[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung einer Volumenstrom- oder Druckverteilung
in einem Abgangtransportsystem in einer Faservorbereitung mit einer Abfolge von Reinigungsmaschinen.
[0002] In einer Faservorbereitung in einer Spinnerei werden angelieferte Fasern respektive
Faserflocken für die Verwendung in einer Spinnmaschine vorbereitet. In einer Faservorbereitung
durchlaufen die für die Spinnerei vorzubereitenden Fasern mehrere Verarbeitungsstufen.
In einer ersten Stufe werden die Fasern in Form von Faserflocken aus Faserballen herausgelöst.
Hierfür finden meist sogenannte Ballenöffner Verwendung. Über eine pneumatische Flockenförderung
werden diese Faserflocken aus dem Ballenöffner herausgebracht und beispielsweise an
eine nachfolgende Reinigungsmaschine verbracht. Im Weiteren weist die Faservorbereitung
eine Abfolge von Reinigungsmaschinen auf, welche von den Fasern respektive Faserflocken
durchlaufen werden. Die Reinigungsmaschinen sind dabei in ihrer Abfolge und Bauart
auf die zu verarbeitenden Fasern abgestimmt und dienen der Reinigung, Mischung und
der Auflösung der Faserflocken in Einzelfasern sowie deren Parallelisierung. Die Anordnung
der einzelnen Reinigungsmaschinen in einer Faservorbereitung kann verschieden ausgeführt
sein, dies ist unter anderem abhängig vom zu verarbeitenden Rohstoff und dem zu erzielenden
Produkt.
[0003] Als Reinigungsmaschinen kommen dabei beispielsweise Grobreiniger, Feinreiniger, Fremdteilabscheider
wie auch Karden oder Krempel zum Einsatz. Auch andersartige Maschinen wie Speicher
oder Mischer können mit Reinigungsmodulen ausgestattet sein welche ebenfalls zu den
Reinigungsmaschinen zu zählen sind. Die Fasern oder auch Faserflocken werden zwischen
den Maschinen in der Regel durch ein pneumatisches Transportsystem mit Hilfe von Transportluft
gefördert. Vor den Reinigungsmaschinen wird die Transportluft soweit als notwendig
durch ein separates Abluftsystem abgeführt. In der Reinigungsmaschine selbst fällt
sogenannter Abgang an, dieser umfasst die aus den Fasern respektive Faserflocken im
Reinigungsprozess abgeschiedenen Schmutzpartikel, Fremdteile, Samen- oder Stengelteile,
Staubpartikel oder auch Kurzfasern oder Faserverknotungen, sogenannten Nissen. In
den Reinigungsmaschinen ist ein konstanter Druck im Transportluftstrom durch die Maschine
für einen einwandfreien Betrieb wichtig.
[0004] Die Karden, welche die Faserflocken in Einzelfasern auflösen und zu einem Faserband
formen, bilden den Abschluss der Faservorbereitung. Anschliessend an die Karden werden
die Fasern in Form von Faserbändern an die Spinnereivorbereitung weitergegeben. In
der Spinnereivorbereitung werden die Faserbänder durch Strecken, Kämmmaschinen oder
Flyer für die Verwendung in Endspinnverfahren bearbeitet.
[0005] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Ansätze für einen Transport des in den
einzelnen Reinigungsmaschinen anfallenden Abgangs bekannt. Die
EP 1 841 908 A1 offenbart einen Fremdteilabscheider bei welchem der Abgang in einen Abfallsack geführt
wird. Weiter ist es nach der Offenbarung der
DE 103 47 006 A1 bekannt den Abgang mit einem eigens dafür vorgesehenen Ventilator von der Ausscheidestelle
weg zu fördern und einer zentralen Abgangsentsorgung zuzuführen. Die
EP 0 494 181 A1 offenbart eine Reinigungsmaschine bei welcher der Abgang in einen Sammelkanal verbracht
wird. Der Sammelkanal wird in der Folge mechanisch oder mittels eines kontinuierlichen
Transportluftstromes entleert.
[0006] Nachteilig an den bekannten Verfahren ist, dass die vorgeschlagenen Abgangstransportsysteme
eine umständliche und aufwändige mechanische Handhabung des anfallenden Abganges notwendig
machen oder eine Abführung des Abgangs durch kontinuierlich hohe Saugleistungen notwendig
ist.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung ist es demnach ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen,
welche einen automatischen Betrieb eines Abgangtransportsystems ermöglicht und dabei
eine Verringerung und Optimierung des Energieverbrauchs für den Abgangtransports erreicht
werden kann.
[0008] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren und eine Vorrichtung mit den Merkmalen
der unabhängigen Ansprüche.
[0009] Zur Lösung der Aufgabe wird ein neuartiges Verfahren zur Regelung einer Volumenstrom-
oder Druckverteilung in einem Abgangtransportsystem in einer Faservorbereitung mit
einer Abfolge von Reinigungsmaschinen vorgeschlagen, wobei ein Abgangtransportsystem
vorgesehen ist, welches ein Rohrleitungsnetz bestehend aus einer Sammelleitung und
von der Sammelleitung abgehenden Saugleitungen zu den Reinigungsmaschinen umfasst,
wobei die Sammelleitung an eine Unterdruckquelle angeschlossen ist. Die Saugleitungen
sind jeweils mit einem Volumenstromeinstellorgan ausgerüstet und mit einer Volumenstrommessung
wird ein Ist-Volumenstrom in der Sammelleitung gemessen und eine Saugleistung der
Unterdruckquelle wird durch einen Soll-Ist-Abgleich des Volumenstroms geregelt. Zur
Volumenstrommessung können aus dem Stand der Technik bekannte Messverfahren eingesetzt
werden, wie beispielsweise ein Venturi oder ein Anemometer. Als Saugleistung wird
im Sinne der Anmeldung die Leistung bezeichnet, welche eine Unterdruckquelle erbringen
muss um unter einem bestimmten Unterdruck einen bestimmten Volumenstrom zu erzeugen.
In diesem Sinne entspricht die Saugleistung bei hohem Unterdruck und geringem Volumenstrom
der Saugleistung bei niedrigem Unterdruck und hohem Volumenstrom. Wird als Unterdruckquelle
beispielsweise ein Ventilator verwendet, ist die Saugleistung äquivalent zur elektrischen
Leistung welche ein Antrieb des Ventilators benötigt um unter einem bestimmten Unterdruck
einen bestimmten Volumenstrom zu erzeugen.
[0010] Für die Förderleistung respektive die Betriebssicherheit des Abgangtransportsystems
ist unter anderem der Förderstrom massgebend. Die abzutransportierenden Partikel des
Abganges werden mit der Förderluft durch die Saugleitungen und die Sammelleitung transportiert,
dabei ist es wichtig, dass eine bestimmte Fördergeschwindigkeit nicht unterschritten
wird um ein Absetzen der Partikel in den Leitungen zu vermeiden. Um den Energieverbrauch
jedoch aus Sicherheitsgründen nicht unnötig zu steigern soll andrerseits vermieden
werden eine hohe Förder- respektive Saugleistung bereitzustellen die nicht benötigt
wird. Da die Saugleitungen mit einem Volumenstromeinstellungsorgan, beispielsweise
einer Blende, einer Klappe oder einem Schieber, versehen sind, wird der zur Verfügung
gestellte Gesamt-Volumenstrom entsprechend auf die Saugleitungen aufgeteilt. Aufgrund
der in Betrieb stehenden Reinigungsmaschinen kann durch eine Steuerung ein Soll-Volumenstrom
festgelegt werden. Die Unterdruckquelle wird nun entsprechend einem Ist-Soll-Abgleich
derart geregelt, dass ein möglichst konstanter Volumenstrom in der Sammelleitung erreicht
wird.
[0011] In einer zur Volumenstrommessung in der Sammelleitung alternativen Lösung der Aufgabe
weist das Abgangtransportsystem für jede der Reinigungsmaschinen eine Unterdruckregelung
auf und die Saugleistung der Unterdruckquelle wird durch eine Zusammenschaltung der
Unterdruckregelungen geregelt. Die Unterdruckregelungen umfassen jeweils einen Drucksensor
einen Regelkreis und ein Drosselorgan, wobei durch den Regelkreis ein Sollwert für
einen Unterdruck vorgegeben ist und durch Betätigung des Drosselorgans mit Hilfe des
Drucksensors der aktuelle Unterdruck auf den Sollwert eingeregelt wird. Steigt der
Unterdruck in einer am Abgangtransportsystem angeschlossenen Reinigungsmaschine zu
stark an wird dies durch die entsprechende Unterdruckregelung registriert und in der
Folge das Drosselorgan in seiner Öffnung reduziert. Als Drosselorgane können beispielsweise
Schieber oder Klappen zum Einsatz kommen. Die einzelnen Werte der Drucküberwachungen
werden an die Unterdruckquelle weitergegeben. Wird die Unterdruckquelle durch einen
Ventilator gebildet, kann dieser aufgrund der Zusammenschau der Unterdrücke in den
einzelnen Saugleitungen geregelt werden. Alternativ zu einer Regelung der Saugleistung
kann die Unterdruckquelle in diesem Fall mit einem konstanten Unterdruck betrieben
werden, wenn beispielsweise die Unterdruckquelle durch ein Filterhaus gebildet wird.
Durch die Unterdruckregelung aller Saugleitungen wird der Bedarf der einzelnen Reinigungsmaschinen
angepasst und eine weitere Regelung des Unterdrucks ist zur Vermeidung einer zu hohen
Saugleistung der Gesamtanlage nicht notwendig. Die Unterdruckquelle welche der gesamten
Spinnerei gemeinsam sein kann ist dabei darauf ausgerichtet einen konstanten Unterdruck
zu gewährleisten. Auch in dieser Variante wird eine unnötig hohe Saugleistung vermieden
und der Energieverbrauch der Unterdruckquelle entsprechend optimiert.
[0012] Vorteilhafterweise ist zumindest eine Saugleitung mit einem Absperrorgan versehen,
wobei vor oder gleichzeitig mit dem Öffnen des Absperrorgans die Saugleistung der
Unterdruckquelle erhöht wird um einen Betrag, welcher einem Bedarf an Saugleistung
nach dem Öffnen des Absperrorgans entspricht. Der Vorteil eines Absperrorgans liegt
darin, dass nicht in Betrieb stehende Reinigungsmaschinen einfach vom Abgangtransportsystem
abgekoppelt werden können und dadurch aufgrund möglicherweise auftretender Leckagen
nicht eine Steigerung der Saugleistung verursacht wird ohne dass tatsächlich eine
Absaugung erfolgen muss. Um nun beim Öffnen des Absperrorgans nicht einen Unterbruch
des Abgangtransports durch eine rasche Zuschaltung eines Verbrauchers zu erleiden,
wird die Saugleistung der Unterdruckquelle entsprechend der geplanten Öffnung des
Absperrorgans gesteigert. Dabei wird die Steigerung der Saugleistung der zu erwartenden
Zunahme entsprechend erhöht. Auf diese Weise können grössere Schwankungen im Gesamtvolumenstrom
des Abgangtransportsystems wie auch ein Ansprechen von Unterdrucküberwachungen der
anderen Reinigungsmaschinen vermieden werden.
[0013] Bevorzugterweise sind mehrere Saugleitungen mit jeweils einem Absperrorgan versehen
und die Absperrorgane der einzelnen Saugleitungen werden nacheinander für eine bestimmte
Zeit geöffnet. Dieser zyklische Transport des Abganges der einzelnen Reinigungsmaschinen
hat den Vorteil, dass ein Höchstwert der notwendigen Saugleistung klein gehalten werden
kann, da nicht der Abgang aller respektive mehrerer Reinigungsmaschinen gleichzeitig
transportiert werden muss. Die Zykluszeiten für die Absaugung wie auch die Pausen
zwischen den Absaugungen der verschiedenen Reinigungsmaschinen sind entsprechend der
Bauart der Reinigungsmaschinen und deren Betriebsweise und Belastung anzupassen. Dabei
kann auch eine Mischung aus zyklischem und kontinuierlichem Betrieb einzelner Reinigungsmaschinen
angestrebt werden. Beispielsweise sind Reinigungsmaschinen wie die Karde mit einem
kontinuierlichen Abgangtransport zu versehen.
[0014] Von Vorteil ist es wenn eine minimale Saugleistung der Unterdruckquelle nicht unterschritten
wird. Durch diese Massnahme wird gewährleistet, dass eine Verschmutzung des Abgangtransportsystems
vermieden wird. Auch können Abgangsstellen in das Abgangtransportsystem integriert
werden, welche einen Dauerbetrieb aufweisen müssen, wie beispielsweise Handsauggeräte
oder kontinuierliche Reinigungseinrichtungen in Karden.
[0015] Weiter wird eine Faservorbereitung mit einer Abfolge von Reinigungsmaschinen und
einem Abgangtransportsystem vorgeschlagen, wobei das Abgangtransportsystem eine Unterdruckquelle
und ein Rohrleitungsnetz bestehend aus einer mit der Unterdruckquelle verbundenen
Sammelleitung und von der Sammelleitung abgehenden Saugleitungen zu den einzelnen
Reinigungsmaschinen umfasst. Die Saugleitungen sind jeweils mit einem Volumenstromeinstellorgan
ausgerüstet. In der Sammelleitung ist eine Volumenstrommessung vorgesehen oder alternativ
ist jede Reinigungsmaschine mit einer Unterdruckregelung mit einem Drucksensor und
einem Drosselorgan versehen. Vorteilhafterweise ist zumindest eine Saugleitung mit
einem Absperrorgan versehen. Dies ermöglicht es, eine nicht in Betrieb stehende Reinigungsmaschine
vom Abgangtransportsystem zu trennen. Als Absperrorgane können beispielsweise Schieber
oder Klappen genutzt werden. Bei Verwendung eines mit einem Antrieb versehenen Absperrorgans
kann eine zyklische Zuschaltung einzelner Reinigungsmaschinen zum Abgangtransportsystem
für eine bestimmte Zeit durch Öffnen und Schliessen des Absperrorgans erreicht werden.
[0016] Bevorzugterweise ist eine Falschluftöffnung in der Sammelleitung vorgesehen. Dies
ermöglicht die Unterdruckquelle derart zu steuern, dass immer ein Mindest-Volumenstrom
gefördert wird, auch wenn die meisten Reinigungsmaschinen vom Abgangtransportsystem
getrennt sind. Weiter ist es von Vorteil, wenn die Falschluftöffnung unterdruckgesteuert
ist. Das heisst bei einem Anstieg des Unterdrucks in der Sammelleitung wird die Falschluftöffnung
erweitert und bei einem Absinken des Unterdrucks wird die Falschluftöffnung zugefahren.
Mit Hilfe dieser Vorrichtung kann ein, durch ein Schliessen eines Absperrorgans einer
Reinigungsmaschine, starkes Absinken des Unterdrucks aufgefangen werden, sodass der
durch die Unterdruckquelle angesaugte Volumenstrom aus der der Falschluftöffnung angesaugt
wird, zumindest bis sich die Regelung der Unterdruckquelle an die neue Situation angepasst
hat.
[0017] Vorteilhafterweise ist die Unterdruckquelle ein Ventilator mit einem drehzahlgeregelten
Antrieb. Alternativ kann die Unterdruckquelle ein Filterhaus sein. In Spinnereien
oder Spinnereivorbereitung sind typischerweise sogenannte Filterhäuser installiert.
In einem derartigen Filterhaus werden beispielsweise Abluftleitungen und Saugleitungen
aus der gesamten Spinnerei zusammengeführt. Die herangebrachte Luft wird im Filterhaus
gereinigt. Um Verschmutzungen der Umgebung zu verhindern steht ein Filterhaus unter
Unterdruck. Dieser Unterdruck wird auch direkt zur Absaugung in mit dem Filterhaus
verbundenen Sauganlagen verwendet. Dabei wird durch eine entsprechende Ventilator-Anlage
das Filterhaus unter einem bestimmten Unterdruck geregelt und dient als Unterdruckquelle.
[0018] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von einer beispielhaften Ausführungsform erklärt
und durch Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Faservorbereitung in einer ersten Ausführungsform;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung einer Faservorbereitung in einer zweiten Ausführungsform
und
- Figur 3
- eine schematische Darstellung einer Faservorbereitung in einer dritten Ausführungsform.
[0019] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Faservorbereitung mit einer Abfolge
von Reinigungsmaschinen 2, 3 und 4 in einer ersten Ausführungsform. Die zu bearbeitenden
Fasern respektive Faserflocken werden über eine nicht näher gezeigte Faserzuführung
1 in einen Grobreiniger 2 geführt. Über eine Transportleitung 5 gelangen die Fasern
vom Grobreiniger 2 zum Feinreiniger 3 und von diesem über eine Transportleitung 6
zu einer Karde 4. Nachdem die Fasern respektive die Faserflocken durch die verschiedenen
Reinigungs- und Bearbeitungsstufen geführt wurden, verlassen sie in Form eines Faserbandes
7 die Karde 4 zur weiteren Bearbeitung. Ein durch die Bearbeitung der Fasern anfallender
Abgang wird in einem Abgangtransportsystem von den einzelnen Reinigungsmaschinen 2,
3 und 4 weggeführt. Der gezeigten Faservorbereitung gemeinsam ist ein Abgangtransportsystem
mit einer Unterdruckquelle. In der dargestellten Ausführungsform wird die Unterdruckquelle
durch einen Ventilator 16 gebildet. Das Abgangtransportsystem umfasst ausgehend vom
Ventilator 16 eine Sammelleitung 14 und von der Sammelleitung 14 abgehende Saugleitungen
8, 10 und 12, welche mit jeweils einer Reinigungsmaschine 2, 3 oder 4 verbunden sind.
In der dargestellten Ausführungsform sind ein Grobreiniger 2 mit einer Saugleitung
8, ein Feinreiniger 3 mit einer Saugleitung 10 und eine Karde 4 mit einer Saugleitung
12 an die Sammelleitung 14 angeschlossen. Durch die Unterdruckquelle respektive den
Ventilator 16 wird der anfallende Abgang durch das Abgangtransportsystem gesaugt und
anschliessend in eine Abgangabführung 17 übergeben.
[0020] In den einzelnen Saugleitungen 8, 10 und 12 sind jeweils Volumenstromeinstellorgane
9, 11 und 13 vorgesehen. Diese dienen dazu den vom Ventilator 16 angesaugten Gesamtvolumenstrom
bedarfsgerecht auf die einzelnen Reinigungsmaschinen 2, 3 und 4 aufzuteilen. In der
Sammelleitung 14 ist eine Volumenstrommessung 15 vor dem Ventilator 16 zur Messung
eines Ist-Volumenstromes angebracht. Aufgrund der im Einsatz stehenden Reinigungsmaschinen
und deren Betriebsweise sowie abhängig vom zu verarbeitenden Fasermaterial wird durch
manuelle Eingabe oder eine Steuerung eine Sollwertvorgabe 19 für den Volumenstrom
gemacht. Mit Hilfe eines Soll-Ist-Abgleichs 18 wird der Ventilator 16 derart geregelt,
dass der gemessene Ist-Volumenstrom dem vorgegebenen Soll-Volumenstrom entspricht.
[0021] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung einer Faservorbereitung mit einer Abfolge
von Reinigungsmaschinen 2, 3 und 4 in einer zweiten Ausführungsform. Die Anordnung
der Reinigungsmaschinen 2, 3 und 4 sowie Teile des Abgangtransportsystems sind mit
den Darstellungen nach der Figur 1 identisch. Figur 2 zeigt eine zur Ausführungsform
nach Figur 1 alternative Lösung für das Abgangtransportsystem auf. In der jeweiligen
Saugleitung 8, 10 und 12 ist eine Unterdrucküberwachung vorgesehen. Die Unterdrucküberwachung
besteht jeweils aus einem Drucksensor 21, 24 und 27 und einem Drosselorgan 22, 25
und 28 sowie eine Unterdruckregelung 20, 23 und 26. Am Beispiel der Saugleitung 8
zum Grobreiniger 2 erklärt sich eine für alle Saugleitungen 8, 10 und 12 gültige Funktion
der Unterdrucküberwachung. Über den Drucksensor 21 wird der vorhandene Unterdruck
in der Saugleitung 8 gemessen. Dieser Messwert wird an die Unterdruckregelung 20 weitergegeben
und mit einem für den spezifischen Betrieb des Grobreinigers festgelegten Wert verglichen.
Entsprechend dem Vergleich wird das Drosselorgan 22 zur Anpassung des Unterdrucks
in der Saugleitung 8 zu- respektive aufgefahren. Die Saugleitungen 8, 10 und 12 münden
in die Sammelleitung 14 welche an ein Filterhaus 33 angeschlossen ist. Das Filterhaus
33, welches für die gesamte Spinnerei genutzt wird, wird zentral geregelt. Mit dieser
Filterhaus-Regelung sind die Unterdruckregelungen 20, 23 und 25 verbunden, sodass
eine bedarfsgerechte Regelung des Filterhauses 33 möglich wird.
[0022] Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung einer Faservorbereitung mit einer Abfolge
von Reinigungsmaschinen 2, 3 und 4 in einer dritten Ausführungsform. Die Anordnung
der Reinigungsmaschinen 2, 3 und 4 ist mit den Darstellungen nach der Figur 1 identisch.
Das Abgangtransportsystem umfasst eine Sammelleitung 14 welche an einen als Unterdruckquelle
dienenden Ventilator 16 angeschlossen ist. In der Sammelleitung 14 ist eine Volumenstrommessung
15 vorgesehen mit welcher ein Ist-Volumenstrom vor dem Ventilator 16 gemessen wird.
Durch einen Soll-Ist-Abgleich 18 wie in Figur 1 beschrieben wird die Saugleistung
des Ventilators 16 geregelt. Von der Sammelleitung 14 zweigen zu den einzelnen Reinigungsmaschinen
die Saugleitungen 8, 10 und 12 ab. Die Saugleitung 8 verbindet die Sammelleitung 14
mit dem Grobreiniger 2 und die Saugleitung 10 verbindet die Sammelleitung 14 mit dem
Feinreiniger 3. In den Saugleitungen 8 und 10 sind jeweils ein Volumenstromeinstellorgan
9 und 11 sowie ein Absperrorgan 31 und 32 vorgesehen. Das Volumeneinstellorgan 9 oder
10 verhindert bei offenem Absperrorgan 31 respektive 32 einen zu hohen und damit dem
Bedarf der entsprechenden Reinigungsmaschine 2 respektive 3 nicht angepassten Volumenstrom
durch die Saugleitung 8 oder 10. Weiter wird durch eine Betätigung der Absperrorgane
31 und 32 ein zyklischer Abgangtransport aus dem Feinreiniger 2 respektive Grobreiniger
3 ermöglicht. Bei einem zyklischen Betrieb wird die Stellung der Absperrorgane 31
und 32 in die Sollwert-Vorgabe 19 der Ventilator-Regelung eingebunden. Dadurch kann
eine zu geringe oder zu grosse Saugleistung des Ventilators 16 vermieden werden und
es ist ein optimierter Betrieb möglich. Um einzelne Leistungsspitzen abfangen zu können
ist in der Sammelleitung 14 eine Falschluftöffnung 30 vorgesehen.
[0023] Die Saugleitung 12 welche die Karde 4 mit der Sammelleitung verbindet ist mit einer
Unterdrucküberwachung wie in Figur 2 beschrieben versehen. Dies aufgrund dessen, dass
eine Karde 4 typischerweise ein ständige Absaugung des Abgangs benötigt und nicht
zyklisch abgesaugt werden kann. Durch die vorgesehene Regelung des Volumenstroms in
der Sammelleitung ist jedoch eine Mischung aus zyklischem und konstantem Abgangtransport
in einem Abgangtransportsystem möglich.
[0024] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich wie eine
Kombination der Merkmale, auch wenn diese in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
dargestellt und beschrieben sind.
Legende
[0025]
- 1
- Faserzuführung
- 2
- Grobreiniger
- 3
- Feinreiniger
- 4
- Karde
- 5, 6
- Transportleitungen
- 7
- Faserband
- 8, 10, 12
- Saugleitungen
- 9, 11, 13
- Volumenstromeinstellorgan erste Saugleitung
- 14
- Sammelleitung
- 15
- Volumenstrommessung
- 16
- Ventilator
- 17
- Abgangabführung
- 18
- Soll-Ist-Vergleich Volumenstrom
- 19
- Sollwertvorgabe
- 20, 23, 26
- Unterdruckregelungen
- 21, 24, 27
- Drucksensoren
- 22, 25, 28
- Drosselorgan
- 29
- Filterhaus-Regelung
- 30
- Falschluftöffnung
- 31, 32
- Absperrorgane
- 33
- Filterhaus
1. Verfahren zur Regelung einer Volumenstrom- oder Druckverteilung in einem Abgangtransportsystem
in einer Faservorbereitung mit einer Abfolge von Reinigungsmaschinen (2, 3, 4), wobei
ein Abgangtransportsystem vorgesehen ist, welches ein Rohrleitungsnetz bestehend aus
einer Sammelleitung (14) und von der Sammelleitung (14) abgehenden Saugleitungen (8,
10, 12) zu den Reinigungsmaschinen (2, 3, 4) umfasst, wobei die Sammelleitung (14)
an eine Unterdruckquelle angeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet,
dass die Saugleitungen (8, 10, 12) jeweils mit einem Volumenstromeinstellorgan (9, 11,
13) ausgerüstet sind
und
dass mit einer Volumenstrommessung (15) ein Ist-Volumenstrom in der Sammelleitung (14)
gemessen wird und eine Saugleistung der Unterdruckquelle durch einen Soll-Ist-Abgleich
(18) des Volumenstroms geregelt wird
oder
dass das Abgangtransportsystem für jede der Reinigungsmaschinen (2, 3, 4) eine Unterdruckregelung
(20, 23, 26) aufweist und die Saugleistung der Unterdruckquelle durch eine Zusammenschaltung
(29) der Unterdruckregelungen (20, 23, 26) geregelt oder mit einem konstanten Unterdruck
betrieben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Saugleitung (8, 10) mit einem Absperrorgan (31, 32) versehen ist,
wobei vor oder gleichzeitig mit dem Öffnen des Absperrorgans (31, 32) die Saugleistung
der Unterdruckquelle angepasst wird um einen Betrag, welcher einem Bedarf an Saugleistung
nach dem Öffnen des Absperrorgans (31, 32) entspricht.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Saugleitungen (8, 10) mit jeweils einem Absperrorgan (31, 32) versehen sind
und die Absperrorgane (31, 32) der einzelnen Saugleitungen (8, 10) nacheinander für
eine bestimmte Zeit geöffnet werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine minimale Saugleistung der Unterdruckquelle nicht unterschritten wird.
5. Faservorbereitung mit einer Abfolge von Reinigungsmaschinen (2, 3, 4) und einem Abgangtransportsystem,
welches eine Unterdruckquelle und ein Rohrleitungsnetz bestehend aus einer mit der
Unterdruckquelle verbundenen Sammelleitung (14) und von der Sammelleitung (14) abgehenden
Saugleitungen (8, 10, 12) zu den einzelnen Reinigungsmaschinen (2, 3, 4) umfasst,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Saugleitungen (8, 10, 12) jeweils mit einem Volumenstromeinstellorgan (9, 11,
13) ausgerüstet sind
und
dass in der Sammelleitung (14) eine Volumenstrommessung (15) vorgesehen ist oder
dass jede Saugleitung (8, 10, 12) mit einer Unterdruckregelung (20, 21, 22) mit einem
Drucksensor (21, 24, 27) und einem Drosselorgan (22, 25, 28) versehen ist.
6. Faservorbereitung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Saugleitung (8, 10) mit einem Absperrorgan (31, 32) versehen ist.
7. Faservorbereitung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine Falschluftöffnung (30) in der Sammelleitung (14) vorgesehen ist.
8. Faservorbereitung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Falschluftöffnung (30) unterdruckgesteuert ist.
9. Faservorbereitung nach mindestens einem der Anspruch 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterdruckquelle ein Ventilator (16) mit einem drehzahlgeregelten Antrieb ist.
10. Faservorbereitung nach mindestens einem der Anspruch 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Unterdruckquelle ein Filterhaus (33) ist.