[0001] Die Erfindung betrifft eine Feuerlöschanlage und ein Verfahren zum Kontrollieren
eines Feuers. Die Feuerlöschanlage umfasst eine Mehrzahl von Sprinklern.
[0002] Die Sprinkler einer Feuerlöschanlage sind üblicherweise so eingerichtet, dass sie
bei Überschreiten einer Temperaturschwelle auslösen. Es tritt dann ein Löschmittel
aus der Feuerlöschanlage aus und wirkt gegen ein Feuer, das die Temperaturerhöhung
verursacht hat.
[0003] In einem mit einer Feuerlöschanlage ausgestatteten Gebäude kann es Bereiche geben,
die besonders vor der Ausbreitung eines Feuers geschützt werden sollen. Dazu können
beispielsweise Treppenhäuser, Fluchtwege oder von dem Ort des Feuers separate Gebäudeteile
gehören. Eine Gefahr kann beispielsweise darin bestehen, dass das Feuer auf den zu
schützenden Bereich übergreift oder dass Rauchgase sich in den geschützten Bereich
ausbreiten, so dass ein Aufenthalt von Menschen dort unmöglich wird.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Feuerlöschanlage und ein Verfahren
zum Löschen eines Feuers vorzustellen, mit denen die Auswirkungen eines Feuers auf
einen geschützten Bereich begrenzt werden können. Ausgehend vom genannten Stand der
Technik wird die Aufgabe gelöst mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche. Vorteilhafte
Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0005] Die erfindungsgemäße Feuerlöschanlage umfasst einen Auslösesensor, der beim Auslösen
eines ersten Sprinklers ein Signal gibt. Eine Steuereinheit verarbeitet das Signal
des Auslösesensors, um Steuerbefehle zu erzeugen, mit denen eine Mehrzahl von zweiten
Sprinklern ausgelöst wird, so dass die Sprühkegel der zweiten Sprinkler miteinander
überlappen und dass die Sprühkegel der zweiten Sprinkler einen Löschmittelvorhang
bilden, der zwischen dem ersten Sprinkler und einem zu schützenden Bereich angeordnet
ist.
[0006] Als Sprühkegel wird der Raumbereich bezeichnet, über den sich das aus einem Sprinkler
austretende Löschmittel verteilt. Der Raumbereich kann annähernd kegelförmig sein,
eine Einschränkung auf die geometrische Form eines Kegels ist mit dem Begriff Sprühkegel
aber nicht verbunden. Das Löschmittel ist meist ein flüssiges Löschmittel, das in
Form von Tropfen aus dem Sprinkler austritt. Die Tropfen sind schwerer als Luft, so
dass sie mit der Schwerkraft auf den Boden fallen. Die Tropfen bilden den Sprühkegel
des Sprinklers. Die Sprühkegel zweier Sprinkler überlappen miteinander, wenn der Flächenbereich,
in dem die Tropfen des ersten Sprinklers auf dem Boden auftreffen, sich mit dem Flächenbereich
überschneidet, in dem die Tropfen des zweiten Sprinklers auf dem Boden auftreffen.
[0007] Die Erfindung hat erkannt, dass mit einem aus überlappenden Sprühkegeln gebildeten
Löschmittelvorhang der zu schützende Bereich vor den Auswirkungen des Feuers geschützt
werden kann. Einerseits kann das Feuer sich nicht durch den Löschmittelvorhang hindurch
ausbreiten. Andererseits werden die Rauchgase durch den Löschmittelvorhang gehindert,
in den zu schützenden Bereich überzutreten. Hingegen bildet der Löschmittelvorhang
kein Hindernis für Personen. Personen, die auf der Flucht vor dem Feuer sind, können
durch den Löschmittelvorhang hindurchtreten und sind damit sowohl vor dem Feuer als
auch vor den Rauchgasen geschützt.
[0008] Das Löschmitteln ist vorzugsweise ungiftig, beispielsweise kann Wasser als Löschmittel
verwendet werden. Der Löschmittelvorhang ist dann ein Wasservorhang.
[0009] Die zweiten Sprinkler können an der Decke eines Raums aufgehängt sein, so dass die
Sprühkegel sich von der Decke des Raums bis zu einem unter der Decke angeordneten
Boden erstrecken. In dem Bereich zwischen der Decke und dem Boden kann ein Durchgang
angeordnet sein, der von Personen genutzt wird. Es hat sich gezeigt, dass es nicht
zwingend erforderlich ist, eine Überlappung zwischen den Sprühkegel herbeizuführen,
die sich über die gesamte Höhe zwischen dem Boden und der Decke erstreckt. Vermutlich
infolge von Luftverwirbelungen stellt sich die Wirkung des Löschmittelvorhangs auch
dann ein, wenn es benachbart zu der Decke einen Bereich gibt, in dem benachbarte Sprühkegel
nicht miteinander überlappen. Bevorzugt erstreckt der Überlappungsbereich zweier benachbarter
Sprühkegel sich über wenigstens 30 %, vorzugsweise wenigstens 50 %, weiter vorzugsweise
wenigstens 70 % der Höhe zwischen den Sprinklern und dem Boden. Umfasst sind auch
Ausführungsformen, bei denen der Überlappungsbereich sich über die gesamte Höhe zwischen
den Sprinklern und dem Boden erstreckt.
[0010] Die Ausdehnung des Löschmittelvorhangs kann vergrößert werden, indem der Löschmittelvorhang
aus mehr als zwei zweiten Sprinklern gebildet wird. Es gibt dann in der Mitte des
Löschmittelvorhangs einen oder mehrere zentrale Sprühkegel, die mit zwei benachbarten
Sprühkegeln überlappen. Durch Anordnen einer geeigneten Anzahl von zweiten Sprinklern
nebeneinander kann die Länge des Löschmittelvorhangs beliebig ausgedehnt werden. Der
Löschmittelvorhang kann beispielsweise aus den Sprühkegeln von wenigstens 5, vorzugsweise
wenigstens 10, weiter vorzugsweise wenigstens 20 zweiten Sprinklern zusammengesetzt
sein.
[0011] Der Löschmittelvorhang kann sich ohne Unterbrechung zwischen zwei seitlichen Begrenzungen
erstrecken. Zwischen den beiden seitlichen Begrenzungen kann ein Durchgang gebildet
sein, der zwischen einer Decke, einem Boden und zwei seitlichen Wänden angeordnet
ist. Der Löschmittelvorhang kann sich von der ersten seitlichen Wand bis zu der zweiten
seitlichen Wand erstrecken, indem die beiden äußeren Sprühkegel des Löschmittelvorhangs
jeweils mit einer der beiden seitlichen Wände überlappen. Das Feuer und die Rauchgase
werden durch einen solchen Löschmittelvorhang daran gehindert, sich in den jenseits
des Löschmittelvorhangs liegenden Bereich auszubreiten. Der Durchgang kann beispielsweise
eine Verbindung zwischen einem ersten Gebäudeteil und einem zweiten Gebäudeteil bilden.
Bei einem Feuer im ersten Gebäudeteil kann der zweite Gebäudeteil vor den Auswirkungen
des Feuers geschützt werden.
[0012] Möglich ist auch, dass mit dem Löschmittelvorhang ein erster Abschnitt eines Gebäudes
von einem zweiten Abschnitt eines Gebäudes getrennt wird. Beispielsweise kann in einer
Lagerhalle ein Löschmittelvorhang zwischen zwei gegenüberliegenden Außenwänden erzeugt
werden, um die Lagerhalle in zwei Abschnitte zu unterteilen. Hat beispielsweise die
Lagerhalle einen Gang, der sich über die Breite der Lagerhalle erstreckt, so kann
der Löschmittelvorhang entlang dem Gang angeordnet sein.
[0013] In einer Ausführungsform erstreckt der Löschmittelvorhang sich entlang einem geschlossenen
Weg um einen zu schützenden Bereich herum. Der Löschmittelvorhang kann so gestaltet
sein, dass jeder Sprühkegel des Löschmittelvorhangs mit zwei benachbarten Sprühkegeln
überlappt. Mit einem solchen Löschmittelvorhang kann beispielsweise ein Treppenhaus
geschützt werden, das mittig in einem Raum oder einem Gebäude angeordnet ist, also
nicht durch eine Wand des Gebäudes begrenzt ist. Mit einem Löschmittelvorhang rund
um das Treppenhaus herum wird das Feuer daran gehindert, sich durch das Treppenhaus
hindurch in ein anderes Stockwerk auszubreiten, und werden Rauchgase daran gehindert,
durch das Treppenhaus hindurch in ein anderes Stockwerk überzutreten. Von Personen
hingegen kann das Treppenhaus im Wesentlichen ungehindert genutzt werden.
[0014] Möglich ist auch, dass ein zu schützender Bereich nur zu einer Seite hin durch eine
Wand begrenzt ist. Dies kann beispielsweise bei einem Treppenhaus der Fall sein, dass
neben einer Wand angeordnet ist und im Übrigen in den freien Raum übergeht. In einem
anderen Beispiel soll benachbart zu einer Wand ein vor den Auswirkungen des Feuers
geschützter Bereich eingerichtet werden. In diesem Bereich können sich beispielsweise
Personen sammeln, die auf eine Rettung durch die Feuerwehr warten. Der Löschmittelvorhang
kann in einem solchen Fall so gestaltet sein, dass er sich von einem ersten Abschnitt
der Wand um den zu schützenden Bereich herum bis zu einem zweiten Abschnitt der Wand
erstreckt.
[0015] Allgemeiner gesprochen kann der Löschmittelvorhang sich ohne Unterbrechung entlang
einem geraden oder anders geformten Weg von einer ersten seitlichen Begrenzung bis
zu einer zweiten seitlichen Begrenzung erstrecken. Zwischen der ersten seitlichen
Begrenzung und der zweiten seitlichen Begrenzung steht dann kein Weg zur Verfügung,
entlang dem sich das Feuer direkt oder in Form von Rauchgasen auswirken kann.
[0016] Die Feuerlöschanlage kann eine größere Zahl von Sprinklern umfassen, beispielsweise
mindestens 10 Sprinkler, vorzugsweise mindestens 20 Sprinkler, weiter vorzugsweise
mindestens 50 Sprinkler. Alle Sprinkler der Feuerlöschanlage oder ein Teil der Sprinkler
der Feuerlöschanlage können mit einem Auslösesensor ausgestattet sein. Alle Sprinkler
der Feuerlöschanlage oder ein Teil der Sprinkler der Feuerlöschanlage können so eingerichtet
sein, dass sie durch einen Steuerbefehl von der Steuereinheit ausgelöst werden können.
Die Anzahl der zweiten Sprinkler, die zum Erzeugen des Löschmittelvorhangs ausgelöst
werden, ist vorzugsweise kleiner als 50 %, weiter vorzugsweise kleiner als 20 %, weiter
vorzugsweise kleiner als 10 % der Gesamtzahl der Sprinkler der Feuerlöschanlage. Die
Sprinkler können an ein Rohrsystem angeschlossen sein; im Bereitschaftszustand der
Feuerlöschanlage kann ein Überdruck in dem Rohrsystem anliegen.
[0017] Die Steuereinheit der Feuerlöschanlage kann so eingerichtet sein, dass sie nach dem
Auslösen des ersten Sprinklers Steuerbefehle an eine Mehrzahl von Wasservorhängen
erzeugt. Zwei Wasservorhänge sind getrennt voneinander, wenn die Sprühkegel der Wasservorhänge
nicht miteinander überlappen.
[0018] Die Sprinkler können eine Auslassöffnung aufweisen, die im Bereitschaftszustand der
Feuerlöschanlage geschlossen ist und die geöffnet ist, wenn der Sprinkler ausgelöst
hat. Nach dem Auslösen tritt das Löschmittel durch den Sprinkler aus dem Rohrsystem
aus. Der Sprinkler kann ein Auslöseelement umfassen, das im Bereitschaftszustand der
Feuerlöschanlage die Auslassöffnung im geschlossenen Zustand hält.
[0019] Die Auslassöffnung des Sprinklers kann im Bereitschaftszustand mit einem Stopfen
verschlossen sein, der beim Auslösen des Sprinklers entfernt wird. Das Auslöseelement
des Sprinklers kann im Bereitschaftszustand der Feuerlöschanlage den Stopfen im geschlossenen
Zustand halten. Beim Auslösen des Sprinklers kann das Auslöseelement den Stopfen freigeben,
so dass der Stopfen aufgrund eines Überdrucks in dem Rohrsystem aus der Auslassöffnung
herausgedrückt wird.
[0020] Das Auslöseelement kann dazu ausgelegt sein, auf Wärmeeinwirkung zu reagieren. Beispielsweise
kann das Auslöseelement als Schmelzlot gestaltet sein, das bei Umgebungstemperatur
fest ist und unter Wärmeeinwirkung schmilzt. Möglich ist auch ein Auslöseelement in
Form eines Glasfasses, das bei Wärmeeinwirkung zerspringt. Das Glasfass kann sich
im Bereitschaftszustand der Feuerlöschanlage zwischen dem Stopfen und einem Sprühteller
des Sprinklers abstützen. Der Sprühteller kann dazu ausgelegt sein, einen aus der
Auslassöffnung des Sprinklers austretenden Löschmittelstrahl zur Seite umzulenken,
so dass sich ein Sprühkegel bildet. Vorzugsweise wird das Löschmittel im Wesentlichen
gleichmäßig über alle seitlichen Richtungen verteilt.
[0021] Der Auslösesensor kann einen elektrischen Leiterweg umfassen, in den das Auslöseelement
eingebunden ist. Mit dem Zerspringen des Glasfasses wird der elektrische Leiterweg
unterbrochen. Die Unterbrechung des Leiterwegs kann für die Steuereinheit ein Signal
darstellen, dass der Sprinkler ausgelöst hat. In einer Ausführungsform ist das Auslöseelement
ein mit einer elektrisch leitenden Beschichtung versehenes Glasfass und der elektrische
Leiterweg wird durch Zerspringen des Glasfasses unterbrochen.
[0022] Der Steuerbefehl, mit dem die den Löschmittelvorhang bildenden zweiten Sprinkler
ausgelöst werden, kann beispielsweise über eine kabelgebundene Verbindung oder eine
Funkverbindung von der Steuereinheit zu den zweiten Sprinklern übertragen werden.
In einer Ausführungsform gibt es einen elektrischen Stromkreis, der sich von der Steuereinheit
über das Auslöseelement des zweiten Sprinklers erstreckt. Indem ein elektrischer Strom
durch den Stromkreis geleitet wird, kann das Auslöseelement ausgelöst werden.
[0023] Das Auslösesignal kann eine Information dazu enthalten, welcher Sprinkler ausgelöst
hat. Eine solche Information kann in dem Auslösesignal kodiert sein; alternativ kann
einem Auslösesensor beispielsweise eine eindeutige Position in einem Datenbuskabel
zugeordnet sein. Die Steuereinheit kann eine elektronische Datenverarbeitungseinheit
mit einem Speicher umfassen, wobei Informationen über die räumliche Position der Sprinkler
in dem Löschgebiet auf dem Speicher hinterlegt sind. Abhängig von der räumlichen Position
des ausgelösten ersten Sprinklers kann in der Steuereinheit entschieden werden, in
welchen Bereichen des Gebäudes ein Löschmittelvorhang erzeugt werden soll.
[0024] Die Feuerlöschanlage kann einen Löschmittelvorrat umfassen, aus dem ein Rohrsystem
der Feuerlöschanlage mit Löschmittel gespeist wird. Der Löschmittelvorrat kann ein
Element der Feuerlöschanlage sein. Dies kann beispielsweise realisiert werden, indem
der Löschmittelvorrat ein mit Löschmittel gefüllter Tank ist. Möglich ist auch, dass
die Feuerlöschanlage an einen zu der Feuerlöschanlage externen Löschmittelvorrat angeschlossen
ist. Der Löschmittelvorrat kann in diesem Fall beispielsweise eine Wasserleitung sein.
[0025] Als Bereitschaftszustand der Feuerlöschanlage wird es bezeichnet, wenn alle Sprinkler
des Rohrsystems geschlossen sind und die Feuerlöschanlage im Übrigen soweit aktiv
ist, dass nach dem Auslösen eines Sprinklers Löschmittel austreten kann. Die Feuerlöschanlage
kann eine Trockenanlage sein, bei der im Bereitschaftszustand der Feuerlöschanlage
das Rohrsystem mit einem Gas, insbesondere mit Luft gefüllt ist. Möglich ist auch,
dass das Rohrsystem schon im Bereitschaftszustand der Feuerlöschanlage mit Löschmittel
gefüllt ist.
[0026] Die Erfindung betrifft außerdem ein Gebäude, das mit einer erfindungsgemäßen Feuerlöschanlage
ausgestattet ist. Das Gebäude kann der Unterbringung von Menschen dienen; beispielsweise
kann das Gebäude ein Wohngebäude, ein Bürogebäude, ein Krankenhaus oder ein Einkaufsgebäude
sein. Das Gebäude kann der Unterbringung von Gegenständen dienen; beispielsweise kann
das Gebäude ein Lagergebäude oder ein Fabrikgebäude sein. Das Gebäude kann ein oder
mehrere Stockwerke umfassen.
[0027] Die Erfindung betrifft außerdem ein Verfahren zum Kontrollieren eines Feuers, bei
dem nach dem Auslösen eines ersten Sprinklers Steuerbefehle erzeugt werden, mit denen
eine Mehrzahl von zweiten Sprinklern ausgelöst wird, so dass die Sprühkegel der zweiten
Sprinkler miteinander überlappen und dass die Sprühkegel der zweiten Sprinkler einen
Löschmittelvorhang bilden, der zwischen dem ersten Sprinkler und einem zu schützenden
Bereich angeordnet ist.
[0028] Das Verfahren kann mit weiteren Merkmalen fortgebildet werden, die im Zusammenhang
der erfindungsgemäßen Feuerlöschanlage beschrieben sind. Die Feuerlöschanlage kann
mit weiteren Merkmalen fortgebildet werden, die im Zusammenhang des erfindungsgemäßen
Verfahrens beschrieben sind.
[0029] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen anhand
vorteilhafter Ausführungsformen beispielhaft beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1:
- ein Gebäude mit einer erfindungsgemäßen Feuerlöschanlage in einer schematischen Darstellung;
- Fig. 2:
- einen Horizontalschnitt durch das Gebäude aus Fig. 1;
- Fig. 3:
- einen Schnitt entlang Linie A-A in Fig. 2;
- Fig. 4:
- eine Lagerhalle mit einer erfindungsgemäßen Feuerlöschanlage;
- Fig. 5:
- eine weitere Ausführungsform einer Lagerhalle mit einer erfindungsgemäßen Feuerlöschanlage;
- Fig. 6-8:
- weitere Ausführungsformen von Gebäuden mit erfindungsgemäßen Feuerlöschanlagen;
- Fig. 9:
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Feuerlöschanlage;
- Fig. 10:
- einen Sprinkler einer erfindungsgemäßen Feuerlöschanlage;
- Fig. 11:
- eine schematische Darstellung einer alternativen Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Feuerlöschanlage;
- Fig. 12:
- eine schematische Darstellung einer Feuerlöschanlage.
[0030] Eine Feuerlöschanlage in Fig. 12 umfasst eine Mehrzahl von Sprinklern 18, die an
ein Rohrsystem in Form einer Rohrleitung 17 angeschlossen sind. Jeder Sprinkler 18
hat eine Auslassöffnung, die im Bereitschaftszustand der Feuerlöschanlage geschlossen
ist. Erhöht sich nach dem Ausbruch eines Feuers die Temperatur, so löst ein erster
Sprinkler 23 aus, wodurch die Auslassöffnung des ersten Sprinklers 23 geöffnet wird.
[0031] Die Feuerlöschanlage ist im Bereitschaftszustand mit Wasser als Löschmittel gefüllt.
Nach dem Auslösen des ersten Sprinklers 23 wird eine Pumpe 21 in Betrieb gesetzt,
die Wasser aus einem Löschmittelvorrat 20 ansaugt. Das Löschmittel wird entlang der
Rohrleitung 17 bis zu dem ersten Sprinkler 23 gefördert. Das Löschmittel tritt aus
der Auslassöffnung des ersten Sprinklers 23 aus und kann gegen das Feuer wirken.
[0032] In Fig. 9 ist die Darstellung beschränkt auf einen Ausschnitt der Rohrleitung 17
der Feuerlöschanlage mit einem ersten Sprinkler 23 und einem zweiten Sprinkler 24.
Die Feuerlöschanlage umfasst eine Brandzentrale 25, die über elektrische Leitungen
26 mit jedem der Sprinkler 18 der Feuerlöschanlage gekoppelt ist.
[0033] Die Sprinkler 18 der Feuerlöschanlage umfassen gemäß Fig. 10 ein Glasfass 27, durch
den ein Stopfen (nicht gezeigt) so in Position gehalten wird, dass die Auslassöffnung
des Sprinklers 18 geschlossen ist. Überschreitet die Temperatur eine vorgegebene Temperaturschwelle,
so zerspringt das Glasfass 27 und die Auslassöffnung des Sprinklers 18 wird freigegeben.
[0034] Das Glasfass 27 ist mit einer Beschichtung aus einem elektrisch leitenden Material
versehen. Die elektrisch leitenden Beschichtung ist in einen Stromkreis eingebunden,
der sich in Form eines geschlossenen Leiterwegs von einem Sensormodul 28 zu dem Glasfass
27 und zurück zu dem Sensormodul 28 erstreckt. Der Stromkreis wird unterbrochen, wenn
das Glasfass 27 des ersten Sprinklers 23 zerspringt. Das Sensormodul 28 registriert
die Unterbrechung des Stromkreises und sendet ein Signal an eine Steuereinheit 29.
Das Sensormodul 28 und das daran angeschlossene Glasfass 27 bilden einen Auslösesensor
im Sinne der Erfindung.
[0035] Nach dem Empfang des Signals von dem Auslösesensor 27, 28 sendet die Steuereinheit
29 einen Steuerbefehl an ein Kontrollmodul 30, eine Mehrzahl von zweiten Sprinklern
24 auszulösen. Das Kontrollmodul 30 speist elektrischen Strom in die zu den zweiten
Sprinklern 24 gehörigen Leitungen 26 ein, um die Glasfässer 27 der zweiten Sprinkler
24 zu erwärmen. Das Einspeisen des elektrischen Stroms wird fortgesetzt, bis die jeweilige
Temperaturschwelle überschritten ist und das Glasfass 27 zerspringt. Die zweiten Sprinkler
24 sind damit ebenfalls ausgelöst.
[0036] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 11 umfasst die Feuerlöschanlage ein verzweigtes
Rohrsystem 17 mit einer Mehrzahl von Rohrsträngen 31, wobei jeder Rohrstrang 31 mit
einer Mehrzahl von Sprinklern 18 ausgestattet ist. Jedem Sprinkler 18 ist eine Sprinklersteuerung
32 zugeordnet, die über ein Datennetz 33 mit der Steuereinheit 29 kommuniziert. Zwischen
der Sprinklersteuerung 32 und dem Glasfass 27 des zugehörigen Sprinklers 18 ist ein
elektrischer Stromkreis eingerichtet, über den die Sprinklersteuerung 32 einerseits
den Zustand des Glasfasses 27 detektieren kann und andererseits das Glasfass 27 erhitzen
kann, um den Sprinkler 18 zum Auslösen zu bringen.
[0037] Stellt die Sprinklersteuerung 32 fest, dass der zugehörige Sprinkler 18 ausgelöst
hat, wird ein Signal an die Steuereinheit 29 gesendet. Die Steuereinheit verarbeitet
das Signal von der Sprinklersteuerung 32 des ersten Sprinklers 23, um zweite Sprinkler
24 zu ermitteln, die zum Erzeugen eines erfindungsgemäßen Wasservorhangs 14 durch
einen Steuerbefehl zum Auslösen gebracht werden sollen. Die Steuereinheit 29 ist außerdem
mit einer Bedieneinheit 35 ausgestattet, mit der ein Wasservorhang 14 manuell ausgelöst
werden können.
[0038] Fig. 1 zeigt einen vertikalen Schnitt durch ein Gebäude 15 mit einer an der Decke
angeordneten Feuerlöschanlage 16. Die Feuerlöschanlage umfasst gemäß dem horizontalen
Schnitt in Fig. 2 mehrere Stränge 31 mit jeweils mehreren Sprinklern 18, die über
die Fläche des Gebäudes verteilt sind. Das Gebäude 15 ist durch eine Wand 40 in zwei
Abschnitte 41, 42 unterteilt. Über einen Durchgang 43 in der Wand 40 sind die Abschnitte
41, 42 miteinander verbunden. Oberhalb des Durchgangs ist eine Mehrzahl von zweiten
Sprinklern 24 angeordnet, die gleichmäßig über die gesamte Breite des Durchgangs 43
verteilt sind.
[0039] Bei Auftreten eines Feuers in dem ersten Abschnitt 41 des Gebäudes 15 löst einer
der Sprinkler 18 als erster Sprinkler 23 aus. Das damit erzeugte Auslösesignal wird
in der Steuereinheit 29 verarbeitet, um alle oberhalb des Durchgangs 43 angeordneten
zweiten Sprinkler 24 auszulösen.
[0040] Gemäß Fig. 3 bildet das austretende Wasser bei jedem der zweiten Sprinkler 24 einen
Sprühkegel 44. Die zweiten Sprinkler 24 sind in einem so geringen Abstand zueinander
angeordnet, dass die Sprühkegel 44 zweier benachbarter zweiter Sprinkler 24 jeweils
miteinander überlappen. Es wird auf diese Weise ein durchgehender Wasservorhang gebildet,
der sich von der ersten seitlichen Begrenzung bis zur zweiten seitlichen Begrenzung
des Durchgangs 43 erstreckt. Die Überlappung erstreckt sich über mehr als 50 % der
Höhe zwischen den zweiten Sprinklern 24 und dem Boden.
[0041] Durch den Wasservorhang 14 wird verhindert, dass das Feuer oder mit dem Feuer erzeugte
Rauchgase aus dem ersten Abschnitt 41 in den zweiten Abschnitt 42 des Gebäudes 15
übertreten können. Die kleinen Lücken zwischen den Sprühkegeln 44 im oberen Bereich
des Durchgangs 43 sind unschädlich. Vermutlich aufgrund von Luftverwirbelungen treten
die Rauchgase auch in diesem Bereich nicht durch den Durchgang 43 hindurch.
[0042] In Fig. 4 ist ein Gebäude 15 in Form einer Lagerhalle gezeigt. Die Lagerhalle ist
mit einer Vielzahl von Hochregalen 45 ausgestattet zwischen denen Gänge angeordnet
sind. Ein Strang 31 der hier nur ausschnittsweise dargestellten Feuerlöschanlage 16
erstreckt sich quer durch die Lagerhalle von einer Wand bis zur gegenüberliegenden
Wand. Nach Ausbrechen eines Feuers und Auslösen eines ersten Sprinklers 23 werden
alle in Fig. 4 gezeigten zweiten Sprinkler 24 ausgelöst, so dass sich ein Wasservorhang
14 ergibt, der sich quer durch die Lagerhalle von der einen Außenwand bis zur gegenüberliegenden
Außenwand erstreckt. Ein Übertritt des Feuers oder von Rauchgasen in den anderen Bereich
der Lagerhalle wird durch den Wasservorhang 14 verhindert.
[0043] Die Fig. 5 zeigt eine Lagerhalle 15, in der der Strang 31 der Feuerlöschanlage 16
mit den zweiten Sprinklern 24 sich nicht geradlinig, sondern entlang einem zweifach
umgelenkten Weg zwischen den gegenüberliegenden Außenwänden erstreckt. Die Wirkung
ist die gleiche wie in Fig. 4. Nach Ausbrechen eines Feuers und Auslösen eines ersten
Sprinklers 23 wird ein Wasservorhang 14 gebildet, der sich ununterbrochen zwischen
den zwei gegenüberliegenden Außenwänden der Lagerhalle 15 erstreckt.
[0044] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 6 ist das Gebäude 15 ein Einkaufszentrum, in dessen
Zentrum ein freistehendes Treppenhaus 46 angeordnet ist. Das Treppenhaus 46 erstreckt
sich durch eine Öffnung in der Decke hindurch in ein darüber gelegenes Stockwerk.
Um die Öffnung herum ist an der Decke eine Rohrleitung 17 der Feuerlöschanlage 16
angeordnet, die mit einer Vielzahl von zweiten Sprinklern 24 versehen ist. Nach dem
Auslösen eines in Fig. 6 nicht dargestellten ersten Sprinklers 23 sendet die Steuereinheit
29 einen Auslösebefehl an alle zweiten Sprinkler 24 der Rohrleitung 17, so dass sich
ein Wasservorhang 14 ergibt, der sich entlang einem geschlossenen Weg um das Treppenhaus
46 herum erstreckt. Durch den Wasservorhang 14 wird verhindert, dass das Feuer oder
von dem Feuer verursachte Rauchgase sich durch die Öffnung in der Decke hindurch ausbreiten
können. Von Personen kann das Treppenhaus 46 weiterhin genutzt werden.
[0045] In Fig. 7 ist ein Gebäude 15 in Form eines Kaufhauses gezeigt, bei dem ein Treppenhaus
46 an eine Gebäudewand 47 angrenzt. Die Rohrleitung 17 erstreckt sich um das Treppenhaus
46 herum, so dass die Rohrleitung 17 gemeinsam mit der Gebäudewand 47 einen geschlossenen
Weg um das Treppenhaus 46 herum bildet. Nach Ausbruch eines Feuers werden alle zweiten
Sprinkler 24 der Rohrleitung 17 ausgelöst, so dass sich ein Wasservorhang 14 ergibt,
der sich ununterbrochen von einem ersten Bereich zu einem zweiten Bereich der Gebäudewand
47 erstreckt. Die Ausbreitung des Feuers und von Rauchgasen durch das Treppenhaus
46 wird verhindert, während das Treppenhaus 46 von Personen weiterhin genutzt werden
kann.
[0046] Ein Gebäude 15 in Fig. 8 umfasst einen großflächigen Saal 48 in einem Obergeschoss.
An einer Außenwand des Gebäudes 15 ist ein Segment des Saals mit einer Rohrleitung
17 der Feuerlöschanlage 16 abgegrenzt. Nach Ausbruch eines Feuers in dem Saal 48 werden
alle zweiten Sprinkler 24 der Rohrleitung 17 ausgelöst, so dass sich ein ununterbrochener
Wasservorhang 14 bildet, durch den das Segment von dem Rest des Saals 48 abgetrennt
ist. Personen in dem Saal können sich in das durch den Wasservorhang 14 abgetrennte
Segment begeben und dort warten, bis sie von außen über einen Fluchtweg 49 gerettet
werden.
1. Feuerlöschanlage mit einer Mehrzahl von Sprinklern (15), mit einem Auslösesensor (27,
28), der beim Auslösen eines ersten Sprinklers (23) ein Auslösesignal gibt, und mit
einer Steuereinheit (29), die das Auslösesignal verarbeitet, um Steuerbefehle zu erzeugen,
mit denen eine Mehrzahl von zweiten Sprinklern (24) ausgelöst wird, so dass die Sprühkegel
(44) der zweiten Sprinkler (24) miteinander überlappen und dass die Sprühkegel (44)
der zweiten Sprinkler (24) einen Löschmittelvorhang (14) bilden, der zwischen dem
ersten Sprinkler (23) und einem zu schützenden Bereich angeordnet ist.
2. Feuerlöschanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Löschmittelvorhang (14) ein Wasservorhang ist.
3. Feuerlöschanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Sprinkler (24) an der Decke eines Raums aufgehängt ist, so dass die Sprühkegel
(44) sich von der Decke zum Boden erstrecken.
4. Feuerlöschanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Überlappungsbereich zweier benachbarter Sprühkegel (44) sich über wenigstens
30 %, vorzugsweise wenigstens 50 %, weiter vorzugsweise wenigstens 70 % der Höhe zwischen
den zweiten Sprinklern (24) und dem Boden erstreckt.
5. Feuerlöschanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Löschmittelvorhang (14) sich ohne Unterbrechung zwischen zwei seitlichen Begrenzungen
erstreckt.
6. Feuerlöschanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den seitlichen Begrenzungen ein Durchgang (43) angeordnet ist.
7. Feuerlöschanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem Löschmittelvorhang (14) ein erster Gebäudeabschnitt (41) von einem zweiten
Gebäudeabschnitt (42) getrennt wird.
8. Feuerlöschanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Löschmittelvorhang (14) sich entlang einem geschlossenen Weg um einen zu schützenden
Bereich herum erstreckt.
9. Feuerlöschanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprinkler (18) eine Auslassöffnung aufweisen und dass die Auslassöffnung im Bereitschaftszustand
der Feuerlöschanlage durch ein Auslöseelement (27) in einem geschlossenen Zustand
gehalten wird.
10. Feuerlöschanlage nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Auslösesensor (27, 28) einen elektrischen Leiterweg umfasst, in den das Auslöseelement
(27) eingebunden ist.
11. Feuerlöschanlage nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Auslöseelement (27) ein mit einer elektrisch leitfähigen Beschichtung versehenes
Glasfass ist.
12. Gebäude mit einer Feuerlöschanlage (15) nach einem der Ansprüche 1 bis 11.
13. Verfahren zum Kontrollieren eines Feuers, bei dem nach dem Auslösen eines ersten Sprinklers
(23) Steuerbefehle erzeugt werden, mit denen eine Mehrzahl von zweiten Sprinklern
(24) ausgelöst wird, so dass die Sprühkegel (44) der zweiten Sprinkler (24) miteinander
überlappen und dass die Sprühkegel (44) der zweiten Sprinkler (24) einen Löschmittelvorhang
(14) bilden, der zwischen dem ersten Sprinkler (23) und einem zu schützenden Bereich
angeordnet ist.