[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verteilvorrichtung zum Auffangen und Verteilen
von Produktwasser in einem Brennstoffzellensystem, ein Brennstoffzellensystem mit
einer solchen Verteilvorrichtung sowie ein Verfahren für eine Kontrolle der Feuchtigkeit
in einem Brennstoffzellensystem.
[0002] Es ist bekannt, dass in Brennstoffzellensystemen die Feuchtigkeit eine wesentliche
Rolle bei der Kontrolle spielt. Dabei handelt es sich insbesondere darum, dass die
empfindlichen Membranen zwischen der Anodenseite und der Kathodenseite in einem Brennstoffzellenstapel
eine definierte Feuchtigkeit nicht unterschreiten sollen. Gleichzeitig darf die Feuchtigkeit
innerhalb des Brennstoffzellenstapels jedoch auch einen bestimmten Maximalwert nicht
überschreiten, um ein unerwünscht hohes Maß an Kondenswasser im Brennstoffzellenstapel
zu vermeiden.
[0003] Bekannte Brennstoffzellenstapel erlauben daher die Kontrolle der Feuchtigkeit innerhalb
des Brennstoffzellenstapels, insbesondere durch die Kontrolle der Befeuchtung des
Kathodenzuführgases. Kathodenzuführgas ist üblicherweise Luft, welche von außerhalb
des Brennstoffzellenstapels angesaugt wird. Je nach Feuchtigkeitsbedarf ist es bei
den bekannten Lösungen möglich dieses Kathodenzuführgas mit einer Befeuchtervorrichtung
zu befeuchten. Diese Befeuchtervorrichtung ist üblicherweise so ausgestaltet, dass
Feuchte aus dem Kathodenabgas an das Kathodenzuführgas übergeben werden kann. Für
die Kontrolle der Feuchtigkeit im Kathodenzuführgas ist bei den bekannten Lösungen
ein Bypasspfad vorgesehen, welcher es erlaubt das Kathodenabgas an der Befeuchtervorrichtung
vorbeizuführen. Somit ist bei den bekannten Lösungen möglich Feuchtigkeit aus dem
Kathodenabgas entweder an der Befeuchtervorrichtung und damit am Kathodenzuführgas
vorbeizuführen oder aber in die Befeuchtervorrichtung hinein und damit dem Kathodenzuführgas
zuzuführen. Wird also eine erhöhte Feuchtigkeit im Kathodenzuführgas gewünscht, kann
bei den bekannten Lösungen der Bypasspfad geschlossen werden. Wird keine erhöhte Feuchtigkeit
im Kathodenzuführgas benötigt, erfolgt ein Öffnen des Bypasspfades und auf diese Weise
eine Reduktion der Befeuchtung in der Befeuchtervorrichtung.
[0004] Nachteilig bei den bekannten Lösungen ist insbesondere, dass ein hoher konstruktiver
Aufwand notwendig ist, um den Bypassabschnitt sowie ein zugehöriges Bypassventil in
diesem Bypassabschnitt parallel an der Befeuchtervorrichtung vorzusehen. Es ist Aufgabe
der vorliegenden Erfindung, die voranstehend beschriebenen Nachteile zumindest teilweise
zu beheben. Insbesondere ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, in kostengünstiger
und einfacher Weise die Kontrollierbarkeit der Befeuchtung in einem Brennstoffzellenstapel
zu gewährleisten.
[0005] Die voranstehende Aufgabe wird gelöst durch eine Verteilvorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 1, ein Brennstoffzellensystem mit den Merkmalen des Anspruchs 8 sowie
ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 11. Weitere Merkmale und Details der
Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen.
Dabei gelten Merkmale und Details, die im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Verteilvorrichtung
beschrieben sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen
Brennstoffzellensystem sowie dem erfindungsgemäßen Verfahren und jeweils umgekehrt,
sodass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Erfindungsaspekten stets wechselseitig
Bezug genommen wird beziehungsweise werden kann.
[0006] Erfindungsgemäß ist eine Verteilvorrichtung zum Auffangen von Produktwasser aus einem
Anodenpfad, insbesondere aus einem Anodenabführabschnitt, eines Brennstoffzellensystems
ausgestattet. Das aufgefangene Produktwasser wird anschließend einem Kathodenabführabschnitt
des Brennstoffzellensystems zugeführt beziehungsweise auf diesen Kathodenabführabschnitt
verteilt. Für diese Funktionalität weist die Verteilvorrichtung einen Wasserabscheider
auf, welcher in fluidkommunizierender Verbindung mit dem Anodenpfad des Brennstoffzellensystems
für ein Abscheiden des Produktwassers aus dem Anodenabgas ausgebildet ist. Dieser
Wasserabscheider ist mit einem Wasserauslass ausgestaltet für die Abgabe von abgeschiedenem
Produktwasser. Produktwasser, welches aus dem Wasserauslass austritt, wird weitergeführt
an eine Ventilvorrichtung, welche fluidkommunizierend mit dem Wasserauslass verbunden
ist. Das abgeführte Produktwasser wird also über den Wasserauslass in die Ventilvorrichtung
stromabwärts des Wasserauslasses eingebracht, und dort auf einen ersten Verteilauslass
und/oder auf einen zweiten Verteilauslass verteilt. Der erste Verteilauslass steht
dabei in fluidkommunizierender Verbindung mit dem Kathodenabführabschnitt des Brennstoffzellensystems
stromaufwärts einer Befeuchtervorrichtung. Der zweite Verteilauslass steht ebenfalls
in fluidkommunizierender Verbindung mit dem Kathodenabführabschnitt des Brennstoffzellensystems,
jedoch stromabwärts der Befeuchtervorrichtung. Die Ventilvorrichtung ist dabei mit
zumindest einem schaltbaren Ventilmittel ausgestattet, welches zwischen einer ersten
Verteilposition und einer zweiten Verteilposition schaltbar ist. In der ersten Verteilposition
öffnet sich eine fluidkommunizierende Verbindung zum ersten Verteilauslass und in
der zweiten Verteilposition öffnet sich eine fluidkommunizierende Verbindung zum zweiten
Verteilauslass.
[0007] Basierend auf der voranstehenden Erläuterung der technischen Funktionalität wird
es nun möglich, mit der Verteilvorrichtung eine aktive Verteilung von abgeschiedenem
Produktwasser aus dem Anodenabführabschnitt zur Verfügung zu stellen. Bei dem Betrieb
eines Brennstoffzellensystems entsteht Kondenswasser, welches unter anderem auf der
Anodenseite und dort im Anodenabgas enthalten ist. In der Verteilvorrichtung ist daher
ein Wasserabscheider vorgesehen, welcher in der Lage ist das Kondenswasser aus dem
Anodenabgas im Anodenpfad abzuscheiden. Dabei können die Verteilvorrichtung und insbesondere
der Wasserabscheider zum Beispiel in dem Anodenabführabschnitt angeordnet sein. Jedoch
ist es grundsätzlich auch denkbar, dass das Brennstoffzellensystem über eine Rezirkulationsfunktionalität
und daher einen Rezirkulationsabschnitt für das Anodenabgas verfügt. Eine Anordnung
des Wasserabscheiders ist daher auch in einem solchen Rezirkulationsabschnitt oder
sogar im Anodenzuführabschnitt stromabwärts der Verbindung zu einem solchen Rezirkulationsabschnitt
vorsehbar. In all diesen Fällen wird es möglich, das Anodenabgas direkt oder ein rezirkuliertes
Anodenabgas dem Wasserabscheider zuzuführen und Kondenswasser als Produktwasser abzutrennen.
[0008] Erfindungsgemäß wird es nun möglich, dieses abgeschiedene Produktwasser innerhalb
des Brennstoffzellensystems weiter zu verwenden. Mit Hilfe der Verteilvorrichtung
und insbesondere mit Hilfe der Ventilvorrichtung ist dabei eine schaltbare Verwendung
möglich. So wird es möglich, dass beim Schalten des Ventilmittels in die erste Verteilposition
eine fluidkommunizierende Verbindung zwischen dem Wasserabscheider und dem Kathodenabführabschnitt
zur Verfügung gestellt wird. Produktwasser wird auf diese Weise in den Kathodenabführabschnitt
eingebracht und zwar über den ersten Verteilauslass stromaufwärts des Befeuchters.
Das Kathodenabgas im Kathodenabführabschnitt wird also mit der Feuchtigkeit des Produktwassers
zusätzlich beladen, bevor es die Befeuchtervorrichtung durchläuft. Mit anderen Worten
wird die Feuchte des Kathodenabgases gesteigert bevor das Kathodenabgas mit der gesteigerten
Feuchte stromabwärts dieser Verbindungsstelle anschließend in die Befeuchtervorrichtung
eindringt. Dies führt dazu, dass Kathodenabgas mit gesteigerter Feuchte auch eine
gesteigerte Befeuchtungsfunktionalität für das Kathodenzuführgas ausüben kann. Mit
anderen Worten wird auf diese Weise eine größere Menge an Feuchtigkeit an das Kathodenzuführgas
abgegeben und auf diese Weise die Feuchtigkeit des Kathodenzuführgases erhöht. In
der ersten Verteilposition dient also die Verteilvorrichtung dazu, die Befeuchtung
des Kathodenzuführgases zu verstärken.
[0009] Wird keine Verstärkung der Befeuchtung des Kathodenzuführgases benötigt, so ist es
möglich über das Ventilmittel ein Umstellen in die zweite Verteilposition durchzuführen.
In dieser zweiten Verteilposition wird das Produktwasser nun zwar ebenfalls wieder
dem Kathodenabführabschnitt über den zweiten Verteilauslass zugeführt, jedoch stromabwärts
der Befeuchtervorrichtung. Das Kathodenabgas, welches über den Kathodenabführabschnitt
in die Befeuchtervorrichtung eindringt, weist also keine zusätzliche Feuchte aus dem
Produktwasser beziehungsweise der Verteilvorrichtung auf. Vielmehr wird das abgeschiedene
Produktwasser erstmals stromabwärts und damit der Befeuchtervorrichtung nachgelagert
dem Kathodenabgas zugeführt und kann gemeinsam mit dem Kathodenabgas das Brennstoffzellensystem
verlassen. Die zugeführte Feuchte des Produktwassers in dem Kathodenabführgas hat
also keine zusätzliche Befeuchtungswirkung in der Befeuchtervorrichtung, wenn sich
das Ventilmittel in der zweiten Verteilposition befindet. In der zweiten Verteilposition
findet also keine zusätzliche Befeuchtung des Kathodenzuführgases statt.
[0010] Basierend auf der voranstehenden Erläuterung wird deutlich, dass nun durch die Verteilvorrichtung
das Produktwasser verteilt werden kann und auf diese Weise eine Schaltmöglichkeit
besteht zwischen einem zusätzlichen Befeuchten des Kathodenzuführgases in der ersten
Verteilposition und einem Unterlassen einer zusätzlichen Befeuchtung des Kathodenzuführgases
in der zweiten Verteilposition.
[0011] Wie ebenfalls aus der Erläuterung der Funktionalität ersichtlich ist, kann diese
Schaltbarkeit eine Kontrolle der zusätzlichen Befeuchtung des Kathodenzuführgases
erlauben ohne das Einfluss auf einen möglichen Bypass der Befeuchtervorrichtung genommen
werden muss. Dies steigert zum einen die Kontrollspanne, also die Möglichkeit in quantitativer
Weise Einfluss auf die Feuchte des Kathodenzuführgases zu nehmen. Zum anderen wird
es auf diese Weise möglich sich gänzlich auf diese Kontrollmöglichkeit einzuschränken
und eine konstruktive Ausgestaltung eines Bypasspfades vollständig zu vermeiden. Damit
wird das Gesamtsystem der Befeuchtervorrichtung und damit das Brennstoffzellensystem
kostengünstiger und einfacher sowie kompakter ausgestaltbar. Nicht zuletzt wird durch
die Erhöhung der Befeuchtungsfähigkeit mit Hilfe des aufgefangenen Produktwassers
auch eine kleinere Ausgestaltung der Befeuchtervorrichtung selbst möglich, sodass
hier durch die erhöhte Kontrollfunktionalität in quantitativer Weise eine weitere
Kompaktheit beziehungsweise eine Reduktion der Größe der Befeuchtervorrichtung erzielbar
wird.
[0012] Es ist vorteilhaft, wenn bei einer erfindungsgemäßen Verteilvorrichtung das Ventilmittel
zusätzlich in eine Sperrposition schaltbar ist, in welcher der erste Verteilauslass
und der zweite Verteilauslass, insbesondere alle Verteilauslässe, gesperrt sind. Grundsätzlich
ist es im Rahmen der vorliegenden Erfindung denkbar, dass auch ein dritter, vierter
oder eine Vielzahl weiterer Verteilauslässe mit entsprechend dritten, vierten oder
weiteren Verteilpositionen der Ventilvorrichtung vorgesehen sind. Jedoch reicht es
für die erfindungsgemäße Funktionalität grundsätzlich aus, wenn die beschriebenen
zwei Verteilauslässe ausgebildet sind. Für den Fall, das kein Produktwasser abgeschieden
wird, oder aber, wenn in einem später noch erläuterten Sammelbehälter Produktwasser
aufgefangen werden soll, kann es Vorteile mit sich bringen, wenn keiner der Verteilauslässe
mit Produktwasser versorgt wird. Um in einem solchen Fall eine Schaltbarkeit zu gewährleisten,
kann das Ventilmittel eine dritte Position in Form der Sperrposition aufweisen, in
welchem jegliche fluidkommunizierende Kommunikation zu allen Verteilauslässen unterbunden
wird. Auf diese Weise wird es also möglich, Produktwasser in einem stromaufwärts des
Ventilmittels angeordneten Sammelbehälters aufzufangen oder aber abgeschiedenes Produktwasser
nicht weiter zu verteilen. Bevorzugt ist jedoch die Kombination mit dem später noch
erläuterten Sammelbehälter, welcher insbesondere eine zeitversetzte Befeuchtung des
Kathodenzuführgases ermöglicht.
[0013] Vorteile bringt es weiter mit sich, wenn bei einer erfindungsgemäßen Verteilvorrichtung
stromabwärts des Wasserauslasses und stromaufwärts der Ventilvorrichtung ein Sammelbehälter
für abgeschiedenes Produktwasser angeordnet ist. Ein solcher Sammelbehälter kann auch
als Pufferspeicher bezeichnet werden, welcher die Verteilfunktionalität von der Abscheidefunktionalität
zeitlich und hinsichtlich des abgeschiedenen beziehungsweise verteilten Volumens entkoppelt.
So ist es üblich, dass die Menge beziehungsweise das Volumen an abzuscheidendem Produktwasser
nicht zwingend korreliert mit der zu diesem Zeitpunkt notwendigen Menge an Feuchtigkeit
in der Befeuchtervorrichtung. Der Sammelbehälter erlaubt es nun kontinuierlich oder
im Wesentlichen kontinuierlich eine Abscheidefunktionalität zur Verfügung zu stellen,
also im Anodenabgas enthaltenes Produktwasser in flüssiger Form abzuscheiden, um einen
Anodenbereich nicht zu fluten. Der Sammelbehälter dient als Auffangmöglichkeit und
damit als Pufferspeicher. In gleicher Weise kann aus diesem Pufferspeicher auch zu
vorzugsweise jedem Zeitpunkt die Befeuchterfunktionalität verstärkt werden, wenn eine
zusätzliche Befeuchtung von Kathodenzuführgas notwendig oder gewünscht ist. In dem
Sammelbehälter gelagertes Produktwasser kann also so auch dann über den ersten Verteilauslass
in der ersten Verteilposition zur zusätzlichen Befeuchtung genutzt werden, wenn im
Anodenabgas zu diesem Zeitpunkt kein oder nur wenig Produktwasser zum Abscheiden vorhanden
ist. Insbesondere ist eine Verwendung eines solchen Sammelbehälters mit einem Ventilmittel
mit zusätzlicher Sperrposition kombiniert, um die voranstehend beschriebene zeitversetzte
Funktionalität des Abscheidens und des Verteilens aufrechtzuerhalten.
[0014] Ebenfalls Vorteile kann es mit sich bringen, wenn bei einer erfindungsgemäßen Verteilvorrichtung
das Ventilmittel für die erste Verteilposition und/oder für die zweite Verteilposition
quantitativ schaltend ausgebildet ist. Eine solche quantitativ schaltende Ausgestaltung
führt dazu, dass in der Verteilposition der jeweilige Verteilauslass nicht nur qualitativ
geöffnet und geschlossen werden kann, sondern vielmehr auch der tatsächliche Durchlassvolumenstrom,
also die Menge an Produktwasser pro Zeiteinheit, welche in dem jeweiligen Verteilauslass
eingebracht werden soll, kontrollierbar ist. Dies erlaubt es neben einem einfachen
Umschalten zwischen dem ersten Verteilauslass und dem zweiten Verteilauslass auch
ein quantitatives Kontrollieren der Menge des Produktwassers zu erlauben, welches
in den jeweiligen Verteilauslass eingebracht wird. Neben einem grundsätzlichen Ein-
und Ausschalten der zusätzlichen Befeuchtungsqualität kann auf diese Weise in quantitativer
Weise die zusätzliche Befeuchtungsmenge über diese quantitative Schaltung insbesondere
in der ersten Verteilposition verbessert werden. Dabei ist es unerheblich, ob es sich
bei dem Ventilmittel um ein gemeinsames Ventilmittel für alle Verteilauslässe oder
um Ventilteilelemente handelt, welche separat voneinander quantitativ schaltbar sind.
[0015] Vorteile sind ebenfalls erzielbar, wenn bei einer erfindungsgemäßen Verteilvorrichtung
das Ventilmittel für die erste Verteilposition und/oder für die zweite Verteilposition
wenigstens abschnittsweise qualitativ schaltend ausgebildet ist. Dabei kann zum Beispiel
ein Mehrwegventil eingesetzt werden, welches ausschließlich die erste Verteilposition
oder ausschließlich die zweite Verteilposition einnehmen kann. Somit wird die jeweilige
Verteilposition entweder den zugehörigen Verteilauslass vollständig öffnen oder vollständig
schließen. Dies ist selbstverständlich mit einer quantitativen Schaltmöglichkeit gemäß
dem voranstehenden Absatz im Rahmen der vorliegenden Erfindung kombinierbar. Grundsätzlich
erlaubt die qualitative Schaltung eine deutlich einfachere und kostengünstige Kontrollierbarkeit
der Verteilfunktionalität und damit der Befeuchtungskontrolle.
[0016] Vorteile bringt es weiter mit sich, wenn bei einer erfindungsgemäßen Verteilvorrichtung
stromabwärts des Wasserauslasses eine Pumpvorrichtung für ein Fördern des abgeschiedenen
Produktwassers angeordnet ist. Eine solche Pumpvorrichtung kann zum Beispiel stromaufwärts
von einem Sammelbehälter angeordnet sein und das abgeschiedene Produktwasser in den
Sammelbehälter einbringen. Auch eine Anordnung nach einem solchen Sammelbehälter ist
denkbar, um mit Hilfe der Pumpvorrichtung Produktwasser aus dem Sammelbehälter heraus
zu fördern. In gleicher Weise kann die Pumpvorrichtung vor der Ventilvorrichtung und/oder
nach der Ventilvorrichtung zum Beispiel im jeweiligen Verteilauslass angeordnet sein.
Die Verwendung einer Pumpvorrichtung erlaubt es insbesondere in Bezug zur Schwerkraftrichtung
eine größere Freiheit im Einsatz des Brennstoffzellensystems und insbesondere im Einsatz
der Verteilvorrichtung zu gewährleisten. Auch ist es denkbar, dass die Pumpvorrichtung
anstelle eines Sammelbehälters, wie er weiter oben erläutert worden ist, eingesetzt
wird.
[0017] Weitere Vorteile bringt es mit sich, wenn bei einer erfindungsgemäßen Verteilvorrichtung
der erste Verteilauslass eine Verteildüse in den Kathodenabführabschnitt aufweist
für ein Einsprühen des Produktwassers in den Kathodenabführabschnitt stromaufwärts
der Befeuchtervorrichtung. Eine solche Verteildüse kann auch als Atomisierdüse bezeichnet
werden und dient dazu aus einem flüssigen Produktwasserstrom eine feinverteilte Tröpfchenwolke
zu bilden, welche in das Kathodenabgas in der Befeuchtervorrichtung beziehungsweise
im Kathodenabführabschnitt hineingesprüht wird. Das Feinverteilen und/oder Aufteilen
in einzelne Tröpfchen führt dazu, dass die Befeuchtung des Kathodenabführgases verstärkt
und die Übergabemöglichkeit dieser zusätzlichen Feuchtigkeit an das Kathodenzuführgas
in der Befeuchtervorrichtung weiter verbessert wird.
[0018] Ebenfalls Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Brennstoffzellensystem, aufweisend:
- zumindest einen Brennstoffzellenstapel mit einem Anodenabschnitt und einem Kathodenabschnitt,
- einen Anodenzuführabschnitt zum Zuführen von Anodenzuführgas zu dem Anodenabschnitt,
- einen Kathodenzuführabschnitt zum Zuführen von Kathodenzuführgas zum Kathodenabschnitt,
- einen Anodenabführabschnitt zum Abführen von Anodenabgas,
- einen Kathodenabführabschnitt zum Abführen von Kathodenabgas,
- eine Befeuchtervorrichtung im Kathodenzuführabschnitt zum Befeuchten von Kathodenzuführgas.
[0019] Im Anodenpfad, insbesondere im Anodenabführabschnitt, ist dabei eine erfindungsgemäße
Verteilvorrichtung angebracht. Damit bringt ein erfindungsgemäßes Brennstoffzellensystem
die gleichen Vorteile mit sich, wie sie ausführlich mit Bezug auf eine erfindungsgemäße
Verteilvorrichtung erläutert worden sind. Die Befeuchtervorrichtung ist dabei vorzugsweise
in Korrelation zum Kathodenabführabschnitt angeordnet, sodass der Kathodenabführabschnitt
zur Befeuchtung des Kathodenzuführgases durch die Befeuchtervorrichtung hindurchgeführt
wird. Auch ist es grundsätzlich denkbar, einen Rezirkulationsabschnitt im Anodenpfad
anzuordnen, welcher eine Rezirkulation von Anodenabgas über eine aktive (z.B.: Rezirkulationspumpe)
oder passive (z.B.: Injektor/Ejektor) Rezirkulationsvorrichtung in den Anodenzuführabschnitt
erlaubt. Alternativ oder zusätzlich ist es auch denkbar, wenn eine erfindungsgemäße
Verteilvorrichtung auch im Kathodenpfad, insbesondere im Kathodenabführabschnitt,
angeordnet ist. Dies erlaubt es, anfallendes flüssiges Produktwasser, vorzugsweise
stromabwärts einer Befeuchtervorrichtung, abzuscheiden und über die Verteilvorrichtung
einem Verbraucher zuzuführen.
[0020] Vorteile bringt es mit sich, wenn bei einem erfindungsgemäßen Brennstoffzellensystem
die Befeuchtervorrichtung frei von einem Bypasspfad ausgebildet ist. Wie bereits eingangs
erläutert worden ist, kann mit einer erfindungsgemäßen Verteilvorrichtung mit großer
Bandbreite eine Kontrolle der Zusatzbefeuchtung von Kathodenzuführgas in der Befeuchtervorrichtung
gewährleistet werden. Durch diese große Kontrollbreite wird es nun möglich auf eine
separate Kontrollfunktionalität über einen Bypassabschnitt sogar gänzlich zu verzichten.
Ein erfindungsgemäßes Brennstoffzellensystem benötigt daher keinen Bypasspfad mehr,
sodass die Befeuchtervorrichtung für eine erhöhte Kompaktheit und eine kostengünstigere
und einfachere Ausgestaltung frei von einem solchen Bypasspfad ausgebildet werden
kann.
[0021] Ebenfalls Vorteile bringt es mit sich, wenn bei einem erfindungsgemäßen Brennstoffzellensystem
eine zusätzliche Verteilvorrichtung in dem Kathodenpfad angeordnet ist. Eine solche
zusätzliche Verteilvorrichtung erlaubt, wie bereits angedeutet, eine weitere Verbesserung
der Befeuchtungskontrolle. So kann beispielsweise ein gemeinsamer Sammelbehälter von
allen Verteilvorrichtungen eingesetzt werden, um abgeschiedenes Produktwasser, nicht
nur aus dem Anodenabgas, sondern auch aus dem Kathodenabgas, abzuscheiden und aufzufangen.
[0022] Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren für eine Kontrolle
der Feuchtigkeit eines Kathodenzuführgases mit einem erfindungsgemäßen Brennstoffzellensystem
aufweisend die folgenden Schritte:
- Bestimmen eines Feuchtigkeitsparameters des Kathodenzuführgases,
- Schalten des Ventilmittels der Ventilvorrichtung auf Basis des bestimmten Feuchtigkeitsparameters.
[0023] Ein erfindungsgemäßes Verfahren bringt die gleichen Vorteile mit sich, wie sie ausführlich
mit Bezug auf ein erfindungsgemäßes Brennstoffzellensystem sowie mit Bezug auf eine
erfindungsgemäße Verteilvorrichtung erläutert worden sind. Die Bestimmung des Feuchtigkeitsparameters
kann dabei in direkter, aber auch in indirekter Weise erfolgen. So kann beispielsweise
die Feuchtigkeit des Kathodenzuführgases stromabwärts der Befeuchtervorrichtung im
Kathodenzuführabschnitt direkt gemessen werden. Jedoch kann auch, zum Beispiel auf
Basis des aktuellen Betriebspunktes des Brennstoffzellenstapels, eine indirekte Bestimmung
eines solchen Feuchtigkeitsparameters erfolgen. Ziel bei dem erfindungsgemäßen Kontrollverfahren
ist dabei eine definierte Feuchtigkeit der Membranen innerhalb des Brennstoffzellenstapels
zwischen dem jeweiligen Anodenabschnitt und dem jeweiligen Kathodenabschnitt. Bevorzugt
ist diese definierte Feuchtigkeit durch eine definierte Mindestfeuchtigkeit, eine
definierte Maximalfeuchtigkeit und/oder einen definierten Feuchtigkeitskorridor für
diese Membran vorgegeben.
[0024] Vorteile kann es weiter mit sich bringen, wenn bei einem erfindungsgemäßen Verfahren
das Schalten des Ventilmittels schubweise und/oder periodisch erfolgt. Dies erlaubt
es, dieses Ventilmittel besonders einfach und kostengünstig zu kontrollieren. Beispielsweise
kann mit Hilfe einer Pulsweitenmodulation (PWM) ein schubweises und/oder periodisches
Schalten des Ventilmittels erfolgen. Das periodische Umschalten zwischen der ersten
Verteilposition und der zweiten Verteilposition kann zum Beispiel hinsichtlich der
Schaltfrequenz und/oder hinsichtlich der Öffnungszeit beziehungsweise Verweilzeit
in der jeweiligen Verteilposition kontrolliert werden. Bevorzugt ist ein solches schubweises
und/oder periodisches Schalten mit einer Verteilvorrichtung kombiniert, welche den
erläuterten Sammelbehälter aufweist.
[0025] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnungen Ausführungsbeispiele der
Erfindung im Einzelnen beschrieben sind. Es zeigen schematisch:
- Fig. 1
- eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verteilvorrichtung in zweiter Verteilposition,
- Fig. 2
- die Ausführungsform der Figur 1 in erster Verteilposition,
- Fig. 3
- eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Verteilvorrichtung in Sperrposition,
- Fig. 4
- eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Brennstoffzellensystems und
- Fig. 5
- eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Brennstoffzellensystems.
[0026] Die Figuren 1 und 2 zeigen schematisch eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Verteilvorrichtung 10. Über einen Anodenabführabschnitt 122 kann Anodenabgas eines
Brennstoffzellenstapels 110 geführt werden. Als Teil dieses Anodenabführabschnitts
122 ist ein Wasserabscheider 20 in denselben integriert, welcher es erlaubt Produktwasser
PW aus dem Anodenabgas im Anodenabführabschnitt 122 abzuscheiden. Dieses abgeschiedene
Produktwasser PW wird nun über den Wasserauslass 22 der Ventilvorrichtung 30 zugeführt.
Die Ventilvorrichtung 30 ist in Figur 1 in der zweiten Verteilposition VP2 und in
der Figur 2 in der ersten Verteilposition VP1 dargestellt. Diese beiden Verteilpositionen
VP1 und VP2 für das Ventilmittel 36 der Ventilvorrichtung 30 unterscheiden sich darin,
dass unterschiedliche Verteilpfade in Form von einem ersten Verteilauslass 32 und
einem zweiten Verteilauslass 34 geöffnet beziehungsweise geschlossen werden.
[0027] Wird eine zusätzliche Feuchtigkeit im Kathodenzuführgas gewünscht, so wird eine zusätzliche
Befeuchtung in der Befeuchtervorrichtung 130 benötigt. Kathodenzuführgas strömt dabei
über den Kathodenzuführabschnitt 140 von links in die Befeuchtervorrichtung 130 hinein
und rechts aus dieser wieder hinaus. Um die Befeuchtung durchzuführen wird zusätzlich
quer zum Kathodenzuführgas Kathodenabgas über den Kathodenabführabschnitt 142 in die
Befeuchtervorrichtung 130 hineingeführt, um Feuchtigkeit, welche das Kathodenabführgas
trägt, über die Befeuchtervorrichtung 130 dem Kathodenzuführgas zuzuführen.
[0028] Für eine gewünschte verbesserte oder gesteigerte Feuchtigkeit des Kathodenzuführgases
wird nun das Ventilmittel 36 in die erste Verteilposition VP1 gemäß der Figur 2 geschaltet.
Produktwasser PW wird über den Wasserauslass 22 nun auf den ersten Verteilauslass
32 gelenkt und dort stromaufwärts der Befeuchtervorrichtung 130 dem Kathodenabgas
im Kathodenabführabschnitt 142 zugeführt. Die Feuchtigkeitsbeladung des Kathodenabgases
steigt damit stromaufwärts der Befeuchtervorrichtung 130, sodass das auf diese Weise
feuchtere Kathodenabgas innerhalb der Befeuchtervorrichtung 130 eine verstärkte Befeuchtungsleistung
für das Kathodenzuführgas im Kathodenzuführabschnitt 140 ausführen kann.
[0029] Wird keine zusätzliche Feuchtigkeit im Kathodenzuführgas benötigt, wird das Ventilmittel
36 gemäß der Figur 1 in die zweite Verteilposition VP2 geschaltet, sodass der erste
Verteilauslass 32 gesperrt und der zweite Verteilanschluss 34 geöffnet wird. Das abgeschiedene
Produktwasser PW aus dem Wasserauslass 22, wird nun nicht blockiert, sondern vielmehr
weiter dem Kathodenabführabschnitt 142 zugeführt, jedoch stromabwärts der Befeuchtervorrichtung
130, sodass keine zusätzliche Befeuchtungswirkung in der Befeuchtervorrichtung 130
möglich ist. Ein Umschalten zwischen den beiden Verteilpositionen VP1 und VP2 erlaubt
also ein Umschalten zwischen aktivierter zusätzlicher Befeuchtungsfunktionalität und
deaktivierter zusätzlicher Befeuchtungsfunktionalität.
[0030] Figur 3 zeigt schematisch eine Weiterbildung der Verteilvorrichtung der Ausführungsform
der Figuren 1 und 2. Das Ventilmittel 36 der Ventilvorrichtung 30 ist hier zusätzlich
in die dargestellte Sperrposition SP bewegbar, in welcher keiner der beiden Verteilauslässe
32 und 34 bedient wird. Diese Schaltfunktionalität ist insbesondere kombiniert mit
einem in der Figur 5 dargestellten Sammelbehälter 40 für Produktwasser PW und kann
auf diese Weise ein periodisches oder schubweises Schalten der Ventilvorrichtung 30
unterstützen. Hier ist weiter eine Verteildüse 60 dargestellt, welche es erlaubt,
das Produktwasser PW aus dem ersten Verteilauslass 32 tröpfchenweise fein in das Kathodenabgas
des Kathodenabführabschnitts 142 zu verteilen. Dies erlaubt es, die zusätzliche Befeuchtungskapazität
noch weiter zu steigern, wenn sich das Ventilmittel 36 in der ersten Verteilposition
VP1 befindet
[0031] Die Figur 4 zeigt eine einfache Möglichkeit eines erfindungsgemäßen Brennstoffzellensystems
100. Der Kühlkreislauf ist zur vereinfachten Darstellung nicht dargestellt. Über den
Anodenzuführabschnitt 120 wird Anodenzuführgas in den Anodenabschnitt 112 des Brennstoffzellenstapels
110 eingebracht. Verbrauchtes Anodenabgas wird über den Anodenabführabschnitt 122
abgeführt und läuft durch den Wasserabscheider 20. Neben einer Abfuhr über ein sogenanntes
Purgeventil an die Umgebung und/oder in den Kathodenabführabschnitt kann auch eine
Rezirkulation des Anodenabgases über die dargestellte passive Rezirkulationsvorrichtung,
beispielsweise in Form einer Ejektorvorrichtung 170, erfolgen. Der Wasserabscheider
20 kann selbstverständlich auch in dem Rezirkulationsabschnitt 160 oder sogar in dem
Anodenzuführabschnitt 120 stromabwärts der passiven Rezirkulationsvorrichtung hier
in Form der Ejektorvorrichtung 170 angeordnet werden.
[0032] Bei der Ausführungsform der Figur 4 ist zusätzlich eine optionale Pumpvorrichtung
50 vorgesehen, welche ein aktives Fördern von Produktwasser PW von dem Wasserauslass
22 zur Ventilvorrichtung 30 ermöglicht. Bei dieser Ausgestaltung ist ebenfalls wieder
wie beschrieben zu den Figuren 1 bis 4 ein Schalten der Ventilvorrichtung 30 auf den
ersten Verteilauslass 32 und/oder den zweiten Verteilauslass 34 mit den entsprechenden
Wirkungen möglich.
[0033] In der Figur 5 ist ein komplexeres Brennstoffzellensystem 100 mit zwei separaten
Brennstoffzellenstapeln 110 dargestellt. Hier sind entsprechend auch aufgeteilte Anodenzuführabschnitte
120, Anodenabführabschnitte 122, Kathodenzuführabschnitte 140 und Kathodenabführschnitte
142 dargestellt. Die Befeuchtervorrichtung 130 ist hier ebenfalls wieder mit und ohne
zusätzliche Befeuchtung betreibbar, durch das entsprechende Schalten der Ventilmittel
36 der Ventilvorrichtung 30. Bei dieser Ausführungsform ist darüber hinaus ein Sammelbehälter
40 für Produktwasser PW vorgesehen, um als Pufferspeicher zu dienen.
[0034] In den Brennstoffzellensystemen 100 gemäß Fig. 4 und 5 ist weiter eine Turbine 80
mit einem stromaufwärts davon angeordnetem weiteren Wasserabscheider 70 vorgesehen.
Bei Brennstoffzellensystemen 100, welche eine Turbine 80 aufweisen, ist der weitere
Wasserabscheider 70 stromaufwärts davon notwendig, um die Turbine 80 vor Wassertropfen
zu schützen. Alternativ zum Wasserabscheider 70 kann auch ein Sammelbehälter mit einer
Pumpe und/oder Verteilervorrichtung vorgesehen sein. Des weiteren ist ein Bypassventil
90 vorgesehen.
[0035] Die voranstehende Erläuterung der Ausführungsformen beschreibt die vorliegende Erfindung
ausschließlich im Rahmen von Beispielen, selbstverständlich können einzelne Merkmale
der Ausführungsformen, sofern technisch sinnvoll, frei miteinander kombiniert werden,
ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0036]
- 10
- Verteilvorrichtung
- 20
- Wasserabscheider
- 22
- Wasserauslass
- 30
- Ventilvorrichtung
- 32
- erster Verteilauslass
- 34
- zweiter Verteilauslass
- 36
- Ventilmittel
- 40
- Sammelbehälter
- 50
- Pumpvorrichtung
- 60
- Verteildüse
- 70
- weiterer Wasserabscheider
- 80
- Turbine
- 90
- Bypassventil
- 100
- Brennstoffzellensystem
- 110
- Brennstoffzellenstapel
- 112
- Anodenabschnitt
- 114
- Kathodenabschnitt
- 120
- Anodenzuführabschnitt
- 122
- Anodenabführabschnitt
- 130
- Befeuchtervorrichtung
- 140
- Kathodenzuführabschnitt
- 142
- Kathodenabführabschnitt
- 160
- Rezirkulationsabschnitt
- 170
- Ejektorvorrichtung
- PW
- Produktwasser
- VP1
- erste Verteilposition
- VP2
- zweite Verteilposition
- SP
- Sperrposition
1. Verteilvorrichtung (10) für ein Auffangen von Produktwasser (PW) aus einem Anodenpfad,
insbesondere einem Anodenabführabschnitt (122), eines Brennstoffzellensystems (100)
und ein Verteilen an einen Kathodenabführabschnitt (142) des Brennstoffzellensystems
(100), aufweisend einen Wasserabscheider (20) in fluidkommunizierender Verbindung
mit dem Anodenpfad für ein Abscheiden des Produktwassers (PW) aus dem Anodenabgas
mit einem Wasserauslass (22) für die Abgabe von abgeschiedenem Produktwasser (PW),
weiter aufweisend eine Ventilvorrichtung (30) stromabwärts des Wasserauslasses (22)
mit einem ersten Verteilauslass (32) für eine fluidkommunizierende Verbindung zu dem
Kathodenabführabschnitt (142) stromaufwärts einer Befeuchtervorrichtung (130) und
einem zweiten Verteilauslass (34) für eine fluidkommunizierende Verbindung zu dem
Kathodenabführabschnitt (142) stromabwärts der Befeuchtervorrichtung (130), dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilvorrichtung (30) wenigstens ein zwischen einer den ersten Verteilauslass
(32) öffnenden ersten Verteilposition (VP1) und wenigstens einer den zweiten Verteilauslass
(34) öffnenden zweiten Verteilposition (VP2) schaltbares Ventilmittel (36) aufweist.
2. Verteilvorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilmittel (36) zusätzlich in eine Sperrposition (SP) schaltbar ist, in welcher
der erste Verteilauslass (32) und der zweite Verteilauslass (34), insbesondere alle
Verteilauslässe (32, 34), gesperrt sind.
3. Verteilvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass stromabwärts des Wasserauslasses (22) und stromaufwärts der Ventilvorrichtung (30)
ein Sammelbehälter (40) für abgeschiedenes Produktwasser (PW) angeordnet ist.
4. Verteilvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilmittel (36) für die erste Verteilposition (VP1) und/oder für die zweite
Verteilposition (VP2) quantitativ schaltend ausgebildet ist.
5. Verteilvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ventilmittel (36) für die erste Verteilposition (VP1) und/oder für die zweite
Verteilposition (VP2) wenigstens abschnittsweise qualitativ schaltend ausgebildet
ist.
6. Verteilvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass stromabwärts des Wasserauslasses (22) eine Pumpvorrichtung (50) für ein Fördern des
abgeschiedenen Produktwassers (PW) angeordnet ist.
7. Verteilvorrichtung (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Verteilauslass (32) in den Kathodenabführabschnitt (142) eine Verteildüse
(60) aufweist für ein Einsprühen des Produktwassers (PW) in den Kathodenabführabschnitt
(142) stromaufwärts der Befeuchtervorrichtung (130).
8. Brennstoffzellensystem (100), aufweisend
- zumindest einen Brennstoffzellenstapel (110) mit einem Anodenabschnitt (112) und
einem Kathodenabschnitt (114),
- einen Anodenzuführabschnitt (120) zum Zuführen von Anodenzuführgas zu dem Anodenabschnitt
(112),
- einen Kathodenzuführabschnitt (140) zum Zuführen von Kathodenzuführgas zum Kathodenabschnitt
(114),
- einen Anodenabführabschnitt (122) zum Abführen von Anodenabgas,
- einen Kathodenabführabschnitt (142) zum Abführen von Kathodenabgas,
- eine Befeuchtervorrichtung (130) im Kathodenzuführabschnitt (140) zum Befeuchten
von Kathodenzuführgas,
wobei im Anodenpfad, insbesondere im Anodenabführabschnitt (122), eine Verteilvorrichtung
(10) mit den Merkmalen eines der Ansprüche 1 bis 7 angeordnet ist.
9. Brennstoffzellensystem (100) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Befeuchtervorrichtung (130) frei von einem Bypasspfad ausgebildet ist.
10. Brennstoffzellensystem (100) nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine zusätzliche Verteilvorrichtung (10) in dem Kathodenpfad angeordnet ist.
11. Verfahren für eine Kontrolle der Feuchtigkeit eines Kathodenzuführgases mit einem
Brennstoffzellensystem (100) mit den Merkmalen eines der Ansprüche 8 bis 10, aufweisend
die folgenden Schritte:
- Bestimmen eines Feuchtigkeitsparameters des Kathodenzuführgases,
- Schalten des Ventilmittels (36) der Ventilvorrichtung (30) auf Basis des Bestimmten
Feuchtigkeitsparameters.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Schalten des Ventilmittels (36) schubweise und/oder periodisch erfolgt.