[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Laufwagenanordnung für eine Schiebetür, insbesondere
eine Hebe-Schiebetür, mit einem ersten und einem zweiten Laufwagen, die jeweils eine
Hubvorrichtung mit einem entlang einer Kulissenführung bewegbar gelagerten Führungsteil
zum Anheben und Absenken eines Stützteils umfassen, wobei auf den Stützteilen ein
Türflügel abstützbar ist, und jeder Laufwagen zwischen zwei stegförmigen Rollenhaltern
drehbar gelagerte Rollen umfasst, die auf einer Laufschiene verfahrbar sind und die
Rollenhalter jeweils relativ zu dem Stützteil drehbar gelagert sind, wobei das Führungsteil
als Bolzen ausgebildet ist, der die Kulissenführung und die stegförmigen Rollenhalter
durchgreift.
[0002] Die
EP 3 064 683 B1 offenbart eine Laufwagenanordnung für eine Hebe-Schiebetür, bei der zwei über Rollen
verfahrbare Laufwagen jeweils ein über eine Hubvorrichtung anhebbares Stützteil mit
einer Kulissenführung aufweisen. Das Stützteil kann über eine Betätigungsmechanik
und ein Steuerelement angehoben und abgesenkt werden. Dabei ist das bewegbare Steuerelement
des einen Laufwagens über eine Verbindungsstange mit einem Steuerelement des anderen
Laufwagens verbunden. Bei einer einsetzenden Schubbewegung des Steuerelementes bleiben
die Rollenhalter relativ zu dem Stützteil drehbar, wodurch die Rollen immer auf der
Laufschiene aufsitzen und gleichmäßigem Verschleiß unterliegen. Nachteilig bei dieser
Konstruktion ist, dass die Verbindungsstange jeweils über ein Kupplungsteil an dem
leistenförmigen Steuerelement befestigt ist und diese Mechanik eine gelenkige Gliederkette
ausbildet. Bei einsetzender Schubbewegung können sich die Steuerelemente schräg stellen
und dadurch Verspannungen der Verbindungsstange zwischen den Steuerelementen hervorrufen.
Dies kann zu erhöhten Bedienkräften beim Anheben des Flügels und zu erhöhtem Verschleiß
führen.
[0003] Eine weitere Laufwagenanordnung offenbart
DE 10 2014 012 029 A1. Über ein Betätigungsorgan können die beiden Laufwagen relativ zu einem Schiebeflügel
verschoben werden, um den Schiebeflügel über eine Hubeinrichtung Anzuheben oder Abzusenken.
Die Rollen der Laufwagen sind dabei jeweils an einem Rollenträger gehalten, der pendelnd
an zwei stegförmigen Rollenlagerelement gelagert ist. An jedem Laufwagen sind zwei
Paare von Rollen an Rollenträgern gehalten, und dazwischen ist eine Hubrolle der Hubeinrichtung
an den Rollenlagerelementen gehalten, so dass der Laufwagen aus einer Vielzahl von
Einzelteilen zusammengesetzt ist.
[0004] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Laufwagenanordnung für eine
Schiebetür zu schaffen, die die obige Problematik des Verspannens der Verbindungsstange
bei einsetzender Schubbewegung vermeidet.
[0005] Diese Aufgabe wird mit einer Laufwagenanordnung mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst.
[0006] Erfindungsgemäß sind die Rollenhalter des ersten Laufwagens mit den Rollenhaltern
des zweiten Laufwagens über eine Verbindungsstange aneinander fixiert, so dass bei
einer Schubbewegung die Rollenhalter über die Verbindungsstange als Einheit relativ
zu den Stützteilen bewegt werden. Die Verbindungsstange zwischen dem ersten und zweiten
Laufwagen wird bei einsetzender Schubbewegung vorzugsweise auf Zug belastet und bleibt
über die Rollenhalter im Wesentlichen parallel zu einer Laufschiene für die Rollen
der Laufwagen parallel ausgerichtet. Dies vermeidet eine Verspannung der Verbindungsstange
beim Anheben oder Absenken des Türflügels. Das Führungsteil ist dabei erfindungsgemäß
als Bolzen ausgebildet, der die Kulissenführung und die stegförmigen Rollenhalter
durchgreift.
[0007] Vorzugsweise ist die Verbindungsstange über ein Kopplungsteil mit den beiden Rollenhaltern
verbunden, beispielsweise einem Formkörper aus Kunststoff oder Metall. Für einen kompakten
Aufbau kann das Kopplungsteil in eine zwischen den beiden Rollenhaltern gebildete
Aufnahme mit einem Endabschnitt eingreifen, um eine mittige Krafteinleitung zu gewährleisten.
Das Kopplungsteil kann über Befestigungsmittel an den stegförmigen Rollenhaltern festgelegt
sein.
[0008] Ein Steuerelement an dem ersten Laufwagen ist bevorzugt mit dem Führungsteil zum
Anheben oder Absenken der Hubvorrichtung verbunden. Dabei kann das Führungsteil bolzenförmig
ausgebildet sein und sowohl das Steuerelement als auch die Rollenhalter durchgreifen.
Die Kurvenführung ist dann an dem Stützteil ausgebildet. Für einen kompakten Aufbau
kann das Steuerelement in Verfahrrichtung der Laufwagen kürzer ausgebildet sein als
die Rollenhalter des ersten Laufwagens. Mit dem Steuerelement können Zug- oder Druckkräfte
zwischen einer Betätigungsmechanik und dem Führungselement übertragen werden, wobei
ein solches Steuerelement nur an einem der beiden Laufwagen vorgesehen ist.
[0009] Der Bolzen an dem ersten Laufwagen ist bevorzugt zusätzlich mit einem Steuerelement
verbunden, mittels dem die Bewegung des Bolzens relativ zu der Kulissenführung steuerbar
ist. Das Steuerelement kann eine oder zwei Leisten aufweisen, um die Betätigungsmechanik
mit dem Bolzen zu verbinden. Vorzugsweise sind für eine symmetrische Krafteinleitung
zwei Leisten vorgesehen und jede Leiste ist mit einem Ende des Bolzens verbunden.
Die beiden Leisten des Steuerelementes umgreifen somit die beiden Rollenhalter.
[0010] In der montierten Position sind der erste Laufwagen und der zweite Laufwagen nur
über die Verbindungsstange und den Türflügel miteinander verbunden. Für ein Anheben
des Türflügels können die Rollenhalter des ersten Laufwagens über das Steuerelement
relativ zu dem Türflügel verschoben werden und durch die Verbindungsstange werden
dann auch die Rollenhalter an dem zweiten Laufwagen relativ zu der Kurvenführung an
dem Stützteil an dem zweiten Laufwagen verschoben. Der Türflügel ist bei diesem Anheben
in Verfahrrichtung stationär auf einer Laufschiene angeordnet.
[0011] Vorzugsweise umfasst der Rollenhalter zwei Stege, an dem die Achsen zur drehbaren
Lagerung der Rollen und eine mit dem Führungsteil verbundene oder integral ausgebildete
Drehachse vorgesehen sind. Der Rollenhalter kann somit nur an dem Führungsteil drehbar
gelagert sein, insbesondere mittig zwischen den beiden Rollen, um entsprechende Schwenkbewegungen
ausführen zu können. Jeder Rollenhalter kann als plattenförmiger Steg ausgebildet
sein, insbesondere aus einem Metallblech, wobei zwei Rollenhalter in axialer Richtung
der Rollen auf gegenüberliegenden Seiten der Rollen angeordnet sind. Die Rollen sind
somit zwischen den beiden Rollenhaltern gehalten.
[0012] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die
beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Laufwagenanordnung;
- Figur 2
- eine Ansicht der Laufwagenanordnung der Figur 1 mit angehobenen Stützteilen;
- Figuren 3A und 3B
- zwei Ansichten des ersten Laufwagens der Figur 1, teil-weise im Schnitt.
[0013] Eine Laufwagenanordnung 1 dient zum Bewegen eines Flügels eines Fensters oder einer
Tür, beispielsweise für eine Hebe-Schiebetür oder eine Hebe-Schiebe-Kipptür. Innerhalb
eines Blendrahmens ist dabei an einer Unterseite eine Laufschiene vorgesehen, an der
zwei oder mehr Laufwagen 2 und 2' verfahrbar gelagert sind.
[0014] Ein erster Laufwagen 2 umfasst ein Stützteil 3, und ein zweiter Laufwagen 2', der
beabstandet von dem ersten Laufwagen 2 auf der Laufschiene angeordnet ist, umfasst
ebenfalls ein Stützteil 3. Auf den Stützteilen 3 der Laufwagen 2 und 2' ist der bewegbare
Flügel abgestützt.
[0015] An jedem Laufwagen 2 und 2' ist eine Hubvorrichtung 4 vorgesehen, mittels der das
Stützteil 3 von einer abgesenkten Position eine angehobene Position bewegbar ist.
Jeder Laufwagen 2 und 2' umfasst ferner zwei Rollen 5 und 6, die an gegenüberliegenden
Seiten der Hubvorrichtung 4 angeordnet sind. Die Rollen 5 und 6 sind dabei über einen
gemeinsamen Rollenhalter 7 miteinander verbunden.
[0016] Zur Betätigung der Hubvorrichtungen 4 ist eine Betätigungsvorrichtung mit einem Hebel
8 vorgesehen, der an einem Beschlag 9 des Flügels drehbar gelagert ist. Über den Hebel
8 kann eine Treibstange 10 in vertikale Richtung angehoben und abgesenkt werden, die
auf eine Eckumlenkung 11 wirkt. Über die Eckumlenkung 11 wird dann über ein Kettenglied
23 ein Steuerelement 13 betätigt, um das Stützteil 3 über die Hubvorrichtung 4 anzuheben
oder abzusenken. Über die Betätigungsvorrichtung werden dabei gleichzeitig alle Stützteile
3 an den Laufwagen 2 und 2' angehoben oder abgesenkt.
[0017] In Figur 1 ist die abgesenkte Position der Stützteile 3 und in Figur 2 die angehobene
Position der Stützteile 3 dargestellt.
[0018] Jeder Rollenhalter 7 der Laufwagen 2 und 2' ist drehbar um ein Führungsteil 20 der
Hubvorrichtung 4 gelagert. Zwischen den Drehachsen 50 und 60 der Rollen 5 und 6 ist
das Führungsteil 20 angeordnet, das als Bolzen ausgebildet ist und die Rollenhalter
7 an einer Öffnung durchgreift.
[0019] Zum Anheben und Absenken des Türflügels ist die Eckumlenkung 11 über einen Bolzen
26 mit dem Kettenglied 23 verbunden, das über einen weiteren Bolzen 22 mit einem leistenförmigen
Steuerelement 13 verbunden ist. Das leistenförmige Steuerelement 13 kann als Streifen,
insbesondere als plattenförmiger Metallsteg, ausgebildet sein, der in einem Endbereich
Bereich mit dem Führungsteil 20 verbunden ist. Durch Ziehen an dem Kettenglied 23
kann somit das Führungsteil 20 entlang einer schräg zur Horizontalen angeordneten
Kulissenführung 21 verschoben werden, um das Stützteil 3 anzuheben. Das Absenken des
Stützteils 3 erfolgt durch Bewegen des Steuerelementes 13 in die gegenüberliegende
Richtung.
[0020] Das Steuerelement 13 besitzt eine geringere Erstreckung in Verfahrrichtung der Rollen
5 und 6 als die Rollenhalter an dem ersten Laufwagen 2. Zudem ist nur an dem in Figuren
1 und 2 linken ersten Laufwagen 2 ein Steuerelement 13 vorgesehen, während an dem
rechten zweiten Laufwagen 2' ein solches Steuerelement 13 fehlt, auch wenn an diesem
eine Hubvorrichtung 4 vorgesehen ist.
[0021] Über eine Verbindungsstange 12 werden die beiden Rollenhalter 7 des ersten Laufwagens
2 mit den beiden Rollenhaltern 7 des zweiten Laufwagens 2'aneinander fixiert und somit
in einem festen Abstand zueinander gehalten. Die Verbindungsstange 12 ist an gegenüberliegenden
Seiten jeweils über ein Kopplungsteil 14 mit den beiden Rollenhaltern 7 verbunden.
[0022] Der Laufwagen 2' kann im Übrigen die gleiche Hubvorrichtung 4 wie der Laufwagen 2
aufweisen. Jede Hubvorrichtung 4 weist eine schräg zur Horizontalen ausgerichtete
Kulissenführung 21 in dem Stützteil 3 auf, die von dem bolzenförmigen Führungsteil
20 durchgriffen ist.
[0023] In den Figuren 3A und 3B ist der erste Laufwagen 2 mit dem Steuerelement 13 im Detail
gezeigt. Das Kopplungsteil 14 ist als Formkörper ausgebildet, der mit einem Endabschnitt
zwischen die durch die beiden stegförmigen Rollenhalter 7 gebildete Aufnahme eingreift
und mit diesen über Befestigungsmittel, beispielsweise Schrauben verbunden ist. Das
Kopplungsteil 14 ist zudem mit der Verbindungsstage 12 verbunden, beispielsweise über
weitere Befestigungsmittel. Es ist auch möglich, die Verbindungsstange 12 unmittelbar
über Befestigungsmittel an den Rollenhaltern 7 festzulegen.
[0024] Das bolzenförmige Führungsteil 20 durchgreift die Kulissenführung 21, die beiden
stegförmigen Rollenhalter 7 sowie die beiden Leisten des Steuerelementes 13. Durch
die Ausbildung von Stufen an dem Führungsteil 20 wird gewährleistet, dass der Rollenhalter
7 mit Spiel zwischen der Kulissenführung 21 und dem Steuerelement 13 gehalten ist
und somit frei drehbar bleibt und nicht verklemmt. In axiale Richtung können entsprechende
Sicherungsmittel an dem Führungsteil 20 vorgesehen sein, die eine dauerhafte Fixierung
innerhalb der beiden Leisten des Steuerelementes 13 gewährleisten. Das Führungsteil
20 kann zudem auch mehrteilig ausgebildet sein.
[0025] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist das Führungsteil 20 als Bolzen mit gestuften
zylindrischen Abschnitten ausgebildet. Es ist auch möglich, dass das Führungsteil
20 eine andere Geometrie aufweist.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 1
- Laufwagenanordnung
- 2,2'
- Laufwagen
- 3
- Stützteil
- 4
- Hubvorrichtung
- 5
- Rolle
- 6
- Rolle
- 7
- Rollenhalter
- 8
- Hebel
- 9
- Beschlag
- 10
- Treibstange
- 11
- Eckumlenkung
- 12
- Verbindungsstange
- 13
- Steuerelement
- 14
- Kopplungsteil
- 20
- Führungsteil
- 21
- Kulissenführung
- 22
- Bolzen
- 23
- Kettenglied
- 26
- Bolzen
- 50
- Achse
- 60
- Achse
1. Laufwagenanordnung (1) für eine Schiebetür, insbesondere eine Hebe-Schiebetür, mit
einem ersten und einem zweiten Laufwagen (2, 2'), die jeweils eine Hubvorrichtung
(4) mit einem entlang einer Kulissenführung (21) bewegbar gelagerten Führungsteil
(20) zum Anheben und Absenken eines Stützteils (3) umfassen, und auf den Stützteilen
(3) ein Türflügel abstützbar ist, wobei jeder Laufwagen (2, 2') zwischen zwei stegförmigen
Rollenhaltern (7) drehbar gelagerte Rollen (5, 6) umfasst, die auf einer Laufschiene
verfahrbar sind und die Rollenhalter (7) jeweils relativ zu dem Stützteil (3) drehbar
gelagert sind, wobei das Führungsteil (20) als Bolzen ausgebildet ist, der die Kulissenführung
(21) und die stegförmigen Rollenhalter (7) durchgreift, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollenhalter (7) des ersten Laufwagens (2) mit den Rollenhaltern (7) des zweiten
Laufwagens (2') über eine Verbindungsstange (12) aneinander fixiert sind.
2. Laufwagenanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsstange (12) über ein Kopplungsteil (14) mit den beiden Rollenhaltern
(7) verbunden ist.
3. Laufwagenanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopplungsteil (14) mit einem Endabschnitt in eine zwischen den beiden Rollenhaltern
(7) gebildete Aufnahme eingreift.
4. Laufwarenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass ein Steuerelement (13) zum Anheben oder Absenken der Hubvorrichtung (4) mit dem Führungsteil
(20) an dem ersten Laufwagen (2) verbunden ist.
5. Laufwagenanordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerelement (13) in Verfahrrichtung der Laufwagen kürzer ausgebildet ist als
die Rollenhalter (7) des ersten Laufwagens.
6. Laufwagenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Laufwagen (2) und der zweite Laufwagen (2'), nur über die Verbindungsstange
(12) und den Türflügel miteinander verbunden sind.
7. Laufwagenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass für ein Anheben des Türflügels die Rollenhalter (7) des ersten Laufwagens (2) über
ein Steuerelemente (13) bewegbar ist und durch die Verbindungsstange (12) die Rollenhalter
(7) an dem zweiten Laufwagen (2') relativ zu der Kurvenführung (21) an dem Stützteil
(3) an dem zweiten Laufwagen (2') verschiebbar sind.
8. Laufwagenanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Rollenhalter (7) zwei Stege umfasst, die in axialer Richtung der Rollen (5, 6)
auf gegenüberliegenden Seiten der Rollen (5, 6) vorgesehen sind.