[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Kompressionskälteanlage sowie
eine zugehörige Kompressionskälteanlage mit einem Kältemittel, einem Verdampfer, einem
Verdichter, einem Verflüssiger, einem Drosselorgan und einer Steuereinheit.
[0002] Derartige Kompressionskälteanlagen, beispielsweise in Form von Wärmepumpen, mit einem
Dampfkompressionssystem in welchem ein gasförmiges Kältemittel von einem mittels der
Steuereinheit, die beispielsweise einen Regler aufweist, gesteuerten Verdichter von
einem Niederdruck auf einen Hochdruck verdichtet wird, sind bekannt.
[0003] Das Kältemittel wird durch den Verflüssiger getrieben, in dem es eine Heizwärme an
ein in einem Wärmesenkensystem befindliches Heizmedium abgibt. Eine innere Wärme wird
in einem optionalen inneren Wärmeübertrager, beispielsweise in Form eines Rekuperators,
zwischen dem unter dem Hochdruck vom Verflüssiger zum Expansionsventil strömenden
Kältemittel und dem vom Verdampfer zum Verdichter unter dem Niederdruck strömende
Kältemittel übertragen.
[0004] Das Kältemittel wird weiter in einer Hochdruckströmungsrichtung zu einem vom Regler
gesteuerten Expansionsventil geführt, in dem das Kältemittel vom Hochdruck auf den
Niederdruck abhängig von einem Regelwert entspannt wird. Das auf dem Niederdruck befindliche
Kältemittel verdampft in dem Verdampfer bei Aufnahme von Quellwärme.
[0005] Aus
DE 101 59 892 A1 ist bei einer Kältemaschine bekannt, insbesondere bei einer Wärmepumpe, einen Rekuperator
zu verwenden, womit bei niedrigen Außentemperaturen die Heizleistung auf baulich einfache
Weise erhöht werden soll. Hierfür ist der Rekuperator derart dimensioniert, dass er
bei niedrigen Verdampfungstemperaturen wenigstens etwa 15% der Heizleistung der Wärmepumpe
vom flüssigen Kältemittel auf das gasförmige Kältemittel überträgt. Ein Einspritzventil
spritzt flüssiges Kältemittel in den Verdichter, so dass die Verdichtungsendtemperatur
unter 120 °C bleibt.
[0006] Eine Wärmepumpenanlage mit einem Kältemittelkreislauf ist aus
DE 10 2005 061 480 B3 bekannt. Sie ist mit einem Verdichter, einem ersten Wärmeübertrager, einem Drosselorgan,
einem Verdampfer und einer 4-2-Wegeventileinheit zum Umschalten zwischen einer ersten
(Heizen) und einer zweiten Betriebsart (Kühlen) ausgestattet. Eine Strömungsrichtung
des in dem Kältemittelkreislauf befindlichen Kältemittels kann derart umgeschaltet
werden kann, dass der erste Wärmeübertrager in der ersten Betriebsart zum Verflüssigen
des Kältemittels, und in der zweiten Betriebsart zum Verdampfen des Kältemittels dient,
und der zweite Wärmeübertrager in der ersten Betriebsart zum Verdampfen des Kältemittels
und in der zweiten Betriebsart zum Verflüssigen des Kältemittels dient, wobei der
erste Wärmeübertrager im Kältemittelkreislauf so verschaltet ist, dass er in den beiden
Betriebsarten Heizen und Kühlen als Gegenstrom-Wärmeübertrager arbeitet.
[0007] Die Regelung der Kompressionskälteanlage muss verschiedene Anforderungen erfüllen,
so wird beispielsweise gefordert, dass eine Leistungszahl möglichst hoch ist, um einen
möglichst energieeffizienten Betrieb zu erlauben. Zentral ist aber auch, dass die
Betriebsgrenzen der Komponenten eingehalten werden.
[0008] Die Leistungszahl hängt maßgeblich von der richtigen Menge an Kältemittel ab, die
durch den Kältekreis zirkuliert. Überschüssiges Kältemittel kann beispielsweise in
einem Kältemittelsammler gesammelt werden, so dass die richtige Menge an Kältemittel
zirkuliert. Ist zu wenig Kältemittel vorhanden, das durch den Kältekreis zirkulieren
kann, so ergibt sich ein schlechter Wirkungsgrad der Kompressionskälteanlage. Eine
solche Kältemittelmangelsituation kann verschiedene Ursachen haben, die unterschiedliche
Reaktionen erfordern.
[0009] Vor diesem Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
zum Betreiben der eingangs genannten Kompressionskälteanlage vorzuschlagen, dass eine
Kältemittelmangelsituation und dessen Ursache zuverlässig erkennen kann.
[0010] Gelöst wir die Aufgabe durch die Verfahrensmerkmale des Anspruchs 1 sowie die Vorrichtungsmerkmale
des Anspruchs 6.
[0011] Demnach wird ein Verfahren zum Betreiben einer Kompressionskälteanlage vorgeschlagen
mit einem Kältemittel, das einen Temperaturgleit aufweist, einem Verdampfer, einem
Verdichter, einem Verflüssiger, einem Drosselorgan, einem internen Wärmeübertrager,
wobei der interne Wärmeübertrager zur Übertragung von Wärmeenergie des Kältemittels
vor Eintritt in das Drosselorgan an das Kältemittel vor Eintritt in den Verdichter
ausgebildet ist, und einer Steuereinheit, wobei die Steuereinheit ausgebildet ist
a) zur Erfassung einer Überhitzung des Kältemittels nach Austritt aus dem Verdampfer
sowie zur Erfassung einer Überhitzung des Kältemittels bei Eintritt in den Verdichter
und b) zur Regelung des Drosselorgans ausgebildet ist, wobei die Regelung des Drosselorgans
mit Hilfe einer auf beiden Überhitzungen basierenden Regelgröße und c) zur Detektion
eines Kältemittelmangels zumindest im Verflüssiger ausgebildet ist.
[0012] Das Verfahren umfasst ein Berechnen einer Temperaturdifferenz zwischen Taupunkttemperatur
und Siedepunkttemperatur, genannt Temperaturgleit, des Kältemittels in dem aktuellen
Arbeitspunkt der Kompressionskälteanlage auf Grundlage eines erfassten Niederdruckes
des Kältemittels.
[0013] Der Temperaturgleit ist vom aktuellen Druck, auf den man ihn bezieht, abhängig. Erfindungsgemäß
ist der im Niederdruckpfad des Kältemittels relevant. Hierbei kann der Temperaturgleit
anhand einer für das verwendete Kältemittel bekannten Kennlinie bestimmt werden. Kältemittel,
die einen Temperaturgleit aufweisen, sind üblicherweise Mischungen von zwei oder mehreren
Kältemittelkomponenten. Besonders bevorzugt wird in diesem Fall eine Korrektur der
bekannten Kennlinie aufgrund von Abweichungen des Mischungsverhältnisses vorgesehen.
[0014] Das Verfahren umfasst ferner ein Berechnen eines Temperaturdifferenz-Grenzwertes
relativ zum berechneten Temperaturgleit des erfassten Niederdrucks des Kältemittels
in dem aktuellen Arbeitspunkt.
[0015] Das Verfahren umfasst ferner ein Bewerten der aktuellen Verdampferaustrittsüberhitzung
auf Unterschreitung des Temperaturdifferenz-Grenzwertes.
[0016] Beispielsweise und nicht einschränkend kann der Temperaturgleit in typischen Arbeitsbereichen
bei typischen Kältemitteln, wie beispielsweise R454C, in einem Bereich von 5 K bis
15 K, insbesondere zwischen 7 und 8 K liegen. Das Kältemittel tritt aus dem Verdampfer
mit einer Verdampferaustrittsüberhitzung von -2 oder -2,5 K aus, das heißt, die Temperatur
des Kältemittels am Verdampferaustritt ist geringer als die Temperatur, bei dem die
Verdampfung abgeschlossen ist. Der Temperaturdifferenz-Grenzwert kann nun festlegen,
dass die Voraussetzung zum Vorliegen einer Kältemittelmangelsituation erfüllt ist,
wenn das Kältemittel mit einer niedrigeren Temperatur als -4 bzw. -5 K Abstand zum
Abschluss der Verdampfung aus dem Verdampfer austritt.
[0017] Das Verfahren umfasst ferner ein Bereitstellen eines Sollwertes einer Überhitzung,
die als eine Differenz zwischen Temperatur des Kältemittels und Taupunkttemperatur
definiert ist, bei Eintritt in den Verdichter, genannt Verdichtereintrittsüberhitzung,
[0018] Das Verfahren umfasst ferner ein Bewerten der aktuellen Verdichtereintrittsüberhitzung
auf Überschreitung des Sollwertes der Verdichtereintrittsüberhitzung,
[0019] Das Verfahren umfasst schließlich ein Erkennen einer Kältemittelmangelsituation,
wenn beide Ergebnisse der Schritte des Bewertens für eine festgelegte Zeit ununterbrochen
erfüllt sind.
[0020] Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht daher, in Kompressionskälteanlagen mit
internem Wärmeübertrager anhand zweier Überhitzungswerte des Kältemittels im Niederdruckpfad,
nämlich bei Austritt aus dem Verdampfer und bei Eintritt in den Verdichter, zuverlässig
eine bestehende Kältemittelmangelsituation zu erkennen.
[0021] Die festgelegte Zeit ist vorzugsweise wenigstens eine Minute, besonders bevorzugt
10 Minuten. Damit wird dem Regelkreis die Gelegenheit gegeben, stabil in den gewünschten
Zustand zurückzukehren, was eine gewisse Zeit erfordert.
[0022] Erst nach Stabilisierungszeit lohnt es sich, einen Kältemittelmangel zu bewerten.
Wenn tatsächlich Kältemittelmangel vorliegt, wird dieser beispielsweise über Tage/Monate/Jahre
durch kleine Leckagen hervorgerufen; es tritt kein kritischer Schaden auf, sondern
die Leistungszahl sinkt ab.
[0023] Vorzugsweise weist das Kältemittel einen Temperaturglide auf, wobei das Kältemittel
insbesondere R454C aufweist oder daraus besteht, und wobei die Kompressionskälteanlage
insbesondere einem internen Wärmeübertrager zur Übertragung von Wärmeenergie des Kältemittels
vor Eintritt in das Drosselorgan an das Kältemittel vor Eintritt in den Verdichter
enthält. Dies ist insbesondere deshalb einschlägig, da bei Kältekreisen mit R454C
regelmäßig leistungsstarke interne Wärmeübertrager zum Einsatz kommen.
[0024] Vorzugsweise weist das Verfahren weiter den folgenden Schritt aufweist: Durchführung
eines Versuchs einer Kältemittelrückführung in den Verflüssiger durch zeitlich begrenzte
Erhöhung des Sollwertes der Verdichterdrehzahl und / oder zeitlich begrenzte Erhöhung
des Sollwertes der Verdampferaustrittsüberhitzung.
[0025] In dieser bevorzugten Ausführung wird die erkannte Kältemittelmangelsituation versucht
aufzulösen. Es muss zwischen zwei grundsätzlich unterschiedlichen Mechanismen, die
zu Kältemittelmangel im Verflüssiger führen, unterschieden werden. Bei dem ersten
Mechanismus ist durch Leckagen, Undichtigkeiten, etc. in dem System zu wenig Kältemittel
vorhanden. Diese Situation kann lediglich über einen händischen Eingriff, das heißt
das Wiederbefüllen des Kältekreises mit der benötigten Kältemittelmenge und ein Abdichten
des Kältekreises behoben werden.
[0026] Die zweite Situation eines Kältemittelmangels im Verflüssiger wird durch in Komponenten
des Kältekreises auskondensiertes Kältemittel hervorgerufen. In bestimmten Arbeitspunkten
kann Kältemittel, beispielsweise an tiefliegenden Positionen im Verdampfer, ausfallen
und aufgrund geringer Strömungsgeschwindigkeiten sowie der Gravitation nicht mit dem
gasförmigen Kältemittel zusammen aus dem Verdampfer austreten. Das Kältemittel bleibt
anders ausgedrückt in der Komponente gefangen und steht für den Kreislauf nicht zur
Verfügung. Er wurde herausgefunden, dass besonders bei flächenmäßig großen Verdampfern
sowie Betriebspunkten mit geringen Leistungsanforderungen, beispielsweise geringen
Verdichterdrehzahlen, die Gefahr der Akkumulation von Kältemittel in Komponenten des
Kältekreises ansteigt. Bei derartigen Kältemittelmangelsituationen besteht die Möglichkeit,
durch die Verlagerung des Arbeitspunktes eine erfolgreiche Rückführung des Kältemittels
anzustoßen.
[0027] Vorzugsweise weist das Verfahren weiter den folgenden Schritt aufweist: Generierung
eines Fehlerzustandes bei erfolglosem Versuch der Kältemittelrückführung, insbesondere
bei mehrfachem erfolglosem Versuch der Kältemittelrückführung, in einer festgelegten
Zeitspanne.
[0028] Verläuft der Versuch der Kältemittelrückführung ohne Erfolg, ist mit größerer Wahrscheinlichkeit
von einer Leckage und einer tatsächlich zu geringen Menge an Kältemittel auszugehen.
Lediglich ein manueller Eingriff, der wie oben beschrieben ein Auffüllen von Kältemittel
und Abdichten des Kältekreises enthält, ist dann geeignet, den effizienzoptimierten
Betrieb wiederherzustellen.
[0029] Der Fehlerzustand kann vorzugsweise auf einem Gehäuse der Kompressionskälteanlage,
beispielsweise in einem Display, angezeigt werden. Alternativ oder zusätzlich kann
der Fehlerzustand samt weitergehender Diagnoseinformationen an einen Server übertragen
und/oder in einer App angezeigt werden. Die Diagnoseinformationen können bei einer
Reparatur unterstützen.
[0030] In einer Ausführung kann eine feste Zeitdauer und ein fester Wert relativ zum Temperaturgleit
eingestellt werden, der angibt, dass in dem Verdampfer eine signifikant zu geringe
Energie übertragen wird, was auf eine Kältemittelverlagerung hindeutet. In verschiedenen
Arbeitspunkten wird von einem regulärem Überhitzungswert ausgegangen, der auch ins
Negative geht, insbesondere basierend auf bekannten, modellbasierte Vorsteuerkennlinien.
Basierend auf diesem regulären Überhitzungswert kann erfindungsgemäß bestimmt werden,
dass eine Grenze für Kältemittelmangel immer dann erreicht ist, wenn ein Abstand davon
einen gewissen Schwellwert, den Temperaturdifferenz-Grenzwert, beispielsweise 1 K
oder 2 K, besonders bevorzugt 1,5 K, erreicht ist.
[0031] Vorzugsweise erfolgt das Berechnen des Temperaturdifferenz-Grenzwertes relativ zum
berechneten Temperaturgleit des erfassten Niederdrucks des Kältemittels abhängig von
dem aktuellen Arbeitspunkt der Kompressionskälteanlage.
[0032] Vorzugsweise wird der Temperaturdifferenz-Grenzwert relativ zum berechneten Temperaturgleit
proportional zu einer Differenz zwischen Wärmesenkentemperatur und Wärmequellentemperatur
eingestellt.
[0033] In dieser Ausführungsform kann der Temperaturdifferenz-Grenzwert demnach auch modellbasiert
korrigiert werden, womit die Diagnose eines Kältemittelmangels noch genauer abhängiger
von der Betriebssituation bestimmt werden kann. Im regulären Betrieb stattfindende
Überhitzungsreduktion in negative Bereiche - die spätestens bei Eintritt in den Verdichter
ausgeschlossen werden muss - ist durch die Verwendung eines Rekuperators möglich und
geht nah an Bereiche ran, in denen Kältemittelmangel detektiert wird.
[0034] Aus diesem Grund ist es vorteilhaft, den Temperaturdifferenz-Grenzwert zusätzlich
zum Gleit, der eine physikalische Eigenschaft des Kältemittels ist, auch vom Betriebspunkt
des Verdampfers, also der Temperaturkonstellation der Medientemperaturen, abhängig
zu gestalten. Liegt eine geringe treibende Temperaturdifferenz vor, wird nur eine
geringe negative Überhitzung erwartet, so dass der Temperaturdifferenz-Grenzwert nah
an den geringen negativen Überhitzungswert heran gelegt werden kann. Für eine große
treibende Temperaturdifferenz, beispielsweise bei hohen Vorlauftemperaturen und/oder
niedrigen Wärmequellentemperaturen, ist demnach vorteilhaft, einen größeren Temperaturdifferenz-Grenzwert
zu implementieren
[0035] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß ferner durch eine Kompressionskälteanlage mit einem
Kältemittel, das einen Temperaturgleit aufweist, einem Verdampfer, einem Verdichter,
einem Verflüssiger, einem Drosselorgan, einem internen Wärmeübertrager, wobei der
interne Wärmeübertrager zur Übertragung von Wärmeenergie des Kältemittels im Hochdruckpfad
vor Eintritt in das Drosselorgan an das Kältemittel im Niederdruckpfad vor Eintritt
in den Verdichter ausgebildet ist, und einer Steuereinheit gelöst. Die Steuereinheit
ist ausgebildet a) zur Erfassung einer Überhitzung des Kältemittels nach Austritt
aus dem Verdampfer sowie zur Erfassung einer Überhitzung des Kältemittels bei Eintritt
in den Verdichter b) zur Regelung des Drosselorgans mit Hilfe einer auf beiden Überhitzungen
basierenden Regelgröße und c) zur Detektion eines Kältemittelmangels zumindest im
Verflüssiger.
[0036] Die Steuereinheit ist ferner ausgebildet zum: Berechnen einer Temperaturdifferenz
zwischen Taupunkttemperatur und Siedepunkttemperatur, genannt Temperaturgleit, des
Kältemittels in dem aktuellen Arbeitspunkt der Kompressionskälteanlage auf Grundlage
eines erfassten Niederdruckes des Kältemittels, Berechnen eines Temperaturdifferenz-Grenzwertes
relativ zum berechneten Temperaturgleit des erfassten Niederdrucks des Kältemittels
in dem aktuellen Arbeitspunkt, Bewerten der aktuellen Verdampferaustrittsüberhitzung
auf Unterschreitung des Temperaturdifferenz-Grenzwertes, Bereitstellen eines Sollwertes
einer Überhitzung, die als eine Differenz zwischen Temperatur des Kältemittels und
Taupunkttemperatur definiert ist, bei Eintritt in den Verdichter, genannt Verdichtereintrittsüberhitzung,
Bewerten der aktuellen Verdichtereintrittsüberhitzung auf Überschreitung des Sollwertes
der Verdichtereintrittsüberhitzung, Erkennen einer Kältemittelmangelsituation, wenn
beide Ergebnisse der Schritte des Bewertens für eine festgelegte Zeit ununterbrochen
erfüllt sind.
[0037] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß ferner durch eine Wärmepumpe mit einer erfindungsgemäßen
Kompressionskälteanlage gelöst.
[0038] Bevorzugte Ausgestaltungen und damit verknüpfte Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind ebenso auf die erfindungsgemäße Kompressionskälteanlage sowie die erfindungsgemäße
Wärmepumpe anwendbar.
[0039] Die erfindungsgemäße Kompressionskälteanlage eignet sich unabhängig von der Art der
Wärmepumpe, beispielsweise Luft-/Wasser-, Sole-/Wasser-Wärmepumpen, und unabhängig
von dem Ort der Aufstellung.
[0040] Weitere Vorteile und bevorzugte Ausgestaltungen werden nachfolgend mit Verweis auf
die beigefügten Figuren näher beschrieben. Hierbei zeigen:
Fig. 1 Wärmepumpe 100 mit einem Dampfkompressionskreislauf 200
Fig. 2 log p / h - Diagramm des Dampfkompressionsprozesses mit Rekuperator 250
Fig. 3 das log p / h - Diagramm der Fig. 2 ohne Kältemittelmangel und
Fig. 4 ein log p / h - Diagramm mit Kältemittelmangel.
[0041] Fig. 1 zeigt schematisch und exemplarisch eine Wärmepumpe 100. Die Wärmepumpe 100
besteht im Wesentlichen aus einem eine Kompressionskälteanlage bildenden Dampfkompressionssystem
200. Fig. 2 zeigt ein beispielhaftes log p / h - Diagramm des Dampfkompressionsprozesses,
der den in dem Dampfkompressionssystem 200 ablaufenden Prozess mit eingezeichneten
Prozessvariablen abbildet. Das Dampfkompressionssystem 200 enthälft folgende Komponenten:
- Einen Verdichter 210 zum Verdichten des überhitzten Kältemittels,
- einen Verflüssiger 220, mit einem kältemittelseitigem Verflüssigereintritt 221 und
einem Verflüssigeraustritt 222 zur Übertragung von Wärmeenergie QH aus dem Dampfkompressionssystem 200 an ein Heizmedium eines Heizsystems 400, mit
einem Heizmediumeintritt 401, einem Heizmediumaustritt 402 und einer Heizmediumpumpe
410, zu einer Gebäudeheizung oder ein System zur Warmwassererhitzung,
- vorteilhaft einen Kältemittelsammler 260, welcher als Kältemittelreservoir zum Ausgleich
von betriebsbedingungsabhängig unterschiedlich hohen Kältemittelmengenbedarfen verwendet
wird,
- ein als Expansionsventil ausgebildetes Drosselorgan 230 zum Expandieren des Kältemittels,
- einen Verdampfer 240, mit einem Verdampfereinlass 241, zur Übertragung von Quellenenergie
QQ aus einem Wärmequellensystem 300, mit einem Wärmequelleinlass 320 und einem Wärmequellauslass
310, wobei das Wärmequellsystem 300 insbesondere ein Solesystem sein kann, welches
Wärmeenergie QQ aus dem Erdreich aufnimmt oder ein Luftsystem, welches Wärmeenergie QQ aus der Umgebungsluft aufnimmt und an das Dampfkompressionssystem 200 abgibt oder
eine beliebige andere Wärmequelle,
- einen Rekuperator als Beispiel eines optionalen internen Wärmeübertragers 250, welcher
dazu bestimmt ist, innere Wärmeenergie Qi zwischen dem vom Verflüssiger 220 zum Expansionsventil 230 strömenden Kältemittel
auf das vom Verdampfer 240 zum Verdichter 210 strömende Kältemittel zu übertragen
und
- ein Kältemittel, insbesondere ein Kältemittelgemisch aus wenigsten zwei Stoffen oder
zwei Kältemitteln welches in einer Strömungsrichtung SHD und SND durch den Dampfkompressionskreis 200 strömt, wobei im Dampfkompressionskreislauf
200 Kältemitteldampf durch den Verdichter 210 auf einen Hochdruck HD gebracht wird
und zu einem Verflüssiger 220 geführt ist, wobei ein Hochdruckpfad mit der Hochdruckströmungsrichtung
SHD vom Verdichter 210 bis zum Expansionsventil 230 gebildet ist. Nach dem Expansionsventil
230 bis zum Verdichter 210 ist ein Niederdruckpfad mit einer Niederdruckströmungsrichtung
SND des Kältemittels gebildet, in dem der Verdampfer 240 liegt.
[0042] Die folgend aufgelisteten Aktoren sind vorteilhaft zumindest teilweise mit dem Regler
über eine Datenverbindung 510, die per Kabel, Funk oder andere Technologien erfolgen
kann, verbunden: Verdichter 210, Heizmediumpumpe 410, Solepumpe 330, Expansionsventil
230, Verdichtereintrittstemperatursensor 501, Niederdrucksensor 502, Hochdrucksensor
503 Heißgastemperatursensor 504, Rekuperatoreintrittstemperatursensor 505 Rekuperatoraustrittstemperatursensor
506und/oder Verdampferaustrittstemperatursensor 508. Zusätzlich oder alternativ kann
ein in der Fig. 1 nicht gezeigter Verdampfereintrittstemperatursensor die Temperatur
am Verdampfereinlass 241 bestimmen.
[0043] In dem in Fig. 1 gezeigten Beispiel ist die Wärmepumpe 100 als Sole-Wärmepumpe gezeigt.
Natürlich sind analoge Betrachtungen und Vorteile mit Luft-/Wasser-Wärmepumpen erreichbar.
Insbesondere bei Luft-Wärmepumpen ist anstelle des Solekreises mit Solepumpe 330 ein
Ventilator/Lüfter als Wärmequelle angeordnet.
[0044] Der Verdichter 210 dient zur Kompression des überhitzten Kältemittels von einem Eintrittsanschluss
211 auf einen Verdichteraustrittsdruck PVa bei einer Verdichteraustrittstemperatur
entsprechend der Heißgastemperatur am Verdichteraustritt 212. Der Verdichter 210 enthält
üblicher Weise eine Antriebseinheit mit einem Elektromotor, eine Kompressionseinheit
und vorteilhaft kann der Elektromotor drehzahlvariabel betrieben werden. Die Kompressionseinheit
kann als Rollkolbeneinheit, Scrolleinheit oder anders ausgeführt sein. Am Verdichteraustritt
212 ist das komprimierte überhitzte Kältemittel beim Verdichteraustrittsdruck P
Va auf einer höheren Drucklage, insbesondere einem Hochdruck HD, als am Eintrittsanschluss
211 mit einem Verdichtereintrittsdruck P
Ve, insbesondere einem Niederdruck ND, bei einer Verdichteter Eintrittstemperatur T
VE, was den Zustand der Kältemitteltemperatur am Eintrittsanschluss 211 bei Eintritt
in eine Kompressionskammer beschreibt.
[0045] Im Verflüssiger 220 erfolgt die Übertragung von Wärmeenergie Q
H vom Kältemittel des Dampfkompressionssystem 200 an ein Heizmedium des Wärmesenkensystems
400. Zunächst findet im Verflüssigter 220 die Enthitzung des Kältemittels statt, wobei
überhitzter Kältemitteldampf durch eine Temperaturreduzierung einen Teil seiner Wärmeenergie
an das Heizmedium des Wärmesenkensystems 400 überträgt.
[0046] Nach der Enthitzung des Kältemitteldampfes erfolgt vorteilhaft im Verflüssiger 220
eine weitere Wärmeübertragung Q
H durch Kondensation des Kältemittels beim Phasenübergang von der Gasphase des Kältemittels
auf die Flüssigphase des Kältemittels. Dabei wird weitere Wärme Q
H vom Kältemittel aus dem Dampfkompressionssystem 200 an das Heizmedium des Wärmesenkensystems
400 übertragen.
[0047] Der sich im Verflüssiger 220 einstellende Hochdruck HD des Kältemittels korrespondiert
im Betrieb des Verdichters 210 in etwa mit einem Kondensationsdruck des Kältemittels
bei einer Heizmediumtemperatur Tws im Wärmesenkensystem.
[0048] Das Heizmedium, insbesondere Wasser, wird mittels einer Heizmediumpumpe 410 durch
das Wärmesenkensystem 400 in einer Richtung SW durch den Verflüssiger 220 gefördert,
dabei wird die Wärmeenergie Q
H vom Kältemittel auf das Heizmedium übertragen.
[0049] Im nachfolgenden Sammler 260 wird aus dem Verflüssiger 220 austretendes Kältemittel
gespeichert, welches abhängig vom Betriebspunkt des Dampfkompressionskreises 200 nicht
in das zirkulierende Kältemittel eingespeist werden soll. Wird aus dem Verflüssiger
220 mehr Kältemittel eingespeist, als durch das Expansionsventil 230 weitergeleitet
wird, füllt sich der Sammler 260, anderenfalls wird er leerer oder entleert.
[0050] Im nachfolgenden Rekuperator 250, der auch als interner Wärmeübertrager bezeichnet
werden kann, wird interne Wärmeenergie Q
i vom unter dem Hochdruck HD stehenden Kältemittel, welches vom Verflüssiger 220 zum
Expansionsventil 230 in einer Hochdruck-Strömungsrichtung S
HD strömt, auf das unter dem Niederdruck ND strömende Kältemittel übertragen, welches
vom Verdampfer zum Verdichter in einer Niederdruckströmungsrichtung S
ND strömt, übertragen. Dabei wird das vom Verflüssiger zum Expansionsventil 230 strömende
Kältemittel in vorteilhafter Weise unterkühlt.
[0051] Zunächst strömt das Kältemittel durch einen Expansionsventileintritt 231 in das Expansionsventil
ein. Im Expansionsventil 230 erfolgt eine Drosselung des Kältemitteldruckes vom Hochdruck
HD auf den Niederdruck ND, indem das Kältemittel vorteilhaft eine Düsenanordnung oder
Drossel mit einem vorteilhaft variablem Öffnungsquerschnitt passiert, wobei der Niederdruck
vorteilhaft in etwa ein Saugdruck des Verdichters 210 entspricht. Anstelle eines Expansionsventils
230 kann auch eine andere beliebige Druckminderungseinrichtung eingesetzt sein. Vorteilhaft
sind Druckminderungsrohre, Turbinen oder andere Entspannungsvorrichtungen.
[0052] Ein Öffnungsgrad des Expansionsventils 230 wird durch einen Elektromotor, der üblicherweise
als Schrittmotor ausgeführt ist eingestellt, welcher durch die Steuereinheit oder
Regelung 500 gesteuert wird. Dabei wird der Niederdruck ND beim Expansionsventilaustritt
232 des Kältemittels aus dem Expansionsventil 230 so gesteuert, dass der sich einstellende
Niederdruck ND des Kältemittels im Betrieb des Verdichters 210 in etwa mit dem Verdampfungsdruck
des Kältemittels mit der Wärmequellenmedientemperatur T
WQ korrespondiert. Vorteilhaft wird die Verdampfungstemperatur des Kältemittels wenige
Kelvin unterhalb der Wärmequellenmedientemperatur T
WQ liegen, damit die Temperaturdifferenz eine Wärmeübertragung treibt.
[0053] Im Verdampfer erfolgt eine Übertragung von Verdampfungswärmeenergie Qv vom Wärmequellenfluid
des Wärmequellensystems 300, welches ein Solesystem, ein Erdwärmesystem zur Nutzung
von Wärmeenergie Q
Q aus dem Erdreich, ein Luftsystem zur Nutzung von Energie Q
Q aus der Umgebungsluft oder eine andere Wärmequelle sein, die die Quellenergie Q
Q an das Dampfkompressionssystem 200 abgibt.
[0054] Das in den Verdampfer 240 einströmende Kältemittel reduziert beim Durchströmen des
Verdampfers 240 durch Wärmeaufnahme Q
Q seinen Nassdampfanteil und verlässt den Verdampfer 240 vorteilhaft mit einem geringen
Nassdampfanteil oder vorteilhaft auch als überhitztes gasförmiges Kältemittel. Das
Wärmequellenmedium wird mittels einer Solepumpe 330 bei Sole - Wasser-Wärmepumpen
oder einem Außenluftventilator bei Luft/Wasser-Wärmepumpen durch den Wärmequellenmedienpfad
des Verdampfers 240 gefördert, wobei beim Durchströmen des Verdampfers dem Wärmequellenmedium
die Wärmeenergie Q
Q entzogen wird.
[0055] Im Rekuperator 250 wird Wärmeenergie Q
i zwischen dem vom Verflüssiger 220 zum Expansionsventil 230 strömenden Kältemittel
auf das vom Verdampfer 240 zum Verdichter 210 strömende Kältemittel übertragen, wobei
das vom Verdampfer 240 zum Verdichter 210 strömende Kältemittel insbesondere weiter
überhitzt.
[0056] Dieses überhitzte Kältemittel, welches mit einer Überhitzungstemperatur T
Ke aus dem Rekuperator 250 austritt, wird zum Kältemitteleintrittsanschluss 211 des
Verdichters 210 geleitet.
[0057] Der Rekuperator 250 ist im Dampfkompressionskreis 200 eingesetzt, um den Gesamt -
Wirkungsgrad als Quotient aus abgegebener Heizleistung Q
H und aufgenommener elektrischer Leistung P
e zum Antrieb des Verdichtermotors zu erhöhen.
[0058] Zu diesem Zweck wird dem Kältemittel, welches im Verflüssiger 220 Wärmeenergie Q
H auf einem wärmesenkenseitigen Temperaturniveau an das Heizmedium abgibt, im Hochdruckpfad
des Rekuperators 250 durch Unterkühlung weitere Wärmeenergie Q
i entzogen.
[0059] Der innere Energiezustand des Kältemittels beim Eintritt in den Verdampfer 240 ist
durch diesen Wärmeentzug Q
i reduziert, sodass das Kältemittel bei gleichem Verdampfungstemperaturniveau mehr
Wärmeenergie Q
Q aus der Wärmequelle 300 aufnehmen kann.
[0060] Anschließend wird dem Kältemittel, nach dem Verdampferaustritt 242 aus dem Verdampfer
240, im Niederdruckpfad bei Niederdruck ND und bei einer Niederdrucktemperatur T
Va entsprechend einer Verdampferaustrittstemperatur im Rekuperator 250 die im Hochdruckpfad
entzogene Wärmeenergie Q
i wieder zugeführt. Die Zuführung der Energie bewirkt vorteilhat eine Reduzierung des
Nassdampfanteils auf einen Zustand ohne Nassdampfanteil und dann erfolgt durch weitere
Energiezuführung eine Überhitzung.
[0061] Des Weiteren sind zur Erfassung des Betriebszustandes des Dampfkompressionssystems
200 vorteilhaft folgende Sensoren angeordnet, mit denen insbesondere zur Absicherung
und Optimierung der Betriebsbedingungen des Dampfkompressionssystems 200 insbesondere
bei Betriebszustandsänderungen eine modellbasierte Vorsteuerung umgesetzt ist.
[0062] Einerseits erfolgt vorteilhaft mit Hilfe der durch Sensoren erfassten Prozesswerte
eine Absicherungen bezüglich zulässiger Arbeitsbereiche der Komponenten wie insbesondere
dem Verdichter 210, andererseits erfolgen basierend auf den Sensordaten modellbasierte
Vorsteuerungen insbesondere einer Drehzahl des Verdichters 210 und/oder einem Ventilöffnungsgrad
des Expansionsventils, so dass die Regler zur Ausregelung einer sich dennoch, durch
die Vorsteuerung aber kleineren, Regelabweichung nur noch kleinere Korrekturen durchführen
muss:
- Ein Hochdrucksensor 503 vorteilhaft zur Erfassung des Hochdrucks HD des Kältemittels
am Verdichteraustritt 212 oder zwischen dem Verdichteraustritt 212 und dem Expansionsventileintritt
231,
- ein Heißgastemperatursensor 504 vorteilhaft zur Erfassung einer Heißgastemperatur
THG des Kältemittels am Verdichteraustritt 212, oder im Kältekreisabschnitt zwischen
dem Verdichteraustritt 212 und dem Verflüssigereintritt 221,
- ein Innentemperatursensor 506 vorteilhaft zur Erfassung der Innentemperatur Tle des Kältemittels zwischen dem hochdruckseitigem internen Rekuperatorauslass 252 des
Kältemittels aus dem Rekuperator 250 und dem Expansionsventileitritt 231. Die Innentemperatur
ist vorteilhaft auch als "Rekuperatoraustrittstemperatur Hochdruckpfad" benannt und
- vorteilhaft ein Rekuperatorinnentemperatursensor 505. Der Rekuperatorinnentemperatursensor
505 erfasst vorteilhaft Verflüssigeraustrittstemperatur TFA des Kältemittel in der Strömungsrichtung am Verflüssigeraustritt oder dem hochdruckseitigen
Rekuperatoreintritt und daher wird vorteilhaft die Verflüssigeraustrittstemperatur
TFA vom Rekuperatorinnentemperatursensor 505 gemessen.
[0063] Die folgenden Sensoren sind insbesondere für die Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens vorteilhaft:
- Ein Niederdrucksensor 502 zur Erfassung des Niederdrucks ND des Kältemittels am Verdichtereintritt
211, oder zwischen dem Expansionsventil 230 und dem Verdichtereintritt 211,
- ein Verdampferaustrittstemperatursensor 508 zur Erfassung der Verdampferaustrittstemperatur
TVa des Kältemittels am Verdampferaustritt 242 oder zwischen dem Verdampferaustritt 242
und dem niederdruckseitigen Eintritt des Kältemittels in den Rekuperatoreinlass 251
des Rekuperators 250 und
- ein Niederdrucktemperatursensor 501 misst vorteilhaft eine Verdichtereintrittstemperatur
oder dient vorteilhaft zur Erfassung der Kältemittelniederdrucktemperatur TND oder vorteilhaft einer Verdichtereintrittstemperatur TKE am Verdichtereintritt 211, oder zwischen dem niederdruckseitigem Rekuperatorauslass
252 des Kältemittels aus dem Rekuperator 250 und dem Verdichtereintritt 211.
[0064] Die Prozessgröße, welche einen maßgeblichen Einfluss auf den Gesamt - Wirkungsgrad
des Dampfkompressionskreises 200 als Quotient zwischen der vom Dampfkompressionskreis
200 übertragenen Heizleistung Q
H zu einer vom Verdichter 210 aufgenommenen elektrischen Leistung P
e hat, ist die Überhitzung des Kältemittels am Verdichtereintritt 211. Zur Einhaltung
zulässiger Verdichter - Betriebsbedingungen werden vorteilhaft allerdings Beschränkungen
bezüglich des erlaubten Überhitzungsbereiches des Kältemittels am Verdichtereintritt
eingehalten. Zu niedrige Überhitzungen gefährden insbesondere die Schmiereigenschaften
des Maschinenöls, zu hohe Überhitzungen bewirken insbesondere eine zu hohe Heißgastemperatur.
[0065] Die Überhitzung beschreibt die Temperaturdifferenz zwischen der erfassten Verdichtereintrittstemperatur
T
KE des Kältemittels und der Verdampfungstemperatur des Kältemittels bei gesättigtem
Dampf.
[0066] Erfindungsgemäß wird vorzugsweise die Verdichtereintrittsüberhitzung derart geregelt,
dass kein Kondensat durch Taupunktunterschreitung des in der Umgebungsluft enthaltenden
Wasserdampfanteils an Komponenten des Kältekreises insbesondere im Abschnitt zwischen
Kältemittelaustritt des Rekuperators 252 und Verdichtereintritt 211 ausfällt. Der
Kältekreisabschnitt zwischen Verdampferaus-tritt 242 und Rekuperatoreintritt 251 ist
zwar üblicherweise kälter, weil dieser typischerweise nur ein kurzer Rohrabschnitt
ist, ist eine bessere Isolierung im Vergleich zu dem Abschnitt zwischen Kältemittelaustritt
des Rekuperators 252 und Verdichtereintritt 211 möglich. Beispielsweise sitzt an der
Stelle des Verdichtereintritts 211 am Verdichter der Kältemittelabscheider, der geschützt
werden soll. Dieser kann schlecht eingehaust werden, so dass hier die Temperatur so
hochgehalten werden soll, dass nichts kondensiert. Die Problematik der Kondensation
tritt auf der Hochdruckseite im Regelfall nicht auf. Auch die Passage zwischen hochdruckseitigem
Rekuperatoraustritt 252 und Eintritt in das Expansionsventil 231 kühlt regelmäßig
in Abhängigkeit des Betriebspunktes bei idealen Wärmeübertragungsbedingungen im Rekuperator
250 auf das Temperaturniveau des Kältemittels am Verdampferaustritt 242 ab. Da aber
auch diese Passage typischerweise kurz ist und man kann sie sehr gut isolieren kann,
ist auch dieser Abschnitt im Regelfall nicht problematisch. Es sollte jedoch beachtet
werden, dass das erfindungsgemäße Verfahren einen Kondensatabfall grundsätzlich über
den gesamten Kreislauf der Wärmepumpe verhindern kann.
[0067] Wenn - zum Zwecke eines Zahlenbeispiels - ein Verdampfungstemperaturniveau von ca.
-10°C angenommen wird und die Temperatur am Soleeintritt 330 bei etwa -10°C, am Soleaustritt
310 etwa -13°C und am Verdichtereintritt 5°C beträgt, beträft die Überhitzung 15K.
[0068] Vorteilhaft sind bei vielen Anlagen Raumtemperatursensor und Raumfeuchtesensor, die
eine genaue Bestimmung der Auskondensierungsbedingungen der Luft ermöglicht, bspw.
liegt bei 21°C und 60% rel. Feuchte die Kondensationstemperatur im Bereich von 13°C.
Unter diesen Bedingungen findet also, so lange die Rohrtemperatur über 13°C zuzüglich
gegebenenfalls einen Puffer, bspw. 1K, keine Kondensation statt.
[0069] An dem selbstverständlich nicht einschränkenden Zahlenbeispiel festgehalten wird
nun die Erzielung einer Überhitzung von 15K bei einer Verdichtereintrittstemperatur
von 5°C erreicht. Diese Temperatur liegt unter den 13°C, die für die aktuellen Umgebungsbedingungen
als Kondensationstemperatur des in der Umgebungsluft befindlichen Wasserdampfanteils
bestimmt ist. Demnach findet Kondensation statt. Soll die Verdichtereintrittstemperatur
wenigstens 14°C, d.h. Kondensationstemperatur plus Puffer, betragen, muss die Überhitzung
um 9K größer werden, d.h. eine Überhitzung von 24K eingehalten werden.
[0070] Grenzwerte, insbesondere für die Überhitzung, legen arbeitspunktabhängig den zulässigen
Überhitzungsbereich der Komponenten am Verdichtereintritt 211 fest. Weiterhin bestehen
aber auch Abhängigkeiten zwischen der Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE und dem Gesamtwirkungsgrad des Dampfkompressionskreises 200 oder auch zwischen Verdichtereintrittsüberhitzung
dT
ÜE und einer Stabilität S eines Regelwertes R vorteilhaft bei der Ausregelung der Verdichtereintrittsüberhitzung.
[0071] Zur Berücksichtigung all dieser Anforderungen werden vorteilhaft in Abhängigkeit
des Arbeitspunktes des Dampfkompressionskreises 200, die Wärmequellenmedientemperatur,
die Heizmediumtemperatur, die Verdichterleistung P
e und Zielwerte Z oder der Zielwert Z für eine Berechnung der Verdichtereintrittsüberhitzung
dT
ÜE herangezogen. Alternativ oder zusätzlich kann aus den vom Arbeitspunkt abhängigen
Kältekreis-Messgrößen wie Wärmequellenmedientemperatur, Heizmediumtemperatur, Verdichterleistung
P
e und parametrierbaren, also an das Verhalten der jeweiligen Kältekreiskomponenten
angepasste Koeffizienten eine Berechnung des Zielwertes Z als Vorgabewert für die
Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE durchgeführt werden. Im einfachsten Fall ist der Zielwert für die Verdichtereintrittsüberhitzung
dT
ÜE unabhängig von allen Betriebsbedingungen konstant, z.B. 10 Kelvin. Bei einer komplexeren
Anpassung wird er als Funktion einer Arbeitspunktgröße, z.B. der Verdichterleistung
P
e variiert oder bei noch komplexerer Anpassung variiert er als Funktion mehrerer Arbeitspunktgrößen.
[0072] Es wird eine Regelabweichung der Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE und eine Regelabweichung der Verdampferaustrittsüberhitzung dT
ÜA miteinander gewichtet kombiniert, woraus im Regler 500 eine Gesamtregelabweichung
berechnet wird, welche zur Regelung des Dampfkompressionskreises 200 eingespeist wird.
Vorteilhaft präziser werden zunächst die Regelabweichungen von der Verdichtereintrittsüberhitzung
dT
ÜE und Verdampferaustrittsüberhitzung dT
ÜA durch die Bildung der Differenzen zwischen den jeweiligen Messwerten und Zielwerten
gebildet.
- Regelabweichung der Verdichtereintrittsüberhitzung dTÜE = Messwert Verdichtereintrittsüberhitzung - Zielwert Verdichtereintrittsüberhitzung
ZTÜE
- Regelabweichung der Verdampferaustrittsüberhitzung dTÜA = Messwert Verdampferaustrittsüberhitzung - Zielwert Verdampferaustrittsüberhitzung
ZTÜA
[0073] Dann wird vorteilhaft aus dem gewichteten Einfluss von der Regelabweichung der Verdichtereintrittsüberhitzung
dT
ÜE und dem gewichteten Einfluss der Regelabweichung der Verdampferaustrittsüberhitzung
dT
ÜA im Regler 500 die Gesamtregelabweichung berechnet, welche zur Regelung des Dampfkompressionskreises
200 eingespeist wird.
[0074] Beim Dampfkompressionskreis 200 passiert das Kältemittel nach der Entspannung durch
das Expansionsventil 230 zwei sequentiell angeordnete Wärmeübertrager, den Verdampfer
240 und den Rekuperator 250 in welchen dem Kältemittel Wärmeenergie Q
Q und Q
i zugeführt wird.
[0075] Im Verdampfer 250 wird dem Kältemittel Quellwärmeenergie Q
Q aus dem Wärmequellsystem 300 zugeführt. Das Temperaturniveau der zugeführten Quellwärme
Q
Q ist auf einem Temperaturniveau der Wärmequelle, insbesondere wie des Erdreiches oder
der Außenluft.
[0076] In dem in Kältemittel Hochdruck-Strömungsrichtung S
HD nachfolgenden Rekuperator 250 wird dem Kältemittel Wärmeenergie Q
i nach Verlassen des Verflüssigers 220 entzogen. Das Temperaturniveau des Kältemittels
am Austritt des Verflüssigers stellt sich in etwa auf Höhe der Rücklauftemperatur
des Heizmediums ein.
[0077] Diese Verschaltung des Verdampfers 240 mit dem Rekuperator 250 in Reihe hat einen
entscheidenden Einfluss auf die Übertragungsfunktion der Regelstrecke für die Regelung
Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE.
[0078] Der Regelwert R ist vorteilhaft die gewichtete Verknüpfung der Regelabweichung der
Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE mit der Regelabweichung der Verdampferaustrittsüberhitzung.
[0079] Aktor-Betriebszustandsgrößen mit einem Einfluss auf den Regelwert R, insbesondere
der Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE, sind im betreffenden Dampfkompressionskreis 200 die Verdichterdrehzahl und/oder
den Öffnungsgrad des Expansionsventils 230, womit auch vorteilhaft der Niederdruck
ND und das Verdampfungstemperaturniveau bestimmt sind.
[0080] Besonders vorteilhaft haben Aktoren Einfluss auf den Regelwert R, insbesondere auf
die gewichtete Verknüpfung der Regelabweichung der Verdichtereintrittsüberhitzung
mit der Regelabweichung der Verdampferaustrittsüberhitzung. Im betreffenden Dampfkompressionskreis
200 sind insbesondere der Verdichter 210 durch die Variation der Verdichterdrehzahl
und das Expansionsventil 230 durch Beeinflussung des Öffnungsgrades solche Aktoren.
Diese beiden Aktoren beeinflussen den Niederdruck ND und das Verdampfungstemperaturniveau.
[0081] Hierbei sind nicht alle Einflüsse gewünscht. So verändert beispielsweise vorteilhaft
eine Änderung der Verdichterdrehzahl zur Einregelung der gewünschten Heizleistung
ohne weitere kompensatorische Änderungen des Öffnungsgrades des Expansionsventils
den Regelwert R in unerwünschte Bereiche, sodass eine mit der Verdichterdrehzahländerung
einhergehende modellbasiert unterstützte Öffnungsgradänderung des Expansionsventils
zur Einregelung von R vorteilhaft, gegebenenfalls sogar erforderlich ist.
[0082] Vorteilhaft wird im Dampfkompressionskreis 200 die Verdichterdrehzahl so eingestellt,
dass die vom Dampfkompressionskreis 200 an das Heizmedium übertragene Heizleistung
QH dem angeforderten Zielwert Z entspricht. Zur Einhaltung dieser Vorgabe ist eine
Beeinflussung der Verdichterdrehzahl zur Regelung der Verdichtereintrittsüberhitzung
dT
ÜE vorteilhaft untergeordnet oder nicht angebracht.
[0083] Vorteilhaft wird der Öffnungsgrad des Expansionsventils 230 als Stellwert für die
Regelung der Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE verwendet. Der Einfluss des Öffnungsgrades des Expansionsventils 230 auf die Verdichtereintrittsüberhitzung
dT
ÜE vollzieht sich wie folgt:
[0084] Das Expansionsventil 230 agiert als Düse mit elektromotorisch verstellbarem Düsenquerschnitt,
bei welchem üblicherweise mittels eines Schrittmotor eine nadelförmige Düsennadel
per Gewinde in einen Düsensitz gefahren wird.
[0085] Der Kältemitteldurchsatz durch das Expansionsventil ist bei Betrieb mit flüssigem
Kältemittel am Expansionsventileintritt 231 in etwa proportional zur Quadratwurzel
des Druckunterschiedes zwischen dem Expansionsventileintritt 231 und -austritt 232
multipliziert mit einem aktuellen relativen Wert des Düsenquerschnitts oder Öffnungsgrads
und vorteilhaft einer vom Kältemittel - und einer Geometrie des Expansionsventils
230 abhängigen Konstante.
[0086] Da bei einer in einem Arbeitspunkt mit einer als konstant angenommenen Verdichterdrehzahl
und einer als konstant angenommenen Heizmediumtemperatur Tws auch der korrespondierende
Hochdruck HD des Kältemittels beim Eintritt in das Expansionsventil 230 als konstant
angenommen werden kann, beeinflusst der Öffnungsgrad des Expansionsventil 230 maßgeblich
nur den Niederdruck ND, also des Austrittsdruck aus dem Expansionsventil 230.
[0087] Wird der Öffnungsgrad des Expansionsventils 230 verringert, so passiert weniger Kältemittel
bei konstantem Hochdruck HD und zunächst noch konstantem Niederdruck ND das Expansionsventil
230. Da der Verdichter 210 aber weiterhin zunächst den gleichen Kältemittelmassenstrom
fördert, wird in Hochdruck-Strömungsrichtung S
HD durch das Expansionsventil 230 weniger Kältemittel zugeführt, als vom Verdichter
210 abgesaugt wird.
[0088] Da es sich bei Kältemitteldampf um ein kompressibles Medium handelt, sinkt dann der
Niederdruck ND auf der Niederdruckseite des Dampfkompressionskreises 200. Bei sinkendem
Niederdruck ND sinkt in etwa proportional der Massenstrom von Kältemittel durch den
Verdichter 210, da dessen Förderleistung sich angenähert als Rauminhalt / Zeit beschreiben
lässt, bedingt durch insbesondere die Kolbenhübe, und es stellt sich ein entsprechend
reduzierter Niederdruckwert ND ein, bei welchem der durch das Expansionsventil 230
zugeführte Kältemittelmassenstrom gleich dem vom Verdichter 210 abgeführten Kältemittelmassenstrom
ist.
[0089] Wird der Öffnungsgrad des Expansionsventils 230 vergrößert, so passiert mehr Kältemittel
bei konstantem Hochdruck HD und zunächst noch konstantem Niederdruck ND das Expansionsventil
230. Da der Verdichter 210 aber weiterhin zunächst den gleichen Kältemittelmassenstrom
fördert, wird der Niederdruckseite ND des Kältekreises durch das Expansionsventil
230 mehr Kältemittel zugeführt, als vom Verdichter 210 abgesaugt wird. Da es sich
beim Kältemitteldampf um ein kompressibles Medium handelt, steigt der Niederdruck
ND auf der Niederdruckseite des Dampfkompressionskreises 200. Bei steigendem Niederdruck
ND steigt die Massenstromförderleistung des Verdichters 210 in etwa proportional,
da dessen Förderleistung sich angenähert als Rauminhalt / Zeit beschreiben lässt,
und es stellt sich ein entsprechend erhöhter Niederdruck ND ein, bei welchem der durch
das Expansionsventil 230 zugeführte Kältemittelmassenstrom gleich dem vom Verdichter
210 abgeführte Kältemittelmassenstrom ist.
[0090] Der Niederdruck ND wiederum beeinflusst maßgeblich die Wärmeübertragung zwischen
Wärmequellenmedium und Kältemittel im Verdampfer 240. Der Wärmestrom Q
Q aus dem Wärmequellsystem 300 wird zwischen dem Wärmequellmedium und dem Kältemittel
mit unterschiedlicher Temperatur übertragen, wobei der Wärmestrom Q
Q dabei abhängig vom der Temperaturdifferenz zwischen dem Wärmequellmedium und dem
Kältemittel und dem Wärmeübergangswiderstand einer Wärmeübertragungsschicht des Verdampfers
240 ist.
[0091] Der Wärmeübergangswiderstand zwischen Wärmequellenmedienpfad des Verdampfers und
Kältemittelpfad des Verdampfers ist in einem jeweiligen Dampfkompressionskreis 200
als in etwa konstant anzunehmen. Daher ist die Größe der Wärmeübertragungsleistung
im Verdampfer 240 maßgeblich abhängig vom Integral der Temperaturdifferenzen aller
Flächenelemente der Wärmeübertragungsschicht.
[0092] Um ein hinreichendes Maß von Wärmeenergie Q
Q vom Wärmequellesystem 300 an das Kältemittel übertragen zu können, muss sichergestellt
sein, dass die Temperatur des Wärmequellenmediums in möglichst allen Flächenelementen
der Übertragungsschicht des Wärmeübertragers, hier des Verdampfers 240, größer ist
als die Temperatur des Kältemittels am jeweiligen Flächenelement ist.
[0093] Ist der Aggregatzustand des Kältemittels beim Durchströmen des Verdampfers 240 gesättigter
Dampf, so stellt sich eine Kältemitteltemperatur ein, welche durch die Sättigungsdampfkennlinie
als Stoffeigenschaft des Kältemittels eine Funktion des Niederdrucks ND des Kältemittels
ist. Somit lässt sich durch eine Steuerung des Niederdruckes ND oder auch eines Verdampfungsdruckes
indirekt eine Steuerung der Verdampfungstemperatur des Kältemittels beim Durchströmen
des Rekuperators 250 steuern.
[0094] Die Wärmeenergie Q
Q, welche vom Wärmequellensystem an das den Verdampfer 240 durchströmende Kältemittel
übertragen wird, bewirkt eine Aggregatzustandsbeeinflussung des Kältemittels.
[0095] Der Nassdampfanteil im gesättigten Kältemitteldampf nimmt bei konstantem Niederdruck
bei Wärmeübertragung an das Kältemittel ab. Bei einer unvollständigen Verdampfung
ist der Nassdampfanteil und damit auch der innere Energiezustand des Kältemittels
beim Austritt aus dem Wärmeübertrager eine Funktion vom:
- Nassdampfanteil bei Eintritt in den Verdampfer 240,
- Kältemittelmassenstrom,
- Übertragener Wärmeleistung QQ, und von einer
- Enthalpiedifferenz im Nassdampfgebiet beim jeweiligen Niederdruck ND, welche das Kältemittel
als eine zugeordnete Funktion des Drucks aufweist.
[0096] Zur vollständigen Verdampfung erfolgt eine zusätzliche Energiezuführung im Rekuperator
250, um das Kältemittel über den Zustand gesättigten Dampfes hinaus zu überhitzen.
[0097] Mit dem Verfahren wird bei gegebenen Betriebsbedingungen des Dampfkompressionskreises
200 in Abhängigkeit der Stellgröße "Öffnungsgrad Expansionsventil 230" ein korrespondierender
Kältemittelzustand beim Austritt aus dem Verdampfers 240 eingestellt.
[0098] Im eingeschwungenen Zustand ergibt sich hinsichtlich einer Regeltreckensteilheit
der "isolierten" Regelstrecke "Verdampfer 240" ein Regelstreckenverhalten mit moderater
Steilheit. Das Regelstreckenverhalten ist insbesondere gekennzeichnet durch Regelstreckenausgangswertes
Verdampferaustrittsüberhitzung als Funktion des Regelstreckeneingangswertes Expansionsventilöffnungsgrad.
[0099] Vorteilhaft wird ein Kältemittel, insbesondere als Kältemittel ein Kältemittelgemisch
verwendet, welches einen "Temperaturglide" aufweist, insbesondere wird vorteilhaft
R454C verwendet. Vorteilhaft wird bei einem Kältemittelgemisch mit einem Temperaturglide,
sich bei einer relativen Öffnungsgradänderung des Stellorgans Expansionsventil von
1 % rel. am Austritt des Kältemittels aus dem Verdampfer üblicherweise eine Überhitzungsänderung
von etwa kleiner 1 K eingestellt.
[0100] Die Einstellung dieses Zustandes erfolgt vorteilhaft auch durch eine regelungstechnische
Beeinflussung wenigstens einer oder mehrerer der verschiedenen folgenden Zeitkonstanten;
die letztendlich die Prozessgröße Kältemittelüberhitzung am Verdampferaustritt 242
beeinflussen:
- Eine erste Zeitkonstante bewirkt vorteilhaft eine Verzögerung der mechanischen Öffnungsgradänderung
des Expansionsventils 230 durch die Begrenzung der Verfahrgeschwindigkeit durch den
Regler 500, der Regelwert R wird in dieser ersten Zeitkonstante Z in der Verfahrgeschwindigkeit
durch einen Bremswert reduziert. Der Bremswert kann beispielsweise die reglertechnische
Zykluszeit, in welcher ein Verfahrschritt des Expansionsventils 230 gesteuert wird,
umfassen.
- Eine zweite Zeitkonstante wirkt durch den Regler 500 vorgegeben vorteilhaft auf eine
verzögerte Einstellung eines korrespondierenden Niederdruckes bei Öffnungsgradänderungen
des Expansionsventils 230 aufgrund der Kompressibilität des Kältemitteldampfes bei
Niederdruck ND im Niederdruckpfad.
- Eine dritte Zeitkonstante ist vorteilhaft eine thermische Zeitkonstante der Wärmeübertragungsschicht
des Verdampfers 240, wobei eine Änderung des Verdampfungsdruckes und damit der Verdampfungstemperatur
eine verzögerte Temperaturänderung der Wärmeübertragungsschicht des Verdampfers, welcher
oft mehrere Kilogramm Metall hat und des Wärmequellenmediums.
- Eine vierte Zeitkonstante ergibt sich vorteilhaft aus verzögerten Aggregatzustandsänderungen
des Kältemittels bei Verdampfungstemperaturänderungen.
- Eine fünfte Zeitkonstante ergibt sich vorteilhaft aus dem Transport des Kältemittels
durch den Verdampfer 240 mit einer endlichen Strömungsgeschwindigkeit.
[0101] Es stellt sich also vorteilhaft nach Änderung der Stellgröße "Öffnungsgrad des Expansionsventils
230" eine Verzögerung der korrespondierenden Kältemittelzustandsänderung beim Austritt
aus dem Verdampferaustritt 242 ein und eine Gesamtzeitkonstante Z
ges liegt arbeitspunktabhängig vorteilhaft im Bereich von 30 Sekunden bis etwa 5 Minuten.
[0102] Nach Durchströmung des Verdampfers 240 tritt das Kältemittel bei Niederdruck ND in
den Niederdruckpfad des Rekuperators 250 ein.
[0103] Der Aggregatzustand des Kältemittels beim Einströmen in den Rekuperators 250 ist
in einem üblichen Betriebsfall, also vorteilhaft entweder gesättigter Dampf mit einem
geringem Dampfanteil zwischen 0 bis 20 % oder insbesondere auch vorteilhaft auch bereits
überhitztes Kältemittel.
[0104] Bei vorteilhaft gesättigtem Dampf stellt sich eine Kältemitteltemperatur ein, welche
durch die Sättigungsdampfkennlinie des Kältemittels eine Funktion des Kältemitteldruckes
ist. Bei Eintritt von überhitztem Kältemittel wird die Kältemitteltemperatur maximal
eine Größe annehmen, welche der Eintrittstemperatur des Wärmequellenmediums entspricht.
In diesem Fall entspricht die Größe vorzugsweise der Eintrittstemperatur des Kältemittels
in den Hochdruckpfad des Rekuperators 250, also die Temperatur des Kältemittels nach
Austritt aus dem Verflüssiger 220.
[0105] Um ein hinreichendes Maß von Wärmeenergie vom Kältemittel des hochdruckseitigen Kältemittelpfad
an das Kältemittel des niederdruckseitigen Kältemittelpfad im Rekuperator 250 übertragen
zu können, muss sichergestellt sein, dass die Temperatur des Kältemittels des hochdruckseitigen
Kältemittelpfads auf Hochdruck HD in möglichst allen Flächenelementen der Übertragungsschicht
des Rekuperators 250 größer als die Temperatur des Kältemittels des niederdruckseitigen
Kältemittelpfades bei Niederdruck ND am jeweiligen Flächenelement ist.
[0106] Die korrespondierenden Temperaturen des Heizsystems 400 des Dampfkompressionssystems
200 sind in einem Heizfall höher als die korrespondierenden Temperaturen der Wärmequelle
wie dem Erdreich oder der Außenluft.
[0107] Die Wärmeenergie Q
i, welche vom Kältemittel bei Hochdruck HD des hochdruckseitigen Kältemittelpfads an
das Kältemittel bei Niederdruck im niederdruckseitigen Kältemittelpfad des Rekuperators
250 übertragen wird, bewirkt eine Aggregatzustandsbeeinflussung des Kältemittels auf
der Niederdruckseite. Der Nassdampfanteil des den Rekuperator 250 niederdruckseitig
bei Niederdruck ND durchströmenden Kältemittels nimmt bei einer Wärmeübertragung an
das Kältemittel ab und nach einer vollständigen Verdampfung erfolgt vorteilhaft eine
Überhitzung des Kältemittels.
[0108] Der innere Energiezustand des Kältemittels, beim Austritt aus dem niederdruckseitigen
Pfad des Rekuperators, wird vorteilhaft abhängig von einem oder mehreren der folgenden
Faktoren beeinflusst. Hierbei sollte beachtet werden, dass die Energiezustandsänderung
ausschließlich auf physikalischen Abhängigkeiten beruht, wobei der Regler die Steuerung
der Aktoren beeinflusst, was dann natürlich auch die physikalischen Größen wie den
Kältemittelmassenstrom beeinflusst:
- Nassdampfanteil bei Eintritt in den Rekuperator 250,
- Kältemittelmassenstrom,
- übertragene Wärmeleistung Qi, womit vorteilhaft abhängig von der Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur des
Kältemittels bei Hochdruck HD im hochdruckseitigen Kältemittelpfad und der Temperatur
des Kältemittels des niederdruckseitigen Kältemittelpfades bei Niederdruck ND geregelt
wird, und/oder
- eine Enthalpiedifferenz im Nassdampfgebiet beim jeweiligen Niederdruck ND.
[0109] Vorteilhaft wird somit bewirkt, dass sich in Abhängigkeit der gegebenen Betriebsbedingungen
des Dampfkompressionskreises 200 sowie in Abhängigkeit der Stellgröße "Öffnungsgrad
Expansionsventil 230" ein korrespondierender Kältemittelzustand beim Austritt 252
aus dem Rekuperator 250 beim Niederdruck ND einstellt.
[0110] Im eingeschwungenen Zustand ergibt sich hinsichtlich Regelstreckensteilheit der "isolierten"
Regelstrecke beim Niederdruck ND des Kältemittels im niederdruckseitiger Pfad des
Rekuperators 250 ein Regelstreckenverhalten mit hoher Steilheit, bei in etwa gleichbleibendem
inneren Energiezustand des Kältemittels beim Eintritt 251 in den niederdruckseitigen
ND Pfad des Rekuperators 250. Mit einer insbesondere relativen Öffnungsgradänderung
des Expansionsventil von 1 % wird eine Überhitzungsänderung am Austritt des Kältemittels
aus dem Verdampfer 230 von vorteilhaft etwa 10 K oder auch über 10 K eingestellt.
[0111] Gegenüber dem Rekuperator 250 erfolgt vorteilhaft eine wesentlich höhere Wärmeübertragung
im Verdampfer 240 zwischen dem Quellmedium und dem Kältemittel im Verdampfer 240.
[0112] So wird im Verdampfer 240 eine wesentlich höhere Wärmeübertragung als im Rekuperator
250 eingestellt, da der Umgebung mittels Verdampfer 240 eine wesentlich größere Energie
entzogen werden soll, als sie nur im Rekuperator 250 innerhalb des Kältekreises zu
übertragen. Die treibende Temperaturdifferenz beträgt beispielsweise im Rekuperator
zwischen 20 K bis 60 K, während diese im Verdampfer lediglich zwischen 3 K bis 10
K beträgt. Um die gewünschten Energien trotz unterschiedlicher treibender Temperaturdifferenzen
übertragen zu können, wird beispielsweise die Austauscherfläche des Verdampfers ca.
5 bis 20 mal größer ausgelegt als die des Rekuperators 250.
[0113] Die Einstellung dieses Zustandes erfolgt hierbei vorteilhaft unter Verwendung wenigstens
einer der folgenden Zeitkonstanten Z:
- Mit einer elften Zeitkonstante Zu wird vorteilhaft eine Verzögerung der mechanischen
Öffnungsgradänderung des Expansionsventils 230 durch die Begrenzung einer Verfahrgeschwindigkeit
vorgegeben.
- Eine zwölfte Zeitkonstante Z12 wirkt vorteilhaft auf die verzögerte Einstellung eines korrespondierenden Niederdruckes
ND bei Öffnungsgradänderungen des Expansionsventils 230 aufgrund der Kompressibilität
des Kältemitteldampfes im Niederdruckpfad ND.
- Eine 13. Zeitkonstante Z13 ist eine thermische Zeitkonstante der Wärmeübertragungsschicht des Verdampfers. Somit
bewirkt eine Änderung des Verdampfungsdruckes und damit der Verdampfungstemperatur
eine verzögerte Temperaturänderung der Wärmeübertrageschicht, welche oft mehrere Kilogramm
Metall beinhaltet, und des Kältemittels im Niederdruckpfad des Verdampfers 240.
- Eine 14. Zeitkonstante Z14 wird vorteilhaft aus verzögerten Aggregatzustandsänderungen des Kältemittels bei
Verdampfungstemperaturänderungen ermittelt oder vorgegeben.
- Eine 15. Zeitkonstante Z15 ergibt sich vorteilhaft aus dem Transport des Kältemittels durch den Verdampfer 240
mit einer endlichen Strömungsgeschwindigkeit und wird berücksichtigt.
[0114] Der niederdruckseitige Kältemittelpfad des Rekuperators 250 wird aus dem Verdampferaustritt
242 des Verdampfers 240 gespeist. Der innere Energiezustand des Kältemittels wird
auch hier bereits durch zumindest zwei Zeitkonstanten Z, Z
11, Z
12, Z
13, Z
14, Z
15, Z
ges nach Änderung der Stellgröße "Öffnungsgrad Expansionsventil" verzögert.
[0115] Nach Änderung der Stellgröße "Öffnungsgrad Expansionsventil 230" stellt sich dann
eine weitere Verzögerung der korrespondierenden Kältemittelzustandsänderung durch
das Zeitverhalten des Rekuperators 250 beim Austritt aus dem niederdruckseitigen Kältemittelpfad
des Rekuperators 250 ein.
[0116] Das Zeitverhalten des Rekuperators 250 lässt sich vorteilhaft als Rekuperatorgesamt
- Zeitkonstante Z
ges abhängig vom jeweiligen Arbeitspunkt des Dampfkompressionskreises im Bereich zwischen
in etwa 1 Minuten bis 30 Minuten berücksichtigen.
[0117] Es erfolgt vorteilhaft eine gewichtete Kombination Verdichtereintrittsüberhitzung
dT
ÜE und der der Verdampferaustrittsüberhitzung dT
ÜA, indem insbesondere mittels einer gewichteten Kombination der Regelabweichung der
Verdichterüberhitzung und der Regelabweichung der Verdampferaustrittsüberhitzung dT
ÜA die Gesamtregelabweichung berechnet wird, welche im Regler 500 zur Regelung des Dampfkompressionskreises
200 eingespeist wird.
[0118] Die Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE wird vorteilhaft als Haupt - Regelgröße verwendet und die korrespondierenden Signalflüsse
und Signalverarbeitungen erfolgt insbesondere in den folgenden Verfahrensschritten:
Schritt 1: Zunächst werden die Prozessgrößen Verdichtereintrittsüberhitzung dTÜE vorteilhaft als Hauptregelgröße und die Verdampferaustrittsüberhitzung dTÜA vorteilhaft als Hilfsgröße in einem ersten Verfahrensschritt messtechnisch erfasst.
[0119] Dazu wird jeweils eine Verdampfungstemperatur des Kältemittels am jeweiligen Erfassungspunkt
entweder
- direkt messtechnisch ermittelt, mit einem Temperatursensor, welcher so positioniert
ist, dass er eine der Kältemitteltemperatur im Nassdampfgebiet entsprechende Temperatur
erfasst oder
- indirekt messtechnisch ermittelt, mit einem Drucksensor, welcher einen Kältemitteldruck
des im Nassdampfgebiet verdampfenden Kältemittels erfasst und aus der kältemittelspezifischen
Abhängigkeit zwischen Druck und Temperatur im Nassdampfgebiet dann die Verdampfungstemperatur
berechnet wird.
[0120] Des Weiteren wird am jeweiligen dem Überhitzungsmesspunkt, insbesondere am Verdampferausgang
242 und/oder am Verdichtereingang 211 zugeordneten Temperaturen der Kältemitteltemperatur
mittels Temperatursensoren 501, 508 erfasst. Es wird dann die Temperaturdifferenz
des Kältemittels am jeweiligen Messpunkt und der Verdampfungstemperatur berechnet
und dieser Temperaturdifferenzwert entspricht dann der jeweiligen Überhitzung des
Kältemittels am Messpunkt.
[0121] Ausgangsgrößen der Berechnung in Schritt 1 sind dann die Verdichtereintrittsüberhitzung
dT
ÜE und die Verdampferaustrittsüberhitzung dT
ÜA.
[0122] Schritt 2: Die Prozessgrößen Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE und Verdampferaustrittsüberhitzung dT
ÜA werden zur Bildung zugeordneter Regelabweichungen mit jeweils zugeordneten Sollwerten
in einem zweiten Schritt vorteilhaft verrechnet:
Der Sollwert für die Verdichtereintrittsüberhitzung dTÜE am Verdampferaustritt 242 wird vorteilhaft zur Sicherstellung des zulässigen Verdichtersbetriebsbereiches
und eines möglichst hohen Wirkungsgrades des Kältekreises im Bereich zwischen ca.
5 K bis 20 K variiert.
[0123] Der Sollwert für die Verdampferaustrittsüberhitzung dT
ÜA wird dann in Abhängigkeit der Kältekreis-Betriebsart und des Kältekreis-Arbeitspunktes
so variiert, dass die Verdampferüberhitzung im eingeschwungenen Regelfall in etwa
dem sich einstellenden Prozesswert der Verdampferaustrittsüberhitzung dT
ÜA entspricht. Dieser Sollwert für die Verdampferaustrittsüberhitzung dT
ÜA kann modellbasiert in Abhängigkeit von einer Betriebsart oder einem Arbeitspunkt
abhängig von der Verdampfungstemperatur, der Kondensationstemperatur, der Verdichterleistung,
einem Sollwert der Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE am Verdampferaustritt 242 und/oder von Komponenteneigenschaften vorberechnet werden
und adaptiv korrigiert werden.
[0124] Es wird dann die Regelabweichung der Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE berechnet, indem vom Prozesswert der Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE der Sollwert der Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE subtrahiert wird.
[0125] Es wird dann die Regelabweichung der Verdampferaustrittsüberhitzung dT
ÜA berechnet, indem vom Prozesswert der Verdampferaustrittsüberhitzung dT
ÜA der Sollwert der Verdampferaustrittsüberhitzung dT
ÜA subtrahiert wird.
[0126] Schritt 3: In einem dritten Verfahrensschritt werden die Regelabweichung der Verdichtereintrittsüberhitzung
dT
ÜE und die Regelabweichung der Verdampferaustrittsüberhitzung dT
ÜA vorteilhaft zu einer Gesamtregelabweichung-Überhitzung kombiniert.
[0127] Die Kombination erfolgt insbesondere mittels einer gewichteten Addition der Einzel
- Regelabweichungen.
[0128] Der Gewichtungseinfluss ist ein Maß für die anteilige Kombination der Einzel - Regelabweichungen
und kann im Extremfall die ausschließliche Einbeziehung nur einer Einzel - Regelabweichung,
aber üblicherweise die gewichtete Einbeziehung beider Einzel - Regelabweichungen bewirken.
[0129] Vorteilhaft wird der Gewichtungseinfluss als Wert zwischen 0 bis 1, also 0 bis 100
% veranschlagt und dieser Wert wird auf den Grad der Einbeziehung der Regelabweichung
der Verdichtereintrittsüberhitzung dT
ÜE in die Gesamt - Regelabweichung einbezogen, womit sich für die Berechnung der Gesamt
- Regelabweichung folgende Abhängigkeit ergibt:
Gesamt - Regelabweichung Überhitzung =
(Gewichtungseinfluss * Regelabweichung Verdichtereintrittsüberhitzung) + ((1 - Gewichtungseinfluss)
* Regelabweichung Verdampferaustrittsüberhitzung)
[0130] Der Wert des Gewichtungseinfluss kann vorteilhaft von der Betriebsart und/oder dem
Arbeitspunkt der Wärmepumpe 100 abhängig variiert werden:
- Beim Betriebsartübergang zwischen Betriebsart = Betrieb mit ausgeschaltetem Verdichter
210 und Betriebsart = Betrieb mit eingeschaltetem Verdichter 210 im Heizbetrieb wird
aufgrund der dynamischen Prozesswerteänderungen beim Anfahren des Dampfkompressionssystems
200 vorteilhaft ausschließlich zunächst die Regelabweichung Verdampferaustrittsüberhitzung
dTÜA in die Gesamt - Regelabweichung einbezogen, insbesondere ist der Wert eines Gewichtungseinflusses
dann zunächst = 0 oder ein Wert vorteilhaft unter 20 %.
- Nach einer Stabilisierungsphase des Dampfkompressionssystems 200 ist es vorteilhaft,
nicht spontan auf den für den Regelbetrieb ausgelegten Wert des Gewichtungseinflusses
umzuschalten, sondern den Übergang rampenförmig zu gestalten. In diesem Fall ist es
vorteilhaft, dass der Wert vom Gewichtungseinfluss vom Startwert = 0, oder einem Wert
insbesondere unter 20%, vorteilhaft rampenförmig auf den vorgesehenen Zielwert angehoben
werden. Hiermit wird insbesondere eine Werteunstetigkeit bei einem spontanen Umschalten
vermieden und somit Regelschwingungen vermieden.
- Der Zielwert des Gewichtungseinflusses wird vorteilhaft an die jeweilige Betriebsart
und den Arbeitspunkt angepasst. Betriebspunkte, welche sich durch erhöhte Schwingneigung
auszeichnen bedürfen vorteilhaft einer geringeren Gewichtung der Regelabweichung der
Verdichtereintrittsüberhitzung dTÜE, insbesondere wird hiermit ein regeltechnisch kritisches Signalverhalten der Verdichtereintrittsüberhitzung
dTÜE aufgrund der gegenüber der Verdampferaustrittsüberhitzung dTÜA größeren Signalverzögerung und größeren Streckensteilheit eine Schwingneigung vermieden.
[0131] Schritt 4: In einem vierten Verfahrensschritt wird die berechnete Gesamt - Regelabweichung
der Überhitzung dann im Regler 500 verarbeitet, welcher die korrespondierenden Aktoren
des Kältekreises, insbesondere das Expansionsventil 230 mit dem stellbarem Öffnungsgrad
und/oder den Verdichter 210 mit stellbarer Verdichterdrehzahl, so steuert, dass sich
im eingeregelten Fall eine Regelabweichung der Überhitzung gleich möglichst etwa 0
Kelvin einstellt.
[0132] Dabei kann ein P, I, PI, PID - Regler eingesetzt werden, wobei die Regelanteile an
die jeweilige Betriebsart und den Arbeitspunkt vorteilhaft dynamisch angepasst werden.
[0133] Fig. 3 zeigt das log p/h Diagramm der Fig. 2, wobei statt der in Fig. 2 gezeigten
Prozessvariablen die zugrundeliegenden Prozesse beschrieben sind. Die Prozessvariablen
sind zur besseren Erkennbarkeit nicht dargestellt.
[0134] In einem Schritt 810 wird das Kältemittel in dem Verdichter 210 von Niederdruck ND
auf Hochdruck HD verdichtet, wobei sich die Temperatur ebenfalls von der Verdampferaustrittstemperatur
T
KE auf die Heißgastemperatur T
HG erhöht.
[0135] In dem Verflüssiger 220 kommt es unter Abgabe der Heizleistung Q
H zunächst zu einer Enthitzung in Schritt 820, bevor das Kältemittel anschließend in
Schritt 830 verflüssigt wird. Die Verflüssigung wird in dem Verflüssiger 220 vorzugsweise
vollständig abgeschlossen.
[0136] Bei nachfolgendem Durchtritt durch den Rekuperator 250 wird das flüssige Kältemittel
in Schritt 850 unterkühlt, bevor es in Schritt 860 in dem Expansionsventil 230 auf
den Niederdruck ND entspannt wird.
[0137] In Schritt 870 wird das flüssige und entspannte Kältemittel im Verdampfer 240 nahezu
vollständig verdampft, bevor es im Rekuperator 250 schließlich in Schritt 890 überhitzt
wird.
[0138] Das überhitzte Kältemittel wird dann wieder in Schritt 810 im Verdichter 210 verdichtet,
so dass der Kreisprozess erneut durchlaufen werden kann.
[0139] Im Unterschied dazu wird ein log p / h Diagramm eines Arbeitspunktes mit Kältemittelmangel
in Fig. 4 gezeigt, wobei gleiche Prozessschritte wie in Fig. 3 mit gleichen Bezugszeichen
bezeichnet werden.
[0140] Der erste Unterschied tritt in Schritt 830 auf. Die Verflüssigung wird nicht in dem
Verflüssiger 220 abgeschlossen, sondern das noch gasförmige Kältemittel tritt in den
Rekuperator 250 ein und wird in einem Schritt 840 in dem Rekuperator 250 verflüssigt.
Anstatt der Abgabe der Wärmeenergie an das Wärmequellensystem wird die Energie also
intern von dem Hochdruck in den Niederdruckpfad übertragen, was die Leistungszahl
verringert.
[0141] Entsprechend wird in Schritt 870 die Verdampfung nicht in dem Verdampfer 240 abgeschlossen.
Ein wesentlicher Anteil der Verdampfung findet in einem Schritt 880 erst in dem Rekuperator
250 statt.
[0142] Deutlich sichtbar ist der größere ausgefüllt gezeichnete Pfeil, der den Wärmeübertragungsbetrag
in dem Rekuperator 250 darstellt. Je weiter der Pfeil innerhalb des von Siedelinie
und Taulinie umschriebenen Bereiches liegt, desto weniger Effizient arbeitet der Kältekreis.
Dieser Zustand wird erfindungsgemäß erkannt und, falls möglich, behoben.