[0001] Die Erfindung betrifft eine Befestigungsvorrichtung in einer ein- oder mehrteiligen
Metall-, Edelstahl- oder Kunststoffausführung zur Verbindung mit mindestens einer
Verbundsicherheitsglasscheibe, deren Aufbau aus mindestens zwei oder mehreren Flachglasscheiben
besteht, die dauerhaft durch PVB-Folien oder gleichwertig untereinander verbunden
sind. Ebenso betrifft die Erfindung ein Verfahren zur dauerhaften Befestigung von
Beschlägen oder Beschlagteilen an Sicherheitsglasscheiben. Ferner geht es um eine
Sicherheitsglasscheibe, bestehend aus mindestens zwei durch eine PVB-Folie oder gleichwertig
miteinander verbundenen Flachglasscheiben, mit auf den gegenüberliegenden Glasoberflächen
anordbaren Beschlägen oder Beschlagteilen, in deren Befestigungsbereich Bohrungen
oder Glasausschnitte vorhanden sind. Auch zu der Ausbildung mindestens eines von der
Dickentoleranz von Sicherheitsglasscheiben unabhängigem und druckfesten Distanzelementes
in mindestens einer Ausnehmung oder mindestens einer Ausnehmungsstruktur bei Verbundsicherheitsglasscheiben,
deren Oberflächen bereichsweise in Kontakt mit angebrachten Beschlagteilen oder Beschlägen
kommen, umfasst die Erfindung.
[0002] In der
DE 199 01 513 A1 wird ein Beschlag für ein rahmenloses Glaselement beschrieben, bei dem eine Befestigungseinrichtung
vorgesehen ist, damit das Glaselement unverrückbar mit dem Beschlag verbunden ist.
Das Glaselement ist dabei als Sicherheitsglas ausgebildet, bei dem zwei Flachglasscheiben
durch eine elastische Folie miteinander verbunden sind.
[0003] Die
EP 3 029 239 A1 offenbart einen Eckbeschlag für ein auf einen Drehpunkt und/oder einer Achse anordbares
Türelement aus VSG-Sicherheitsglas aus zwei Beschlagteilen, welche jeweils zumindest
bereichsweise einen Anlageabschnitt aufweisen. Ferner ist ein Kanalsystem vorhanden,
um ein Klebemedium von außen in den Einspannbereich einzubringen, wodurch eine stoffschlüssige
Verbindung zwischen dem Türelement und einem Teil der Beschlagteile erreicht wird.
[0004] Verbundsicherheitsglas besteht aus mindestens zwei Flachglasscheiben, die mit einer
elastischen, reißfesten Hochpolymerfolie miteinander dauerhaft verbunden sind. Durch
diese Hochpolymerfolien, mit der Abkürzung PVB, wird erreicht, dass die miteinander
verbundenen, einzelnen Flachglasscheiben bei einem Bruch der Glasscheiben an der Folie
haften bleiben. Dadurch wird insgesamt eine Resttragfähigkeit erreicht, um durch Bruchstücke
der Glasscheiben Schnitt- oder Stichverletzungen zu vermeiden. Eine solche Sicherheitsglasscheibe
kann als ein splitterbindendes Glas bezeichnet werden, weil das Glas bei äußerer mechanischer
Überbelastung zwar in der Fläche bricht, die Bruchstücke jedoch an der PVB-Folie haften
bleiben.
[0005] Bei der Verbindung derartiger Verbundsicherheitsglasscheiben durch Befestigungsvorrichtungen
oder Beschläge oder Beschlagteile, die auf den Oberflächen der Verbundsicherheitsglasscheiben
aufliegen und durch Verschraubungen untereinander verbunden sind, kommt es im Laufe
der Betriebszeit zu einem gewissen Schwinden der Folie, was bedeutet, dass sich die
mit dem ursprünglichen Befestigungsdrehmoment gegeneinander gezogenen Befestigungsvorrichtungen
oder dergleichen lockern können. Dieses liegt daran, dass sich aufgrund der Druckbelastungen
auf den Oberflächen der Glasscheiben die PVB-Folie verformt oder auch in Verbindung
mit großen Temperaturschwankungen diese Lockerung der Beschlagteile eintreten kann.
Dieses ist ein Sicherheitskriterium, was dazu führt, dass zwar die Verbundsicherheitsglasscheiben
nicht zu Bruch gehen, doch je nach Ausführung der Befestigungsvorrichtungen oder dergleichen
kann es zu unerwünschten Losstellungen kommt.
[0006] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung diese Probleme abzustellen und einen dauerhaften
Verbindungsverbund zwischen einem Beschlag oder Beschlagteilen und mindestens einer
Verbundsicherheitsglasscheibe sicherzustellen.
[0007] Die Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1, 8 und 10 gelöst. Die sich jeweils
an die nebengeordneten Ansprüche anschließenden Unteransprüche geben dabei eine weitere
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Gedankens wieder.
[0008] Um den Kontaktbereich der Befestigungsvorrichtung oder dergleichen im Bereich der
Anschlagung bei Verbundsicherheitsglasscheiben gegen Lockerungen dauerhaft zu sichern
und damit bei einem Glasbruch die Resttragfähigkeit aus Gründen der Sicherheit zu
erhöhen, wird in mindestens eine der Bohrungen oder der Glasausschnitte der Verbundsicherheitsglasscheiben
zwischen den vormontierten und mit einem Anfangsdrehmoment festgesetzten Beschlagvorrichtungen
oder dergleichen, eine aushärtbare, chemische Injektionsaufbaumasse eingebracht. Nach
einer Reaktionszeit, der als Ein- oder Mehrkomponenten ausgeführten chemischen Injektionsaufbaumasse,
entsteht zwischen der Befestigungsvorrichtung oder dergleichen aus der Injektionsaufbaumasse
ein druckfestes Distanzelement. Durch das anfangs ausgeführte Anfangsdrehmoment, welches
unterhalb des Befestigungsdrehmomentes liegt, wird quasi zwischen den gegenüberstehenden
Beschlagvorrichtung oder dergleichen das Maß für das durch die chemische Injektionsaufbaumasse
entstehende Distanzelement geschaffen. Nach dem Aushärten der chemischen Injektionsaufbaumasse
bildet somit das Distanzelement gegen den Befestigungsdruck der Beschlagvorrichtung
oder dergleichen ein dauerhaft bestehendes Distanzelement. Erst nach der Aushärtung
der eingebrachten chemischen Injektionsaufbaumasse wird dann das für die Befestigung
der Befestigungsvorrichtung oder dergleichen notwendige Befestigungsdrehmoment über
die Befestigungsschrauben ausgeübt. Das Nachziehen der Befestigungsschrauben mit dem
erforderlichen Befestigungsdrehmoment bildet die Sicherheit, dass sich die Befestigungsvorrichtung
oder dergleichen an der Verbundsicherheitsglasscheibe dauerhaft nicht verändern kann.
Gleichzeitig bildet die ausgehärtete Aufbaumasse nicht nur ein Distanzelement, sondern
sichert auch insgesamt die Verbundsicherheitsglasscheibe gegen spätere Veränderungen
im Befestigungsbereich.
[0009] Die chemische Injektionsaufbaumasse wird durch mindestens einen äußeren Zugang in
der Befestigungsvorrichtung oder dergleichen sowohl in dem Bereich der Bohrungen als
auch der Glasausschnitte und anderer dazwischen befindlichen Ausnehmungsstrukturen
der Beschläge oder dergleichen von außen eingebracht und kann sich dann in den Öffnungen
in der Verbundsicherheitsglasscheibe verteilen. Dadurch entsteht neben der Verschraubung
quasi eine weitere Befestigung, nämlich durch einen Stoffschluss. Der Stoff ist dabei
die chemische Injektionsaufbaumasse, die sich innerhalb der Freiräume zwischen der
Verbundsicherheitsglasscheibe und den Befestigungsvorrichtungen oder dergleichen verteilt.
Durch eine derartige Einbringung der chemischen Injektionsaufbaumasse sind auf die
Verbundsicherheitsglasscheibe keine zusätzlichen Kraftausübungen, beispielsweise in
Form von Spreizkräften, zu erwarten.
[0010] Eine derartige Verbindung von Befestigungsvorrichtungen oder dergleichen mit Verbundsicherheitsglasscheiben
der vorgenannten Art kann bei allen möglichen Ausführungen von Befestigungsvorrichtungen
oder dergleichen, die auf den gegenüberliegenden Oberflächen der Sicherheitsglasscheibe
angebracht werden, ausgeführt werden. Hierzu zählen insbesondere sowohl Drehtürbeschläge
als auch grundsätzlich Türblätter oder Überkopf- Verglasungen neben abstehenden oder
hängenden Seitenverglasungen.
[0011] Alle zur Verwendung kommenden Befestigungsvorrichtungen oder Beschlagteile können
dabei in ein- oder mehrteiliger Ausführung in Metall, Edelstahl oder Kunststoff, auch
in einem Kunststoffverband, ausgeführt werden.
[0012] Die Anwendung einer derartigen stoffschlüssigen, nach der Aushärtung druckfesten
Aufbaumasse als Distanzelement wird in den nachfolgenden, schematisch angegebenen,
beispielhaften Ausführungsbeispielen näher erläutert.
- Figur 1
- Ein Drehtürbeschlag zur Verbindung an einem Türelement;
- Figur 2
- wie Figur 1, jedoch mit aufgesetztem Drehtürbeschlag;
- Figur 3
- eine Schnittdarstellung durch den Bereich des aufgesetzten Drehtürbeschlages;
- Figur 4
- eine Ausführungsform einer Befestigungsvorrichtung durch Beschläge in Verbindung mit
einem feststehenden Seitenteil;
- Figur 5
- eine mögliche Ausführungsform von innerhalb der Verbundsicherheitsglasscheiben vorhandenen
Glasausschnitten und Bohrungen;
- Figur 6
- wie Figur 5, jedoch mit aufgesetzten Beschlagteilen;
- Figur 7
- wie Figur 6, jedoch von der Rückseite betrachtet;
- Figur 8
- die Darstellung der chemischen Injektionsaufbaumasse zwischen zwei Verbundsicherheitsglasscheiben.
[0013] Bei dem Ausführungsbeispiel der Figuren 1 bis 3 wird ein Drehtürbeschlag 1 mit einem
Türblatt 2, das aus einem Verbundsicherheitsglas besteht, bereichsweise dargestellt.
In dem Ausführungsbeispiel besteht das Türblatt 2 aus zwei nicht näher bezeichneten
Flachglasscheiben, die in einem Fertigungsprozess mit einer PVB-Folie 3 dauerhaft
untereinander verbunden worden sind. Dabei sind in dem Türblatt 2 Glasausschnitte
4 dargestellt, um den Drehtürbeschlag 1 über Befestigungsschrauben 6 dauerhaft mit
dem Türblatt 2 zu verbinden.
[0014] In der Figur 2 wird der Drehtürbeschlag 1 in seiner Montageposition mit dem Türblatt
2 dargestellt. Die Befestigungsschrauben 6 werden hier in dieser Darstellung noch
nicht gezeigt. Bei der Vormontage des Drehtürbeschlages 1 werden die Befestigungsschrauben
nur mit einem geringeren Drehmoment als in der Gebrauchsausführung angezogen. Es kann
aber auch beispielsweise über die Bohrungen 8, bzw. über seitliche Zugänge 14, mittels
einer Düse 7 punktgenau eine chemische Injektionsaufbaumasse in alle Freiräume zwischen
dem Drehtürbeschlag 1 eingebracht werden. Diese Vorgehensweise zeigt in einer schematischen
Darstellung die Figur 3, wobei der grau angelegte Bereich in den Zeichnungen mit der
chemischen Injektionsaufbaumasse über die Düse 7 ausgefüllt wurde. Nach dem Aushärten
der chemischer Aufbaumasse kann ein Stoffschluss, sowohl mit der Verbundsicherheitsglasscheibe,
als auch mit den Beschlagteilen erzielt werden. Über die Befestigungsschrauben 6 wird
das Anschlagen des Drehtürbeschlages 1 mit dem notwendigen Benutzungsdrehmoment ausgeführt.
[0015] Das Ausführungsbeispiel der Figur 4 zeigt neben dem Türblatt 2 auch ein Seitenteil
10 und ein Oberlicht 9, diese Teile bestehen alle aus Verbundsicherheitsglasscheiben.
Oberhalb des Drehtürbeschlages 1 ist ein Glasbeschlag 11 dargestellt worden, der in
diesem Zustand durch seitliche Abdeckungen 12 verschlossen ist. Unter den Abdeckungen
12 befinden sich auf jeder Seite sowohl des Seitenteiles 10 als auch des Oberlichtes
9, jeweils Befestigungsteile des Glasbeschlages 11, was den Figuren 6 und 7 entnommen
werden kann. Diese beiden Befestigungsteile auf den Oberflächen des, als Verbundsicherheitsglas
ausgeführten Seitenteiles 10 und des Oberlichtes 9, sind untereinander durch Befestigungsschrauben
13 miteinander verbindbar.
[0016] Um eine gebrauchsfertige Verbindung ausführen zu können, ist es notwendig, dass sowohl
in dem Seitenteil 10 als auch in dem Oberlicht 9 entsprechende Bohrungen oder Glasausschnitte
4, 5 vorhanden sein müssen. Über die Glasausschnitte 4 ist die gegenüberliegende Befestigung
der Beschlagteile des Glasbeschlages 11 mittels der Schrauben 13 realisierbar. Mindestens
in einem der beiden Teile des Beschlages 11 kann mindestens ein Zugang 14 vorhanden
sein. Bei einer Vormontage mit einer genauen Ausrichtung und Fixierung der einzelnen
Verbundsicherheitsglasscheiben des Oberlichtes 9 und des Seitenteiles 10, können die
Glasbeschlagteile 11 mit einem Anfangsdrehmoment über die Befestigungsschrauben 13
festgelegt werden. Anschließend kann über den mindestens einen Zugang 14 die chemische
Injektionsaufbaumasse eingebracht werden. Dadurch kommt es zu einem Stoffschluss zwischen
den Sicherheitsgläsern und den Beschlagteilen nach der Erstarrung der chemischen Injektionsaufbaumasse.
Gleichzeitig wird dadurch auch ein druckfestes Distanzelement aus der Aufbaumasse
geschaffen. Dieses kann der Figur 8 entnommen werden, wobei der Bereich der eingebrachten
chemischen Injektionsaufbaumasse dem grau angelegten Bereich in den Glasausschnitten
4 und 5 entspricht.
[0017] Nach der Reaktionszeit der chemischen Injektionsmasse, die aus zwei Komponenten bestehen
kann, liegt ein dauerhaft druckbelastbares Distanzelement zwischen den aufgesetzten
Beschlagteilen vor, durch das insbesondere jegliche Dickentoleranzen der Verbundsicherheitsglasscheiben
ausgeglichen werden können, so dass zwischen den auf den Oberflächen der Verbundsicherheitsglasscheiben
9 und 10 aufliegenden Beschlagteilen 11 nach der Montage keine Überbeanspruchungen
entstehen können. Gleichzeitig wird durch die ausgehärtete chemische Injektionsaufbaumasse
in den ausgefüllten Bereichen der Verbundsicherheitsglasscheibe eine zusätzliche Resttragfähigkeit
bei einem Bruch der Verbundsicherheitsscheibe erzielt.
[0018] Außer den zur Anschlagung der Befestigungsvorrichtungen oder Beschlagteile notwendigen
Bohrungen oder Glasausschnitte 4, 5 können auch aus fertigungstechnischer Notwendigkeit
weitere zusätzliche Bohrungen oder Glasausschnitte unter den Beschlägen vorhanden
sein, um dort ebenfalls eine Auffüllung mit der chemischen Injektionsaufbaumasse durchführen
zu können. Dadurch ist es möglich, dass zusätzliche Distanzelemente geschaffen werden,
die von außen druckbeaufschlagbar sind. Diese Distanzelemente können einem Schwinden
der PVB-Folie dauerhaft wirksam entgegenwirken und damit für einen festen Sitz der
Beschlagvorrichtungen oder dergleichen in Verbindung mit Sicherheitsverbundglasscheiben
zu jedem Zeitpunkt sorgen.
Bezugszeichen
[0019]
- 1
- Drehtürbeschlag
- 2
- Türblatt
- 3
- PVB-Folie
- 4
- Glasausschnitt
- 5
- Glasausschnitt
- 6
- Befestigungsschrauben
- 7
- Düse
- 8
- Bohrungen
- 9
- Oberlicht
- 10
- Seitenteil
- 11
- Glasbeschlag
- 12
- Abdeckung
- 13
- Befestigungsschrauben
- 14
- Zugang
1. Befestigungsvorrichtung in einer ein- oder mehrteiligen Metall-, Edelstahl- oder Kunststoffausführung,
zur Verbindung mit mindestens einer Verbundsicherheitsglasscheibe, deren Aufbau aus
mindestens zwei oder mehreren Flachglasscheiben besteht, wobei die Glasscheiben dauerhaft
untereinander durch PVB-Folien oder einem gleichwertigen Werkstoff verbunden sind,
wobei diese Verbundsicherheitsglasscheibe in einem Kontaktbereich beidseitig von der
Befestigungsvorrichtung oder Beschlagteilen übergriffen und gleichzeitig mittels Befestigungsschrauben
(6, 13) gesichert wird, die durch in der Verbundsicherheitsglasscheibe enthaltenen
Bohrungen oder Glasausschnitte (4, 5) greifen, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Kontaktbereich der Befestigungsvorrichtung oder der Beschlagteile mindestens
ein äußerer zusätzlicher Zugang (14) zu den Bohrungen oder Glasausschnitten (4, 5)
vorhanden ist, durch den eine chemische Injektionsaufbaumasse in mindestens eine der
Bohrungen oder Glasausschnitte (4, 5) einbringbar ist, wobei die Injektionsaufbaumasse
nach einer Reaktionszeit zu einer druckfesten Aufbaumasse als Distanzelement mit einem
Stoffschluss zu den umgebenden Materialien erstarrt.
2. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass innerhalb des Kontaktbereiches der Befestigungsvorrichtung oder der Beschlagteile
weitere Bohrungen oder Glasausschnitte (4, 5) ausgebildet sind, die mit der chemischen
Injektionsaufbaumasse auffüllbar sind.
3. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung als Drehtürbeschlag mit einem seitlichen Einschnitt für
die Verbundsicherheitsglasscheibe oder als Glasbeschlag (11) aus im Wesentlichen zwei
auf den Oberflächen von ein oder zwei Verbundsicherheitsglasscheiben angeordneten
Beschlagteilen ausgebildet ist.
4. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung oder die Beschlagteile auf den Oberflächen der Verbundsicherheitsglasscheibe
vormontierbar sind, wobei die Befestigungsschrauben (6, 13) mit einem Anfangsdrehmoment
angezogen werden können, bei dem es nicht zu einer bereichsweisen Überbelastung der
PVB-Folie (3) kommen kann, und dass anschließend die Injektionsaufbaumasse über die
Zugänge (14) direkt in die Bohrungen oder die Glasausschnitte (4, 5) bis zur Auffüllung
oder Teilauffüllung eingebracht werden kann.
5. Befestigungsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die chemische Injektionsaufbaumasse nach ihrer Aushärtung zwischen den auf den Oberflächen
der Verbundsicherheitsglasscheiben angeordneten Teilen der Befestigungsvorrichtung
als druckbelastbares Distanzelement ausgebildet ist, sodass bei einer nachträglichen
weiteren Erhöhung des Anzugsdrehmomentes bis zum geforderten Befestigungsdrehmoment
der Befestigungsschrauben (6, 13) keine Druckbelastungen zusätzlich auf die PVB-Folie
mehr erzeugt werden können und eine erhöhte Resttragfähigkeit bei einem Glasbruch
aufweisen.
6. Befestigungsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die chemische Injektionsaufbaumasse als Mehrkomponentenmasse vorliegt.
7. Befestigungsvorrichtung nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbundsicherheitsglasscheibe als Türblatt (2) oder stehende Seitenverglasung
oder mit einem Oberlicht (9) ausgebildet ist.
8. Verbundsicherheitsglasscheibe, bestehend aus mindestens zwei durch eine PVB-Folie
oder gleichwertig miteinander verbundenen Flachglasscheiben, mit auf den gegenüberliegenden
Glasoberflächen anordbaren Beschlägen oder Beschlagteilen, in deren Befestigungsbereich
Bohrungen oder Glasausschnitte (4, 5) vorhanden sind, wobei die gegenüberliegenden
Beschläge oder Beschlagteile mittels Befestigungsschrauben (6, 13) verbunden sind,
die mit einem Anfangsdrehmoment angezogen werden, dadurch gekennzeichnet, dass anschließend der Bereich um die Befestigungsschrauben (6, 13) in den Bohrungen und/oder
in den Glasausschnitten (4, 5) durch eine aushärtbare chemische Injektionsaufbaumasse
bis an die Beschläge oder Beschlagteile ausfüllbar ist.
9. Verbundsicherheitsglasscheibe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Injektionsaufbaumasse nach ihrer Aushärtung gegenüber den aufgesetzten Beschlägen
oder Beschlagteilen als druckbelastbares Distanzelement gegen falsche Drehmomentausübungen
der Befestigungsschrauben (6, 13) ausgebildet ist.
10. Verfahren zur Montage einer Befestigungsvorrichtung oder eines Beschlages oder von
Beschlagteilen auf den Oberflächen mindestens einer Verbundsicherheitsglasscheibe,
die aus mindestens zwei oder mehreren einzelnen Flachglasscheiben mit dazwischen angeordneter
PVB-Folie oder gleichwertig besteht, wobei die Beschläge oder dergleichen untereinander
durch Befestigungsschrauben (6, 13) über in der mindestens einen Verbundsicherheitsglasscheibe
vorhandene Bohrungen oder Glasausschnitte (4, 5) in Verbindung einer chemisch aushärtbaren
Injektionsaufbaumasse durch folgende Verfahrensschritte befestigt werden:
• Verbindung der Beschläge oder der Beschlagteile untereinander durch ein Anfangsdrehmoment,
welches unterhalb eines Gebrauchsbefestigungsdrehmomentes liegt,
• Einbringung einer chemischen, aushärtbaren Injektionsaufbaumasse in mindestens eine
Öffnung des Beschlages oder der Beschlagteile oder in Glasausschnitten (4, 5), oder
einem Zugang (14),
• nach Ende der Aushärtezeit der Injektionsaufbaumasse anziehen der Befestigungsschrauben
(6, 13) mit dem vorgeschriebenen Gebrauchsbefestigungsdrehmoment.