehen. Dabei werden unter dem Begriff auch mehrteilige Halteprofile verstanden.
[0018] Unter dem Begriff "komplementäres Halteprofil" ist ein Halteprofil zu verstehen,
dessen geometrische Ausgestaltung die eines anderen Halteprofils im Wesentlichen ergänzt.
Also ein Halteprofil, das im Wesentlichen dort Aussparungen aufweist, wo das andere
Halteprofil Einsparungen aufweist und umgekehrt. Zwei komplementäre Halteprofile sind
deswegen formschlüssig aneinander befestigbar. Dabei können Hohlräume zwischen den
komplementären Halteprofilen verbleiben. Beispielsweise kann ein Halteprofil eine
Nut aufweisen und ein komplementäres Halteprofil einen Spund, oder ein Halteprofil
kann einen Haken aufweisen und ein komplementäres Halteprofil eine entsprechende Unterschneidung,
oder beide Halteprofile weisen Haken und Unterschneidungen auf.
[0019] Ein vorbeschriebenes Paneel dient somit insbesondere dem Schutz gegen Eindringen
und Durchdringen von Flüssigkeiten an Paneelfugen.
[0020] Im Detail umfasst ein erfindungsgemäßes Paneel eine Paneeloberseite und eine Paneelunterseite
sowie wenigstens vier sich paarweise gegenüberliegenden Paneelkanten. An den gegenüberliegenden
Paneelkanten sind dabei paarweise komplementäre Halteprofile vorgesehenen, wobei die
Halteprofile so ausgestaltet sind, dass an ein Halteprofil eines Paneels weitere Paneele
mit komplementärem Halteprofil anbringbar sind. In anderen Worten können mehrere derartige
Paneele auf einer Fläche verlegt werden und über die komplementären Halteprofile miteinander
verbunden werden.
[0021] Die erfindungsgemäßen Paneele sind dabei dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein
Halteprofil entlang der Längsachse eine Leimschnur aufweist, wobei die Leimschnur
im Wesentlichen aus abgebundenem Leim besteht.
[0022] Dadurch wird vorteilhafter Weise erreicht, dass das Mittel zum Schutz gegen Eindringen
und Durchdringen von Flüssigkeiten an Paneelfugen nicht erst beim Verlegen bereitgestellt
werden muss. Die erfindungsgemäßen Paneele können deswegen genauso verlegt werden,
wie Paneele ohne eine Leimschnur, bieten aber nach dem Verlegen gleichzeitig einen
verbesserten Schutz gegen Eindringen und Durchdringen von Flüssigkeiten an Paneelfugen.
Weiterhin wird vorteilhafter Weise erreicht, dass durch die Leimschnur keine dauerhafte
Verbindung zwischen den Paneelen beim Verlegen erzeugt wird, da die Leimschnur im
Wesentlichen aus abgebundenem Leim besteht, der mit zu dem komplementären Halteprofil
eines angebrachten Paneels keine oder kaum eine Adhäsion aufweist.
[0023] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Leimschnur
ausschließlich an dem Halteprofil haftet, das die Leimschnur aufweist.
[0024] Somit kann verhindert werden, dass die Leimschnur auch an einem komplementären Halteprofil
haftet.
[0025] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der Leim
ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Dispersionsklebstoff, Lösungsmittelklebstoff,
Schmelzklebstoff, Plastisol, Polyadditionsklebstoff, Polykondensationsklebstoff, und
Polymerisationsklebstoff.
[0026] Dadurch kann erreicht werden, dass der Leim im nicht abgebundenen Zustand besonders
leicht aufgetragen werden kann und anschließend besonders leicht abgebunden werden
kann.
[0027] Dispersionsklebstoff und Lösungsmittelklebstoff können dabei vorteilhafter Weise
besonders gut in die Oberfläche des Halteprofils teilweise einziehen und somit beim
Abbinden eine gute Adhäsion mit dem Halteprofil ausbilden. Dispersionsklebstoff und
Lösungsmittelklebstoff können dabei durch Trocknen abgebunden werden. Dadurch ergibt
sich für Dispersionsklebstoff und Lösungsmittelklebstoff eine besonders einfache Verarbeitbarkeit.
[0028] Schmelzklebstoffe können vorteilhafter weise besonders präzise aufgebracht werden.
Vorteilhafter Weise kann die Viskosität von Schmelzklebstoffen durch eine Verarbeitungstemperatur
eingestellt werden. Das Abbinden kann vorteilhafter Weise durch einfaches Kühlen erfolgen
und kann somit auch besonders rasch geschehen. Somit eignen sich Schmelzklebstoffe
auch für eine besonders schnelle Produktionsliniengeschwindigkeit.
[0029] Plastisol, Polyadditionsklebstoff, Polykondensationsklebstoff und Polymerisationsklebstoff
können vorteilhafter Weise chemisch abbinden. Dadurch sind diese Klebstoffe besonders
langlebig. Zudem können die mechanischen Eigenschaften dieser Klebstoffe besonders
gut eingestellt werden.
[0030] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
der Leim ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Glutinleim, Kaseinleim, Harnstoff-Formaldehydharzleim,
Phenol-Formaldehydharzleim, Resorzin-Formaldehydharzleim, formaldehydarmer Polykondensationsleim,
formaldehydfreier Dispersionsleim (Polyvinylacetatleim), Polyurethanleim, Epoxidharz,
ungesättigtes Polyesterharz, Melaminleim, PMDI-Leim, und Ethylen-Vinylacetat-Copolymer.
[0031] Durch den vorbeschriebenen Leim kann erreicht werden, dass die Leimschnur besonders
gut an dem Halteprofil haftet und der Leim leicht abbindbar ist.
[0032] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
der Leim eine Wasserbeständigkeit aufweist, gemessen nach DIN EN 204, von zumindest
D1, vorzugsweise zumindest D2, besonders bevorzugt zumindest D3.
[0033] Durch die vorbeschriebenen Wasserbeständigkeit kann erreicht werden, dass der abgebundene
Leim nicht einfach aufgelöst wird, beispielsweise durch Luftfeuchtigkeit bei der Lagerung,
Nässe beim Transport oder dem Wischen eines Paneelbodens aus den erfindungsgemäßen
Paneelen.
[0034] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
der Leim eine Abbindezeit aufweist in einem Bereich von kleiner oder gleich 1 h bis
größer oder gleich 0,1 s, bevorzugt von kleiner oder gleich 1 min bis größer oder
gleich 0,5 s, besonders bevorzugt von kleiner oder gleich 10 s bis größer oder gleich
1 s.
[0035] Dadurch kann erreicht werden, dass der Leim besonders gut zu der Leimschnur verarbeitet
werden kann. Insbesondere können dadurch gute Linienzeiten bei der Produktion erreicht
werden. Ferner kann dadurch erreicht werden, dass der Leim trotzdem gut in unabgebundener
Form handhabbar ist.
[0036] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
der Leim eine Benetzbarkeit aufweist, gemessen durch den Kontaktwinkel nach DIN EN
828, in einem Bereich von größer oder gleich 15° bis kleiner oder gleich 165°, bevorzugt
von größer oder gleich 25° bis kleiner oder gleich 90°, besonders bevorzugt von größer
oder gleich 35° bis kleiner oder gleich 55°.
[0037] Dadurch kann erreicht werden, dass die Leimschnur besonders gut auf dem Halteprofil
ausgebildet werden kann. Durch einen Leim mit einer hohen Benetzbarkeit, also mit
einem kleinen Kontaktwinkel kann erreicht werden, dass der Leim auch bei einer sehr
kleinen Leimschnur eine große Benetzung des Halteprofils erreicht und somit eine starke
Adhäsion. Bei einem Leim mit einer kleinen Benetzbarkeit, also mit einem großen Kontaktwinkel,
kann erreicht werden, dass die Leimschnur eine besonders große Dicke, senkrecht zur
Oberfläche des Halteprofils, aufweist. Dadurch kann erreicht werden, dass die Leimschnur
besonders weit vom Halteprofil wegreicht und somit besonders stark auf ein komplementäres
Halteprofil pressen kann. Somit kann eine besonders gute Abdichtung erreicht werden.
Durch die vorbeschriebene Benetzbarkeit kann somit eine besonders gute Adhäsion der
Leimschnur bei einer besonders guten Abdichtung durch die Leimschnur erreicht werden.
[0038] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
der abgebundene Leim einen Erweichungspunkt aufweist gemessen nach DIN EN 1238 in
einem Bereich von größer oder gleich 60 °C bis kleiner oder gleich 150 °C , bevorzugt
von größer oder gleich 80 °C bis kleiner oder gleich 130 °C.
[0039] Dadurch kann erreicht werden, dass der Leim bei Lagerung oder auch im verlegten Zustand
nicht durch Hitze erweicht und verläuft. Dadurch kann verhindert werden, dass der
Leim an einem komplementären Halteprofil eines weiteren Paneels bei Hitze, beispielsweise
nach starker Sonneneinstrahlung, nachträglich haftet. Zudem kann dadurch erreicht
werden, dass der Leim nicht ungewollt verläuft. Somit kann erreicht werden, dass die
Leimschnur auch nach einer langen Lagerung noch an der gewollten Stelle an dem Halteprofil
angebracht bleibt.
[0040] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
der Leim bei einer Verarbeitungstemperatur eine Viskosität aufweist, gemessen nach
DIN EN 12092, in einem Bereich von größer oder gleich 5000 mPas bis kleiner oder gleich
100000 mPas, bevorzugt von größer oder gleich 10000 mPas bis kleiner oder gleich 50000
mPas, besonders bevorzugt von größer oder gleich 20000 mPas bis kleiner oder gleich
30000 mPas.
[0041] Dadurch kann erreicht werden, dass der Leim besonders einfach auf das Halteprofil
aufgebracht werden kann. Insbesondere kann dadurch erreicht werden, dass der Leim
durch eine Düse auf das Halteprofil aufgebracht werden kann und nach dem Aufbringen
nicht ungewollt verläuft.
[0042] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
der Leim ein Sagging aufweist, gemessen nach ISO 14678, von kleiner oder gleich 3
mm, bevorzugt von kleiner oder gleich 1 mm.
[0043] Unter einem Sagging ist dabei ein Absacken im Sinne eines Verlaufens zu verstehen,
also die Widerstandsfähigkeit gegen ein Verlaufen beim Abbinden.
[0044] Dadurch kann erreicht werden, dass der Leim nach einem Aufbringen nicht übermäßig
verläuft.
[0045] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Leimschnur dauerelastisch ist.
[0046] Dadurch kann erreicht werden, dass die Leimschnur besonders lange hält und gleichzeitig
besonders gut abdichtet. Insbesondere kann dadurch erreicht werden, dass die Leimschnur
auch bei verschiedenen Temperaturen, bei denen sich Paneele zueinander bewegen, können
besonders gut abdichtet.
[0047] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Leimschnur einen Farbstoff aufweist.
[0048] Dadurch kann erreicht werden, dass eine korrekte Aufbringung der Leimschnur überprüft
werden kann. Zudem kann dadurch erreicht werden, dass Paneele mit einer Leimschnur
nicht mit Paneelen ohne einer Leimschnur verwechselt werden können. Dadurch kann sichergestellt
werden, dass bei einem Boden nicht aus Versehen einige Paneele ohne Leimschnur verlegt
werden. Besonders kann dies von Vorteil sein, wenn der abgebundene Leim durchsichtig
ist.
[0049] Der Farbstoff kann im Leim schon vor einem Abbinden gelöst oder dispergiert sein.
Entsprechend kann vorgesehen sein, dass der Farbstoff in der Leimschnur gelöst oder
dispergiert ist. Der Farbstoff kann bevorzugt ein organischer Farbstoff oder ein anorganisches
Pigment sein.
[0050] Dadurch kann der Farbstoff besonders gleichmäßig verteilt sein und es kann erreicht
werden, dass die Leimschnur nicht nur oberflächlich Farbstoff aufweist, so dass der
Farbstoff nicht abgerieben werden kann.
[0051] In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass sich
die Leimschnur entlang der gesamten Länge des Halteprofils erstreckt.
[0052] Dadurch kann vorteilhafterweise erreicht werden, dass die Paneelfuge über die gesamte
Länge der Paneelkante gegen Eindringen und Durchdringen von Flüssigkeiten geschützt
ist. Insbesondere kann dadurch erreicht werden, dass eine Dichtwirkung auch eintritt,
wenn das Paneel im Zuge der Montage gekürzt wird.
[0053] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
zumindest ein Halteprofil jedes der paarweise komplementären Halteprofile eine Leimschnur
aufweist.
[0054] In anderen Worten kann vorgesehen sein, dass von jedem Paar sich gegenüberliegender
komplementärer Halteprofile zumindest ein Halteprofil eine Leimschnur aufweist. Dies
bedeutet, dass zumindest die Hälfte der Halteprofile eine Leimschnur aufweist. Für
ein Paneel mit vier Paneelkanten bedeutet dies, dass vorgesehen ist, dass zumindest
zwei nicht gegenüberliegende Halteprofile eine Leimschnur aufweisen.
[0055] Dadurch kann vorteilhafterweise erreicht werden, dass nach der Verlegung mehrerer
derartiger Paneele auf einer Fläche, alle Paneelfugen zumindest eine Leimschnur aufweisen.
Dadurch kann erreicht werden, dass alle Paneelfugen und insbesondere auch die Punkte
an denen zwei Fugen, beziehungsweise drei Paneele, aufeinandertreffen gegen Eindringen
und Durchdringen von Flüssigkeiten geschützt sind.
[0056] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
alle Halteprofile eine Leimschnur aufweisen.
[0057] Dadurch kann vorteilhafterweise erreicht werden, dass nach der Verlegung mehrerer
derartiger Paneele auf einer Fläche, alle Paneelfugen zwei Leimschnüre aufweisen.
Dadurch kann erreicht werden, dass alle Paneelfugen und insbesondere auch die Punkte
an denen zwei Fugen, beziehungsweise drei Paneele, aufeinandertreffen besonders gut
gegen Eindringen und Durchdringen von Flüssigkeiten geschützt sind.
[0058] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Leimschnur an dem Halteprofil stoffschlüssig befestigt ist.
[0059] Dadurch kann erreicht werden, dass sich die Leimschnur vor dem Verlegen nicht ungewollt
von dem Paneel trennt. Beispielsweise kann erreicht werden, dass sich die Leimschnur
beim Transport, beim Lagern oder beim Schneiden der Paneele nicht ungewollt von dem
Paneel löst. Durch eine stoffschlüssige Verbindung kann insbesondere ermöglicht werden,
dass die Leimschnur an einer beliebigen Stelle an dem Halteprofil angebracht werden
kann. Dadurch ist vorteilhafter weise auch die Anbringung einer Leimschnur an filigranen
Stellen des Halteprofils möglich.
[0060] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Leimschnur von dem Halteprofil hervorragt.
[0061] Darunter ist zu verstehen, dass die Leimschnur eine im Vergleich zur Fläche des Halteprofils
hervorragende Oberfläche aufweist. In anderen Worten kann vorgesehen sein, dass die
Leimschnur nicht bündig mit dem Halteprofil abschließt.
[0062] Dadurch kann erreicht werden, dass die Leimschnur leicht aufbringbar ist und ausreichend
gegen ein angebrachtes komplementäres Halteprofil presst, um eine besonders gute Abdichtung
zu erhalten.
[0063] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Leimschnur derartig im Halteprofil der Paneelkante angeordnet ist, dass die Leimschnur
nach Anbringung eines weiteren Paneels mit komplementärem Halteprofil, zum komplementären
Halteprofil des weiteren Paneels eine Übergangspassung oder Presspassung aufweist.
[0064] Dadurch kann ebenfalls erreicht werden, dass eine besonders gute Abdichtung erreicht
wird.
[0065] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
die Leimschnur derartig im Halteprofils der Paneelkante angeordnet ist, dass die Leimschnur
nach Anbringung eines weiteren Paneels mit komplementärem Halteprofil in hydraulisch
abdichtender Form an dem komplementären Halteprofil des weiteren Paneels anliegt.
[0066] Dadurch kann erreicht werden, dass wenn eine Flüssigkeit mit der Fuge in Kontakt
kommt die Paneelfuge abgedichtet wird.
[0067] Mit der Erfindung wird ferner eine Anordnung von mindestens zwei Paneelen mit Leimschnur
vorgeschlagen.
[0068] Im Detail ist eine Anordnung von mindestens zwei erfindungsgemäßen Paneelen vorgesehen.
Dabei weisen die Paneele an einander zugewandten Paneelkanten komplementäre Halteprofile
auf und sind durch die komplementären Halteprofile aneinander befestigt.
[0069] Die Anordnung ist dabei dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eines der aneinander
zugewandten komplementären Halteprofile entlang der Längsachse eine Leimschnur aufweist,
wobei die Leimschnur im Wesentlichen auf einem abgebundenen Leim besteht, und die
Leimschnur zum komplementären Halteprofil der anderen Paneelkante eine Übergangspassung
oder Presspassung aufweist, wobei die Leimschnur in hydraulisch abdichtender Form
an dem komplementären Halteprofil der anderen Paneelkante anliegt.
[0070] Durch diese Anordnung kann insbesondere erreicht werden, dass jede Paneelfuge eine
Leimschnur aufweist und es kann erreicht werden, dass wenn eine Flüssigkeit mit der
Fuge in Kontakt kommt, die Paneelfuge abgedichtet wird.
[0071] Mit der Erfindung wird zudem ein Verfahren zur Herstellung eines Paneels mit Leimschnur
vorgeschlagen.
[0072] Im Detail ist vorgesehen, dass das Verfahren die Schritte aufweist:
- Bereitstellen eines Trägers,
- Ausformen von einem Halteprofil an zumindest einer Kante des Trägers,
- Anbringen einer Leimschnur an das Halteprofil, wobei die Leimschnur im Wesentlichen
aus einem Leim besteht
- Abbinden des Leims der Leimschnur
[0073] Dadurch kann vorteilhafterweise erreicht werden, dass bei der Ausformung des Halteprofils
bereits eine Stelle zum Anbringen der Leimschnur vorgesehen werden kann. Zudem kann
dadurch auch die Leimschnur an das Halteprofil angepasst werden. Die Leimschnur kann
dabei vor oder nach dem Aufbringen von einer Dekorschicht und einer Deckschicht sowie
gegebenenfalls weiterer Schichten, beispielsweise einer zwischen Dekor- und Deckschicht
angeordneten Verschleißschicht, aufgebracht werden. Der Träger kann dabei aus einem
für Paneele üblichen Material gefertigt sein.
[0074] Es kann vorgesehen sein, dass das Anbringen der Leimschnur ein Auftragen des Leims
mit einer Düse umfasst. Zusätzlich kann vorgesehen sein, dass überschüssiger Leim
vor dem Abbinden wieder abgetragen wird, beispielsweise durch Ziehen der Leimschnur
durch ein Profil.
[0075] Das Abbinden kann in Abhängigkeit des verwendeten Leims verschieden ausgestaltet
sein. Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass das Abbinden ein Abkühlen umfasst.
Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass das Abbinden ein Bestrahlen
umfasst, insbesondere ein Bestrahlen mit thermischer Strahlung und/oder UV-Strahlung.
[0076] Mit der Erfindung wird weiterhin vorgeschlagen, einen abgebundenen Leim zum Abdichten
von Paneelen zu verwenden.
[0077] Im Detail ist vorgesehen, dass ein abgebundener Leim zum Abdichten von vorbeschriebenen
Paneelen verwendet wird.
[0078] Durch die Verwendung eines abgebundenen Leims kann vorteilhafterweise erreicht werden,
dass die Paneelfugen abgedichtet werden, ohne die Paneele fest miteinander zu verkleben.
Zudem kann erreicht werden, dass die Abdichtung leicht aufgebracht werden kann.
[0079] Die Erfindung ist nachfolgend anhand der Figuren weiter erläutert. Die Figuren zeigen
mögliche Ausgestaltungen der Erfindung. Prinzipiell sind jedoch auch Kombinationen
oder Abwandlungen der Ausgestaltungen im Rahmen der Erfindung möglich. Beispielsweise
kann die Leimschnur einen anderen Querschnitt aufweisen und/oder an einer anderen
Stelle am Halteprofil angebracht sein. Prinzipiell ist auch die Anbringung einer Leimschnur
an anders ausgestalteten Halteprofilen möglich, die nachfolgend nicht gezeigten.
Fig. 1 zeigt schematisch Ausschnitte von zwei gegenüberliegenden komplementären Halteprofilen
eines erfindungsgemäßen Paneels.
Fig. 2 zeigt schematisch den Querschnitt aneinandergefügter komplementärer Halteprofile
von zwei erfindungsgemäßen Paneelen aus Fig. 1.
Fig. 3A, 3B, 3C und 3D zeigen schematisch den Querschnitt verschiedener komplementärer
Halteprofile, die sich zur Anbringung einer Leimschnur eignen.
Fig. 4A, 4B, 4C und zeigen schematisch den Querschnitt aneinandergefügter komplementärer
Halteprofile von jeweils zwei erfindungsgemäßen Paneelen mit dem Halteprofil aus Fig.
3A.
Fig. 5A, 5B, 5C, und 5D zeigen schematisch den Querschnitt aneinandergefügter komplementärer
Halteprofile von jeweils zwei erfindungsgemäßen Paneelen mit dem Halteprofil aus Fig.
3B.
Fig. 6A, 6B, 6C und 6D zeigen schematisch den Querschnitt aneinandergefügter komplementärer
Halteprofile von jeweils zwei erfindungsgemäßen Paneelen mit dem Halteprofil aus Fig.
3C.
Fig. 7A, 7B und 7C zeigen schematisch den Querschnitt aneinandergefügter komplementärer
Halteprofile von jeweils zwei erfindungsgemäßen Paneelen mit einem mehrteiligen Halteprofil.
Fig. 8A, 8B, 8C und 8D zeigen schematisch den Querschnitt komplementärer Halteprofile
beim Aneinanderfügen von jeweils zwei erfindungsgemäßen Paneelen mit dem Halteprofil
aus Fig. 3D.
[0080] Fig. 1 zeigt schematisch Ausschnitte von zwei gegenüberliegenden komplementären Halteprofilen
20 eines erfindungsgemäßen Paneels 10 mit einer Paneeloberseite 11. Eines der Halteprofile
20 weist dabei eine Leimschnur auf, welche sich zumindest teilweise entlang einer
Längsachse 50 des Halteprofils 20 erstreckt.
[0081] Fig. 2 zeigt schematisch den Querschnitt aneinandergefügter komplementärer Halteprofile
von zwei erfindungsgemäßen Paneelen aus Fig. 1 mit einer Paneeloberseite 11 und einer
Paneelunterseite 12. Ein Halteprofil 30 weist dabei entlang der Längsachse eine Leimschnur
100 auf. Ein komplementäres Halteprofil 40 ist dabei an das Halteprofil 30 angebracht.
Die Leimschnur 100 ist dabei derartig am Halteprofil 30 der Paneelkante angeordnet,
dass sie mit dem komplementären Halteprofil 40 in Fig. 2A eine Übergangspassung aufweist.
Dabei haftet die Leimschnur 100 nicht an dem komplementären Halteprofil 40, weil sie
im Wesentlichen aus einem abgebundenen Leim besteht. Die Leimschnur 100 liegt in hydraulisch
abdichtender Form an dem Komplementären Halteprofil 40 an und verhindert das Durchdringen
von Flüssigkeiten durch die Fuge zwischen Halteprofil 30 und dem angebrachten komplementären
Halteprofil 40.
[0082] Fig. 3A, 3B, 3C und 3D zeigen schematisch den Querschnitt verschiedener komplementärer
Halteprofile, die sich zur Anbringung einer Leimschnur eignen. Fig 3A zeigt schematisch
die Seitenansicht von komplementären Halteprofilen mit einem Haken mit konvexer Wölbung
auf der einen Seite und einer Aussparung mit konkaver Wölbung auf der anderen Seite.
Das Halteprofil weist dabei mehrere Profilflächen 60 auf und das komplementäre Halteprofil
entsprechende komplementäre Profilflächen 70, die sich zur Anbringung einer Leimschnur
eignen. Fig. 3B zeigt schematisch die Seitenansicht von komplementären Halteprofilen
mit jeweils einem Hakenelement, wobei sich die Profilflächen 60 und die komplementären
Profilflächen 70 zur Anbringung einer Leimschnur eignen. Fig. 3C zeigt schematisch
die Seitenansicht von komplementären Halteprofilen mit jeweils einem Hakenelement
mit einer Vertiefung und einem Rastelement, wobei sich die Profilflächen 60 und die
komplementären Profilflächen 70 zur Anbringung einer Leimschnur 100 eignen. Fig. 3D
zeigt schematisch die Seitenansicht von komplementären Halteprofilen mit jeweils einem
Haken und einer komplementären Aussparung, wobei die Halteprofile eine V-Fuge an der
Paneeloberseite 11 bilden. Die Profilflächen 60 und 70 eignen sich dabei zur Anbringung
einer Leimschnur.
[0083] Fig. 4A, 4B und 4C zeigen schematisch den Querschnitt aneinandergefügter komplementärer
Halteprofile von jeweils zwei beispielhaften erfindungsgemäßen Paneelen mit dem Halteprofil
aus Fig. 3A.
[0084] Fig. 4A zeigt dabei zwei erfindungsgemäße Paneele, wobei eine flache Leimschnur 100
auf eine untere Stirnseite des Halteprofils 30 aufgebracht ist. Dabei ist die Leimschnur
100 so angeordnet, dass sie mit dem komplementären Halteprofil 40 eine Übergangspassung
aufweist. Die Leimschnur 100 liegt in hydraulisch abdichtender Form an dem komplementären
Halteprofil 40 an, ohne daran zu haften.
[0085] In Fig. 4B ist eine Leimschnur 100 zwischen zwei Profilflächen des komplementären
Halteprofils 40 aufgebracht. Dabei ist die Leimschnur 100 so angeordnet, dass sie
mit dem Halteprofil 30 eine Übergangspassung aufweist. Die Leimschnur 100 liegt dabei
in hydraulisch abdichtender Form an dem Halteprofil 30 an, ohne daran zu haften.
[0086] In Fig. 4c ist eine Leimschnur 100 in eine untere Profilfläche des Hakens des Halteprofils
30 eingelassen. Zusätzlich ist eine Leimschnur 100 in eine untere Profilfläche der
Aussparung des komplementären Halteprofils 40 eingelassen. Dabei sind die Leimschnüre
100 so angeordnet, dass sie mit dem komplementären Halteprofil 40 beziehungsweise
mit dem Halteprofil 30 eine Übergangspassung aufweisen. Die Leimschnüre 100 liegen
in hydraulisch abdichtender Form an dem komplementären Halteprofil 40 beziehungsweise
dem Halteprofil 30 an.
[0087] Fig. 5A, 5B, 5C und 5D zeigen schematisch den Querschnitt aneinandergefügter komplementärer
Halteprofile von jeweils zwei erfindungsgemäßen Paneelen mit dem Halteprofil aus Fig.
3B.
[0088] Fig. 5A zeigt dabei zwei erfindungsgemäße Paneele, wobei eine Leimschnur 100 in eine
nach oben gewandte Fläche eines Hakenelements des komplementären Halteprofils 40 eingelassen
ist. Dabei ist die Leimschnur 100 so angeordnet, dass sie mit dem Halteprofil 30 eine
Presspassung aufweist. Die Leimschnur 100 liegt in hydraulisch abdichtender Form an
dem Halteprofil 30 an.
[0089] In Fig. 5B ist eine flache Leimschnur 100 in eine innere Stirnseite eines Hakenelements
des komplementären Halteprofils 40 eingelassen. Dabei ist die Leimschnur 100 so angeordnet,
dass sie mit dem Halteprofil 30 eine Übergangspassung aufweist. Die Leimschnur 100
liegt in hydraulisch abdichtender Form an dem Halteprofil 30 an.
[0090] In Fig. 5C ist eine Leimschnur 100 in eine innere Stirnseite eines Hakenelements
des Halteprofils 30 eingelassen. Zusätzlich ist eine flache Leimschnur 100 in eine
nach oben gewandte Fläche des Hakenelements des komplementären Halteprofils 40 eingelassen.
Dabei sind die Leimschnüre 100 so angeordnet, dass sie mit dem komplementären Halteprofil
40 beziehungsweise mit dem Halteprofil 30 eine Presspassung aufweisen. Die Leimschnüre
100 liegen in hydraulisch abdichtender Form an dem komplementären Halteprofil 40 beziehungsweise
dem Halteprofil 30 an.
[0091] In Fig. 5D ist eine Leimschnur 100 in eine äußere Stirnseite eines Hakenelements
des komplementären Halteprofils 40 eingelassen. Zusätzlich ist eine flache Leimschnur
100 in eine nach unten gewandte Fläche des Hakenelements des Halteprofils 30 eingelassen.
Dabei sind die Leimschnüre 100 so angeordnet, dass sie mit dem Halteprofil 30 beziehungsweise
mit dem komplementären Halteprofil 40 eine Presspassung aufweisen. Die Leimschnüre
100 liegen in hydraulisch abdichtender Form an dem Halteprofil 30 beziehungsweise
dem komplementären Halteprofil 40 an.
[0092] Fig. 6A, 6B, 6C und 6D zeigen schematisch den Querschnitt aneinandergefügter komplementärer
Halteprofile von jeweils zwei erfindungsgemäßen Paneelen mit dem Halteprofil aus Fig.
3C.
[0093] Fig. 6A zeigt dabei zwei erfindungsgemäße Paneele, wobei eine flache Leimschnur 100
in eine Fläche eines Hakenelements des komplementären Halteprofils 40 eingelassen
ist. Zusätzlich ist eine flache Leimschnur 100 in eine nach unten gewandte Fläche
des Hakenelements des Halteprofils 30 teilweise eingelassen. Dabei sind die Leimschnüre
100 so angeordnet, dass sie mit dem Halteprofil 30 eine Presspassung beziehungsweise
mit dem komplementären Halteprofil 40 eine Übergangspassung aufweisen. Die Leimschnüre
100 liegen dabei in hydraulisch abdichtender Form an dem Halteprofil 30 beziehungsweise
dem komplementären Halteprofil 40 an.
[0094] In Fig. 6B ist eine Leimschnur 100 in eine Fläche eines Hakenelements des komplementären
Halteprofils 40 eingelassen. Zusätzlich ist eine Leimschnur 100 in eine gegenüberliegende
Fläche des Hakenelements des Halteprofils 30 eingelassen. Dabei sind die Leimschnüre
100 so angeordnet, dass sie mit dem Halteprofil 30 beziehungsweise mit dem komplementären
Halteprofil 40 eine Übergangspassung aufweisen. Die Leimschnüre 100 liegen dabei in
hydraulisch abdichtender Form an dem Halteprofil 30 beziehungsweise dem komplementären
Halteprofil 40 an.
[0095] In Fig. 6C ist eine Leimschnur 100 in eine innere Stirnseite eines Hakenelements
des komplementären Halteprofils 40 teilweise eingelassen. Dabei ist die Leimschnur
100 so angeordnet, dass sie mit dem Halteprofil 30 eine Übergangspassung aufweist.
Dabei liegt die Leimschnur 100 in hydraulisch abdichtender Form an dem Halteprofil
30 an.
[0096] In Fig. 6D ist eine Leimschnur 100 in eine innere Fläche eines Hakenelements des
Halteprofils 30 teilweise eingelassen. Dabei ist die Leimschnur 100 so angeordnet,
dass sie mit dem komplementären Halteprofil 40 eine Übergangspassung aufweist. Dabei
liegt die Leimschnur 100 in hydraulisch abdichtender Form an dem komplementären Halteprofil
40 an.
[0097] Fig. 7A, 7B und 7C zeigen schematisch den Querschnitt aneinandergefügter komplementärer
Halteprofile von jeweils zwei erfindungsgemäßen Paneelen mit einem mehrteiligen Halteprofil.
Ein Halteprofil weist dabei zusätzlich ein separates Vertikalsperrelement 80 auf,
welches in eine Aussparung des Halteprofils eingelassen ist.
[0098] In Fig. 7A ist eine Leimschnur 100 in eine Stirnseite eines Hakenelements des komplementären
Halteprofils 40 teilweise eingelassen. Dabei ist die Leimschnur 100 so angeordnet,
dass sie mit dem Halteprofil 30 eine Übergangspassung aufweist. Dabei liegt die Leimschnur
100 in hydraulisch abdichtender Form an dem Halteprofil 30 an.
[0099] In Fig. 7B ist eine flache Leimschnur 100 in eine Fläche eines Hakenelements des
komplementären Halteprofils 40 vollständig eingelassen. Dabei ist die Leimschnur 100
so angeordnet, dass sie mit dem Halteprofil 30 eine Übergangspassung aufweist. Dabei
liegt die Leimschnur 100 in hydraulisch abdichtender Form an dem Halteprofil 30 an.
[0100] In Fig. 7C ist eine Leimschnur 100 in eine Fläche eines Hakenelements des komplementären
Halteprofils 40 eingelassen. Zusätzlich ist eine Leimschnur 100 in eine Fläche des
Hakenelements des Halteprofils 30 eingelassen. Dabei sind die Leimschnüre 100 so angeordnet,
dass sie mit dem Halteprofil 30 beziehungsweise mit dem komplementären Halteprofil
40 eine Übergangspassung aufweisen. Dabei liegen die Leimschnüre 100 in hydraulisch
abdichtender Form an dem Halteprofil 30 beziehungsweise dem komplementären Halteprofil
40 an.
[0101] Fig. 8A, 8B, 8C und 8D zeigen schematisch den Querschnitt aneinandergefügter komplementärer
Halteprofile von jeweils zwei erfindungsgemäßen Paneelen mit dem Halteprofil aus Fig.
3D.
[0102] Fig. 8A zeigt dabei zwei erfindungsgemäße Paneele, wobei eine Leimschnur 100 auf
einer an die Paneeloberseite angrenzenden Fläche des Halteprofils 30 angebracht ist.
Dabei ist die Leimschnur 100 so angeordnet, dass sie mit dem Halteprofil 40 eine Presspassung
ausbildet. Die Leimschnur 100 liegt dabei in hydraulisch abdichtender Form an dem
Halteprofil 40 an.
[0103] In Fig. 8B ist zusätzlich zu der Leimschnur 100 aus Fig. 8A eine Leimschnur 100 auf
einer Stirnfläche des komplementären Halteprofils 40 angebracht. Dabei sind die Leimschnüre
100 so angeordnet, dass sie mit dem komplementären Halteprofil 40 beziehungsweise
mit dem Halteprofil 30 eine Presspassung aufweisen. Die Leimschnüre 100 liegen dabei
in hydraulisch abdichtender Form an dem komplementären Halteprofil 40 beziehungsweise
dem Halteprofil 30 an.
[0104] In Fig. 8C ist eine Leimschnur 100 an einer Stirnseite des Halteprofils 30 angebracht.
Zusätzlich ist eine Leimschnur 100 an einer Unterseite des Hakenelements des komplementären
Halteprofils 40 angebracht. Dabei sind die Leimschnüre 100 so angeordnet, dass sie
mit dem komplementären Halteprofil 40 und dem Halteprofil 30 eine Spielpassung aufweisen.
Dabei liegen die Leimschnüre 100 in hydraulisch abdichtender Form an dem komplementären
Halteprofil 40 und dem Halteprofil an.
[0105] In Fig. 8D ist eine Leimschnur 100 an einer Stirnseite des Halteprofils 30 angebracht.
Zusätzlich ist eine Leimschnur 100 auf einer an die Paneeloberseite angrenzenden Fläche
des komplementären Halteprofils 40 angebracht. Dabei sind die Leimschnüre 100 so angeordnet,
dass sie mit dem komplementären Halteprofil 40 und dem Halteprofil 30 eine Presspassung
aufweist. Dabei liegen die Leimschnüre 100 in hydraulisch abdichtender Form an dem
komplementären Halteprofil 40 und dem Halteprofil 30 an.
Bezugszeichen:
[0106]
- 10
- Paneel
- 11
- Paneeloberseite
- 12
- Paneelunterseite
- 20
- paarweise komplementäre Halteprofile
- 30
- Halteprofil
- 40
- komplementäres Halteprofil
- 50
- Längsachse
- 60
- Profilflächen
- 70
- komplementäre Profilflächen
- 80
- Vertikalsperrelement
- 100
- Leimschnur
1. Paneel (10) umfassend eine Paneeloberseite (11) und eine Paneelunterseite (12) sowie
wenigstens vier sich paarweise gegenüberliegende Paneelkanten, mit an den gegenüberliegenden
Paneelkanten paarweise vorgesehenen komplementären Halteprofilen (20), wobei die Halteprofile
(20) so ausgestaltet sind, dass an ein Halteprofil (30) eines Paneels weitere Paneele
mit komplementärem Halteprofil (40) anbringbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein Halteprofil (20) zumindest teilweise entlang seiner Längsachse (50)
eine Leimschnur (100) aufweist, wobei die Leimschnur (100) im Wesentlichen aus einem
abgebundenen Leim besteht.
2. Paneel nach dem vorherigen Anspruch, wobei der Leim ausgewählt ist aus der Gruppe
bestehend aus Dispersionsklebstoff, Lösungsmittelklebstoff, Schmelzklebstoff, Plastisol,
Polyadditionsklebstoff, Polykondensationsklebstoff, und Polymerisationsklebstoff.
3. Paneel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Leim ausgewählt ist aus der
Gruppe bestehend aus Glutinleim, Kaseinleim, Harnstoff-Formaldehydharzleim, Phenol-Formaldehydharzleim,
Resorzin-Formaldehydharzleim, formaldehydarmer Polykondensationsleim, formaldehydfreier
Dispersionsleim (Polyvinylacetatleim), Polyurethanleim, Epoxidharz, ungesättigtes
Polyesterharz, Melaminleim, PMDI-Leim, und Ethylen-Vinylacetat-Copolymer.
4. Paneel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Leim eine Abbindezeit aufweist
in einem Bereich von kleiner oder gleich 1 h bis größer oder gleich 0,1 s, bevorzugt
von kleiner oder gleich 1 min bis größer oder gleich 0,5 s, besonders bevorzugt von
kleiner oder gleich 10 s bis größer oder gleich 1 s.
5. Paneel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Leim eine Benetzbarkeit aufweist,
gemessen durch den Kontaktwinkel nach DIN EN 828, in einem Bereich von größer oder
gleich 15° bis kleiner oder gleich 165°, bevorzugt von größer oder gleich 25° bis
kleiner oder gleich 90°, besonders bevorzugt von größer oder gleich 35° bis kleiner
oder gleich 55°.
6. Paneel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der abgebundene Leim einen Erweichungspunkt
aufweist gemessen nach DIN EN 1238 in einem Bereich von größer oder gleich 60 °C bis
kleiner oder gleich 150 °C , bevorzugt von größer oder gleich 80 °C bis kleiner oder
gleich 130 °C.
7. Paneel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der Leim bei einer Verarbeitungstemperatur
eine Viskosität aufweist, gemessen nach DIN EN 12092, in einem Bereich von größer
oder gleich 5000 mPas bis kleiner oder gleich 100000 mPas, bevorzugt von größer oder
gleich 10000 mPas bis kleiner oder gleich 50000 mPas, besonders bevorzugt von größer
oder gleich 20000 mPas bis kleiner oder gleich 30000 mPas.
8. Paneel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei sich die Leimschnur entlang der
gesamten Länge des Halteprofils erstreckt.
9. Paneel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei zumindest ein Halteprofil jedes
der paarweise komplementären Halteprofile eine Leimschnur aufweist.
10. Paneel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei alle Halteprofile eine Leimschnur
aufweisen.
11. Paneel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei das Halteprofil eine Mehrzahl an
Profilflächen aufweist, wobei eine Profilfläche an die Paneeloberseite angrenzt, wobei
die an die Paneeloberseite angrenzende Profilfläche die Leimschnur aufweist.
12. Paneel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Leimschnur derartig im Halteprofil
der Paneelkante angeordnet ist, dass die Leimschnur nach Anbringung eines weiteren
Paneels mit komplementärem Halteprofil, zum komplementären Halteprofil des weiteren
Paneels eine Überganspassung oder Presspassung aufweist.
13. Paneel nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei die Leimschnur derartig im Halteprofil
der Paneelkante angeordnet ist, dass die Leimschnur nach Anbringung eines weiteren
Paneels mit komplementärem Halteprofil, in hydraulisch abdichtender Form an dem komplementären
Halteprofil des weiteren Paneels anliegt.
14. Anordnung von mindestens zwei Paneelen nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei die
Paneele an einander zugewandten Paneelkanten komplementäre Halteprofile aufweisen
und die zwei Paneele durch die komplementären Halteprofile aneinander befestigt sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens eines der aneinander zugewandten komplementären Halteprofile entlang seiner
Längsachse eine Leimschnur aufweist, wobei die Leimschnur im Wesentlichen aus einem
abgebundenen Leim besteht, und die Leimschnur zum komplementären Halteprofil der anderen
Paneelkante eine Übergangspassung oder Presspassung aufweist, wobei die abgebundene
Leimschnur in hydraulisch abdichtender Form an dem komplementären Halteprofil der
anderen Paneelkante anliegt.
15. Verfahren zur Herstellung eines Paneels nach einem der Ansprüche 1 bis 13, aufweisend
die Schritte:
- Bereitstellen eines Trägers,
- Ausformen von einem Halteprofil an zumindest einer Kante des Trägers,
- Anbringen einer Leimschnur an das Halteprofil, wobei die Leimschnur im Wesentlichen
aus einem Leim besteht.
- Abbinden des Leims der Leimschnur.