Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Fräse zum bahnenweisen Abtragen von Material von einer
Oberfläche und ein die Fräse tragendes Gerät.
[0002] Um vom Boden, von einer Wand oder einer Decke eines Raums den Verputz, Fliesenkleber,
Spachtelmasse, Farbe oder allgemein dessen Beschichtung zu entfernen, kann eine Wandfräse
mit einer Fräswalze verwendet werden. Auch wenn es darum geht, eine Fläche, wie zum
Beispiel eine Wand oder eine Decke zu nivellieren, kann eine Wandfräse benutzt werden.
Die Fräswalze der Wandfräse weist auf ihrer Mantelfläche Zähne aus Hartmetall oder
Diamant auf. Durch die Rotation der Fräswalze fräsen die Zähne das Material von der
Oberfläche ab. Dabei entstehen Materialpartikel, die es abzusaugen gilt. Insbesondere
wenn die Beschichtung zum Beispiel mit Asbest kontaminiert ist, ist dafür zu sorgen,
dass möglichst wenige Partikel in die Umgebung entweichen können. Die gesundheitliche
Belastung für das Bedienpersonal und die Kontaminierung der Umgebung sind so gering
wie irgend möglich zu halten.
Stand der Technik
[0003] Eine solche Wandfräse wird von der Firma SC-Technologie AG, 8500 Frauenfeld unter
der Bezeichnung Sanierungsfräse SF-125 vertrieben. Des Weiteren ist aus der Druckschrift
DE 10 2011 003 010 A1 eine Fräse zum Abtragen von auf der Wand oder Decke aufgebrachten Materialien bekannt.
Die Fräse umfasst eine mit einer Vielzahl von Schneidwerkzeugen versehene zylinderförmige
Fräswalze, welche durch einen Motor drehend angetrieben wird. Die beiden oben genannten
Wandfräsen sind zwar an eine Absaugung anschliessbar, geben aber bauartbedingt beim
Fräsen dennoch relativ viel Staub an die Umgebung ab. Insbesondere dann, wenn der
Staub kontaminiert ist, kann dies zu erheblichen Problemen führen.
Darstellung der Erfindung
[0004] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine Fräse zum bahnenweisen Abtragen von Material
von einer Oberfläche sowie ein die Fräse tragendes Gerät anzugeben, bei der beziehungsweise
bei dem die beim Fräsen anfallenden Materialpartikel weitestgehend abgesaugt werden
können und eine Kontamination der Umgebung durch die anfallenden Materialpartikel
minimiert wird.
[0005] Die Aufgabe wird durch eine Fräse zum bahnenweisen Abtragen von Material von einer
Oberfläche mit den in Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
[0006] Die erfindungsgemässe Fräse zum bahnenweisen Abtragen von Material von einer Oberfläche
weist einen elektrischen Antrieb und eine damit antreibbare Fräswalze auf. Die Fräswalze
dient zum Abtragen des Materials von der Oberfläche entlang einer Fräsbahn. Zudem
ist ein Walzengehäuse vorhanden, in dem die Fräswalze angeordnet ist, und das eine
Absaugöffnung aufweist, um den von der Fräswalze beim Abtragen erzeugten Luft-Materialpartikelstrom
absaugen zu können. Darüber hinaus ist eine in Richtung der Frästiefe bewegliche Abdeckung
vorgesehen, um den von der Fräswalze erzeugten Luft-Materialpartikelstrom zur Absaugöffnung
zu lenken. Die Fräse weist zudem einen Absenkmechanismus auf, um die Abdeckung in
Richtung der Frästiefe bewegen zu können.
[0007] Die Aufgabe wird zudem durch ein die Fräse tragendes Gerät mit den in Patentanspruch
13 angegebenen Merkmalen gelöst.
[0008] Das erfindungsgemässe Gerät umfasst eine Führung, die die oben beschriebene Fräse
trägt und entlang der die Fräse hin und her bewegbar ist.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den in den abhängigen
Patentansprüchen angegebenen Merkmalen.
[0010] Bei einer Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse ist der Absenkmechanismus
als Schwenkvorrichtung ausgebildet. Dieser ist einfach herstellbar, wartungsarm und
langlebig.
[0011] Bei einer anderen Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse weist der Absenkmechanismus
eine Feder auf, um die Abdeckung in Richtung der Frästiefe zu drücken. Dies hilft
den Spalt zwischen der Fräsbahn und der Abdeckung kleinstmöglich zu halten.
[0012] Bei einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse ist die Breite der
Abdeckung so gewählt, dass, wenn die Abdeckung in die Fräsbahn ragt, die Abdeckung
mit den Rändern der Fräsbahn in Bezug auf die Materialpartikel möglichst dicht abschliesst.
[0013] Bei einer Weiterbildung der erfindungsgemässen Fräse ist ein Rahmen vorgesehen, an
dem die Abdeckung befestigt ist. Der Rahmen ist gegenüber dem Walzengehäuse schwenkbar.
Dies hat den Vorteil, dass die Frästiefe individuell einstellbar ist.
[0014] Bei einer anderen Weiterbildung der erfindungsgemässen Fräse ist die Abdeckung so
angeordnet, dass sie in einem spitzen Winkel auf die Fräsbahn trifft. Dadurch lässt
sich der Verschleiss an der Abdeckung reduzieren.
[0015] Bei einer zusätzlichen Weiterbildung der erfindungsgemässen Fräse ist die Abdeckung
mit Keramik beschichtet. Die Abdeckung kann auch eine elastische Beschichtung aufweisen.
Auch dadurch lässt sich der Verschleiss an der Abdeckung reduzieren.
[0016] Bei der erfindungsgemässen Fräse kann vorgesehen sein, dass das Walzengehäuse eine
elastische Beschichtung oder eine Prallschutzplatte aufweist. Dadurch lässt sich der
durch Abrasion bedingt Verschleiss am Walzengehäuse reduzieren.
[0017] Zudem kann bei der erfindungsgemässen Fräse eine Justiereinrichtung zum Einstellen
der Frästiefe vorgesehen sein.
[0018] Vorteilhafter Weise ist bei der erfindungsgemässen Fräse eine weitere Abdeckung vorgesehen.
Die Abdeckung ist zwischen der Fräswalze und der weiteren Abdeckung angeordnet.
[0019] Bei der erfindungsgemässen Fräse kann vorgesehen sein, dass die Fräswalze beidseitig
drehbar gelagert ist.
[0020] Bei einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemässen Fräse sind zwei Laufwalzen
vorgesehen, wobei die eine Laufwalze in Bewegungsrichtung vor und die andere Laufwalze
hinter der Fräswalze angeordnet ist.
[0021] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemässen Geräts ist ein Drehlager zum Drehen
der Fräse vorgesehen. Damit kann die Fräse horizontal und vertikal betrieben werden.
[0022] Bei dem erfindungsgemässen Gerät kann vorgesehen sein, dass die Länge der Führung
anpassbar ist. Dies hat den Vorteil, dass das Gerät in unterschiedlich hohen Räumen
benutzt werden kann.
[0023] Schliesslich kann das erfindungsgemässe Gerät eine Absauganlage und eine Absaugleitung
aufweisen, über die die Absauganlage mit der Fräse verbunden ist.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0024] Im Folgenden wird die Erfindung mit mehreren Ausführungsbeispielen anhand von mehreren
Figuren weiter erläutert.
- Figur 1
- zeigt eine mögliche Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse in einer dreidimensionalen
Ansicht.
- Figur 2
- zeigt diese Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse in der Seitenansicht.
- Figur 3
- zeigt diese Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse in der Ansicht von vorne.
- Figur 4
- zeigt diese Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse in der Draufsicht.
- Figur 5
- zeigt diese Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse in der Ansicht von unten.
- Figur 6
- zeigt diese Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse in einer Explosionsansicht.
- Figur 7
- zeigt die unten an der erfindungsgemässen Fräse befindlichen Baugruppe in der Seitenansicht.
- Figur 8
- zeigt die Baugruppe in der Ansicht von vorne.
- Figur 9
- zeigt die Baugruppe in der Draufsicht.
- Figur 10
- zeigt die Baugruppe in einer dreidimensionalen Ansicht.
- Figur 11
- zeigt eine mögliche Ausführungsform der in der erfindungsgemässen Fräse angeordneten
Fräswalze in der Seitenansicht.
- Figur 12
- zeigt die Fräswalze in der Ansicht von vorne.
- Figur 13
- zeigt die Fräswalze in einer dreidimensionalen Ansicht.
- Figur 14
- zeigt eine mögliche Ausführungsform des Geräts zum Fräsen mit der erfindungsgemässen
Fräse in einer dreidimensionalen Ansicht.
- Figur 15
- zeigt eine zweite mögliche Ausführungsform des Geräts zum Fräsen in der Seitenansicht.
- Figur 16
- zeigt die zweite Ausführungsform des Geräts in der Ansicht von vorne.
- Figur 17
- zeigt die zweite Ausführungsform des Geräts in der Ansicht von oben.
- Figur 18
- zeigt die zweite Ausführungsform des Geräts in einer dreidimensionalen Ansicht.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0025] In Figur 1 ist eine mögliche Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse 1 in einer
dreidimensionalen Ansicht dargestellt. In Figur 2 ist die Fräse 1 in der Seitenansicht,
in Figur 3 von vorne, in Figur 4 in der Draufsicht und in Figur 5 von unten dargestellt.
Figur 6 zeigt die Fräse 1 ohne Fräswalze 3.
[0026] Die erfindungsgemässe Fräse 1 dient zum bahnenweisen Abtragen von Material von einer
Oberfläche 50. Die Fräse 1 wird dazu entlang einer Fräsbahn 50.2 geführt. Je nach
Kontext wird unter dem Begriff Fräsbahn 50.2 die zu fräsende Bahn oder die bereits
gefräste Bahn verstanden.
[0027] Die Fräse 1 weist einen elektrischen Antrieb 2 mit einem Elektromotor auf, der als
bürstenbehafteter oder vorzugsweise als bürstenloser Motor ausgebildet ist. Der Elektromotor
ist im Gehäuse 2.2 angeordnet, über einen Elektroanschluss 2.4 an das Stromnetz anschliessbar
und über einen Schalter 2.3 ein- und ausschaltbar. Der Motor ist vorzugsweise am 230
V Netz betreibbar. Der Antrieb 2 kann abtriebsseitig ein Getriebe umfassen, um die
vom Elektromotor erzeugte Drehzahl auf eine geeignete Drehzahl zu untersetzen. Der
Elektromotor beziehungsweise das Getriebe ist abtriebsseitig über eine Antriebswelle
4 mit einer Fräswalze 3 verbunden, um diese anzutreiben.
[0028] Die Fräswalze 3 dient zum Abtragen des Materials von der Oberfläche 50 entlang der
Fräsbahn 50.2. Dazu ist sie auf ihrer Mantelfläche mit Zähnen 3.1 ausgestattet (siehe
Figuren 11 bis 13). Wenn sich die Fräswalze 3 um ihre Rotationsachse 5 dreht, fräsen
die Zähne 3.1 das Material entlang der Fräsbahn 5.2 aus der Oberfläche 5, sodass an
dieser Stelle eine Ausfräsung 50.1 entsteht. In Figur 2 ist dies angedeutet.
[0029] Die Fräswalze 3 ist innerhalb eines Walzengehäuses 6 angeordnet. Das Walzengehäuse
6 wird auch als Absauggehäuse bezeichnet. Um den von der Fräswalze 3 beim Abtragen
erzeugten Luft-Materialpartikelstrom absaugen zu können, weist das Walzengehäuse 6
einen Absaugstutzen 7 mit einer Absaugöffnung 25 auf. An den Absaugstutzen 7 ist eine
Absaugung anschliessbar.
[0030] Bei der in den Figuren 1 bis 6 gezeigten Ausführungsform der Fräse 1 befindet sich
im unteren Bereich der Fräse 1 eine Baugruppe, die, wie in den Figuren 7 bis 10 gezeigt,
ausgebildet sein kann. Die Baugruppe umfasst einen Rahmen 13 mit einem ersten Seitenteil
13.1, einem zweiten Seitenteil 13.2, einem Vorderteil 13.3 und einer hinteren Abdeckung
16. Zwischen dem Vorderteil 13.3 und der hinteren Abdeckung 16 ist eine Abdeckung
15 beweglich angeordnet. Um die Abdeckung 15 bewegen zu können, ist ein Absenkmechanismus
22 vorgesehen.
[0031] Bei der Ausführungsform gemäss Figuren 7 bis 10 ist der Absenkmechanismus 22 als
Schwenkmechanik ausgebildet. Die Abdeckung 15 ist an einem Ende eines Schwenkarms
22.1 befestigt, der mittels eines Lagers 18 gelagert ist und sich um eine Schwenkachse
19 drehen lässt. Damit kann die Abdeckung 15 in Richtung der Frästiefe T auf und ab
bewegt werden. Zusätzlich kann am anderen Ende des Schwenkarms 20.1 eine als Zugfeder
ausgebildete Feder 14 befestigt sein. Mit deren Hilfe kann die Abdeckung 15 über den
Schwenkarm 20.1 nach unten auf die Fräsbahn 50.2 gedrückt werden.
[0032] Um zu verhindern, dass die Feder 14 durch die unter Umständen recht abrasiven Materialpartikel
verschleisst, kann eine Prallplatte 26 vorgesehen sein. Diese kann zum Beispiel, wie
in Figur 10 gezeigt, im Luft-Materialpartikelstrom vor der Feder 14 angeordnet sein
und die Feder 14 vom Luft-Materialpartikelstrom abschirmen.
[0033] Alternativ dazu kann der Absenkmechanismus 22 eine Linearführung aufweisen, um die
Abdeckung 15 in Richtung der Frästiefe T auf und ab bewegen zu können.
[0034] Wird die Fräse 1 gemäss Figur 2 von rechts nach links über die Oberfläche 50 gezogen
oder geschoben, befindet sich die Abdeckung 15 in Bewegungsrichtung gesehen hinter
der Fräswalze 3. Die Fräswalze 3 erzeugt eine Ausfräsung 50.1 der Tiefe T. Die Abdeckung
15 wird permanent auf die Fräsbahn 50.2 gedrückt, folgt der Kontur der Fräsbahn 50.2
und wird so auf den Grund der Ausfräsung 50.1 gedrückt. Die Abdeckung 15 verdeckt
also während des Fräsens die Öffnung, die durch die Ausfräsung 50.1 entsteht. Auf
diese Weise wird dafür gesorgt, dass der Spalt zwischen dem Walzengehäuse 6 beziehungsweise
dem Rahmen 13 und der Oberfläche 50 minimiert wird.
[0035] Die Fräse 1 kann aber auch von links nach rechts über die Oberfläche 50 gezogen oder
geschoben werden. In diesem Fall befindet sich die Abdeckung 15 in Bewegungsrichtung
gesehen vor der Fräswalze 3 und damit in jenem Bereich der Fräsbahn 50.2, der noch
nicht abgefräst worden ist. Auch in diesem Fall wird die Abdeckung 15, wie bereits
erwähnt, permanent auf die Fräsbahn 50.2 gedrückt, sodass sie der Kontur der Fräsbahn
50.2 folgt. Da die Fräsbahn 50.2 im Bereich der Abdeckung 15 allerdings noch nicht
ausgefräst ist, wird die Abdeckung 15 nicht so weit abgesenkt, liegt aber trotzdem
auf der Fräsbahn 50.2 auf und verdeckt so einen möglichen Spalt zwischen dem Walzengehäuse
6 beziehungsweise dem Rahmen 13 und der Oberfläche 50.
[0036] Somit wird, egal in welche Richtung die Fräse 1 bewegt wird, durch die Abdeckung
15 dafür gesorgt, dass der gesamte von der Fräswalze 1 erzeugte Luft-Materialpartikelstrom
zur Absaugöffnung 25 geführt wird, und kein oder so gut wie kein Frässtaub an die
Umgebung entweicht.
[0037] Die Abdeckung 15 ist vorzugsweise so breit, dass sie gerade in der Ausfräsung 50.1
Platz findet, ohne dass sie an den Rändern der Ausfräsung 50.1 anstösst oder sich
dort verkantet. Damit kann die Fräse 1 ruckelfrei über die abzufräsende Oberfläche
50 bewegt werden. Die Breite B2 der Abdeckung 15 ist also vorzugsweise so gewählt,
dass sie gerade um so viel kleiner als die Breite B1 der Fräsbahn 50.2 ist, dass die
Abdeckung 15 in der Ausfräsung 50.1 Platz findet. Die beiden Spalte, die sich zwischen
den Aussenkanten der Abdeckung 15 und den angrenzenden Seitenrändern der Ausfräsung
50.1 befinden, sind vorzugsweise so klein zu gestalten, dass die abgefrästen Materialpartikel
diese Spalte nicht passieren.
[0038] Die Abdeckung 15 kann als Platte ausgebildet sein. Sie kann zum Beispiel aus Stahl
oder Hartmetall hergestellt sein. Bei Bedarf kann die Abdeckung 15 mit Keramik beschichtet
sein oder eine elastische Beschichtung aufweisen. Die elastische Beschichtung kann
beispielsweise Gummi sein. Eine solche Beschichtung vergrössert die Standzeit der
Abdeckung 15 und ist insbesondere hilfreich, wenn mit der Fräse 1 Material abgefräst
wird, das besonders abrasiv ist.
[0039] Vorteilhafter Weise ist die Längsachse der Abdeckung 15 parallel zur Längsachse 5
der Fräswalze 3 ausgerichtet.
[0040] Zudem ist es von Vorteil, wenn die Abdeckung 15 so angeordnet ist, dass sie in einem
spitzen Winkel α auf die Fräsbahn 50.1 trifft (siehe Figur 7). Der Luft-Materialpartikelstrom
trifft so in einem relativ flachen Winkel auf die Abdeckung 15 und wird dabei weniger
stark gebremst als wenn er im rechten Winkel auf die Abdeckung 15 trifft.
[0041] Die hintere Abdeckung 16 kann starr mit den Seitenteilen 13.1 und 13.2 des Rahmens
13 verbunden sein, um dem Rahmen 13 die nötige Stabilität zu verleihen. Die beiden
Seitenteile 13.1 und 13.2 können jeweils eine Aussparung 13.21 aufweisen, in die die
Abdeckung 16 steckbar ist.
[0042] Bei der in den Figuren dargestellten Ausführungsform der Fräse 1 sind an den beiden
Enden des Rahmens 13 eine erste Laufwalze 8 und eine zweite Laufwalze 9 angeordnet.
Die beiden Laufwalzen 8 und 9 sind in den Bohrungen 13.12, 13.13, 13.22 und 13.23
gelagert. Während des Betriebs liegen die beiden Laufwalzen 8 und 9 auf der abzufräsenden
Oberfläche 50 auf, sodass die Fräswalze 3 der Kontur der Oberfläche 50 folgt und eine
gleichbleibende Frästiefe T gewährleistet ist. Statt der beiden Laufwalzen 8 und 9
können auch Laufrollen oder Gleitschuhe zum Einsatz kommen.
[0043] Das Walzengehäuse 6 kann insbesondere dort, wo der Luft-Materialpartikelstrom auf
die Gehäusewand trifft, eine elastische Beschichtung oder eine Prallschutzplatte aufweisen.
Dadurch lässt sich die Lebensdauer der Fräse 1 erhöhen.
[0044] Das Walzengehäuse 6 ist auf der einen Längsseite so ausgebildet, dass der Antrieb
2 daran befestigt werden kann. Auf der anderen, gegenüberliegenden Längsseite kann
das Walzengehäuse 6 eine Aufnahme für ein Lager 24 für die Fräswalze 3 aufweisen.
Dies hat den Vorteil, dass die Fräswalze 3 auf beiden Seiten gelagert ist, sodass
das Drehmoment reduziert ist, das im Bereich des Getriebes auf die Antriebswelle 4
wirkt. Dies wiederum reduziert den Verschleiss und erhöht die Lebensdauer der gesamten
Fräse 1.
[0045] Damit die Fräswalze 3 einfach ausgewechselt werden kann, kann das Walzengehäuse 6
einen Lagerdeckel 21 aufweisen, der an der Seitenwand des Walzengehäuses 6 angeschraubt
ist. Nachdem der Lagerdeckel 21 abgenommen wurde, können das Lager 24 und die Fräswalze
3 von der Antriebswelle 4 abgezogen und seitlich aus dem Walzengehäuse 6 herausgenommen
werden.
[0046] Um die Frästiefe T einstellen zu können, ist der Rahmen 13 gegenüber dem Walzengehäuse
6 schwenkbar gelagert. Die beiden Seitenteile 13.1 und 13.2 des Rahmens 13 weisen
dazu jeweils eine gabelförmige Aufnahme 13.14 beziehungsweise 13.24 auf, die die am
Walzengehäuse 6 vorgesehenen Achsen 6.1 und 6.2 drehbar lagern. Damit lässt sich der
Rahmen 13 um eine Schenkachse 20 gegenüber dem Walzengehäuse 6 schwenken. Je weiter
der Rahmen 13 vom Walzengehäuse 6 weggeschwenkt wird, desto kleiner ist die Frästiefe
T. Mit Hilfe eines ersten Klemmhebels 10 und eines zweiten Klemmhebels 11 lässt sich
der Rahmen 13 am Walzengehäuse 6 festklemmen. Die zum Einstellen der Frästiefe T vorgesehene
Mechanik wird als Justiereinrichtung 23 bezeichnet.
[0047] In Figur 11 ist eine mögliche Ausführungsform der in der erfindungsgemässen Fräse
1 angeordneten Fräswalze 3 in der Seitenansicht dargestellt. In Figur 12 ist die Fräswalze
3 von vorne und in Figur 13 in einer dreidimensionalen Ansicht gezeigt. Die Fräswalze
3 weist eine Aufnahme 3.2 beziehungsweise Nabe für die Antriebswelle 4 und auf ihrer
Mantelfläche Zähne 3.1 aus Hartmetall oder Diamant auf. Wie in Figur 12 und 13 gezeigt,
können die Zähne 3.1 seitlich beabstandet und zueinander versetzt angeordnet sein.
Die beiden äussersten Zähne definieren die Fräsbreite B1.
[0048] Um die Fräse 1 nicht während des Betriebs heben zu müssen, kann die Fräse 1 an einen
Fräsständer angebaut werden. In Figur 14 ist eine erste mögliche Ausführungsform eines
Fräsständers 30 in einer dreidimensionalen Ansicht dargestellt. Der Fräsständer 30
wird im Folgenden auch als Gerät zum Fräsen bezeichnet. Das Gerät 30 umfasst eine
Führung 31, an der die Fräse 1 befestigt ist und mit der sie nach oben und unten bewegt
werden kann. Die Führung 31 kann mit einem Elektroantrieb 35 ausgestattet sein, mit
dem die Fräse 1 entlang der Führung 31 bewegt werden kann. Mit Hilfe zweier Griffe
34 kann das gesamte Gerät 30 verfahren und in Position gehalten werden.
[0049] Das Gerät 30 eignet sich besonders zum Abfräsen von Wänden. Dazu wird das Gerät 30
vom Bedienpersonal an die abzufräsende Wand heranfahren und dann die Fräse 1 an die
Wand gedrückt. Anschliessend kann die Fräse 1 über eine am Gerät 30 befindliche Steuerung
36 auf und ab gefahren werden, um so Fräsbahn für Fräsbahn die Wand abzufräsen.
[0050] Damit mit das Gerät 30 verfahren werden kann, sind unten am Gerät Rollen 32 vorgesehen.
[0051] Das Gerät 30 kann auch mit einem Drehlager 33 zum Drehen der Fräse 1 ausgestattet
sein. Die Fräse 1 kann somit horizontal oder vertikal ausgerichtet werden. Figur 14
zeigt die Fräse 1 in der vertikalen Ausrichtung. Wenn die Fräse 1 horizontal ausgerichtet
ist, verlaufen die Fräsbahnen 50.2 horizontal, sodass die Wand in horizontal verlaufenden
Bahnen abgefräst werden kann. Wenn die Fräse 1 hingegen vertikal ausgerichtet ist,
verlaufen die Fräsbahnen 50.2 vertikal und die Wand kann in vertikal verlaufenden
Bahnen abgefräst werden.
[0052] Eine zweite mögliche Ausführungsform eines Fräsständers 130 ist in Figur 15 in der
Seitenansicht, in Figur 16 von vorne und in Figur 17 in der Ansicht von oben gezeigt.
Figur 18 zeigt den Fräsständer 130 in einer dreidimensionalen Ansicht.
[0053] Das Gerät 130 eignet sich besonders zum Abfräsen von Decken. Dazu wird das Gerät
30 vom Bedienpersonal an die gewünschte Position gefahren. Das Gerät 130 weist dafür
Rollen 32 auf. Dann wird die Fräse 1 mit den beiden Griffen 134 an die Decke gedrückt.
Dazu sind die beiden Griffe 134 über Umlenkhebel 137.1, 137.2 und 137.3 mit der Fräse
1 verbunden. Anschliessend kann die Fräse 1 an der Decke entlang hin und her gefahren
werden, um so Fräsbahn für Fräsbahn die Decke abzufräsen. Um die Fräse 1 ein- und
ausschalten zu können, befindet sich am Gerät 130 ein entsprechender Schalter 136.
Über eine Absaugleitung 135 können die von der Fräse 1 abgefrästen Materialpartikel
in eine Absauganlage 200 gesaugt werden.
[0054] Bei den in den Figuren 14 bis 18 gezeigten Ausführungsformen weist die Fräse 1 verlängerte
Laufrollen 8' und 9' auf.
[0055] Mit der erfindungsgemässen Fräse 1 können in einem Arbeitsgang beispielsweise bis
zu 15 mm abgetragen werden. Die Fräsbreite B1 liegt vorzugsweise zwischen 60 mm und
400 mm.
[0056] Die vorhergehende Beschreibung der Ausführungsbeispiele gemäss der vorliegenden Erfindung
dient nur zu illustrativen Zwecken. Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Änderungen
und Modifikationen möglich. So sind beispielsweise die verschiedenen in den Figuren
14 bis 18 gezeigten Komponenten der Fräsständer 30 und 130 auch auf eine andere als
in den Figuren gezeigte Weise miteinander kombinierbar.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 1
- Fräsvorrichtung
- 2
- Antrieb
- 2.1
- Getriebe
- 2.2
- Gehäuse
- 2.3
- Schalter
- 2.4
- Anschlussleitung
- 3
- Fräswalze
- 3.1
- Zahn
- 3.2
- Aufnahme/Nabe
- 4
- Antriebswelle
- 5
- Rotationsachse
- 6
- Absauggehäuse
- 7
- Absaugstutzen
- 8
- Laufwalze
- 8'
- Laufwalze
- 9
- Laufwalze
- 9'
- Laufwalze
- 10
- Klemmhebel
- 11
- Klemmhebel
- 12
- Griff
- 13
- Rahmen
- 13.1
- Seitenteil
- 13.12
- Bohrung
- 13.13
- Bohrung
- 13.14
- Aufnahme
- 13.2
- Seitenteil
- 13.21
- Aussparung
- 13.22
- Bohrung
- 13.23
- Bohrung
- 13.24
- Aufnahme
- 13.3
- Vorderteil
- 14
- Feder
- 15
- erste Abdeckung
- 16
- zweite Abdeckung
- 17
- Anschlag
- 18
- Lager
- 19
- Drehachse
- 20
- Schwenkachse
- 21
- Lagerdeckel
- 22
- Absenk- beziehungsweise Schwenkmechanismus
- 22.1
- Schwenkarm
- 23
- Justiereinrichtung
- 24
- Lager
- 25
- Absaugöffnung
- 26
- Prallplatte / Ablenkplatte
- 30
- Hubgerät
- 31
- Führung
- 32
- Rollen
- 33
- Drehlager
- 34
- Griff
- 35
- Elektroantrieb
- 36
- Steuerung
- 50
- Oberfläche einer Wand oder Decke
- 50.1
- Ausfräsung
- 50.2
- Fräsbahn
- 130
- Hubgerät
- 134
- Griff
- 135
- Absaugleitung
- 136
- Schalter
- 137.1
- Umlenkhebel
- 137.2
- Umlenkhebel
- 137.3
- Umlenkhebel
- 200
- Absauganlage
- B1
- Breite der Fräsbahn
- B2
- Breite der Abdeckung
- T
- Frästiefe
- α
- Winkel
1. Fräse zum bahnenweisen Abtragen von Material von einer Oberfläche,
- mit einem elektrischen Antrieb (2) und einer damit antreibbaren Fräswalze (3) zum
Abtragen des Materials von der Oberfläche (50) entlang einer Fräsbahn (50.2),
- mit einem Walzengehäuse (6), in dem die Fräswalze (3) angeordnet ist, und das eine
Absaugöffnung (25) aufweist, um den von der Fräswalze (3) beim Abtragen erzeugten
Luft-Materialpartikelstrom absaugen zu können,
- mit einer Abdeckung (15), um den von der Fräswalze (3) erzeugten Luft-Materialpartikelstrom
zur Absaugöffnung (25) zu lenken, und
- mit einem Absenkmechanismus (22), um die Abdeckung (15) in Richtung der Frästiefe
(T) bewegen zu können.
2. Fräse nach Patentanspruch 1,
bei der der Absenkmechanismus (22) als Schwenkvorrichtung ausgebildet ist.
3. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 oder 2,
bei der der Absenkmechanismus (22) eine Feder (14) aufweist, um die Abdeckung (15)
in Richtung der Frästiefe (T) zu drücken.
4. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 3,
bei der die Breite (B2) der Abdeckung (15) so gewählt ist, dass, wenn die Abdeckung
(15) in die Fräsbahn (50.2) ragt, die Abdeckung (15) mit den Rändern der Fräsbahn
(50.2) in Bezug auf die Materialpartikel möglichst dicht abschliesst.
5. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 4,
- bei der ein Rahmen (13) vorgesehen ist, an dem die Abdeckung (15) befestigt ist,
und
- bei der der Rahmen (13) gegenüber dem Walzengehäuse (6) schwenkbar ist.
6. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 5,
bei der die Abdeckung (15) so angeordnet ist, dass sie in einem spitzen Winkel (α)
auf die Fräsbahn (50.1) trifft.
7. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 6,
bei der die Abdeckung (15) mit Keramik beschichtet ist oder eine elastische Beschichtung
aufweist.
8. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 7,
bei der das Walzengehäuse (6) eine elastische Beschichtung oder eine Prallschutzplatte
aufweist.
9. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 8,
mit einer Justiereinrichtung (23) zum Einstellen der Frästiefe (T).
10. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 9,
- bei der eine weitere Abdeckung (16) vorgesehen ist, und
- bei der die Abdeckung (15) zwischen der Fräswalze (3) und der weiteren Abdeckung
(16) angeordnet ist.
11. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 10,
bei der die Fräswalze (3) beidseitig drehbar gelagert ist.
12. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 11,
bei der zwei Laufwalzen (8; 9) vorgesehen sind, wobei die eine Laufwalze (8) in Bewegungsrichtung
vor und die andere Laufwalze (9) hinter der Fräswalze (3) angeordnet ist.
13. Gerät mit der Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 12,
mit einer Führung (31), die Fräse (1) trägt, entlang der die Fräse (1) hin und her
bewegbar ist.
14. Gerät nach Patentanspruch 13,
mit einem Drehlager (33) zum Drehen der Fräse (1).
15. Gerät nach einem der Patentansprüche 13 oder 14,
bei dem die Länge der Führung (31) anpassbar ist.
16. Gerät nach einem der Patentansprüche 13, 14 oder 15,
mit einer Absauganlage (200) und einer Absaugleitung (135), über die die Absauganlage
(200) mit der Fräse (1) verbunden ist.