(19)
(11) EP 3 922 426 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.12.2021  Patentblatt  2021/50

(21) Anmeldenummer: 20179090.4

(22) Anmeldetag:  09.06.2020
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B28D 1/18(2006.01)
B28D 7/02(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
B28D 7/02; B28D 1/183
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71) Anmelder: Siprotool AG
6023 Rothenburg (CH)

(72) Erfinder:
  • von Flüe, Fredy
    6053 Alpnachstad (CH)

(74) Vertreter: Nückel, Thomas 
Patentanwaltskanzlei Nückel Oberdorfstrasse 16
8820 Wädensvil
8820 Wädensvil (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) FRÄSE ZUM BAHNENWEISEN ABTRAGEN VON MATERIAL VON EINER OBERFLÄCHE SOWIE EIN DIE FRÄSE TRAGENDES GERÄT


    (57) Die erfindungsgemässe Fräse (1) zum bahnenweisen Abtragen von Material von einer Oberfläche (50) weist einen elektrischen Antrieb (2) und eine damit antreibbare Fräswalze (3) auf. Die Fräswalze (3) dient zum Abtragen des Materials von der Oberfläche (50) entlang einer Fräsbahn (50.2). Zudem ist ein Walzengehäuse (6) vorhanden, in dem die Fräswalze (3) angeordnet ist, und das eine Absaugöffnung (25) aufweist, um den von der Fräswalze (3) beim Abtragen erzeugten Luft-Materialpartikelstrom absaugen zu können. Darüber hinaus ist eine in Richtung der Frästiefe (T) bewegliche Abdeckung (15) vorgesehen, um den von der Fräswalze (3) erzeugten Luft-Materialpartikelstrom zur Absaugöffnung (25) zu lenken. Die Fräse (1) weist zudem einen Absenkmechanismus (22) auf, um die Abdeckung (15) in Richtung der Frästiefe (T) bewegen zu können.




    Beschreibung

    Technisches Gebiet



    [0001] Die Erfindung betrifft eine Fräse zum bahnenweisen Abtragen von Material von einer Oberfläche und ein die Fräse tragendes Gerät.

    [0002] Um vom Boden, von einer Wand oder einer Decke eines Raums den Verputz, Fliesenkleber, Spachtelmasse, Farbe oder allgemein dessen Beschichtung zu entfernen, kann eine Wandfräse mit einer Fräswalze verwendet werden. Auch wenn es darum geht, eine Fläche, wie zum Beispiel eine Wand oder eine Decke zu nivellieren, kann eine Wandfräse benutzt werden. Die Fräswalze der Wandfräse weist auf ihrer Mantelfläche Zähne aus Hartmetall oder Diamant auf. Durch die Rotation der Fräswalze fräsen die Zähne das Material von der Oberfläche ab. Dabei entstehen Materialpartikel, die es abzusaugen gilt. Insbesondere wenn die Beschichtung zum Beispiel mit Asbest kontaminiert ist, ist dafür zu sorgen, dass möglichst wenige Partikel in die Umgebung entweichen können. Die gesundheitliche Belastung für das Bedienpersonal und die Kontaminierung der Umgebung sind so gering wie irgend möglich zu halten.

    Stand der Technik



    [0003] Eine solche Wandfräse wird von der Firma SC-Technologie AG, 8500 Frauenfeld unter der Bezeichnung Sanierungsfräse SF-125 vertrieben. Des Weiteren ist aus der Druckschrift DE 10 2011 003 010 A1 eine Fräse zum Abtragen von auf der Wand oder Decke aufgebrachten Materialien bekannt. Die Fräse umfasst eine mit einer Vielzahl von Schneidwerkzeugen versehene zylinderförmige Fräswalze, welche durch einen Motor drehend angetrieben wird. Die beiden oben genannten Wandfräsen sind zwar an eine Absaugung anschliessbar, geben aber bauartbedingt beim Fräsen dennoch relativ viel Staub an die Umgebung ab. Insbesondere dann, wenn der Staub kontaminiert ist, kann dies zu erheblichen Problemen führen.

    Darstellung der Erfindung



    [0004] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine Fräse zum bahnenweisen Abtragen von Material von einer Oberfläche sowie ein die Fräse tragendes Gerät anzugeben, bei der beziehungsweise bei dem die beim Fräsen anfallenden Materialpartikel weitestgehend abgesaugt werden können und eine Kontamination der Umgebung durch die anfallenden Materialpartikel minimiert wird.

    [0005] Die Aufgabe wird durch eine Fräse zum bahnenweisen Abtragen von Material von einer Oberfläche mit den in Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.

    [0006] Die erfindungsgemässe Fräse zum bahnenweisen Abtragen von Material von einer Oberfläche weist einen elektrischen Antrieb und eine damit antreibbare Fräswalze auf. Die Fräswalze dient zum Abtragen des Materials von der Oberfläche entlang einer Fräsbahn. Zudem ist ein Walzengehäuse vorhanden, in dem die Fräswalze angeordnet ist, und das eine Absaugöffnung aufweist, um den von der Fräswalze beim Abtragen erzeugten Luft-Materialpartikelstrom absaugen zu können. Darüber hinaus ist eine in Richtung der Frästiefe bewegliche Abdeckung vorgesehen, um den von der Fräswalze erzeugten Luft-Materialpartikelstrom zur Absaugöffnung zu lenken. Die Fräse weist zudem einen Absenkmechanismus auf, um die Abdeckung in Richtung der Frästiefe bewegen zu können.

    [0007] Die Aufgabe wird zudem durch ein die Fräse tragendes Gerät mit den in Patentanspruch 13 angegebenen Merkmalen gelöst.

    [0008] Das erfindungsgemässe Gerät umfasst eine Führung, die die oben beschriebene Fräse trägt und entlang der die Fräse hin und her bewegbar ist.

    [0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den in den abhängigen Patentansprüchen angegebenen Merkmalen.

    [0010] Bei einer Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse ist der Absenkmechanismus als Schwenkvorrichtung ausgebildet. Dieser ist einfach herstellbar, wartungsarm und langlebig.

    [0011] Bei einer anderen Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse weist der Absenkmechanismus eine Feder auf, um die Abdeckung in Richtung der Frästiefe zu drücken. Dies hilft den Spalt zwischen der Fräsbahn und der Abdeckung kleinstmöglich zu halten.

    [0012] Bei einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse ist die Breite der Abdeckung so gewählt, dass, wenn die Abdeckung in die Fräsbahn ragt, die Abdeckung mit den Rändern der Fräsbahn in Bezug auf die Materialpartikel möglichst dicht abschliesst.

    [0013] Bei einer Weiterbildung der erfindungsgemässen Fräse ist ein Rahmen vorgesehen, an dem die Abdeckung befestigt ist. Der Rahmen ist gegenüber dem Walzengehäuse schwenkbar. Dies hat den Vorteil, dass die Frästiefe individuell einstellbar ist.

    [0014] Bei einer anderen Weiterbildung der erfindungsgemässen Fräse ist die Abdeckung so angeordnet, dass sie in einem spitzen Winkel auf die Fräsbahn trifft. Dadurch lässt sich der Verschleiss an der Abdeckung reduzieren.

    [0015] Bei einer zusätzlichen Weiterbildung der erfindungsgemässen Fräse ist die Abdeckung mit Keramik beschichtet. Die Abdeckung kann auch eine elastische Beschichtung aufweisen. Auch dadurch lässt sich der Verschleiss an der Abdeckung reduzieren.

    [0016] Bei der erfindungsgemässen Fräse kann vorgesehen sein, dass das Walzengehäuse eine elastische Beschichtung oder eine Prallschutzplatte aufweist. Dadurch lässt sich der durch Abrasion bedingt Verschleiss am Walzengehäuse reduzieren.

    [0017] Zudem kann bei der erfindungsgemässen Fräse eine Justiereinrichtung zum Einstellen der Frästiefe vorgesehen sein.

    [0018] Vorteilhafter Weise ist bei der erfindungsgemässen Fräse eine weitere Abdeckung vorgesehen. Die Abdeckung ist zwischen der Fräswalze und der weiteren Abdeckung angeordnet.

    [0019] Bei der erfindungsgemässen Fräse kann vorgesehen sein, dass die Fräswalze beidseitig drehbar gelagert ist.

    [0020] Bei einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemässen Fräse sind zwei Laufwalzen vorgesehen, wobei die eine Laufwalze in Bewegungsrichtung vor und die andere Laufwalze hinter der Fräswalze angeordnet ist.

    [0021] Bei einer Ausführungsform des erfindungsgemässen Geräts ist ein Drehlager zum Drehen der Fräse vorgesehen. Damit kann die Fräse horizontal und vertikal betrieben werden.

    [0022] Bei dem erfindungsgemässen Gerät kann vorgesehen sein, dass die Länge der Führung anpassbar ist. Dies hat den Vorteil, dass das Gerät in unterschiedlich hohen Räumen benutzt werden kann.

    [0023] Schliesslich kann das erfindungsgemässe Gerät eine Absauganlage und eine Absaugleitung aufweisen, über die die Absauganlage mit der Fräse verbunden ist.

    Kurze Beschreibung der Zeichnungen



    [0024] Im Folgenden wird die Erfindung mit mehreren Ausführungsbeispielen anhand von mehreren Figuren weiter erläutert.
    Figur 1
    zeigt eine mögliche Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse in einer dreidimensionalen Ansicht.
    Figur 2
    zeigt diese Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse in der Seitenansicht.
    Figur 3
    zeigt diese Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse in der Ansicht von vorne.
    Figur 4
    zeigt diese Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse in der Draufsicht.
    Figur 5
    zeigt diese Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse in der Ansicht von unten.
    Figur 6
    zeigt diese Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse in einer Explosionsansicht.
    Figur 7
    zeigt die unten an der erfindungsgemässen Fräse befindlichen Baugruppe in der Seitenansicht.
    Figur 8
    zeigt die Baugruppe in der Ansicht von vorne.
    Figur 9
    zeigt die Baugruppe in der Draufsicht.
    Figur 10
    zeigt die Baugruppe in einer dreidimensionalen Ansicht.
    Figur 11
    zeigt eine mögliche Ausführungsform der in der erfindungsgemässen Fräse angeordneten Fräswalze in der Seitenansicht.
    Figur 12
    zeigt die Fräswalze in der Ansicht von vorne.
    Figur 13
    zeigt die Fräswalze in einer dreidimensionalen Ansicht.
    Figur 14
    zeigt eine mögliche Ausführungsform des Geräts zum Fräsen mit der erfindungsgemässen Fräse in einer dreidimensionalen Ansicht.
    Figur 15
    zeigt eine zweite mögliche Ausführungsform des Geräts zum Fräsen in der Seitenansicht.
    Figur 16
    zeigt die zweite Ausführungsform des Geräts in der Ansicht von vorne.
    Figur 17
    zeigt die zweite Ausführungsform des Geräts in der Ansicht von oben.
    Figur 18
    zeigt die zweite Ausführungsform des Geräts in einer dreidimensionalen Ansicht.

    Wege zur Ausführung der Erfindung



    [0025] In Figur 1 ist eine mögliche Ausführungsform der erfindungsgemässen Fräse 1 in einer dreidimensionalen Ansicht dargestellt. In Figur 2 ist die Fräse 1 in der Seitenansicht, in Figur 3 von vorne, in Figur 4 in der Draufsicht und in Figur 5 von unten dargestellt. Figur 6 zeigt die Fräse 1 ohne Fräswalze 3.

    [0026] Die erfindungsgemässe Fräse 1 dient zum bahnenweisen Abtragen von Material von einer Oberfläche 50. Die Fräse 1 wird dazu entlang einer Fräsbahn 50.2 geführt. Je nach Kontext wird unter dem Begriff Fräsbahn 50.2 die zu fräsende Bahn oder die bereits gefräste Bahn verstanden.

    [0027] Die Fräse 1 weist einen elektrischen Antrieb 2 mit einem Elektromotor auf, der als bürstenbehafteter oder vorzugsweise als bürstenloser Motor ausgebildet ist. Der Elektromotor ist im Gehäuse 2.2 angeordnet, über einen Elektroanschluss 2.4 an das Stromnetz anschliessbar und über einen Schalter 2.3 ein- und ausschaltbar. Der Motor ist vorzugsweise am 230 V Netz betreibbar. Der Antrieb 2 kann abtriebsseitig ein Getriebe umfassen, um die vom Elektromotor erzeugte Drehzahl auf eine geeignete Drehzahl zu untersetzen. Der Elektromotor beziehungsweise das Getriebe ist abtriebsseitig über eine Antriebswelle 4 mit einer Fräswalze 3 verbunden, um diese anzutreiben.

    [0028] Die Fräswalze 3 dient zum Abtragen des Materials von der Oberfläche 50 entlang der Fräsbahn 50.2. Dazu ist sie auf ihrer Mantelfläche mit Zähnen 3.1 ausgestattet (siehe Figuren 11 bis 13). Wenn sich die Fräswalze 3 um ihre Rotationsachse 5 dreht, fräsen die Zähne 3.1 das Material entlang der Fräsbahn 5.2 aus der Oberfläche 5, sodass an dieser Stelle eine Ausfräsung 50.1 entsteht. In Figur 2 ist dies angedeutet.

    [0029] Die Fräswalze 3 ist innerhalb eines Walzengehäuses 6 angeordnet. Das Walzengehäuse 6 wird auch als Absauggehäuse bezeichnet. Um den von der Fräswalze 3 beim Abtragen erzeugten Luft-Materialpartikelstrom absaugen zu können, weist das Walzengehäuse 6 einen Absaugstutzen 7 mit einer Absaugöffnung 25 auf. An den Absaugstutzen 7 ist eine Absaugung anschliessbar.

    [0030] Bei der in den Figuren 1 bis 6 gezeigten Ausführungsform der Fräse 1 befindet sich im unteren Bereich der Fräse 1 eine Baugruppe, die, wie in den Figuren 7 bis 10 gezeigt, ausgebildet sein kann. Die Baugruppe umfasst einen Rahmen 13 mit einem ersten Seitenteil 13.1, einem zweiten Seitenteil 13.2, einem Vorderteil 13.3 und einer hinteren Abdeckung 16. Zwischen dem Vorderteil 13.3 und der hinteren Abdeckung 16 ist eine Abdeckung 15 beweglich angeordnet. Um die Abdeckung 15 bewegen zu können, ist ein Absenkmechanismus 22 vorgesehen.

    [0031] Bei der Ausführungsform gemäss Figuren 7 bis 10 ist der Absenkmechanismus 22 als Schwenkmechanik ausgebildet. Die Abdeckung 15 ist an einem Ende eines Schwenkarms 22.1 befestigt, der mittels eines Lagers 18 gelagert ist und sich um eine Schwenkachse 19 drehen lässt. Damit kann die Abdeckung 15 in Richtung der Frästiefe T auf und ab bewegt werden. Zusätzlich kann am anderen Ende des Schwenkarms 20.1 eine als Zugfeder ausgebildete Feder 14 befestigt sein. Mit deren Hilfe kann die Abdeckung 15 über den Schwenkarm 20.1 nach unten auf die Fräsbahn 50.2 gedrückt werden.

    [0032] Um zu verhindern, dass die Feder 14 durch die unter Umständen recht abrasiven Materialpartikel verschleisst, kann eine Prallplatte 26 vorgesehen sein. Diese kann zum Beispiel, wie in Figur 10 gezeigt, im Luft-Materialpartikelstrom vor der Feder 14 angeordnet sein und die Feder 14 vom Luft-Materialpartikelstrom abschirmen.

    [0033] Alternativ dazu kann der Absenkmechanismus 22 eine Linearführung aufweisen, um die Abdeckung 15 in Richtung der Frästiefe T auf und ab bewegen zu können.

    [0034] Wird die Fräse 1 gemäss Figur 2 von rechts nach links über die Oberfläche 50 gezogen oder geschoben, befindet sich die Abdeckung 15 in Bewegungsrichtung gesehen hinter der Fräswalze 3. Die Fräswalze 3 erzeugt eine Ausfräsung 50.1 der Tiefe T. Die Abdeckung 15 wird permanent auf die Fräsbahn 50.2 gedrückt, folgt der Kontur der Fräsbahn 50.2 und wird so auf den Grund der Ausfräsung 50.1 gedrückt. Die Abdeckung 15 verdeckt also während des Fräsens die Öffnung, die durch die Ausfräsung 50.1 entsteht. Auf diese Weise wird dafür gesorgt, dass der Spalt zwischen dem Walzengehäuse 6 beziehungsweise dem Rahmen 13 und der Oberfläche 50 minimiert wird.

    [0035] Die Fräse 1 kann aber auch von links nach rechts über die Oberfläche 50 gezogen oder geschoben werden. In diesem Fall befindet sich die Abdeckung 15 in Bewegungsrichtung gesehen vor der Fräswalze 3 und damit in jenem Bereich der Fräsbahn 50.2, der noch nicht abgefräst worden ist. Auch in diesem Fall wird die Abdeckung 15, wie bereits erwähnt, permanent auf die Fräsbahn 50.2 gedrückt, sodass sie der Kontur der Fräsbahn 50.2 folgt. Da die Fräsbahn 50.2 im Bereich der Abdeckung 15 allerdings noch nicht ausgefräst ist, wird die Abdeckung 15 nicht so weit abgesenkt, liegt aber trotzdem auf der Fräsbahn 50.2 auf und verdeckt so einen möglichen Spalt zwischen dem Walzengehäuse 6 beziehungsweise dem Rahmen 13 und der Oberfläche 50.

    [0036] Somit wird, egal in welche Richtung die Fräse 1 bewegt wird, durch die Abdeckung 15 dafür gesorgt, dass der gesamte von der Fräswalze 1 erzeugte Luft-Materialpartikelstrom zur Absaugöffnung 25 geführt wird, und kein oder so gut wie kein Frässtaub an die Umgebung entweicht.

    [0037] Die Abdeckung 15 ist vorzugsweise so breit, dass sie gerade in der Ausfräsung 50.1 Platz findet, ohne dass sie an den Rändern der Ausfräsung 50.1 anstösst oder sich dort verkantet. Damit kann die Fräse 1 ruckelfrei über die abzufräsende Oberfläche 50 bewegt werden. Die Breite B2 der Abdeckung 15 ist also vorzugsweise so gewählt, dass sie gerade um so viel kleiner als die Breite B1 der Fräsbahn 50.2 ist, dass die Abdeckung 15 in der Ausfräsung 50.1 Platz findet. Die beiden Spalte, die sich zwischen den Aussenkanten der Abdeckung 15 und den angrenzenden Seitenrändern der Ausfräsung 50.1 befinden, sind vorzugsweise so klein zu gestalten, dass die abgefrästen Materialpartikel diese Spalte nicht passieren.

    [0038] Die Abdeckung 15 kann als Platte ausgebildet sein. Sie kann zum Beispiel aus Stahl oder Hartmetall hergestellt sein. Bei Bedarf kann die Abdeckung 15 mit Keramik beschichtet sein oder eine elastische Beschichtung aufweisen. Die elastische Beschichtung kann beispielsweise Gummi sein. Eine solche Beschichtung vergrössert die Standzeit der Abdeckung 15 und ist insbesondere hilfreich, wenn mit der Fräse 1 Material abgefräst wird, das besonders abrasiv ist.

    [0039] Vorteilhafter Weise ist die Längsachse der Abdeckung 15 parallel zur Längsachse 5 der Fräswalze 3 ausgerichtet.

    [0040] Zudem ist es von Vorteil, wenn die Abdeckung 15 so angeordnet ist, dass sie in einem spitzen Winkel α auf die Fräsbahn 50.1 trifft (siehe Figur 7). Der Luft-Materialpartikelstrom trifft so in einem relativ flachen Winkel auf die Abdeckung 15 und wird dabei weniger stark gebremst als wenn er im rechten Winkel auf die Abdeckung 15 trifft.

    [0041] Die hintere Abdeckung 16 kann starr mit den Seitenteilen 13.1 und 13.2 des Rahmens 13 verbunden sein, um dem Rahmen 13 die nötige Stabilität zu verleihen. Die beiden Seitenteile 13.1 und 13.2 können jeweils eine Aussparung 13.21 aufweisen, in die die Abdeckung 16 steckbar ist.

    [0042] Bei der in den Figuren dargestellten Ausführungsform der Fräse 1 sind an den beiden Enden des Rahmens 13 eine erste Laufwalze 8 und eine zweite Laufwalze 9 angeordnet. Die beiden Laufwalzen 8 und 9 sind in den Bohrungen 13.12, 13.13, 13.22 und 13.23 gelagert. Während des Betriebs liegen die beiden Laufwalzen 8 und 9 auf der abzufräsenden Oberfläche 50 auf, sodass die Fräswalze 3 der Kontur der Oberfläche 50 folgt und eine gleichbleibende Frästiefe T gewährleistet ist. Statt der beiden Laufwalzen 8 und 9 können auch Laufrollen oder Gleitschuhe zum Einsatz kommen.

    [0043] Das Walzengehäuse 6 kann insbesondere dort, wo der Luft-Materialpartikelstrom auf die Gehäusewand trifft, eine elastische Beschichtung oder eine Prallschutzplatte aufweisen. Dadurch lässt sich die Lebensdauer der Fräse 1 erhöhen.

    [0044] Das Walzengehäuse 6 ist auf der einen Längsseite so ausgebildet, dass der Antrieb 2 daran befestigt werden kann. Auf der anderen, gegenüberliegenden Längsseite kann das Walzengehäuse 6 eine Aufnahme für ein Lager 24 für die Fräswalze 3 aufweisen. Dies hat den Vorteil, dass die Fräswalze 3 auf beiden Seiten gelagert ist, sodass das Drehmoment reduziert ist, das im Bereich des Getriebes auf die Antriebswelle 4 wirkt. Dies wiederum reduziert den Verschleiss und erhöht die Lebensdauer der gesamten Fräse 1.

    [0045] Damit die Fräswalze 3 einfach ausgewechselt werden kann, kann das Walzengehäuse 6 einen Lagerdeckel 21 aufweisen, der an der Seitenwand des Walzengehäuses 6 angeschraubt ist. Nachdem der Lagerdeckel 21 abgenommen wurde, können das Lager 24 und die Fräswalze 3 von der Antriebswelle 4 abgezogen und seitlich aus dem Walzengehäuse 6 herausgenommen werden.

    [0046] Um die Frästiefe T einstellen zu können, ist der Rahmen 13 gegenüber dem Walzengehäuse 6 schwenkbar gelagert. Die beiden Seitenteile 13.1 und 13.2 des Rahmens 13 weisen dazu jeweils eine gabelförmige Aufnahme 13.14 beziehungsweise 13.24 auf, die die am Walzengehäuse 6 vorgesehenen Achsen 6.1 und 6.2 drehbar lagern. Damit lässt sich der Rahmen 13 um eine Schenkachse 20 gegenüber dem Walzengehäuse 6 schwenken. Je weiter der Rahmen 13 vom Walzengehäuse 6 weggeschwenkt wird, desto kleiner ist die Frästiefe T. Mit Hilfe eines ersten Klemmhebels 10 und eines zweiten Klemmhebels 11 lässt sich der Rahmen 13 am Walzengehäuse 6 festklemmen. Die zum Einstellen der Frästiefe T vorgesehene Mechanik wird als Justiereinrichtung 23 bezeichnet.

    [0047] In Figur 11 ist eine mögliche Ausführungsform der in der erfindungsgemässen Fräse 1 angeordneten Fräswalze 3 in der Seitenansicht dargestellt. In Figur 12 ist die Fräswalze 3 von vorne und in Figur 13 in einer dreidimensionalen Ansicht gezeigt. Die Fräswalze 3 weist eine Aufnahme 3.2 beziehungsweise Nabe für die Antriebswelle 4 und auf ihrer Mantelfläche Zähne 3.1 aus Hartmetall oder Diamant auf. Wie in Figur 12 und 13 gezeigt, können die Zähne 3.1 seitlich beabstandet und zueinander versetzt angeordnet sein. Die beiden äussersten Zähne definieren die Fräsbreite B1.

    [0048] Um die Fräse 1 nicht während des Betriebs heben zu müssen, kann die Fräse 1 an einen Fräsständer angebaut werden. In Figur 14 ist eine erste mögliche Ausführungsform eines Fräsständers 30 in einer dreidimensionalen Ansicht dargestellt. Der Fräsständer 30 wird im Folgenden auch als Gerät zum Fräsen bezeichnet. Das Gerät 30 umfasst eine Führung 31, an der die Fräse 1 befestigt ist und mit der sie nach oben und unten bewegt werden kann. Die Führung 31 kann mit einem Elektroantrieb 35 ausgestattet sein, mit dem die Fräse 1 entlang der Führung 31 bewegt werden kann. Mit Hilfe zweier Griffe 34 kann das gesamte Gerät 30 verfahren und in Position gehalten werden.

    [0049] Das Gerät 30 eignet sich besonders zum Abfräsen von Wänden. Dazu wird das Gerät 30 vom Bedienpersonal an die abzufräsende Wand heranfahren und dann die Fräse 1 an die Wand gedrückt. Anschliessend kann die Fräse 1 über eine am Gerät 30 befindliche Steuerung 36 auf und ab gefahren werden, um so Fräsbahn für Fräsbahn die Wand abzufräsen.

    [0050] Damit mit das Gerät 30 verfahren werden kann, sind unten am Gerät Rollen 32 vorgesehen.

    [0051] Das Gerät 30 kann auch mit einem Drehlager 33 zum Drehen der Fräse 1 ausgestattet sein. Die Fräse 1 kann somit horizontal oder vertikal ausgerichtet werden. Figur 14 zeigt die Fräse 1 in der vertikalen Ausrichtung. Wenn die Fräse 1 horizontal ausgerichtet ist, verlaufen die Fräsbahnen 50.2 horizontal, sodass die Wand in horizontal verlaufenden Bahnen abgefräst werden kann. Wenn die Fräse 1 hingegen vertikal ausgerichtet ist, verlaufen die Fräsbahnen 50.2 vertikal und die Wand kann in vertikal verlaufenden Bahnen abgefräst werden.

    [0052] Eine zweite mögliche Ausführungsform eines Fräsständers 130 ist in Figur 15 in der Seitenansicht, in Figur 16 von vorne und in Figur 17 in der Ansicht von oben gezeigt. Figur 18 zeigt den Fräsständer 130 in einer dreidimensionalen Ansicht.

    [0053] Das Gerät 130 eignet sich besonders zum Abfräsen von Decken. Dazu wird das Gerät 30 vom Bedienpersonal an die gewünschte Position gefahren. Das Gerät 130 weist dafür Rollen 32 auf. Dann wird die Fräse 1 mit den beiden Griffen 134 an die Decke gedrückt. Dazu sind die beiden Griffe 134 über Umlenkhebel 137.1, 137.2 und 137.3 mit der Fräse 1 verbunden. Anschliessend kann die Fräse 1 an der Decke entlang hin und her gefahren werden, um so Fräsbahn für Fräsbahn die Decke abzufräsen. Um die Fräse 1 ein- und ausschalten zu können, befindet sich am Gerät 130 ein entsprechender Schalter 136. Über eine Absaugleitung 135 können die von der Fräse 1 abgefrästen Materialpartikel in eine Absauganlage 200 gesaugt werden.

    [0054] Bei den in den Figuren 14 bis 18 gezeigten Ausführungsformen weist die Fräse 1 verlängerte Laufrollen 8' und 9' auf.

    [0055] Mit der erfindungsgemässen Fräse 1 können in einem Arbeitsgang beispielsweise bis zu 15 mm abgetragen werden. Die Fräsbreite B1 liegt vorzugsweise zwischen 60 mm und 400 mm.

    [0056] Die vorhergehende Beschreibung der Ausführungsbeispiele gemäss der vorliegenden Erfindung dient nur zu illustrativen Zwecken. Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Änderungen und Modifikationen möglich. So sind beispielsweise die verschiedenen in den Figuren 14 bis 18 gezeigten Komponenten der Fräsständer 30 und 130 auch auf eine andere als in den Figuren gezeigte Weise miteinander kombinierbar.

    Bezugszeichenliste



    [0057] 
    1
    Fräsvorrichtung
    2
    Antrieb
    2.1
    Getriebe
    2.2
    Gehäuse
    2.3
    Schalter
    2.4
    Anschlussleitung
    3
    Fräswalze
    3.1
    Zahn
    3.2
    Aufnahme/Nabe
    4
    Antriebswelle
    5
    Rotationsachse
    6
    Absauggehäuse
    7
    Absaugstutzen
    8
    Laufwalze
    8'
    Laufwalze
    9
    Laufwalze
    9'
    Laufwalze
    10
    Klemmhebel
    11
    Klemmhebel
    12
    Griff
    13
    Rahmen
    13.1
    Seitenteil
    13.12
    Bohrung
    13.13
    Bohrung
    13.14
    Aufnahme
    13.2
    Seitenteil
    13.21
    Aussparung
    13.22
    Bohrung
    13.23
    Bohrung
    13.24
    Aufnahme
    13.3
    Vorderteil
    14
    Feder
    15
    erste Abdeckung
    16
    zweite Abdeckung
    17
    Anschlag
    18
    Lager
    19
    Drehachse
    20
    Schwenkachse
    21
    Lagerdeckel
    22
    Absenk- beziehungsweise Schwenkmechanismus
    22.1
    Schwenkarm
    23
    Justiereinrichtung
    24
    Lager
    25
    Absaugöffnung
    26
    Prallplatte / Ablenkplatte
    30
    Hubgerät
    31
    Führung
    32
    Rollen
    33
    Drehlager
    34
    Griff
    35
    Elektroantrieb
    36
    Steuerung
    50
    Oberfläche einer Wand oder Decke
    50.1
    Ausfräsung
    50.2
    Fräsbahn
    130
    Hubgerät
    134
    Griff
    135
    Absaugleitung
    136
    Schalter
    137.1
    Umlenkhebel
    137.2
    Umlenkhebel
    137.3
    Umlenkhebel
    200
    Absauganlage
    B1
    Breite der Fräsbahn
    B2
    Breite der Abdeckung
    T
    Frästiefe
    α
    Winkel



    Ansprüche

    1. Fräse zum bahnenweisen Abtragen von Material von einer Oberfläche,

    - mit einem elektrischen Antrieb (2) und einer damit antreibbaren Fräswalze (3) zum Abtragen des Materials von der Oberfläche (50) entlang einer Fräsbahn (50.2),

    - mit einem Walzengehäuse (6), in dem die Fräswalze (3) angeordnet ist, und das eine Absaugöffnung (25) aufweist, um den von der Fräswalze (3) beim Abtragen erzeugten Luft-Materialpartikelstrom absaugen zu können,

    - mit einer Abdeckung (15), um den von der Fräswalze (3) erzeugten Luft-Materialpartikelstrom zur Absaugöffnung (25) zu lenken, und

    - mit einem Absenkmechanismus (22), um die Abdeckung (15) in Richtung der Frästiefe (T) bewegen zu können.


     
    2. Fräse nach Patentanspruch 1,
    bei der der Absenkmechanismus (22) als Schwenkvorrichtung ausgebildet ist.
     
    3. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 oder 2,
    bei der der Absenkmechanismus (22) eine Feder (14) aufweist, um die Abdeckung (15) in Richtung der Frästiefe (T) zu drücken.
     
    4. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 3,
    bei der die Breite (B2) der Abdeckung (15) so gewählt ist, dass, wenn die Abdeckung (15) in die Fräsbahn (50.2) ragt, die Abdeckung (15) mit den Rändern der Fräsbahn (50.2) in Bezug auf die Materialpartikel möglichst dicht abschliesst.
     
    5. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 4,

    - bei der ein Rahmen (13) vorgesehen ist, an dem die Abdeckung (15) befestigt ist, und

    - bei der der Rahmen (13) gegenüber dem Walzengehäuse (6) schwenkbar ist.


     
    6. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 5,
    bei der die Abdeckung (15) so angeordnet ist, dass sie in einem spitzen Winkel (α) auf die Fräsbahn (50.1) trifft.
     
    7. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 6,
    bei der die Abdeckung (15) mit Keramik beschichtet ist oder eine elastische Beschichtung aufweist.
     
    8. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 7,
    bei der das Walzengehäuse (6) eine elastische Beschichtung oder eine Prallschutzplatte aufweist.
     
    9. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 8,
    mit einer Justiereinrichtung (23) zum Einstellen der Frästiefe (T).
     
    10. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 9,

    - bei der eine weitere Abdeckung (16) vorgesehen ist, und

    - bei der die Abdeckung (15) zwischen der Fräswalze (3) und der weiteren Abdeckung (16) angeordnet ist.


     
    11. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 10,
    bei der die Fräswalze (3) beidseitig drehbar gelagert ist.
     
    12. Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 11,
    bei der zwei Laufwalzen (8; 9) vorgesehen sind, wobei die eine Laufwalze (8) in Bewegungsrichtung vor und die andere Laufwalze (9) hinter der Fräswalze (3) angeordnet ist.
     
    13. Gerät mit der Fräse nach einem der Patentansprüche 1 bis 12,
    mit einer Führung (31), die Fräse (1) trägt, entlang der die Fräse (1) hin und her bewegbar ist.
     
    14. Gerät nach Patentanspruch 13,
    mit einem Drehlager (33) zum Drehen der Fräse (1).
     
    15. Gerät nach einem der Patentansprüche 13 oder 14,
    bei dem die Länge der Führung (31) anpassbar ist.
     
    16. Gerät nach einem der Patentansprüche 13, 14 oder 15,
    mit einer Absauganlage (200) und einer Absaugleitung (135), über die die Absauganlage (200) mit der Fräse (1) verbunden ist.
     




    Zeichnung




























    Recherchenbericht









    Recherchenbericht




    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente