Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Bordsteinelement-System für Bushaltestellen.
Stand der Technik
[0002] Bordsteinelemente für Bushaltestellen sowie Anordnungen oder Systeme derartiger Bordsteinelemente
sind aus dem Stand der Technik bekannt und werden auch als Busbord-Anordnungen oder
Busbord-Systeme bezeichnet. Bei den zu einer Busbord-Anordnung zusammensetzbaren Bordsteinelementen
handelt es sich im Wesentlichen um Formsteine, insbesondere um Betonprofile, die an
Bushaltestellen bzw. Bussteigen als Randstein bzw. Bordstein verwendet werden, insbesondere,
wenn es sich um Bushaltestellen handelt, an denen Niederflurfahrzeuge mit geringer
Einstiegshöhe halten und die daher mit einem gegenüber herkömmlichen Gehwegen erhöhten
Gehsteig ausgestattet sind. Vor allem im Rahmen der Bestrebungen, die Barrierefreiheit
im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auszubauen und einen möglichst barrierefreien
Zugang bzw. Einstieg in die öffentlichen Verkehrsmittel auch für Personen mit eingeschränkter
Mobilität zu gewähren, sind in der jüngeren Zeit verschiedene Varianten von Busbordsteinelementen
der genannten Art, beispielsweise auch verschiedene Arten von Sonderborden oder Kombiborden,
entwickelt worden.
[0003] Derartige als Busbord-Anordnung zusammengesetzte Busbordsteinelemente führen beispielsweise
die Busse quasi mit einem Selbstlenkungseffekt, ohne Auffahren oder Hochklettern,
sicher an die Haltestelle heran und zwar derart, dass ein Ein- bzw. Ausstiegsspalt
für ein- und aussteigende Fahrgäste so klein wie möglich ist, wodurch die Benutzung
öffentlicher Verkehrsmittel attraktiver und sicherer für alle Fahrgäste wird, insbesondere
für mobilitätseingeschränkte Personen und Kinder. Hauptsächlich bedingt durch den
Querschnitt der zu einer Busbord-Anordnung zusammengesetzten bzw. aneinander gefügten
Busbordsteinelemente, kann der erwähnte vorteilhafte Selbstlenkungseffekt verstärkt
und das Heranfahren in nächste Nähe an den Bussteig erleichtert werden. Eine dem Reifen
der Busse angepasste Anlauffläche, die insbesondere auch durch einen schräg verlaufenden
oder konkav gewölbten zurückweichenden Flächenabschnitt der Vorderseite des Busbordsteinelementes
gebildet ist, verhindert ein seitliches Anschrammen, Auffahren oder Aufklettern der
Reifen, nämlich eine schädliche Flächenberührung der Reifenflanken mit der Bordsteinvorderseite,
ermöglicht somit ein dichtes Anfahren an den Haltepunkt für ein erleichtertes Ein-
und Aussteigen, schont die Reifen der Busse und mindert die Reifenersatzkosten.
[0004] Gattungsgemäße Busbordsteinelemente sind in der Regel auch so ausgearbeitet, dass
die Karosserie der Busse in bestmöglicher Weise vor Beschädigungen geschützt ist,
wenn die Busse in nächster Nähe an den Bordstein heranfahren. Ebenso sind die Busbordsteinelemente
häufig so ausgestaltet, dass ein Bus beim Anfahren nicht einzelne Formsteine in der
zum Busbord-System zusammengesetzten Anordnung in ihrer Lage verändern kann, da der
Bus einen jeweiligen Formstein in der Anordnung belastet bevor auftretende Flankenkräfte
wirken.
[0005] Ein Beispiel einer aus derartigen Bordsteinelementen zusammengesetzte gattungsgemäße
Busbord-Anordnung einer Bushaltestelle ist aus der
EP 0 544 202 A1 bekannt, bei der die seitliche Begrenzung einer Fahrbahn zur Haltestelle hin durch
die dort offenbarten Bordsteinelemente vorgenommen ist, welche in eine Magerbetonschicht
eingebettet sind. Bei den Borsteinelementen gemäß
EP 0 544 202 A1 dient eine Oberseite des Fertigbauteils als Auftrittsfläche für ein- bzw. aussteigende
Passagiere, wobei die Oberfläche mit Erhebungen bzw. Vorsprüngen versehen ist, die
zum einen Rutschfestigkeit verleihen und zum anderen als tastbare Markierungen für
Sehbehinderte dienen. Eine Vorderseite des Bordsteinelementes ist in einem oberen
Abschnitt als eine von unten nach oben zurückweichende, zur Spurführung der Omnibusse
bestimmten Schrägfläche ausgebildet, die die in ihrem unteren Teil in einen konkav
gewölbten Abschnitt übergeht.
[0006] Auch ist aus der
WO 2011/128270 A1 eine Omnibushaltestelle bekannt, bei der eine gegenüber der Fahrbahn erhöhte begehbare
Oberfläche mit hintereinander angeordneten Bordsteinelementen zur Fahrbahn hin abgegrenzt
ist. Die Haltestelle weist einen Anfahrbereich und einem Einstiegsbereich auf, wobei
die begehbare Oberfläche im Anfahrbereich und Einstiegsbereich auf verschiedenen Höhenniveaus
relativ zur Fahrbahn angeordnet ist. Die als Begrenzung zur Fahrbahn dienenden Bordsteinelemente
sind unterschiedlich ausgebildet und insbesondere auch an das jeweilige Höhenniveau
der unterschiedlichen Bereiche der Haltestelle angepasst. Die verschiedenen Bordsteinelemente
sind in kompatibler Weise zu einer Busbord-Anordnung hintereinander angeordnet, insbesondere
auch derart, dass auch ein entsprechender Übergang von dem mit herkömmlichen Bordsteinen
begrenzten Gehweg zur Bushaltestelle geschaffen ist.
[0007] Immer wieder kommt es jedoch bei den aus dem Stand der Technik bekannten Busbord-Anordnungen
zu dem Problem, dass sich im Bereich der Bushaltestelle, nachteilig insbesondere in
dem als Anlauf- oder Anfahrfläche für die Busse bzw. als Auflagefläche für die Reifen
der Busse dienenden Bereich der Bordsteinelemente Wasser, insbesondere Niederschlagswasser
sammelt und dort stehen bleibt. Ein derartiger Wasserstau im Bereich der Anfahrfläche
wird häufig noch dadurch verstärkt, dass an den Bushaltestellen eigens Maßnahmen getroffen
sind, Wasser von der für die Fahrgäste zum Begehen vorgesehenen Flächen in Richtung
zur Fahrbahn hin abzuleiten, beispielsweise durch vorgesehene, geringfügige Gefälle
der begehbaren Oberfläche in Richtung zur Fahrbahn hin und/oder durch die spezielle
Ausgestaltung der Bordsteinelemente, die so geformt sind, dass Wasser von der für
die Fahrgäste vorgesehenen Auftrittsfläche schnell und effektiv über die Vorderseite
in Richtung der Anfahrfläche bzw. Fahrbahn abläuft. Ebenso weisen die Fahrbahnen häufig
eine abflusswirksame Neigung auf, um Niederschlagswasser an den Straßenrand zu führen,
wo sich dieses insbesondere in Busbuchten sammeln kann, wodurch das Problem des genannten
unerwünschten Wasserstaun im Bereich der Anfahrfläche ebenfalls zusätzlich erhöht
wird.
[0008] Dies ist jedoch mit dem erheblichen Nachteil verbunden, dass an der Bushaltestelle
wartende Personen der Gefahr ausgesetzt sind, durch anfahrende Busse mit Spritzwasser
bespritzt zu werden. Ferner ist für die Busfahrer das exakte und sichere, vor allem
positionsgenaue Einfahren in die Haltestelle sehr erschwert, wenn sich dort Wasser
staut bzw. Pfützen bilden. Insbesondere in der kalten Jahreszeit, kann es dabei auch
zu Überfrierungen der Pfützen bzw. zur Eisbildung kommen, wodurch vor allem in die
Haltestelle einfahrende Busse einer Rutschgefahr ausgesetzt sind und somit ein erhebliches
Sicherheitsrisiko gegeben ist. Daher besteht trotz der aus dem Stand der Technik bekannten
Lösungen Bedarf an verbesserten Bordsteinelement-Systemen.
Darstellung der Erfindung
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Bordsteinelement-System für
Bushaltestellen zur Verfügung zu stellen, das die Nachteile des Standes der Technik
überwindet und bei dem insbesondere Wasseransammlungen oder eine Pfützenbildung im
Bereich der Bushaltestelle vermieden werden kann. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß
durch das Bordsteinelement gemäß unabhängigem Anspruch 1 gelöst. Weitere vorteilhafte
Aspekte, Details und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen
Ansprüchen, der Beschreibung sowie den Zeichnungen.
[0010] Die vorliegende Erfindung stellt ein Bordsteinelement-System für Bushaltestellen
bereit, das mehrere, jeweils aus zumindest einem länglichen, näherungsweise quaderförmigen
Formstein bestehende, verschiedenartig ausgebildete und hintereinander angeordnete
Bordsteinelemente umfasst, wobei die Bordsteinelemente eine Begrenzung eines erhöhten
Gehsteigbereiches der Bushaltestelle gegenüber einer Fahrbahn bilden. Das Bordsteinelement-System
weist wenigstens einen ersten und zweiten Übergangsabschnitt sowie einen zwischen
den Übergangsabschnitten angeordneten mittleren Hauptabschnitt auf. Zumindest die
in dem mittleren Hauptabschnitt angeordneten Bordsteinelemente sind dabei als Busbord-Elemente
ausgebildet und bilden mit einem ersten Oberseitenabschnitt ihrer Oberseite eine Fahrfläche
und mit einem stufenartig erhöhten zweiten Oberseitenabschnitt ihrer Oberseite eine
gegenüber der Fahrfläche höher gelegene Auftrittsfläche. Ein oberer Vorderseitenabschnitt
der Busbord-Elemente ist relativ zu einem unteren Vorderseitenabschnitt in Richtung
zu einer Rückseite hin zurückversetzt und weist eine von unten nach oben zurückweichende
Schrägfläche auf. Ein besonderer Aspekt des vorliegenden Bordsteinelement-Systems
ist darin zu sehen, dass in jedem der Bordsteinelemente des Bordsteinelement-Systems
ein integraler rinnen- oder rohrartiger Hohlraum mit wenigstens einer sich an der
Oberseite nach außen hin öffnenden Öffnung eingeformt ist und jedes Bordsteinelement
einen monolithischen Rinnenkörper bildet, wobei die rinnen- oder rohrartigen Hohlräume
der Bordsteinelemente in dem Bordsteinelement-System zu einer durchgehenden, ein Ablaufgerinne
bildenden Rinnenkanal verbunden sind. Insbesondere sind in dem Rinnenkanal Anschlussmittel
für den Anschluss an ein Abwasserkanalsystem vorgesehen.
[0011] Ganz besonders vorteilhaft wird mit dem erfindungsgemäßen Bordsteinelement-System
eine Begrenzung oder Bordbegrenzung des Gehsteigbereiches der Bushaltestelle gegenüber
der Fahrbahn geschaffen die zugleich eine effektive Entwässerung an der Bushaltestelle
sicherstellt. Insbesondere kann bei dem erfindungsgemäßen Bordsteinelement-System
der das Ablaufgerinne bildende Rinnenkanal an das Abwasserkanalsystem angeschlossen
werden, wobei insbesondere zumindest eines der Bordsteinelemente direkt einen Straßenablauf
bzw. Wasserablauf bildet und über eine im Straßen- oder Landschaftsbau üblicherweise
verwendete Schachtstruktur mit dem Abwasserkanalsystem verbunden werden kann.
[0012] Mit dem vorliegenden Bordsteinelement-System kann Wasser, insbesondere Niederschlagswasser
über den Bordstein selbst bzw. über die Bordsteinelemente abgeführt werden, wodurch
eine Wasseransammlung, ein Wasserstau oder Pfützen an der Bushaltestelle effektiv
verhindert werden, insbesondere direkt in dem Bereich der Fahrbahn bzw. der Fahrfläche,
wo der Einstiegsbereich des Bussteiges und die Fahrbahn aneinandergrenzen. Dadurch
wird nicht nur die Sicherheit beim Einfahren der Busse in die Bushaltestelle erhöht,
da jegliche Art von Aquaplaning vermieden werden kann, sondern auch das möglichst
nahe Heranfahren an den Bordstein wird verbessert, da der Busfahrer keine Veranlassung
für "Ausweichversuche" sieht, um möglicherweise stehenden Pfützen ausweichen zu wollen.
Zusätzlich wird durch die mit dem vorliegenden Bordsteinelement-System erzielte Vermeidung
von Pfützen auch einer möglichen Eisbildung im Winter entgegengewirkt, wodurch die
Sicherheit an der Bushaltestelle erhöht ist. Für die wartenden Fahrgäste ist zudem
das Risiko von Spritzereignissen minimiert. Das erfindungsgemäße Bordsteinelement-System
ist somit als eine wasserführende Rinne insbesondere Rinnenkanal ausgebildet und erfüllt
somit zugleich die Funktion als Bordstein bzw. Busbord wie auch als Rinnenstein bzw.
Schlitzrinne. Das erfindungsgemäße Bordsteinelement-System bildet daher Bordstein
und Entwässerungsrinne "in Einem".
[0013] Unter "Bushaltestellen" im vorliegenden Sinne fallen Haltestellen, an denen Fahrzeuge
zur Personenbeförderung verkehren und halten, wobei insbesondere auch Haltestellen
für einen kombinierten Bahn/Bus-Verkehr umfasst sind, an denen auch schienengebundene
Fahrzeuge, z.B. Straßenbahnen verkehren. Bei den Haltestellen handelt es sich in erster
Linie um Haltestellen, die an Gehwegen oder gehwegähnlichen Bussteigen bzw. Haltestationen
ausgebildet sind und die einen erhöhten Gehsteigbereich aufweisen, der im Vergleich
zu herkömmlichen Gehwegen auf einem gegenüber der Fahrbahn höheren Höhenniveau gelegen
ist und in etwa auf selber Höhe mit dem Einstieg von Niederflurfahrzeugen liegt. Eine
Oberfläche des Gehsteigs der Bushaltestellen weist somit beispielsweise gegenüber
der Fahrbahn einen Höhenunterschied in einem Bereich von 16 cm bis etwa 21 cm, in
der Regel von rund 16 cm oder rund 18 cm auf.
[0014] Jeder Formstein, nämlich jedes Bordsteinelement des vorliegenden Bordsteinelement-Systems
ist bevorzugt ein Formstein aus Beton, der vorliegend auch als Betonstein oder Betonfertigteil
oder Betonprofil verstanden werden kann. Das Einformen des Hohlraumes in den Formstein
erfolgt vorteilhaft direkt bei Herstellung des Formsteins, beispielsweise beim Vergießen
des Betons mittels geeigneter Produktionsplatten oder -formen bzw. Schalungen. Die
in dem Bordsteinelement-System verbauten Bordsteinelemente weisen vorteilhaft eine
hohe Tragfestigkeit und Stabilität auf und halten aufgrund ihrer Ausgestaltung trotz
der Hohlraumstruktur im Inneren den einwirkenden Kräften und dem Druck, beispielsweise
durch das Befahren mit Bussen wirksam stand.
[0015] Im eingebauten Zustand des Bordsteinelement-Systems, wenn dieses an einer Bushaltestelle
montiert ist, weist die Vorderseite der Bordsteinelemente zur Fahrbahn, insbesondere
zur Straße hin und grenzt dort an. Die Fahrfläche der Busbord-Elemente im mittleren
Hauptabschnitt geht dabei vorzugsweise stufenlos zur Fahrbahn über, das heißt die
Fahrbahn- bzw. Straßenoberfläche und die Fahrfläche liegen bevorzugt auf dem demselben
Höhenniveau. Die Hinterseite des Bordsteinelementes ist dem für Fußgänger zu begehenden
Bereich der Bushaltestelle zugewandt und grenzt den Gehsteig ab. Die Auftrittsfläche
geht dabei bevorzugt stufenlos zum Gehsteigbereich über, das heißt die Gehsteigoberfläche
und die Auftrittsfläche des Bordsteinelementes liegen bevorzugt auf dem demselben
Niveau.
[0016] Bevorzugt sind auch in dem ersten und zweiten Übergangsabschnitt angeordnete Bordsteinelemente
als Busbord-Elemente ausgebildet, insbesondere als Übergangselemente, die links- und
rechtsseitig an der Bushaltestelle den Übergang zum benachbarten Gehweg herstellen.
Dabei sind zwei im Wesentlichen spiegelsymmetrische Übergangselemente möglich, die
als rechtes oder linkes Übergangselement bezeichnet werden können. Entsprechend definieren
das rechte oder linke Übergangselement jeweils den Beginn eines rechten oder linken
Endbereichs der Bushaltestelle, bezogen auf eine Blickrichtung von der Straße aus
auf die Bushaltestelle zu.
[0017] Vorzugsweise weist zumindest ein im Übergangsabschnitt angeordnetes Bordsteinelement
eine von der Oberseite her zugängliche, einen Reinigungs- oder Revisionszugang zu
dem Rinnenkanal bildende Reinigungs- oder Revisionsöffnung auf. Dadurch kann von außen,
nämlich von der Oberseite her Zugang zum Rinnenkanal geschaffen werden, um Reinigungs-
oder Wartungsarbeiten vorzunehmen. Besonders bevorzugt ist die Reinigungs- oder Revisionsöffnung
dabei mit einem herausnehmbaren Gittereinsatz bestückt bzw. verschlossen.
[0018] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn in dem zumindest einen im Übergangsabschnitt
angeordneten Bordsteinelement mit Reinigungs- oder Revisionsöffnung ferner eine von
einer Unterseite her zugängliche Anschlussöffnung für den Anschluss von Bauteilen
für einen Straßenablauf vorgesehen ist und das Bordsteinelement somit als Schachtelement
ausgebildet ist. Schließlich kann dadurch ein direkter Anschluss des Rinnenkanals
an das Abwasserkanalsystem bzw. an die Kanalisation erfolgen und das Schachtelement
bildet quasi selbst Teil eines Straßenablaufs. Damit kann der Anschluss an die kommunale
Kanalisation zur Abführung des Niederschlagswassers sichergestellt werden.
[0019] Bevorzugt ist die Anschlussöffnung so eingerichtet und dimensioniert, dass das als
Schachtelement ausgebildete Bordsteinelement mit herkömmlichen bei der Schachtkonstruktion
verwendeten Schaftteilen und verbindbar ist. Alternativ oder additiv ist das Schachtelement
insbesondere vorteilhaft auch so ausgebildet, dass die Anschlussöffnung mit üblicherweise
im Ablaufbau verwendeten Schachteimern kompatibel ist. Darüber ist ein standard- sowie
vorschriftsmäßiger Anschluss an das Abwasserkanalsystem auf konstruktiv einfachste
und günstigste Weise möglich.
[0020] Bevorzugt ist in jedem Übergangsabschnitt mindesten jeweils ein als Übergangselement
ausgebildetes Bordsteinelement angeordnet ist, wobei die Übergangselemente in Endbereichen
der Bushaltestelle einen Übergang zu herkömmlichen Gehwegbordsteinen eines an die
Bushaltestelle angrenzenden Gehwegs herstellen.
[0021] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante ist in jedem der Übergangsabschnitte
jeweils ein als Übergangselement ausgebildetes Bordsteinelement und jeweils ein als
Schacht- oder Reinigungselement ausgebildetes Bordsteinelement angeordnet, wobei im
mittleren Hauptabschnitt mindestens zwölf in Form von Busbord-Elementen ausgebildete
Bordsteinelemente hintereinander gereiht sind. Bei einer gemäß der vorliegenden Erfindung
vorgesehenen durchschnittlichen Länge der einzelnen Bordsteinelemente von rund einem
Meter ist darüber ist eine Mindestlänge für Bushaltestellen eingehalten. Selbstverständlich
können in dem mittleren Hauptabschnitt auch mehr als zwölf Busbord-Elemente vorgesehen
sein.
[0022] Vorzugsweise erstreckt sich der integrale rinnen- oder rohrartige Hohlraum in jedem
der Bordsteinelemente in Längsrichtung über die gesamte Länge des jeweiligen Formsteins
von einer ersten Stirnseite bis hin zu einer zweiten Stirnseite, wobei in dem Bordsteinelement-System
die Hohlräume mittels an den Stirnseiten vorgesehener Anschlussflanschelemente zu
dem durchgehenden Rinnenkanal verbunden sind. Insbesondere sind die Anschlussflanschelemente
an der ersten Stirnseite und an der zweiten Stirnseite unterschiedlich ausgeführt,
beispielsweise ein weibliches Anschlussflanschelement an der ersten und ein männliches
Anschlussflanschelement an der zweiten Stirnseite, so dass die unterschiedlichen Anschlussflanschelemente
als zusammenwirkende, korrespondierende Elemente wirken. Auf diese Weise greift beispielsweise
- unter Ausbildung des durchgehenden Rinnenkanals - ein männliches Anschlussflanschelement
an der zweiten Stirnseite eines ersten Bordsteinelementes in ein weibliches Anschlussflanschelement
an der ersten Stirnseite eines benachbarten, zweiten Bordsteinelementes ein.
[0023] Bevorzugt ist zumindest das männliche Anschlussflanschelement dabei dichtend oder
abdichtend eingerichtet, um ein dichtes Gerinne bzw. einen dichten durchgehenden Rinnenkanal
auszubilden. Dabei kann vorgesehen sein, dass die vorgesehenen Mittel mit dichtender
bzw. abdichtender Wirkung, nämlich die Dichtmittel bei Herstellung des Formsteins
mit eingeformt werden und somit Teil des monolithischen Formsteins sind. Alternativ
können die Dichtmittel nach dem Ausformen des Formsteins nachträglich angebracht werden.
Gegebenenfalls können die Anschlussflanschelemente zum erleichterten Zusammenfügen
mit Gleitmitteln ausgestattet sein, die vorzugsweise zusätzlich zu den Dichtmitteln
vorgesehen sein können.
[0024] Der Rinnenkanal weist einen im Wesentlichen runden oder polygonalen oder elliptischen
Querschnitt, vorzugsweise einen kreisrunden Querschnitt mit einem Durchmesser in einem
Bereich von 130 mm bis 200 mm, bevorzugt in einem Bereich von rund 140 mm bis 170
mm, insbesondere bevorzugt von rund 150 mm auf. Es versteht sich von selbst, dass
auch andere Querschnittsformen möglich sind und insbesondere andere Querschnittsdimensionen.
Je nach Anwendungsfall, beispielsweise je nach Ort und geographischer Lage einer zu
erstellenden Bushaltestelle, zum Beispiel in Abhängigkeit der am jeweiligen Ort zu
erwartenden Niederschlagsmenge, bzw. abhängig von kommunalen Gegebenheiten und/oder
Vorschriften, kann der Durchmesser des Rinnenkanals auch geringer oder größer sein,
und kann etwa im Bereich von 50 mm bis 120 mm, vorzugsweise im Bereich von 70 mm bis
100 mm und kann beispielsweise bei rund 90 mm oder 110 mm liegen. Selbstverständlich
kann der Durchmesser beispielsweise auch rund 160 mm oder 180 mm aufweisen.
[0025] Bevorzugt sind zumindest die im mittleren Hauptabschnitt angeordneten Busbord-Elemente
als monolithische Schlitzrinne ausgebildet, wobei mehrere schlitzartig ausgebildete
sich nach außen hin öffnende Öffnungen vorgesehen sind, die im Bereich der Fahrfläche
nach außen münden und sich jeweils ihrer Länge nach entlang einer Öffnungslängsachse
erstrecken und beabstandet zueinander entlang der Öffnungslängsachse hintereinander
angeordnet sind und wobei jede schlitzartige Öffnung über einen wasserleitenden Halsabschnitt
mit dem integralen rinnen- oder rohrartigen Hohlraum verbunden ist. Darüber ist ein
insbesondere wirksames Einleiten von Wasser in die Schlitzrinne bei gleichzeitig hoher
Stabilität und Tragfestigkeit sichergestellt.
[0026] Insbesondere bevorzugt weist dabei jedes Busbord-Element jeweils eine sich in Längsrichtung
erstreckende vertikale Mittenebene auf, die einen vorderen Teilabschnitt des Formsteins
von einem hinteren Teilabschnitt abgrenzt, wobei ferner der über den Halsabschnitt
mit der schlitzartigen Öffnung verbundene rinnen- oder rohrartige Hohlraum eine parallel
zur Mittenebene verlaufende Symmetrieebene aufweist und derart in dem vorderen Teilabschnitt
des Formsteins angeordnet ist, dass die Symmetrieebene von der Mittenebene einen Abstand
von etwa 40% bis 45% einer Teilbreite des vorderen Teilabschnittes aufweist. Der angegebene
Abstand der Symmetrieebene von der Mittenebene trifft insbesondere auf Ausführungsvarianten
von Busbord-Elementen zu, deren rinnen- oder rohrartiger Hohlraum einen kreisrunden
Querschnitt mit einem Durchmesser von etwa 140 mm, 150 mm oder 160 mm aufweist. Abhängig
von Querschnittsform und/oder Querschnittsdimension kann ein von dem angegebenen Wert
abweichender Abstand der Symmetrieebene von der Mittenebene günstiger sein.
[0027] Wenn in einem Formstein ein Hohlraum integriert ist, besteht grundsätzlich die Gefahr,
dass der Formstein bricht oder einbricht bzw. springt oder reißt, wenn derartige Kräfte
einwirken, die beispielsweise beim Befahren des Formsteins durch Busse auftreten.
Besondere Vorteile ergeben sich deshalb, dadurch, dass die schlitzartigen Öffnungen
über einen jeweiligen wasserleitenden Halsabschnitt mit dem integralen rinnen- oder
rohrartigen Hohlraum verbunden sind, da darüber ein ausreichend großer Abstand zwischen
der Fahrfläche und dem den Hohlraum begrenzende Rand bzw. der Hohlraumwandung geschaffen
werden kann. Dadurch ist, insbesondere außerhalb der schlitzartigen Öffnung, ein ausreichend
dicker bzw. starker, materialgefüllter Formsteinabschnitt zwischen Fahrfläche und
Hohlraum vorhanden, um der Last durch auffahrende Busse standzuhalten. Insbesondere
bringt auch die Anordnung des Hohlraumes innerhalb des vorderen Teilabschnittes einen
zusätzlichen Zugewinn an Stabilität und Tragfestigkeit und die genannte Gefahr des
Brechens wird auf ein Minimum reduziert.
[0028] Bevorzugt weisen die Bordsteinelemente des Bordsteinelement-Systems eine sich von
der Vorderseite bis zur Rückseite erstreckende Breite auf, die bei allen Bordsteinelementen
des Bordsteinelement-Systems gleich ist und etwa 67 cm beträgt.
[0029] Die fluchtend zu einer Oberfläche des Gehsteigbereiches ausgerichtete Auftrittsfläche
des zweiten Oberseitenabschnittes der Oberseite der Bordsteinelemente in dem mittleren
Hauptabschnitt sowie in einem jeweiligen an den mittleren Hauptabschnitt angrenzenden
Bereich der Übergangsabschnitte weist vorzugsweise eine erste Höhendifferenz gegenüber
der Fahrbahn von etwa 16 cm bis 18 cm auf. Die fluchtend zur Oberfläche des Gehsteigbereiches
ausgerichtete Oberseite der Bordsteinelemente in jedem Übergangsabschnitt fällt dabei
zu einem jeweiligen Endbereich des Bordsteinelement-Systems hin ab, vorzugsweise auf
eine zweite Höhendifferenz gegenüber der Fahrbahn von etwa 12 cm.
[0030] Auch können ferner im Boden verankerbare Trägerplatten mit Ausnehmungen zur zumindest
teilweisen Aufnahme eines unterseitigen Einbauabschnittes der Bordsteinelemente vorgesehen
sein, wobei die Trägerplatten ein Fundament mit Rückenstütze für die Bordsteinelemente
bilden, wenn die Einbauabschnitte in den jeweiligen Ausnehmungen aufgenommenen sind.
[0031] Ganz besondere Vorteile ergeben sich darüber, dass die Bordsteinelemente des Bordsteinelement-Systems
aus Weißzement oder einem Weißzementgemisch hergestellt sind. Dadurch kann im Einbauzustand
des Bordsteinelement-Systems an einer Bushaltestelle ein hoher Kontrast zwischen den
weißen Bordsteinelementen und der angrenzenden Fläche bzw. dem angrenzenden Flächenbelag
erreicht werden. Dadurch wird insbesondere Personen mit eingeschränkter Sehfähigkeit
oder Sehbehinderten eine verbesserte Orientierung ermöglicht. Insbesondere weisen
die Bordsteinelemente dabei - im Vergleich zum umgebenden Flächenbelag - eine ausreichende
Helligkeit bzw. einen ausreichend hellen, weißlichen Farbton auf, dass - im Vergleich
zum umgebenden Flächenbelag - ein Leuchtdichtekontrast-Wert, beispielsweise berechnet
gemäß der so genannten "Michelson-Formel", mindestens 0,4 beträgt, wodurch vorteilhaft
die Erfordernisse gemäß geltender Regularien und Normen für barrierefreies Bauen eingehalten
sind. Zur weiteren Orientierungshilfe und/oder als Leitsystem können dabei an der
Oberfläche der Bordsteinelemente bestimmte Strukturen, wie Erhebungen Vorsprünge oder
dergleichen ausgebildet sein.
[0032] Die Erfindung umfasst auch eine Bushaltestelle, die mit einem Bordsteinelement-System
wie voranstehend beschrieben ausgestattet ist.
[0033] Weiterbildungen, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich
auch aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und aus den Figuren.
Dabei sind alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder
in beliebiger Kombination grundsätzlich Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer
Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0034] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
den Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen
- Fig. 1
- eine grob schematisch skizzierte perspektivische Darstellung eines Bordsteinelement-Systems
gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- eine schematische Seitenansicht eines Bordsteinelement-Systems gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 3
- das Bordsteinelement-System der Figur 2 in einer schematischen Draufsicht;
- Fig. 4a
- schematisch skizziert einen vertikalen Querschnitt durch ein im mittleren Hauptabschnitt
des Bordsteinelement-Systems angeordnetes Bordsteinelement gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 4b
- das Bordsteinelement der Figur 4a in einer schematischen Draufsicht;
- Fig. 5
- eine Ausführungsform eines als Übergangselement ausgebildeten Bordsteinelementes in
einer schematischen Draufsicht;
- Fig. 6
- eine weitere Ausführungsform eines als Übergangselement ausgebildeten Bordsteinelementes
in einer schematischen Draufsicht;
- Fig. 7a
- eine Ausführungsform eines als Schachtelement ausgebildeten Bordsteinelementes in
einem vertikalen Querschnitt;
- Fig. 7b
- das Schachtelement der Figur 7a in einer schematischen Draufsicht und
- Fig. 8
- eine weitere Ausführungsform eines als Reinigungselement ausgebildeten Bordsteinelementes
in einem vertikalen Querschnitt.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0035] Die Figur 1 zeigt grob schematisch skizziert eine Ausführungsform eines Bordsteinelement-Systems
20 gemäß der Erfindung in einer perspektivischen Ansicht. Das Bordsteinelement-System
20 ist an einer Bushaltestelle montiert und umfasst mehrere verschiedenartig ausgebildete
und hintereinander angeordnete Bordsteinelemente 1, 1a, 1b, die jeweils aus zumindest
einem länglichen, näherungsweise quaderförmigen Formstein bestehen und auf die im
Einzelnen nachfolgend im Zusammenhang mit den Figuren 4a, 4b bis 8 mehr im Detail
eingegangen wird.
[0036] Das Bordsteinelement-System 20 bildet eine Begrenzung eines erhöhten Gehsteigbereiches
G der Bushaltestelle gegenüber einer Fahrbahn F, wobei der erhöhte Gehsteigbereich
G in dem dargestellten Beispiel auch zum großen Teil auf einem höheren Niveau im Vergleich
zu einem links und rechts angrenzenden, außerhalb der Bushaltestelle weiterführenden
herkömmlichen Gehweg liegt. In einem wie in Figur 1 dargestellten, eingebauten Zustand
an einer Bushaltestelle sind die Bordsteinelemente 1, 1a, 1b des Bordsteinelement-Systems
20 dem Regelwerk entsprechend höhen- und fluchtgerecht auf einem ausreichend dicken
und frostsicheren Betonfundament mit Rückenstütze versetzt, wie es beispielsweise
bestimmte Normen für den Einbau von Bordsteinen in Verkehrsflächen verlangen. Eine
jeweilige Vorderseite 4 der Bordsteinelemente 1, 1a, 1b ist dabei der Fahrbahn F zugewandt
und eine der Vorderseite 4 gegenüberliegende Rückseite 5 (in Figur 1 nicht sichtbar)
grenzt an den Befestigungsuntergrund des Gehsteigbereiches G an. Dabei schließt ein
Oberseitenabschnitt bzw. eine Oberseite 2 der Bordsteinelemente 1, 1a, 1b fluchtgerecht
an eine Oberfläche der jeweiligen angrenzenden befestigten Fläche des Gehsteigbereiches
G an. Ein unterseitiger Einbauabschnitt der Bordsteinelemente 1, 1a, 1b ist in den
Boden bzw. in das Fundament eingebaut und somit fest im Untergrund verankert.
[0037] Das Bordsteinelement-System 20 weist wenigstens einen ersten und zweiten Übergangsabschnitt
22, 22' sowie einen zwischen den Übergangsabschnitten 22, 22' angeordneten mittleren
Hauptabschnitt 21 auf.
[0038] Die in dem mittleren Hauptabschnitt 21 angeordneten Bordsteinelemente 1 sind als
Busbord-Elemente ausgebildet und bilden mit einem ersten Oberseitenabschnitt eine
Fahrfläche 6 und mit einem stufenartig erhöhten zweiten Oberseitenabschnitt ihrer
Oberseite 2 eine Auftrittsfläche 7. Die Fahrfläche 6 verläuft niveaugleich mit der
Fahrbahn F und die gegenüber der Fahrfläche 6 stufenartig erhöhte Auftrittsfläche
7 verläuft niveaugleich zu der benachbarten befestigten Fläche des erhöhten Gehsteigbereiches
G. Im mittleren Hauptabschnitt 21 weist die stufenartig erhöhte Auftrittsfläche 7
der Bordsteinelemente 1 des Bordsteinelement-Systems 20 eine erste Höhendifferenz
Dh1 gegenüber der Fahrbahn F in einem Bereich von etwa 16 cm bis 18 cm, im dargestellten
Beispiel von rund 18 cm, auf. Damit verläuft die Auftrittsfläche 7 in etwa auf Höhe
eines Einstiegs bzw. einer Einstiegshöhe von Niederflurfahrzeugen, so dass für Fahrgäste
ein barrierefreies Ein- und Aussteigen in derartige an der Bushaltestelle haltende
Niederflurfahrzeuge möglich ist. Alternativ kann die Höhendifferenz Dh1 gegenüber
der Fahrbahn F bis zu etwa 21 cm betragen.
[0039] Die Übergangsabschnitte 22, 22' des Bordsteinelement-Systems 20 bilden in Endbereichen
der Bushaltestelle einen Übergang zu herkömmlichen Gehwegbordsteinen 23 des an die
Bushaltestelle angrenzenden bzw. an diese heranführenden Gehwegs. In jedem der Übergangsabschnitte
22, 22' ist angrenzend an den mittleren Hauptabschnitt 21 jeweils ein als Übergangselement
ausgebildetes Bordsteinelement 1a vorgesehen, das mit seiner in Richtung zum herkömmlichen
Gehwegbordstein 23 hin abfallenden Oberseite 2 auch höhenmäßig den Anschluss an herkömmliche
Gehwegbordsteine 23 schafft.
[0040] Die fluchtgerecht mit der Oberfläche des Gehsteigbereiches G ausgerichtete Oberseite
2 des Bordsteinelementes 1a weist dazu an einem jeweiligen an den mittleren Hauptabschnitt
21 angrenzenden Ende des Bordsteinelementes 1a die erste Höhendifferenz Dh1 gegenüber
der Fahrbahn F von etwa 16 cm bis 18 cm auf und fällt in Richtung zum herkömmlichen
Gehweg hin, nämlich in Richtung des jeweiligen Endbereiches des Bordsteinelement-Systems
20 ab, vorzugsweise auf eine zweite Höhendifferenz Dh2 zur Fahrbahn von etwa 12 cm.
[0041] In jedem der Übergangsabschnitte 22, 22' schließt ferner ein als Schacht- oder Reinigungselement
ausgebildetes Bordsteinelement 1b an das Übergangselement 1a an. Die an die herkömmlichen
Gehwegbordsteine 23 angrenzenden Schacht- oder Reinigungselemente 1b schließen im
dargestellten Beispiel das Bordsteinelement-System 20 links und rechts ab. Eine sich
von der Vorderseite 4 bis zur Rückseite 5 der Bordsteinelemente 1, 1a, 1b erstreckende
Breite b (siehe Figur 4a) beträgt im dargestellten Beispiel etwa 67 cm und liegt dabei
deutlich über einer Breite der regulären, herkömmlichen Gehwegbordsteine 23.
[0042] In den Figuren 2 und 3 ist ein beispielhaftes Bordsteinelement-System 20 schematisch
in einer schematischen Ansicht (Figur 2) bzw. in einer Draufsicht (Figur 3) dargestellt,
wobei 18 als Busbord-Elemente ausgebildete Bordsteinelemente 1 (welche im Sinne der
vorliegenden Erfindung als Standard-Busbord-Elemente 1 bezeichnet werden) im mittleren
Hauptabschnitt 21 vorgesehen sind. In jeder der Figuren 2 und 3 sind die links- und
rechtsseitigen Übergangsabschnitte 22, 22' mit einem jeweils angrenzenden Teilbereich
des mittleren Hauptabschnittes 21 zusätzlich isoliert - jeweils vergrößert - als Ausschnitte
A und B dargestellt.
[0043] Das beispielhafte Bordsteinelement-System 20 der Figuren 2 und 3 weist in jedem Übergangsbereich
22, 22' ein unmittelbar an die Reihe der Standard-Busbord-Elemente 1 anschließendes,
als Übergangselement ausgebildetes Bordsteinelement 1a auf. Angrenzend an das jeweilige
Übergangselement 1a ist im linksseitigen Übergangsbereich 22 ein als Schachtelement
ausgebildetes Bordsteinelement 1b und im rechtsseitigen Übergangsbereich 22 ein als
Reinigungselement ausgebildetes Bordsteinelement 1b' vorgesehen. Die einzelnen Standard-Busbord-Elemente
1 sowie die Übergangselemente 1a und die Schacht- oder Reinigungselemente 1b, 1b'
werden nachfolgend im Zusammenhang mit den Figuren 4a, 4b und 5 bis 8 näher erläutert.
[0044] Wie insbesondere aus den Figuren 2 und 3 deutlich wird, ist in dem Bordsteinelement-System
20 ein durchgehender, ein Ablaufgerinne bildender Rinnenkanal 10a zur Entwässerung
ausgebildet. Der Rinnenkanal 10a ist durch die Verbindung von jeweiligen integralen
rinnen- oder rohrartigen Hohlräumen 10 in den Bordsteinelementen 1, 1a, 1b, 1b' hergestellt,
wobei in jedem Bordsteinelement 1, 1a, 1b, 1b' des Bordsteinelement-Systems 20 zusätzlich
zu dem Hohlraum 10 wenigstens eine sich an der Oberseite 2 nach außen hin öffnenden
und mit dem Hohlraum 10 in Verbindung stehende Öffnung 11 eingeformt ist. Die Bordsteinelemente
1, 1a, 1b, 1b' bilden aufgrund ihrer eingeformten Hohlräume 10 mit den oberseitig
nach außen mündenden Öffnungen 11 jeweils einen einstückigen, monolithischen Rinnenkörper,
wobei die Rinnenkörper in dem verbundenen Zustand, nämlich im zusammengebauten Bordsteinelement-System
20, den durchgehenden Rinnenkanal 10a ausbilden.
[0045] Zur wasserleitenden Verbindung der Hohlräume 10 der Bordsteinelemente 1, 1a, 1b,
1b' sind Anschlussflanschelemente 14, 14' vorgesehen, die derart zusammenwirken bzw.
ineinandergreifen, dass der durchgehende Rinnenkanal 10a gebildet wird. Die im Bordsteinelement-System
20 vorgesehenen Schacht- oder Reinigungselemente 1b, 1b' in den jeweiligen Übergangsabschnitten
22, 22' stellen über oberseitig vorgesehene Reinigungs- oder Revisionsöffnungen 19
einen Zugang zum Rinnenkanal 10a bereit und bilden ferner Anschlussmöglichkeiten bzw.
Anschlussmittel für den Anschluss des Rinnenkanals 10a an einen Straßenablauf bzw.
an ein Abwasserkanalsystem.
[0046] Die Figuren 4a und 4b zeigen eine Ausführungsform eines in dem mittleren Hauptabschnitt
21 verbauten Standard-Busbord-Elementes 1 und zwar in einem vertikalen Querschnitt
(Figur 4a) und in einer Draufsicht (Figur 4b). Das vorliegende, als im Wesentlichen
quaderförmiger, länglicher Formstein, insbesondere als Betonformstein bzw. als Betonprofil
ausgebildete Bordsteinelement 1, welches beispielsweise aus Weißzement hergestellt
ist und über eine Oberseite 2, Unterseite 3 sowie Vorder- und Rückseite 4, 5 verfügt,
weist eine Länge l von etwa 1 m auf, wodurch sich das Bordsteinelement 1 idealerweise
für die Erstellung von Bushaltestellen oder Busbahnhöfen eignet. Es versteht sich
von selbst, dass die gegebene Länge l des vorliegenden Bordsteinelements 1 keinesfalls
auf den Wert von ca. 1m beschränkt ist, sondern, dass alternativ dazu auch davon abweichende
Längen des Bordsteinelements 1 von bis zu 4 m (beispielsweise 2m oder 3 m) möglich
sind, die zum Beispiel abhängig von gestalterischen Aspekten und/oder vom jeweiligen
Anwendungsort frei wählbar sind.
[0047] Die Oberseite 2 umfasst im Wesentlichen zwei Oberseitenabschnitte, die zwei stufenartig
in der Höhe zueinander versetzte, im Wesentlichen ebene Flächen bilden. Dabei bildet
ein auf niedrigerem Niveau gelegener erster Oberseitenabschnitt eine Fahrfläche 6,
die zum Befahren mit einem Bus ausgelegt ist und ein stufenartig erhöhter zweiter
Oberseitenabschnitt bildet eine Auftrittsfläche 7, die als begehbare Fläche für Personen,
beispielsweise Fahrgäste vorgesehen ist und insbesondere beim Ein- und Ausstieg in
den Bus betreten wird und die zur Ausbildung einer Rutschhemmung mit einer Oberflächenstruktur,
beispielsweise mit Noppen oder mit matrixartig angeordneten Erhebungen versehen sein
kann.
[0048] Das Bordsteinelement 1 bzw. der Formstein weist eine in Längsrichtung zwischen Vorder-
und Rückseite 4, 5 verlaufende vertikale Mittenebene ME auf, die den Formstein quasi
in zwei gedachte Längshälften teilt, nämlich in einen vorderen Teilabschnitt 1.1 und
einen hinteren Teilabschnitt 1.2 mit jeweils einer Teilbreite b1, b2, die sich zu
einer Gesamtbreite bzw. Breite b des Formsteins aufaddieren. Die Vorderseite 4 umfasst
im Wesentlichen zwei Vorderseitenabschnitte 4.1, 4.2, wobei der obere Vorderseitenabschnitt
4.1 relativ zu dem unteren Vorderseitenabschnitt 4.2 zur Mittenebene ME hin zurückversetzt
ist und eine von unten nach oben zurückweichende Schrägfläche aufweist. Eine die Schrägfläche
des oberen Vorderseitenabschnittes 4.1 aufnehmende Ebene schließt bevorzugt mit der
Fahrfläche 6 einen Winkel im Bereich zwischen etwa 90° und 120°, vorzugsweise zwischen
rund 100° und 110°, beispielsweise von ca. 95°, im dargestellten Beispiel einen Winkel
von rund 105° ein. An einem unteren Ende des oberen Vorderseitenabschnittes 4.1 ist
ein konkav gewölbter Abschnitt 12 vorgesehen, über den die Schrägfläche in die Fahrfläche
6 übergeht. An seinem oberen Ende schließt der obere Vorderseitenabschnitt 4.1 über
eine Stufe 13 mit gerundeten Kanten an die Auftrittsfläche 7 an. Die gerundeten Kanten
der Stufe 13 weisen vorzugsweise einen kleinen Krümmungsradius, vorzugsweise in einem
Bereich von 3 mm bis 15 mm auf, beispielsweise 7 mm oder 10 mm, im dargestellten Beispiel
5 mm, wodurch scharfe Kanten vermieden und ein Abbrechen bzw. Ausbrechen derselben
verhindert werden und zugleich ein Ablaufen von Niederschlagswasser von der Auftrittsfläche
7 in Richtung hin zur Fahrfläche 6 begünstigt wird.
[0049] In dem durch die Vorderseite 4 und die Mittenebene ME begrenzten vorderen Teilabschnitt
1.1 des Formsteins ist der integrale rinnen- oder rohrartige Hohlraum 10 ausgebildet,
der mit mehreren sich im Bereich der Fahrfläche 6 nach außen hin öffnenden schlitzartigen
Öffnungen 11 versehen ist, so dass der Formstein eine monolithische Schlitzrinne bildet.
Der integrale rinnen- oder rohrartige Hohlraum 10 erstreckt sich in Längsrichtung
über die gesamte Länge l des Formsteins von einer ersten Stirnseite 8 bis hin zu einer
zweiten Stirnseite 9 und ist im Bordsteinelement-System 20 über die an den Stirnseiten
8, 9 vorgesehenen Anschlussflanschelemente 14, 14' mit dem Hohlraum 10 der benachbarten
Bordsteinelemente 1 verbunden. Im dargestellten Beispiel sind die Anschlussflanschelemente
14, 14' an der ersten Stirnseite 8 und an der zweiten Stirnseite 9 unterschiedlich
ausgeführt, wobei ein weibliches Anschlussflanschelement 14 an der zweiten Stirnseite
9 und ein männliches Anschlussflanschelement 14' an der ersten Stirnseite 8 vorgesehen
ist, so dass jeweils zwei Anschlussflanschelemente 14, 14' als zusammenwirkende, korrespondierende
Elemente wirken. Beispielsweise ist auch aus den Figuren 2 und 3 ersichtlich, wie
die korrespondierenden Anschlussflanschelemente 14, 14' zur funktionalen Verbindung
der jeweiligen Hohlräume 10 unter Ausbildung des durchgehenden gemeinsamen Rinnenkanals
10a ineinandergreifen. In den Figuren nicht mit Bezugszeichen versehen, ist zumindest
das männliche Anschlussflanschelement 14 mit einem Dichtmittel ausgestattet, damit
ein dichtes Gerinne bzw. ein gegenüber dem umgebenden Boden bzw. Befestigungsgrund
abgedichteter durchgehender Rinnenkanal ausgebildet werden kann.
[0050] Der im Beispiel im Wesentlichen rohrförmig bzw. tubulär ausgebildete integrale Hohlraum
10 weist einen kreisrunden Querschnitt mit einem Durchmesser in einem Bereich von
130 mm bis 200 mm, insbesondere von rund 150 mm auf. Die mehreren, im Wesentlichen
rechteckförmigen und sich ihrer Länge nach entlang einer Öffnungslängsachse SLA erstreckenden
schlitzartigen Öffnungen 11 sind entlang der Öffnungslängsachse SLA hintereinander,
und zwar beabstandet zueinander angeordnet und so über die Länge l des Formsteins
verteilt. In dem dargestellten Beispiel des Standard-Busbord-Elementes 1 verläuft
dabei die Öffnungslängsachse SLA der schlitzartigen Öffnungen 11 parallel zur Mitteneben
ME, sowie parallel zu einer Rohrachse RA des Hohlraumes 10.
[0051] Die schlitzartigen Öffnungen 11 sind über einen wasserleitenden Halsabschnitt 11a
mit dem rohrartigen Hohlraum 10 verbunden. Dadurch kann sichergestellt werden, dass
der Hohlraum 10 in ausreichendem Abstand zur Fahrfläche 6 angeordnet ist und dadurch
die Stabilität bzw. Tragfestigkeit des Formsteins erhöht ist. Dabei weist der über
den Halsabschnitt 11a mit der schlitzartigen Öffnung 11 verbundene Hohlraum 10 eine
parallel zur Mittenebene ME verlaufende, die Rohrachse RA aufnehmende Symmetrieebene
SE auf. Die schlitzartigen Öffnungen 11 mit dem verbundenen Halsabschnitt 11a und
der Hohlraum 10 sind so in dem vorderen Teilabschnitt 1.1 des Formsteins angeordnet
und ausgerichtet, dass die Symmetrieebene SE von der Mittenebene ME einen Abstand
von etwa 40% bis 45% der Teilbreite b1 des vorderen Teilabschnittes 1.1 aufweist.
[0052] Die schlitzartigen Öffnungen 11 münden derart an der Fahrfläche 6 nach außen, dass
ein der Vorderseite 4 zugewandter vorderer Öffnungsrand der schlitzartigen Öffnungen
11 etwa auf einer den vorderen Teilabschnitt 1.1 der Länge nach halbierenden Geraden
zu liegen kommt. Dadurch befindet sich die schlitzartige Öffnung 11 über ihre gesamte
Öffnungsweite in der der Mittenebene ME zugewandten Hälfte des vorderen Teilabschnittes
1.1. Ein der Mittenebene ME zugewandter hinterer Öffnungsrand der schlitzartigen Öffnung
11 grenzt im Wesentlichen an den konkav gewölbten Abschnitt 12 an, der den Übergang
zu der Schrägfläche des oberen Vorderseitenabschnittes 4.1 bildet.
[0053] Die Figuren 5 und 6 zeigen jeweils in einer Draufsicht eine Ausführungsform des Übergangselements
1a. Die Übergangselemente 1a, von denen das in Figur 5 dargestellte einen so genannten
"Übergang links" und das in Figur 6 dargestellte einen "Übergang rechts" bildet, sind
in den Übergangsabschnitten 22, 22' des Bordsteinelement-Systems 20 verbaut. Neben
der Höhenanpassung an das Niveau der Gehwegbordsteine 23 des an die Bushaltestelle
anschließenden "normalen" Gehwegbereiches schaffen die Übergangselemente 1a ferner
einen fließenden Übergang am Ende eines Bussteigs um insbesondere auch bei höchstmöglichem
Selbstlenkungseffekt das zielgenaue, positionsgenaue Einfahren in die Bushaltestelle
für den Busfahrer zu erleichtern und dabei gleichzeitig sicherzustellen, dass das
Halten in nächster Nähe zum Bussteig erfolgt und der Einstiegsspalt zwischen Auftrittsfläche
7 und dem Einstieg des Busses möglichst klein ist.
[0054] Bei den Übergangselementen 1a ändert sich somit über die Länge l des Formsteins gesehen
eine Breite der Fahrfläche 6 und zwar ändert sich diese Breite der Fahrfläche 6 vorzugsweise
stetig über die Länge l des Formsteins. Der rohrförmige Hohlraum 10 der Übergangselemente
1a verläuft - bezogen auf die Mittenebene ME des Formsteins - schräg durch den ersten
Teilabschnitt 1.1 des Formsteins, das heißt die Rohrachse RA (in Figur 5 und 6 aus
Gründen der Übersichtlichkeit nicht eingezeichnet) läuft in einem spitzen Winkel auf
die Mittenebene ME zu.
[0055] In den Figuren 7a, 7b ist eine Ausführungsform eines als Schachtelement 1b ausgebildeten
Bordsteinelementes gezeigt und in Figur 8 eine Ausführungsform eines als Reinigungselement
1b' ausgebildeten Bordsteinelementes. Die Schacht-oder Reinigungselemente 1b, 1b'
sind oberseitig mit einer Reinigungs- oder Revisionsöffnung 19 versehen, die einen
Zugang zum Rinnenkanal 10a bereitstellt. Die Reinigungs- oder Revisionsöffnung 19
ist mit einem herausnehmbaren Gittereinsatz 24, beispielsweise mit einem Gullydeckel
bestückt bzw. verschlossen. Über diese Öffnungen bzw. Ausnehmungen ist der Rinnenkanal
10a zu Reinigungs-und Revisionszwecken von außen zugänglich.
[0056] Bei der in den Figuren 7a (im vertikalen Querschnitt) und 7b (in Draufsicht) dargestellten
Schachtelement-Variante ist in dem Formstein ferner eine mit dem Hohlraum 10 in Verbindung
stehende Anschlussöffnung 18 mit hineingeformt, welche an der Unterseite 3 des Formsteins
für den Anschluss an das Abwasserkanalsystem bzw. die Kanalisation zur Verfügung steht.
Das Schachtelement 1b stellt daher die Anschlussmittel für den Anschluss des Rinnenkanals
10a an die Kanalisation bereit und bildet somit quasi selbst Teil eines Straßenablaufs.
Dadurch kann das Schachtelement 1b mit herkömmlichen Bauteilen zur Erstellung von
Ablauf- bzw. Entwässerungsschächten kombiniert werden, zum Beispiel mit üblicherweise
bei der Schachtkonstruktion verwendeten Schaftteilen 15 und Bodenteilen 16. Das Schachtelement
1b ist dabei insbesondere so ausgebildet, dass es mit üblichen Schachteimern 17 kompatibel
ist und dass insbesondere die integrierte Anschlussöffnung zur Aufnahme eines Schachteimers
ausgebildet ist.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 1
- Bordsteinelement
- 1a
- Übergangselement
- 1b, 1b'
- Schachtelement bzw. Reinigungselement
- 1.1
- vorderer Teilabschnitt
- 1.2
- hinterer Teilabschnitt
- 2
- Oberseite
- 3
- Unterseite
- 4
- Vorderseite
- 4.1
- oberer Vorderseitenabschnitt
- 4.2
- unterer Vorderseitenabschnitt
- 5
- Rückseite
- 6
- Fahrfläche
- 7
- Auftrittsfläche
- 8, 9
- Stirnseiten
- 10
- rinnen- oder rohrartiger Hohlraum
- 10a
- durchgehender Rinnenkanal
- 11
- schlitzartige Öffnungen
- 11a
- Halsabschnitt
- 12
- konkav gewölbter Abschnitt
- 13
- Stufe
- 14, 14'
- Anschlussflanschelemente
- 15
- Schaftteil
- 16
- Bodenteil
- 17
- Schachteimer
- 18
- Anschlussöffnung
- 19
- Reinigungs- oder Revisionsöffnung
- 20
- Bordsteinelement-System
- 21
- mittlerer Hauptabschnitt
- 22, 22'
- Übergangsabschnitte
- 23
- Gehwegbordstein
- 24
- Gittereinsatz
- b
- Breite
- b1
- Teilbreite des vorderen Teilabschnittes
- b2
- Teilbreite des hinteren Teilabschnittes
- Dh1
- erste Höhendifferenz
- Dh2
- zweite Höhendifferenz
- F
- Fahrbahn
- G
- Gehsteigbereich
- l
- Länge
- ME
- Mittenebene
- RA
- Rohrachse
- SE
- Symmetrieebene
- SLA
- Öffnungslängsachse
1. Bordsteinelement-System (20) für eine Bushaltestelle, umfassend mehrere jeweils aus
zumindest einem länglichen, näherungsweise quaderförmigen Formstein bestehende, verschiedenartig
ausgebildete und hintereinander angeordnete Bordsteinelemente (1, 1a, 1b, 1b'), wobei
die Bordsteinelemente (1, 1a, 1b) eine Begrenzung eines erhöhten Gehsteigbereiches
(G) der Bushaltestelle gegenüber einer Fahrbahn (F) bilden, wobei das Bordsteinelement-System
(20) wenigstens einen ersten und zweiten Übergangsabschnitt (22, 22') sowie einen
zwischen den Übergangsabschnitten (22, 22') angeordneten mittleren Hauptabschnitt
(21) aufweist, wobei zumindest die in dem mittleren Hauptabschnitt (21) angeordneten
Bordsteinelemente (1) als Busbord-Elemente ausgebildet sind und mit einem ersten Oberseitenabschnitt
ihrer Oberseite (2) eine Fahrfläche (6) und mit einem stufenartig erhöhten zweiten
Oberseitenabschnitt ihrer Oberseite (2) eine Auftrittsfläche (7) bilden, wobei ein
oberer Vorderseitenabschnitt (4.1) der Busbord-Elemente relativ zu einem unteren Vorderseitenabschnitt
(4.2) in Richtung zu einer Rückseite (5) hin zurückversetzt ist und eine von unten
nach oben zurückweichende Schrägfläche aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass in jedem der Bordsteinelemente (1, 1a, 1b) des Bordsteinelement-Systems (20) ein
integraler rinnen- oder rohrartiger Hohlraum (10) mit wenigstens einer sich an der
Oberseite (2) nach außen hin öffnenden Zulauföffnung (11) eingeformt ist und jedes
Bordsteinelement (1, 1a, 1b) einen monolithischen Rinnenkörper bildet, wobei die rinnen-
oder rohrartigen Hohlräume (10) der Bordsteinelemente (1, 1a, 1b, 1b') in dem Bordsteinelement-System
(20) zu einer durchgehenden, ein Ablaufgerinne bildenden Rinnenkanal (10a) verbunden
sind.
2. Bordsteinelement-System (20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ferner in dem ersten und zweiten Übergangsabschnitt (22, 22') angeordnete Bordsteinelemente
(1, 1a) als Busbord-Elemente ausgebildet sind.
3. Bordsteinelement-System (20) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Rinnenkanal (10a) Anschlussmittel für den Anschluss an ein Abwasserkanalsystem
vorgesehen sind und/oder dass zumindest ein im Übergangsabschnitt (22, 22') angeordnetes
Bordsteinelement (1b, 1b') eine von der Oberseite (2) her zugängliche, einen Reinigungs-
oder Revisionszugang zu dem Rinnenkanal (10a) bildende Reinigungs- oder Revisionsöffnung
(19) aufweist.
4. Bordsteinelement-System (20) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungs- oder Revisionsöffnung (19) mit einem herausnehmbaren Gittereinsatz
(24) verschlossen ist.
5. Bordsteinelement-System (20) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zumindest einen im Übergangsabschnitt (22, 22') angeordneten Bordsteinelement
(1b, 1b') mit Reinigungs- oder Revisionsöffnung (19) ferner eine von einer Unterseite
(3) her zugängliche Anschlussöffnung (18) für den Anschluss von Bauteilen für einen
Straßenablauf vorgesehen ist und das Bordsteinelement (1b) somit als Schachtelement
ausgebildet ist.
6. Bordsteinelement-System (20) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlussöffnung (18) so eingerichtet und dimensioniert ist, dass das als Schachtelement
ausgebildete Bordsteinelement (1b) mit herkömmlichen bei der Schachtkonstruktion verwendeten
Schaftteilen (15) und (Bodenteilen 16) verbindbar ist und/oder dass das Schachtelement
insbesondere so ausgebildet ist, dass die Anschlussöffnung (18) mit üblicherweise
im Ablaufbau verwendeten Schachteimern (17) kompatibel ist.
7. Bordsteinelement-System (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in jedem Übergangsabschnitt (22, 22') mindesten jeweils ein als Übergangselement
ausgebildetes Bordsteinelement (1a) angeordnet ist, wobei die Übergangselemente in
Endbereichen der Bushaltestelle einen Übergang zu herkömmlichen Gehwegbordsteinen
(23) eines an die Bushaltestelle angrenzenden Gehwegs herstellen.
8. Bordsteinelement-System (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in jedem der Übergangsabschnitte (22, 22') jeweils ein als Übergangselement ausgebildetes
Bordsteinelement (1a) und jeweils ein als Schacht- oder Reinigungselement ausgebildetes
Bordsteinelement (1b, 1b') angeordnet ist und dass im mittleren Hauptabschnitt (21)
mindestens zwölf in Form von Busbord-Elementen ausgebildete Bordsteinelemente (1)
angeordnet sind.
9. Bordsteinelement-System (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der integrale rinnen- oder rohrartige Hohlraum (10) in jedem der Bordsteinelemente
(1, 1a, 1b) in Längsrichtung über eine gesamte Länge (l) des jeweiligen Formsteins
von einer ersten Stirnseite (8) bis hin zu einer zweiten Stirnseite (9) erstreckt,
wobei in dem Bordsteinelement-System (20) die Hohlräume (10) mittels an den Stirnseiten
(8, 9) vorgesehener Anschlussflanschelemente (14, 14')zu dem durchgehenden Rinnenkanal
(10a) verbunden sind.
10. Bordsteinelement-System (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Rinnenkanal (10a) einen im Wesentlichen runden oder polygonalen oder elliptischen
Querschnitt, vorzugsweise einen kreisrunden Querschnitt mit einem Durchmesser in einem
Bereich von 130 mm bis 170 mm, insbesondere von rund 150 mm aufweist.
11. Bordsteinelement-System (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die im mittleren Hauptabschnitt (21) angeordneten Busbord-Elemente (1)
als monolithische Schlitzrinne ausgebildet sind, wobei mehrere schlitzartig ausgebildete
sich nach außen hin öffnende Zulauföffnungen (11) vorgesehen sind, die im Bereich
der Fahrfläche (6) nach außen münden und sich jeweils ihrer Länge nach entlang einer
Öffnungslängsachse (SLA) erstrecken und beabstandet zueinander entlang der Öffnungslängsachse
(SLA) hintereinander angeordnet sind und wobei jede schlitzartige Zulauföffnung (11)
über einen wasserleitenden Halsabschnitt (11a) mit dem integralen rinnen- oder rohrartigen
Hohlraum (10) verbunden ist.
12. Bordsteinelement-System (20) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die im mittleren Hauptabschnitt (21) angeordneten Busbord-Elemente (1)
jeweils eine sich in Längsrichtung erstreckende vertikale Mittenebene (ME) aufweisen,
die einen vorderen Teilabschnitt (1.1) des Formsteins von einem hinteren Teilabschnitt
(1.2) abgrenzt, wobei ferner der über den Halsabschnitt (11a) mit der schlitzartigen
Öffnung (11) verbundene rinnen- oder rohrartige Hohlraum (10) eine parallel zur Mitteneben
(ME) verlaufende Symmetrieebene (SE) aufweist und derart in dem vorderen Teilabschnitt
(1.1) des Formsteins angeordnet ist, dass die Symmetrieebene (SE) von der Mittenebene
(ME) einen Abstand von etwa 40% bis 45% einer Teilbreite (b1) des vorderen Teilabschnittes
(1.1) aufweist.
13. Bordsteinelement-System (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bordsteinelemente (1, 1a, 1b, 1b') eine sich von der Vorderseite (4) bis zur
Rückseite (5) erstreckende Breite (b) aufweisen, die bei allen Bordsteinelementen
(1, 1a, 1b, 1b') des Bordsteinelement-Systems (20) gleich ist und etwa 67 cm beträgt.
14. Bordsteinelement-System (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die fluchtend zu einer Oberfläche des Gehsteigbereiches (G) ausgerichtete Auftrittsfläche
(7) des zweiten Oberseitenabschnittes der Oberseite (2) der Bordsteinelemente (1)
in dem mittleren Hauptabschnitt (21) sowie in einem jeweiligen an den mittleren Hauptabschnitt
(21) angrenzenden Bereich der Übergangsabschnitte (22, 22') eine erste Höhendifferenz
(Dh1) gegenüber der Fahrbahn (F) von etwa 16 cm bis 18 cm aufweist und dass die fluchtend
zur Oberfläche des Gehsteigbereiches (G) ausgerichtete Oberseite (2) der Bordsteinelemente
(1a) in jedem Übergangsabschnitt (22, 22') zu einem jeweiligen Endbereich des Bordsteinelement-Systems
(20) hin abfällt, vorzugsweise auf eine zweite Höhendifferenz (Dh2) von etwa 12 cm.
15. Bordsteinelement-System (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ferner im Boden verankerbare Trägerplatten mit Ausnehmungen zur zumindest teilweisen
Aufnahme eines unterseitigen Einbauabschnittes der Bordsteinelemente (1, 1a, 1b) vorgesehen
sind, wobei die Trägerplatten ein Fundament mit Rückenstütze für die Bordsteinelemente
(1, 1a, 1b, 1b') bilden, wenn die Einbauabschnitte in den jeweiligen Ausnehmungen
aufgenommenen sind.
16. Bordsteinelement-System (20) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bordsteinelemente (1, 1a, 1b, 1b') aus Weißzement oder einem Weißzementgemisch
hergestellt sind.
17. Bushaltestelle, dadurch gekennzeichnet, dass die Bushaltestelle mit einem Bordsteinelement-System (20) gemäß den Ansprüchen 1
bis 16 ausgestattet ist.