Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Bordsteinelement für Bushaltestellen.
Stand der Technik
[0002] Bordsteinelemente für Bushaltestellen sind aus dem Stand der Technik bekannt und
werden insbesondere auch als Busbord bezeichnet. Dabei handelt es sich im Wesentlichen
um einen Formstein, insbesondere um ein Betonprofil, das an Bushaltestellen bzw. Bussteigen
als Randstein bzw. Bordstein verwendet wird, wenn dort Niederflurfahrzeuge mit geringer
Einstiegshöhe halten. Vor allem im Rahmen der Bestrebungen, die Barrierefreiheit im
öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auszubauen und einen möglichst barrierefreien
Zugang bzw. Einstieg in die öffentlichen Verkehrsmittel auch für Personen mit eingeschränkter
Mobilität zu gewähren, sind in der jüngeren Zeit verschiedene Varianten von Busbordsteinelementen
der genannten Art, beispielsweise auch verschiedene Arten von Sonderborden oder Kombiborden,
entwickelt worden.
[0003] Derartige Busbordsteinelemente führen beispielsweise die Busse quasi mit einem Selbstlenkungseffekt,
ohne Auffahren oder Hochklettern, sicher an die Haltestelle heran und zwar derart,
dass ein Ein- bzw. Ausstiegsspalt für ein- und aussteigende Fahrgäste geringstmöglich
ist, wodurch die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiver und sicherer für
alle Fahrgäste wird, insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen und Kinder.
Dies ist hauptsächlich bedingt durch den Querschnitt derartiger Busbordsteinelemente,
welcher insbesondere auf die Reifenform bzw. auf das Reifenprofil der Busse abgestimmt
ist. Eine dem Reifen der Busse angepasste Anlauffläche, die insbesondere auch durch
einen schräg verlaufenden oder konkav gewölbten zurückweichenden Flächenabschnitt
der Vorderseite des Busbordsteinelementes gebildet ist, verhindert ein seitliches
Anschrammen, Auffahren oder Aufklettern der Reifen, nämlich eine schädliche Flächenberührung
der Reifenflanken mit der Bordsteinvorderseite, ermöglicht somit ein dichtes Anfahren
an den Haltepunkt für ein erleichtertes Ein- und Aussteigen, schont die Reifen der
Busse und mindert die Reifenersatzkosten.
[0004] Gattungsgemäße Busbordsteinelemente sind in der Regel auch so ausgearbeitet, dass
die Karosserie der Busse in bestmöglicher Weise vor Beschädigungen geschützt ist,
wenn die Busse in nächster Nähe an den Bordstein heranfahren. Ebenso sind die Busbordsteinelemente
häufig so ausgestaltet, dass ein Bus beim Anfahren nicht einzelne Formsteine in ihrer
Lage verändern kann, da der Bus den Formstein belastet bevor auftretende Flankenkräfte
wirken.
[0005] Ein Beispiel eines derartigen gattungsgemäßen Bordsteinelementes ist aus der
EP 0 544 202 A1 bekannt, welches aus einem quaderförmigen Fertigbauteil besteht. Eine Oberseite des
Fertigbauteils dient hierbei als Auftrittsfläche für ein- bzw. aussteigende Passagiere,
wobei die Oberfläche mit Erhebungen bzw. Vorsprüngen versehen ist, die zum einen Rutschfestigkeit
verleihen und zum anderen als tastbare Markierungen für Sehbehinderte dienen. Eine
Vorderseite des Bordsteinelementes ist in einem oberen Abschnitt als eine von unten
nach oben zurückweichende, zur Spurführung der Omnibusse bestimmten Schrägfläche ausgebildet,
die die in ihrem unteren Teil in einen konkav gewölbten Abschnitt übergeht.
[0006] Bei den aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen kommt es jedoch immer wieder
zu dem Problem, dass sich in dem als Anlauf- oder Anfahrfläche für die Busse bzw.
als Auflagefläche für die Reifen der Busse dienenden Bereich der Bordsteinelemente
Wasser, insbesondere Niederschlagswasser sammelt bzw. dort stehen bleibt. Ein derartiger
Wasserstau im Bereich der Anfahrfläche wird häufig noch dadurch verstärkt, dass die
Bordsteinelemente speziell darauf ausgerichtet sind, dass Wasser von der für die Fahrgäste
vorgesehenen Auftrittsfläche schnell und effektiv über die Vorderseite in Richtung
der Anfahrfläche bzw. Fahrbahn abläuft. Ebenso weisen die Fahrbahnen häufig eine abflusswirksame
Neigung auf, um Niederschlagswasser an den Straßenrand zu führen, wo sich dieses insbesondere
in Busbuchten sammeln kann, wodurch das Problem des genannten unerwünschten Wasserstaun
im Bereich der Anfahrfläche ebenfalls zusätzlich erhöht wird.
[0007] Dies ist jedoch mit dem erheblichen Nachteil verbunden, dass an der Bushaltestelle
wartende Personen der Gefahr ausgesetzt sind, durch anfahrende Busse mit Spritzwasser
bespritzt zu werden. Ferner ist für die Busfahrer das exakte und sichere, vor allem
positionsgenaue Einfahren in die Haltestelle sehr erschwert, wenn sich dort Wasser
staut bzw. Pfützen bilden. Insbesondere in der kalten Jahreszeit, kann es dabei auch
zu Überfrierungen der Pfützen bzw. zur Eisbildung kommen, wodurch vor allem in die
Haltestelle einfahrende Busse einer Rutschgefahr ausgesetzt sind und somit ein erhebliches
Sicherheitsrisiko gegeben ist. Daher besteht trotz der aus dem Stand der Technik bekannten
Lösungen Bedarf an verbesserten Bordsteinelementen für Bushaltestellen.
Darstellung der Erfindung
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Bordsteinelement für Bushaltestellen
zur Verfügung zu stellen, das die Nachteile des Standes der Technik überwindet und
bei dem insbesondere Wasseransammlungen oder eine Pfützenbildung im Bereich der Anfahrfläche
für die Busse vermieden werden kann. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das
Bordsteinelement gemäß unabhängigem Anspruch 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Aspekte,
Details und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen,
der Beschreibung sowie den Zeichnungen.
[0009] Die vorliegende Erfindung stellt ein Bordsteinelement für Bushaltestellen bereit,
das aus zumindest einem im Wesentlichen quaderförmigen Formstein mit zumindest einer
Ober- und Unterseite sowie einer Vorder- und Rückseite besteht, wobei der Formstein
eine zwischen Vorder- und Rückseite in Längsrichtung verlaufende vertikale Mittenebene
aufweist. Ein erster Oberseitenabschnitt des Bordsteinelementes bildet eine Fahrfläche
und ein stufenartig erhöhter zweiter Oberseitenabschnitt bildet eine Auftrittsfläche.
An der Vorderseite ist ein oberer Vorderseitenabschnitt relativ zu einem unteren Vorderseitenabschnitt
zur Mittenebene hin zurückversetzt und weist eine von unten nach oben zurückweichende
Schrägfläche auf. Ein besonderer Aspekt der Erfindung ist darin zu sehen, dass in
einem durch die Vorderseite und die Mittenebene begrenzten vorderen Teilabschnitt
des Formsteins ein integraler rinnen- oder rohrartiger Hohlraum mit wenigstens einer
sich im Bereich der Fahrfläche nach außen hin öffnenden schlitzartigen Öffnung ausgeformt
ist und der Formstein eine monolithische Schlitzrinne bildet.
[0010] In das durch den Formstein gebildete Bordsteinelement ist gemäß der Erfindung der
über die schlitzartige Öffnung an der Fahrfläche nach außen hin geöffnete Hohlraum
eingeformt, wobei dieser Hohlraum als Gerinne dient. Niederschlagswasser kann direkt
und unmittelbar auf der Fahrfläche - und hier insbesondere in nächster Nähe zu einer
Stufenflanke der Stufe zur Auftrittsfläche hin - abgeführt werden indem es über die
schlitzartige Öffnung in den Hohlraum eindringt bzw. eingeleitet wird. Im Sinne der
vorliegenden Erfindung kann der Hohlraum auch als Rinne, Rohr, Leitung oder als Rinnenkanal
bzw. als Kanal- oder Leitungsstruktur verstanden werden. Das erfindungsgemäße Bordsteinelement
ist somit in einstückiger Ausführung als eine wasserführende Rinne insbesondere Schlitzrinne
ausgebildet und erfüllt somit zugleich die Funktion als Bordstein bzw. Busbord wie
auch als Rinnenstein bzw. Schlitzrinne. Das erfindungsgemäße Bordsteinelement bildet
daher Bordstein und Schlitzrinne "in Einem". Ganz besonders vorteilhaft ist dadurch
an Bushaltestellen eine Linienentwässerung unmittelbar in dem Winkelbereich der Stufe
zwischen Fahrfläche und Auftrittsfläche möglich.
[0011] Der Formstein ist bevorzugt ein Formstein aus Beton, der vorliegend auch als Betonstein
oder Betonfertigteil oder Betonprofil verstanden werden kann. Das Einformen des Hohlraumes
in den Formstein erfolgt vorteilhaft direkt bei Herstellung des Formsteins, beispielsweise
beim Vergießen des Betons mittels geeigneter Produktionsplatten oder -formen bzw.
Schalungen. Das erfindungsgemäße Bordsteinelement weist vorteilhaft eine hohe Tragfestigkeit
und Stabilität auf und hält aufgrund seiner Ausgestaltung trotz der Hohlraumstruktur
im Inneren den einwirkenden Kräften und dem Druck durch das Befahren mit Bussen wirksam
stand.
[0012] Besonders vorteilhaft kann mit dem vorliegenden Bordsteinelement Wasser, insbesondere
Niederschlagswasser unmittelbar an der Fahrfläche, nämlich direkt über den Bordstein
selbst bzw. über das Bordsteinelement abgeführt werden, wodurch eine Wasseransammlung,
ein Wasserstau oder Pfützen an der Bushaltestelle effektiv verhindert werden. Dadurch
wird einerseits die Sicherheit beim Einfahren der Busse erhöht, da jegliche Art von
Aquaplaning vermieden werden kann. Auch wird die Positionierungsgenauigkeit beim Halten
verbessert, da der Busfahrer keine Veranlassung für "Ausweichversuche" sieht, um möglicherweise
stehenden Pfützen ausweichen zu wollen. Zusätzlich wird durch die mit dem vorliegenden
Bordsteinelement erzielte Vermeidung von Pfützen auch einer möglichen Eisbildung im
Winter entgegengewirkt, wodurch die Sicherheit an der Bushaltestelle erhöht ist. Für
die wartenden Fahrgäste ist zudem das Risiko von Spritzereignissen minimiert, da das
Wasser vorteilhaft genau dort effektiv abgeführt wird, wo grundsätzlich die Gefahr
eines Verspritzens von stehendem Wasser durch die Reifen einfahrender Busse besteht.
[0013] Unter "Bushaltestellen" im vorliegenden Sinne fallen Haltestellen, an denen Fahrzeuge
zur Personenbeförderung verkehren und halten, wobei insbesondere auch Haltestellen
für einen kombinierten Bahn/Bus-Verkehr umfasst sind, an denen auch schienengebundene
Fahrzeuge, z.B. Straßenbahnen verkehren. Die durch den ersten Oberseitenabschnitt
des Bordsteinelementes gebildete Fahrfläche ist als eine ebene, vorzugsweise glatte
und im Wesentlichen horizontal ausgerichtete Fläche zu verstehen, die von einem Bus
beim Anfahren der Haltestelle befahren wird und als Auflagefläche oder Tragfläche
für die Reifen des Busses dient. Die Fahrfläche kann vorliegend auch als Anlauffläche
oder Anfahrfläche verstanden werden. Die durch den stufenartig erhöhten zweiten Oberseitenabschnitt
gebildete Auftrittsfläche ist ebenfalls als eine ebene, vorzugsweise jedoch oberflächenstrukturierte,
beispielsweise mit Erhebungen oder Noppen versehene und dadurch rutschfeste im Wesentlichen
horizontal ausgerichtete Fläche zu verstehen, die den Fahrgästen zum Betreten dient,
insbesondere beim Ein- und Aussteigen in den Bus.
[0014] Im eingebauten Zustand des Bordsteinelementes, wenn dieses an einer Bushaltestelle
verbaut ist, weist die Vorderseite des Bordsteinelementes zur Fahrbahn, insbesondere
zur Straße hin und grenzt dort an. Die Fahrfläche geht dabei vorzugsweise stufenlos
zur Fahrbahn über, das heißt die Fahrbahn- bzw. Straßenoberfläche und die Fahrfläche
des Bordsteinelementes liegen bevorzugt auf dem demselben Höhenniveau. Die Hinterseite
des Bordsteinelementes ist dem für Fußgänger zu begehenden Bereich der Bushaltestelle
zugewandt und grenzt den Gehsteig ab. Die Auftrittsfläche geht dabei bevorzugt stufenlos
zum Gehweg über, das heißt die Gehwegoberfläche und die Auftrittsfläche des Bordsteinelementes
liegen bevorzugt auf dem demselben Niveau. Als Mittenebene des Bordsteinelementes
wird vorliegend eine vertikale Ebene verstanden, die durch das Bordsteinelement, insbesondere
den Betonstein "gelegt" werden kann und die das Bordsteinelement in zwei Längshälften
teilt, nämlich in eine dem vorderen Teilabschnitt entsprechende vordere Längshälfte
und in eine einem hinteren Teilabschnitt entsprechende hintere Längshälfte.
[0015] Besonders bevorzugt ist der integrale rinnen- oder rohrartige Hohlraum als wasserführende
Leitungsstruktur ausgebildet und erstreckt sich in Längsrichtung über eine gesamte
Länge des Formsteins von einer ersten Stirnseite bis hin zu einer zweiten Stirnseite,
wobei der rinnen- oder rohrartige Hohlraum zu Anschlusszwecken an den Stirnseiten
vorzugsweise offen ausgebildet ist.
[0016] Ebenso bevorzugt weist der integrale rinnen- oder rohrartige Hohlraum einen im Wesentlichen
runden oder polygonalen oder elliptischen Querschnitt auf. Gemäß einer insbesondere
bevorzugten Ausführungsvariante weist der integrale rinnen- oder rohrartige Hohlraum
einen kreisrunden Querschnitt mit einem Durchmesser in einem Bereich von rund 130
mm bis 200 mm, bevorzugt in einem Bereich von rund 140 mm bis 170 mm, insbesondere
bevorzugt von rund 150 mm auf. Es versteht sich von selbst, dass auch andere Querschnittsformen
möglich sind und insbesondere andere Querschnittsdimensionen. Je nach Anwendungsfall,
beispielsweise je nach Ort und geographischer Lage einer zu erstellenden Bushaltestelle,
zum Beispiel in Abhängigkeit der am jeweiligen Ort zu erwartenden Niederschlagsmenge,
bzw. abhängig von kommunalen Gegebenheiten und/oder Vorschriften kann der Durchmesser
des integralen rinnen- oder rohrartigen Hohlraums auch geringer oder größer sein,
und kann auch etwa im Bereich von 50 mm bis 120 mm, vorzugsweise im Bereich von 70
mm bis 100 mm und kann beispielsweise bei rund 90 mm oder 110 mm liegen. Selbstverständlich
kann der Durchmesser beispielsweise auch rund 160 mm oder 180 mm aufweisen.
[0017] Wenn in einem Formstein ein Hohlraum integriert ist, besteht grundsätzlich die Gefahr,
dass der Formstein bricht oder einbricht bzw. springt oder reißt, wenn derartige Kräfte
einwirken, die beispielsweise beim Befahren des Formsteins durch Busse auftreten.
Besondere Vorteile ergeben sich deshalb, wenn die zumindest eine schlitzartige Öffnung
über einen wasserleitenden Halsabschnitt mit dem integralen rinnen- oder rohrartigen
Hohlraum verbunden ist, da darüber ein ausreichend großer Abstand zwischen der Fahrfläche
und dem den Hohlraum begrenzende Rand bzw. der Hohlraumwandung geschaffen werden kann.
Dadurch ist, insbesondere außerhalb der schlitzartigen Öffnung, ein ausreichend dicker
bzw. starker, materialgefüllter Formsteinabschnitt zwischen Fahrfläche und Hohlraum
vorhanden, um der Last durch auffahrende Busse standzuhalten.
[0018] Zusätzlich ergeben sich diesbezüglich additive Vorteile, wenn der über den Halsabschnitt
mit der schlitzartigen Öffnung verbundene rinnen- oder rohrartige Hohlraum in dem
Bordsteinelement eine parallel zur Mittenebene verlaufende Symmetrieebene aufweist
und derart in dem vorderen Teilabschnitt des Formsteins angeordnet ist, dass die Symmetrieebene
von der Mittenebene einen Abstand von etwa 40% bis 45% einer Teilbreite des vorderen
Teilabschnittes aufweist. Insbesondere bringt diese Anordnung einen zusätzlichen Zugewinn
an Stabilität und Tragfestigkeit und die genannte Gefahr des Brechens wird auf ein
Minimum reduziert. Der angegebene Abstand der Symmetrieebene von der Mittenebene trifft
insbesondere auf Ausführungsvarianten zu, deren rinnen- oder rohrartiger Hohlraum
einen kreisrunden Querschnitt mit einem Durchmesser von etwa 140 mm, 150 mm oder 160
mm aufweist. Abhängig von Querschnittsform und/oder Querschnittsdimension kann ein
von dem angegebenen Wert abweichender Abstand der Symmetrieebene von der Mittenebene
günstiger sein.
[0019] Besondere Vorteile ergeben sich auch darüber, dass an einem unteren Ende des oberen
Vorderseitenabschnittes im Anschluss an die zurückweichende Schrägfläche ein konkav
gewölbter Abschnitt vorgesehen ist, da hierüber die Fahrfläche und der obere Vorderseitenabschnitt
noch besser an die Form der Busreifen angepasst ist und dadurch auch die Spurführung
für die Busse erleichtert und der Selbstlenkungseffekt verstärkt ist. Zusätzlich bringt
dies einen positiven Stabilitätseffekt mit sich sowie auch eine weiter verbesserte
Wasserabführung.
[0020] Die schlitzartige Öffnung ist vorzugsweise im Wesentlichen länglich oder rechteckförmig
ausgebildet und erstreckt sich ihrer Länge nach entlang einer Öffnungslängsachse.
Besonders bevorzugt sind mehrere schlitzartige Öffnungen vorgesehen, die beabstandet
zueinander entlang der Öffnungslängsachse hintereinander angeordnet sind. Darüber
ist ein insbesondere wirksames Einleiten von Wasser in die Schlitzrinne bei gleichzeitig
hoher Stabilität und Tragfestigkeit sichergestellt.
[0021] Beispielsweise verläuft ein der Vorderseite zugewandter vorderer Öffnungsrand der
schlitzartigen Öffnung entlang einer Linie, die sich mittig entlang des vorderen Teilabschnittes
erstreckt. Damit ist die schlitzartige Öffnung vollständig in einer der Mittenebene
zugewandten Hälfte des vorderen Teilabschnittes angeordnet. Ein hinterer Öffnungsrand
der schlitzartigen Öffnung grenzt dabei insbesondere bevorzugt an den konkav gewölbten
Abschnitt an. Auch hierdurch ist die Wasserabführung einerseits sowie die Stabilität
des Formsteins andererseits zusätzlich positiv beeinflusst.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der integrale rinnen- oder
rohrartige Hohlraum an den Stirnseiten des Formsteins mit Anschlussflanschelementen
ausgestattet. Insbesondere sind die Anschlussflanschelemente an der ersten Stirnseite
und an der zweiten Stirnseite unterschiedlich ausgeführt, beispielsweise ein weibliches
Anschlussflanschelement an der ersten und ein männliches Anschlussflanschelement an
der zweiten Stirnseite, so dass die unterschiedlichen Anschlussflanschelemente als
zusammenwirkende, korrespondierende Elemente wirken können, wenn mehrere Bordsteinelemente
hintereinander gereiht verbunden werden sollen. Auf diese Weise kann beispielsweise
ein männliches Anschlussflanschelement an der zweiten Stirnseite eines ersten Bordsteinelementes
in ein weibliches Anschlussflanschelement an der ersten Stirnseite eines benachbarten,
zweiten Bordsteinelementes eingreifen, derart, dass die jeweiligen integrierten Hohlräume
der benachbarten Bordsteinelemente miteinander verbunden sind und einen durchgehenden
gemeinsamen Hohlraum ausbilden.
[0023] Bevorzugt ist zumindest das männliche Anschlussflanschelement dabei dichtend oder
abdichtend eingerichtet, um ein dichtes Gerinne bzw. einen dichten durchgehenden Rinnenkanal
auszubilden. Dabei kann vorgesehen sein, dass die vorgesehenen Mittel mit dichtender
bzw. abdichtender Wirkung, nämlich die Dichtmittel bei Herstellung des Formsteins
mit eingeformt werden und somit Teil des monolithischen Formsteins sind. Alternativ
können die Dichtmittel nach dem Ausformen des Formsteins nachträglich angebracht werden.
Gegebenenfalls können die Anschlussflanschelemente zum erleichterten Zusammenfügen
mit Gleitmitteln ausgestattet sein, die vorzugsweise zusätzlich zu den Dichtmitteln
vorgesehen sein können.
[0024] Bevorzugt sind mehrere Bordsteinelemente zur Herstellung eines Bussteigs einer Bushaltestelle
in Längsrichtung aneinander anschließbar und derart funktional miteinander verbindbar,
dass die mehreren Bordsteinelemente ein Schlitzrinnensystem mit einem durchgehenden
Rinnenkanal bilden. Insbesondere sind hierbei die oberhalb erwähnten Anschlussflanschelemente
vorgesehen, um die Bordsteinelemente funktional aneinander zu koppeln bzw. zu verbinden.
[0025] Um an einer Einfahrt bzw. Ausfahrt der Bushaltestelle einen Übergang, insbesondere
einen fließenden Übergang an oder in die Bushaltestelle zu schaffen und den Bus mit
bestmöglichem Selbstlenkungseffekt so nahe wie möglich an den Bussteig heranzuführen,
ist das Bordsteinelement ebenso bevorzugt als Übergangselement ausgebildet, wobei
sich dazu eine Breite der Fahrfläche in Längsrichtung des Formsteins ändert, und zwar
vorzugweise entlang der Länge des Formsteins stetig ändert. Dabei sind zwei im Wesentlichen
spiegelsymmetrische Übergangselemente möglich, die als rechtes oder linkes Übergangselement
bezeichnet werden können. Entsprechend definieren bzw. begrenzen das rechte oder linke
Übergangselement jeweils das rechte oder linke Ende der Bushaltestelle, bezogen auf
eine Blickrichtung von der Straße aus auf die Bushaltestelle zu.
[0026] Insbesondere wenn mehrere Bordsteinelemente funktional miteinander verbunden sind
und einen durchgehenden Rinnenkanal bilden, ist es von Vorteil, wenn die funktional
miteinander verbundenen Bordsteinelemente mit einem Schachtelement oder Reinigungselement
kombiniert werden können oder aber eines der Bordsteinelemente als Schachtelement
oder Reinigungselement ausgebildet ist. Dazu kann in dem Formstein ein mit dem Hohlraum
in Verbindung stehendes Anschlussstück mit einer an der Unterseite des Formsteins
vorgesehenen Anschlussöffnung für den Anschluss von Bauteilen für einen Straßenablauf
vorgesehen sein. Damit kann zum Beispiel der Anschluss an die kommunale Kanalisation
zur Abführung des Niederschlagswassers sichergestellt werden. Besonders bevorzugt
ist bei einem derartigen Schachtelement auch an der Oberseite eine Ausnehmung in dem
Formstein ausgebildet, über die Zugang zu dem Hohlraum und/oder zu dem Anschlussstück
gewährt werden kann. Auch kann der Formstein lediglich von der Oberseite her Zugang
zu dem Hohlraum erlauben und für Revisions- oder Reinigungszwecke zur Verfügung stehen.
[0027] Ganz besondere Vorteile ergeben sich darüber, dass der Formstein aus Weißzement oder
einem Weißzementgemisch hergestellt ist. Dadurch kann im Einbauzustand des Bordsteinelements
bzw. Formsteins an einer Bushaltestelle ein hoher Kontrast zwischen dem weißen Bordsteinelement
und der angrenzenden Fläche bzw. dem angrenzenden Flächenbelag erreicht werden. Dadurch
wird insbesondere Personen mit eingeschränkter Sehfähigkeit oder Sehbehinderten eine
verbesserte Orientierung ermöglicht. Insbesondere weist der Formstein dabei - im Vergleich
zum umgebenden Flächenbelag - eine ausreichende Helligkeit bzw. einen ausreichend
hellen, weißlichen Farbton auf, dass - im Vergleich zum umgebenden Flächenbelag -
ein Leuchtdichtekontrast-Wert, beispielsweise berechnet gemäß der so genannten "Michelson-Formel",
mindestens 0,4 beträgt, wodurch vorteilhaft die Erfordernisse gemäß geltender Regularien
und Normen für barrierefreies Bauen eingehalten sind. Zur weiteren Orientierungshilfe
und/oder als Leitsystem können dabei an der Oberfläche des Formsteins bestimmte Strukturen,
wie Erhebungen Vorsprünge oder dergleichen ausgebildet sein.
[0028] Weiterbildungen, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich
auch aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und aus den Figuren.
Dabei sind alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder
in beliebiger Kombination grundsätzlich Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer
Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0029] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
den Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen
- Fig. 1a
- schematisch skizziert einen vertikalen Querschnitt durch ein Bordsteinelement gemäß
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 1b
- das Bordsteinelement der Figur 1a in einer schematischen Draufsicht;
- Fig. 2a
- eine Ansicht einer ersten Stirnseite des Bordsteinelementes der Figuren 1a, 1b;
- Fig. 2b
- eine Ansicht einer zweiten Stirnseite des Bordsteinelementes der Figuren 1a, 1b;
- Fig. 3
- eine Ausführungsform eines als Übergangselement ausgebildeten Bordsteinelementes in
einer schematischen Draufsicht;
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsform eines als Übergangselement ausgebildeten Bordsteinelementes
in einer schematischen Draufsicht und
- Fig. 5
- beispielhaft in einer schematischen Draufsicht mehrere miteinander verbundene Bordsteinelemente
zur Erstellung eines Bussteigs bzw. einer Bushaltestelle.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0030] Die Figuren 1a und 1b zeigen eine Ausführungsform eines Bordsteinelements 1 gemäß
der Erfindung und zwar in einem vertikalen Querschnitt (Figur 1a) und in einer Draufsicht
(Figur 1b). Das vorliegende, als im Wesentlichen quaderförmiger, länglicher Formstein,
insbesondere als Betonformstein bzw. als Betonprofil ausgebildete Bordsteinelement
1, welches beispielsweise aus Weißzement hergestellt ist, weist in den dargestellten
Beispielen eine Länge I von etwa 1 m auf, wodurch sich das Bordsteinelement 1 idealerweise
für die Erstellung von Bushaltestellen oder Busbahnhöfen eignet. Es versteht sich
von selbst, dass die gegebene Länge I des vorliegenden Bordsteinelements 1 keinesfalls
auf den Wert von ca. 1m beschränkt ist, sondern, dass alternativ dazu auch davon abweichende
Längen des Bordsteinelements 1 von bis zu 4 m (beispielsweise 2m oder 3 m) möglich
sind, die zum Beispiel abhängig von gestalterischen Aspekten und/oder vom jeweiligen
Anwendungsort frei wählbar sind.
[0031] Das Bordsteinelement 1 ist im dargestellten Beispiel als so genanntes Standardelement
ausgebildet, welches bevorzugt in einem Hauptbereich der Bushaltestelle, insbesondere
bis hin zu einem Einfahrts- und/oder Ausfahrtsbereich angeordnet ist. Dabei schließen
mehrere solcher Standardelemente in Längsrichtung aneinander an und bilden so den
Bussteig der Bushaltestelle.
[0032] Das Bordsteinelement 1 weist eine Oberseite 2 und eine Unterseite 3 sowie eine Vorder-
und Rückseite 4, 5 auf. Die Oberseite 2 umfasst im Wesentlichen zwei Oberseitenabschnitte,
die zwei stufenartig in der Höhe zueinander versetzte, im Wesentlichen ebene Flächen
bilden. Dabei bildet ein auf niedrigerem Niveau gelegener erster Oberseitenabschnitt
eine Fahrfläche 6, die zum Befahren mit einem Bus ausgelegt ist und ein stufenartig
erhöhter zweiter Oberseitenabschnitt bildet eine Auftrittsfläche 7, die als begehbare
Fläche für Personen, beispielsweise Fahrgäste vorgesehen ist und insbesondere beim
Ein- und Ausstieg in den Bus betreten wird.
[0033] In den Figuren zwar nicht dargestellt, ist jedoch bevorzugt die Auftrittsfläche 7
zur Ausbildung einer Rutschhemmung mit einer Oberflächenstruktur, beispielsweise mit
Noppen oder mit matrixartig angeordneten Erhebungen versehen, wodurch die Auftrittsfläche
7 rutschsicher ist. Bei einer, wie im Beispiel der Figuren 1a, 1b vorgesehenen Gesamthöhe
des Formsteins von rund 570 mm liegt der Unterschied im Höhenniveau zwischen der Fahrfläche
6 und der Auftrittsfläche 7 bei etwa 180 mm, so dass das dargestellte Bordsteinelement
1 optimal für Haltestellen von Niederflurfahrzeugen mit einer Einstiegshöhe von 18
cm geeignet ist. Alternativ kann der Unterschied im Höhenniveau zwischen der Fahrfläche
6 und der Auftrittsfläche 7 selbstverständlich größer oder kleiner als etwa 180 mm
sein, nämlich insbesondere beispielsweise in einem Bereich zwischen 160 mm bis 210
mm liegen, so dass das Bordsteinelement 1 optimal für Haltestellen von Niederflurfahrzeugen
mit einer Einstiegshöhe von ca. 16 cm bis 21 cm geeignet ist.
[0034] Das Bordsteinelement 1 bzw. der Formstein weist eine in Längsrichtung zwischen Vorder-
und Rückseite 4, 5 verlaufende vertikale Mittenebene ME auf, die den Formstein quasi
in zwei gedachte Längshälften teilt, nämlich in einen vorderen Teilabschnitt 1.1 und
einen hinteren Teilabschnitt 1.2 mit jeweils einer Teilbreite b1, b2, die sich zu
einer Gesamtbreite bzw. Breite b des Formsteins aufaddieren.
[0035] Die Vorderseite 4 umfasst im Wesentlichen zwei Vorderseitenabschnitte 4.1, 4.2, wobei
der obere Vorderseitenabschnitt 4.1 relativ zu dem unteren Vorderseitenabschnitt 4.2
zur Mittenebene ME hin zurückversetzt ist und eine von unten nach oben zurückweichende
Schrägfläche aufweist. Eine die Schrägfläche des oberen Vorderseitenabschnittes 4.1
aufnehmende Ebene schließt bevorzugt mit der Fahrfläche 6 einen Winkel im Bereich
zwischen etwa 90° und 120°, vorzugsweise zwischen rund 100° und 110°, beispielsweise
von ca. 95°, im dargestellten Beispiel einen Winkel von rund 105° ein. An einem unteren
Ende des oberen Vorderseitenabschnittes 4.1 ist ein konkav gewölbter Abschnitt 12
vorgesehen, über den die Schrägfläche in die Fahrfläche 6 übergeht.
[0036] An einem oberen Ende des oberen Vorderseitenabschnittes 4.1 ist eine Stufe 13 ausgebildet,
durch die ein gestufter Übergang zu der Auftrittsfläche 7 gebildet ist. Die Kanten
der Stufe 13 sind leicht gerundet, und weisen vorzugsweise einen kleinen Krümmungsradius,
vorzugsweise in einem Bereich von 3 mm bis 15 mm auf, beispielsweise 7 mm oder 10
mm, im dargestellten Beispiel 5 mm, wodurch scharfe Kanten vermieden und ein Abbrechen
bzw. Ausbrechen derselben verhindert werden und zugleich ein Ablaufen von Niederschlagswasser
von der Auftrittsfläche 7 in Richtung hin zur Fahrfläche 6 begünstigt wird.
[0037] In dem durch die Vorderseite 4 und die Mittenebene ME begrenzten vorderen Teilabschnitt
1.1 des Formsteins ist ein integraler rinnen- oder rohrartiger Hohlraum 10 ausgebildet,
der über mehrere sich im Bereich der Fahrfläche 6 nach außen hin öffnenden schlitzartigen
Öffnungen 11 versehen ist, so dass der Formstein eine monolithische Schlitzrinne bildet.
[0038] Der integrale rinnen- oder rohrartige Hohlraum 10 stellt eine wasserführende Leitungsstruktur
dar und erstreckt sich in Längsrichtung über die gesamte Länge I des Formsteins von
einer ersten Stirnseite 8 bis hin zu einer zweiten Stirnseite 9 und ist insbesondere
zu Anschlusszwecken an den jeweiligen Stirnseiten 8, 9 offen ausgebildet und an jeder
Stirnseite mit einem Anschlussflanschelement 14, 14' ausgestattet. Eine jeweilige
Ansicht der ersten und zweiten Stirnseite 8, 9 ist in den Figuren 2a und 2b dargestellt.
Im dargestellten Beispiel sind die Anschlussflanschelemente 14, 14' an der ersten
Stirnseite 8 und an der zweiten Stirnseite 9 unterschiedlich ausgeführt, wobei ein
weibliches Anschlussflanschelement 14 an der zweiten Stirnseite 9 und ein männliches
Anschlussflanschelement 14' an der ersten Stirnseite 8 vorgesehen ist, so dass jeweils
zwei Anschlussflanschelemente 14, 14' als zusammenwirkende, korrespondierende Elemente
wirken können, wenn mehrere Bordsteinelemente 1 ihrer Länge I nach hintereinander
gereiht verbunden werden sollen, so dass die jeweiligen integrierten Hohlräume 10
der benachbarten Bordsteinelemente 1 miteinander verbunden sind und einen durchgehenden
gemeinsamen Hohlraum 10 ausbilden. Ein Beispiel eines Abschnittes eines aus mehreren
Bordsteinelementen 1 aufgebauten Bussteigs ist der Figur 5 zu entnehmen, aus der auch
ersichtlich ist, wie die korrespondierenden Anschlussflanschelemente 14, 14' zur funktionalen
Verbindung der jeweiligen Hohlräume 10 unter Ausbildung des durchgehenden gemeinsamen
Hohlraumes ineinandergreifen.
[0039] In den Figuren nicht mit Bezugszeichen versehen, ist zumindest das männliche Anschlussflanschelement
14 mit einem Dichtmittel ausgestattet, damit ein dichtes Gerinne bzw. ein gegenüber
dem umgebenden Boden bzw. Befestigungsgrund abgedichteter durchgehender Rinnenkanal
ausgebildet werden kann.
[0040] Der im Beispiel im Wesentlichen rohrförmig bzw. tubulär ausgebildete integrale Hohlraum
10 weist einen kreisrunden Querschnitt mit einem Durchmesser in einem Bereich von
130 mm bis 200 mm, insbesondere von rund 150 mm auf. Die mehreren, im Wesentlichen
rechteckförmigen und sich ihrer Länge nach entlang einer Öffnungslängsachse SLA erstreckenden
schlitzartigen Öffnungen 11 sind entlang der Öffnungslängsachse SLA hintereinander,
und zwar beabstandet zueinander angeordnet und so über die Länge I des Formsteins
verteilt. In dem dargestellten Beispiel des in Form eines Standardelementes ausgebildeten
Formsteins, verläuft dabei die Öffnungslängsachse SLA der schlitzartigen Öffnungen
11 parallel zur Mitteneben ME, sowie parallel zu einer Rohrachse RA des Hohlraumes
10.
[0041] Die schlitzartigen Öffnungen 11 sind über einen wasserleitenden Halsabschnitt 11a
mit dem rohrartigen Hohlraum 10 verbunden. Dadurch kann sichergestellt werden, dass
der Hohlraum 10 in ausreichendem Abstand zur Fahrfläche 6 angeordnet ist und dadurch
die Stabilität bzw. Tragfestigkeit des Formsteins erhöht ist. Dabei weist der über
den Halsabschnitt 11a mit der schlitzartigen Öffnung 11 verbundene Hohlraum 10 eine
parallel zur Mittenebene ME verlaufende, die Rohrachse RA aufnehmende Symmetrieebene
SE auf. Die schlitzartigen Öffnungen 11 mit dem verbundenen Halsabschnitt 11a und
der Hohlraum 10 sind so in dem vorderen Teilabschnitt 1.1 des Formsteins angeordnet
und ausgerichtet, dass die Symmetrieebene SE von der Mittenebene ME einen Abstand
von etwa 40% bis 45% der Teilbreite b1 des vorderen Teilabschnittes 1.1 aufweist.
[0042] Die schlitzartigen Öffnungen 11 münden derart an der Fahrfläche 6 nach außen, dass
ein der Vorderseite 4 zugewandter vorderer Öffnungsrand der schlitzartigen Öffnungen
11 etwa auf einer den vorderen Teilabschnitt 1.1 der Länge nach halbierenden Geraden
zu liegen kommt. Dadurch befindet sich die schlitzartige Öffnung 11 über ihre gesamte
Öffnungsweite in der der Mittenebene ME zugewandten Hälfte des vorderen Teilabschnittes
1.1. Ein der Mittenebene ME zugewandter hinterer Öffnungsrand der schlitzartigen Öffnung
11 grenzt im Wesentlichen an den konkav gewölbten Abschnitt 12 an, der den Übergang
zu der Schrägfläche des oberen Vorderseitenabschnittes 4.1 bildet.
[0043] Die Figuren 3 und 4 zeigen jeweils in einer Draufsicht eine alternative Ausführungsform
des Bordsteinelements 1, das jeweils als Übergangselement 1a ausgebildet ist. Die
Übergangselemente 1a, von denen das in Figur 3 dargestellte einen so genannten "Übergang
links" und das in Figur 4 dargestellte einen "Übergang rechts" bildet, werden im Einfahrts-
bzw. Ausfahrtsbereich einer Bushaltestelle verbaut, um einen fließenden Übergang am
Ende eines Bussteigs herzustellen und um insbesondere auch bei höchstmöglichem Selbstlenkungseffekt
das zielgenaue, positionsgenaue Einfahren in die Bushaltestelle für den Busfahrer
zu erleichtern und dabei gleichzeitig sicherzustellen, dass das Halten in nächster
Nähe zum Bussteig erfolgt und der Einstiegsspalt zwischen Auftrittsfläche 7 und dem
Einstieg des Busses möglichst klein ist. Ein Abschnitt eines aus mehreren Standardelementen
1 und einem jeweiligen Übergangselement 1a aufgebauten Bussteig ist der Figur 5 zu
entnehmen.
[0044] Im Unterschied zu den als Standardelementen ausgebildeten Formsteinen, ändert sich
über die Länge I des Formsteins gesehen bei diesen Übergangselementen 1a eine Breite
der Fahrfläche 6 und zwar ändert sich diese Breite der Fahrfläche 6 vorzugsweise stetig
über die Länge I des Formsteins. Der rohrförmige Hohlraum 10 der Übergangselemente
1a verläuft - bezogen auf die Mittenebene ME des Formsteins - schräg durch den ersten
Teilabschnitt 1.1 des Formsteins, das heißt die Rohrachse RA (in Figur 3 und 4 aus
Gründen der Übersichtlichkeit nicht eingezeichnet) läuft in einem spitzen Winkel auf
die Mittenebene ME zu.
[0045] In derselben Weise und in demselben Maße, wie sich die Breite der Fahrfläche 6 ändert,
verschiebt sich auch der Abstand der Schrägfläche des oberen Vorderseitenabschnittes
4.1 und des konkav gewölbten Abschnittes 12 (in den Figuren 3 und 4 nicht ersichtlich,
siehe dazu Figur 1a) relativ zur vorderen Kante des unteren Vorderseitenabschnittes
4.2. Wie deutlich aus den Figuren 3 und 4 hervorgeht, verläuft bei den Übergangselementen
1a die Öffnungslängsachse SLA der beabstandet ihrer Länge nach hintereinander angeordneten
schlitzartigen Öffnungen 11 schräg zur Mittenebene ME in einem spitzen Winkel zu dieser.
Auch bei den Übergangselementen 1a grenzt der der Mittenebene ME zugewandte hintere
Öffnungsrand der schlitzartigen Öffnungen 11 im Wesentlichen an den konkav gewölbten
Abschnitt 12 an, der den Übergang zu der Schrägfläche des oberen Vorderseitenabschnittes
4.1 bildet.
[0046] Auch sind weitere nicht gezeigte alternative Ausführungsformen von Bordsteinelementen
denkbar, die kompatibel mit einer wie in Figur 5 gezeigten Anordnung aus Bordsteinelementen
1 kombiniert bzw. in eine solche Anordnung integriert werden können und als Reinigungselement
oder Schachtelement ausgebildet sind. Dazu kann beispielsweise in dem Formstein ein
mit dem Hohlraum 10 in Verbindung stehendes Anschlussstück mit hineingeformt sein,
welches zudem mit einer an der Unterseite 3 des Formsteins vorgesehenen Anschlussöffnung
für den Anschluss von Bauteilen für einen Schacht bzw. Straßenablauf versehen ist.
Dadurch kann das Schachtelement mit herkömmlichen Bauteilen zur Erstellung von Ablauf-
bzw. Entwässerungsschächten kombiniert werden, zum Beispiel mit üblicherweise bei
der Schachtkonstruktion verwendeten Schaftteilen und Bodenteilen. An der Oberseite
2 des Formsteins sind dabei ebenfalls Ausnehmungen bzw. Öffnungen in dem Betonmaterial
vorgesehen, die beispielsweise mit entsprechenden herausnehmbaren Gittereinsätzen
oder Gullydeckeln bestückt werden können und die vorzugsweise derart mit dem Innenraum
bzw. dem Lumen des Anschlussstücks und/oder des Hohlraums 10 in Verbindung stehen,
dass über diese Ausnehmungen bzw. Öffnungen der Hohlraum und/oder der Schacht zu Reinigungs-
und Revisionszwecken von außen zugänglich sind.
Bezugszeichenliste
[0047]
- 1
- Bordsteinelement
- 1a
- Übergangselement
- 1.1
- vorderer Teilabschnitt
- 1.2
- hinterer Teilabschnitt
- 2
- Oberseite
- 3
- Unterseite
- 4
- Vorderseite
- 4.1
- oberer Vorderseitenabschnitt
- 4.2
- unterer Vorderseitenabschnitt
- 5
- Rückseite
- 6
- Fahrfläche
- 7
- Auftrittsfläche
- 8, 9
- Stirnseiten
- 10
- rinnen- oder rohrartiger Hohlraum
- 11
- schlitzartige Öffnungen
- 11a
- Halsabschnitt
- 12
- konkav gewölbter Abschnitt
- 13
- Stufe
- 14, 14'
- Anschlussflanschelemente
- b
- Breite
- b1
- Teilbreite des vorderen Teilabschnittes
- b2
- Teilbreite des hinteren Teilabschnittes
- I
- Länge
- ME
- Mittenebene
- RA
- Rohrachse
- SE
- Symmetrieebene
- SLA
- Öffnungslängsachse
1. Bordsteinelement (1) für Bushaltestellen, bestehend aus zumindest einem im Wesentlichen
quaderförmigen Formstein mit zumindest einer Ober- und Unterseite (2, 3) sowie einer
Vorder- und Rückseite (4, 5), wobei der Formstein eine zwischen Vorder- und Rückseite
(4, 5) in Längsrichtung verlaufende vertikale Mittenebene (ME) aufweist, wobei ein
erster Oberseitenabschnitt eine Fahrfläche (6) bildet und ein stufenartig erhöhter
zweiter Oberseitenabschnitt eine Auftrittsfläche (7) bildet, wobei ein oberer Vorderseitenabschnitt
(4.1) relativ zu einem unteren Vorderseitenabschnitt (4.2) zur Mittenebene (ME) hin
zurückversetzt ist und eine von unten nach oben zurückweichende Schrägfläche aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass in einem durch die Vorderseite (4) und die Mittenebene (ME) begrenzten vorderen Teilabschnitt
(1.1) des Formsteins ein integraler, rinnen- oder rohrartiger Hohlraum (10) mit wenigstens
einer sich im Bereich der Fahrfläche (6) nach außen hin öffnenden schlitzartigen Öffnung
(11) ausgeformt ist und der Formstein eine monolithische Schlitzrinne bildet.
2. Bordsteinelement (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der integrale, rinnen- oder rohrartige Hohlraum (10) als wasserführende Leitungsstruktur
ausgebildet ist und sich in Längsrichtung über eine gesamte Länge (I) des Formsteins
von einer ersten Stirnseite (8) bis hin zu einer zweiten Stirnseite (9) erstreckt,
wobei der integrale, rinnen- oder rohrartige Hohlraum (10) zu Anschlusszwecken an
den Stirnseiten (8, 9) vorzugsweise offen ausgebildet ist.
3. Bordsteinelement (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der integrale, rinnen- oder rohrartige Hohlraum (10) einen im Wesentlichen runden
oder polygonalen oder elliptischen Querschnitt aufweist.
4. Bordsteinelement (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der integrale, rinnen- oder rohrartige Hohlraum (10) einen kreisrunden Querschnitt
mit einem Durchmesser in einem Bereich von 130 mm bis 170 mm, insbesondere von rund
150 mm aufweist.
5. Bordsteinelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine schlitzartige Öffnung (11) über zumindest einen wasserleitenden
Halsabschnitt (11a) mit dem integralen, rinnen- oder rohrartigen Hohlraum (10) verbunden
ist.
6. Bordsteinelement (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der über den Halsabschnitt (11a) mit der schlitzartigen Öffnung (11) verbundene rinnen-
oder rohrartigen Hohlraum (10) eine parallel zur Mittenebene (ME) verlaufende Symmetrieebene
(SE) aufweist und derart in dem vorderen Teilabschnitt (1.1) des Formsteins angeordnet
ist, dass die Symmetrieebene (SE) von der Mittenebene (ME) einen Abstand von etwa
40% bis 45% einer Teilbreite (b1) des vorderen Teilabschnittes (1.1) aufweist.
7. Bordsteinelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass an einem unteren Ende des oberen Vorderseitenabschnittes (4.1) im Anschluss an die
zurückweichende Schrägfläche ein konkav gewölbter Abschnitt (12) vorgesehen ist.
8. Bordsteinelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die schlitzartige Öffnung (11) im Wesentlichen länglich oder rechteckförmig ausgebildet
ist und sich ihrer Länge nach entlang einer Öffnungslängsachse (SLA) erstreckt.
9. Bordsteinelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere schlitzartige Öffnungen (11) vorgesehen sind, die beabstandet zueinander
entlang der Öffnungslängsachse (SLA) hintereinander angeordnet sind.
10. Bordsteinelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass ein vorderer Öffnungsrand der schlitzartigen Öffnung (11) entlang einer Linie verläuft,
die sich mittig entlang des vorderen Teilabschnittes (1.1) erstreckt und die schlitzartige
Öffnung (11) somit vollständig in einer der Mittenebene (ME) zugewandten Hälfte des
vorderen Teilabschnittes (1.1) angeordnet ist.
11. Bordsteinelement (1) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein hinterer Öffnungsrand der schlitzartigen Öffnung (11) an den konkav gewölbten
Abschnitt (12) angrenzt.
12. Bordsteinelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der integrale rinnen- oder rohrartige Hohlraum (10) an den Stirnseiten (8, 9) des
Formsteins mit Anschlussflanschelementen (14, 14') ausgestattet ist.
13. Bordsteinelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Bordsteinelemente (1) zur Herstellung eines Bussteigs einer Bushaltestelle
in Längsrichtung aneinander anschließbar und derart funktional miteinander verbindbar
sind, dass die Bordsteinelemente (1) ein Schlitzrinnensystem mit einem durchgehenden
Rinnenkanal bilden.
14. Bordsteinelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich eine Breite der Fahrfläche (6) in Längsrichtung des Formsteins ändert, vorzugweise
entlang der Länge des Formsteins stetig ändert und das Bordsteinelement (1) dadurch
als Übergangselement (1a) ausgebildet ist.
15. Bordsteinelement (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Formstein ferner ein mit dem Hohlraum (10) in Verbindung stehendes Anschlussstück
mit einer an der Unterseite (3) des Formsteins vorgesehenen Anschlussöffnung für den
Anschluss von Bauteilen für einen Straßenablauf und/oder mit einer an der Oberseite
(2) ausgebildeten Zugangsöffnung vorgesehen ist und das Bordsteinelement (1) dadurch
als Schachtelement ausgebildet ist und/oder dass der Formstein aus Weißzement oder
einem Weißzementgemisch hergestellt ist.