BESCHREIBUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine LED-Leuchte und insbesondere eine LED-Leuchte,
deren Farbtemperatur einstellbar ist.
[0002] Die Anpassung einer Farbtemperatur einer Leuchte ist für variable Beleuchtungssituationen
im Innen- und Außenbereich häufig gewünscht. Im Stand der Technik ist dazu bekannt,
mit einem zwei- oder mehrkanaligen elektronischen Vorschaltgerät zwei verschiedenfarbige
Lichtquellen, die Licht unterschiedlicher Farbtemperatur abgeben, zu betreiben. Das
Licht dieser Kanäle kann dann gemischt werden. Alternativ können auch einkanalige
elektronische Vorschaltgeräte vorgesehen sein, dann ist jedoch für jede Lichtquelle,
deren Licht mit andersfarbigen Lichtquellen gemischt werden soll, ein eigenes elektronisches
Vorschaltgerät notwendig.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist, eine LED-Leuchte bereitzustellen, die mit
geringem Aufwand verschiedene Farbtemperaturen bereitstellen kann.
[0004] Gelöst wird die Aufgabe durch eine Leuchte gemäß Anspruch 1.
[0005] Eine Besonderheit der Leuchte der vorliegenden Erfindung liegt darin, dass die Leuchte
mehrere Stränge von jeweils einer oder mehreren in Reihe geschalteten LEDs umfasst,
wobei die Stränge Licht in verschiedenen Farbtemperaturen abgeben. Die logische und
physikalische Farbtemperaturmischung wird von dem elektronischen Vorschaltgerät (EVG)
erfindungsgemäß in das LED-Modul verlagert. Das LED-Modul übernimmt die Aufteilung
des Stroms aus dem vorzugsweise stromgeregelten EVG auf die wenigstens zwei LED-Stränge.
Durch die Kombination des Lichts der mehreren Stränge können gewünschte Farbtemperaturen
variabel ausgewählt werden. Um das Licht der verschiedenen Stränge in beliebiger Weise
kombinieren zu können, ist in jedem Strang ein Stromregler vorgesehen, welcher den
Strom durch den betreffenden Strang regelt. Die Stromversorgung für alle Stränge wird
durch ein gemeinsames einkanaliges elektronisches Vorschaltgerät bereitgestellt, welches
das gesamte Leuchtenmodul, in dem sich alle Stränge befinden, versorgt. Durch die
Stromregler kann das Verhältnis der Stromflüsse in den einzelnen Strängen eingestellt
werden, um dadurch die gewünschte Farbtemperatur zu erzeugen. Von besonderem Vorteil
ist dabei, dass die Stromregler in den Stromsträngen und das Steuergerät in dem LED-Modul
vorgesehen sind, welches insgesamt nur an ein einkanaliges elektronisches Vorschaltgerät
anzuschließen ist. Im Vergleich zu Lösungen aus dem Stand der Technik, in welchem
verschiedene Teilbereiche von LED-Anordnungen zur Erzeugung einer gewünschten Farbtemperatur
zusammengeschaltet werden, ist es nicht mehr notwendig, mehrkanalige elektronische
Vorschaltgeräte für jeden Teilbereich der LED-Anordnung vorzusehen. Erfindungsgemäß
genügt ein elektronisches Vorschaltgerät mit nur einem Kanal, weil die Aufteilung
der Stromflüsse über die verschiedenen Stränge erst im LED-Modul durch die Stromregler
in den einzelnen Strängen, gesteuert durch den Stromregler, geschaltet werden. Das
elektronische Vorschaltgerät kann davon unbeeinflusst lediglich den Strom für das
gesamte Modul bereitstellen.
[0006] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Leuchte zwei oder mehr Stränge
auf und die eine oder die mehreren LEDs des ersten Strangs weisen eine Farbtemperatur
von unter 3.300 K und die eine oder mehreren LEDs des zweiten Strangs weisen eine
Farbtemperatur von über 5.300 K auf. Das heißt, der erste Strang gibt warmweißes Licht
mit z.B. 2.200 K und der zweite Strang kaltweißes Licht mit z.B. 6.500 K ab. Durch
die Mischung der beiden Farbtemperaturen lässt sich die für die konkrete Anwendung
gewünschte Farbtemperatur zwischen den beiden Extrema einstellen.
[0007] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das LED-Modul einschließlich der in jedem
Strang vorgesehenen Stromregler und der Steuereinrichtung in der Leuchte austauschbar
montiert und das EVG ist außerhalb des LED-Moduls in der Leuchte verbaut. Da die Stromregler
und die Steuereinrichtung in dem LED-Modul angeordnet sind, und die Stromversorgung
für das gesamte LED-Modul nur durch das einkanalige EVG bereitgestellt wird, können
die Komponenten separat in der Leuchte eingefügt werden. Bei Defekt einzelner Lichtquellen
kann das LED-Modul ausgetauscht werden, ohne das Vorschaltgerät ersetzen zu müssen.
Ferner ist es auch möglich, verschiedene LED-Module für einen gleichen Leuchtentyp
vorzusehen, um die Variabilität des Leuchtentyps in Bezug auf Lichtfarben noch weiter
zu erhöhen. Außerdem kann das elektronische Vorschaltgerät in der Leuchte ebenfalls
im Fall eines Defekts unabhängig von dem LED-Modul ersetzt werden.
[0008] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Steuereinheit dazu eingerichtet,
in jedem Schaltungszustand, in welcher die Leuchte nicht vollständig ausgeschaltet
ist, wenigstens einen Stromregler vollständig niederohmig, d.h. < 3 Ohm, zu schalten.
In dieser Ausführungsform ist stets ein Strang vollständig aufgesteuert, d.h. in diesem
Strang ist der Strom durch die eine oder die mehreren LEDs nicht geregelt und am höchsten
bzw. ggf. gleich hoch mit anderen Strängen, die ebenfalls voll aufgesteuert sind.
Da der Stromregler niederohmig ist, ist der Wirkungsgrad der Leuchte maximal. Lediglich
in dem ein oder mehreren Strängen, die nur weniger Licht zur Gesamtfarbtemperatur
der Leuchte beisteuern sollen, entsteht durch den nicht vollständig geöffneten Stromregler
ein Verlust.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform stellt das EVG einen Konstantstrom zur Stromversorgung
des LED-Moduls bereit. Bei dieser Ausführungsform ist gewährleistet, dass der Stromfluss
durch die LEDs eines oder mehrerer voll aufgesteuerter Stränge dem von dem EVG bereitstellten
Konstantstrom entspricht. Lediglich diejenigen Stränge, welche nur einen geringeren
Anteil des Lichts der einzustellenden Gesamtfarbtemperatur der Leuchte beitragen sollen,
werden durch einen geringeren Strom im Verhältnis zu dem Strom durch den oder die
voll aufgesteuerten Strängen versorgt. Im Unterschied zu einer Konstantspannungsquelle
bleibt die Stromstärke in den voll aufgesteuerten Strängen erhalten unabhängig vom
Innenwiderstand des gesamten LED-Moduls, der sich entsprechend dem Schaltungszustand
der Stromregler jederzeit ändern kann.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst die Steuereinheit einen Microcontroller
und einen, vorzugsweise nicht flüchtigen, Speicher, der dazu eingerichtet ist, mehrere
Schaltungszustände der Stromregler zu speichern, die über den Microcontroller zum
Einstellen der Stromregler abrufbar sind. Beispielsweise kann in dem Speicher eine
Lookup-Tabelle gespeichert sein, welche die Steuerparameter für die Stromregler der
einzelnen Stränge zum Erreichen verschiedener Farbtemperaturen beinhaltet. Die Steuereinheit
kann die Steuerparameter aus dem Speicher auslesen, um die Stromregler entsprechend
einzustellen. Bei einem nichtflüchtigen Speicher können ferner bereits bei der Herstellung
der Leuchte vorgegebene Stromverhältnisse zur Erzielung definierter Farbtemperaturen
gespeichert sein. Aus diesen vorgegebenen Schaltungszuständen kann jederzeit bei der
Installation der Leuchte oder auch während deren Betrieb eine gewünschte Farbtemperatur
ausgewählt werden, indem die entsprechenden Parameter aus dem Speicher von der Steuereinheit
ausgelesen werden.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das LED-Modul zwei oder mehr der Stränge
auf und die Steuereinheit ist dafür eingerichtet, in einem der zwei Stränge den Stromregler
niederohmig, d.h. < 3 Ohm, zu schalten und in einem weiteren der Stränge den Stromregler
stufenlos zwischen niederohmig und hochohmig, d.h. > 1 MOhm, zu regeln. In dieser
Ausführungsform lässt sich die Farbtemperatur stufenlos regeln durch Verändern der
Einstellung des Stromreglers zwischen dem niederohmigen und dem hochohmigen Zustand.
Ferner entstehen keine Verluste in dem Strang, dessen Stromregler niederohmig geschaltet
ist, und damit zum größten Anteil des abgegebenen Lichts der Leuchte beiträgt.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Leuchte wenigstens eine Schnittstelle
auf, die dafür eingerichtet ist, die Steuereinheit über eine Einrichtung außerhalb
der Leuchte anzusteuern. Diese Ausführungsform ermöglicht es, die Leuchte auch nach
der Installation vor Ort zur Erzeugung verschiedener gewünschter Farbtemperaturen
noch einzurichten.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Schnittstelle eine drahtlose Schnittstelle,
die eingerichtet ist, um die Leuchte individuell anzusteuern. Beispielsweise kann
mit einer Fernbedienung, z.B. über Nahfeldkommunikation, Bluetooth oder WLAN, die
Leuchte vor Ort eingestellt werden. Der Installationsaufwand ist minimiert, weil keine
separate Verkabelung für eine Änderung der Einstellung erforderlich ist.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Schnittstelle drahtgebunden und an
einem Bussystem anschließbar, welches zum Steuern mehrerer gleichartiger Leuchten
eingerichtet ist. Beispielsweise kann eine ganze Reihe von baugleichen Leuchten, z.B.
für eine Straßenbeleuchtung oder für die Beleuchtung eines Raums in einem Gebäude,
vorgesehen sein, wobei jede Leuchte individuell entsprechend ihrem Standort eine bevorzugte
Farbtemperatur erzeugen kann. Die Leuchten selbst können aber alle von der gleichen
Bauart sein.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist die Steuereinheit dafür eingerichtet,
mittels des Stromreglers in wenigstens einem der Stränge den Strom durch den Strang
zur Kompensation eines über eine Alterung der LEDs in dem Strang entstandenen Lichtstromverlust
durch Erhöhen der durch des betreffenden Strang fließenden Stroms zu kompensieren.
Im Stand der Technik ist es bereits bekannt, dass LEDs im Laufe ihrer Betriebszeit
einen schwächeren Lichtstrom bei gegebener Stromstärke oder ein sich veränderndes
Farbspektrum abgeben. Ferner ist es auch bekannt, den Verlust des Lichtstroms dadurch
zu kompensieren, dass der Strom durch die betreffende LED erhöht wird. In der Ausführungsform
gemäß der vorliegenden Erfindung kann dieses Ziel einfach durch die ohnehin vorhandene
Stromregelung mit den einzelnen Strängen im LED-Modul erzielt werden. Es sind keine
separaten Steuerungen erforderlich, weil der Strom durch eine oder alle Stränge des
LED-Moduls mittels der ohnehin vorhandenen Stromregler möglich ist. Lediglich die
Steuereinrichtung muss entsprechend programmiert sein, um den Lichtstrom der LEDs
entsprechend den Alterungsbedingungen anzupassen. Bei einer Farbveränderung der LEDs
kann die Kompensation dadurch erfolgen, dass Stromverteilung über die verschiedenen
Stränge verändert wird. Wenn die Lichtfarbe beispielsweise sich im Laufe des Alters
zu einer höheren Temperatur entwickelt, kann ein Anteil von kälterem Licht durch Erhöhen
des Stroms durch den betreffenden Strang mit LEDs, die eine höhere Farbtemperatur
aufweisen, zum Ausgleichen der altersbedingten Farbveränderung hinzugegeben werden.
[0016] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden aus der nachfolgenden
Beschreibung deutlich, die in Verbindung mit den Figuren gegeben wird. In den Figuren
ist Folgendes dargestellt:
- Figur 1
- zeigt eine erste Ausführungsform eines LED-Moduls einer erfindungsgemäßen Leuchte.
- Figur 2
- zeigt ein Diagramm, welches das Mischungsverhältnis der Lichtfarbe gegenüber der Stellung
der Stromregler in einem LED-Modul gemäß Figur 1 darstellt.
- Figur 3
- zeigt schematisch in einem Blockdiagramm eine Ausführungsform einer Leuchte gemäß
der vorliegenden Erfindung.
[0017] In Figur 1 ist lediglich ein LED-Modul dargestellt, welches zusammen mit einem elektronischen
Vorschaltgerät (EVG) in einer Leuchte betrieben wird. Das elektronische Vorschaltgerät
ist ein einkanaliges Vorschaltgerät, d.h. es wird lediglich eine, vorzugsweise konstant
geregelte, Stromstärke für ein anzuschließendes Modul bereitgestellt.
[0018] Das LED-Modul selbst besitzt mehrere Kanäle, die im Folgenden auch als Stränge bezeichnet
werden. In der Ausführungsform gemäß Figur 1 sind ein Strang WW und ein Strang KW
vorgesehen. In anderen Ausführungsformen können noch mehr Stränge vorgesehen sein.
[0019] Die beiden Stränge weisen jeweils wenigstens eine LED auf, wobei ein Strang eine
sehr niedrige Farbtemperatur, z.B. 2.200 K oder niedriger entsprechen der Farbe warmweiß,
und der zweite Strang eine sehr hohe Farbtemperatur, z.B. 6.500 K oder höher entsprechend
der Farbe kaltweiß aufweist.
[0020] Diese beiden Farbtemperaturen stelle die Extrema der physikalisch einstellbaren Farbtemperaturen
der Leuchte dar. Um Farbtemperaturen zwischen den beiden Extrema zu erreichen, wird
der vom EVG gelieferte elektrische Strom in einem charakteristischen Verhältnis zwischen
den beiden Strängen aufgeteilt. Hierzu dient die Schaltung in dem LED-Modul, wie in
Figur 1 dargestellt.
[0021] Das LED-Modul umfasst in jedem Strang aus einer oder mehreren LEDs, die jeweils in
einer Reihe geschaltet sind, einen Stromregler, welcher den Stromfluss durch den betreffenden
Strang regelt. Die Stromregler in allen Strängen werden von einer gemeinsamen Steuereinheit
gesteuert, die in dem LED-Modul vorgesehen ist und auch durch den Versorgungsstrom
des LED-Moduls, welcher von den EVG bereitgestellt wird, betrieben wird.
[0022] Durch Vorsehen mehrerer LED-Stränge auf dem LED-Modul, welche individuell von 0-100%
des Stroms regelbar sind und jeweils eine unterschiedliche Farbtemperatur aufweisen,
lässt sich eine gewünschte Mischfarbe der Leuchte erzeugen. Somit kann durch gezielt
unterschiedliches Bestromen der einzelnen Stränge die Farbtemperatur einer Leuchte
quasi elektrisch verändert werden. Das LED-Modul übernimmt dabei die Aufteilung des
Stromes aus dem stromgeregelten EVG auf die wenigstens zwei, elektrisch betrachtet
symmetrisch aufgebauten, LED-Stränge mittels linearer Stromregler in jedem Strang.
[0023] Ein Beispiel für verschiedene Einstellungen der Stromregler zur Mischung der Farben
kaltweiß und warmweiß eines LED-Moduls gemäß Figur 1 ist in Figur 2 dargestellt. Die
Stellung des Stromreglers in jedem Strang kann zwischen 0 (= ganz zu) und 100 (= voll
offen) geregelt werden. Die in der Figur 2 dargestellten Reglerstellungen sind nur
beispielhaft. Es sind auch andere Stellungen denkbar, wichtig ist lediglich, dass
die Summe der Ströme der beiden Regler einen höheren Wert ergibt als der Gesamtstrom,
mit dem das LED-Modul bestromt wird, um zu verhindern, dass die beiden Stromregler
auf dem LED-Modul gegen das auf einen Konstantstrom geregelte EVG, an welchem das
LED-Modul angeschlossen ist, arbeiten.
[0024] Das LED-Modul wird in einer Leuchte (1) eingesetzt, die in einer Ausbaustufe gemäß
Figur 3 folgende Komponenten umfasst:
- 1. Beliebiges EVG(2) mit nur einer Endstufe (einkanaliges EVG)
- 2. LED-Modul(4) mit einem Microcontroller (pC) (5), welcher als Steuereinheit dient,
und wenigstens zwei LED-Strängen, die so angeordnet sind, dass eine Mischung von Farbtemperaturen
möglich ist. Der µC im LED-Modul beinhaltet einen nichtflüchtigen Speicher, welcher
bei der Produktion des LED-Moduls mit einem vollständigen Datensatz zur Beschreibung
der bestückten LED-Stränge beschrieben wurde:
- a. I(PHI, T) zur Helligkeitsberechnung jedes LED-Strangs im zulässigen Temperaturbereich,
- b. CCT(T) für alle bestückten LED-Typen zur Lichtfarbenberechnung im zulässigen Temperaturbereich,
- c. deltaPHI(T,I) zur Berechnung des Lichtstromverlusts im Laufe der Leuchtenlebensdauer
zur Alterungskompensation,
- d. deltaCCT(T,I) zur Berechnung der alterungsbedingten Lichtfarbenverschiebung zur
Alterungskompensation,
- e. Verschaltung der LED,
- f. IWW: Icw(CCT(T)) zur Ermittlung des el. Stromverhältnisses zwischen den LED-Strängen
unter Berücksichtigung der thermischen Farbdrift der LED, und
- g. mehrere Stromregler (Stromverteilerschaltung) auf dem LED-Modul, welche vom pC(5)
angesteuert werden können.
- 3. Eine Verbindungsleitung(6) vom EVG zum LED-Modul zum Versorgen der LED-Stränge
auf dem LED-Modul(4)
- 4. Einer Netz-/Versorgungsleitung (8) zur Energieversorgung der Leuchte (1)
- 5. Eine optionale externe Steuerschnittstelle (15) für Leuchten mit einem Bus-System
z.B.: KNX, DALI, DMX
- 6. Eine Steuerschnittstelle(12) vom EVG zum LED-Modul zum Anfordern einer anderen
Farbtemperatur/Lichtverteilung z.B. RS232, CAN,,... (ggf. über einen Bus mit Pegelanpassung)
.
[0025] Weiterhin ist es möglich, den vom EVG gelieferten Strom zu messen oder auch die Datenverbindung
zwischen EVG und LED-Modul zu verwenden, um die Abstimmung zwischen den Geräten zu
verbessern (z.B. Abstimmung der Höhe des el. LED-Stroms)
[0026] Exemplarisch wird hier eine Leuchte mit zwei Strängen zur dynamischen Änderung der
Farbtemperatur beschrieben, es können aber auch mehrere Stränge zur Änderung der Farbtemperatur
verwendet werden.
[0027] Vorzugsweise ist stets (mindestens) ein Strang voll aufgesteuert, d.h. für diesen
Strang wird der Strom nicht geregelt und er ist (mit) am höchsten bestromt. Wenn im
Rahmen einer Farbveränderung dieser Strang geregelt werden soll, muss ein anderer
Strang dessen Einstellung (voll aufgesteuert) übernehmen. Die verhältnismäßige Aufteilung
des Stroms erfolgt lediglich durch Begrenzung des Stroms in dem/den niedriger bestromten
Strang/Strängen.
[0028] Trotz der prinzipbedingt verlustbehafteten Linearregler bleiben die schaltungsbedingten
Verluste dabei sehr gering, da:
- die Stromregler nur in den niedriger bestromten Kanälen aktiv sind,
- die Stromregler daher immer weniger als 50% des Gesamtstroms im LED-Modul begrenzen
müssen, und
- lediglich die Differenz der Vorwärtsspannungen der LED-Stränge in Wärme umgewandelt
wird. Diese Differenz ist aufgrund der flachen Diodenkennlinie gering.
- Im Falle einer gleichmäßigen Stromaufteilung über alle Stränge (also bei zwei Strängen
z.B. 50%:50%) alle Stromregler inaktiv/voll aufgesteuert sind und die Verluste daher
nahezu Null sind.
- Im Falle der Stromaufteilung in eines der beiden Extrema (also bei z.B. zwei Stränge
100%:0%) die Verluste ebenfalls gegen Null gehen, da der Strom und daher die Verluste
in jeweils einem Strang nahezu Null sind und im zweiten Strang der Regler inaktiv/voll
aufgesteuert und daher ebenfalls nahezu verlustfrei ist.
[0029] Die Übergänge zwischen den Extrema der Farbtemperaturen sind durch die individuelle
Dimmbarkeit von jedem der Stränge stufenlos, fließend und flackerfrei. Entsprechende
Ansteuerung der Stromregler ist natürlich vorausgesetzt.
[0030] Die Ermittlung, in welchem Verhältnis der LED-Strom aufgeteilt wird und die entsprechende
Ansteuerung der Schaltung, erfolgt im µC des LED-Moduls auf Basis des Speicherinhalts
des nichtflüchtigen Speichers.
[0031] In einer Minimalkonfiguration ist anstelle der Sollwertvorgabe durch Steuerschnittstelle
und Mikrocontroller auch eine rein analoge Lösung z.B. Poti, Schaltermatrix, etc...
realisierbar.
[0032] Durch die Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich folgende Vorteile:
- Es wird nur ein normales, einkanaliges (Standard-) EVG benötigt, kein teures Mehrkanal-EVG;
- Verringerter Platzbedarf (unabhängig von der Anzahl der Stränge);
- Verringerter Verdrahtungsaufwand, unabhängig von Anzahl der Stränge;
- Sehr einfache Nachrüstmöglichkeit (lediglich das LED-Modul muss getauscht werden);
- Geringer Schaltungsaufwand/Platzbedarf auf dem LED-Modul
- Das System kann mit geringstmöglichem Aufwand um eine beliebige Anzahl von Strängen
erweitert werden (z.B. mit Strängen, die eine bestimmte Spektralfarbtemperatur abgeben,
z.B. Rot, Grün, Blau und als Mischfarbe Weiß), wobei nur ein EVG für alle Leuchtenausführungen
erforderlich ist;
- Unveränderter EVG-Wirkungsgrad im Vergleich zu einkanaliger Leuchte, da dessen einer
Kanal immer voll ausgelastet ist;
- Keine störenden Nebeneffekte durch PWM-Ansteuerung, und
- Keine Parametrierung des LED Treibers notwendig, da im LED-Modul alle seine Eigenschaften
und Möglichkeiten gespeichert sind.
1. Leuchte mit einem einkanaligen elektronischen Vorschaltgerät, EVG, und einem LED-Modul,
wobei das LED-Modul mehrere parallele Stränge aus jeweils wenigstens einer LED umfasst
und in jedem Strang ein Stromregler zum Regeln des Stroms durch den betreffenden Strang
vorgesehen ist,
wobei die LEDs in unterschiedlichen Strängen eingerichtet sind, um Licht in verschiedenen
Farbtemperaturen abzugeben,
und das LED-Modul eine Steuereinrichtung aufweist, die mit den Stromreglern verbunden
ist, um den Stromfluss durch die Stränge in unterschiedlichen Verhältnisse einzustellen.
2. Leuchte nach Anspruch 1, wobei die Leuchte zwei oder mehr Stränge aufweist und die
eine oder die mehreren LEDs des ersten Strangs eine Farbtemperatur von unter 3300
K die eine oder die mehreren LEDs des zweiten Strangs eine Farbtemperatur von über
5300 K aufweist.
3. Leuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das LED-Modul einschließlich
der in jedem Strang vorgesehenen Stromregler und der Steuereinrichtung in der Leuchte
austauschbar montiert ist und das EVG außerhalb des LED-Moduls in der Leuchte verbaut
ist.
4. Leuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuereinheit eingerichtet
ist, in jedem Schaltungszustand, in welcher die Leuchte nicht vollständig ausgeschaltet
ist, wenigstens einen Stromregler vollständig niederohmig, d.h. < 3 Ohm, zu schalten.
5. Leuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das EVG einen Konstantstrom
zur Stromversorgung des LED-Moduls bereitstellt.
6. Leuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuereinheit einen Microcontroller
und einen, vorzugsweise nicht flüchtigen, Speicher umfasst, der dazu eingerichtet
ist, mehrere Schaltungszustände der Stromregler zu speichern, die über den Microcontroller
zum Einstellen der Stromregler abrufbar sind.
7. Leuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das LED-Modul zwei oder mehr
der LED-Stränge aufweist und die Steuereinheit dafür eingerichtet ist, in einem der
zwei Stränge den Stromregler niederohmig, d.h. < 3 Ohm, zu schalten und in einem weiteren
der zwei Stränge den Stromregler stufenlos zwischen niederohmig und hochohmig, d.h.
> 1 MOhm, zu regeln.
8. Leuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Leuchte wenigstens eine
Schnittstelle aufweist, die dafür eingerichtet ist, die Steuereinheit über eine Einrichtung
außerhalb der Leuchte anzusteuern.
9. Leuchte nach Anspruch 8, wobei die Schnittstelle eine drahtlose Schnittstelle ist,
die es ermöglicht, die Leuchte individuell anzusteuern.
10. Leuchte nach Anspruch 8 oder 9, wobei die Schnittstelle drahtgebunden ist und an einem
Bussystem anschließbar ist, welches zum Steuern mehrerer gleichartiger Leuchten eingerichtet
ist.
11. Leuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuereinheit dafür eingerichtet
ist, eine altersbedingte Lichtfarbenverschiebung der LEDs durch Verändern der Ströme
durch die zwei verschiedenen Stränge zu kompensieren.
12. Leuchte nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuereinheit dafür eingerichtet
ist, mittels des Stromreglers an wenigstens einem der Stränge den Strom durch den
Strang zur Kompensation eines über die Alterung der LEDs in dem betreffendem Strang
stehenden Lichtstromverlustes durch Erhöhen des Stromflusses in dem betreffenden Strang
zu kompensieren.