[0001] Die Erfindung betrifft ein Mosaiksegment umfassend eine Trägerplatte mit einer Oberflächenstruktur.
Die Erfindung betrifft darüber hinaus ein Mosaik umfassend eine Vielzahl an zusammengefügten
Mosaiksegmenten, ein Verfahren zum Bedrucken eines Mosaiksegments und ein Verfahren
zur Herstellung eines Mosaiksegments.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Aus dem Stand der Technik bekannte Mosaike umfassen eine Vielzahl an kleinen Mosaiksteinchen,
die zu einem Muster/Bild zusammengefügt werden. Das Zusammenfügen der kleinen Mosaiksteinchen
ist extrem aufwändig und die Mosaike entsprechend teuer.
[0003] Für den Luxusbereich werden die Mosaiksteinchen insbesondere aus Glas gefertigt und
mit Sandoxiden gefärbt [2].
[0004] Um das Aneinanderfügen der Mosaiksteine am Montageort zu erleichtern, ist es insbesondere
im Sanitärbereich üblich, 20-45cm
2 große Mosaiknetze vorzufertigen, bei denen die Mosaiksteinchen auf ein Netz aus Kunststoff
aufgeklebt sind [1], was die Handhabung und Weiterverarbeitung erleichtert.
[0005] Da der Aufwand zur Erstellung eines Mosaiks enorm steigt je kleiner die Mosaiksteinchen
sind, werden für übliche Mosaike nur ca. 4300 Mosaiksteinchen (Kantenlänge ca. 1,5cm)
pro Quadratmeter verwendet. Detailreiche Bilder können daher nur unzureichend aufgelöst
werden.
Aufgabe der Erfindung
[0006] Es ist Aufgabe der Erfindung Mosaiksegmente bereitzustellen, mit denen auf zeitsparende
und einfache Weise präzise Mosaike hergestellt werden können, die eine hohe Anzahl
an Mosaikelementen (Mosaikstrukturelemente) aufweisen. Darüber hinaus ist es Aufgabe
der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung solcher Mosaiksegmente vorzuschlagen,
mit dem einfach und kostengünstig Mosaiksegmente hergestellt werden können, die eine
hochwertige, exklusive optische Erscheinung aufweisen.
Beschreibung der Erfindung
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Mosaiksegment gemäß Anspruch
1, ein Mosaik gemäß Anspruch 6, ein Verfahren zum Bedrucken eines Mosaiksegments gemäß
Anspruch 9 und ein Verfahren zur Herstellung eines Mosaiksegments gemäß Anspruch 14.
[0008] Das erfindungsgemäße Mosaiksegment umfasst eine Trägerplatte mit einer Oberflächenstruktur,
wobei die Oberflächenstruktur eine Vielzahl an Mosaikstrukturelementen umfasst, die
so gruppiert sind, dass sie ein Segmentmuster bilden und zwischen den Mosaikstrukturelementen
Fugen ausgebildet sind, wobei die strukturierte Trägerplatte als einstückiges Presskeramikteil
ausgebildet ist. Dabei kann ein Mosaiksemgent Mosaikstrukturelemente verschiedener
Größen und Formen aufweisen.
[0009] Unter Presskeramik versteht man bspw. eine spritzgegossene Keramik.
[0010] Gegenüber spanenden Fertigungsverfahren bietet das Spritzgießen von keramischen Werkstoffen
(Ceramic Injection Moulding CIM) eine wesentlich höhere Freiheit in der Teilegeometrie.
Alleine die Materialeigenschaften der Keramiken schaffen in vielen Fällen eine aus
wirtschaftlicher und technischer Sicht bessere Lösung gegenüber herkömmlichen Materialien
oder Fertigungsmethoden. Die Formgebungsfreiheit des Spritzgussverfahrens kann diese
Vorteile noch steigern oder ermöglicht erst die Realisation völlig neuer Produktideen.
[0011] Gemäß der Erfindung werden die Elemente des anzufertigenden Mosaiks nicht als Einzelelemente
gefertigt, sondern als Strukturelemente einer Trägerplatte. Ein Mosaiksegment übernimmt
daher die Funktion einer Vielzahl an konventionellen Mosaiksteinchen, wobei das Mosaiksegment
wie ein einzelnes Mosaiksteinchen gehandhabt werden kann, da es sich lediglich um
ein einziges Teil handelt. Aufgrund der vorgesehenen Fugen zwischen den Mosaikstrukturelementen
kann dennoch der Eindruck von vielen Mosaiksteinchen erweckt werden.
[0012] Die Mosaikstrukturelemente sind auf der Trägerplatte gruppiert, d.h. in einer vorgegebenen
Reihenfolge angeordnet, und bilden das Segmentmuster (also das Muster innerhalb eines
Mosaiksegments). Das Mosaiksegment wird auch als "Cluster" bezeichnet.
[0013] Um einen sichtbaren Rapport der einzelnen Cluster zu verhindern, ist das Design der
abgebildeten Mosaikelemente so beschaffen, dass es sich in allen Richtungen gleich
homogen verlegen lässt, d.h. Es entstehen visuell immer neue Anordnungen der Mosaike.
Durch die spätere Verfugung der Cluster sind keine Anfänge und -enden der Cluster
mehr sichtbar. Die Mosaikstrukturelemente bilden Erhebungen. Der Zwischenraum (Fuge)
zwischen den Mosaikstrukturelementen wird durch die Trägerplatte begrenzt. Die Breite
(kleinste Ausdehnung parallel zur Trägerplattenebene) der Mosaikstrukturelemente beträgt
vorzugsweise weniger als 2 cm. Der Abstand benachbarter Mosaikstrukturelemente ist
vorzugsweise kleiner als die Breite der Mosaikstrukturelemente, insbesondere kleiner
1/10 der Breite der Mosaikstrukturelemente.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform weisen die Mosaikstrukturelemente in der Aufsicht
(Sicht senkrecht zur Trägerplattenebene) abgerundeten Konturen, bspw. rund oder länglich
mit abgerundeten Ecken oder organische Formen, z.B. kieselsteinähnlich. Die abgerundeten
Konturen ermöglichen das serielle, transparente glasieren der Mosaikelemente. Aufgrund
der abgerundeten Form kann die Glasur komplett um die Mosaikstrukturelemente ausfließen.
Darüber hinaus lassen sich die abgerundeten Elemente später durch die Handwerker präziser
ausfugen. Prinzipiell können aber beliebige Formen realisiert werden.
[0015] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Mosaiksegments
ist die Trägerplatte aus Oxidkeramik, insbesondere aus Zirkonoxid ZrO2 oder Aluminiumoxid
Al2O3, oder Silikatkeramik. gefertigt. Derartige Presskeramikteile werden in der Dentaltechnik
für Kronen und Brücken verwendet [3] und können als werkzeugfallende Teile mit einer
hohen Präzision hergestellt werden.
[0016] Um das Gewicht des Mosaiksegments zu verringern, ist es vorteilhaft, wenn die Trägerplatte
zwischen den Mosaikstrukturelementen mit Bohrungen versehen ist. Darüber hinaus bieten
die Bohrungen die Möglichkeit, das Mosaiksegment von hinten zu beleuchten, wodurch
leuchtende Mosaikbilder erzeugt werden können.
[0017] Die Mosaikstrukturelemente des erfindungsgemäßen Mosaiksegments sind vorzugsweise
mit einer Glasur versehen, wobei die glasierten Mosaikstrukturelemente eine Bombierung
aufweisen. Die Bombierung wird durch eine spezielle Glasurtechnik bewirkt, die vorzugsweise
durch Edelstahlschablonen maschinell aufgetragen wird, und dient dazu einen Glanz-/Leuchteffekt
zu erzeugen, da durch die Bombierung einfallendes Licht durch die Oberfläche bis auf
den reinweißen Grund der Mosaikstrukturelemente fällt und durch die Glasur hindurch
zurückreflektiert wird. Die Bombierung verhindert zudem aufgrund der geringen Auflagefläche
bei Kontakt mit einem Gegenstand tiefgreifende und sichtbare Kratzer. Das erfindungsgemäße
Mosaiksegment weist daher eine hohe Kratzfestigkeit auf.
[0018] Vorzugsweise handelt es sich bei der Glasur um eine opake, also lichtundurchlässige
Glasur, insbesondere um eine weiße oder schwarze opake Glasur.
[0019] Das erfindungsgemäße Mosaik umfasst eine Vielzahl an zusammengefügten zuvor beschriebenen
Mosaiksegmenten. Die Fugen zwischen den Mosaikstrukturelementen sind zumindest teilweise
mit einer Fugenmasse gefüllt. Verfugt werden dabei sowohl die Fugen zwischen den Mosaikstrukturelementen
innerhalb eines Mosaiksegments als auch die Fugen zwischen den Mosaikstrukturelementen
benachbarter Mosaiksegmente.
[0020] Da die Elemente des erfindungsgemäßen Mosaiks nicht als Einzelelemente gefertigt
sind, sondern als Strukturelemente einer Trägerplatte, die eine Vielzahl an Strukturelementen
umfasst, können sehr kleine Strukturelemente mit vergleichsweise geringem Aufwand
hergestellt werden. Die Strukturelemente des erfindungsgemäßen Mosaiksegments sind
vorzugsweise kleiner als 1 cm, insbesondere 0,5 cm oder kleiner. Dies ermöglicht es,
hochaufgelöste Mosaikbilder zu erstellen, beispielsweise von Portraits, so dass die
Persönlichkeitsmerkmale der dargestellten Person nicht verloren gehen.
[0021] Um ein einheitliches Gesamtmuster, insbesondere ohne Rapport, zu erhalten, ist es
vorteilhaft, wenn benachbarte Mosaiksegmente jeweils mit 90° Kantendrehung gegeneinander
verdreht angeordnet sind. Dazu sind die Mosaiksegmente vorzugsweise quadratisch.
[0022] Bei einer speziell Ausführungsform des erfindungsgemäßen Mosaiks sind die Fugen zwischen
den Mosaikstrukturelementen zumindest teilweise mit einer selbstilluminierenden Fugenmasse
gefüllt. Unter "selbstilluminierend" wird insbesondere phosphoreszierend verstanden.
In Kombination mit einer perforierten Trägerplatte kann somit der Eindruck erweckt
werden, dass die Mosaikstrukturelemente auf einer leuchtenden Fläche aufgebracht sind.
[0023] Die erfindungsgemäßen Mosaiksegmente werden vorzugsweise zur Verkleidung einer Interieurwand
oder einer Bordwand eines Schiffs, insbesondere einer Yacht, verwendet. Darüber hinaus
können die erfindungsgemäßen Mosaiksegmente zur Verkleidung von Zimmerwänden, Flugzeugwänden,
Möbeln etc. verwendet werden.
[0024] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Bedrucken eines Mosaiksegments mit
einem Zielmotiv, wobei das Mosaiksegment eine Trägerplatte und eine Vielzahl an in
einem Segmentmuster angeordneten Mosaikstrukturelementen umfasst, wobei Trägerplatte
und Mosaikstrukturelemente als einstückiges Presskeramikteil ausgebildet sind. Das
erfindungsgemäß Verfahren zum Bedrucken eines Mosaiksegments umfasst folgende Verfahrensschritte:
- a) Bereitstellung von abgespeicherten Farbverteilungen, wobei die Farbverteilungen
erzeugt wurden durch:
a.a.i. Herstellen eines Mosaiksegment-Dummies, wobei der Mosaiksegment-Dummy eine
Dummy-Trägerplatte mit Dummy-Mosaikstrukturelementen umfasst, wobei die Dummy-Mosaikstrukturelemente
in demselben Segmentmuster angeordnet sind wie die Mosaikstrukturelemente des Mosaiksegments;
a.a.ii. Kolorieren der Mosaiksegment-Dummies, wobei jedes Dummy-Mosaikstrukturelement
eine charakteristische Farbverteilung erhält;
a.a.iii. digitales Ablichten der kolorierten Mosaiksegment-Dummies, wobei jede Farbverteilung
der Dummy-Mosaikstrukturelemente in einem Speicher abgelegt wird;
- b) Erstellung eines Gesamtmusters durch virtuelles Zusammenfügen von einer vorgegebenen
Anzahl an Segmentmustern mittels einer Software;
- c) virtuelles Aufteilen des Zielmotivs in Mosaikstrukturelement-Bereiche durch Überlagerung
des Zielmotivs mit dem Gesamtmuster, wobei jeder Mosaikstrukturelement-Bereich ein
Mosaikstrukturelement des Mosaiksegments repräsentiert;
- d) Zuweisen einer der abgespeicherten Farbverteilungen zu jeweils einem der Mosaikstrukturelement-Bereiche;
- e) Farbauftrag auf die Mosaikstrukturelemente mit denjenigen Farbverteilungen, die
den Mosaikstrukturelement-Bereichen zugeordnet wurden, welche die jeweiligen Mosaikstrukturelemente
repräsentieren.
[0025] Die Dummy-Mosaikstrukturelemente des in Schritt a) hergestellten Mosaiksegment-Dummies
sind in demselben Segmentmuster angeordnet sind wie die Mosaikstrukturelemente des
Mosaiksegments, d.h. die geometrische Anordnung (Ausrichtungen der Elemente zueinander)
und die Proportionen (Länge/Breite/Abstände) der Dummy-Mosaikstrukturelemente entsprechen
der geometrischen Anordnung und den Proportionen der entsprechenden Mosaikstrukturelemente
des Mosaiksegments. Die Größe der Mosaikstrukturelemente kann sich jedoch von der
der Dummy-Mosaikstrukturelemente unterscheiden. Dies ermöglicht eine Flexibilität
in der Wahl des für das Mosaiksegment-Dummies zu verwendenden Materials. So kann für
den Mosaiksegment-Dummy beispielsweise ein Material mit einem höheren oder geringeren
Materialschwund verwendet werden als für das Mosaiksegment. Die Höhe der Dummy-Mosaikstrukturelemente
ist vorzugsweise kleiner als Höhe der Mosaikstrukturelemente des Mosaiksegments. Dies
ermöglicht ein einfaches Kolorieren. Vorzugsweise beträgt die Höhe der Dummy-Mosaikstrukturelemente
gleich dem Höhenunterschied zwischen Mosaikstrukturelementen und Fugenmasse bei einem
fertig ausgefugten Mosaiksegment.
[0026] Vorzugsweise erfolgt das Kolorieren in Schritt b) durch Auftragen einer Glasur, insbesondere
einer Keramik-Glasur. Beim Kolorieren erhalten die Dummy-Mosaikstrukturelemente eine
individuelle Farbverteilung. Vorzugsweise wird jedes Dummy-Mosaikstrukturelement in
einem bestimmten Farbton oder mit einer Kombination aus ähnlichen Farbtönen vorzugsweise
von Hand koloriert.
[0027] Dadurch kommen handwerkliche Ausprägungen zum Vorschein. Deshalb können sich innerhalb
eines Dummy-Mosaikstrukturelements insbesondere Helligkeit und Farbsättigung ändern.
[0028] Das digitale Ablichten in Schritt c) kann durch Fotografieren oder Einscannen erfolgen.
Vorzugsweise erhält jede in Schritt c) abgespeicherte Farbverteilung einen individuellen
Farbcode, der den jeweiligen Mosaikstrukturelement-Bereichen zugewiesenen werden kann.
Die entsprechenden Farbcodes werden dann zusammen mit Informationen, die das jeweilige
Mosaikstrukturelement identifizieren, einer Druckeranlage übermittelt.
[0029] Die Erstellung des Gesamtmusters in Schritt d) kann durch eine 2-dimensionale Anordnung
von jeweils um 90° gegeneinander verdrehten Segmentmustern erfolgen. Die Größe des
Gesamtmusters entspricht der Größe des Zielmotivs.
[0030] In Schritt e) wird das Zielmotiv entsprechend den Mosaiksegmenten des Gesamtmusters
aufgeteilt, so dass jedem Mosaikstrukturelement des Gesamtmusters ein Mosaikstrukturelement-Bereich
des Zielmotivs zugeordnet wird.
[0031] Die in den Mosaikstrukturelement-Bereichen vorhandenen Färbungen werden in Schritt
f) denjenigen abgespeicherten Farbverteilungen zugewiesen, die den realen Färbungen
der entsprechenden Mosaikstrukturelement-Bereiche des Zielmotivs am nächsten kommen.
[0032] Der Farbauftrag auf die Mosaikstrukturelemente in Schritt g) erfolgt vorzugsweise
mittels Pinseln oder Airbrush.
[0033] Vorzugsweise erfolgt in Schritt b) das Kolorieren der Mosaiksegment-Dummies in Handarbeit.
Durch das Auftragen der Farbe in Handarbeit ergibt sich eine einzigartige Farbverteilung
für jedes Mosaikstrukturelement. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann also einerseits
das Bedrucken maschinell erfolgen, andererseits wird eine Farbverteilung realisiert,
die derjenigen einer Handbemalung entspricht. Auf diese Weise können auf vergleichsweise
günstige Art und Weise hochwertige Mosaike mit einer individuellen Charakteristik
hergestellt werden.
[0034] Zur Herstellung der Mosaiksegment-Dummies und der Mosaiksegmente können unterschiedliche
Materialien verwendet werden. Während für die Mosaiksegmente, die für das zu erstellende
Mosaik verwendet werden, vorzugsweise Presskeramik verwendet wird, um den Schwund
nach dem Brennen zu minimieren, kann für die Mosaiksegment-Dummies ein einfacher verarbeitbares
Material verwendet werden, da es hier lediglich auf die Proportionen der Mosaikstrukturelemente
zueinander ankommt.
[0035] Vorzugsweise werden die Mosaiksegment-Dummies aus giessfähigem oder pastösem Porzellan
gefertigt (wegen der Unmöglichkeit der Entformung als ganzer Cluster sind hier die
Fugen gefüllt). Porzellan ist als Material für die Mosaikelement-Dummies ideal, da
es als Gießmasse erhältlich ist und die perfekte Konsistenz zum Glasieren von Hand
aufweist. Die Dummies aus gießfähigem Porzellan haben alle Eigenschaften des klassischen
"Geschirr-Porzellan". In der traditionellen Handmalerei wirkt sich das auf die Aufnahme
der Glasuren in die Oberfläche aus - es kann deutlich präziser und damit authentisch
gearbeitet werden.
[0036] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines zuvor oben beschriebenen
Mosaiksegments mit folgende Verfahrensschritten:
- Herstellung einer einteiligen strukturierten Trägerplatte mit einer Oberflächenstruktur,
die eine Vielzahl an Mosaikstrukturelementen umfasst, die so gruppiert sind, dass
zwischen den Mosaikstrukturelementen Fugen ausgebildet sind, mittels eines Keramik-Presswerkzeugs;
- Glasieren der Mosaikstrukturelemente, wobei eine Bombierung der Mosaikstrukturelemente
erzeugt wird;
- Bedrucken der Mosaikstrukturelemente.
[0037] Die Trägerplatten werden vorzugsweise mittels eines dem Spritzgussverfahren ähnlichen
Verfahrens hergestellt, insbesondere mittels eines Keramikspritzgusses [4]. Hier ist
der Werkzeugaufbau deutlich vereinfacht, auf eine Verwendung von Normalien wird hierbei
verzichtet. Der Keramikspritzguss ermöglicht eine große Vielfalt der Formgebung bei
hoher Materialqualität.
[0038] Beim Pressen der Trägerplatten wird ein bedingter Teil eines Polymerwerkstoffs zur
flüssigen Masse des Trägerplatten-Materials (z.B. Aluminiumoxid) zugegeben und dann
unter hohem Druck im Werkzeug (fast schwindungsfrei) "verbacken".
[0039] Um die Rauhigkeit der Oberfläche ggf zu erhöhen kann vor dem Glasieren die Oberflächen
der Mosaikstrukturelemente flachgeschliffen werden. Bei entsprechender Verfahrensoptimierung
kann jedoch auf ein Flachschleifen verzichtet werden.
[0040] Vorzugsweise wird zum Bedrucken der Mosaikstrukturelemente das zuvor beschriebene
Verfahren zum Bedrucken eines Mosaiksegments verwendet.
[0041] Bei einer speziellen Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird zum Bedrucken
ein Muffelglasur-Verfahren verwendet. Muffelglasuren lassen sich perfekt einbrennen
und haben damit eine besondere Härte. Durch die Muffelglasur bekommen die Mosaike
eine besondere Brillanz in der Oberfläche, da die vorgefertigten Elemente bereits
transparent glasiert angeliefert werden.
[0042] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und der Zeichnung.
Ebenso können die vorstehend genannten und die noch weiter ausgeführten Merkmale erfindungsgemäß
jeweils einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung finden.
Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung
zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung
der Erfindung.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung und Zeichnung
[0043]
- Fig. 1
- zeigt eine dreidimensionale Darstellung eines erfindungsgemäßen Mosaiksegments mit
runden und länglichen Mosaikstrukturelementen.
- Fig. 2
- zeigt eine Aufsicht auf das Mosaiksegment aus Figur 1.
- Fig. 3
- zeigt eine Seitenansicht des Mosaiksegments aus Figur 1.
- Fig. 4
- zeigt einen Ausschnitt einer Aufsicht auf ein erfindungsgemäßes Mosaiksegment mit
Bohrungen durch die Trägerplatte.
- Fig. 5
- zeigt das Gesamtmuster eines erfindungsgemäßen Mosaiks aus 4 gegeneinander verdrehten
Mosaiksegmenten.
- Fig. 6
- zeigt das Gesamtmuster aus Fig. 5, ein Zielmotiv und die Überlagerung des Zielmotivs
mit dem Gesamtmuster.
- Fig. 7
- zeigt reihenweise gegeneinander verschobenen Mosaiksegmente mit kiesel-förmigen Mosaikstrukturelementen
- Fig. 8
- zeigt das aus der Anordnung von Fig. 7 resultierende Gesamtmuster.
- Fig. 9
- zeigt die Verfahrensschritte für ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Bedrucken eines
Mosaiksegments.
- Fig. 10
- zeigt eine dreidimensionale Darstellung eines Mosaiksegment-Dummies.
- Fig. 11
- zeigt die Verfahrensschritte für ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung eines
Mosaiksegments.
[0044] Figuren 1 bis 3 zeigen ein erfindungsgemäßes Mosaiksegment
1. Das Mosaikelement 1 weist eine Trägerplatte
2 mit einer Vielzahl an Mosaikstrukturelementen
3 auf, die ein Segmentmuster
12 bilden. Zwischen den Mosaikstrukturelementen 3 sind befinden sich Fugen
4. In Figur 3 sind die Fugen 4 bis zu einer bestimmten Höhe mit einer Fugenmasse
5 gefüllt. Das Befüllen der Fugen 4 mit der Fugenmasse 5 kann vor und/oder nach dem
Zusammenfügen mehrerer Mosaiksegmente 1 zu einem Mosaik
7 (s. Figur 5) erfolgen. Die Mosaikstrukturelemente 3 weisen eine gewölbte Oberfläche
(Bombierung
6) auf und können in verschiedenen Formen ausgebildet sein (hier drei verschiedene
Formen).
[0045] Im Bereich der Fugen 4 können Bohrungen
8 in der Trägerplatte 2 vorgesehen sein, um eine Hintergrundbeleuchtung zu ermöglichen,
wie in
Figur 4 dargestellt.
[0046] Figur 5 zeigt eine Aufsicht eines erfindungsgemäßen Mosaiks 7. Die Mosaikstrukturelemente
3 aller Mosaiksegmente 1 bilden ein Gesamtmuster
9. Das in Figur 5 gezeigte Mosaik 7 umfasst beispielhaft vier Mosaiksegmente 1, die
jeweils um 90° gegeneinander verdreht sind, damit sich ein einheitliches, rapportloses
Gesamtmuster bildet. Um die Rotation der einzelnen Mosaiksegmente 1 zu verdeutlichen
wurde in jedem Mosaiksegment 1 das gleiche Mosaikstrukturelement 3 mit einer Schraffierung
markiert. Die Ränder der einzelnen Mosaiksegmente 3 sind gestrichelt dargestellt.
[0047] Eine andere Möglichkeit, ein rapportloses Gesamtmuster zu bilden, besteht darin,
die Mosaiksegmente verschiedener Reihen gegeneinander zu verschieben, wie in den Figuren
7 und 8 beispielhaft für Mosaiksegmente mit kieselförmigen Mosaikstrukturelementen
dargestellt.
[0048] Figur 6 zeigt rechts ein Zielmotiv
10, das auf einem Mosaik mit dem in Figur 6 links dargestellten Gesamtmuster 9 dargestellt
werden soll.
[0049] Die einzelnen Verfahrensschritte zum Bedrucken der entsprechenden Mosaiksegmente
1 sind in
Figur 9 gezeigt: Zunächst wird mit Hilfe einer Software das Gesamtmuster 9 aus einzelnen
Segmentmustern 12 erstellt. Die Anzahl der Segmentmuster 12 richtet sich nach der
Größe und gewünschten Auflösung des zu erzeugenden Mosaiks. In Figur 6 unten ist gezeigt,
wie das Zielmotiv 10 mit dem Gesamtmuster 9 überlagert wird, um das Zielmotiv 10 in
Mosaikstrukturelement-Bereiche
11 aufzuteilen, die den Mosaikstrukturelementen des zu erzeugenden Mosaiks entsprechen.
Die Farben (hier als Schraffur dargestellt) innerhalb jedes Mosaikstrukturelement-Bereichs
11 wird analysiert und es wird jedem Mosaikstrukturelement-Bereich 11 eine zuvor bereitgestellte
(abgespeicherte) Farbverteilung zugewiesen, derart, dass die zugewiesene Farbverteilung
möglichst gut den Farben des entsprechenden Mosaikstrukturelement-Bereichs 11 entspricht.
Somit werden die im Zielmotiv enthaltenen Farben bereichsweise ersetzt durch die bereitgestellten
Farbverteilungen. Die Mosaikstrukturelemente 3 der Mosaiksegmente 1 werden sodann
entsprechend den zugewiesenen Farbverteilungen bedruckt.
[0050] Dadurch kann der Charakter des Zielmotivs verändert werden, bspw. indem die bereitgestellten
Farbverteilungen durch Handmalerei erzeugt wurden.
[0051] Zur Bereitstellung von Farbverteilungen wird zunächst mindestens ein Mosaiksegment-Dummy
13 hergestellt, welcher Dummy-Mosaikstrukturelemente
14 aufweist, die dasselbe Segmentmuster 12 bilden wie das zu bedruckende Mosaikstrukturelement
1, wie in
Figur 10 gezeigt. Der Mosaiksegment-Dummy 13 besteht in der Regel aus einem anderen (einfach
zu verarbeitenden Material) als das Mosaiksegment 1 und wird vorzugsweise mit Hand
bemalt. Um die Kolorierung der Dummy-Mosaikstrukturelemente 14 zu erleichtern, sind
die Dummy-Mosaikstrukturelemente 14 des Mosaiksegment-Dummies 13 weniger erhaben als
die Mosaikstrukturelemente 3 des Mosaiksegments 1. Bei der Kolorierung des Mosaiksegment-Dummies
13 wird nicht das Zielmotiv 10 aufgemalt, sondern jedes Dummy-Mosaikstrukturelement
14 wird mit einem bestimmten Farbton oder einer Kombination aus ähnlichen Farbtönen
versehen, wobei durch die Handbemalung die Dummy-Mosaikstrukturelemente 14 nicht monochrom
einfarbig sind, sondern eine gewisse Farbverteilung innerhalb des/der vorgegebenen
Farbtons/ Farbtonkombination aufweisen. Der so sehr aufwändig kolorierte Mosaiksegment-Dummy
13 wir dann digital abgelichtet und die Farbverteilung jedes Dummy-Mosaikstrukturelements
14 wird gespeichert. Die so gespeicherten Farbverteilungen können für eine Vielzahl
an Zielmotiven verwendet werden, so dass die bislang beschriebenen Verfahrensschritte
betreffend die Herstellung und Kolorierung der Mosaiksegment-Dummies 13 nicht für
jeden Druckvorgang erneut durchgeführt werden müssen.
[0052] Die mit dem zuvor beschriebenen Verfahren bedruckten Mosaiksegmente 1 werden hergestellt
indem zunächst die strukturierte Trägerplatte 2 mit den Mosaikstrukturelementen 3
und den dazwischenliegenden Fugen 4 als Presskeramik-Werkstück hergestellt wird. Die
Mosaikstrukturelemente werden dann durch eine Glasur mit einer Bombierung versehen
und können anschließend mit dem oben beschriebenen Verfahren bedruckt werden
(Figur 11).
Bezuaszeichenliste
[0053]
- 1
- Mosaiksegment
- 2
- Trägerplatte
- 3
- Mosaikstrukturelemente
- 4
- Fugen
- 5
- Fugenmasse
- 6
- Bombierung
- 7
- Mosaik
- 8
- Bohrungen in Trägerplatte
- 9
- Gesamtmuster
- 10
- Zielmotiv
- 11
- Mosaikstrukturelement-Bereiche
- 12
- Segmentmuster
- 13
- Mosaiksegment-Dummy
- 14
- Dummy-Mosaikstrukturelemente
Literaturliste
[0054]
- [1] https://cerasell.de/index.php/mosaike
- [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Bisazza
- [3] http://www.bolkart-dental.de/RBDT/zahntechnik.html
- [4] https://www.keramikspritzguss.eu/
1. Mosaiksegment (1) umfassend eine Trägerplatte (2) mit einer Oberflächenstruktur, wobei
die Oberflächenstruktur eine Vielzahl an Mosaikstrukturelementen (3) umfasst, die
so gruppiert sind, dass sie ein Segmentmuster (12) bilden und zwischen den Mosaikstrukturelementen
(3) Fugen (4) ausgebildet sind, wobei die strukturierte Trägerplatte (2) als einstückiges
Presskeramikteil ausgebildet ist.
2. Mosaiksegment (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (2) aus Oxidkeramik, insbesondere aus Zirkonoxid ZrO2 oder Aluminiumoxid
Al2O3, oder Silikatkeramik, insbesondere Porzellan, gefertigt ist.
3. Mosaiksegment (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerplatte (2) zwischen den Mosaikstrukturelementen mit Bohrungen (8) versehen
ist.
4. Mosaiksegment (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Mosaikstrukturelemente
(3) mit einer Glasur versehen sind, und wobei die glasierten Mosaikstrukturelemente
(3) eine Bombierung (6) aufweisen.
5. Mosaik (7) umfassend eine Vielzahl an zusammengefügten Mosaiksegmenten (1) nach Anspruch
4.
6. Mosaik (7) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Fugen (4) zwischen den Mosaikstrukturelementen (3) zumindest teilweise mit einer
selbstilluminierenden Fugenmasse gefüllt sind.
7. Verwendung von Mosaiksegmenten (1) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4 zur Verkleidung
einer Interieurwand oder einer Bordwand eines Schiffs, insbesondere einer Yacht.
8. Verfahren zum Bedrucken eines Mosaiksegments (1) mit einem Zielmotiv (10), umfassend
eine Trägerplatte (2) und eine Vielzahl an in einem Segmentmuster angeordneten Mosaikstrukturelementen
(3), wobei Trägerplatte (2) und Mosaikstrukturelemente (3) als einstückiges Presskeramikteil
ausgebildet sind, umfassend folgende Verfahrensschritte:
b) Bereitstellung von abgespeicherten Farbverteilungen, wobei die Farbverteilungen
erzeugt wurden durch:
i. Herstellen eines Mosaiksegment-Dummies, wobei der Mosaiksegment-Dummy eine Dummy-Trägerplatte
mit Dummy-Mosaikstrukturelementen umfasst, wobei die Dummy-Mosaikstrukturelemente
in demselben Segmentmuster (12) angeordnet sind wie die Mosaikstrukturelemente (3)
des Mosaiksegments (1);
ii. Kolorieren der Mosaiksegment-Dummies, wobei jedes Dummy-Mosaikstrukturelement
eine charakteristische Farbverteilung erhält;
iii. digitales Ablichten der kolorierten Mosaiksegment-Dummies, wobei jede Farbverteilung
der Dummy-Mosaikstrukturelemente in einem Speicher abgelegt wird;
c) Erstellung eines Gesamtmusters (9) durch virtuelles Zusammenfügen von einer vorgegebenen
Anzahl an Segmentmustern (12) mittels einer Software;
d) virtuelles Aufteilen des Zielmotivs (10) in Mosaikstrukturelement-Bereiche (11)
durch Überlagerung des Zielmotivs (10) mit dem Gesamtmuster (9), wobei jeder Mosaikstrukturelement-Bereich
(11) ein Mosaikstrukturelement (3) des Mosaiksegments (1) repräsentiert;
e) Zuweisen einer der abgespeicherten Farbverteilungen zu jeweils einem Mosaikstrukturelement-Bereichen
(11);
f) Farbauftrag auf die Mosaikstrukturelemente (3) mit denjenigen Farbverteilungen,
die den Mosaikstrukturelement-Bereichen (11) zugeordnet wurden, welche die jeweiligen
Mosaikstrukturelemente (3) repräsentieren.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt b) das Kolorieren der Mosaiksegment-Dummies in Handarbeit erfolgt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zur Herstellung der Mosaiksegment-Dummies und der Mosaiksegmente (1) unterschiedliche
Materialien verwendet werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Mosaiksegment-Dummies aus Porzellan gegossen werden.
12. Verfahren zur Herstellung eines Mosaiksegments nach einem der Ansprüche 1 bis 4, umfassend
folgende Verfahrensschritte:
• Herstellung einer einteiligen strukturierten Trägerplatte (2) mit einer Oberflächenstruktur,
die eine Vielzahl an Mosaikstrukturelementen (3) umfasst, die so gruppiert sind, dass
zwischen den Mosaikstrukturelementen (3) Fugen (4) ausgebildet sind, mittels eines
Keramik-Presswerkzeugs;
• Glasieren der Mosaikstrukturelemente (3), wobei eine Bombierung (6) der Mosaikstrukturelemente
(3) erzeugt wird;
• Bedrucken der Mosaikstrukturelemente.
13. Verfahren nach Anspruch 12 dadurch gekennzeichnet, dass zum Bedrucken der Mosaikstrukturelemente (3) ein Verfahren gemäß einem der Ansprüche
8 bis 11 verwendet wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 13 dadurch gekennzeichnet, dass zum Bedrucken ein Muffelglasur-Verfahren verwendet wird.