[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Ferseneinheit für eine Skibindung, insbesondere
eine Tourenbindung, wobei die Ferseneinheit verstellbar ist zwischen einer Eingriffsstellung,
in welcher sie einen Fersenabschnitt eines mit der Ferseneinheit zu koppelnden Skischuhs
in Eingriff nimmt, und einer Freigabestellung, in welcher sie den Fersenabschnitt
des Skischuhs freigibt, und wobei die Ferseneinheit eine Basis, welche eine Befestigungsanordnung
zur Befestigung an einer Skioberfläche aufweist, einen Bindungskörper, welcher Eingriffsmittel
zum in Eingriff nehmen des Fersenabschnitts des Skischuhs aufweist, wobei der Bindungskörper
zur Verstellung zwischen der Eingriffsstellung und der Freigabestellung der Ferseneinheit
um eine zu einer durch die Skioberfläche definierte Skiebene im Wesentlichen orthogonale,
vertikale Drehachse drehbar an der Basis gelagert ist, und ein elastisches Element
umfasst, welches im Wesentlichen parallel zu der Skiebene und orthogonal zu der vertikalen
Drehachse angeordnet ist und den Bindungskörper in die Eingriffsstellung der Ferseneinheit
vorspannt.
[0002] Derartige herkömmliche Ferseneinheiten für Skibindungen weisen üblicherweise einen
insbesondere basisfesten Achskörper in Form eines insbesondere orthogonal in Bezug
auf eine Skiebene angeordneten Pfostens oder Zapfens auf, der eine vertikale Drehachse
bereitstellt und um den sich ein Bindungskörper der Ferseneinheit um diese vertikale
Drehachse dreht. Ein elastisches Element, welches meist in Form einer Feder, insbesondere
einer Druckfeder, vorliegt, stützt sich dabei zumeist an einer Seite an diesem Achskörper
und an der anderen Seite an einem Abschnitt am Bindungskörper ab. Dadurch kann im
Falle eines Sturzes eines Anwenders oder dergleichen bei an den Eingriffsmitteln auftretenden
Kräften, die einen vorbestimmten Schwellenwert überschreiten, durch eine Drehung des
Bindungskörpers um den Achskörper entgegen der Federkraft des elastischen Elements
eine Sicherheitsauslösung bereitgestellt werden. In anderen Fällen ist es auch möglich,
dass das elastische Element im Achskörper selbst aufgenommen ist und beispielsweise
durch diesen hindurchragt.
[0003] In beiden Fällen führt ein Vorsehen eines Achskörpers, der als Drehachse für den
Bindungskörper fungiert, jedoch zu einem erheblich höheren Gewicht der Ferseneinheit.
Beinahe sämtliche auf die Ferseneinheit wirkenden Kräfte werden in diesen zumeist
orthogonal in Bezug auf eine Skiebene angeordneten Achskörper, insbesondere Pfosten,
geleitet, der somit erheblichen Kräften und Momenten ausgesetzt ist. Aus diesem Grund
werden hier auch Materialen einer relativ hohen Dichte, wie etwa Aluminium, eingesetzt.
In selteneren Fällen wird auch Kunststoff verwendet, jedoch müssen hier konstruktiv
auf deutlich größere Wandstärken gesetzt werden, um den Belastungen standhalten zu
können, was wiederum zu einem höheren Gewicht, einer größeren Bauweise und durch ein
Mehr an Materialeinsatz zu höheren Herstellungskosten führt. Auch die Verwendung von
im Vergleich zu Kunststoff teureren Materialien, wie insbesondere Metallen, führt
zu höheren Herstellungskosten.
[0004] In dem Fall, in dem sich das elastische Element an dem Achskörper abstützt, wird
durch die Anordnung von elastischem Element und Achskörper hinter- bzw. nebeneinander
sehr viel Bauraum eingenommen. Demnach sind solche Ferseneinheiten durch eine recht
große Bauweise gekennzeichnet.
[0005] Vor diesen Hintergründen ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Ferseneinheit
für eine Skibindung, insbesondere eine Tourenbindung, bereitzustellen, welche bei
einer äußert kompakten und leichtgewichtigen Bauweise gleichzeitig eine Sicherheitsauslösung
gewährleistet.
[0006] Die der Erfindung zugrunde liegende, vorstehend formulierte Aufgabe wird gelöst durch
eine Ferseneinheit für eine Skibindung, insbesondere eine Tourenbindung, wobei die
Ferseneinheit verstellbar ist zwischen einer Eingriffsstellung, in welcher sie einen
Fersenabschnitt eines mit der Ferseneinheit zu koppelnden Skischuhs in Eingriff nimmt,
und einer Freigabestellung, in welcher sie den Fersenabschnitt des Skischuhs freigibt,
und wobei die Ferseneinheit eine Basis, welche eine Befestigungsanordnung zur Befestigung
an einer Skioberfläche aufweist, einen Bindungskörper, welcher Eingriffsmittel zum
in Eingriff nehmen des Fersenabschnitts des Skischuhs aufweist, wobei der Bindungskörper
zur Verstellung zwischen der Eingriffsstellung und der Freigabestellung der Ferseneinheit
um eine zu einer durch die Skioberfläche definierte Skiebene im Wesentlichen orthogonale,
vertikale Drehachse drehbar an der Basis gelagert ist, und ein elastisches Element
umfasst, welches im Wesentlichen parallel zu der Skiebene und orthogonal zu der vertikalen
Drehachse angeordnet ist und den Bindungskörper in die Eingriffsstellung der Ferseneinheit
vorspannt, wobei sich das elastische Element bei der Verstellung zwischen der Eingriffsstellung
und der Freigabestellung zusammen mit dem Bindungskörper um die vertikale Drehachse
dreht und wobei sich das elastische Element über die vertikale Drehachse hinweg erstreckt,
so dass es an zwei Seiten über die vertikale Drehachse hinausragt.
[0007] Ein wichtiges Merkmal der Erfindung ist somit, dass die vertikale Drehachse nicht
in Form eines Zapfens oder Pfostens vorliegt, sondern in Form einer virtuellen Drehachse,
über welche sich das elastische Element erstreckt.
[0008] Zum einen kann dadurch durch das Fehlen eines aufrechten Zapfens oder Pfostens Gewicht
eingespart werden. Zum anderen bietet die überlagerte Anordnung von vertikaler Drehachse
und elastischem Element eine besonders kompakte Bauweise, insbesondere in der Wirkrichtung
des elastischen Elements, da der Bauraum fast ausschließlich auf die Länge des elastischen
Elements begrenzt ist.
[0009] Dadurch, dass sich das elastische Element zusammen mit dem Bindungskörper um die
vertikale Drehachse dreht, kann durch geringere auftretende Reibungskräfte ein Verschleiß
am Bindungskörper verringert werden.
[0010] An dieser Stelle sollte darauf hingewiesen werden, dass sich im Rahmen dieser Offenbarung
Begriffe wie "oben", "unten", "vorn", "hinten", "seitlich", "Höhenrichtung", "Breitenrichtung",
"Längsrichtung" und dergleichen zur Vereinfachung der Darstellung auf die Sicht eines
Skiläufers beziehen, der mit einem Skischuh in die Ferseneinheit einer an einem Ski
monierten Skibindung, insbesondere Tourenbindung, eingestiegen ist, wobei der Ski
in einer horizontalen Ebene angeordnet ist.
[0011] Ferner ist darauf hinzuweisen, dass sich der Begriff "Ski" sowie die diesen Begriff
enthaltenden Begriffe wie "Skischuh", "Skibindung", "Tourenskibindung", "Skiebene",
"Skilängsachse", "Skimittelachse", "Skibreitenrichtung", "Skilängsrichtung" und dergleichen
nicht nur auf Ski im engeren Sinne beziehen sollen sondern gleichermaßen Splitboards
(in Längsrichtung in mindestens zwei Teile teilbare Snowboards, deren Einzelteile
in der Art normaler Skier verwendet werden können), Schneeschuhe oder ähnliche Bretter
zum Gehen oder Gleiten auf Schnee und Eis umfassen. Alle diese Gegenstände oder Teile
davon werden als Ski bzw. Teile von Skiern im Sinne dieser Erfindung angesehen.
[0012] Vorzugsweise kann das elastische Element wenigstens eine Feder sein. Die Verwendung
einer Feder als elastisches Element kann auf vorteilhafte Weise zu einer kompakten
Bauweise der Ferseneinheit führen und kann zudem ein gutes Verhältnis zwischen geringem
Bauraum und hoher Stabilität der Anordnung bieten.
[0013] Außerdem kann bevorzugt das elastische Element eine Feder, insbesondere eine Druckfeder,
sein, deren Federachse die vertikale Drehachse, insbesondere in einem rechten Winkel,
schneidet. Schneidet die Federachse einer Feder, insbesondere Druckfeder die vertikale
Drehachse, insbesondere auf Höhe einer halben Erstreckung der Federkann eine äußerst
kompakte Bauform der Ferseneinheit erreicht werden, da die gesamte Anordnung fast
ausschließlich auf die Länge der Feder begrenzt ist. Ein Fehlen eines Zapfens bzw.
Pfostens führt zu weniger Gewicht. Eine Druckfeder ist eine besonders kompakte und
stabile Art einer Feder, welche darüber hinaus beständig gegenüber Bauteilversagen
ist.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann der Bindungskörper
wenigstens zwei Gehäuseteile umfassen, welche eine Aufnahme für das elastische Element
bilden, wobei wenigstens ein Gehäuseteil in Bezug auf das andere Gehäuseteil, insbesondere
in einer Mittenposition des Bindungskörpers in der Eingriffsstellung in einer Skilängsrichtung,
verschiebbar ist und sich ein erstes Ende des elastischen Elements direkt oder indirekt
an einem ersten der beiden Gehäuseteile abstützt, während sich ein dem ersten Ende
entgegengesetztes zweites Ende des elastischen Elements direkt oder indirekt an dem
anderen der beiden Gehäuseteile abstützt. Eine derartige Anordnung kann auf vorteilhafte
Weise eine Komprimierung des elastischen Elements gewährleisten, welche für ein Bereitstellen
von Auslösekräften erforderlich ist. Unter einer indirekten Abstützung ist hier zu
verstehen, dass sich die Federenden auch an in Bezug auf eines der beiden Gehäuseteile
feststehenden Bauteilen abstützen können.
[0015] Umfasst der Bindungskörper wenigstens zwei Gehäuseteile, kann insbesondere eines
der beiden Gehäuseteile entlang einer der Basis zugeordneten Kulissenführung derart
geführt sein, dass bei einer Drehung des Bindungskörpers um die vertikale Drehachse
der Abstand des direkt oder indirekt an diesem Gehäuseteil abgestützten Endes des
elastischen Elements zur vertikalen Drehachse in einer Mittenposition des Bindungskörpers
in der Eingriffsstellung der Ferseneinheit größer ist als in einer Auslöseposition
des Bindungskörpers, welche eine Übergangsposition zwischen der Eingriffsstellung
und der Freigabestellung der Ferseneinheit ist. Ein Vorsehen einer einem der beiden
Gehäuseteile zugeordneten Kulissenführung erlaubt eine Einstellung der Auslösekurve,
sprich der Verlaufskurve der bei einer Auslösung der Ferseneinheit bzw. der Verstellung
zwischen der Eingriffsstellung und der Freigabestellung wirkenden Kräfte. Durch eine
Veränderung der Geometrie einer derartigen Kulissenführung, insbesondere durch verschieden
steile Winkel der Kulissenfläche kann eine derartige Auslösekurve wunschgemäß angepasst
werden.
[0016] Zudem ist es als vorteilhaft anzusehen, wenn bei einer Drehung des Bindungskörpers
um die vertikale Drehachse der Abstand des Endes des elastischen Elements, welches
direkt oder indirekt an dem von der Kulissenführung geführten Gehäuseteil abgestützt
ist, zur vertikalen Drehachse von der Mittenposition zu der Auslöseposition des Bindungskörpers
allmählich kleiner wird. Auf diese Weise soll eine Kraft bei der Verstellung zwischen
der Eingriffsstellung und der Freigabestellung zu der Freigabestellung hin größer
werden. Dadurch können zum Beispiel Fehlauslösungen und ein ungewolltes Lösen der
Ferseneinheit vom Skischuh durch auf Unebenheiten des Untergrunds zurückzuführende
Schläge oder dergleichen verhindert werden.
[0017] Bevorzugt kann die Ferseneinheit ferner ein Anschlagselement umfassen, welches dazu
eingerichtet ist, ein Lösen der zueinander verschiebbaren Gehäuseteile zu verhindern.
Durch ein Bereitstellen eines derartigen Anschlagselements, welches zum Beispiel in
Form eines Sicherungsstifts vorliegen kann, können auch nach einer Auslösung der Ferseneinheit
und/oder einem Lösen des Eingriffs zwischen der Ferseneinheit und dem Fersenabschnitt
des Skischuhs bzw. bei einer Überdrehung des Bindungskörpers um die vertikale Drehachse
über die Freigabestellung hinaus die zueinander beweglichen Gehäuseteile sowie auch
andere Bauteile der Ferseneinheit zusammengehalten werden.
[0018] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann die
Ferseneinheit ferner eine Mittenzentrierung umfassen, welche dazu eingerichtet ist,
den Bindungskörper in der Eingriffstellung in eine Mittenposition vorzuspannen, bis
eine auf die Eingriffsmittel des Bindungskörpers wirkende Kraft einen vorbestimmten
Schwellenwert überschreitet. Eine Mittenzentrierung, welche zum Beispiel als ein an
der Basis vorgesehener oder basisfester Vorsprung oder eine Vertiefung bereitgestellt
sein kann, kann für eine besonders benutzerfreundliche Anordnung sorgen. Ein derartiger
Vorsprung oder eine derartige Vertiefung kann mit einer komplementären Vertiefung
oder einem komplementären Vorsprung zusammenwirken, um den Bindungskörper in der Eingriffstellung
in eine Mittenposition vorzuspannen bzw. zentriert zu halten. Durch eine solche Anordnung
kann der Bindungskörper ohne größere Krafteinwirkung auf die Eingriffsmittel des Bindungskörpers
oder den Bindungskörper selbst in Mittenposition zentriert gehalten werden, was zum
Beispiel einen Einstieg in die Ferseneinheit erleichtert.
[0019] Weiterhin kann bevorzugt eine Vorspannung des elastischen Elements durch Einstellmittel
einstellbar sein. Dadurch können zum Beispiel für verschieden schwere Benutzer oder
Benutzer mit unterschiedlich sportlicher Fahrweise verschiedene Auslösekräfte eingestellt
werden, indem das elastische Element für höhere Auslösekräfte stärker und für niedrigere
Auslösekräfte weniger stark vorgespannt wird. Derartige Einstellmittel können zum
Beispiel in Form einer einfachen Gewindeschraube bereitgestellt sein, an welcher sich
ein Ende des elastischen Elements direkt oder indirekt abstützen kann.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer bevorzugten Ausführungsform unter Bezugnahme
auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Im Einzelnen zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht einer Ferseneinheit für eine Skibindung gemäß der bevorzugten
Ausführungsform in einer Eingriffstellung eines Bindungskörpers der Ferseneinheit.
- Figur 2
- eine Seiten-Schnittansicht der Ferseneinheit gemäß der bevorzugten Ausführungsform
entlang einer zu einer Skiebene orthogonalen Mittelebene der Ferseneinheit in einer
Mittenposition der Eingriffsstellung.
- Figur 3
- eine Schnittansicht der Ferseneinheit gemäß der bevorzugten Ausführungsform entlang
einer Linie A-A in Figur 2 in der Mittenposition der Eingriffsstellung.
- Figur 4
- eine Schnittansicht der Ferseneinheit gemäß der bevorzugten Ausführungsform entlang
der Linie A-A in Figur 2 in einer Auslöseposition zwischen der Eingriffsstellung und
einer Freigabestellung des Bindungskörpers.
- Figur 5
- eine Schnittansicht der Ferseneinheit gemäß der bevorzugten Ausführungsform entlang
einer Linie B-B in Figur 2 in einer Endposition zweier zueinander verschiebbarer Gehäuseteile.
- Figur 6
- eine Schnittansicht der Ferseneinheit gemäß der bevorzugten Ausführungsform entlang
der Linie C-C in Figur 2 in der Mittenposition der Eingriffsstellung.
- Figur 7
- eine Schnittansicht der Ferseneinheit gemäß der bevorzugten Ausführungsform entlang
einer Linie C-C in Figur 2 in der Auslöseposition des Bindungskörpers, wobei eine
Abdeckung ausgeblendet ist.
- Figur 8
- eine Explosions-Schnittansicht der Ferseneinheit gemäß der bevorzugten Ausführungsform
entlang der Linie C-C in Figur 2 in der Mittenposition der Eingriffsstellung.
[0021] Eine Ferseneinheit 10 der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist in Figur
1 perspektivisch und in Figur 2 in einer Seiten-Schnittansicht durch eine Mittelebene
der Ferseneinheit 10 dargestellt.
[0022] Die Ferseneinheit 10 der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst eine Basis
12 mit einer Befestigungsanordnung 14 zur Befestigung an einer Skioberfläche. Bei
der vorliegenden Ausführungsform kann die Befestigungsanordnung durch drei Montagelöcher
14 verwirklicht sein, durch welche Befestigungsschrauben hindurchgeführt und in Löcher
geschraubt werden können, welche bei der Montage der Ferseneinheit 10 auf einen Ski
in der Skioberfläche zu bohren sind. Insbesondere können zwei vordere Montagelöcher
14 (siehe z. B. Figur 1) und ein hinteres Montageloch 14 (siehe z. B. Figur 2) vorgesehen
sein, jedoch sind auch viele andere Montagelochanordnungen denkbar.
[0023] Die Ferseneinheit 10 ist verstellbar zwischen einer Eingriffsstellung, in welcher
sie einen Fersenabschnitt eines mit der Ferseneinheit 10 zu koppelnden Skischuhs in
Eingriff nimmt, und einer Freigabestellung, in welcher sie den Fersenabschnitt des
Skischuhs freigibt, und umfasst weiterhin einen Bindungskörper 16, welcher Eingriffsmittel
18a, 18b zum in Eingriff nehmen des Fersenabschnitts des Skischuhs aufweist. Die Eingriffsmittel
können insbesondere durch zwei vorstehende Stifte 18a, 18b verwirklicht sein, welche
zum in Eingriff nehmen des Fersenabschnitts des Skischuhs in darin vorgesehene Kerben
eingreifen. Diese Stifte 18a, 18b können einzeln ausgebildet sein oder, wie in der
vorliegenden Ausführungsform, an einem Ende verbunden und damit gabelartig bereitgestellt
sein. Der Bindungskörper 16 ist zur Verstellung zwischen der Eingriffsstellung und
der Freigabestellung der Ferseneinheit um eine in Figur zwei eingezeichnete, zu einer
durch die Skioberfläche definierte Skiebene im Wesentlichen orthogonale, vertikale
Drehachse V drehbar an der Basis 12 gelagert.
[0024] Die Ferseneinheit 10 umfasst ferner ein elastisches Element 20, welches im Wesentlichen
parallel zu der Skiebene und orthogonal zu der vertikalen Drehachse V angeordnet ist
und den Bindungskörper 16 in die Eingriffsstellung der Ferseneinheit 10 vorspannt.
Das elastische Element 20 kann insbesondere in Form einer Druckfeder 20 vorliegen
und in einer durch den Bindungskörper 16 gebildeten Federaufnahme aufgenommen sein.
[0025] Wie insbesondere in den Figuren 4, 5 und 7 zu erkennen ist, dreht sich das elastische
Element 20 bei der Verstellung zwischen der Eingriffsstellung und der Freigabestellung
zusammen mit dem Bindungskörper 16 um die vertikale Drehachse V. Zudem erstreckt sich
das elastische Element 20, wie am besten in den Figuren 2, 6 und 7 zu sehen ist, derart
über die vertikale Drehachse V hinweg, dass es an zwei Seiten über die vertikale Drehachse
V hinausragt.
[0026] Liegt das elastische Element 20 in Form einer Feder, insbesondere Druckfeder vor,
kann anders ausgedrückt eine Federachse C-C der Feder 20 die vertikale Drehachse V,
insbesondere im Wesentlichen rechtwinklig, schneiden.
[0027] Die Ferseneinheit 10 kann außerdem eine Steighilfe 22 umfassen, die verstellbar ist
zwischen einer aktiven Stellung, in welcher sie einen Sohlenabschnitt des Skischuhs
in einer vorbestimmten Höhe über der Skiebene abstützt, und einer inaktiven Stellung,
in welcher sie den Sohlenabschnitt nicht abstützt. Zur Verstellung zwischen der aktiven
Stellung und der inaktiven Stellung kann die Steighilfe 22 an einer Achse 23 an der
Ferseneinheit 10, insbesondere am Bindungskörper 16 der Ferseneinheit 10 schwenkbar
gelagert sein. Sowohl in Figur 1 als auch in Figur 2 ist die Steighilfe 22 in ihrer
inaktiven Stellung dargestellt.
[0028] Der Bindungskörper 16 kann wenigstens zwei Gehäuseteile 16a, 16b umfassen, welche
eine Aufnahme für das elastische Element 20 bilden. Ein Gehäuseteil 16a kann dabei
in Bezug auf das andere Gehäuseteil 16b verschiebbar sein und ein erstes Ende 20a
des elastischen Elements 20 kann sich direkt oder indirekt an einem ersten der beiden
Gehäuseteile 16a abstützen, während sich ein dem ersten Ende 20a entgegengesetztes
zweites Ende 20b des elastischen Elements 20 direkt oder indirekt an dem anderen 16b
der beiden Gehäuseteile 16a, 16b abstützen kann. Bei der bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung können ein erstes, vorderes Gehäuseteil 16a und ein zweites,
hinteres Gehäuseteil 16b bereitgestellt sein. Zwischen dem ersten 16a und dem zweiten
16b Gehäuseteil kann das elastische Element 20 in Form einer Druckfeder 20 aufgenommen
sein, so dass sich ein nach vorne weisendes erstes Ende 20a der Druckfeder 20 an einer
inneren Fläche des ersten Gehäuseteils 16a abstützt und sich ein nach hinten weisendes
zweites Ende 20b der Druckfeder 20 an einer Innenfläche einer mit dem zweiten Gehäuseteil
16b gekoppelten Federhülse 17 abstützt. Auf diese Weise können die beiden Gehäuseteile
16a, 16b durch die Druckfeder 20 voneinander weg gedrückt werden. In der bevorzugten
Ausführungsform kann das hintere Gehäuseteil 16b schwenkbar um die vertikale Drehachse
V gelagert sein und das vordere Gehäuse 16a auch schwenkbar um die vertikale Drehachse
V gelagert, jedoch zusätzlich in Bezug auf das hintere Gehäuseteil 16b verschiebbar
sein. Dadurch ist das hintere Gehäuseteil 16b in einer Längsrichtung fixiert und das
vordere Gehäuseteil 16a wird nach vorne gedrückt. Um die Verschiebung des vorderen
Gehäuseteils 16a des Bindungskörpers 16 in der Mittenposition zu begrenzen und eine
notwendige Stabilität bereitzustellen, kann eine Abdeckung 40, insbesondere aus Blech,
bereitgestellt sein, welche die vorderen Montagelöcher 14 aufweisen kann, durch welche
die Ferseneinheit 10 an dem Ski befestigt werden kann. Ein vorderer Nocken des vorderen,
ersten Gehäuseteils 16a kann direkt gegen diese Abdeckung 40 gedrückt werden, um die
Verschiebung des Gehäuseteils 16a nach vorne zu begrenzen, es kann aber auch ein zusätzliches
Zwischenstück, insbesondere aus einem Kunststoff, vorgesehen sein, welches zwischen
das vordere Gehäuseteil 16a und die Abdeckung 40 geschaltet ist.
[0029] In Figur 3 ist eine Schnittansicht der Ferseneinheit 10 gemäß der bevorzugten Ausführungsform
entlang einer Linie A-A in Figur 2 in der Mittenposition der Eingriffsstellung gezeigt,
in Figur 4 ist eine Schnittansicht der Ferseneinheit 10 gemäß der bevorzugten Ausführungsform
entlang der Linie A-A in Figur 2 in einer Auslöseposition zwischen der Eingriffsstellung
und einer Freigabestellung des Bindungskörpers 16 gezeigt und in Figur 5 ist eine
Schnittansicht der Ferseneinheit 10 gemäß der bevorzugten Ausführungsform entlang
einer Linie B-B in Figur 2 in einer Endposition zweier zueinander verschiebbarer Gehäuseteile
16a, 16b gezeigt. In Figur 6 ist eine Schnittansicht der Ferseneinheit 10 gemäß der
bevorzugten Ausführungsform entlang der Linie C-C in Figur 2 in der Mittenposition
der Eingriffsstellung gezeigt, in Figur 7 ist eine Schnittansicht der Ferseneinheit
10 gemäß der bevorzugten Ausführungsform entlang einer Linie C-C in Figur 2 in der
Auslöseposition des Bindungskörpers 16 gezeigt, wobei eine Abdeckung 40 ausgeblendet
ist, und in Figur 8 ist eine Explosions-Schnittansicht der Ferseneinheit 10 gemäß
der bevorzugten Ausführungsform entlang der Linie C-C in Figur 2 in der Mittenposition
der Eingriffsstellung gezeigt.
[0030] Eines der beiden Gehäuseteile 16a, 16b kann entlang einer der Basis 12 zugeordneten
Kulissenführung 30 derart geführt sein, dass bei einer Drehung des Bindungskörpers
16 um die vertikale Drehachse V der Abstand des direkt oder indirekt an diesem Gehäuseteil
16a abgestützten Endes 20a des elastischen Elements 20 zur vertikalen Drehachse V
in einer Mittenposition des Bindungskörpers 16 in der Eingriffsstellung der Ferseneinheit
10 größer ist als in einer Auslöseposition des Bindungskörpers 16, welche eine Übergangsposition
zwischen der Eingriffsstellung und der Freigabestellung der Ferseneinheit 10 ist.
Zusätzlich kann dabei bei einer Drehung des Bindungskörpers 16 um die vertikale Drehachse
V der Abstand des Endes 20a des elastischen Elements 20, welches direkt oder indirekt
an dem von der Kulissenführung 30 geführten Gehäuseteil 16a abgestützt ist, zur vertikalen
Drehachse V von der Mittenposition zu der Auslöseposition des Bindungskörpers 16 allmählich
kleiner werden, sprich das elastische Element 20 wird komprimiert. Vorzugsweise ist
der Abstand des Endes 20a des elastischen Elements 20, welches an dem von der Kulissenführung
30 geführten vorderen Gehäuseteil 16a abgestützt ist, zur vertikalen Drehachse V in
der in den Figuren 3 und 6 dargestellten Mittenposition groß, sprich, die Feder wird
wenig komprimiert und es wirken vergleichsweise geringere Kräfte, in der in den Figuren
4 und 7 gezeigten Auslöseposition minimal, sprich, die Feder wird stark komprimiert
und es wirken die größten Kräfte, und in der in Figur 5 gezeigten Position, in welcher
der Bindungskörper 16 in Bezug auf die Basis über die Freigabestellung bzw. die Auslöseposition
hinaus gedreht ist, maximal, sprich, die Feder wird am wenigsten komprimiert und es
wirken die geringsten Kräfte.
[0031] In Figur 5 ist zu sehen, dass die Ferseneinheit 10 ferner Anschlagselement 34 umfassen
kann, welches dazu eingerichtet ist, ein Lösen der zueinander verschiebbaren Gehäuseteile
16a, 16b zu verhindern. Ein derartiges Anschlagselements 34 kann zum Beispiel in Form
eines Sicherungsstifts 34 vorliegen, welcher auch nach einer Auslösung der Ferseneinheit
10 und/oder einem Lösen des Eingriffs zwischen der Ferseneinheit 10 und dem Fersenabschnitt
des Skischuhs bzw. bei einer in Figur 5 dargestellten Überdrehung des Bindungskörpers
um die vertikale Drehachse V über die Freigabestellung hinaus die zueinander beweglichen
Gehäuseteile 16a, 16b der Ferseneinheit 10 zusammenhalten kann.
[0032] In Figur 3 ist zu sehen, dass die Ferseneinheit 10 ferner eine Mittenzentrierung
32 umfassen kann, welche dazu eingerichtet ist, den Bindungskörper 16 in der Eingriffstellung
in eine Mittenposition vorzuspannen, bis eine auf die Eingriffsmittel 18a, 18b des
Bindungskörpers 16 wirkende Kraft einen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet.
Die Mittenzentrierung 32 kann zum Beispiel als ein an der Basis 12 vorgesehener oder
basisfester Vorsprung 32 oder als eine Vertiefung bereitgestellt sein. Ein derartiger
Vorsprung 32 oder eine derartige Vertiefung kann mit einer komplementären Vertiefung,
insbesondere in dieser Ausführungsform der Kulissenführung 30, oder einem komplementären
Vorsprung zusammenwirken, um den Bindungskörper 16 in der Eingriffstellung in eine
Mittenposition vorzuspannen bzw. zentriert zu halten.
[0033] Insbesondere in Figur 8 ist zu sehen, dass eine Vorspannung des elastischen Elements
20 durch Einstellmittel 17 einstellbar sein kann. Derartige Einstellmittel 17 können
zum Beispiel in Form einer einfachen Gewindeschraube 17 bereitgestellt sein, welches,
wie aus der Explosionsdarstellung in Figur 8 erkennbar, in ein Gewinde des zweiten
Gehäuseteils 16b geschraubt werden kann. An einer inneren Seite einer solchen Einstellschraube
17, die insbesondere als Hülse bzw. Federhülse ausgebildet sein kann, kann sich ein
Ende 20b des elastischen Elements 20 direkt abstützen.
1. Ferseneinheit (10) für eine Skibindung, insbesondere eine Tourenbindung, wobei die
Ferseneinheit (10) verstellbar ist zwischen einer Eingriffsstellung, in welcher sie
einen Fersenabschnitt eines mit der Ferseneinheit (10) zu koppelnden Skischuhs in
Eingriff nimmt, und einer Freigabestellung, in welcher sie den Fersenabschnitt des
Skischuhs freigibt, und wobei die Ferseneinheit (10) umfasst:
eine Basis (12), welche eine Befestigungsanordnung (14) zur Befestigung an einer Skioberfläche
aufweist,
einen Bindungskörper (16), welcher Eingriffsmittel (18a, 18b) zum in Eingriff nehmen
des Fersenabschnitts des Skischuhs aufweist, wobei der Bindungskörper (16) zur Verstellung
zwischen der Eingriffsstellung und der Freigabestellung der Ferseneinheit um eine
zu einer durch die Skioberfläche definierte Skiebene im Wesentlichen orthogonale,
vertikale Drehachse (V) drehbar an der Basis (12) gelagert ist, und
ein elastisches Element (20), welches im Wesentlichen parallel zu der Skiebene und
orthogonal zu der vertikalen Drehachse (V) angeordnet ist und den Bindungskörper (16)
in die Eingriffsstellung der Ferseneinheit (10) vorspannt,
dadurch gekennzeichnet, dass sich das elastische Element (20) bei der Verstellung zwischen der Eingriffsstellung
und der Freigabestellung zusammen mit dem Bindungskörper (16) um die vertikale Drehachse
(V) dreht und
dass sich das elastische Element (20) über die vertikale Drehachse (V) hinweg erstreckt,
so dass es an zwei Seiten über die vertikale Drehachse (V) hinausragt.
2. Ferseneinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Element (20) wenigstens eine Feder (20) ist.
3. Ferseneinheit nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das elastische Element (20) eine Feder (20), insbesondere eine Druckfeder (20), ist,
deren Federachse die vertikale Drehachse (V), insbesondere in einem rechten Winkel,
schneidet.
4. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bindungskörper (16) wenigstens zwei Gehäuseteile (16a, 16b) umfasst, welche eine
Aufnahme für das elastische Element (20) bilden, wobei wenigstens ein Gehäuseteil
(16a) in Bezug auf das andere Gehäuseteil (16b), insbesondere in einer Mittenposition
des Bindungskörpers in der Eingriffsstellung in einer Skilängsrichtung, verschiebbar
ist und sich ein erstes Ende (20a) des elastischen Elements (20) direkt oder indirekt
an einem ersten der beiden Gehäuseteile (16a) abstützt, während sich ein dem ersten
Ende (20a) entgegengesetztes zweites Ende (20b) des elastischen Elements (20) direkt
oder indirekt an dem anderen (16b) der beiden Gehäuseteile (16a, 16b) abstützt.
5. Ferseneinheit nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eines (16a) der beiden Gehäuseteile (16a, 16b) entlang einer der Basis (12) zugeordneten
Kulissenführung (30) derart geführt ist, dass bei einer Drehung des Bindungskörpers
(16) um die vertikale Drehachse (V) der Abstand des direkt oder indirekt an diesem
Gehäuseteil (16a) abgestützten Endes (20a) des elastischen Elements (20) zur vertikalen
Drehachse (V) in einer Mittenposition des Bindungskörpers (16) in der Eingriffsstellung
der Ferseneinheit (10) größer ist als in einer Auslöseposition des Bindungskörpers
(16), welche eine Übergangsposition zwischen der Eingriffsstellung und der Freigabestellung
der Ferseneinheit (10) ist.
6. Ferseneinheit nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Drehung des Bindungskörpers (16) um die vertikale Drehachse (V) der Abstand
des Endes (20a) des elastischen Elements (20), welches direkt oder indirekt an dem
von der Kulissenführung (30) geführten Gehäuseteil (16a) abgestützt ist, zur vertikalen
Drehachse (V) von der Mittenposition zu der Auslöseposition des Bindungskörpers (16)
allmählich kleiner wird.
7. Ferseneinheit nach einem der Ansprüche 4 bis 6, ferner umfassend ein Anschlagselement
(34), welches dazu eingerichtet ist, ein Lösen der zueinander verschiebbaren Gehäuseteile
(16a, 16b) zu verhindern.
8. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, ferner umfassend eine Mittenzentrierung
(32), welche dazu eingerichtet ist, den Bindungskörper (16) in der Eingriffstellung
in eine Mittenposition vorzuspannen, bis eine auf die Eingriffsmittel (18a, 18b) des
Bindungskörpers (16) wirkende Kraft einen vorbestimmten Schwellenwert überschreitet.
9. Ferseneinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorspannung des elastischen Elements (20) durch Einstellmittel (17) einstellbar
ist.