[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und System zur Zustandsbestimmung und/oder zum
Betreiben einer Tür oder eines Fensters wobei eine Energie- und/oder Datenübertragung
zwischen einer an einem ortsfesten Träger angeordneten ersten Kommunikationseinheit
und einer an einem zweiten Träger angeordneten zweiten Kommunikationseinheit, wobei
der zweite Träger gegenüber dem ersten Träger schwenkbar oder verschiebbar ist, vorgesehen
ist und die erste Kommunikationseinheit energie- und/oder signalseitig mit einer zentralen
und/oder mobilen Überwachungseinheit verbunden ist.
[0002] Systeme mit einem ortsfesten ersten Träger und einem gegenüber diesem schwenkbar
oder verschiebbar angeordneten zweiten Träger finden sich üblicherweise in Tür- oder
Fensteranordnungen. Es ist üblich, dass in derartigen Bereichen elektronische Einheiten
im Bereich des Tür- oder Fensterflügels vorgesehen sind. Eine solche elektronische
Einheit kann beispielsweise eine motorisierte Schließvorrichtung sein, die als Teil
eines Sicherheitssystems zeit- und/oder ferngesteuert ver- und entriegelt wird. Ein
weiteres Beispiel für den Einsatz elektronischer Einheiten im Bereich des Flügels
von Türen oder Fenstern sind Anzeigen oder sonstige Mittel zur Kennzeichnung, die
zur Information oder zur besseren Wahrnehmung beispielsweise von Fluchttüren dienen.
Insbesondere Beleuchtungseinrichtungen werden aus den vorgenannten Gründen sowie zum
Erzielen eines bestimmten optischen Erscheinungsbilds einer Tür oder eines Fensters
zudem häufig im Bereich des Flügels eingesetzt. Der Anschluss solcher elektronischen
Einheiten erfolgt in der Regel über eine Kabelverbindung. Die Energieversorgung für
elektrische Verbraucher und eine etwaige Datenverbindung sind auf diese Weise dauerhaft
gegeben.
[0003] In einem solchen System werden üblicherweise Sensoren im Bereich des Rahmens oder
des Flügels eingesetzt, um den Zustand der Tür oder des Fensters bestimmen zu können.
Diese Messdaten werden üblicherweise an eine zentrale Überwachungs- und Auswerteeinheit
gesendet und dort verarbeitet. Dadurch ist es möglich die Türen und Fenster eines
Gebäudes oder Gebäudekomplexes zentral zu überwachen und gegebenenfalls sogar zu fernzusteuern.
Dies setzt allerdings eine stetige Verbindung der einzelnen Türen und Fenster zu der
externen Auswerte- und Überwachungseinheit voraus, was im Falle eines Einbruchs oder
im Falle externer Umwelteinflüsse, wie beispielsweise einem Brand oder Hochwasser
nicht immer gegeben sein muss. Gerade in diesen Fällen ist aber eine automatisierte,
schnelle und zuverlässige Auswertung der Zustandsdaten der Türen und Fenster wünschenswert,
um diese entsprechend automatisiert steuern zu können bzw. entsprechende Warnsignale
ausgeben zu können.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde ein Verfahren und System zum Betreiben
einer Tür oder eines Fensters anzugeben, welches jederzeit und schnellstmöglich die
Zustandsdaten der Tür oder des Fensters auswerten kann.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teils des
Anspruchs 1 und 7 gelöst. Vorteilhafte weitere Ausgestaltungen sind Gegenstand der
Unteransprüche.
[0006] Die Erfindung geht dabei von der Überlegung aus, dass eine zuverlässige und schnelle
Auswertung insbesondere dann erfolgen kann, wenn diese direkt vor Ort also noch im
Bereich des Tür- oder Fensterrahmens bzw. des Tür- oder Fensterflügels verfolgt. Dabei
werden bevorzugt alle wesentlichen Systemkomponenten eines Trägers in einer gemeinsamen
und durch ein gemeinsames Gehäuse ummantelten Kommunikationseinheit verbaut. Dies
beinhaltet insbesondere die Kommunikationsschnittstellen mit den externen Einheiten
und der zweiten Kommunikationseinheit auf dem anderen Träger, die Sensoren, soweit
dies vom Sensortyp möglich ist, die Auswerteeinheit und gegebenenfalls weitere Einheiten
wie Energiespeicher, Datenbanken, Steuerungsmodule etc.
[0007] Durch diese kompakte Bauweise und Integration in ein gemeinsames Gehäuse wird die
Installation der Kommunikationseinheiten wesentlich vereinfacht.
[0008] Für eine besonders zuverlässige Auswertung der Messdaten werden immer mindestens
zwei Messdaten von verschiedenen Sensorarten verwendet und miteinander in Beziehung
gesetzt. Die Auswertung erfolgt dabei anhand vorher festgelegter Kriterien, die insbesondere
auch von den beiden gewählten Sensorarten, also von der Art der Messwerte abhängen.
So kann ein Messwert im Rahmen der Auswertung als normal angesehen werden, wenn gleichzeitig
ein zweiter Messwert in einem bestimmten Bereich liegt, aber als Fehler bzw. Warnhinweis
angesehen werden, wenn der zweite Messwert ebenfalls außerhalb vorgelegter Grenzen
liegt.
[0009] Um auf ungewünschte Zustandsdaten der Tür oder des Fensters möglichst schnell reagieren
zu können, werden je nach erfüllten Kriterien bzw. Auswerteergebnis von der Auswerteeinheit
in vorteilhafter Ausführung entsprechende Signale oder Steuerbefehle erzeugt, die
an eine interne oder externe Steuereinheit bzw. eine Motorsteuerung zum Öffnen oder
Schließen der Tür oder des Fensters gesendet werden und/oder an optische oder akustische
Anzeigeeinheiten übermittelt werden, um beispielsweise einen optischen oder akustischen
Alarm auszugeben. In alternativer oder zusätzlicher Ausgestaltung können die Informationssignale
auch an die externe und zentrale Überwachungseinheit gesendet werden, um auch da entsprechende
Verfahrensschritte zu veranlassen.
[0010] In bevorzugter Ausgestaltung sind die Kriterien in einer Datenbank hinterlegt, die
ebenfalls in der flügel- und/oder rahmenseitigen Kommunikationseinheit verbaut ist.
Dabei wird in vorteilhafter Weise im Nachgang eines Auswerteergebnisses, das eine
Aktion in Form von Aussenden von Steuersignalen oder Ausgabe von Informationssignalen
zur Folge hatte, eine Art Rückmeldung in der Datenbank hinterlegt. Diese Rückmeldung
kann einerseits beinhalten, ob die von der Auswerteeinheit ausgewählte Aktion die
Richtige war oder ob in Zukunft bei der Messwertkombination keine oder eine andere
Aktion ausgewählt werden sollte. Diese Rückmeldung kann manuell durch entsprechende
Eingabeeinheiten an der Tür, per Funk über mobile Einheiten oder aber auch durch die
zentrale
[0011] Überwachungseinheit erfolgen. Sofern sinnvoll, kann eine solche Messwertkombination
mit Rückmeldung auch von anderen Kommunikationseinheiten im Gebäude übernommen werden
und in die Datenbank eingetragen werden. Auf dieses Weise lernt das System schrittweise
die verschiedenen Kombinationen von Messdaten auszuwerten und die dazu passende Aktion
auszuwählen.
[0012] Neben der Prävention von Einbrüchen oder Schäden durch extreme externe Einflüsse
(wie beispielsweise Brand oder Hochwasser) kann die Auswerteeinheit auch benötigte
Wartungsintervalle aus den zur Verfügung gestellten Daten abschätzen.
[0013] Um eine besonders zuverlässige Auswertung des Zustands der Tür oder des Fensters
zu ermöglichen, sind die mindestens zwei verschiedenarten Sensoren in vorteilhafter
Weise aus der Gruppe der Temperatursensoren, Erschütterungssensoren, Zykluszähler,
Neigungssensoren und/oder Feuchtigkeitssensoren ausgewählt.
[0014] Dabei ermöglicht die Temperaturmessung, beispielsweise im Türrahmen, das Erkennen
von Bränden bei hohen Temperaturen oder Temperaturunterschieden zwischen zwei Seiten
einer Tür oder eines Fensters. Weiterhin können die Daten in Kombination mit einem
Zykluszähler und entsprechendem Zeitstempel einen entsprechenden Wartungsbedarf besser
einschätzten bzw. Erschütterungen besser bewerten. So ist es beispielsweise normal,
dass eine Tür bei Wärme aufgrund der Ausdehnung schwerer geht und evtl. schleift.
Dies könnte eine möglicherweise detektierte Erschütterung erklären, ohne dass direkt
ein Alarm ausgesendet werden muss. Auf der anderen Seite führt ein solches Verhalten
zu einem erhöhten Wartungsbedarf.
[0015] Der Erschütterungssensor ermöglicht die Detektion von Einbrüchen bzw. unsachgemäßer
Behandlung sowie gegebenenfalls temperaturbedingte Veränderungen von Schließkräften
der Fenster und Türen und kann so einerseits einen Alarm aussenden, andererseits aber
auch den Wartungsbedarf bestimmen, wenn dieser nicht durch andere Parameter, wie bereits
im Rahmen der Temperaturmessung erläutert, erklärbar ist.
[0016] Die wichtigste Kenngröße für den Wartungszyklus einer Tür oder eines Fensters ist
die Anzahl der Öffnungs- und Verschlusszyklen, die mit einem Zykluszähler gemessen
werden kann. Das Wartungsintervall wird aber wie teilweise bereits erwähnt maßgeblich
auch von den Temperaturen, der Luftfeuchtigkeit, der Neigungsveränderung der Tür oder
des Fensters bestimmt und sollte somit früher oder kann auch später erfolgen.
[0017] Der Neigungssensor misst die Neigung des Tür- oder Fensterflügels gegenüber dem Tür-
bzw. Fensterrahmen. Diese Neigung kann je nach Temperatur bzw. Feuchtigkeit, mit der
Zeit oder durch Beschädigungen variieren, sodass bei Überschreiten eines Grenzwertes
eine Wartung notwendig wird. Dabei können insbesondere Normalbereiche, Toleranzbereiche,
Wartungsbereiche oder auch kritische Bereiche für den Neigungswinkel bestimmt werden.
[0018] Durch die Feuchtigkeitsmessung kann neben Hochwasser auch Regen detektiert werden,
was in Kombination mit anderen Parametern dazu führen kann, dass eine automatische
Schließung der Tür oder des Fensters veranlasst wird. Weiterhin ist bei einer hohen
Feuchtigkeit eine häufigere Wartung, also kürzere Wartungsintervalle notwendig.
[0019] In vorteilhafter Weise ist zusätzlich zu den obigen Sensoren ein Öffnungssensor zum
Detektieren des Öffnungszustandes der Tür oder des Fensters vorgesehen, der signaltechnisch
bevorzugt mit einer Einbruchmeldeanlage verbunden ist. Dabei kann mit diesem und beispielsweise
in Kombination mit obigen Sensordaten, beispielsweise dem Erschütterungssensor, ein
Einbruch detektiert werden. Aber auch für die Auswahl einer Aktion durch die Auswerteeinheit,
beispielweise bei der Erzeugung eines Motorsignals für die automatische Schließung
der Tür oder des Fensters, ist die Information über den Öffnungszustand der Tür oder
des Fensters hilfreich.
[0020] Da die kabelgebundene Energieversorgung der flügelseitigen Kommunikationseinheit
in der Regel mit einem erhöhten Verlegeaufwand verbunden und eine solche Verlegeart
aus optischen Gründen oder wegen der Gefahr einer einfachen Manipulierbarkeit aus
sicherheitstechnischen Gründen nicht erwünscht ist, erfolgt in vorteilhafter Weise
die Energie- und/oder Datenübertragung zwischen der ersten und zweiten Kommunikationseinheit
kontaktlos.
[0021] Dies kann beispielsweise mittels Induktionsspulen erfolgen. Dabei werden sowohl rahmenseitig
als auch flügelseitig Induktionsspulen verwendet die in elektro-magnetischen Kontakt
treten. Ein Energiespeicher oder ein elektrisches Endgerät auf der Empfängerseite
wird dabei mittels der Induktionsladung über die Resonanzfrequenz eines Schwingkreises
mit den Induktionsspulen und angeschlossenen Kondensatoren geladen.
[0022] Zur Vermeidung von höherem Energieverlust bei der Übertragung, ist es vorteilhaft,
wenn man auf die Übertragung bei Resonanzfrequenz weitestgehend verzichtet und bei
niedriger Frequenz überträgt. Dabei haben sich insbesondere 1/n der Resonanzfrequenz,
wobei n eine natürliche, ungerade Zahl größer 1 ist, insbesondere 1/3 der Resonanzfrequenz,
als besonders geeignet erwiesen. Die Resonanzfrequenz bezieht sich dabei auf den ersten
Schwingkreis bzw. aus dem Zusammenwirken beider Schwingkreise, sofern diese in Kontakt
stehen. Durch die geringere Übertragungsfrequenz ergeben sich auch Vorteile bei der
elektromagnetischen Verträglichkeit, wodurch sogar die Möglichkeit gegeben ist, bei
weiterer Einhaltung der elektromagnetischen Verträglichkeit größere Induktionsspulen
zu verwenden.
[0023] Um auch Lastspitzen auf Seiten der Empfängereinheit bzw. des daran angeschlossenen
Endgerätes ausgleichen zu können, ist das System so ausgelegt, dass die Übertragungssteuerung
bei Bedarf die Übertragungsfrequenz erhöhen kann, sodass dann beispielsweise sogar
mit der Resonanzfrequenz übertragen werden kann. Derartige Lastspitzen können insbesondere
dann auftauchen, wenn ein Motor des Endgerätes startet oder zusätzliche Teilsysteme
zugeschaltet werden. In Alternativer oder zusätzlicher Ausgestaltung kann auch ein
zusätzlicher Energiespeicher in der Empfangseinheit vorgesehen oder an dieser angeschlossen
sein. Aus diesem Energiespeicher, insbesondere in Form eines Superkondensators, kann
dann bei Bedarf die Lastspitze bedient werden, während das System weiter in einem
ersten Betriebsmodus mit einer niedrigen Übertragungsfrequenz, bevorzugt 1/3 der Resonanzfrequenz,
betrieben wird. Erst beim Fehlen eines Energiespeichers, unterschreiten eines festgelegten
Spannungspegels oder auf gezielte Anfrage der Empfangseinheit kann dann die Übertragungssteuerung
in einen zweiten Betriebszustand mit einer höheren Übertragungsfrequenz, bevorzugt
der Resonanzfrequenz, wechseln. Ein solcher Wechsel des Betriebsmodus kann auch automatisch
dann erfolgen, wenn die Empfangseinheit untypisch lange Energiebedarf signalisiert.
Dies kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn gewisse Ladungswerte externer Energiespeicher
auf der Empfängerseite nicht oder nicht mehr so schnell wie üblich erreicht werden.
Hierbei kann das System also schon vorher erkennen, dass ein erhöhter Energiebedarf
besteht bevor dieser explizit angefragt wird oder bevor die externen Energiespeicher
auf der Empfängerseite leer sind oder eine Mindestladung unterschreiten. Das System
wird somit weitgehend im ersten Betriebsmodus, also mit niedriger Übertragungsfrequenz,
hohem Wirkungsgrad und hoher elektromagnetische Verträglichkeit betrieben und nur
in Einzelfällen und für eine begrenzte, kurze Zeit, nämlich dann, wenn die auf Empfängerseite
gespeicherte Energie für eine Lastspitze nicht ausreicht, auf eine höhere Übertragungsfrequenz
gewechselt.
[0024] Wie bereits erwähnt, erfolgt der Wechsel des Betriebsmodus in bevorzugter Ausführung
aufgrund von Systemparametern, die gemessen werden, wie beispielsweise eine Unterschreitung
eines festgelegten Spannungspegels. Alternativ oder zusätzlich ist es aber auch möglich,
dass ein Wechsel des Betriebsmodus von der Empfangs- oder Sendeeinheit initiiert wird,
beispielsweise dann, wenn das System erkennt, dass demnächst eine Lastspitze kommt.
Dies könnte beispielsweise durch hinterlegte Routinen oder erlernte, charakteristische
Betriebsabläufe geschehen.
[0025] Auch dies könnte eine entsprechende Aktion der Auswerteeinheit darstellen, die beispielsweise
durch eine ihr übersandte Messdatenkurve erkennt, dass entsprechende Endgerätmotoren
demnächst zugeschaltet werden und daher ein erhöhter Energiebedarf bestehen wird.
[0026] Um die Resonanzfrequenz zu bestimmen und eine Konfiguration des Systems vorzunehmen,
wird der erste Schwingkreis in besonders vorteilhafter Ausgestaltung mit einer einzelnen
0-1-Flanke angesprochen und somit eine Sprungantwort erzeugt. Mittels dieser Sprungantwort
kann die Eigenfrequenz des Systems erkannt werden, da diese nicht nur von der Sendeeinheit
anhängig ist, sondern auch von der Wechselwirkung mit der Induktionsspule der Empfängereinheit.
Bis zu einem gewissen Grad können durch diese Konfiguration auch Fremdobjekte erkannt
werden, deren Anwesenheit eine Energie- und Datenübertragung aus Sicherheitsgründen
verbietet.
[0027] Eine derartige Konfiguration des Systems und Bestimmung der Resonanzfrequenz wird
vorteilhafterweise im Rahmen der Initialisierung, also der ersten Kontaktphase, und
dann in regelmäßigen Abständen zur Nachführung der passenden Übertragungsfrequenz
durchgeführt.
[0028] Um einerseits eine Energieübertragung erst dann zu initialisieren, wenn die passende
Empfängereinheit in Reichweite ist, andererseits aber auch zu prüfen, ob die Empfängereinheit
berechtigt ist, Energie von der Sendereinheit zu empfangen, ist in bevorzugter Ausführung
eine Detektionseinheit vorgesehen. Diese Detektionseinheit setzt sich bevorzugt aus
einer Empfangsschnittstelle in der Sendeeinheit und einer Sendeschnittstelle in der
Empfangseinheit zusammen.
[0029] Zwar kann, wie oben bereits erläutert, die Empfangseinheit vereinzelt bereits aufgrund
der Sprungantwort erkannt werden, doch ist dies unter Umständen und gerade, wenn es
um Sicherheitsfragen geht, nicht ausreichend, da die Geschwindigkeit, mit der die
Gegenstelle erkannt wird, von der Zykluszeit abhängt, in welcher die Sprungantwort
erzeugt und ausgewertet wird. Gegebenenfalls muss die Sprungantwort auch mehrfach
wiederholt werden, um das Ergebnis zu validieren. Dies wirkt sich negativ auf die
Geschwindigkeit aus, mit der das System in Bereitschaft versetzt werden kann.
[0030] Eine vorteilhafte Ausgestaltung einer solchen Detektionseinheit wäre beispielsweise
in Form eines RFID-Detektors als Empfänger und RFID-Tags als Sender. Ein solches System
kann kontinuierlich die Anwesenheit des Tags prüfen und so unmittelbar Bereitschaft
anzeigen. Als weitere Option könnte die Empfangseinheit mit einem Magneten versehen
werden, den ein Hall-Sensor in der Sendeeinheit erkennt. Der Vorteil von RFID gegenüber
dem Hall-Sensor wäre hier, dass eine spezifische ID gesendet werden könnte, wodurch
die Gegenstelle eindeutig identifiziert werden kann. Ein weiterer Vorteil bei der
Verwendung eines RDIF-Tags ist, dass dieser indirekt auch den Energiebedarf übermitteln
kann. Dies könnte so realisiert werden, dass die Hauptschaltung die Antenne des RFID-Tags
kurzschließt, solange der Energiebedarf gedeckt ist. Der RFID-Detektor würde somit
keinen Abnehmer mehr erkennen und die Übertragung stoppen. Erst wenn der RFID-Tag
wieder sendet und der Detektor eine Gegenstelle erkennt, würde die Sendeeinheit mit
der Energie- und/oder Datenübertragung wieder starten.
[0031] Alternativ oder zusätzlich ist es auch möglich, dass in der Sendeeinheit ein einfacher
zusätzlicher Schwingkreis verwendet wird, der mit einer von seiner Eigenfrequenz abweichenden
Erregerfrequenz angeregt wird. Die Empfangseinheit wird dabei ebenfalls mit einem
schlichten LC-Schwingkreis versehen. Das System ist in vorteilhafter Ausgestaltung
dabei so ausgelegt, dass die Annäherung der Empfangseinheit den Schwingkreis der Sendeeinheit
so verstimmt, dass sich seine Eigenfrequenz der festen Erregerfrequenz nähert. Dabei
wird die Amplitude des Schwingkreises in der Sendeeinheit überwacht. Steigt die Amplitude
ist die Empfangseinheit da, fällt sie, fehlt es an der entsprechenden Empfangseinheit
und die Übertragungssteuerung kann entsprechend angesteuert werden. Dieses System
mit einem weiteren Schwingkreis ermöglicht sowohl die schnelle Erkennung der Empfangseinheit
als auch die Möglichkeit durch Manipulation des LC-Schwingkreises der Anzeige des
Energiebedarfs. Diese Ausgestaltung der Detektionseinheit über einen zusätzlichen,
kleinen Schwingkreis hat dabei den besonderen Vorteil, dass auf Seiten der Empfangseinheit
kaum Energie aufgewendet werden muss. Für diesen Einsatzzweck werden ansonsten nämlich
häufig optische Signale, Funknachrichten oder ähnliches verwendet, die vergleichsweise
viel Energie verbrauchen oder aktiv Antworten per Lastsprung auf die Energieübertragung
aufmodulieren. Letzteres beeinträchtigt die Effizienz der Energieübertragung und ist
bei großen Pausen zwischen den Energieanforderungen ungeeignet einen plötzlichen Bedarf
anzuzeigen.
[0032] Es ist weiterhin vorgesehen durch Austausch von Daten zu prüfen, ob die gesendete
Energiemenge auch beim Empfänger angekommen ist, um so einerseits die Funktion des
Systems zu prüfen, andererseits aber auch eine Fremdabzweigung der Energie festzustellen.
[0033] Neben der Übertragung der Daten und Signale über die Induktionsspulen, können die
Signale und Daten auch verschlüsselt oder unverschlüsselt über eine separate Kommunikationsschnittstelle
übertragen werden.
[0034] Nachteilig an der Verwendung von flachen Induktionsspulen ist, dass der Wirkungsgrad
mit dem Abstand sehr schnell abfällt, was wiederum über sehr große Spulen kompensiert
werden muss. In der hier bevorzugten typischen Tür- oder Fensteranordnung ist dies
in der Regel nicht problemlos umsetzbar, da dafür der Platz nicht vorhanden ist. In
bevorzugter Ausgestaltung werden daher Induktionsspulen mit einem U- oder E-förmigen
Kern verwendet. Diese können einerseits platzsparender eingebaut werden und können
über einen größeren Abstand übertragen. In besonders bevorzugter Ausgestaltung ist
der Querschnitt der Schenkel des U- oder E-förmigen Kerns oval bzw. in eine Ausprägungsrichtung
verlängert ausgeführt, um einen Versatz zwischen dem ersten Träger und dem zweiten
Träger auszugleichen. Dabei kann die Orientierung des Ovals bzw. die Ausprägungsrichtung
an den typischen Einsatzzweck angepasst werden. Ist beispielsweise mit einem Versatz
in vertikaler Richtung zu rechnen, so ist auch die längere Achse des Ovals bzw. die
Ausprägungsrichtung in vertikaler Richtung ausgebildet.
[0035] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen somit insbesondere darin, dass
durch die Integration von Sensoren, Auswerteeinheit, Datenbanken und kontaktloser
Energie- und Datenübertragung ein besonders kompaktes und somit auch leicht zu verbauendes
System geschaffen werden kann, dass den Zustand der Tür oder eines Fensters hinsichtlich
des Wartungsbedarfs und Sicherheitsaspekten gegenüber ungewünschtem Zutritt bzw. externen
Einflüssen detektiert und entsprechende Aktionen ausführen kann. Weiterhin können
mechanische / physische Veränderungen zwischen Rahmen und Flügel frühzeitig erkannt
werden, um präventive Wartungen zur Vermeidung von Schäden und zur Erhöhung der Langlebigkeit
zu veranlassen. Ebenso werden akute Wartungssituation schnellstmöglich erkannt und
signalisiert.
[0036] Weitere Vorteile bestehen somit insbesondere darin, dass durch die kabellose Übertragung
bei niedrigeren Frequenzen, insbesondere unterhalb der Resonanzfrequenz ein höherer
Wirkungsgrad und eine bessere elektromagnetische Verträglichkeit erreicht werden.
Dabei ermöglicht die Übertragung bei niedrigen Frequenzen erst, dass flexibel auch
auf einzelne Lastspitzen reagiert werden kann und diese ausgeglichen werden können,
indem auf höhere Frequenzen bis zur Resonanzfrequenz gewechselt wird. Insbesondere
die Verwendung von mehreren Betriebsmodi ermöglicht dem System sich optimal an die
Energieanforderungen der Endgeräte anzupassen. So können eine Mehrzahl an verschiedenen
Betriebsmodi ausgewählt bzw. eingestellt werden, die jeweils mit einer eigenen Übertragungsfrequenz,
bevorzugt ein Vielfaches von 1/n der Resonanzfrequenz ist, wobei n eine ungerade natürliche
Zahl ist, übertragen
[0037] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
- FIG. 1
- ein schematischer Aufbau eines Systems zur Zustandsbestimmung und zum Betreiben einer
Tür oder eines Fensters, und
- FIG. 2
- ein schematischer Aufbau einer kontaktlosen Energie- und/oder Datenüber-tragung zwischen
den Kommunikationseinheiten.
[0038] Gleiche Merkmale sind in beiden Figuren mit denselben Bezugszeichen versehen. Das
System 1 zur Zustandsbestimmung und/oder zum Betreiben einer Tür oder eines Fensters
nach FIG. 1 umfasst eine erste Kommunikationseinheit 2, die an einem ortsfesten Träger,
insbesondere einem Tür- oder Fensterrahmen, angeordnet ist. Diese erste Kommunikationseinheit
2 ist signalseitig über eine Kommunikationsschnittstelle 4 mit einer nicht dargestellten
externen und zentralen Überwachungseinheit verbunden. Diese Signalverbindung kann
durch die Kommunikationsschnittstelle 4 sowohl kabelgebunden erfolgen, es ist aber
auch möglich, dass eine Funkverbindung zur zentralen Überwachungseinheit oder einer
mobilen Einheit aufgebaut wird.
[0039] Das System 1 nach der FIG. 1 umfasst weiterhin eine zweite Kommunikationseinheit
6, die an einem zweiten Träger angeordnet ist, der gegenüber dem ersten schwenkbar
oder verschiebbar ausgebildet ist. Dieser zweite Träger ist insbesondere ein Tür-
oder Fensterflügel. Zur Kommunikation der ersten Kommunikationseinheit 2 mit der zweiten
Kommunikationseinheit 6 umfasst die erste Kommunikationseinheit 2 eine Sendeeinheit
102 und die zweite Kommunikationseinheit 6 eine Empfangseinheit 104 zum Senden und
Empfangen von Energie. Über die Sende- und Empfangseinheit 102, 104 können ebenfalls
in bidirektionaler Weise Signale bzw. Daten ausgetauscht werden.
[0040] Die erste und zweite Kommunikationseinheiten 2, 6 umfassen weiterhin eine Mehrzahl
an Sensoren 8, 10, die je nach Sensortyp in der ersten, zweiten oder auch in beiden
Kommunikationseinheiten 2, 6 angeordnet sein können. So ist beispielsweise ein Temperatursensor,
ein Erschütterungssensor oder ein Feuchtigkeitssensor bevorzugt in der rahmenseitigen
Kommunikationseinheit 2 angeordnet, während ein Neigungssensor in vorteilhafter Weise
eher im Flügelelement, also in der zweiten Kommunikationseinheit 6 angeordnet wird.
Ein Zykluszähler kann dabei je nach Aufbau und Funktionsweise in der ersten Kommunikationseinheit
2 eingebaut werden oder auch in beiden Kommunikationseinheiten 2, 6.
[0041] Die Messdaten der Sensoren 8, 10 werden an eine lokale Auswerteinheit 12, 14 gesendet
und von dieser verarbeitet. Aufgrund der leichteren Bereitstellung von Energie ist
eine Auswerteeinheit 12 in der rahmenseitigen Kommunikationseinheit 2 vorteilhafter,
je nach verwendeten Sensortypen und den untersuchten Zustandsgrößen ist eine Auswerteeinheit
14 in der flügelseitigen Kommunikationseinheit 6 in zusätzlicher oder alternativer
Ausbildung aber ebenso möglich. Die Energie für die flügelseitige Auswerteeinheit
14 wird, wie nachstehend noch ausführlich beschrieben, über die Sende- und Empfangseinheiten
102, 104 übertragen.
[0042] Die Auswerteeinheiten 12, 14 sind gezielt dazu ausgebildet mittels vorgegebener oder
erlernter Kriterien die Messdaten von mehreren Sensortypen in Bezug zueinander zu
setzen und auf Basis dieser Kombination von mehreren Messdaten eine Aktion auszuführen.
Dazu greifen die Auswerteeinheiten 12, 14 auf eine lokal vorgesehene Datenbank 16,
18 zu und rufen entsprechende Auswertekriterien, Grenzwerte oder Toleranzbereiche
und darauf basierende Ergebnisse bzw. durchzuführende Aktionen ab. Die Ergebnisse
der Auswerteeinheiten 12, 14 bzw. die resultierenden durchzuführenden Aktionen werden
mittels einer Signalverarbeitungseinheit 20, 22 in entsprechende Signale umgesetzt.
Dies können Informationssignale sein, die an die externe Überwachungseinheit gesendet
werden oder Steuersignale für eine lokale akustische oder visuelle Informationseinheit
24, 26 zur Ausgabe von akustischen oder visuellen Hinweisen oder Alarmen. Weiterhin
sind auch Steuersignale möglich, die an eine Motorsteuerung 28, 30 gesendet werden,
um dann beispielsweise die Tür oder das Fenster zu schließen, zu kippen oder zu öffnen.
[0043] Das System 1 zur Zustandsbestimmung und/oder zum Betreiben einer Tür oder eines Fensters
ist weiterhin dazu ausgebildet eine Rückmeldung zu den Ergebnissen oder ausgewählten
Aktionen der Auswerteeinheit 12, 14 zu verarbeiten. Dies wird dadurch ermöglicht,
dass die lokalen Datenbanken 16, 18 von der externen Überwachungseinheit oder auch
über eine direkte Kommunikation über nicht dargestellte Schnittstellen beschrieben
werden können und somit bisherige Aktionen bewertet werden können. Dabei ist insbesondere
die Kommunikation der Datenbank über eine Funk Schnittstelle mit einer App eines mobilen
Endgerätes vorgesehen. So können auf den Einsatzort oder auch Tür- oder Fensterspezifische
Grenzwerte oder Toleranzbereiche erkannt und aktualisiert und in die Datenbank eingepflegt
werden und das System 1 somit stetig verbessert und optimiert werden.
[0044] Weiterhin werden von der Auswerteeinheit 12, 14 die von den Sensoren 8, 10 übermittelten
Daten in der Datenbank 16, 18 gespeichert und hinsichtlich systemtypischer Bereiche
auch über einen längeren Zeitraum hinweg ausgewertet. Dabei können für den Einsatzort
und die Tür bzw. das Fenster übliche Messbereiche festgestellt werden und somit Toleranz-
und Grenzbereiche automatisiert festgelegt bzw. angepasst werden. Mit Hilfe entsprechende
Algorithmen, beispielsweise auf Basis künstlicher Intelligenz, können durch die Verknüpfung
und die Bewertung der gemessenen Sensorikdaten sich ändernde Umweltbedingungen toleranzseitig
abgebildet werden. Dadurch ist es nun nicht mehr notwendig das System 1 im Vorfeld
hinsichtlich der verwenden Systemkomponenten, wie beispielsweise die herstellerspezifischen
Unterschiede in den Türen oder Fenstern, Sensoren 8, 10 und äußeren Einflüsse zu konfigurieren,
sondern das System lernt automatisiert diese Einflussfaktoren zu bewerten und entsprechende
Kriterien für die auszuwählenden Aktionen zu erstellen.
[0045] Zur Erhöhung der Sicherheit umfasst das System 1 zur Zustandsbestimmung und/oder
zum Betreiben einer Tür oder eines Fensters einen Öffnungssensor zum Detektieren des
Öffnungszustandes der Tür oder des Fensters. Dazu ist in der ersten Kommunikationseinheit
2 ein Magnetkontakt 32 vorgesehen, der mit einem Magnet 34 in der zweiten Kommunikationseinheit
6 wechselwirkt. Dieser Öffnungssensor ist signaltechnisch direkt mit einer Einbruchmeldeanlage
verbunden. Diese zweite und separate Kommunikation mit einer externen Einheit erhöht
die Sicherheit des Systems 1. Trotzdem ist es zusätzlich möglich, dass die Daten des
Öffnungssensors an die Auswerteeinheit 12 übertragen werden, und bei der Auswertung
der übrigen Messwerte verwendet wird. Gerade bei der Auswahl einer Aktion durch die
Auswerteeinheit, beispielweise bei der Erzeugung eines Motorsignals für die automatische
Schließung der Tür oder des Fensters, ist die Information über den Öffnungszustand
der Tür oder des Fensters hilfreich.
[0046] Weiterhin ist in der ersten Kommunikationseinheit 2 ein Verteiler 36 vorgesehen.
Über diesen Verteiler 36 können weitere Komponenten (z. B. ein Riegelkontakt) angeschlossen
werden. Dabei ist Deckelüberwachung vorzusehen, die bei unautorisierter Öffnung und
Zugang zur Kommunikationseinheit 2 eine Meldung erzeugt.
[0047] Ein mögliches System 101 zur kontaktlosen Übertragung von Energie- und Daten zwischen
einer Sendeeinheit 102 und einer Empfangseinheit 104 ist in FIG. 2 dargestellt.
[0048] Das System 101 zur kontaktlosen Übertragung von Energie- und Daten nach der FIG.
2 umfasst eine Sendeeinheit 102 zum Übertragen von Energie und Daten an eine Empfangseinheit
104. Die Sendeeinheit 2 ist dabei in einem ersten Träger 106 angeordnet und die Empfangseinheit
104 in einem zweiten Träger 108. Der erste Träger 106 ist im Ausführungsbeispiel nach
FIG. 2 ein ortsfester Rahmen einer Tür oder eines Fensters, wohingegen der zweite
Träger 108 ein gegenüber dem ersten Träger 106 schwenkbarer oder verschiebbarer Fenster-
oder Türflügel ist.
[0049] Im Ausführungsbeispiel nach FIG. 2 ist die kontaktlose Energieübertragung von der
Datenübertragung getrennt. Es wird daher zunächst der Energiefluss beschrieben. Die
Sendeeinheit 102 wird von einer externen und nicht dargestellten Energiequelle gespeist
(Energiefluss 201), sie kann aber auch ein eigenes Netzteil umfassen. In der Sendeeinheit
102 ist dazu ein Energiespeicher 110 vorgesehen, der als Zwischenpuffer ausgebildet
sein kann. Von diesem Energiespieler 110 wird die Übertragungssteuerung 112 mit Energie
versorgt (Energiefluss 202). Es ist aber natürlich auch möglich, dass die Übertragungssteuerung
112 direkt von der externen Energiequelle mit Energie versorgt wird. Die Übertragungssteuerung
112 dient dazu einen ersten und senderseitig angeordneten Induktionsspule 114 mit
Strom zu versorgen (Energiefluss 203). Dazu ist die Übertragungssteuerung 112 ausgebildet
entsprechend der ihr zur Verfügung gestellten Informationen zu entscheiden, wann und
mit welcher Frequenz die erste Induktionsspule 114 angesteuert wird. Dabei ist insbesondere
der Wechsel in verschiedene Betriebsmodi vorgesehen. Diese Betriebsmodi unterscheiden
sich dabei durch die Frequenz, mit der die erste Induktionsspule 114 angesteuert wird
und somit durch die Übertragungsfrequenz der Sendeeinheit. Die Übertragungssteuerung
112 ist dabei gezielt dazu ausgebildet in einem ersten Betriebsmodus nur 1/3 der Resonanzfrequenz
als Übertragungsfrequenz zu nutzen. Dies ist der für den Betrieb übliche und zeitlich
am meisten genutzte Betriebsmodus des Systems 101. Um einzelne Lastspitzen auszugleichen
kann die Übertragungssteuerung 112 aber auch in einen zweiten Betriebsmodus wechseln,
indem die Übertragungsfrequenz der Resonanzfrequenz des Systems 1 entspricht. Je nach
Einsatzzweck kann die Übertragungssteuerung 112 auch weitere Betriebsmodi aufweisen,
in denen mit anderen Frequenzen gesendet wird.
[0050] Empfängerseitig ist im zweiten Träger 108 eine zweite Induktionsspule 116 angeordnet,
der die von der ersten Induktionsspule 114 ausgesandten elektromagnetischen Felder
aufnimmt und wiederum in Strom umwandelt. Auch wenn nicht gesondert dargestellt, ist
es neben der Übertragung von Energie über die Induktionsspulen 114, 116 auch möglich
Daten oder Signale über diese zu übertragen. Die Energie wird an einen Eingangskreis
118 weitergeleitet (Energiefluss 204) und von dort in einem zweiten, optionalen Energiespeicher
120 gespeichert (Energiefluss 205). Dieser optionale zweite Energiespeicher 120 versorgt
eine später noch zu beschreibende Detektionseinheit 144. Vom zweiten Energiespeicher
120 oder falls dieser nicht vorgesehen ist direkt vom Eingangskreis 118 wird der Strom
dem Energiemanagement 122 der Empfangseinheit 104 zugeführt (Energiefluss 206). Das
Energiemanagement 122 entscheidet nach vorgegeben Regeln und auf Basis der ihm zur
Verfügung gestellten Systemdaten, ob die Energie direkt dem über den Lastenausgang
124 angeschlossenen und nicht dargestellten Endgerät (Energiefluss 207, 208) zugeführt
wird oder aber ob die Energie zunächst in einem externen Energiespeicher 126 im zweiten
Träger 108 gespeichert wird (Energiefluss 209). Dies hängt davon ab, ob das Endgerät
gerade Energie benötigt oder nicht bzw. wieviel Energie benötigt wird. Das Endgerät
kann bei Bedarf auch wieder über das Energiemanagement 122 aus dem externen Energiespeicher
126 mit Energie versorgt werden, um Lastspitzen auszugleichen, ohne dass die Übertragungssteuerung
112 in einen anderen Betriebsmodus schalten muss. Der externe Energiespeicher 126
ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel als Superkondensator oder als Gruppe von Superkondensatoren
ausgebildet.
[0051] Datenseitig umfasst die Sendeeinheit 102 eine zentrale Datenverarbeitung 128, die
mit einer Auswerteeinheit 12 des zweiten Trägers signalseitig verbunden ist (bidirektionale
Datenleitung 223521). Ebenso ist die Datenverarbeitung 128 mit Singalaus- und -eingängen
132 verbunden (bidirektionale Datenleitung 222), um weitere externe Datenquellen oder
-empfänger anschließen zu können. Die Datenverarbeitung 128 ist dazu ausgelegt, die
an sie übermittelten Daten zu bearbeiten, filtern und entsprechende Steuerbefehle
oder vorgefertigte Informationspakete an die Übertragungssteuerung 112 zu senden (bidirektionale
Datenleitung 223) oder aber für die Kommunikation mit der Empfangseinheit an eine
senderseitig angeordnete Datenkommunikationsschnittstelle 134 zu senden (bidirektionale
Datenleitung 224). Die senderseitig angeordnete Datenkommunikationsschnittstelle 134
umfasst eine Sende- und Empfangseinheit und ist dazu ausgelegt die Daten, die an die
Empfangseinheit übermittelt werden oder auch von dieser empfangen werden bei Bedarf
zu ver- und entschlüsseln. Die Kommunikation mit der empfängerseitig angeordneten
Datenkommunikationsschnittstelle 136 erfolgt über drahtlose Kommunikation mit den
üblichen und für die Datenstruktur und -sicherheit gewünschten Protokollen (bidirektionale
Datenübertragung 225). Die empfängerseitig angeordnete Datenkommunikationsschnittstelle
136 ist wie die senderseitig angeordnete Datenkommunikationsschnittstelle 134 dazu
ausgebildet Daten zu senden und empfangen, sowie die Daten gegebenenfalls zu ver-
und entschlüsseln.
[0052] Auch die Empfangseinheit 104 umfasst eine zentrale Datenverarbeitung1 38, die analog
der zentralen Datenverarbeitung 128 der Sendeeinheit 102 eine signalseitige Verbindung
mit einer im zweiten Träger 108 angeordnete zweite Auswerteeinheit 14 und Signalaus-
und -eingängen 142 aufweist (bidirektionale Datenleitungen 226, 227). Die Datenverarbeitung
138 ist darüber hinaus ausgelegt, die übertragenen Daten von der empfängerseitig angeordneten
Datenkommunikationsschnittstelle 136 zu empfangen oder Daten zur Übertragung an diese
zu senden (bidirektionale Datenleitung 228). Die Datenverarbeitung 138 ist in der
Lage die empfangenen Daten aufzubereiten und an die zweite Auswerteeinheit 14, die
Signalaus- und -eingänge 142, den Lastenausgang 124 (bidirektionale Datenleitung 229)
oder aber auch das Energiemanagement 122 (bidirektionale Datenleitung 230) zu leiten
oder auch von diesen, insbesondere der zweiten Auswerteeinheit 14 zu empfangen.
[0053] Zur Erhöhung der Sicherheit und auch der Energieeffizienz der Übertragung umfasst
das Ausführungsbeispiel nach FIG. 2 auch eine Detektionseinheit 144. Dieser Detektionseinheit
144 ist dabei ein RFID-Detektor 146 in der Sendeeinheit 102 und ein RFID-Tag 148 in
der Empfangseinheit 104 zugeordnet. Ist der zweite Träger 108 in der Nähe des ersten
Trägers 106, also im üblichen Anwendungsfall, ist die Tür oder das Fenster geschlossen
und die Induktionsspulen 114, 116 somit in Reichweite zueinander, detektiert der RFID-Detektor
146 die Anwesenheit des RFID-Tags 148 (Datenübertragung 231). Dazu umfasst der RFID-Tag
148 eine Antenne. Mit dieser Anordnung kann nicht nur die Schließstellung des zweiten
Trägers 108 überwacht werden, es ist auch möglich über die ID des RFID-Tags 148 sicher
zu erkennen, dass auch nur die berechtigte Empfangseinheit 104 in der Nähe der Sendeeinheit
102 ist und keine Dritteinheiten. Die vom RFID-Detektor 146 ermittelten Daten vom
RFID-Tag 148 werden nun geprüft und der Übertragungseinheit 112 zugeführt (Datenleitung
232). Die Übertragungseinheit 112 kann nun auf Basis der geprüften Daten eine Energie-
und Datenübertragung initialisieren oder, falls keine zulässige Empfangseinheit in
der Nähe ist, stoppen.
[0054] Die Detektionseinheit 144 umfasst weiter eine Steuereinheit 150, die dazu ausgebildet
ist die Antenne des RFID-Tags 148 kurzzuschließen und so eine Übertragung an den RFID-Detektor
146 zu verhindern (Signalleitung 233). Dies wird insbesondere dann durchgeführt, wenn
sie Steuereinheit 150 vom Energiemanagement 122 oder dem zweiten Energiespeicher 120
die Information erhält, dass die Endgeräte keine weitere Energie benötigen, beispielsweise
weil der externe Speicher 126 ausreichend geladen ist (Signalleitung 234). Obwohl
der zweite Träger 108 nahe dem ersten Träger 106 ist, wie beispielsweise im Rahmen
einer Schließstellung einer Tür oder eines Fensters, erhält in diesem Falle der RFID-Detektor
146 kein Signal vom RFID-Tag 148, weshalb die Energie- und gegebenenfalls Datenübertragung
gestoppt wird.
[0055] Insgesamt ist das System 101 zur kontaktlosen Übertragung von Energie- und Daten
durch die Flexibilität der Übertragungsfrequenz und Steuerung der Energieübertragung
nach Bedarf besonders energieeffizient und weist eine besonders hohe elektromagnetische
Verträglichkeit auf.
[0056] Die Energie- und Datenübertragung des Systems 1 zur Zustandsbestimmung und/oder zum
Betreiben zwischen der ersten- und zweiten Kommunikationseinheit 2, 6 erfolgt somit
über die Sende- und Empfangseinheit 102, 104.
[0057] Besonders vorteilhaft an dem System 1 zur Zustandsbestimmung und/oder zum Betreiben
einer Tür oder eines Fensters ist, dass alle wesentlichen Komponenten eines Trägers
106, 108, wie beispielsweise Kommunikationsschnittstellen 4, 102, 104, Auswerteeinheit
12, 14, Datenbanken 16, 18 und Sensoren 8, 10, soweit dies von der Art und Messweise
des Sensors 8, 10 möglich ist, in einem gemeinsamen Modul mit einem gemeinsamen Gehäuse
verbaut sind, sodass der Installationsaufwand minimiert wird und ein besonders kompaktes
System geschaffen werden kann.
Bezugszeichenliste
[0058]
- 1
- System zur Zustandsbestimmung
- 2
- erste Kommunikationseinheit
- 4
- Kommunikationsschnittstelle
- 6
- zweite Kommunikationseinheit
- 8, 10
- Sensoren
- 12, 14
- Auswerteeinheit
- 16, 18
- Datenbank
- 20, 22
- Signalverarbeitung
- 24, 26
- Informationseinheit
- 28, 30
- Motorsteuerung
- 32
- Magnetkontakt
- 34
- Magnet
- 36
- Verteiler
- 101
- System zur kontaktlosen Energie- oder Datenübertragung
- 102
- Sendeeinheit
- 104
- Empfangseinheit
- 106
- erster Träger
- 108
- zweiter Träger
- 110
- erster Energiespeicher
- 112
- Übertragungssteuerung
- 114
- erste Induktionsspule
- 116
- zweite Induktionsspule
- 118
- Eingangskreis
- 120
- zweiter Energiespeicher
- 122
- Energiemanagement
- 124
- Lastausgang
- 126
- externer Energiespeicher
- 128
- Datenverarbeitung
- 132
- Signalaus- und -eingänge
- 134
- Datenkommunikationsschnittstelle
- 136
- Datenkommunikationsschnittstelle
- 138
- Datenverarbeitung
- 142
- Signalaus- und -eingänge
- 144
- Detektionseinheit
- 146
- RFID-Detektor
- 148
- RFID-Tag
- 150
- Steuereinheit
1. Verfahren zur Zustandsbestimmung und/oder zum Betreiben einer Tür oder eines Fensters
wobei eine Energie- und/oder Datenübertragung zwischen einer an einem ortsfesten ersten
Träger (106) angeordneten ersten Kommunikationseinheit (2) und einer an einem zweiten
Träger (108) angeordneten zweiten Kommunikationseinheit (6), wobei der zweite Träger
(108) gegenüber dem ersten Träger (106) schwenkbar oder verschiebbar ist, vorgesehen
ist und die erste Kommunikationseinheit (2) energie- und/oder signalseitig mit einer
zentralen und/oder mobilen Überwachungseinheit verbunden ist dadurch gekennzeichnet, dass
die erste und/oder zweite Kommunikationseinheit (2, 6) mittels einer integrierten,
lokalen Auswerteeinheit (12, 14) eintreffende Messdaten aus einer Mehrzahl an Sensoren
(8, 10) hinsichtlich hinterlegter und/oder ermittelter Kriterien auswertet,
und dass das Ergebnis der Auswertung der lokalen Auswerteeinheit (12, 14) eine Funktion
von mindestens zwei Messdaten verschiedenartiger Sensoren ist.
2. Verfahren zur Zustandsbestimmung und/oder zum Betreiben einer Tür oder eines Fensters
nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die lokale Auswerteeinheit (12, 14) in Abhängigkeit des Ergebnisses der Auswertung
Steuerbefehle an eine Steuereinheit (28, 30) der Tür oder des Fensters und/oder Informationssignale
an eine optische oder akustische Anzeigeeinheit (24, 26) und/oder Datensignale an
die zentrale oder mobile Überwachungseinheit erstellt und sendet.
3. Verfahren zur Zustandsbestimmung und/oder zum Betreiben einer Tür oder eines Fensters
nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der lokalen Auswerteeinheit (12, 14) in Reaktion auf die Übersendung der Steuerbefehle,
Informationssignale und/oder Datensignale eine Rückmeldung zum Ergebnis gesendet wird,
das zusammen mit dem Ergebnis und den verwendeten Messdaten in einer Datenbank (16,
18) hinterlegt wird.
4. Verfahren zur Zustandsbestimmung und/oder zum Betreiben einer Tür oder eines Fensters
nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückmeldung bei einer zukünftigen Auswertung als Kriterium berücksichtigt wird.
5. Verfahren zur Zustandsbestimmung und/oder zum Betreiben einer Tür oder eines Fensters
nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Energie- und /oder Datenübertragung zwischen der ersten und zweiten Kommunikationseinheit
(2, 6) kontaktlos erfolgt.
6. System (1) zur Zustandsbestimmung und/oder zum Betreiben einer Tür oder eines Fensters
mit einer ersten Kommunikationseinrichtung (2) an einem ortsfesten ersten Träger (106)
und einer zweiten Kommunikationseinrichtung (6) an einem zweiten Träger (108), wobei
der zweite Träger (108) gegenüber dem ersten Träger (106) schwenk- oder verschiebbar
angeordnet ist und zwischen der ersten und zweiten Kommunikationseinrichtung (2, 6)
eine Energie- und/oder Datenübertragung vorgesehen ist, wobei die erste Kommunikationseinrichtung
(2) energie- und/oder signalseitig mit einer zentralen und/oder mobilen Überwachungseinheit
verbunden ist, wobei die erste und/oder zweite Kommunikationseinheit (2, 6) eine Mehrzahl
von Sensoren (8, 10) umfasst,
dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder zweite Kommunikationseinheit (2, 6) eine lokale Auswerteeinheit
(12, 14) aufweist
und, dass zumindest zwei verschiedenartige Sensoren (2, 6) vorgesehen sind und die
Auswerteeinheit (12, 14) dazu ausgelegt ist die Messdaten der verschiedenartigen Sensoren
(2, 6) in Relation zueinander und auf Basis von hinterlegten und/oder ermittelten
Kriterien auszuwerten.
7. System (1) zur Zustandsbestimmung und/oder zum Betreiben einer Tür oder eines Fensters
nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei verschiedenartige Sensoren (8, 10) aus der Gruppe der Temperatursensoren,
Erschütterungssensoren, Zykluszähler, Neigungssensor und/oder Feuchtigkeitssensor
sind.
8. System (1) zur Zustandsbestimmung und/oder zum Betreiben einer Tür oder eines Fensters
nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und/oder zweite Kommunikationseinheit (2, 6) eine Datenbank (16, 18) mit
Auswertekriterien und Rückmeldeinformationen zu bisherigen Auswertungen umfasst, auf
die die Auswerteeinheit (12, 14) zur Auswertung der Messdaten zugreift.
9. System (1) zur Zustandsbestimmung und/oder zum Betreiben einer Tür oder eines Fensters
nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Öffnungssensor (32, 34) zum Detektieren des Öffnungszustandes der Tür
oder des Fensters vorgesehen ist.