[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren, Computerprogrammprodukt und eine Steuereinheit
zum Einstellen einer Trockentemperatur für ein Trockengerät sowie ein Trockengerät.
[0002] Der aktuelle Trend der Waschtemperaturen läuft in Richtung niedrigerer Temperaturen.
Selbst aus Normsicht wird ein 40°C Programm vorgegeben. Ein Wärmepumpentrockner erreicht
aktuell 53 bis 57°C maximale Wäschetemperatur und liegt damit deutlich über den Waschtemperaturen.
[0003] Die
DE 44 09 607 A1 beschreibt einen Kondensationswäschetrockner mit einer Wärmepumpe.
[0004] Die
DE 10 2012 105 829 A1 offenbart einen Ablufttrockner mit einem Gebläse und einem Heizelement zum Erzeugen
und Erhitzen der Prozessluft. Das Gebläse bzw, das Heizelement werden je nach geforderter
Betriebsbedingung geregelt.
[0005] Die
DE 10 2018 213 108 A1 offenbart einen Wäschetrockner mit einem Gebläse und einem Heizelement, wobei das
Gebläse und damit die Intensität des Prozessluftstroms geregelt werden kann.
[0006] Der hier vorgestellte Ansatz stellt sich die Aufgabe, ein verbessertes Verfahren
und eine verbesserte Steuereinheit zum Einstellen einer Trockentemperatur für ein
Trockengerät sowie ein verbessertes Trockengerät zu schaffen.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren, ein Computerprogrammprodukt
und eine Steuereinheit zum Einstellen einer Trockentemperatur für ein Trockengerät
und durch ein Trockengerät mit den Merkmalen der Hauptansprüche gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den jeweils nachfolgenden
Unteransprüchen.
[0008] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen im Reduzieren einer Verlustleistung
sowie in einem Verbessern eines Kundenkomforts, da vorteilhafterweise Textilien oder
Wäsche bedenkenlos im Trockengerät getrocknet werden kann.
[0009] Es wird dazu ein Verfahren zum Einstellen einer Trockentemperatur für ein Trockengerät
vorgestellt. Das Verfahren umfasst dabei einen Schritt des Einlesens und einen Schritt
des Regelns. Im Schritt des Einlesens wird ein Temperatursignal über eine Schnittstelle
zu einer Sensoreinrichtung des Trockengeräts eingelesen, das eine aktuelle Prozesslufttemperatur
und zusätzlich oder alternativ eine aktuelle Kühl- und zusätzlich oder alternativ
Kältemitteltemperatur repräsentiert. Im Schritt des Einlesens wird zusätzlich oder
alternativ ein Wäschetemperatursignal, das eine aktuelle Wäschetemperatur repräsentiert,
über die Schnittstelle zu der Sensoreinrichtung eingelesen. Im Schritt des Regelns
wird eine Gebläseeinheit unter Verwendung eines Regelsignals geregelt. Dabei wird
die Prozesslufttemperatur und zusätzlich oder alternativ die Kühl- und zusätzlich
oder alternativ Kältemitteltemperatur unter Verwendung des Temperatursignals derart
geregelt, dass die Wäschetemperatur der Wäsche einen vorbestimmten Sollwert nicht
überschreitet, um die Trockentemperatur einzustellen.
[0010] Das Verfahren kann beispielsweise in einem Trockengerät, wie beispielsweise einem
Waschtrockner durchgeführt werden. Die Sensoreinrichtung kann beispielsweise einen
oder mehrere Sensoren, beispielsweise NTC-Sensoren, aufweisen. NTC steht für englisch
"Negative Temperature Coefficient", sodass der NTC-Sensor als ein Heißleiter bezeichnet
werden kann. Die Gebläseeinheit kann beispielsweise als ein Lüfter ausgeformt sein
und zusätzlich oder alternativ mit einem Kompressor des Trockengeräts in Verbindung
stehen.
[0011] Gemäß einer Ausführungsform kann im Schritt des Regelns die Gebläseeinheit unter
Verwendung des Regelsignals geregelt werden, wobei der vorbestimmte Sollwert eine
in einem Waschprogramm ausgewählte Programmtemperatur und zusätzlich oder alternativ
eine gemessene Temperatur repräsentieren kann. Das bedeutet, dass das Trockengerät
beispielsweise eine Waschfunktion umfassen kann. Dabei kann vorteilhafterweise die
Programmtemperatur des entsprechenden Waschprogramms als Sollwert für einen Trocknungsvorgang
verwendet werden. Vorteilhafterweise kann beispielsweise ein Eingehen oder Schrumpfen
der Wäsche wegen einer zu hohen Trockentemperatur vermieden werden. Zusätzlich oder
alternativ kann beispielsweise der Sensor als ein Thermometer ausgeformt sein, der
vorteilhafterweise aktuelle Temperaturen misst.
[0012] Im Schritt des Regelns kann außerdem die Prozesslufttemperatur und zusätzlich oder
alternativ die Kühl- und zusätzlich oder alternativ Kältemitteltemperatur unter Verwendung
eines Regelalgorithmus mit einem inneren Regelkreis und/oder einem äußeren Regelkreis
geregelt werden, um die Gebläseeinheit anzusteuern. Dadurch kann die Gebläseeinheit
vorteilhafterweise kaskadiert eingestellt werden, sodass sich eine fein abstimmbare
Regelung des Trockengeräts ermöglichen lässt.
[0013] Gemäß einer Ausführungsform kann im Schritt des Regelns die Prozesslufttemperatur
eine Führungsgröße des äußeren Regelkreises und die Kühl- und zusätzlich oder alternativ
Kältemitteltemperatur eine weitere Führungsgröße des inneren Regelkreises repräsentieren.
Alternativ kann die Kühl- und zusätzlich oder alternativ Kältemitteltemperatur die
Führungsgröße des äußeren Regelkreises und die Prozesslufttemperatur die weitere Führungsgröße
des inneren Regelkreises repräsentieren. Dabei kann das Regelsignal eine Regelgröße
zum Regeln der Gebläseeinheit repräsentieren. Vorteilhafterweise wird auch hier eine
kaskadierte Einstellung der Gebläseeinheit möglich, sodass sich eine fein abstimmbare
Regelung des Trockengeräts ermöglichen lässt.
[0014] Gemäß einer Ausführungsform kann im Schritt des Einlesens des Wäschetemperatursignals
die Wäschetemperatur als Trommelaustrittstemperatur zuzüglich eines vorbestimmten
Werts repräsentieren. Der vorbestimmte Wert kann beispielsweise zwischen 1,5°C und
3°C, vorteilhafterweise aber bei 2°C liegen.
[0015] Der hier vorgestellte Ansatz schafft ferner eine Steuereinheit, die ausgebildet ist,
um die Schritte einer Variante eines hier vorgestellten Verfahrens in entsprechenden
Einrichtungen durchzuführen, anzusteuern bzw. umzusetzen. Auch durch diese Ausführungsvariante
der Erfindung in Form einer Vorrichtung kann die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe
schnell und effizient gelöst werden.
[0016] Die Steuereinheit kann ausgebildet sein, um Eingangssignale einzulesen und unter
Verwendung der Eingangssignale Ausgangssignale zu bestimmen und bereitzustellen. Ein
Eingangssignal kann beispielsweise ein über eine Eingangsschnittstelle der Steuereinheit
einlesbares Sensorsignal darstellen. Ein Ausgangssignal kann ein Steuersignal oder
ein Datensignal darstellen, das an einer Ausgangsschnittstelle der Steuereinheit bereitgestellt
werden kann. Die Steuereinheit kann ausgebildet sein, um die Ausgangssignale unter
Verwendung einer in Hardware oder Software umgesetzten Verarbeitungsvorschrift zu
bestimmen. Beispielsweise kann die Steuereinheit dazu eine Logikschaltung, einen integrierten
Schaltkreis oder ein Softwaremodul umfassen und beispielsweise als ein diskretes Bauelement
realisiert sein oder von einem diskreten Bauelement umfasst sein.
[0017] Von Vorteil ist auch ein Computer-Programmprodukt oder Computerprogramm mit Programmcode,
der auf einem maschinenlesbaren Träger oder Speichermedium wie einem Halbleiterspeicher,
einem Festplattenspeicher oder einem optischen Speicher gespeichert sein kann. Wird
das Programmprodukt oder Programm auf einem Computer oder einer Steuereinheit ausgeführt,
so kann das Programmprodukt oder Programm zur Durchführung, Umsetzung und/oder Ansteuerung
der Schritte des Verfahrens nach einer der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen
verwendet werden.
[0018] Es wird weiterhin ein Trockengerät vorgestellt, das eine Sensoreinrichtung zum Erfassen
einer aktuellen Prozesslufttemperatur, einer aktuellen Kühl- und zusätzlich oder alternativ
Kältemitteltemperatur und zusätzlich oder alternativ einer aktuellen Wäschetemperatur
auf. Weiterhin weist das Trockengerät eine Gebläseeinheit zum Regeln der Prozesslufttemperatur
und zusätzlich oder alternativ der Kühl- und zusätzlich oder alternativ Kältemitteltemperatur
sowie eine Steuereinheit in einer hier genannten Variante auf.
[0019] In dem Trockengerät kann beispielsweise ein Verfahren in einer hier genannten Variante
durchgeführt werden und dadurch vorteilhafterweise strom- oder energiesparend realisiert
sein. Vorteilhafterweise können dafür bereits verbaute Komponenten, wie beispielsweise
Sensoren, zumindest teilweise verwendet werden und somit Fertigungskosten eingespart
werden. Vorteilhafterweise kann das Trockengerät weiterhin sowohl zu privaten Zwecken
als auch entsprechend im Zusammenhang mit einem gewerblichen oder professionellen
Gerät, beispielsweise einem medizinischen Gerät, wie einem Reinigungs- oder Desinfektionsgerät,
einem Kleinsterilisator, einem Großraumdesinfektor oder einer Container-Waschanlage
eingesetzt werden.
[0020] Gemäß einer Ausführungsform kann das Trockengerät als ein Wärmepumpentrockner ausgeformt
sein.
[0021] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Trockengeräts gemäß einem Ausführungsbeispiel,
wobei zur Erläuterung der Funktionsweise des hier vorgestellten Ansatzes ferner ein
Regelkreis zur Regelung der Gebläseeinheit abgebildet ist;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung eines Trockengeräts gemäß einem Ausführungsbeispiel,
wobei zur Erläuterung der Funktionsweise des hier vorgestellten Ansatzes ebenfalls
ein Regelkreis zur Regelung der Gebläseeinheit abgebildet ist;
- Figur 3
- eine schematische Darstellung eines Trockengeräts gemäß einem Ausführungsbeispiel,
wobei zur Erläuterung der Funktionsweise des hier vorgestellten Ansatzes ebenfalls
ein Regelkreis zur Regelung der Gebläseeinheit abgebildet ist;
- Figur 4
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens gemäß einem Ausführungsbeispiel zum Einstellen
einer Trockentemperatur für ein Trockengerät; und
- Figur 5
- ein Blockschaltbild einer Steuereinheit gemäß einem Ausführungsbeispiel für ein Trockengerät.
[0022] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Trockengeräts 100 gemäß einem Ausführungsbeispiel.
Das Trockengerät 100 ist beispielsweise als ein Wärmepumpentrockner oder beispielsweise
als ein Waschtrockner realisiert. Das Trockengerät 100 weist dabei eine Sensoreinrichtung
105 auf, die ausgebildet ist, um eine aktuelle Prozesslufttemperatur, eine aktuelle
Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur und/oder eine aktuelle Wäschetemperatur zu erfassen.
Weiterhin weist das Trockengerät 100 eine Gebläseeinheit 110 auf, die ausgebildet
ist, um die Prozesslufttemperatur und/oder der Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur
zu regeln. Dazu weist das Trockengerät 100 eine Steuereinheit 115 auf. Die Steuereinheit
115 ist dabei ausgebildet, um die Gebläseeinheit 110 anzusteuern und um ein Verfahren
zum Einstellen einer Trockentemperatur für das Trockengerät 100, wie es in einer der
nachfolgenden Figuren näher beschrieben wird, durchzuführen.
[0023] Um dies zu verdeutlichen, ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel in Figur 1 eine Regelung
entsprechend dem Regelschaltbild 116 integriert. Das Regelschaltbild 116 repräsentiert
dabei eine funktionale Verbindung zwischen der Sensoreinrichtung 105 und der Gebläseeinheit
110. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel wird die aktuelle Prozesslufttemperatur als
Führungsgröße 117 mittels eines Temperatursignals eingelesen und die Gebläseeinheit
110 unter Verwendung einer Regelgröße 118 durch beispielsweise einen Regler 121 angesteuert.
Dabei wird die Prozesslufttemperatur derart geregelt, dass eine Wäschetemperatur einen
vorbestimmten Sollwert nicht überschreitet. Auf diese Weise wird gemäß diesem Ausführungsbeispiel
eine Trockentemperatur von zu trocknender Wäsche 119 eingestellt. Das bedeutet, dass
innerhalb eines solchen Regelvorgangs beispielsweise die Führungsgröße 117 mit dem
Sollwert verglichen wird, um beispielsweise eine Abweichung zu nutzen, um die Gebläseeinheit
110 entsprechend unter Verwendung der Regelgröße 118 anzusteuern.
[0024] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel umfasst die Sensoreinrichtung 105 zumindest einen
Erfassungssensor 120, insbesondere zwei Erfassungssensoren 120, die optional jeweils
als ein NTC-Sensor realisiert sind. Einer der Erfassungssensoren 120 ist beispielsweise
in einem Prozessluftkanal 125 des Trockengeräts 100 angeordnet, um die Prozesslufttemperatur
zu erfassen, die beispielsweise aus einer Wäschetrommel 130 zum Aufnehmen von Wäsche
119 des Trockengeräts 100 ausgeleitet wird und gemäß diesem Ausführungsbeispiel die
Führungsgröße 117 repräsentiert. Um die Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur zu erfassen,
ist einer der Erfassungssensoren 120 gemäß diesem Ausführungsbeispiel benachbart zu
einem Kompressor 135 des Trockengeräts 100 angeordnet. Der Kompressor 135 ist beispielsweise
ausgebildet, um einem Kühl- und/oder Kältemittel Wärme zu entziehen und dadurch zu
verdichten. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel weist das Trockengerät 100 weiterhin
einen Kompressorantrieb 137 auf, der ausgebildet ist, um den Kompressor 135 anzutreiben.
[0025] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel strömt die Prozessluft aus der Wäschetrommel 135
durch den Prozessluftkanal 125. Dabei passiert die Prozessluft optional einen oder
mehrere Prozessluftfilter 140, bevor sie einen Verdampfer 145 des Trockengeräts 100
erreicht. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel ist der Verdampfer 145 mit dem Kompressor
135 und mit einem Ventil 150 verbunden. Das Trockengerät 100 weist weiterhin einen
Verflüssiger 155 auf, der gemäß diesem Ausführungsbeispiel parallel zu dem Verdampfer
145 angeordnet ist. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel ist einer der Erfassungssensoren
120 zwischen dem Kompressor 135 und dem Verflüssiger 155 angeordnet. Der Verflüssiger
155 ist optional ausgebildet, um beispielsweise die Prozessluft auf eine bestimmte
Temperatur zu bringen. Weiterhin wird die Prozessluft ausgehend von dem Verflüssiger
155 mittels eines Prozessluftgebläses 160 in Richtung der Wäschetrommel 130 befördert,
die beispielsweise mit einem Antrieb 165 zum Antreiben der Wäschetrommel 130 verbunden
ist.
[0026] In anderen Worten ausgedrückt wird eine Möglichkeit vorgestellt, um ein Trocknungsprogramm
für das Trockengerät 100, wie beispielsweise einem Wärmepumpentrockner, mit einer
Temperaturvorgabe, beispielsweise 40°C, durchzuführen, da aktuell beispielsweise der
Wärmepumpentrockner mit ca. 52-57°C, ein Kondenstrockner mit 80°C und ein Waschtrockner
mit 85°C Wäschetemperatur die Wäsche trocknet. Kurzum wird eine Wäschetemperaturregelung
vorgestellt.
[0027] Durch den hier vorgestellten Ansatz wird die beispielsweise in einem Waschprozess
maximal erreichte Wäschetemperatur im Trockenprozess nicht überschritten. Das bedeutet
beispielsweise, dass alles, was mit 40°C gewaschen wird, bedenkenlos im Trockengerät
100 getrocknet wird. Dabei wird gemäß diesem Ausführungsbeispiel die vorhandene Sensorik,
die hier als Sensoreinrichtung 105 bezeichnet ist, um indirekt auf die Wäschetemperatur
zu schließen, da eine direkte Messung der Wäschetemperatur nicht möglich ist. Dazu
wird ein implizites Systemwissen genutzt. Das bedeutet, dass beispielsweise die Wäschetemperatur
in etwa einer Trommelaustrittstemperatur zuzüglich ca. 2°C entspricht. Die Trommelaustrittstemperatur
ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel über einen NTC-Sensor, der hier als Erfassungssensor
120 bezeichnet ist und die Prozesslufttemperatur erfasst, vor dem Wärmeübertrager
gemessen. Damit stellt der Erfassungssensor 120 eine zu regelnde Ist-Größe dar. Ein
Stelleingriff in das System erfolgt über die auch als Kühlluftgebläse oder Lüfter
bezeichnete Gebläseeinheit 110 des Kompressors 135.
[0028] Ein Wärmepumpentrocknungsprozess ist in der Regel ein kontinuierlicher Prozess, bei
dem die Verdampfung und die Kondensation der Prozessluft und des Kühl- und/oder Kältemittels
im Gleichgewicht stehen. Um diesen Prozess im Gleichgewicht zu halten, wird mittels
einer intelligenten Strömungsmaschinenregelung, der Gebläseeinheit 110, der Kompressor
135 gekühlt und damit dem Kühl- und/oder Kältemittel Wärme entzogen. Die Regelung
erfolgt anhand der Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur und der Trommelaustrittstemperatur.
Dabei muss sichergestellt werden; dass das Kühl- und/oder Kältemittel überhitzt in
den Kompressor 135 gelangt und die Prozessluft im Verflüssiger 155 eine Temperatur
aufweist, welche die Wäschetemperatur bei einem Verdampfen nicht über die vorbestimmte
Temperatur, beispielsweise 40°C, erwärmt.
[0029] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung eines Trockengeräts 100 gemäß einem Ausführungsbeispiel.
Das hier dargestellte Trockengerät 100 kann dem in Figur 1 beschriebenen Trockengerät
100 entsprechen oder ähneln. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel weist das Trockengerät
100 ebenfalls eine Regelung entsprechend dem Regelschaltbild 116 auf, das jedoch von
dem in Figur 1 beschriebenen Regelschaltbild 116 abweicht. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel
umfasst das Regelschaltbild 116 einen äußeren Regelkreis 200 und einen inneren Regelkreis
205 zum Regeln der Gebläseeinheit 110. Dabei wird als Führungsgröße 117 des äußeren
Regelkreises 200 die von der Sensoreinrichtung 105 erfasste Prozesslufttemperatur
und als weitere Führungsgröße 217 des inneren Regelkreises 205 die Kühl- und/oder
Kältemitteltemperatur verwendet. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel wird die Gebläseeinheit
110 unter Verwendung der Regelgröße 118 angesteuert, welche die eine Regelgröße 218
des inneren Regelkreises 205 beinhaltet.
[0030] In anderen Worten ausgedrückt ist in Figur 2 eine kaskadierte Regelung dargestellt,
durch die ein Trocknungsprogramm ermöglicht ist, bei dem eine Maximaltemperatur nicht
überschritten wird. Die Maximaltemperatur ist beispielsweise von einem Nutzer des
Trockengeräts 100 einstellbar. Der Nutzer kann dadurch beispielsweise Wäsche, die
er beispielsweise bei 40°C wäscht, bedenkenlos im Trockengerät 100 trocknen, das verkürzt
auch als Trockner bezeichnet ist.
[0031] Beispielsweise ist der Prozess in einem Pareto-Optimalen-Betriebspunkt betreibbar,
wodurch beispielsweise bei einer 40°C-Wäschetemperatur eine vorteilhafte Möglichkeit
hinsichtlich Prozesszeit, Energieverbrauch und Abnutzung der Aktorik in einem Wärmepumpentrocknungsprozess
ermöglicht wird.
[0032] Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung eines Trockengeräts 100 gemäß einem Ausführungsbeispiel.
Das hier dargestellte Trockengerät 100 kann dem in einer der Figuren 1 oder 2 beschriebenen
Trockengerät 100 entsprechen oder ähneln. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel weist das
Trockengerät 100 ebenfalls eine Regelung entsprechend dem Regelschaltbild 116 auf,
das jedoch von dem in Figur 2 beschriebenen Regelschaltbild 116 leicht abweicht. Zwar
umfasst auch das hier dargestellte Regelschaltbild 116 den äußeren Regelkreis 200
und den inneren Regelkreis 205 wie in Figur 2, jedoch repräsentiert die Führungsgröße
117 des äußeren Regelkreises 200 gemäß diesem Ausführungsbeispiel die Kühl- und/oder
Kältemitteltemperatur. Die weitere Führungsgröße 217 des inneren Regelkreises 205
repräsentiert die Prozesslufttemperatur. Das bedeutet, dass die Führungsgrößen 117,
217 der Regelkreise 200, 205 gemäß diesem Ausführungsbeispiel verglichen mit denen
aus Figur 2 getauscht sind. Auch gemäß diesem Ausführungsbeispiel wird die Gebläseeinheit
110 unter Verwendung der Regelgröße 118 angesteuert, welche die eine Regelgröße 218
des inneren Regelkreises 205 beinhaltet.
[0033] Figur 4 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 400 gemäß einem Ausführungsbeispiel
zum Einstellen einer Trockentemperatur für ein Trockengerät. Das Verfahren 400 ist
beispielsweise in einem Trockengerät durchführbar, wie es in einer der Figuren 1 bis
3 beschrieben wurde. Das Verfahren 400 umfasst dabei einen Schritt 405 des Einlesens
und einen Schritt 410 des Regelns. Im Schritt 405 des Einlesens wird ein Temperatursignal,
das eine aktuelle Prozesslufttemperatur und/oder eine aktuelle Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur
repräsentiert, und/oder ein Wäschetemperatursignal, das eine aktuelle Wäschetemperatur
repräsentiert, über eine Schnittstelle zu einer Sensoreinrichtung des Trockengeräts
eingelesen. Im Schritt 410 des Regelns wird eine Gebläseeinheit unter Verwendung eines
Regelsignals geregelt. Dabei wird im Schritt 410 des Regelns die Prozesslufttemperatur
und/oder die Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur unter Verwendung des Temperatursignals
derart geregelt, dass die Wäschetemperatur der Wäsche einen vorbestimmten Sollwert
nicht überschreitet. Auf diese Weise wird die Trockentemperatur eingestellt.
[0034] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel repräsentiert dabei im Schritt 405 des Einlesens
das Wäschetemperatursignal die Wäschetemperatur als Trommelaustrittstemperatur zuzüglich
eines vorbestimmten Werts, der beispielsweise zwischen 1°C und 3°C, vorzugsweise aber
bei 2°C liegt. Optional repräsentiert im Schritt 410 des Regelns der vorbestimmte
Sollwert eine in dem Waschprogramm ausgewählte Programmtemperatur und/oder eine gemessene
Temperatur. Die gemessene Temperatur wird dabei beispielsweise von der Sensoreinrichtung
des Trockengeräts erfasst. Weiterhin optional wird im Schritt 410 des Regelns die
Prozesslufttemperatur und/oder die Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur unter Verwendung
eines Regelalgorithmus mit einem äußeren Regelkreis und/oder einem inneren Regelkreis
geregelt, um die Gebläseeinheit anzusteuern. Genauer gesagt repräsentiert die Prozesslufttemperatur
eine Führungsgröße des äußeren Regelkreises und die Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur
eine weitere Führungsgröße des inneren Regelkreises. Alternativ dazu repräsentiert
beispielsweise die Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur die Führungsgröße des äußeren
Regelkreises und die Prozesslufttemperatur die weitere Führungsgröße des inneren Regelkreises.
Dem entsprechend repräsentiert das Regelsignal gemäß diesem Ausführungsbeispiel eine
Regelgröße zum Regeln der Gebläseeinheit, wie es beispielsweise in den Figuren 2 und/oder
3 veranschaulicht wurde.
[0035] Figur 5 zeigt ein Blockschaltbild einer Steuereinheit 115 gemäß einem Ausführungsbeispiel
für ein Trockengerät. Die Steuereinheit 115 kann der in Figur 1 beschriebenen Steuereinheit
115 entsprechen oder ähneln und ist in einem Trockengerät einsetzbar, wie es in einer
der Figuren 1 bis 3 beschrieben wurde. Die Steuereinheit 115 ist dabei weiterhin ausgebildet,
um ein Verfahren zum Einstellen einer Trockentemperatur für ein Trockengerät anzusteuern
oder durchzuführen, wie es in Figur 4 beschrieben wurde. Die Steuereinheit 115 weist
dazu gemäß diesem Ausführungsbeispiel eine Einleseeinheit 500 und eine Bereitstelleinheit
505 auf. Die Einleseeinheit 500 ist ausgebildet, um ein Temperatursignal 510 und/oder
ein Wäschetemperatursignal 515 einzulesen. Das Temperatursignal 510 repräsentiert
dabei eine aktuelle Prozesslufttemperatur und/oder eine aktuelle Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur.
Das Wäschetemperatursignal 515 repräsentiert eine aktuelle Wäschetemperatur. Die Einleseeinheit
500 liest dazu das Temperatursignal 510 und/oder das Wäschetemperatursignal 515 eine
Schnittstelle zu einer Sensoreinrichtung 105 des Trockengeräts ein. Lediglich optional
ist die Einleseeinheit 500 weiterhin ausgebildet, um einen vorbestimmten Sollwert
520 einzulesen.
[0036] Die Bereitstelleinheit 505 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel ausgebildet, um ein
Regelsignal 525 zum Regeln einer Gebläseeinheit des Trockengeräts bereitzustellen.
1. Verfahren (400) zum Durchführen eines Wärmepumpentrocknungsprozesses für ein Trockengerät
(100) mit einer Wärmepumpe (135, 145,150, 155) und einem Gebläse (160) zur Erzeugung
von Prozessluft, wobei das Verfahren (400) die folgenden Schritte umfasst:
- Einlesen (405) eines Temperatursignals (510), wobei das Temperatursignal (510) eine
aktuelle Prozesslufttemperatur und/oder eine aktuelle Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur
repräsentiert, und/oder Einlesen (405) eines Wäschetemperatursignals (515), das eine
aktuelle Wäschetemperatur repräsentiert, über eine Schnittstelle zu einer Sensoreinrichtung
(105) des Trockengeräts (100); und
- Regeln (410) einer Gebläseeinheit (110), um die Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur
zu regeln, bzw. zum Entziehen von Wärme aus dem Kühl- oder Kältemittel, unter Verwendung
eines Regelsignals (525), wobei im Schritt des Regelns die Prozesslufttemperatur und/oder
die Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur unter Verwendung des Temperatursignals (510)
derart geregelt wird, dass die Wäschetemperatur einen vorbestimmten Sollwert (520)
nicht überschreitet, um die Trockentemperatur einzustellen.
2. Verfahren (400) gemäß Anspruch 1, wobei im Schritt (410) des Regelns die Gebläseeinheit
(110), wobei mittels der Gebläseeinheit (110) der Kompressor (135) gekühlt und damit
dem Kühl- und/oder Kältemittel Wärme entzogen wird.
3. Verfahren (400) gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei im Schritt (410) des Regelns die Gebläseeinheit
(110) unter Verwendung des Regelsignals (525) geregelt wird, wobei der vorbestimmte
Sollwert (520) eine in einem Waschprogramm ausgewählte Programmtemperatur und/oder
eine gemessene Temperatur repräsentiert.
4. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei im Schritt (410)
des Regelns die Prozesslufttemperatur und/oder die Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur
unter Verwendung eines Regelalgorithmus mit einem äußeren Regelkreis (200) und/oder
einem inneren Regelkreis (205) geregelt wird, um die Gebläseeinheit (110) anzusteuern.
5. Verfahren (400) gemäß Anspruch 4, wobei im Schritt (410) des Regelns die Prozesslufttemperatur
eine Führungsgröße (117) des äußeren Regelkreises (200) und die Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur
eine weitere Führungsgröße (217) des inneren Regelkreises (205) repräsentiert oder
wobei die Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur die Führungsgröße (117) des äußeren
Regelkreises (200) und die Prozesslufttemperatur die weitere Führungsgröße (217) des
inneren Regelkreises (205) repräsentiert, und wobei das Regelsignal (525) eine Regelgröße
(118, 218) zum Regeln der Gebläseeinheit (110) repräsentiert.
6. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei im Schritt (405)
des Einlesens das Wäschetemperatursignal (515) die Wäschetemperatur als Trommelaustrittstemperatur
zuzüglich eines vorbestimmten Werts repräsentiert.
7. Steuereinheit (115), die ausgebildet ist, um die Schritte (405, 410) des Verfahrens
(400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche in entsprechenden Einheiten (500,
505) auszuführen.
8. Computer-Programmprodukt mit Programmcode zur Durchführung des Verfahrens (400) nach
einem der Ansprüche 1 bis 6, wenn das Computer-Programmprodukt auf einer Steuereinheit
(115) gemäß Anspruch 7 ausgeführt wird.
9. Trockengerät (100), welches als ein Wärmepumpentrockner oder Waschtrockner mit Wärmepumpe
(135, 145, 150, 155) ausgeformt ist und die folgenden Merkmale aufweist:
- eine Sensoreinrichtung (105) zum Erfassen einer aktuellen Prozesslufttemperatur,
einer aktuellen Kühl- und/oder Kältemitteltemperatur und/oder einer aktuellen Wäschetemperatur;
- eine Gebläseeinheit (110) zum Regeln der Prozesslufttemperatur und/oder der Kühl-
und/oder Kältemitteltemperatur; und
- eine Steuereinheit (115) gemäß Anspruch 7.