[0001] Die Erfindung betrifft eine Flusszelle mit einer Sollbruchsperre in einem Kanalbereich
der Flusszelle.
[0002] Bekanntermaßen gewinnen mikrofluidische Flusszellen, wie sie z.B. in der medizinischen
Diagnostik zur Analyse biologischer Proben eingesetzt werden, zunehmend an Bedeutung.
Solche zumeist mit einem Betriebsgerät zu kombinierende Flusszellen umfassend mitunter
komplexe Netzwerke aus Kanälen, Speicher- und Reaktionskammern. Zum hermetischen Einschluss
gespeicherter Reagenzien weisen solche Flusszellen im Betriebsfall aufzubrechende
Sollbruchsperren auf.
[0004] Durch die vorliegende Erfindung wird eine neue Flusszelle der eingangs genannten
Art geschaffen, die gekennzeichnet ist durch mindestens eine Ausnehmung in einem Substrat
der Flusszelle, die einen Teil des Kanalbereichs bildet und eine Öffnung in einer
Oberfläche des Substrats aufweist, wobei die Öffnung durch eine mit der Oberfläche
verschweißte oder/und verklebte, die Sollbruchsperre bildende Sperrfolie hermetisch
verschlossen ist, sowie durch eine zur Anordnung über der Sperrfolie vorgesehene elastische
Schicht, die unter Bruch der Sperrfolie und Bildung eines Zugangs zu einem durch die
Sperrfolie und die Schicht begrenzten Kanalbereichsabschnitt in die Ausnehmung hinein
dehnbar ist.
[0005] Mit dem Aufbrechen der Sperrfolie ist ein Zugang zu einem sich an die Ausnehmung
anschließenden Kanalbereichsabschnitt mit einem durch die Sperrfolie und die elastische
Schicht begrenzten Strömungsquerschnitt gebildet, durch den ein Weitertransport von
Fluid innerhalb der Flusszelle erfolgen kann.
[0006] In einer Ausführungsform der Erfindung bildet das Substrat in einem an die Öffnung
der Ausnehmung angrenzenden Randbereich einen Ventilsitz, an den die elastische Schicht
und die Sperrfolie unter fluiddichter Trennung des Kanalbereichsabschnitts von der
Ausnehmung anpressbar sind. Entlang des Ventilsitzes bilden die elastische Schicht
und die Sperrfolie dann einen Verschluss, der eine Transportströmung zwischen der
elastischen Schicht und der Sperrfolie verhindert.
[0007] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform erstrecken/erstreckt sich die Sperrfolie
und/oder die elastische Schicht über mehrere, jeweils einen Teil eines Kanalbereichs
bildende Ausnehmungen mit einer Öffnung in der Substratoberfläche. Vorteilhaft lässt
sich auf diese Weise mit einer einzigen Sperrfolie oder/und elastischen Schicht in
einem effizienten Herstellungsverfahren eine Vielzahl von Sollbruchsperren und diesen
nachgeschalteten Ventilen erzeugen.
[0008] Es versteht sich, dass die Schicht durch ein von einer Betreibereinrichtung für die
Flusszelle umfasstes, gegen die elastische Schicht insbesondere senkrecht vorschiebbares
Stiftelement dehnbar sein kann.
[0009] Vorzugsweise ist das Stiftelement durch eine Antriebseinrichtung bewegbar, um z.B.
bei Vorschub die Sperrfolie zu durchbrechen und z.B. bei Zurückziehen einen durch
die Bruchstelle tretenden Fluidstrom zu ermöglichen.
[0010] Vorzugsweise ist das Stiftelement koaxial zu der Öffnung angeordnet, bei der es sich
zweckmäßig um eine kreisrunde Öffnung handelt. Durch ein solches Stiftelement kommt
es zu einer entlang des Ventilsitzes gleichmäßigen Anpresskraft.
[0011] Das Stiftelement weist zweckmäßig einen sich in Vorschubrichtung verringernden Querschnitt
auf, wobei der Querschnitt des Stiftelements insbesondere entgegen der Vorschubrichtung
auf einen Wert anwächst, der größer als der Öffnungsquerschnitt ist. In dem den Ventilsitz
bildenden Randbereich kommt es so zu einem den Vorschub des Stiftelements begrenzenden
Anschlag gegen die Flusszelle, durch den ein sicherer Ventilverschluss ermöglicht
wird.
[0012] Vorzugsweise sind in der Verschlussstellung des Stiftelements die elastische Schicht
und die Sperrfolie zwischen dem Ventilsitz und einem sich im Querschnitt in Vorschubrichtung
verringernden Abschnitt oder einer Ringschulter des Stiftelements eingeklemmt, so
dass sich zwischen der elastischen Schicht und der Sperrfolie eine hohe, für fluiddichten
Verschluss des Kanalbereichsabschnitts sorgende Flächenpressung ergibt. Zweckmäßig
ist die Ausnehmung in dem den Ventilsitz bildenden, an die Öffnung der Ausnehmung
grenzenden Randbereich aufgeweitet, insbesondere konisch aufgeweitet. Der von der
Ausnehmung in die Substratoberfläche übergehende Randbereich kann auch abgerundet
sein.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform ist die elastische Schicht in einem an den Kanalbereichsabschnitt
angrenzenden Flächenbereich mit der Sperrfolie verklebt oder/und verschweißt oder
lediglich durch ein Stempelelement der Betreibereichrichtung gegen die Sperrfolie
fluiddicht angepresst.
[0014] So kann die elastische Schicht Bestandteil der Flusszelle, Bestandteil der Betreibereinrichtung
oder eine separate, austauschbare Zwischenlage sein. Vorteilhaft kann im ersteren
Fall aus der Flusszelle kein Fluid austreten.
[0015] Die elastische Schicht liegt im Bereich des Kanalbereichsabschnitts nur lose auf
der Sperrfolie auf und ist unter Bildung eines Strömungsquerschnitts zwischen der
elastischen Schicht und der Sperrfolie durch Fluidinnendruck oder äußeren Saugdruck
dehnbar.
[0016] Alternativ kann die elastische Schicht unter Bildung eines Strömungsquerschnitts
zwischen der Schicht und der Sperrfolie in dem Kanalbereichsabschnitt permanent verformt
sein.
[0017] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Ausnehmung oder/und
das Stiftelement derart ausgebildet, dass in einer Vorschubposition des Stiftelements,
in welcher die elastische Schicht in die Ausnehmung hinein gedehnt ist, der kanalbereichsabschnitt
in Strömungsverbindung mit der Ausnehmung steht. Eine solche Ausführungsform ohne
der Sollbruchsperre nachgeschaltete Ventilfunktion kann vorteilhaft Betreibergeräte
mit federbeaufschlagten Stiftelementen nutzen, die nach Kontaktierung der Flusszelle
nicht mehr beweglich sind.
- Fig. 1 und 2
- Explosionsdarstellungen einer Flusszelle nach der Erfindung in verschiedenen perspektivischen
Ansichten,
- Fig. 3
- einen Ausschnitt aus einer erfindungsgemäßen Flusszelle mit einer Ventilfunktion in
verschiedenen Stellungen eines das Ventil ergänzenden Stiftelements eines Betriebsgerätes,
- Fig. 4
- zwei Varianten von Flusszellen gemäß Fig. 3,
- Fig. 5
- einen Ausschnitt aus einer Flusszelle gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel für
die Erfindung.
- Fig. 6
- einen Ausschnitt aus einer Flusszelle gemäß einem dritten Ausführungsbeispiel für
die Erfindung,
- Fig. 7
- verschiedene Varianten eines in einer Flusszelle nach der Erfindung verwendbaren Stiftelements
eines Betriebsgerätes,
- Fig. 8
- ein viertes Ausführungsbeispiel für eine Flusszelle nach der Erfindung,
- Fig. 9
- verschiedene Varianten einer Flusszelle entsprechend einem fünften Ausführungsbeispiel,
und
- Fig. 10
- ein Ausführungsbeispiel für ein Stiftelement einer Betreibereinrichtung.
[0018] Eine in Fig. 1 und 2 in verschiedenen perspektivischen Ansichten und in Explosionsdarstellung
gezeigte, in ihrer Grundform als Platte ausgebildete Flusszelle weist vier Hauptkomponenten
auf, ein bevorzugt aus Kunststoff spritzgegossenes Substrat 1, das auf seiner Unterseite
durch eine Folie 2 abgedeckt und auf seiner Oberseite mit einem Gehäusebauteil 3 verbunden
ist. Mit dem Substrat 1 verbunden ist ferner eine Folie 8', die vorzugsweise als Verbundfolie
aus Aluminium und Kunststoff hergestellt ist. Das durch Mehrkomponentenspritzgießen
hergestellte Gehäusebauteil 3 umfasst als Weichkomponente eine elastische Schicht
9', welche im Wesentlichen mit der Folie 8' zur Deckung kommt.
[0019] Wie sich Fig. 1 und 2 entnehmen lässt, umfasst die Flusszelle neben einem Netzwerk
von Kanälen eine Vielzahl von Funktionsbereichen, darunter insbesondere Speicher-
und Reaktionskammern. Teilweise arbeiten die Funktionsbereiche ergänzend mit einem
Betriebsgerät für die Flusszelle zusammen. Letzteres gilt insbesondere für nachstehend
anhand der Fig. 3 - 10 beschriebene Einrichtungen der Flusszelle.
[0020] Fig. 3 zeigt einen Ausschnitt aus einer Flusszelle, z.B. der Flusszelle von Fig.
1 und 2. Ein Substrat 1 ist auf einer Unterseite durch eine mit dem Substrat 1 verklebte
oder/und verschweißte Folie 2 abgedeckt. Die Folie 2 begrenzt einen in dem Substrat
1 durch eine Kanalausnehmung 6 und eine rundzylindrische Ausnehmung 7 gebildeten Kanalbereich.
Der Kanalbereich umfasst ferner eine Vorratskammer, z.B. für ein Reagenz, in welche
die Kanalausnehmung 6 mündet (nicht gezeigt).
An seiner der Folie 2 abgewandten Oberseite des Substrats 1 ist eine die Ausnehmung
7 überdeckende Sperrfolie 8 angeordnet. Indem die Sperrfolie 8 mit der Substratoberfläche
1 verklebt oder/und verschweißt ist, schließt sie die Ausnehmung 7 hermetisch ab.
Bei der Sperrfolie 8 handelt es sich in dem Beispiel um eine Verbundfolie aus einer
Kunststoff- und einer Metallschicht, insbesondere Aluminiumschicht. Die Kunststoffschicht
ist der Ausnehmung 7 zugewandt. Die Sperrfolie 8 kann z.B. durch die in Fig. 1 und
2 gezeigte Folie 8' gebildet sein.
[0021] Während die Sperrfolie 8 mit dem Substrat 1 fest verbunden ist, liegt eine über der
Folie 8 angeordnete elastische Schicht 9 in dem in Figur 3 gezeigten Bereich nur lose
an der Sperrfolie 8 an. Die Schicht 9 kann Bestandteil der Schicht 9' des in Fig.
1 und 2 gezeigten Gehäusebauteils 3 sein, wo sie an (in Fig. 3 nicht sichtbaren) Rändern
rahmenartig fixiert und in Richtung parallel zur Substratoberfläche arretiert ist.
Gegen die Schicht 9 liegt ein Stempelelement 10 eines Betriebsgeräts für die Flusszelle
an. Das Stempelelement 10 weist einen in Form eines geschlossenen Rings vorstehenden
Steg 11 auf, durch welchen die elastische Schicht 9 fluiddicht gegen die mit dem Substrat
1 verschweißte oder/und verklebte Sperrfolie 8 gedrückt und dabei parallel zur Substratoberfläche
auf der Sperrfolie 8 arretiert wird. Der Ringsteg 11 schließt die Öffnung der Ausnehmung
7 und in dem Beispiel einer weiteren Ausnehmung 7' in dem Substrat 1 (Fig. 4) jeweils
im Abstand zum Öffnungsrand mit ein.
[0022] Bestandteil des Betriebsgerätes ist ferner ein Stiftelement 12, das in einer Führung
13 in dem Stempelelement 10 senkrecht zur Plattenebene des Substrats 1 verschiebbar
und koaxial zur Zylinderachse der Ausnehmung 7 angeordnet ist.
[0023] Wie sich Fig. 3b entnehmen lässt, ist das Stiftelement 12 aus dem Stempelelement
ausfahrbar, wobei es die elastische Schicht 9 in die Ausnehmung 7 hinein ausdehnt,
bis die Sperrfolie 8, welche den die Vorratskammer für das Reagenz umfassenden Kanalbereich
hermetisch abschließt, schließlich aufreißt.
In der in Fig. 3b gezeigten Stellung des Stiftelements 12 bleibt dieser Kanalbereich
dennoch geschlossen, indem die Schicht 9 gegen den einen Ventilsitz bildenden (nur
von der dünnen Sperrfolie 8 bedeckten) Öffnungsrand der Ausnehmung 7 fluiddicht anlegt,
wie weiter unten erläutert ist.
Bei Rückführung des Stiftelements 12 in die in Fig. 3c gezeigte Stellung lässt sich
durch Anlegen eines Drucks (+P) an ein Fluid in dem Kanalbereich, wobei der Fluiddruck
dann durch die aufgebrochene Sperrfolie 8 hindurch auf die Schicht 9 einwirkt, die
elastisch dehnbare Schicht 9 zu einem weiteren Kanalbereichsabschnitt 14 zwischen
der Schicht 9 und der Folie 8 aufschließen, durch den hindurch Fluid in die Ausnehmung
7' strömen kann (Fig. 4).
[0024] Bewegung des Stiftelements 12 aus dieser Offenstellung zurück in die in Fig. 3b und
3d gezeigte Stellung führt zum Schließen des Strömungsweges von der Ausnehmung 7 in
den gebildeten Zwischenraum zwischen der Schicht 9 und Folie 8, indem die Schicht
9 über den von der Folie 8 bedeckten Öffnungsrand 15 der Ausnehmung 7 gezogen und
am Öffnungsrand abgelenkt wird, sodass sich um den Öffnungsrand herum eine annähernd
gleichmäßig hohe Flächenpressung und damit fluiddichter Verschluss des Strömungsweges
ergibt.
[0025] Es versteht sich, dass die in Fig. 4a gezeigte Ausnehmung 7' nicht die gleichen Abmessungen
wie die Ausnehmung 7 aufzuweisen braucht. In dem gezeigten Beispiel kann sich gemäß
Fig. 4b aber auch die zweite Ausnehmung 7' als durch die Sperrfolie 8 verschlossene
Ventilausnehmung dienen und einen Ventilsitz bilden, der sich durch Verschiebung eines
weiteren Stiftelements 12' nach Aufbrechen der Folie 8 öffnen und schließen lässt.
Bei einer in Fig. 5 gezeigten Ausführungsform bedarf es keiner Anpressung der Schicht
9 an die Folie 8 in einem Flächenbereich, der den weiteren Kanalbereichsabschnitt
14 begrenzt. Im Ausführungsbeispiel von Fig. 5 ist die Schicht 9 in diesem Flächenbereich
fluiddicht mit der Sperrfolie 8 verbunden, in dem gezeigten Beispiel durch eine doppelt
klebende Folie 16. Wie Fig. 5 erkennen lässt, ist der Verbindungsbereich über den
gesamten Öffnungsumfang vom Öffnungsrand 15 der Ausnehmung 7 zurückversetzt. Wenn
die Schicht 9 durch ein zum Öffnungsrand koaxiales Stiftelement 12 in die Ausnehmung
7 hinein gedehnt wird, übt vorteilhaft auch der über den Öffnungsrand 15 hinausragende
Bereich der Schicht 9 eine die Dichtwirkung am Öffnungsrand 15 erhöhende Zugspannung
aus.
[0026] Gemäß Fig. 4b könnte in Offenstellung des Stiftelements 12 (bei aufgebrochener Folie
8), wenn sich das Stiftelement 12' in der Verschlussstellung befindet, Flüssigkeit
durch den Kanalbereichsabschnitt 14 hindurch bis an die die geschlossene Ausnehmung
7' herantreten. Indem das Stiftelement 12 dann in die Verschlussstellung und das Stiftelement
12' in die Offenstellung überführt werden, lässt sich eine bestimmte Fluidmenge abmessen,
die bei Anlegung eines Saugdrucks aus dem Kanalbereichsabschnitt 14 abgezogen werden
kann.
[0027] In einer in Fig. 6 gezeigten Ausführungsform ist eine z.B. durch Spritzgießen hergestellte
oder durch Tiefziehen bearbeitete elastische Schicht 9 im Bereich des Kanalbereichsabschnitts
14 mit einer permanenten Verformung 17 versehen, so dass zwischen der elastischen
Schicht 9 und der aufreißbaren Folie 8 ein Kanalraum 18 für den Transport von Fluid
nach Aufbrechen der Folie 8 gebildet wird. Vorteilhaft bedarf es zum Ausdehnen der
Schicht 9, um den Kanalbereichsabschnitt 14 aufzuschließen, eines nicht so hohen Drucks
des transportierten Fluids.
[0028] Wie Fig. 7 erkennen lässt, kann die Form des in den vorangehenden Ausführungsbeispielen
verwendeten Stiftelements 12 variieren und insbesondere die auf die Schicht 9 einwirkende
Stirnfläche des Stiftelements unterschiedlich ausgebildet sein. Während die Ausführungsbeispiele
von Fig. 7c und 7d nur abgerundete Stirnflächen aufweisen, ist die Stirnfläche bei
dem Ausführungsbeispiel von Fig. 7b eingebuchtet. Eine solche Stirnfläche erscheint
für das in Fig. 6 beschriebene Ausführungsbeispiel zweckmäßig.
[0029] Fig. 8 zeigt eine Flusszelle gemäß Fig. 4a. Im Unterschied zu dieser Ausführungsvariante
weist ein Stempelelement 10 jedoch einen Öffnungsbereich 19 auf, durch den ein Unterdruck
(-P) an die elastische Schicht 9 angelegt werden kann. Der zur Ausdehnung der Schicht
9 erforderliche Druck des durch das Ventil hindurch zu transportierenden Fluids kann
so reduziert werden.
[0030] In ihrer Funktion auf eine Sollbruchsperre eingeschränkte Ausführungsformen gehen
aus Fig. 9 hervor. Ein Stiftelement 12 eines Betriebsgerätes ist durch eine Feder
20 beaufschlagt, die das Stiftelement 12 in der in Fig. 9 gezeigten Stellung hält,
wobei das Betriebsgerät funktionsgemäß gegen die elastische Schicht 9 der Flusszelle
anliegt. In der gezeigten Stellung hat das Stiftelement 12 die Folie 8 aufgebrochen.
Bei dem Ausführungsbeispiel von Fig. 3 wäre die Ausnehmung 7 durch die elastische
Schicht 9 in dieser Stellung des Stiftelements 12 fluiddicht verschlossen.
[0031] In dem gezeigten Beispiel weist jedoch die zylindrische Ausnehmung 7 an einer Seite
eine Ausweitung 21 auf, durch die sich zwischen der aufgebrochenen Folie 8 und der
in die Ausnehmung 7 hinein gedehnten elastischen Schicht 9 ein Strömungsdurchgang
22 für ein unter Druck (+P) stehendes Fluid ausbilden kann.
[0032] Wie die Fig. 9a - 9c zeigen, kann die seitliche Ausweitung 21 unterschiedlich geformt
sein.
In dem Ausführungsbeispiel von Fig. 9c ist nicht nur die Ausweitung 21 der zylindrischen
Ausnehmung 7, sondern auch eine der Ausweitung 21 zugewandte Abschrägung 23 an dem
Stiftelement 12 gebildet, durch die sich ein vergrößerter Querschnitt des Strömungsdurchgangs
22 ergibt.
[0033] Bei einem in Fig. 10 gezeigten Ausführungsbeispiel weist ein Stiftelement 12 einen
etwa konischen Endabschnitt 24 auf, dessen maximaler Querschnitt den Öffnungsquerschnitt
einer zylindrischen Ausnehmung 7 in einem Substrat 1 übersteigt.
[0034] In einer in Fig. 10b gezeigten Vorschubposition des Stiftelements 12 ist eine Sperrfolie
8 durch eine in die Ausnehmung 7 hinein gedehnte elastische Schicht 9 bereits aufgebrochen
und ein sich an die Ausnehmung 7 anschließender Kanalbereichsabschnitt durch Fluidinnendruck
aufschließbar. In der in Fig. 10c gezeigten Stellung ist diese Möglichkeit unterbunden,
indem der konische Endabschnitt 24 die elastische Schicht 9 und die Sperrfolie 8 zwischen
dem konischen Endabschnitt 24 und einem im Randbereich der Ausnehmung 7 gebildeten
Ventilsitz fluiddicht zusammenpresst.
[0035] Auch bei dem in Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispiel könnte zum Verschließen des
Ventilsitzes ein weiterer Vorschub des Stiftelements erforderlich sein, wenn in der
Vorschubstellung, in der die Sperrfolie aufreißt, die Zugspannung der elastischen
Schicht zur Bildung einer fluiddichten Sperre noch nicht ausreicht.
1. Flusszelle mit einer Sollbruchsperre in einem Kanalbereich (6,7,14,7') der Flusszelle,
gekennzeichnet durch
mindestens eine Ausnehmung (7) in einem Substrat (1) der Flusszelle, die einen Teil
des Kanalbereichs (6,7,14,7') bildet und eine Öffnung in einer Oberfläche des Substrats
(1) aufweist, wobei die Öffnung durch eine mit der Oberfläche verschweißte oder/und
verklebte Sperrfolie (8) hermetisch verschlossen ist, sowie durch eine zur Anordnung
über der Sperrfolie (8) vorgesehene elastische Schicht (9), die unter Bruch der Sperrfolie
(8) und Bildung eines Zugangs zu einem durch die Sperrfolie (8) und die Schicht (9)
begrenzten Kanalbereichsabschnitt (14) in die Ausnehmung (7) hinein dehnbar ist.
2. Flusszelle nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Substrat (1) in einem an die Öffnung grenzenden Randbereich (15) einen Ventilsitz
bildet, an den die elastische Schicht (9) und die Sperrfolie (8) unter fluiddichter
Trennung des Kanalbereichsabschnitts (14) von der Ausnehmung (7) anpressbar ist.
3. Flusszelle nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Sperrfolie (8) und/oder die elastische Schicht (9) über mehrere, jeweils
einen Teil eines Kanalbereichs (6,7,14,7') bildende Ausnehmungen (7) mit einer Öffnung
in der Substratoberfläche erstrecken/erstreckt.
4. Flusszelle nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schicht (9) durch ein von einer Betreibervorrichtung für die Flusszelle umfasstes,
gegen die elastische Schicht (9) verschiebbares, insbesondere dazu senkrecht vorschiebbares,
Stiftelement (10) in die Ausnehmung (7) hinein dehnbar ist.
5. Flusszelle nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Stiftelement (10) koaxial zu der Öffnung angeordnet und die Öffnung vorzugsweise
kreisrund ist.
6. Flusszelle nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Stiftelement (10) einen sich in Vorschubrichtung verringernden Querschnitt aufweist.
7. Flusszelle nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Querschnitt des Stiftelements (10) entgegen der Vorschubrichtung auf einen Wert
größer als der Öffnungsquerschnitt anwächst.
8. Flusszelle nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass in einer Verschlussstellung das Stempelelement (10) die elastische Schicht (9) und
die Sperrfolie (8) zwischen dem Ventilsitz und einem sich im Querschnitt in Vorschubrichtung
verringernden Abschnitt oder einer Ringschulter des Stempelelements einklemmbar sind.
9. Flusszelle nach einem der Ansprüche 4 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich in dem den Ventilsitz bildenden Randbereich (15) die Öffnung aufweitet, insbesondere
konisch aufweitet.
10. Flusszelle nach einem der Ansprüche 4 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die elastische Schicht (9) in einem an dem Kanalbereichsabschnitt (14) angrenzenden
Flächenbereich mit der Sperrfolie (8) verklebt oder/und verschweißt ist oder durch
ein Stempelelement (10) der Betreibereinrichtung gegen die Sperrfolie (8) fluiddicht
anpressbar ist.
11. Flusszelle nach einem der Ansprüche 4 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die elastische Schicht (9) Bestandteil der Flusszelle oder der Betreibereinrichtung
ist.
12. Flusszelle nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die elastische Schicht (9) im Bereich des Kanalbereichsabschnitts (14) lose auf der
Sperrfolie (8) aufliegt und unter Bildung eines Strömungsquerschnitts zwischen der
elastischen Schicht (9) und der Sperrfolie (8) durch Fluiddruck oder/und äußeren Saugdruck
dehnbar ist.
13. Flusszelle nach einem der Ansprüche 4 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die elastische Schicht (9) unter Bildung eines Strömungsdurchgangs zwischen der elastischen
Schicht (9) und der Sperrfolie (8) in dem Kanalbereichsabschnitt (14) permanent geformt
ist.
14. Flusszelle nach einem der Ansprüche 4 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ausnehmung (7) oder/und das Stiftelement (12) derart ausgebildet ist, dass in
einer Vorschubposition des Stiftelements (12), in welcher die elastische Schicht (9)
in die Ausnehmung (7) hinein gedehnt ist, der Kanalbereichsabschnitt (14) in Strömungsverbindung
mit der Ausnehmung (7) steht.