[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Blasformung von Behältern aus einem thermoplastischen
Material aus einem Vorformling mit wenigstens einer Blasstation, die wenigstens eine
Blasform zur Ausformung des Behälters aufweist, mit wenigstens einem Verdichter zur
Bereitstellung von Blasgas zur Durchführung der Blasformung in der Blasform, mit wenigstens
einer Blasdüse zur Abgabe des Blasgases an den Vorformling, wobei die Blasdüse mit
dem Verdichter fluidisch verbunden ist, mit wenigstens einer Reckstange zum Recken
des Vorformlings, und mit wenigstens einem Reckstangenantrieb zum Bewegen der wenigstens
einen Reckstange in den Vorformling hinein. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren
zur Blasformung von Behältern, bei dem ein Vorformling nach einer thermischen Konditionierung
innerhalb einer Blasform einer Blasstation einer Vorrichtung zur Blasformung von Behältern,
durch Blasdruckeinwirkung von in die Blasform eingebrachtem Blasgas in den Behälter
umgeformt wird, wobei ein Recken des Vorformlings durch Einführen einer Reckstange
in den Vorformling vorgenommen wird.
[0002] Die Vorrichtung zur Blasformung von Behältern aus einem thermoplastischen Material
ist Bestandteil einer mit einer Blasformen versehenen Blasstation und weist eine Reckstange
zur Beaufschlagung eines in der Blasform einsetzbaren Vorformlings auf. Die Reckstange
ist mit einem Linearantrieb verbunden. Die Blasstation weist eine positionierbare
Blasdüse auf.
[0003] Bei einer Behälterformung durch Blasdruckeinwirkung werden Vorformlinge aus einem
thermoplastischen Material, beispielsweise Vorformlinge aus PET (Polyethylenterephthalat),
innerhalb einer so genannten Streckblasmaschine unterschiedlichen Bearbeitungsstationen
zugeführt. Typischerweise weist eine derartige Streckblasmaschinen eine Heizeinrichtung
sowie eine Blaseinrichtung auf, in deren Bereich der zuvor temperierte Vorformling
durch biaxiale Orientierung zu einem Behälter expandiert wird. Die Expansion erfolgt
mithilfe Hilfe von unter Druck stehendem Blasgas, das in den zu expandierenden Vorformling
eingeleitet wird.
[0004] Der Begriff Blasgas wird in diesem Text allgemein verwendet. Es wird darunter ein
Blasfluid verstanden. Herbei kann es sich um Gas, Dämpfe aber auch Flüssigkeiten handeln.
[0005] Das unter Druck stehenden Blasgas wird für gewöhnlich mittels eines zentral separat
von der Blasmaschine angeordneten Kompressors erzeugt und über Leitungen und Anschlüsse
an die Vorrichtung zur Blasformung bereitgestellt.
[0006] Innerhalb der Vorrichtung zur Blasformung können die Vorformlinge sowie die geblasen
Behälter mithilfe unterschiedlicher Handhabungseinrichtung transportiert werden. Bekannt
sind hier insbesondere die Verwendung von Transportdornen, auf die die Vorformlinge
aufgesteckt werden. Weiterhin bekannt ist die Verwendung von Greifzangen zur Handhabung
von Vorformlingen und die Verwendung von Spreizdornen, die zur Halterung in einen
Mündungsbereich des Vorformlings einführbar sind.
[0007] Häufig erfolgt das Herstellen der Behälter aus Vorformlingen in einem sogenannten
Zweistufenverfahren, bei dem die Vorformlinge zunächst mit einer Spritzgussmaschine
hergestellt werden, anschließend zwischengelagert werden und erst später der Vorrichtung
zur Blasformung zugeführt werden. Alternativ bekannt ist auch ein sogenanntes Einstufenverfahren,
bei dem die Vorformlinge unmittelbar nach ihrer spritzgusstechnischen Herstellung
und einer ausreichenden Verfestigung geeignet temperiert und anschließend geblasen
werden.
[0008] Das Blasgas zur Ausformung des Behälters wird über eine Blasgaszuführung in den Vorformling
hineingebracht. Hierbei handelt es sich für gewöhnlich um eine Blasdüse, die in Verbindung
mit dem Vorformling gebracht werden muss, und durch die dann die Reckstange in den
Vorformling eingreifen kann. Die Verbindung zwischen Blasgaszuführung/Blasdüse und
Vorformling muss dabei dem Druck des Blasgases standhalten.
[0009] Hinsichtlich des Antriebs der Reckstangen ist unter anderem bekannt, elektrische
Linearmotoren zur Bewegung zu verwenden. Bekannt ist weiterhin, dass die Reckstange
über eine mechanische Kopplungseinrichtung mit der Motorwelle eines Servomotors verbunden
wird, wodurch die Bewegung der Reckstange bereitgestellt wird.
[0010] Ein Vorformling aus einem thermoplastischen Material wird nach einer thermischen
Konditionierung innerhalb einer Blasform von einer Reckstange gereckt und durch Blasdruckeinwirkung
in den Behälter umgeformt. Häufig ist der Reckstangenantrieb mechanisch mindestens
zeitweise mit der positionierbaren Blasgaszuführung derart gekoppelt, dass eine gemeinsame
Bewegung durchgeführt wird.
[0011] Für gewöhnlich wird im bekannten Stand der Technik als Blasgas Druckluft verwendet.
Diese Druckluft wird außerhalb der Blasvorrichtung mittels Kompressoren zentral erzeugt.
Über Leitungen wird die Druckluft dann der Blasvorrichtung zugeführt. Für gewöhnlich
wird die Druckluft auf 20 bis 40 bar (genannt Hochdruck) komprimiert. Entsprechend
müssen alle Anschlüsse und Leitungen ausgelegt sein.
[0012] Innerhalb der Blasvorrichtung sind dann bis zu drei Blasventile vorgesehen, die für
die Befüllung und Expansion des Vorformlings sowie für die Entlüftung des fertigen
Behälters verwendet werden. Ein erstes Blasventil sorgt für den sogenannten Vorblasdruck
bis ca. 10 bar. Unter diesem Druck beginnt der Vorformling sich zu einer "Vorblase"
zu entwickeln, bis über ein zweites Ventil der eigentlichen Blasdruck (Hochdruck beispielsweise
bis ca. 38bar) der Behälter komplett ausgeformt wird. Das dritte Blasventil entlüftet
den unter Druck stehenden ausgeformten Behälter auf Umgebungsdruck. Bekannt ist, dass
auch zwei oder mehrere Blasformen über einen dieser Hochdruckventilsätze versorgt
werden können.
[0013] U.a. durch Toträume durch das Vorsehen der Blasventile und auch durch andere Toträume
innerhalb der Blasvorrichtung wie beispielsweise auf 40 bar ausgelegte Leitungen etc.
ergeben sich erhebliche Blasgas- und Strömungsverluste bzw. ist es notwendig, erheblich
mehr Blasgas oder Blasgas mit einem höheren Anfangsdruck bereitzustellen, als für
das Blasen tatsächlich notwendig, was zu erheblichen Zusatzkosten beim Blasen der
Behälter führt. Weiterhin ist es notwendig in einer Hysterese um den notwendigen Blasdruck
herum die Kompressoren zu betreiben, sodass regelmäßig über den notwendigen Blasdruck
das Blasgas komprimiert werden muss.
[0014] Die Toträume gewinnen überproportional an Bedeutung, je kleiner die Behälter sind,
die geblasen werden sollen. Je nach Behältergröße sind Totvolumina bis zu dem 50-fachen
des Volumens des fertigen Behälters möglich.
[0015] Eine Reduktion der Blasgasverluste, insbesondere durch eine Reduktion der Toträume
würde zu einer relevanten Kostenreduktion beim Blasen von Behältern führen.
[0016] Aus der
DE 10 2013 103 543 A1 sind bereits ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Blasverformung von Vorformlingen
aus einem thermoplastischen Material in Behälter bekannt. Die Vorformlinge werden
unter Verwendung von Reckstangen gereckt und anschließend durch einen Blasdruck expandiert.
[0017] Ähnliche Verfahren und Vorrichtungen zur blasstechnischen Umformung von Vorformlingen
in Behälter werden auch in der
US 2004/1739 49 A1 und der
EP 2052 843 A2 beschrieben.
[0018] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Blasen und Behältern
zu schaffen, mit denen die vorgenannten Nachteile überwunden werden.
[0019] Die Aufgabe wird hinsichtlich der Vorrichtung dadurch gelöst, dass der Reckstangenantrieb
den Verdichter zum Bereitstellen des Blasgases antreibt.
[0020] Hierdurch wird es auf einfache Weise möglich, die zuvor genannten Nachteile zu überwinden.
Weiterhin wird es auf einfache Weise möglich, den Bau von Blasmaschinen zu vereinfachen,
weil vorhandene Komponenten (z.B. Reckstangenantrieb, Frequenzumrichter, Steuerung)
auch für den Antrieb des Verdichters des Blasgases genutzt werden kann.
[0021] Bedingt durch die lokale Hochdruckerzeugung des Blasgases in der Vorrichtung selber
wird es möglich, auf eine zentrale Hochdruckblasgaserzeugung mittels Kompressors zu
verzichten. Dementsprechend ist es nicht notwendig, ein Verteilungssystem für das
Hochdruckblasgas bereitzustellen. Somit ist es ausreichend, die Blasvorrichtung lediglich
an ein "normales" Gasdrucknetz (genannt Arbeitsdruck oder Niederdruck) mit Drücken
in Höhe von 5-10 bar vorzusehen. Eine Kompression dieses Blasgases in der Vorrichtung
ermöglicht den Verzicht auf kostenintensive Hochdruckkomponenten oder deren Vereinfachung,
insbesondere teilweise auch auf den Verzicht von Blasventilen, was zu einer erheblichen
Reduktion der Toträume und Blasdruckverluste in der Blasvorrichtung führt.
[0022] Der Wegfall des Hochdrucknetzes spart auch den Mehrverbrauch durch den Wegfall der
für den Betrieb der Kompressoren notwendigen Schalt-Hysterese ein. Um einen benötigten
minimalen Blasdruck von z.B. 35 bar sicherzustellen, schalten die Kompressoren bei
35 bar ein und bei 38 bar aus, obwohl der höhere Druck prozesstechnisch nicht notwendig
ist.
[0023] Weiterhin wird es durch die lokale Druckerzeugung in der Blasvorrichtung möglich,
unterschiedliche Drücke als Expansionsdrücke für die Behälter in Abhängigkeit der
Behältergeometrie bereitzustellen, wodurch es möglich wird, beispielsweise niedrigere
Drücke im Blasgas zum Blasen einzustellen, was ebenfalls zu einer Kostenreduktion
führt. Die Blasvorrichtung kann unabhängig von einem vorgegebenen Netzdruck den minimal
notwendigen Druck für den jeweiligen zu erzeugenden Behälter über die jeweiligen Prozesssteuerungen
vorsehen. Ein solches Vorgehen war bisher nicht möglich, da bedingt durch das Hochdrucknetz
der Druck vorgegeben war und niedrigere Drücke lediglich über Druckminderer erreicht
werden konnten, was wiederum zu zusätzlichen Kosten führte.
[0024] Bei einem Hochdrucknetz für Blasmaschinen definiert bisher die anspruchsvollste Anwendung
(beispielsweise das deutliche Ausformen von feinen Oberflächenstrukturen oder von
komplexen Geometrien) die maximale Höhe des Systemdrucks. Der hohe Blasdruck liegt
dann allerdings auch an anderen Blasmaschinen mit Anwendungen an, bei denen eigentlich
ein geringerer Blasdruck ausreichend wäre. Hier muss ggf. lokal der Druck sogar gedrosselt
werden. Weiterhin steigen bei der Drucklufterzeugung die Energiekosten proportional
zum Druckniveau an. Daher ist es hier vorteilhaft, wenn beispielsweise wechselnde
oder andere Materialien (z.B. Polypropylen) im Streckblasverfahren verarbeitet werden
oder eine alternative Prozessfindung bzw. Prozessoptimierung erforderlich wird, dass
eine variable ggf. softwarebasierte Verstellung des Blasdrucks möglich ist. Dieses
stellt eine deutliche Hilfe für den Maschinenbediener dar.
[0025] Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass der Verdichter das Blasgas mittels
einer Linearbewegung und/oder einer Rotationsbewegung bereitstellt. Hierdurch sind
verschiedene für das jeweilige Blasen vorteilhafte Verdichter einsetzbar. Beispielhaft
und nicht abschließend genannt seien Kolben-, Doppelkolben- oder Radialkolbenverdichter.
Insbesondere lässt sich hierdurch Spülluft für eine mögliches Kühlen bei der Herstellung
von Behältern beispielsweise Sonderprozesse wie das Hotfillverfahren auf einfache
Weise bereitstellen.
[0026] Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass der Verdichter wenigstens einen Kolben
mit einer Kolbenstange und wenigstens einen Zylinder aufweist. Es hat sich herausgestellt,
dass ein Kolbenverdichter besonders gut in den Reck-Blasprozess integrierbar ist.
[0027] Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass die Kolbenstange mit der Reckstange
verbunden ist, bevorzugt über eine Kupplung. Hierdurch wird es auf einfache Weise
möglich, mehr als einen Verdichtungshub für das Blasgas vorzunehmen.
[0028] Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass die Kolbenstange einen Überströmabschnitt
zur Abgabe des Blasgases aus dem Zylinder an die Blasdüse aufweist. Hierbei handelt
es sich um eine einfache und sehr integrierte Möglichkeit, die Übergabe des Blasgases
an die Blasdüse, besonders auch gesteuert bzw. angepasst an die notwendige Blaskurve,
zu realisieren. Hierbei ist es vorteilhaft, dass der Überströmabschnitt so ausgeführt
und angeordnet ist, dass die Blasgasabgabe direkt an die Blasdüse erfolgt.
[0029] Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass der Verdichter über eine Leitung
mit der Blasdüse verbunden ist, die bevorzugt wenigstens ein Ventil aufweist. Hierbei
handelt es sich um eine einfache und sehr integrierte Möglichkeit, die Übergabe des
Blasgases an die Blasdüse, besonders auch gesteuert bzw. angepasst an die notwendige
Blaskurve, zu realisieren. Auch wird es auf einfache Weise möglich, mehr als einen
Verdichtungshub für das Blasgas vorzunehmen.
[0030] Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass der Verdichter über eine Leitung
mit der Blasdüse verbunden ist, die mit einem Blasgasspeicher verbunden ist, wobei
der Blasgasspeicher bevorzugt über wenigstens ein Ventil von der Blasdüse und/oder
dem Verdichter trennbar ist. Hierdurch wird es auf einfache Weise möglich, mehr als
einen Verdichtungshub für das Blasgas vorzunehmen, um den notwendigen Blasdruck insbesondere
bei einer kleineren Baugröße des Verdichters zu erreichen.
[0031] Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass der Vorformling eine Mündung aufweist,
die in einer Hülse, bevorzugt einer Transporthülse, angeordnet ist, oder dass der
Vorformling von einer Zange zum Transport gehalten ist. Aufgrund der Anforderungen
an das Recken bei Vorformlingen mit kleineren Mündungsdurchmessern hat sich das Vorsehen
einer Transporthülse als vorteilhaft erwiesen, da die Öffnung des Vorformlings frei
ist, um die Reckstange in den Vorformling einzubringen, sodass diese den größtmöglichen
Durchmesser aufweisen kann, was das Recken erleichtert. Alternativ kann der Vorformling
für sich auch beispielsweise über Schienensysteme und Greifer von der Heizung in die
Blasstation geführt werden.
[0032] Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass die Reckstange über einen Spindelantrieb,
Zahnstangenantrieb, einen Magnetfeldantrieb und/oder einen Zahnriemenantrieb bewegbar
ist, der mit dem Verdichter zu dessen Antrieb verbunden ist.
[0033] Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass eine Verbindung zwischen dem Verdichter
und einem Innenraum des Behälters vorgesehen ist. Hierdurch kann der Behälter auf
einfache Weise gespült werden.
[0034] Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass der Reckstangenantrieb den Verdichter
zusammen mit der Bewegung der Reckstange zum Bereitstellen des Blasgases antreibt.
[0035] Ein Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung in einer ersten Variante dadurch realisiert,
dass das Blasgas von einem Verdichter bereitgestellt wird, der von einem Antrieb angetrieben
wird, dass die Reckstange von einem Antrieb angetrieben wird, und dass die Reckstange
und der Verdichter von dem Antrieb zusammen angetrieben werden. Eine weitere vorteilhafte
Lehre sieht vor, dass das in den geformten Behälter eingebrachte Blasgas von dem Verdichter
aus dem Behälter entfernt wird. Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass der
Verdichter und die Reckstange über eine Kupplung getrennt und verbunden werden. Eine
weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass die Verdichtung des Blasgases wenigstens
teilweise vor dem Beginn des Einbringens der Reckstange in den Vorformling erfolgt.
Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass das wenigstens teilweise komprimierte
Blasgas in einem Blasgasspeicher zwischengespeichert wird. Eine weitere vorteilhafte
Lehre sieht vor, dass der Verdichter fluidisch mit einer Blasdüse der Blasform verbunden
ist, und dass die Verbindung über das Betätigen wenigstens eines Ventils mit getrennt
und verbunden wird. Hierdurch lassen sich die zuvor bereits genannten Vorteile erreichen.
[0036] Ein Verfahren zum Betrieb der Vorrichtung in einer weiteren Variante wird dadurch
realisiert, dass in den geformten Behälter eingebrachte Blasgas von einer Pumpe aus
dem Behälter entfernt wird. Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass es sich
bei der Pumpe um einen Verdichter handelt. Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor,
dass der Verdichter von einem Antrieb angetrieben wird, dass die Reckstange von einem
Antrieb angetrieben wird, und dass die Reckstange (20) und der Verdichter von dem
Antrieb zusammen angetrieben werden. Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass
der Verdichter und die Reckstange über eine Kupplung getrennt und verbunden werden.
Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass die Verdichtung des Blasgases wenigstens
teilweise vor dem Beginn des Einbringens der Reckstange in den Vorformling erfolgt.
Eine weitere vorteilhafte Lehre sieht vor, dass das wenigstens teilweise komprimierte
Blasgas in einem Blasgasspeicher zwischengespeichert wird. Eine weitere vorteilhafte
Lehre sieht vor, dass der Verdichter fluidisch mit einer Blasdüse der Blasform verbunden
ist, und dass die Verbindung über das Betätigen wenigstens eines Ventils mit getrennt
und verbunden wird.
[0037] Die erfindungsgemäße Vorrichtung lässt sich besonders gut bei Vorformlingen mit Mündungsdurchmessern
von 6 bis 24 mm und bei Volumina von 10 bis 250 ml zu blasende Behältergröße einsetzen.
[0038] Weiterhin relevant für die Erfindung sind zusätzlich die Aspekte Temperierung und
Transport in der Vorrichtung.
[0039] Bei einigen Blasmaschinen des Standes der Technik werden die Vorformlinge auf sogenannte
Transportdorne gesteckt. Diese werden zusammen mit den Vorformlingen und laufen auf
diesen durch die Blasvorrichtung, insbesondere durch die Heizstrecke der Blasvorrichtung.
Hierbei rotieren die Transportdorne beispielsweise, um den Vorformling gleichmäßig
aufzuheizen. Anschließend werden die Vorformlinge auf dem Dorn oder vereinzelt ohne
Dorn der Blaspresse zugeführt. Insbesondere bei kleinen Mündungen mit einem Innendurchmesser
>6mm ist bei Verwendung von Transportdornen kein Raum vorhanden, um eine Reckstange
in den Vorformling einzuführen. Weiterhin führt das Vorsehen einer Halterung in dem
Vorformling zu kleinen Reckstangendurchmessern. Diese führen beim Verstrecken des
Vorformlings dazu, dass die Reckstange durch die Kuppe des Vorformlings sticht. Daher
ist es ein weiterer Aspekt der Erfindung, ein Recken von Vorformlingen mit kleinem
Innendurchmesser >6mm der Öffnung des Vorformlings zu ermöglichen. Hierfür sieht die
Erfindung vor, dass die Vorformlinge stattdessen in einer Transporthülse eingesetzt
werden. Vorteilhaft dabei ist, dass die Mündung des Vorformlings vor Verformungen
geschützt wird, während der Vorformling in der Hülse durch die Blasmaschine, insbesondere
durch die Heizstrecke gefördert wird. Weiterhin wird es auch bei kleinen Öffnungsdurchmessern
möglich, mit der Reckstange in den Vorformling einzugreifen. Generell ist auch das
Verwenden von Haltezangen möglich.
[0040] Beim Durchlauf der Heizstrecke müssen die Vorformlinge in den Transporthülsen mit
einer gleichmäßigen Bewegung durch den Ofen geführt werden. Weiterhin ist ein Rotieren
dabei vorteilhaft. Es hat sich gezeigt, dass ausschlaggebend für die Effizienz und
Länge der Heizstrecke der Abstand der Vorformlinge ist. Je größer der Abstand der
Vorformlinge ist, umso mehr wird die in der Heizstrecke abgegebene IR-Strahlung gestreut
und geht somit für den Temperierprozess verloren. Dieses ist insbesondere bei kleinen
zu blasenden Behältern problematisch. Es hat sich gezeigt, dass eine Möglichkeit gerade
bei kleinen Behältern eine Anpassung der Größe des Heizsystems ist, insbesondere durch
ein Reduzieren der Heizebenen. Weiterhin ist vorteilhaft, den Abstand der Vorformlinge
an den Öffnungsdurchmesser der Vorformlinge anzupassen. In Bezug auf die Transporthülsen
bedeutet dieses, dass die Vorformlinge gleichmäßig rotierend und mit einem gleichmäßigen
Vorschub durch die Heizstrecke laufen. Der entscheidende Vorteil der Transporthülse
ist der Schutz der Mündung vor IR-Strahlung um ein Verformen und Aufblasen der Mündung
zu verhindern.
[0041] Im Anschluss an die Heizstrecke müssen die Vorformlinge in den Transporthülsen steckend
von einem kontinuierlichen Durchlauf durch die Heizstrecke in die taktende Blaspresse
überführt werden. Es hat sich gezeigt, dass hierzu der Abstand der Vorformlinge zueinander
vergrößert werden muss. Der möglichst enge und damit energieeffiziente Abstand in
der Heizstrecke muss je nach Behälterform/Vorformlingform bei Verwendung von Mehrfachblasformen
vergrößert werden, damit diese in der Blasstation in die Blasform übergeben werden
kann.
[0042] Erfindungsgemäß wird die notwendige Längsbewegung der Reckstange auch für die Kompression/Verdichtung
des Blasgases verwendet. Die Reckstange sorgt im Streckblasprozess dafür, dass der
erwärmte Vorformling in Längsrichtung gestreckt wird, während das Blasgas den Vorformling
aufbläst, bevorzugt auch gleichzeitig. Ohne das Recken in Längsrichtung verbleibt
würde das meiste Material des Vorformlings an der Behälterschulter, weil es nicht
in Richtung des Behälterbodens verschoben wurde.
[0043] Das bei der Einleitung und Durchführung der Reckbewegung komprimierte Blasgas wird
über die Blasdüse in den Vorformling eingeleitet. Bei einer ersten Ausführungsform
sind für das Austreten der komprimierten Blasgas aus dem Verdichter, bevorzugt eine
Zylinderanordnung/Kolbenanordnung, Überströmkanäle an/in der Reckstange vorgesehen.
Alternativ kann stattdessen für eine zweite Ausführungsform wenigstens eine Verbindungsleitung
zwischen Zylinder und Blasdüse vorgesehen sein, die bevorzugt auch mit wenigstens
einem Ventil absperrbar ist. In dieser Leitung kann zusätzlich auch ein Speicher für
das Blasgas vorgesehen sein, der ebenfalls mit wenigstens einem Ventil gegenüber dem
Zylinder und/oder gegenüber der Blasdüse absperrbar ist. In diesem kann komprimiertes
Blasgas zwischengespeichert werden, während ein weiterer Hub oder mehrere weitere
Hübe des Kolbens erfolgen, bevor das verdichtete Blasgas an die Blasdüse abgegeben
wird. Das komprimierte Blasgas wird über diese und/oder durch diese zum richtigen
Zeitpunkt in den erwärmten Vorformling eingebracht und bläst diesen zum Behälter.
[0044] Folgende Prozessschritte sind dabei vorteilhaft:
A) Verdichtung Blasgas, Ausfahren der Reckstange
[0045] Der Zylinderraum wird entweder mit Gas mit Umgebungsdruck gefüllt oder wird mit Blasgas
mit einem Druck von 5 bis 12 bar, bevorzugt 8 bis 10 bar, gefüllt. Dieses Blasgas
wird dann über ein externes Gasnetz mit dem entsprechenden Druck bereitgestellt und
wird beispielsweise energieeffizient über Schraubenkompressoren erzeugt. Ein an die
Reckstange oder an das Recksystem bevorzugt über eine Kupplung anschließbarer Kolben
komprimiert das Blasgas mit Umgebungsdruck oder das vorverdichtete Blasgas auf einen
maximalen Blasdruck von ca. 20 bis 38 bar. Dieses kann mit einem oder auch mehreren
Hüben des Kolbens erfolgen. Können die Behälter aufgrund der einfacheren Geometrie
oder des ausgewählten Vorformlings mit einem geringeren Blasdruck aufgeblasen werden,
so fährt der Kolben, bevor die Blasgas einströmt, weiter vor, um ein kleineres Zylindervolumen
zu befüllen. So kann der Blasdruck individuell und einfach an den zu blasenden Behälter
angepasst werden, was den Gesamtenergieverbrauch senkt. Die Reckstange wird mit dem
Kolben gekoppelt und vorgefahren, der Kolben komprimiert das Blasgas. Die Reckstange
taucht in den Vorformling ein.
B) Beginn der Vorformlingversteckung, Überströmen der verdichteten Blasgas in den
(erwärmten) Vorformling
[0046] Sobald die Reckstange die Kuppe des Vorformlings berührt, strömt das komprimierte
Blasgas über die Überströmkanäle oder die geöffnete Leitung in den erwärmten Vorformling
und beginnt ihn in Längsrichtung zu verstrecken, wobei er gleichzeitig durch das Blasgas
aufgeblasen wird.
C) Ende der Verstreckung
[0047] Die Reckstange ist am Boden der Blasform angekommen und kommt zum Stillstand. Bei
unterschiedlich langen Behältern kann lediglich das dünne Ende der Reckstange entsprechend
angepasst und gewechselt werden und/oder der Reckstangenhub kann über den Reckstangenantrieb
verändert werden. Gleichzeitig erfolgt das finale Blasen des Behälters.
D) Zurückfahren der Reckstange, Entlüftung des Behälters, Blasgasrecycling
[0048] Hierfür gibt mehrere, nicht abschließend aufgezählte mögliche Varianten:
- 1. Ohne Vorfüllung des Zylinders mit Druckluft
Die Reckstange fährt zurück, wobei der Kolben bzw. der Verdichter den gerade geblasenen
Behälter aktiv bis zum Umgebungsdruck entlüftet. Es muss hierbei verhindert werden,
dass kein Unterdruck entsteht und der Behälter kollabiert. Danach trennt sich die
Flaschenmündung von der Blasdüse und der Kolben fährt in die ursprüngliche Startposition
zurück.
- 2. Mit Vorfüllung des Zylinders mit Druckluft (beispielsweise Arbeitsluft mit 5 bar
bis 10 bar) über ein Rückschlagventil
Die Reckstange fährt zurück, wobei der Kolben bzw. der Verdichter den gerade geblasenen
Behälter aktiv bis zum am Rückschlagventil anliegenden Fülldruck (in der Regel 5-10
bar) entlüftet. Danach schließt das Blasventil und die Flaschenmündung trennt sich
von der Blasdüse und entlüftet den Behälter. Alternativ kann die Restentlüftung des
Behälters von Fülldruck auf Umgebungsdruck über ein Entlüftungsventil an der Blasdüse
erfolgen. Bei dem Blasgas im Zylinder handelt es sich um das sogenannte recycelte
Blasgas, wodurch eine entsprechende Energieersparung erreichbar ist. Anschließend
fährt der Kolben in die ursprüngliche Ausgangsposition zurück, wobei über das Rückschlagventil
der Zylinder mit der anliegenden Arbeitsluft (Fülldruck) gefüllt wird.
- 3. Mit Vorfüllung des Zylinders mit Druckluft (beispielsweise Arbeitsluft mit 5 bar
bis 10 bar) über ein zuschaltbares Füllventil
Die Reckstange fährt zurück, wobei der Kolben bzw. der Verdichter den gerade geblasenen
Behälter aktiv bis zur ursprünglichen Startposition des Kolbens bzw. des Verdichters
entlüftet. Danach schließt das Blasventil und die Flaschenmündung trennt sich von
der Blasdüse und entlüftet den Behälter. Alternativ kann die Restentlüftung des Behälters
von Fülldruck auf Umgebungsdruck über ein Entlüftungsventil an der Blasdüse erfolgen.
Bei dem Blasgas im Zylinder handelt es sich um das sogenannte recycelte Blasgas, wodurch
eine entsprechende Energieersparung erreichbar ist. Anschließend öffnet das Füllventil,
wobei der Zylinder mit der anliegenden Arbeitsluft (Fülldruck) gefüllt wird.
[0049] Das jeweilige aktive Entlüften des Behälters z.B. über das Zurückfahren des Kolbens
bringt gerade gegen Ende des Entlüftungsvorgangs, wenn die Differenzdrücke niedrig
sind, eine Zykluszeitreduzierung und über das beschriebene Luftrecycling eine Energieeinsparung.
[0050] Beim Zurückfahren der Reckstange, entlüftet die Pumpe bzw. der Kolben bzw. der Verdichter
den Behälter aktiv beispielsweise bis zu einem gewissen Restdruck <10bar. Hierbei
muss, falls erforderlich, der Kolben gebremst werden. Die Restentlüftung des Behälters
kann auch erfolgen, wenn die Transporthülse den Anschlusskolben verlässt. Die Transporthülse
fördert den Behälter aus der Blasform in Richtung Behälterausgabe.
[0051] Alternativ kann eine oder mehrere Reckstangen (bei Nutzung von Mehrfachblasformen)
an eine servoelektrisch angetriebene Traverse befestigt werden, über die auch ein
Zylinder zur Verdichtung des Blasgases angetrieben wird.
[0052] Verdichter und Kompressor werden im Sinne der Erfindung als begriffliche Äquivalente
angesehen.
[0053] Die Prozesszeiten einer Blasmaschine erlauben eine oder mehrere Zwischenhübe, beispielsweise
während der Bewegung der Blasformen (Öffnen/ Schließen) und der Transferzeiten (Zeiten
für den Transport des Vorformlings in die Blasform und der Flasche aus der Blasform).
Durch die Verwendung von Zwischenhüben kann der Verdichter/Zylinder kleiner dimensioniert
werden.
[0054] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit
Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1 bis 4
- schematische Schnittansichten einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
und des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 5 bis 11
- schematische Schnittansichten einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 12 bis 15
- schematische Schnittansichten einer dritten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens; insbesondere gezeigt wird das Wiederbefüllen
des Zylinders ("Pumpen") vor dem Blasschritt, um beispielsweise einen Druckspeicher
zu laden,
- Fig. 16 bis 18
- schematische Schnittansichten der zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
mit einer weiteren alternativen Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens,
um einen Zwischenhub während des Blasprozesses durchführen zu können,
- Fig. 19
- eine schematische Schnittansicht einer vierten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 20
- eine schematische Schnittansicht einer fünften Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 21
- eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung zu Blasformung
von Behältern, und
- Fig. 22, 23
- eine schematische Schnittansicht einer sechsten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung und des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0055] Figur 21 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung
100 zu Blasformung von Behältern. In einer Vorformlingeingabe 110 werden vor Vorformlinge
11 in Halte- und Transportmittel 120 eingesetzt (Pfeilrichtung D). Diese Halte- und
Transportmittel 120, hier bevorzugt in Form von Transporthülsen 120, werden in geeigneter
Weise, beispielsweise auf Transportschienen 130 zur Temperierung der Vorformlinge
11 durch Heizkästen 140 transportiert. Hierbei ist es vorteilhaft, dass die Vorformlinge
11 und damit die Transporthülsen 120 innerhalb der Heizkästen 140 möglichst dicht
beieinander angeordnet sind, um Streuverluste der abgegebenen Wärme zu reduzieren.
Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Vorformlinge 11 zusammen mit den Halte-
und Transportmitteln 120 beispielsweise in Form von Transporthülsen 120 in den Heizkästen
140 rotieren, wie dies mit den Pfeilen A in Figur 21 dargestellt ist. Hinter den Heizkästen
140 findet die Übergabe der Vorformlinge 11 zusammen mit den Halte- und Transportmitteln
120 in die Blasstation 10 statt. Die in den Heizkästen eng angeordneten Vorformlinge
11 müssen hierbei so vereinzelt werden, dass sie passend, wie dieses in Figur 21 dargestellt
ist, in den entsprechenden Blasformen 12, die hier schematisch in zwei Teilen 13,
14 dargestellt sind, einsetzbar sind. Die Blasformteile 13, 14 werden zur Durchführung
des Blasens der Behälter in Pfeilrichtung B zur Blasform 12 zusammengesetzt. Das Blasen
der Behälter selber erfolgt dabei unter Zuhilfenahme der verschiedenen erfindungsgemäßen
Ausführungsformen der Reckstangen 20 und deren Antriebe unter Zuhilfenahme von Blasgas.
Beispielhaft sind in der in Figur 21 gezeigten Blasstation 10 zwei Blasformen 12 hintereinander
angeordnet. Nach der Blasformung der Behälter werden diese in der Blasstation 10 ausgegeben
und die Halte- und Transportmittel/Transporthülsen 120 werden in Pfeilrichtung C der
Eingabe 110 für die Vorformlänge 11 wieder zugeführt, sodass diese umlaufend vorgesehen
sind.
[0056] Die Figuren 1 bis 4 zeigen eine erste erfindungsgemäße Ausführungsform. Hierbei vorgesehen
ist ein Verdichter 30 mit einem Zylinder 32 und einem Kolben 31, der eine Kolbenstange
33 aufweist, die eine Verbindung mit der Reckstange 20 vorsieht. Die Kolbenstange
33 und damit auch die Reckstange 20 sind mit einem Antrieb (nicht dargestellt) verbunden.
Die Kolbenstange 33 in Verbindung mit der Reckstange 20 sind über diesen Antrieb in
Pfeilrichtung E und entgegen der Pfeilrichtung E in Pfeilrichtung F bewegbar. An dem
der Reckstange 20 zugewandten Ende des Zylinders 32 sind Kolbenstangendichtungen 36
zur Abdichtung der Kolbenstange 33 gegenüber dem Zylinder 32 vorgesehen. Hinter den
Kolbenstangendichtungen 36 ist ein Anschlusskolben/eine Blasdüse 34 vorgesehen. Die
Blasdüse 34 greift in die Transporthülsen 120 ein, in die der Vorformling 11 eingesetzt
ist. Die Kolbenstange 31 weist einen Überströmkanal 35 als Überströmöffnung auf.
[0057] Wird die Kolbenstange 33 des Kolben 31 des Verdichters 30 in Pfeilrichtung E bewegt,
so tritt die daran angekoppelte Reckstange 20 in den Vorformling 11 ein. Vor dem Kolben
31 im Zylinder 32 befindet sich Blasgas 25. Passiert der Überströmkanal 35 die Kolbenstangendichtung
36, so tritt das komprimierte Blasgas 25 aus dem Zylinder 32 in den Anschlusskolben
34, weiter durch die Transporthülse 120 hindurch in den Vorformling 11 ein.
[0058] Berührt die Spitze 21 der Reckstange 20 die Kuppe 15 des Vorformlings 11 beginnt
der Reckvorgang des Vorformlings 11 in Pfeilrichtung E, wenn die Reckstange 20 in
Pfeilrichtung E weiterbewegt wird. Das bereits zwischen Vorformling 11 und Reckstange
20 befindliche komprimierte Blasgas 25 verhindert, dass beim Recken das Material des
Vorformlings 11 an die Reckstange 20 schrumpft. Das komprimierte Blasgas 25 wird bei
der fortgesetzten Bewegung der Kolbenstange 33/der Reckstange 20 in Pfeilrichtung
E weiter in Richtung des Vorformlings 11 bewegt und komprimiert, bis eine Endposition
(siehe Figur 3) erreicht ist. Zu diesem Zeitpunkt bewirkt das komprimierte Blasgas
25 die Expansion des Vorformlings 11 hin zum Behälter 150. Anschließend wird die Kolbenstangen
33 in Pfeilrichtung F zusammen mit dem Kolben 31 und der Reckstange 20 in die Ausgangsposition
zurückbewegt, wodurch eine Rückführung des Blasgases 25 in den Zylinder 32 erfolgt.
Wenn der Überströmkanal 35 die Kolbenstangendichtung 36 passiert hat, und die Kolbenstangendichtung
36 die Kolbenstange 33 wieder abgedichtet, wird der Zylinder 32 vor dem Kolben 31
über eine Blasgaszufuhr 26 mit vorkomprimierten Blasgas 25 (mit 8-12 bar bevorzugt
8 bis 10 bar) gefüllt.
[0059] Weiterhin wird die Blasdüse 34 von der Transporthülse 120 gelöst, sodass die Transporthülse
120 und der Innenraum des Behälters 150 sowie der Innenraum Transporthülse 120 entspannt
werden, indem das restliche ggf. noch unter Druck stehende Blasgas entweichen kann,
ggf. auch über ein Blasventil (nicht dargestellt). Anschließend wird die Transporthülse
120 mit dem fertigen Behälter 150 entnommen.
[0060] Die Geometrie der Überströmkanäle 35 kann bevorzugt eine auf den jeweiligen zu fertigenden
Behälter 150 angepasste Blaskurve bereitstellen.
[0061] Die Figuren 5-11 zeigen eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
bzw. des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0062] Hierbei ist wiederum ein Verdichter 30 in Verbindung mit einer Blasformen 12 und
einer Reckstange 20 gezeigt. Reckstange 20 und Verdichter 30 sind mit einem nicht
dargestellten Antrieb, beispielsweise einem linearen Antrieb, verbunden/verbindbar.
Die Reckstange 20 ist über eine Kupplung 22 lösbar mit der Kolbenstange 33 des Verdichters
30 verbunden. Die Kupplung 22 kann beispielsweise/bevorzugt als Rundklinkenzug ausgeführt
werden.
[0063] Der Verdichter weist hier wiederum einen Kolben 31 in Verbindung mit der Kolbenstange
33 auf, die in einem Zylinder 32 angeordnet sind. Die Kolbenstange 33 verlässt den
Zylinder abgedichtet über eine Kolbenstangendichtung 36 und wird von dieser geführt.
Der Zylinder 32 wird befüllt mit Blasgas 25 über eine Blaszufuhr 26, die ein Rückschlagventil
27 aufweist. Anstelle des Rückschlagventils (27) kann auch alternativ ein zuschaltbares
Füllventil (nicht dargestellt) verwendet werden. Der Zylinder 32 weist eine Öffnung
37 auf, an die eine Leitung 40 angeschlossen ist. In der Leitung 40 ist ein Ventil
41 vorgesehen, dass in Pfeilrichtung I die Leitung 40 öffnet und in Pfeilrichtung
G die Leitung 40 schließt. Die Leitung 40 ist mit dem in Pfeilrichtung H beweglichen
Anschlusskolben/Blasdüse 34 verbunden. Der Anschlusskolben/Blasdüse 34 bewegt sich
solange in Pfeilrichtung H, bis er die Öffnung (Mündung) des temperierten Vorformlings
11 gegenüber dem später einströmenden Blasgas abdichtet. Durch den Anschlusskolbens
34 wird die Reckstange 20 geführt. Sie bewegt sich durch eine Blasdüsendichtung 38
ebenfalls in Pfeilrichtung H. Der temperierte Vorformling 11 befindet sich in einer
Blasform 12. Im Unterschied zu Fig. 1 bis Fig. 4 wird der Vorformling 11 beispielsweise
über ein System von Greifen in die Blasform bewegt, ohne notwendigerweise in einer
Transporthülse 120 zu stecken.
[0064] Nach Befüllen des Zylinders 32 mit Blasgas 25 wird die Kolbenstange 33 über einen
nicht dargestellten Antrieb in Pfeilrichtung E bewegt und das Blasgas 25 wird komprimiert.
Am vorderen Ende der Kolbenstange 33 ist ein erstes Kupplungsteil 23 (hier weiblich)
angeordnet. Dieses bewegt sich beim Bewegen der Kolbenstange 33 in Pfeilrichtung auf
ein zweites Kupplungsteil 24 (hier männlich) zu, das sich am hinteren Ende der Reckstange
20 befindet, bis sich die beiden Teile 23, 24 der Kupplung 22 im Eingriff befinden
(Figur 7). Die Kolbenstange 33 wird weiter fortbewegt in Pfeilrichtung E, bis die
Spitze 21 der Reckstange 20 die Kuppe 15 des Vorformlings 11 berührt. Jetzt wird das
Ventil 41 in Pfeilrichtung I geöffnet, sodass das komprimierte Blasgas 25 in die Blasdüse
34 und den Innenraum des Vorformlings 11 eintreten kann. Bei weiterer Fortbewegung
der Kolbenstange 33 in Pfeilrichtung E wird der Vorformling 11 in Pfeilrichtung E
gereckt. Gleichzeitig bewirkt das komprimierte Blasgas 25 das Blasen des Behälters
150 innerhalb der Blasformen 12. Ist das Blasformen des Behälters 150 abgeschlossen,
erfolgt das Zurückziehen der Kolbenstange 33 in Pfeilrichtung F, wodurch auch die
Reckstange 20 bis zu dem Punkt zurückgezogen wird, an dem sich die Kupplungsteile
23, 24 der Kupplung 22 trennen (Figur 11). Gleichzeitig wird auch das Blasgas 25 aus
dem Behälter 150 in den Zylinder 32 zurückgeführt, wie zuvor beschrieben. Anschließend
wird das Ventil 41 geschlossen und der Zylinder 32 wird wieder vollständig mit Blasgas
25 über die Blasgaszufuhr 26 aufgefüllt.
[0065] Um den Blaszyklus zu beenden (nicht dargestellt) fährt der Anschlusskolben 34 in
entgegengesetzter Richtung H zurück und ermöglicht zusammen mit dem Öffnen der zweigeteilten
Blasform 12 ein Entformen des geblasen Kunststoffbehälters 150.
[0066] Die Figuren 16 bis 18 zeigen eine Ergänzung zu dem zuvor beschriebenen Verfahren
als weitere Ausführungsform. Hierbei wird nach dem ersten Hub, der bereits auch zum
Recken genutzt wurde (siehe Figur 16) ein Zwischenhub während des Blasprozesses durchgeführt.
Dafür wird das Ventil 41 in Pfeilrichtung G geschlossen und die Kolbenstange 33 unter
Befüllung des Zylinders 32 mit Blasgas 25 über die Blasgaszufuhr 26 in Pfeilrichtung
F bewegt, wobei beim Zurückziehen der Kolbenstange 33 die Kupplung 22 gelöst wird,
sodass sich der erste Kupplungsteil 23 und der zweite Kupplungsteil 24 trennen und
die Reckstange 22 in der vorgesehenen Position wie in Figur 17 dargestellt verbleibt.
Damit die Reckstange 22 in der vorgesehen Position verbleibt ist ein mechanischer
Anschlag oder ein Haltevorrichtung (beides nicht dargestellte) notwendig, weil sonst
der Druck des Blasgases die Reckstange in Pfeilrichtung F bewegt. Durch das Schließen
des Ventils 41 bleibt auch das Blasgas 25 in dem bereits schon gereckten und teilweise
geblasenen Vorformling 11. Der Blasprozess kommt hier an dieser Stelle während des
Zwischenhubs zum Stillstand, wobei es für die Flaschenqualität vorteilhaft ist, wenn
die Flasche schon fast komplett ausgebildet ist und nur der Druck beispielsweise lediglich
zum besseren Ausprägen von Konturen oder dergleichen erhöht wird. Alternativ kann
der Zwischenhub verwendet werden, um Spüllluft für Sonderverfahren des Blasprozesses
zu erzeugen, nachdem die Flasche schon komplett ausgebildet ist (Figur 22). Anschließend
wird die Kolbenstange in Pfeilrichtung E wieder bewegt, wodurch das Blasgas 25 wiederum
komprimiert wird. Nach dem Verbinden der Kupplungsteile 23, 24 wird auch das Ventil
41 in Pfeilrichtung I geöffnet und der Blasvorgang wird wie zuvor beschrieben fortgesetzt.
[0067] Eine weitere erfindungsgemäße Ausführungsform ist in den Figuren 12 bis 15 dargestellt.
Hier ist in der Leitung 40 ein weiteres Ventil 42 vorgesehen. Zwischen den Ventilen
41 und 42 ist ein Speicher 50 vorgesehen. Über den Speicher 50 ist es möglich, vor
dem Blasprozess eine hinreichende Menge komprimiertes Blasgas 25 zwischen zu speichern,
indem ein oder mehrere Zusatzhübe mit dem Kolben 31 im Zylinder 32 über ein Antreiben
mit einem nicht dargestellten Antrieb der Kolbenstange 33 durchgeführt wird. Hierfür
ist das Ventil 42 während des Vorschiebens des Kolbens 31 über die Kolbenstange 33
in Pfeilrichtung E (Figuren 13 und 15) in geöffneter Stellung und das Ventil 41 in
geschlossener Stellung, so dass das Blasgas 25 im Speicher 50 komprimiert wird und
nicht an den Vorformling 11 abgegeben wird. Anschließend wird das Ventil 42 in Pfeilrichtung
G geschlossen. Die Kolbenstange 33 wird unter Befüllen des Zylinders 32 über die Blasgaszufuhr
26 erneut mit Blasgas 25 zurückgezogen. Anschließend kann das Blasgas erneut komprimiert
und durch Öffnen des Ventils 42 an den Speicher 50 abgegeben werden. Dieses kann so
oft wiederholt werden, bis im Speicher der hinreichende Blasdruck vorhanden ist.
[0068] Anschließend wird beim letzten Hub der Kolbenstange 33 in Pfeilrichtung E der Hub
weiter ausgeführt, bis die Kupplungsteile 23, 24 sich verbinden, sodass bei der Fortsetzung
der Bewegung der Kolbenstange 33 in Pfeilrichtung E auch die Reckstange 20 in den
hier nicht dargestellten Vorformling 11 hinein zur Durchführung des Streckens und
Blasens des Vorformlings 11 hin zum Behälter 150 durchgeführt werden kann, wie zuvor
beschrieben. Hierfür wird das Ventil 41 geöffnet. Das Ventil 42 ist entweder geschlossen
oder auch geöffnet, je nach Anforderung.
[0069] Die Figuren 19 und 20 zeigen zwei weiter alternative Ausführungsformen, bei denen
ein Servoantrieb 60 vorgesehen ist. Dessen Antriebswelle 66 ist mit einer Spindelstange
61 verbunden. In Figur 19 ist auf der Spindel 61 ein Schlitten 62 mit Spindelmutter
angeordnet, der in Pfeilrichtung E, F auf der Spindel 61 verfahrbar ist. Es ist eine
Kupplung 22 zwischen Reckstange 22 und Schlitten 62 vorgesehen. Am Schlitten ist dabei
das erste Kupplungsteil 23 und an der Reckstange 22 das zweite Kupplungsteil 24 vorgesehen.
Weiterhin ist die Antriebswelle 66 des Servoantriebs 60 über einen Riementrieb 63
mit einem Verdichter 30 (hier als Radialkolbenpumpe beispielhaft dargestellt) verbunden.
Der Verdichter 30 ist über einen Leitung 40, in der zwei Ventile 41, 42 angeordnet
sind, mit einer Blasdüse 34, in der die Reckstange 20 über Blasdüsendichtung 38 geführt
ist, verbunden. Zwischen den Ventilen 41, 42 ist ein Speicher 50 vorgesehen. Der Verdichter
30 komprimiert Blasgas durch die Leitung 40 in den Speicher 50. Währenddessen bewegt
sich der Schlitten 62 auf der Spindel 61 zur Reckstange hin. Wird der Schlitten 62
mit der Reckstange 20 über die Kupplung 22 verbunden, wird in Pfeilrichtung E die
Reckstange 22 in den Vorformling 11 hinein bewegt. Erreicht die Spitze 21 der Reckstange
20 die Kuppe 15 des Vorformlings 11, wird das Ventil 41 in Pfeilrichtung I geöffnet
und das komprimierte Blasgas 25 strömt in den Vorformling 11, woraufhin das Blasen
des Behälters 150 bei gleichzeitigen Recken in Pfeilrichtung E in der Blasform 12
erfolgt.
[0070] In Figur 20 ist ebenfalls ein Servoantrieb 60 dargestellt, der eine Antriebswelle
66 aufweist. Über eine Kupplung 67 ist die Antriebswelle 66 mit einer weiteren Welle
68 verbindbar. Die weitere Welle 68 ist mit einem Zahnriemen 65 verbunden, auf dem
ein Schlitten 62 vorgesehen ist, der in Pfeilrichtung E, F auf dem Zahnriemen 65 erfahrbar
ist. Zwischen Schlitten 62 und Reckstange 20 ist hier optional eine Kupplung 22 vorgesehen,
mit einem ersten Kupplungsteil 23 am Schlitten 62 und einem zweiten Kupplungsteil
24 an der Reckstange 20. Die Reckstange 20 ist in einer Blasdüse 34 über Blasdüsendichtungen
38 geführt. Der Servoantrieb 60 ist mit einer Kolbenpumpe als Verdichter 30 verbunden.
Dieser ist über eine Leitung 40 mit der Blasdüse 34 verbunden. In der Leitung 40 sind
wiederum Ventile 41, 42 vorgesehen, zwischen denen ein Speicher 50 angeordnet ist.
Die Antriebswelle 66 des Servoantriebs 60 ist mit dem Verdichter 30 verbunden.
[0071] Durch die Kupplung 67 ist es möglich, den Schlitten 62 vom Antreiben des Verdichters
30 zu trennen, sodass entsprechend komprimiertes Blasgas im Speicher 50 vorgesehen
werden kann, ohne den Schlitte 62 zu bewegen. Soll die Kupplung 67 nicht vorgesehen
werden, kann wiederum die hier auch dargestellte Kupplung 22 zum Trennen der Reckstange
22 vom Verdichter 30 zum Einsatz kommen.
[0072] Der Verdichter 30 komprimiert Blasgas durch die Leitung 40 in den Speicher 50. Währenddessen
bewegt sich der Schlitten 62 auf der Spindel 61 zur Reckstange hin. Wird der Schlitten
62 mit der Reckstange 20 über die Kupplung 22 verbunden, wird in Pfeilrichtung E die
Reckstange 22 in den Vorformling 11 hinein bewegt. Erreicht die Spitze 21 der Reckstange
20 die Kuppe 15 des Vorformlings 11, wird das Ventil 41 in Pfeilrichtung I geöffnet
und das komprimierte Blasgas 25 strömt in den Vorformling 11, woraufhin das Blasen
des Behälters 150 bei gleichzeitigen Recken in Pfeilrichtung E in der Blasform 12
erfolgt.
[0073] Die Figuren 22 und 23 zeigen eine weitere alternative Ausführungsform. Die Reckstange
20 weist einen Hohlraum 21 im Inneren auf. Dieser Hohlraum 21 ist über wenigstens
eine Öffnung 28 mit dem Innenraum 151 des Behälters 150 verbunden. An dem gegenüberliegenden
Ende ist ein Anschluss 29 vorgesehen, an dem eine Verbindungsleitung 45 anschließbar
ist.
[0074] Der Zylinder 32 weist eine weitere Öffnung 39 auf, an die eine Leitung 44 angeschlossen
ist. In der Leitung 44 ist ein Ventil 43 vorgesehen, dass in Pfeilrichtung I die Leitung
44 öffnet und in Pfeilrichtung G die Leitung 40 schließt Die Leitung 44 ist an ihrem
Ende mit der Verbindungsleitung 45 verbunden.
[0075] Die Blasdüse 34 weist einen Anschluss 47 mit einem Entlüftungsventil 46 auf, dass
in Pfeilrichtung I den Anschluss 47 öffnet und in Pfeilrichtung G schließt.
[0076] Ist das Ventil 41 geschlossen kann erneut Blasgas 25 durch den Kolben 31 des Verdichters
30 im Zylinderraum 32 bereitgestellt werden. Dieses kann als Spülgas/spülluft 48 zum
Einsatz kommen, um den Behälter 150 über die Reckstange 20 zu spülen und damit den
Innenraum 151 des Behälters zu kühlen. Der Fluss des Spülgases 48 ist mit Pfeilen
J dargestellt in Figur23.
[0077] Zum Spülen werden das Ventil 43 und das Ventil 46 geöffnet. Das Spülgas 48 tritt
in die Verbindungsleitung 45 ein, gelangt hierüber in den Innenraum 21 der Reckstange
20 und tritt aus dem Innenraum 21 über die Öffnung 28 in den Innenraum des Behälters
151 aus, um hier zu kühlen. Von dort gelangt das Spülgas 48 durch den Zwischenraum
49 zischen der Reckstange 20 und der Innenseite der Mündung des geblasenen Behälters
150 in die Blasdüse ein und durch den Anschluss 47 und das offene Ventil 46 in die
Umgebung aus.
[0078] Zum Beenden des Spülens werden die Ventile 43, 46 in Pfeilrichtung I geschlossen
und der normale Blasprozess wird fortgesetzt.
[0079] Das Spülen kann notwendig sein, um bei dickwandigen Flaschen die Kühlzeit in der
Form zu reduzieren oder wenn bei Sonderverfahren des Streckblasen die Blasformen beheizt
sind.
1. Vorrichtung zur Blasformung von Behältern (150) aus einem thermoplastischen Material
aus einem Vorformling (11)
• mit wenigstens einer Blasstation (10), die wenigstens eine Blasform (12) zur Ausformung
des Behälters (150) aufweist,
• mit wenigstens einem Verdichter (30) zur Bereitstellung von Blasgas (25) zur Durchführung
der Blasformung in der Blasform (12),
• mit wenigstens einer Blasdüse (34) zur Abgabe des Blasgases (25) an den Vorformling
(11), wobei die Blasdüse (34) mit dem Verdichter (30) fluidisch verbunden ist,
• mit wenigstens einer Reckstange (20) zum Recken des Vorformlings (11),
• mit wenigstens einem Reckstangenantrieb (60) zum Bewegen der wenigstens einen Reckstange
(22) in den Vorformling (11) hinein,
dadurch gekennzeichnet, dass der Reckstangenantrieb (60) den Verdichter (30) zum Bereitstellen des Blasgases (25)
antreibt und dass der Verdichter (30) über eine Leitung (40) mit der Blasdüse (34)
verbunden ist, die mit einem Blasgasspeicher (50) verbunden ist, wobei der Blasgasspeicher
(50) bevorzugt über wenigstens ein Ventil (41, 42) von der Blasdüse (34) und/oder
dem Verdichter (30) trennbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Reckstange (20) und dem Verdichter (30) eine kuppelbare Verbindung (22,
67) besteht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdichter (30) das Blasgas (25) mittels einer Linearbewegung und/oder einer
Rotationsbewegung bereitstellt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdichter (30) wenigstens einen Kolben (31) mit einer Kolbenstange (33) und
wenigstens einen Zylinder (32) aufweist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (33) mit der Reckstange (20) verbunden ist, bevorzugt über eine
Kupplung (22).
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (33) einen Überströmabschnitt (35) zur Abgabe des Blasgases (25)
aus dem Zylinder (32) an die Blasdüse (34) aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Überströmabschnitt (35) so ausgeführt und angeordnet ist, dass die Blasgasabgabe
direkt an die Blasdüse (34) erfolgt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdichter (30) über eine Leitung (40) mit der Blasdüse (34) verbunden ist, die
bevorzugt wenigstens ein Ventil (41, 42) aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorformling (11) eine Mündung aufweist, die in einer Hülse (120), bevorzugt einer
Transporthülse, angeordnet ist, oder dass der Vorformling (11) von einer Zange zum
Transport gehalten ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Reckstange (22) über einen Spindelantrieb (60, 61), einen Zahnstangenantrieb,
einen Magnetfeldantrieb und/oder einen Zahnriemenantrieb (60, 65) bewegbar ist, der
mit dem Verdichter (30) zu dessen Antrieb verbunden ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verbindung zwischen dem Verdichter (30) und einem Innenraum (151) des Behälters
(150) vorgesehen ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Reckstangenantrieb (60) den Verdichter (30) zusammen mit der Bewegung der Reckstange
(20) zum Bereitstellen des Blasgases (25) antreibt.
13. Verfahren zur Blasformung von Behältern (150), bei dem ein Vorformling (11) nach einer
thermischen Konditionierung innerhalb einer Blasform (12) einer Blasstation (10) einer
Vorrichtung zur Blasformung von Behältern (150), insbesondere nach einem der Ansprüche
1 bis 13, durch Blasdruckeinwirkung von in die Blasform (12) eingebrachtem Blasgas
(25) in den Behälter (150) umgeformt wird, wobei ein Recken des Vorformlings (11)
durch Einführen einer Reckstange (20) in den Vorformling (11) vorgenommen wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Blasgas (25) von einem Verdichter (30) bereitgestellt wird, der von einem Antrieb
(60) angetrieben wird, dass die Reckstange (20) von einem Antrieb (60) angetrieben
wird, und dass die Reckstange (20) und der Verdichter (30) von dem Antrieb (60) zusammen
angetrieben werden und dass der Verdichter (30) über eine Leitung (40) mit der Blasdüse
(34) verbunden ist, die mit einem Blasgasspeicher (50) verbunden ist, wobei der Blasgasspeicher
(50) bevorzugt über wenigstens ein Ventil (41, 42) von der Blasdüse (34) und/oder
dem Verdichter (30) trennbar ist.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das in den geformten Behälter (150) eingebrachte Blasgas (25) von dem Verdichter
(30) aus dem Behälter entfernt wird.
1. Device for blow molding containers (150) made of a thermoplastic material from a preform
(11)
• with at least one blowing station (10), which has at least one blow mold (12) for
forming the container (150),
• with at least one compressor (30) for providing blowing gas (25) for carrying out
the blow molding in the blow mold (12),
• with at least one blowing nozzle (34) for delivering the blowing gas (25) to the
preform (11), the blowing nozzle (34) being fluidically connected to the compressor
(30),
• with at least one stretching rod (20) for stretching the preform (11),
• with at least one stretching rod drive (60) for moving the at least one stretching
rod (22) into the preform (11),
characterized in that the stretching rod drive (60) drives the compressor (30) to provide the blowing gas
(25) and
in that the compressor (30) is connected to the blowing nozzle (34) via a conduit (40), which
is connected to a blowing gas reservoir (50), the blowing gas reservoir (50) preferably
being separable from the blowing nozzle (34) and/or the compressor (30) via at least
one valve (41, 42).
2. Device according to claim 1, characterized in that between the horizontal bar (20) and the compressor (30) is a couplable connection
(22, 67).
3. Device according to claim 1 or 2, characterized in that the compressor (30) provides the blowing gas (25) by means of a linear movement and/or
a rotational movement.
4. Device according to one of claims 1 to 3, characterized in that the compressor (30) comprises at least one piston (31) with a piston rod (33) and
at least one cylinder (32).
5. Device according to claim 4, characterized in that the piston rod (33) is connected to the stretching rod (20), preferably via a coupling
(22).
6. Device according to claim 4 or 5, characterized in that the piston rod (33) has an overflow section (35) for discharging the blowing gas
(25) from the cylinder (32) to the blowing nozzle (34).
7. Device according to claim 6, characterized in that the overflow section (35) is designed and arranged in such a way that the blowing
gas is discharged directly to the blowing nozzle (34).
8. Device according to one of claims 1 to 7, characterized in that the compressor (30) is connected to the blowing nozzle (34) via a conduit (40), which
preferably comprises at least one valve (41, 42).
9. Device according to one of claims 1 to 8, characterized in that the preform (11) has a mouth which is arranged in a sleeve (120), preferably a transport
sleeve, or in that the preform (11) is held by tongs for transport.
10. Device according to one of claims 1 to 9, characterized in that the stretching rod (22) can be moved via a spindle drive (60, 61), a rack and pinion
drive, a magnetic field drive and/or a toothed belt drive (60, 65), which is connected
to the compressor (30) to drive it.
11. Device according to any one of claims 1 to 9, characterized in that a connection between the compressor (30) and an interior (151) of the container (150)
is realized.
12. Device according to one of claims 1 to 11, characterized in that the stretching rod drive (60) drives the compressor (30) together with the movement
of the stretching rod (20) to provide the blowing gas (25).
13. Method for blow-molding containers (150), in which a preform (11), after thermal conditioning
within a blow mold (12) of a blowing station (10) of a device for blow-molding containers
(150), in particular according to one of claims 1 to 13, is reshaped into the container
(150) by the action of blowing pressure of blowing gas (25) introduced into the blow
mold (12), wherein stretching of the preform (11) is carried out by inserting a stretching
rod (20) into the preform (11), characterized in that the blowing gas (25) is provided by a compressor (30) which is driven by a drive
(60), in that the stretching rod (20) is driven by a drive (60), and in that the stretching rod (20) and the compressor (30) are driven together by the drive
(60) and in that the compressor (30) is connected via a conduit (40) to the blowing nozzle (34), which
is connected to a blowing gas reservoir (50), the blowing gas reservoir (50) preferably
being separable from the blowing nozzle (34) and/or the compressor (30) via at least
one valve (41, 42).
14. Method according to claim 13, characterized in that the blowing gas (25) introduced into the shaped container (150) is removed from the
container by the compressor (30).
1. Dispositif pour le moulage par soufflage de récipients (150) en un matériau thermoplastique
à partir d'une préforme (11)
- avec au moins un poste de soufflage (10), qui présente au moins un moule de soufflage
(12) pour le formage du récipient (150),
- avec au moins un compresseur (30) pour la fourniture de gaz de soufflage (25) pour
l'exécution du moulage par soufflage dans le moule de soufflage (12),
- avec au moins une buse de soufflage (34) pour délivrer le gaz de soufflage (25)
à la préforme (11), la buse de soufflage (34) étant reliée fluidiquement au compresseur
(30),
- avec au moins une barre d'étirage (20) pour étirer la préforme (11),
- avec au moins un entraînement de barre d'étirage (60) pour déplacer l'au moins une
barre d'étirage (22) dans la préforme (11),
caractérisé en ce que l'entraînement de barre d'étirage (60) entraîne le compresseur (30) pour fournir
le gaz de soufflage (25) et
en ce que le compresseur (30) est relié à la buse de soufflage (34) par l'intermédiaire d'une
conduite (40), qui est reliée à un réservoir de gaz de soufflage (50), le réservoir
de gaz de soufflage (50) pouvant de préférence être séparé de la buse de soufflage
(34) et/ou du compresseur (30) par l'intermédiaire d'au moins une soupape (41, 42).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il existe une liaison (22, 67) pouvant être accouplée entre la barre d'étirage (20)
et le compresseur (30) .
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le compresseur (30) fournit le gaz de soufflage (25) au moyen d'un mouvement linéaire
et/ou d'un mouvement rotatif.
4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le compresseur (30) présente au moins un piston (31) avec une tige de piston (33)
et au moins un cylindre (32).
5. Dispositif selon la revendication 4, caractérisé en ce que la tige de piston (33) est reliée à la barre d'étirage (20), de préférence par l'intermédiaire
d'un accouplement (22).
6. Dispositif selon la revendication 4 ou 5, caractérisé en ce que la tige de piston (33) présente une section de débordement (35) pour délivrer le
gaz de soufflage (25) depuis le cylindre (32) vers la buse de soufflage (34).
7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce que la section de débordement (35) est conçue et agencée de telle sorte que le gaz de
soufflage est délivré directement à la buse de soufflage (34).
8. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le compresseur (30) est relié à la buse de soufflage (34) par l'intermédiaire d'une
conduite (40) qui présente de préférence au moins une soupape (41, 42).
9. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que la préforme (11) présente une embouchure agencée dans un manchon (120), de préférence
un manchon de transport, ou en ce que la préforme (11) est maintenue par une pince pour le transport.
10. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce que la barre d'étirage (22) peut être déplacée par l'intermédiaire d'un entraînement
à broche (60, 61), d'un entraînement à crémaillère, d'un entraînement à champ magnétique
et/ou d'un entraînement à courroie crantée (60, 65), qui est relié au compresseur
(30) pour son entraînement.
11. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé en ce qu'une liaison est prévue entre le compresseur (30) et un espace intérieur (151) du récipient
(150).
12. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que l'entraînement de barre d'étirage (60) entraîne le compresseur (30) conjointement
avec le déplacement de la barre d'étirage (20) pour fournir le gaz de soufflage (25)
.
13. Procédé de moulage par soufflage de récipients (150), dans lequel une préforme (11),
après un conditionnement thermique à l'intérieur d'un moule de soufflage (12) d'un
poste de soufflage (10) d'un dispositif de moulage par soufflage de récipients (150),
notamment selon l'une quelconque des revendications 1 à 13, est transformée en le
récipient (150) par l'action de la pression de soufflage du gaz de soufflage (25)
introduit dans le moule de soufflage (12), un étirage de la préforme (11) étant effectué
par l'insertion d'une barre d'étirage (20) dans la préforme (11), caractérisé en ce que le gaz de soufflage (25) est fourni par un compresseur (30) qui est entraîné par
un entraînement (60), en ce que la barre d'étirage (20) est entraînée par un entraînement (60), et en ce que la barre d'étirage (20) et le compresseur (30) sont entraînés ensemble par l'entraînement
(60), et en ce que le compresseur (30) est relié à la buse de soufflage (34) par l'intermédiaire d'une
conduite (40) qui est reliée à un réservoir de gaz de soufflage (50), le réservoir
de gaz de soufflage (50) pouvant de préférence être séparé de la buse de soufflage
(34) et/ou du compresseur (30) par l'intermédiaire d'au moins une soupape (41, 42).
14. Procédé selon la revendication 13, caractérisé en ce que le gaz de soufflage (25) introduit dans le récipient moulé (150) est extrait du récipient
par le compresseur (30).