[0001] Die Erfindung betrifft eine Kühlvorrichtung zum Kühlen eines Raums und ein Verfahren
zum Kühlen eines Raums.
[0002] Fensterladen, Klappläden, Rollläden oder Ähnliches sind seit Jahrzehnten Standard
an diversen Gebäuden. Ursprünglich zum Schutz der Fensterverglasung gedacht, gibt
es heute hauptsächlich ästhetische Gründe. In wärmeren Regionen dienen Fensterläden
auch zu einem gewissen Grad dem Schutz vor Sonneneinstrahlung.
[0003] Der Wärmeschutz ist passiver Natur, die Fensterläden verdunkeln den Raum und sind
vorwiegend manuell zu bedienen.
[0004] Aktive Klimaanlagen werden meist nachträglich in das Gebäude integriert, wirken optisch
fragwürdig, sind sehr preisintensiv und bieten über den eigentlichen Zweck hinaus
keine weiteren Vorteile. Weiterhin sind für eine Nachrüstung zumeist umfangreiche
Arbeiten am Gebäude durchzuführen, beispielsweise Mauerdurchbrüche, Kabel- und Rohrverlegungen
usw.
[0005] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, die Nachteile des Standes der Technik
zu vermeiden und verbesserte Funktionen für Fensterverkleidungen, sowie eine verbesserte
Kühlung für Wohnraum bereitzustellen.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Kühlvorrichtung zum Kühlen eines Raums nach
Anspruch 1 beziehungsweise ein Verfahren zum Kühlen eines Raums nach Anspruch 10.
[0007] Die erfindungsgemäße Kühlvorrichtung für einen Raum mit einer Außenwand, in der ein
Fenster angeordnet ist, umfasst eine wärmedämmende Fensterverkleidung eingerichtet
zum Anbau an die Außenwand und zum abdichtenden Verschließen einer Fensteröffnung;
und mindestens ein in der abgedichteten Fensteröffnung angeordnetes Kühlelement eingerichtet
zum Kühlen von Luft aus dem Raum.
[0008] In einer Kühlstellung ist die Fensterverkleidung geschlossen, so dass die Fensteröffnung
abgedichtet ist. In einer Öffnungsstellung ist die Fensterverkleidung zumindest teilweise
geöffnet. Das Kühlelement kann an einer Innenseite der Fensterverkleidung angeordnet
sein, dann befindet sich das Kühlelement in der Kühlstellung in der Fensteröffnung.
Das Kühlelement kann in der Fensteröffnung angeordnet sein, dann befindet sich das
Kühlelement immer in der Fensteröffnung.
[0009] Gemäß der Erfindung sind Klapp- oder Schiebeläden oder ähnliche Fensterverkleidungen
mit klimatischen Funktionen ausgestattet. Diese Fensterverkleidungen können manuell
oder automatisch bewegt werden und dichten im geschlossenen Zustand mit Sturz, Laibung
und Fensterbank luftdicht ab. Die Fensterläden oder ähnliches werden zur isolierenden
Unterstützung wärmedämmend ausgeführt.
[0010] Zentraler Effekt ist hierbei die Nutzung der Fenster der Gebäude. Eine Kühlung über
Fensterläden oder ähnliches hat den Vorteil, beim Einbau keine zusätzlichen Durchbrüche
durch das Mauerwerk zu erfordern. Für eine Kühlung mit der beschriebenen Kühlvorrichtung
müssen, bei gleichzeitig geschlossenen Läden, lediglich die Fenster geöffnet werden.
Damit wird eine Verbindung der Kühlung zum Innenraum geschaffen, bei aufrechterhaltender
Isolierung zum Außenbereich.
[0011] Zumindest ein Teil der Kühlvorrichtung befindet sich optisch ansprechend an der Außenseite
des Gebäudes. Eine solche Kühlanlage kann jederzeit, mit geringem Aufwand und verhältnismäßig
kostengünstig nachträglich angebracht werden. Die geschlossenen Fensterläden dichten
mit entsprechend angebrachtem Verschlussrahmen luftdicht ab und sind optimal wärmegedämmt.
Damit wird die Klimatisierung umso effektiver, denn es wird nur die Innenraumluft
umgewälzt. Diese Umwälzung kann optional mit entsprechend verbauten Ventilatoren unterstützt
werden. Die Fensterläden, Rollläden, usw. erschaffen folglich eine zusätzliche, thermische
Isolierung zwischen Innen- und Außenbereich. Dadurch kann das vorhandene und geöffnete
Fenster benutzt werden, um den Innenraum zu klimatisieren.
[0012] Die Kühlvorrichtung kann eine Steuerung für eine automatisierte Fensterverkleidung
beziehungsweise ein automatisiertes Schließelement wie zum Beispiel Klappläden aufweisen.
Die Steuerung kann eine zentrale Einheit aufweisen. Dies ermöglicht ein gleichzeitiges
und unabhängiges Ansteuern mehrerer Läden bei entsprechenden Temperaturen und Sonnenständen
mit einer Software. Die Ansteuerung mit einer App kann auf das aktuelle Wettergeschehen
oder programmierbare Tageszeiten reagieren und selbst im Falle der persönlichen Abwesenheit
das Raumklima regulieren. Mittels Sensorik können die Fensterläden durch die Steuerung
nach Sonnenstand, Temperatur, usw. reguliert werden.
[0013] Es kann vorgesehen sein, dass die Fensterverkleidung einen Verschlussrahmen zum Anbringen
an die Außenwand und mindestens ein in dem Verschlussrahmen beweglich angeordnetes
Schließelement zum abdichtenden Verschließen der Fensteröffnung aufweist. Das Schließelement
kann ein oder mehrere Klapp- oder Schiebeläden oder ähnliche Fensterverkleidungen
wie zum Beispiel Rollläden umfassen.
[0014] Es kann ferner vorgesehen sein, dass das Kühlelement ein Verdampferelement einer
Kompressionskühlung, ein Kühlkörper einer Kühlung nach dem Wirbelrohrprinzip, ein
Peltierelement und/oder ein Kühlelement einer Absorptionskühlung oder Adsorptionskühlung
ist.
[0015] Bei einer Kompressionskühlung wird die Innenseite der Fensterverkleidung mit mindestens
einem Kühlelement, z.B. Rohren, oder anderen entsprechend großen Oberflächen ausgekleidet
wie z.B. Verdampferplatten, worin sich das Kältemittel befindet, dort verdampft und
dem Innenraum die Wärme entzieht. Weitere Komponenten, wie Kompressor, Kondensator,
Expansionsventil und/oder Trockner können dabei entweder außen, am, oder bei der Fensterverkleidung
angebracht werden. Es können alle Komponenten, die direkt oder indirekt Wärme abgeben,
an der Außenseite der Fensterverkleidung oder dem Mauerwerk installiert werden.
[0016] Bei einer Kühlung mit Wirbelrohrprinzip wird mit komprimierter Luft gearbeitet und
sie gleicht im Anbau der bereits beschriebenen Kompressionskühlung. Die Kühlwirkung
wird wie folgt erreicht. An der Außenseite der Hauswand oder zentral innen, gegebenenfalls
auch an der Außenseite des Fensterladens selbst, befindet sich eine Kompressor-Einheit
zur Erzeugung von Druckluft. Die Druckluft wird in das Wirbelrohr eingeleitet und
dort in Rotation versetzt. Dabei trennt sich das Gas in einen heißen und einen kalten
Anteil, wenn zwei unterschiedliche Luftauslässe vorhanden sind. Die Drucklufterzeugung
kann zentral oder einzeln am Fensterladen angebracht werden. Die gekühlte Luft kann
direkt oder indirekt verwendet werden: Direkt bedeutet, dass die komprimierte Luft
in das zu kühlende Zimmer geführt wird. Für einen Luftausgleich umfasst die Kühlvorrichtung
eine luftdurchlässige Verbindung zum Außenbereich. Eine indirekte Kühlung senkt die
Temperatur eines Kühlkörpers, wobei die gekühlte Luft nach Durchströmen des Kühlkörpers
wieder zu einem Kompressor zurückgeleitet werden kann. Der kalte Luftanteil kann nach
dem Durchströmen des ersten Kühlkörpers in einen zweiten geleitet werden oder an die
Außenluft abgegeben werden. Auch diese Variante ist sehr effektiv, durch den geschlossenen
Kreislauf und die Umluftkühlung des Raumes ist kein Luftausgleich nötig und der Wirkungsgrad
kann höher sein.
[0017] Bei einer Kühlung mit Peltierelementen erzeugen diese unter Verbrauch elektrischer
Energie an ihrer Innenseite eine geringere Temperatur als im Raum. Durch geeignete
Wärmeabführung an der Außenseite der Peltierelemente, welche gekoppelt mit der Außenseite
der Fensterläden sind, kann der Wirkungsgrad dieser Elemente ausreichend sein und
eine spürbare Temperaturabsenkung herbeiführen. Diese Variante kann besonders gut
in Fensterläden einrüstbar sein, da außer der Fensterladenbaugruppe, einer Stromzufuhr
und einem optionalen Gebläse nichts angebracht werden muss. Weiterhin ist eine solche
Variante nur durch wenige Bauteile gekennzeichnet und nahezu wartungsfrei.
[0018] Bei einer Absorptionskühlung oder Adsorptionskühlung kommen thermisch angetriebene
Kälteanlagen zum Einsatz, sie erhalten die nötige Energie zur Kühlung durch Verwendung
von Wärme. Im speziellen Fall können die Außenseiten der Fensterläden durch Sonnenwärme
oder aber eine wetterunabhängige Heizung (Elektrisch, Gas, Abwärme) erwärmt werden
und den jeweils spezifischen Kreislauf initiieren. Auch hier kann vorgesehen sein,
dass Systembauteile mit höheren Temperaturen auf der Außenseite der Fensterläden,
bzw. an der Außenseite des Gebäudes untergebracht sind. Kälteerzeugende Bauteile liegen
an der Innenseite der Fensterläden, thermisch isoliert zum Außenbereich. Vorteilhaft
ist im Idealfall die Nutzung der Umgebungswärme, bzw. der Sonnenenergie. Gerade bei
hoher Sonneneinstrahlung wird oft eine Klimatisierung in Gebäuden benötigt.
[0019] Es kann vorgesehen sein, dass eine oder mehrere weitere Komponenten der Kühlvorrichtung
wie ein Kompressor, ein Kondensator, ein Expansionsventil, ein Gebläse, eine Drucklufterzeugung
und/oder ein Trockner an dem Schließelement angeordnet sind. Wie zuvor beschrieben,
sind dies Systembauteile mit höheren Temperaturen, welche vorteilig auf der Außenseite
der Fensterverkleidung beziehungsweise des Schließelements wie zum Beispiel einem
Fensterladen angeordnet sind.
[0020] Es kann ferner vorgesehen sein, dass eine oder mehrere weitere Komponenten der Kühlvorrichtung
wie ein Kompressor, ein Kondensator, ein Expansionsventil, ein Gebläse, eine Drucklufterzeugung
und/oder ein Trockner an der Außenwand anordenbar und/oder an dem Verschlussrahmen
angeordnet sind und dass eine Fluidverbindung oder Druckluftverbindung zwischen dem
mindestens einen Kühlelement und der einen oder den mehreren weiteren Komponenten
besteht. Über die Fluidverbindung/Druckluftverbindung wird das Kühlmedium zwischen
den einzelnen Komponenten der Kühlvorrichtung zirkuliert. Auch auf diese Weise können
Bestandteile mit Emissionen, wie Wärme oder Geräuschen, aus dem Innenraum herausgehalten
beziehungsweise entfernt angeordnet werden.
[0021] Es kann vorgesehen sein, dass ein Umwälzelement eingerichtet zum Umwälzen der Innenluft
des Raums zur Erzeugung einer Luftströmung an dem Kühlelement vorgesehen ist. Auf
diese Weise kann eine gezielte Luftströmung zu dem Kühlelement realisiert werden,
was die Kühlung des Raums verbessern kann, zum Beispiel vergleichmäßigen und/oder
beschleunigen kann.
[0022] Es kann ferner vorgesehen sein, dass mehrere Fensterverkleidungen und Kühlelemente
für mehrere Fenster vorgesehen sind und dass die eine oder die mehreren weiteren Komponenten
eine Fluidverbindung/Druckluftverbindung zu den mehreren Kühlelementen für mehrere
Fenster aufweisen. Diese zentrale Versorgung mit dem Fluid/Luft und/oder auch Energie
kann zentral an einer geeigneten Stelle des Gebäudes angeordnet sein und damit gleichzeitig
mehrere oder alle Kühlelement und/oder weitere Komponenten der Kühlvorrichtung versorgen.
[0023] Es kann vorgesehen sein, dass die Fensterverkleidung ein Schutzelement eingerichtet
zum Schutz vor Sonneneinstrahlung, ein Dämmelement eingerichtet zur Schalldämmung
und/oder manuell betätigbare oder angetriebene Lamellen für einen Lufteinlass aufweisen.
Somit kann die Kühlvorrichtung weitere Immissionen wie Sonnenlicht und damit verbundene
Wärme oder Geräusche von dem Innenraum fernhalten oder diese abschwächen. Weiterhin
kann die Kühlvorrichtung einen Lufteinlass zum Zuführen von Frischluft umfassen. Der
Lufteinlass kann zum Beispiel ein Druckausgleich in Form eines Einlasses von gekühlter
Luft bei einer Kühlung nach dem Wirbelrohrprinzips sein.
[0024] Es kann ferner vorgesehen sein, dass die Kühlvorrichtung, vorzugsweise die Fensterverkleidung,
an der Innenseite eine Beleuchtung aufweist. Die Beleuchtung kann direkt an einem
Bestandteil der Kühlvorrichtung oder auch in der Fensteröffnung vorgesehen sein. Geschlossene
Fensterläden verhindern den Tageslichteinfall in den Raum und erfordern normalerweise
das Zuschalten von elektrischem Licht. Die Innenseite der geschlossenen Fensterläden
kann mit entsprechenden Leuchtmitteln ausgekleidet werden, die eine individuelle Beleuchtung
durch die Fenster hindurch ermöglichen oder sogar Tageslicht simulieren. Eine Tageslichtsimulation
kann beispielsweise den Prozess der Photosynthese von im Raum befindlichen Pflanzen
unterstützen. Weiterhin kann eine Ambientebeleuchtung mit wechselbaren Farben von
beispielsweise LED-Licht vorgesehen sein. In Verbindung mit der Kühlvorrichtung können
warme Bauteile der Beleuchtungsanlage an der Außenseite der Fensterverkleidung angebracht
werden und zum Innenraum hin isoliert werden. Somit wird der Wirkungsgrad der Kühlvorrichtung
nicht verschlechtert, da eine mögliche Wärmeentwicklung nicht in den Innenraum abgegeben
wird. Die Energieversorgung dieser Beleuchtung, sowie auch anderer elektrischer Verbraucher
an den Fensterläden, kann mithilfe von Solarzellen gewonnen und sichergestellt werden.
Die Solarzellen sind an der Sonnenseite der Fensterläden, oder um die Fenster herum
angeordnet und speichern elektrische Energie in einen Akkumulator. Dieser Energiespeicher
unterstützt die elektrischen Verbraucher bei nachlassender Sonneneinstrahlung. Alternativ
kann die Beleuchtung ohne Energiespeicher direkt über die Solarzellen gespeist werden.
[0025] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Kühlen eines Raums mit einer Außenwand, in der
ein Fenster angeordnet ist, umfasst die Schritte,
Abdichten einer Fensteröffnung mit einer Fensterverkleidung;
Zuführen der Innenluft des Raums an die abgedichtete Fensteröffnung; und
Kühlen der Luftströmung an der Fensteröffnung.
[0026] Das Abdichten kann automatisch oder manuell, vorzugsweise mit der Fensterverkleidung
der zuvor beschriebenen Kühlvorrichtung erfolgen. Das Zuführen der Innenluft des Raums
kann durch eine Luftströmung erfolgen, die durch den Temperaturunterschied der gekühlten
Luft hervorgerufen wird. Darüber hinaus kann das Umwälzen der Innenluft zum Beispiel
mittels eines Gebläses oder Lüfters unterstützt werden. Ansonsten gelten die gleichen
Vorteile und Modifikationen wie zuvor beschrieben.
[0027] Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den übrigen, in
den Unteransprüchen genannten Merkmalen.
[0028] Die verschiedenen in dieser Anmeldung genannten Ausführungsformen der Erfindung sind,
sofern im Einzelfall nicht anders ausgeführt, mit Vorteil miteinander kombinierbar.
[0029] Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen anhand der zugehörigen Zeichnungen
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Außenansicht einer Kühlvorrichtung an einer Außenwand mit Fenster;
- Figur 2
- eine seitliche Schnittdarstellung von Figur 1;
- Figur 3
- eine Innenansicht einer Fensterverkleidung;
- Figur 4
- eine seitliche Schnittdarstellung von Figur 3;
- Figur 5
- eine Außenansicht einer Fensterverkleidung mit Kompressor;
- Figur 6
- eine seitliche Schnittdarstellung von Figur 5;
- Figur 7
- eine Außenansicht einer Fensterverkleidung mit Peltierelement; und
- Figur 8
- eine seitliche Schnittdarstellung von Figur 7.
[0030] Figur 1 zeigt eine Kühlvorrichtung 10 für einen Raum mit einer Außenwand 12, in der
ein Fenster 14 angeordnet ist. Die Kühlvorrichtung 10 umfasst eine wärmedämmende Fensterverkleidung
16, die an der Außenwand 12 befestigt ist und zum abdichtenden Verschließen einer
Fensteröffnung beziehungsweise einer Fensterlaibung in der Außenwand 12 vorgesehen
ist. Bei geschlossener Fensterverkleidung 16 ist die Fensteröffnung luftdicht abgedichtet,
so dass keine Luftzirkulation zwischen dem Innenraum und der Umgebung an der Außenwand
12 möglich ist.
[0031] Die Fensterverkleidung 16 umfasst hier einen Verschlussrahmen 18 zum Anbringen an
die Außenwand 12 und mindestens ein in dem Verschlussrahmen 18 beweglich angeordnetes
Schließelement 20 zum abdichtenden Verschließen der Fensteröffnung. In diesem Beispiel
sind zwei Schließelemente 20 in Form von Klappläden vorgesehen.
[0032] In der abgedichteten Fensteröffnung ist mindestens ein Kühlelement angeordnet eingerichtet
zum Kühlen von Luft aus dem Raum. In Figur 1 ist das innenliegende Kühlelement nicht
dargestellt, es wird anhand der folgenden Figuren beschrieben.
[0033] An der Außenwand 12 ist in der Nähe des Fensters 14 eine Kompressoreinheit 22 der
Kühlvorrichtung 10 befestigt. In diesem Beispiel ist es eine Kompressoreinheit 22
einer Kompressionskühlung oder einer Wirbelrohrkühlung.
[0034] In Falle einer Kompressionskühlung umfasst die Kompressoreinheit 22 einen Kompressor
24 und einen Kondensator, das heißt Verflüssiger. In Falle einer Wirbelrohrkühlung
umfasst die Kompressoreinheit 22 ein Wirbelrohr 24. Es können eine oder mehrere weitere
Komponenten der Kühlvorrichtung 10 wie ein Expansionsventil, ein Gebläse, eine Drucklufterzeugung
und/oder ein Trockner an einer Außenseite des Schließelements 20 und/oder an der Außenwand
12 angeordnet sind.
[0035] Die Begriffe Innen und Außen beziehen sich auf den Innenraum. In dem Innenraum befindliche
oder dem Innenraum zugewandte Elemente werden mit dem Begriff Innen bezeichnet. Außerhalb
des Innenraums befindliche oder dem Innenraum abgewandte Elemente werden mit dem Begriff
Außen bezeichnet.
[0036] Figur 2 zeigt eine seitliche Schnittdarstellung von Figur 1, in der das Fenster 14
gekippt ist, so dass die Kühlvorrichtung 10 aktiv sein kann und ein Luftaustausch
zum Innenraum gewährleistet ist. Die Kühlvorrichtung 10 schließt mit dem Schließelement
20 und dem Verschlussrahmen 18 sowie einer optionalen Dichtung 28 die Fensteröffnung
30 luftdicht ab. So ist bei geschlossener Vorrichtung kein bzw. ein stark eingeschränkter
Luftaustausch und Wärmetransport zwischen dem Innenraum 32 und dem Außenbereich möglich.
Bei gekipptem Fenster 14 kann nun die Luft des Innenraums 32 an der Kühlvorrichtung
10 entlang zirkulieren, wo sie gekühlt wird. Auf diese Weise kann die Luft des Innenraums
32 gekühlt werden.
[0037] Zusammen mit der Isolierung oder Wärmedämmung 34 am Fensterladen oder Schließelement
20 wird damit eine optimale Trennung zwischen äußerer Umgebung und dem innenliegenden
Raum vor dem Fenster 14 erreicht. Die Wärmedämmung 34 kann auch als Schalldämmung
dienen.
[0038] Die Aktivierung der Kühlvorrichtung 10 führt nun zu einer Abkühlung des, an der innenliegenden
Seite der Schließelemente 20 befindlichen, Verdampfers oder Kühlkörpers 36. Das geöffnete
Fenster 14 ermöglicht einen Luftaustausch zum Innenraum 32, welcher optional durch
einen oder mehrere Lüfter 38 oder andere Umwälzelemente unterstützt werden kann.
[0039] Zwei Deckel 40 an der Innen- und/oder Außenseite der Schließelemente 20 schützen
die Bauteile und können optisch ansprechend gestaltet sein. Alle Bauteile werden vom
Schließelement 20 getragen. Die Deckel 40 können Kanäle oder Zirkulationswege für
die zu kühlende Luft des Innenraums 32 bilden. Diese Kanäle oder Zirkulationswege
können an dem Verdampfer oder Kühlkörper 36 entlanggeführt sein.
[0040] Die Kühlleistung der Anlage ist regelbar, dazu können verschiedenste Sensoriken zum
Einsatz kommen. Die Sensoren können sowohl im Innenraum 32 als auch im Außenraum vorhanden
sein.
[0041] Weiterhin ist an der Innenseite des Schließelements 20 eine Beleuchtung 42 vorgesehen,
die den abgedunkelten Innenraum 32 beleuchten kann.
[0042] Figur 3 zeigt eine Innenansicht einer Fensterverkleidung 16 mit einem Schließelement
20. Es ist eine obere und eine untere Beleuchtung 42 vorgesehen.
[0043] An einer unteren Seite des Schließelements 20 sind Lufteinlässe 44 (oder auch Luftauslässe)
vorgesehen, die hinter dem Deckel 40 über einen Kanal oder Zirkulationsweg mit einem
Lüfter 38 verbunden sind. Es sind zwei derartige Kanäle oder Zirkulationswege vorgesehen,
beidseitig von dem Verdampfer 36. Die beiden Kanäle oder Zirkulationswege können getrennt
voneinander sein oder einen gemeinsamen Kanal oder Zirkulationsweg bilden. Auf jeden
Fall wird dadurch eine Luftströmung hinter dem Verdampfer 36 aufgebaut, um die zugeführte
Innenluft zu kühlen.
[0044] Figur 4 zeigt eine seitliche Schnittdarstellung des Schließelements 20 von Figur
3. Oben und unten ist die Dichtung 28 dargestellt, die umlaufend oder teilweise umlaufend
vorgesehen sein kann. Das Profil der Dichtung 28 kann an ein Profil des Verschlussrahmens
18 und/oder der Fensterlaibung angepasst sein.
[0045] An der Außenseite ist das Schließelement 20 vollständig oder nahezu vollständig mit
der Wärmedämmung 34 bedeckt, welche von einem Deckel 40 überdeckt sein kann. Innen
sind flächige Beleuchtungen 42 vorgesehen, welche zum Beispiel Tageslicht simulieren
können.
[0046] Hinter dem Verdampfer 36, das heißt im Inneren des Schließelements 20 befindet sich
ein Kanal oder Zirkulationsweg 46, in dem eine Luftzirkulation durch einen oder mehrere
Lüfter 38 hergestellt wird. An dem Verdampfer 36 wird die vorbeiströmende Luft aus
dem Innenraum 32 gekühlt. Nicht dargestellt ist eine Zuleitung von dem Verdampfer
36 zu der an der Außenseite angeordneten Kompressoreinheit 22. Die Zuleitung kann
zum Beispiel durch ein Scharnier des Schließelements 20 verlaufen, so dass die Zuleitung
keinen Bewegungen ausgesetzt ist.
[0047] Figur 5 zeigt eine Außenansicht eines Schließelements 20 einer Fensterverkleidung
mit integrierter Kompressoreinheit 22.
[0048] Die Kompressoreinheit 22 ist hier nicht am Fenster oder zentral untergebracht, sondern
sitzt direkt an der Außenseite des Schließelements 20. Die Innenseite des Schließelements
20 ist prinzipiell gleich aufgebaut. Zwischen den Komponenten befindet sich eine Isolierung.
Bei dieser Ausführung sind keine außenliegenden Verbindungen zwischen Kühl- und Kompressoreinheit
notwendig und die gesamte Anlage ist kompakter.
[0049] Die Kompressoreinheit 22 umfasst einen Kondensator 26 und kann einen Lüfter umfassen,
der über Lufteinlässe 44 Umgebungsluft einsaugt und eine Luftströmung über den Kondensator
26 erzeugt. Eine umgekehrte Luftzirkulation ist ebenfalls möglich.
[0050] Figur 6 zeigt eine seitliche Schnittdarstellung von Figur 5. Im oberen Teil ist in
Figur 5 dargestellte Kompressoreinheit 22 dargestellt, die mit einer nicht gezeigten,
im Inneren des Schließelements 20 verlaufenden, Zuleitung mit dem Verdampfer 36 verbunden
ist. Der Verdampfer 36 ist an einer dem Innenraum 32 zugewandten Innenseite des Schließelements
20 angeordnet. Die Bereiche der Kompressoreinheit 22 und des Verdampfers 36 sind jeweils
mit einer Wärmedämmung 34 bedeckt. Die Wärmedämmung 34 der Kompressoreinheit 22 befindet
sich an der Innenseite des Schließelements 20 und verhindert einen Wärmeeintrag der
warmen Komponenten der Kühlvorrichtung 10, nämlich der Kompressoreinheit 22. Die Wärmedämmung
34 des Verdampfers 36 befindet sich an der Außenseite des Schließelements 20 und verhindert
einen Wärmeeintrag aus der Umgebung.
[0051] Dieser Aufbau ermöglicht eine sehr gute Isolierung bei geringer Dicke des Schließelements
20, da die Komponenten der Kühlvorrichtung 10 versetzt angeordnet sind. Für eine optimierte
Dämmung oder Isolierung können sich die beiden Wärmedämmungen 34 teilweise überdecken.
[0052] Figur 7 zeigt eine Außenansicht eines Schließelements 20 einer Fensterverkleidung
mit einem Peltierelement. Das oder die eigentlichen Peltierelemente sind an der Innenseite
oder im Inneren des Schließelements 20 angeordnet und werden anhand von Figur 8 erläutert.
[0053] In der gezeigten Außenansicht ist ein Kühlkörper 50 dargestellt mit zwei Lüftern
48 zum Erzeugen einer Luftströmung von Umgebungsluft entlang des Kühlkörpers 50. Es
können Radial- oder Axiallüfter zum Einsatz gelangen, welche eine Strömung entlang
oder zwischen Kühlrippen des Kühlkörpers 50 erzeugen.
[0054] Figur 8 zeigt eine seitliche Schnittdarstellung des Schließelements 20 von Figur
7.
[0055] Diese Variante ist ebenso angebracht und abgedichtet, wie die Kompressor-Varianten.
Innerhalb des Schließelements 20 befinden sich ein oder mehrere Peltierelemente 52,
mit jeweils der kalten Seite nach innen zugewendet. Auf dieser Fläche ist ein innerer
Kühlkörper 54 befestigt, der in den Zwischenraum zwischen Fenster und Schließelement
20 gerichtet ist. Die Effektivität der kühlen Seite kann mit Lüftern 56 erhöht werden,
die eine Strömung der Luft aus dem Innenraum über den inneren Kühlkörper 54 erzeugen.
[0056] Die warme Seite der Peltierelemente 52 ist mit dem äußeren Kühlkörper 50 versehen,
der an der Außenseite des Schließelements 20 angeordnet ist. Durch Lüfter 48 unterstützt,
wird damit die Wärme nach außen abgeführt. Beide Seiten sind mit einer Isolierung
58, welche die Peltierelemente 52 umgibt, voneinander getrennt.
[0057] Im laufenden Betrieb wird unter Verbrauch elektrischer Energie die innenliegende
Seite der Peltierelemente 52 abgekühlt, während sich die außenliegende Seite erwärmt.
Eine Regelung der Kühlvorrichtung 10 kann mit der Ansteuerung der Lüfter 48, 56 und
der Peltierelemente 52 erreicht werden. Dazu können ebenso verschiedenste Sensoriken
zum Einsatz kommen.
[0058] Ein Verfahren zum Kühlen eines Raums 32 mit einer Außenwand 12, in der ein Fenster
14 angeordnet ist, kann die folgenden Schritte umfassen.
[0059] Zunächst wird die Fensteröffnung30 mit einer Fensterverkleidung 16 abgedichtet. Dies
kann durch ein händisches oder automatisches Schließen von einem oder mehreren Schließelementen
20 wie Fensterläden geschehen. Idealerweise ist die Fensteröffnung30 dann luftdicht
oder nahezu luftdicht verschlossen.
[0060] Als nächstes wird Innenluft des Raums 32 an die abgedichtete Fensteröffnung 30 zugeführt.
Dazu kann eine natürliche Luftströmung, welche sich durch die Erwärmung der Innenluft
allmählich einstellt, genutzt werden. Zur Unterstützung einer Luftströmung bieten
sich ein oder mehrere Umwälzelemente, wie Lüfter an.
[0061] Die Luftströmung beziehungsweise die an der Fensteröffnung 30 und damit an einem
Kühlelement vorbeiströmende Innenluft wird dann gekühlt. Durch die Zirkulation der
Luft führt dies zu einer Kühlung des gesamten Innenraums 32.
[0062] Die hier vorgestellte Kühlvorrichtung für einen Raum mit einer Außenwand, in der
ein Fenster angeordnet ist, beziehungsweise das Verfahren zum Kühlen eines Raums erlauben
eine effiziente Kühlung des Raums mit einfacher Nachrüstung ohne weitere Mauerdurchbrüche.
Das bereits vorhandene Fenster wird - entgegen seiner ursprünglichen Bestimmung -
geschickt für die Kühlvorrichtung genutzt.
1. Kühlvorrichtung (10) für einen Raum mit einer Außenwand (12), in der ein Fenster (14)
angeordnet ist, mit
- einer wärmedämmenden Fensterverkleidung (16) eingerichtet zum Anbau an die Außenwand
(12) und zum abdichtenden Verschließen einer Fensteröffnung (30);
- mindestens einem in der abgedichteten Fensteröffnung (30) angeordneten Kühlelement
(36; 52) eingerichtet zum Kühlen von Luft aus dem Raum.
2. Kühlvorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fensterverkleidung (16) einen Verschlussrahmen (18) zum Anbringen an die Außenwand
(12) und mindestens ein in dem Verschlussrahmen (18) beweglich angeordnetes Schließelement
(20) zum abdichtenden Verschließen der Fensteröffnung (30) aufweist.
3. Kühlvorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Kühlelement (36; 52) ein Verdampferelement einer Kompressionskühlung, ein Kühlkörper
(36) einer Kühlung nach dem Wirbelrohrprinzip, ein Peltierelement (52) und/oder ein
Kühlelement einer Absorptionskühlung oder Adsorptionskühlung ist.
4. Kühlvorrichtung (10) nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere weitere Komponenten der Kühlvorrichtung (10) wie ein Kompressor
(24), ein Kondensator (26), ein Expansionsventil, ein Gebläse, eine Drucklufterzeugung
und/oder ein Trockner an dem Schließelement (20) angeordnet sind.
5. Kühlvorrichtung (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere weitere Komponenten der Kühlvorrichtung (10) wie ein Kompressor
(24), ein Kondensator (26), ein Expansionsventil, ein Gebläse, eine Drucklufterzeugung
und/oder ein Trockner an der Außenwand (12) anordenbar und/oder an dem Verschlussrahmen
(18) angeordnet sind und dass eine Fluidverbindung oder Druckluftverbindung zwischen
dem mindestens einen Kühlelement (36; 52) und der einen oder den mehreren weiteren
Komponenten besteht.
6. Kühlvorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Umwälzelement (38, 56) eingerichtet zum Umwälzen der Innenluft des Raums (32)
zur Erzeugung einer Luftströmung an dem Kühlelement (36; 52) vorgesehen ist.
7. Kühlvorrichtung (10) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Fensterverkleidungen und Kühlelemente für mehrere Fenster (14) vorgesehen
sind und dass die eine oder die mehreren weiteren Komponenten eine Fluidverbindung
oder Druckluftverbindung zu den mehreren Kühlelemente für mehrere Fenster (14) aufweisen.
8. Kühlvorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fensterverkleidung (16) ein Schutzelement eingerichtet zum Schutz vor Sonneneinstrahlung,
ein Dämmelement eingerichtet zur Schalldämmung und/oder manuell betätigbare oder angetriebene
Lamellen für einen Lufteinlass aufweisen.
9. Kühlvorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlvorrichtung (10), vorzugsweise die Fensterverkleidung (16) an der Innenseite,
eine Beleuchtung (42) aufweist.
10. Verfahren zum Kühlen eines Raums (32) mit einer Außenwand (12), in der ein Fenster
(14) angeordnet ist, mit den Schritten:
Abdichten einer Fensteröffnung (30) mit einer Fensterverkleidung (16);
Zuführen der Innenluft des Raums (32) an die abgedichtete Fensteröffnung (30); und
Kühlen der Luftströmung an der Fensteröffnung (30).