[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Vorratsbehälter für eine Vorrats- und Abgabestation
für Kleinstückgüter, insbesondere Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsprodukte.
[0002] Moderne Blisterautomaten, wie sie beispielsweise in der
WO 2013/034504 A1 offenbart sind, umfassen, je nach Ausbaustufe, mehrere hundert Vorrats- und Abgabestationen.
In diesen sind jeweils eine Mehrzahl von Arzneimittelportionen eines bestimmten Arzneimittels
gelagert, und auf Anforderung können einzelne Arzneimittelportionen abgegeben werden.
Mit dem Blisterautomaten werden die in den Vorrats- und Abgabestationen gelagerten
Arzneimittelportionen patientenindividuell gemäß den ärztlich verordneten Eingabezeitpunkten
zusammengestellt und verblistert.
[0003] Zur Zusammenstellung der Arzneimittelportionen werden entsprechende Vorrats- und
Abgabestationen zur Abgabe einer oder mehrerer Arzneimittelportionen angesteuert.
Bei der Ansteuerung einer Vorrats- und Abgabestation wird mit einer Vereinzelungseinrichtung,
die in dem Vorratsbehälter der Vorrats- und Abgabestation angeordnet ist, eine einzelne
Arzneimittelportion separiert und über eine Abgabeöffnung in dem Vorratsbehälter einer
Führungseinrichtung des Blisterautomaten übergeben. Mittels der Führungseinrichtung
wird eine abgegebene Arzneimittelportion, gegebenenfalls unter Zwischenschaltung einer
Sammeleinrichtung, einer Verpackungseinrichtung zugeführt, welche einzelne oder mehrere
Arzneimittelportionen entsprechend einer ärztlichen Vorgabe verblistert.
[0004] Zur Vereinzelung der Arzneimittelportionen, die in einem Vorratsbehälter einer Vorrats-
und Abgabestation gelagert sind, umfasst die Vereinzelungseinrichtung einen Rotor
mit einer Mehrzahl von Kanälen, die üblicherweise am Außenumfang des Rotors angeordnet
sind. Die Kanäle müssen an die jeweils zu vereinzelnden Arzneimittelportionen hinsichtlich
ihrer Abmessungen derart angepasst werden, dass in einem Kanal die Arzneimittelportionen
lediglich übereinander, nicht aber nebeneinander angeordnet sein können. Die Kanäle
können beispielsweise derart bemessen sein, dass in einem Kanal lediglich eine Arzneimittelportion
aufgenommen werden kann. Zur Abgabe einer Arzneimittelportion aus einem Kanal wird
ein Kanal über die Abgabeöffnung in der Bodenfläche des Gehäuses des Vorratsbehälters
bewegt, und die in dem Kanal (an unterster Stelle) angeordnete Arzneimittelportion
rutscht beziehungsweise fällt schwerkraftbedingt in die Abgabeöffnung. Um zu vermeiden,
dass weitere in dem oder über dem Kanal lagernde Arzneimittelportionen ebenfalls abgegeben
werden, also eine unbekannte Anzahl von Arzneimittelportionen abgegeben wird, ist
in dem Bereich über der Abgabeöffnung ein Rückhalteabschnitt eines Rückhaltemittels
bzw. Separators zumindest in oder über dem Kanal geführt beziehungsweise angeordnet,
der an der Abgabeöffnung ausgerichtet ist. Der Rückhalteabschnitt ist in Bezug auf
die Höhe des Kanals derart in diesem oder über diesem angeordnet, dass unter dem Rückhalteabschnitt
lediglich eine Arzneimittelportion angeordnet sein kann. Sofern der Rückhalteabschnitt
in den Kanal geführt ist, um die unterste Arzneimittelportion von darüber angeordneten
zu trennen, weisen einzelne Kanäle separierende Vorsprünge einen Schlitz auf, welcher
den Rückhalteabschnitt aufnimmt. Sofern der Rückhalteabschnitt über den Kanälen angeordnet
beziehungsweise geführt ist, ist dieser regelmäßig nur geringfügig über den oberen
Enden der Vorsprünge geführt, so dass vermieden wird, dass bei Abgabe der Arzneimittelportion
weitere Arzneimittelportionen in den Kanal gelangen.
[0005] Die Vereinzelungseinrichtung ist bei bekannten Vorratsbehältern in einem zumindest
innen kreiszylinderförmigen Abschnitt des Gehäuses des Vorratsbehälters angeordnet
und umfasst eine der Gehäuse-Bodenfläche zugewandte Grundfläche. Um eine möglichst
reibungsfreie Drehbarkeit der Vereinzelungseinrichtung zu gewährleisten und ein Ableiten
von z. B. Arzneimittelabrieb zu gewährleisten, ist zwischen Gehäuse-Bodenfläche und
Grundfläche der Vereinzelungseinrichtung stets ein Spalt ausgebildet. Bei der Vereinzelung
selbst reiben die Arzneimittel- und Nahrungsmittelergänzungsportionen aneinander und
an Bauteilen des Vorratsbehälters, wodurch diese Bauteile und die Arzneimittel- und
Nahrungsmittelergänzungsportionen elektrostatisch aufgeladen werden, so dass eine
elektrostatische Anziehung zwischen diesen besteht. Aufgrund dieser elektrostatischen
Anziehung kann es bei einer Ausrichtung eines Kanals an der Abgabeöffnung der Gehäuse-Bodenfläche
vorkommen, dass die Arzneimittelportion (im Nachfolgenden wird lediglich von Arzneimittelportion
gesprochen, entsprechendes gilt aber auch für Nahrungsmittelergänzungsprodukte und
entsprechende Kleinstückgüter) nicht schwerkraftbedingt durch die Abgabeöffnung fällt,
sondern sich bei dem eigentlichen Abgabevorgang oder ggf. auch bei einer Bewegung
über die Gehäuse-Bodenfläche unter die Grundfläche zieht und an der Grundfläche hängen
bleibt. Folge ist eine Nichtabgabe oder verspätete Abgabe der Arzneimittelportion,
was zu einer fehlerhaften Zusammenstellung von Arzneimittelportionen führt, wobei
eine verspätete Abgabe zu zwei fehlerhaften Zusammenstellungen führt - bei einer Zusammenstellung
fehlt eine Arzneimittelportion, bei einer anderen nachfolgenden Zusammenstellung wird
eine Arzneimittelportion zu viel verblistert. Insbesondere die zweite Variante ist
vor dem Hintergrund von unerwünschten Wechselwirkungen zwischen bestimmen Arzneimittelarten
besonders kritisch.
[0006] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Vorratsbehälter für eine Vorrats-
und Abgabestation für Kleinstückgüter bereitzustellen, bei welchem fehlerhafte Arzneimittelabgaben
durch ein Hängenbleiben einer Arzneimittelportion an der Grundfläche der Vereinzelungseinrichtung
vermieden werden.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Vorratsbehälter nach Anspruch 1. Der erfindungsgemäße
Vorratsbehälter für eine Vorrats- und Abgabestation für Kleinstückgüter umfasst ein
einen Aufnahmeraum für Kleinstückgüter umschließendes Gehäuse mit einem innen kreiszylinderförmigen
Abschnitt und einer eine Abgabeöffnung aufweisenden Gehäuse-Bodenfläche, eine in dem
kreiszylinderförmigen Abschnitt angeordnete Vereinzelungseinrichtung mit mehreren
Kanälen zur Aufnahme zumindest eines Kleinstückguts und mit einer der Gehäuse-Bodenfläche
zugewandten Grundfläche, wobei die Grundfläche Abgabeöffnungen der Kanäle aufweist.
Der Vorratsbehälter umfasst ferner ein Rückhaltemittel mit einem Positioniermittel
und einem Rückhalteabschnitt, wobei das Positioniermittel das Rückhaltemittel über
der Abgabeöffnung hält.
[0008] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Grundfläche der Vereinzelungseinrichtung
zumindest abschnittsweise (und insbesondere im Bereich der Abgabeöffnungen der Kanäle)
zur Verminderung einer möglichen Kontaktfläche zwischen Grundfläche und Kleinstückgut
eine Mehrzahl von Vertiefungen und/oder Erhebungen aufweist, wobei deren Form und
Größe derart gewählt ist, dass eine elektrostatische Anziehung zwischen Kleinstückgütern
und der Grundfläche vermindert ist.
[0009] Erfindungsgemäß wird von Vertiefungen und/oder Erhebungen gesprochen, da bei einer
ebenen Grundfläche stets das eine das andere bedingt - wenn die Vertiefungen überwiegen,
sind die Erhebungen das "herausragende" Merkmal, wenn die Erhebungen überwiegen, sind
die Vertiefungen das herausragende Merkmal. Wesentlich ist, dass die Verminderung
der Kontaktfläche zu einer verminderten elektrostatischen Anziehung führt, so dass
ein Einziehen oder Anhaften von Arzneimittelportionen an der Grundfläche vermieden
wird. Die Gestaltung der Vertiefungen/Erhebungen ist auch abhängig von der Form der
zu vereinzelnden Arzneimittelportionen - wenn beispielsweise flache kreisförmige Arzneimittelportionen
zu vereinzeln sind, sollten beispielweise Vertiefungen nicht so gewählt werden, dass
die flache Arzneimittelportion mit dem flachen Abschnitt mehr oder weniger genau in
eine Vertiefung passt. Eine Wahl der geeigneten Vertiefungen/Erhebungen ergibt sich
für den Fachmann aber sofort aus der genauen Gestalt und weiteren Charakteristika
der zu vereinzelnden Arzneimittelportionen.
[0010] Die Verminderung der Kontaktfläche vermindert eine mögliche elektrostatische Anziehung
zwischen Grundfläche und Arzneimittelportion, ein Einziehen oder Anhaften findet nicht
statt, eine fehlerhafte Abgabe von Arzneimittelportionen wird vermieden.
[0011] Bei einer besonders einfach herstellbaren bevorzugten Ausführungsform, bei welcher
die Kanäle als nach außen offene Kanäle am Außenumfang der Vereinzelungseinrichtung
durch eine Mehrzahl von Stegen definiert sind, sind Vertiefungen/Erhebungen in den
Stegen angeordnet. Bedingt durch die Drehbewegung bei der Vereinzelung und der Anordnung
am Außenumfang findet in einem solchen Fall das "Einziehen" regelmäßig unter einen
Steg statt, so dass es sinnvoll ist, den Steg mit Vertiefungen/Erhebungen zu versehen.
Zusätzlich können aber auch weitere Vertiefungen/Erhebungen an dem verbleibenden,
zumeist ringförmig ausgebildeten Abschnitt der Grundfläche angeordnet sein, insbesondere
im Bereich der Ausgabeöffnung der Kanäle.
[0012] Wie bereits oben dargelegt, ist die genaue Ausgestaltung der Vertiefungen/Erhebungen
von dem genauen Aufbau der Vereinzelungseinrichtung und den zu vereinzelnden Arzneimittelportionen
abhängig. Das Problem des Einziehens bzw. Hängenbleibens an der Grundfläche tritt
aber insbesondere bei leichten flachen oder ovalen Arzneimittelportionen auf. Bei
einer bevorzugten Ausführungsform, bei welcher die Vertiefungen besonders einfach
herstellbar sind, ist es vorgesehen, dass Vertiefungen (bzw. zumindest ein Teil davon)
als radiale Nuten ausgebildet sind. Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein,
dass Vertiefungen als koaxiale Nuten ausgebildet sind.
[0013] Unabhängig von der genauen Ausgestaltung der Vertiefungen/Erhebungen ist es regelmäßig
notwendig, die Vereinzelungseinrichtung zu reinigen - entweder weil diese ausgetauscht
werden soll, oder weil sich zu viel Arzneimittelabrieb in dem Vorratsbehälter angeordnet
hat. Bei einer bevorzugten Ausführungsform, bei welcher Vertiefungen besonders leicht
gründlich gereinigt werden können, ist es vorgesehen, dass die radialen Nuten zum
Außenumfang der Vereinzelungseinrichtung offen ausgebildet sind. Darüber hinaus ist
es bei dieser Ausführungsform konstruktiv besonders einfach die Nuten einzubringen.
[0014] Im Nachfolgenden wird eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Vorratsbehälters
anhand der beigefügten Zeichnung beschrieben, in welcher
Figuren 1a, 1b und 2 verschiedene Schrägansichten der bevorzugten Ausführungsform
zeigen,
Figur 3 eine Draufsicht der bevorzugten Ausführungsform zeigt, wobei die Vereinzelungseinrichtung
fortgelassen ist,
Figuren 4a und 4b Schnittansichten der bevorzugten Ausführungsform zeigen, wobei bei
Figur 4b das Innere der Vereinzelungseinrichtung veranschaulicht ist,
Figur 5 eine Kombination aus Vereinzelungseinrichtung und Rückhaltemittel zeigt,
Figur 6 eine Seitenansicht der Vereinzelungseinrichtung bei Abgabe einer Arzneimittelportion
zeigt, und
Figuren 7a und 7b Detailansichten der Vereinzelungseinrichtung zeigen.
[0015] Figuren 1a, 1b und 2 zeigen verschiedene Schrägansichten einer bevorzugten Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Vorratsbehälters 1. Der erfindungsgemäße Vorratsbehälter 1 umfasst
ein einen Aufnahmeraum 2 für Arzneimittelportionen umschließendes Gehäuse 10, welches
im unteren Abschnitt einen innen kreiszylinderförmigen Abschnitt 11 aufweist. Der
Vorratsbehälter 1 umfasst ferner eine Grundplatte 12, und einen Deckel 14, der während
des Betriebes der Vorrats- und Abgabestation auf dem Gehäuse 10 angeordnet ist und
für ein Nachfüllen abgenommen werden kann. Um den Vorratsbehälter 1 besser händeln
zu können, umfasst dieser im "vorderen" Bereich einen Griff 13. Wie dies insbesondere
in Figur 2 zu erkennen ist, ist in dem innen kreiszylinderförmigen Abschnitt 11 eine
Vereinzelungseinrichtung 30 mit einer dem Aufnahmeraum 2 zugewandten Oberfläche 31
angeordnet. Auf der Oberfläche 31 sind bei der gezeigten Ausführungsform drei Vorsprünge
34 angeordnet, die für eine Bewegung der Arzneimittelportionen innerhalb des Aufnahmeraums
sorgen und somit ein Gleiten von Arzneimittelportionen in Kanäle 32 fördern. Bei der
gezeigten Ausführungsform sind die Kanäle am Außenumfang der Vereinzelungseinrichtung
30 angeordnet. Die Kanäle sind definiert durch eine Mehrzahl von Stegen 33, die an
einem Grundkörper der Vereinzelungseinrichtung angeordnet sind. Die Stege selbst können
angesetzt sein, sie können aber auch ausgebildet werden, indem die Kanäle 32 aus dem
Grundkörper ausgefräst werden.
[0016] Figur 3 zeigt eine Draufsicht auf die bevorzugte Ausführungsform, wobei bei dieser
Draufsicht die Vereinzelungseinrichtung 30 fortgelassen ist. Wie es in Figur 3 zu
erkennen ist, umfasst das Gehäuse eine Gehäuse-Bodenfläche 15, in der eine Abgabeöffnung
16 angeordnet ist. "Unter" der Abgabeöffnung ist ein Verbindungsmittel 17 angeordnet,
über welches die abgegebene Arzneimittelportion einer (nicht gezeigten) Führungseinrichtung
übergeben wird. Um eine Arzneimittelportion aus einem Kanal abzugeben, wird die Vereinzelungseinrichtung
mittels eines in Figur 3 angedeuteten Kopplungsmittels 50 derart gedreht, dass ein
Kanal über der Abgabeöffnung 16 angeordnet ist, so dass eine in einem Kanal angeordnete
Arzneimittelportion schwerkraftbedingt durch die Abgabeöffnung 16 und das Verbindungsmittel
17 fällt.
[0017] Figuren 4a und 4b zeigen Schnittansichten der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Vorratsbehälters, wobei bei Figur 4b das Innere der Vereinzelungseinrichtung erkennbar
ist. Wie dies in Figuren 4a und 4b zu erkennen ist, wird die Vereinzelungseinrichtung
30 über das Kopplungsmittel 50 in dem kreiszylinderförmigen Abschnitt 11 gehalten.
Ebenfalls zu erkennen ist, dass zwischen einer Grundfläche 36 (siehe dazu Figur 4b)
der Vereinzelungseinrichtung, die bei der gezeigten Ausführungsform bedingt durch
die Kopplung mit dem Kopplungsmittel 50 innen ringförmig ausgebildet ist, und der
Gehäuse-Bodenfläche 15 ein Spalt ausgebildet ist, in welchen gegebenenfalls Arzneimittelportionen
eingezogen werden können. Bei der gezeigten Ausführungsform umfasst die Grundfläche
der Vereinzelungseinrichtung ferner Bereiche, die durch die Stege 33 gebildet werden,
wie dies bei nachfolgenden Figuren eindeutiger zu erkennen ist.
[0018] Bedingt durch die elektrostatische Aufladung der Arzneimittelportionen und/oder der
Vereinzelungseinrichtung kann die elektrostatische Anziehung zwischen diesen bewirken,
dass eine Arzneimittelportion an der Grundfläche 36, insbesondere im Bereich der Stege,
anhaftet. Um dies zu vermeiden sieht die Erfindung vor, eine mögliche Kontaktfläche
zwischen Arzneimittelportion und Grundfläche zu vermindern, und zwar indem Vertiefungen/Erhebungen
in die Grundfläche eingebracht werden. Wie man bei Figur 4b bereits angedeutet erkennen
kann, sind bei der gezeigten Ausführungsform radiale Nuten 37 vorgesehen, die für
eine solche Verminderung sorgen.
[0019] In den Figuren 4a und 4b ist ferner angedeutet, dass ein Rückhalteabschnitt 41 des
Rückhaltemittels 40 über einen Schlitz in dem kreiszylinderförmigen Abschnitt 11 des
Gehäuses in den Bereich oberhalb der Abgabeöffnung 16 geführt ist und stets an der
Abgabeöffnung ausgerichtet ist. Dies bewirkt, dass der Rückhalteabschnitt bei der
gezeigten Ausführungsform stets oberhalb der Kanalöffnungen gehalten ist, die hin
zu der Abgabeöffnung zur Abgabe einer Arzneimittelportion gedreht wird. Ein Eintritt
von weiteren Arzneimittelportionen in den ausgerichteten Kanal ist nicht möglich,
auch wenn in dem ausgerichteten Kanal keine Arzneimittelportion mehr vorhanden ist.
Durch diese Ausrichtung des Rückhalteabschnittes können stets nur so viele Arzneimittelportionen
aus dem ausgerichteten Kanal in die Abgabeöffnung übergehen, wie in dem Kanal angeordnet
sind - üblicherweise sind die Kanäle derart an die Arzneimittelportionen angepasst,
dass in jedem Kanal unterhalb des Rückhalteabschnittes lediglich eine Arzneimittelportion
angeordnet ist. Der Rückhalteabschnitt 41 des Rückhaltemittels 40 ist über ein Positioniermittel
42 gehalten, wobei dieses bei der gezeigten Ausführungsform außen an dem Gehäuse befestigt
ist. Wie genau das Rückhaltemittel konstruiert und angeordnet ist, ist für die vorliegende
Erfindung jedoch unerheblich.
[0020] Figur 5 zeigt eine Detailansicht der Kombination Vereinzelungseinrichtung 30 / Rückhaltemittel
40 und es ist veranschaulicht, wie der Rückhalteabschnitt 41 oberhalb einer Aufnahmeöffnung
eines Kanals den Eintritt weiterer Arzneimittelportionen in diesen Kanal verhindert.
[0021] Wie eingangs erwähnt, kann es insbesondere bei leichten und/oder flachen Arzneimittelportionen
vorkommen, dass diese nicht über die Abgabeöffnung abgegeben werden, sondern aufgrund
der elektrostatischen Anziehung in den Spalt zwischen der Grundfläche der Vereinzelungseinrichtung
und der Gehäuse-Bodenfläche gezogen werden. Auch ist es aufgrund einer möglichen elektrostatischen
Anziehung zwischen der Grundfläche und einer zu vereinzelnden Arzneimittelportion
möglich, dass diese bei einer Abgabesituation nicht schwerkraftbedingt abgegeben wird,
sondern in der Situation, dass ein Teil der Grundfläche der Vereinzelungseinrichtung
über die Abgabeöffnung 16 gedreht ist, von elektrostatischen Anziehungskräften unter
den Abschnitt der Grundfläche gezogen wird, der dann über der Abgabeöffnung angeordnet
ist. Eine entsprechende Situation ist in Figur 6 veranschaulicht, bei welcher die
Vereinzelungseinrichtung 30 und das Führungsmittel in einer Seitenansicht dargestellt
sind. Die eigentlich abzugebende Arzneimittelportion 3 fällt nicht durch das Verbindungsmittel
17, sondern haftet unter dem "freien" Abschnitt der Grundfläche der Vereinzelungseinrichtung,
wobei dieser Grundflächenabschnitt bei der gezeigten Ausführungsform von einem Steg
33 gebildet wird.
[0022] Figuren 7a und 7b zeigen weitere Ansichten der Vereinzelungseinrichtung gemäß der
bevorzugten Ausführungsform. Zu erkennen ist, dass eine mögliche Kontaktfläche zwischen
Arzneimittelportion und Grundfläche durch radiale Nuten 37 vermindert ist, wodurch
die elektrostatische Anziehung vermindert wird - ein Einziehen oder Anhaften (wie
in Figur 6a) unterbleibt bei entsprechender Wahl der Vertiefungen. Bei der gezeigten
Ausführungsform sind die radialen Nuten primär im Bereich der Stege 33 ausgebildet,
da die in Figur 6a gezeigte Situation für einen Großteil der Fehlabgaben sorgt. Wie
dies in den Figuren 6 und 7a, 7b zu erkennen ist, sind die radialen Nuten nach "außen"
offen, weisen also eine Austrittsöffnung auf, so dass man diese einfach in die Grundfläche
einbringen kann. Darüber hinaus lassen sich entsprechend offen ausgebildete Nuten
auch einfach gründlich reinigen - Arzneimittelabrieb kann nach außen aus der Nut hinausbewegt
werden.
[0023] Bei alternativen Ausführungsformen können zusätzliche Nuten im inneren Ringbereich
der Grundfläche angeordnet sein; alternativ (oder zusätzlich) können die Nuten auch
koaxial ausbildet sein. Bei wieder anderen Ausführungsformen kann die Verminderung
der Kontaktfläche erhalten werden, indem beispielsweise die Grundflächenabschnitte
der Stege 33 mit einer Mehrzahl von kleinen Erhebungen versehen werden - auch eine
solche Gestaltung der Grundfläche kann für eine benötigte Verminderung der elektrostatischen
Anziehung zwischen Grundfläche und Arzneimittelportion sorgen.
1. Vorratsbehälter (1) für eine Vorrats- und Abgabestation für Kleinstückgüter, aufweisend:
ein einen Aufnahmeraum (2) für Kleinstückgüter umschließendes Gehäuse (10) mit einem
kreiszylinderförmigen Abschnitt (11) und einer eine Abgabeöffnung (16) aufweisenden
Gehäuse-Bodenfläche (15),
eine in dem kreiszylinderförmigen Abschnitt (11) des Gehäuses (10) angeordnete Vereinzelungseinrichtung
(30) mit mehreren Kanälen (32) zur Aufnahme zumindest eines Kleinstückguts und mit
einer der Gehäuse-Bodenfläche (15) zugewandten Grundfläche (36), wobei die Grundfläche
(36) Abgabeöffnungen (38) der Kanäle (32) aufweist, und
ein Rückhaltemittel (40) mit einem Positioniermittel (42) und einem Rückhalteabschnitt
(41), wobei das Positioniermittel (42) das Rückhaltemittel (40) über der Abgabeöffnung
(16) hält,
dadurch gekennzeichnet, dass die Grundfläche (36) der Vereinzelungseinrichtung (30) zumindest abschnittsweise
zur Verminderung einer möglichen Kontaktfläche zwischen Grundfläche und Kleinstückgut
eine Mehrzahl von Vertiefungen (37) und/oder Erhebungen aufweist, wobei deren Form
und Größe derart gewählt ist, dass eine elektrostatische Anziehung zwischen Kleinstückgütern
und der Grundfläche (36) vermindert ist.
2. Vorratsbehälter (1) für eine Vorrats- und Abgabestation für Kleinstückgüter nach Anspruch
1, wobei die Kanäle (32) am Außenumfang der Vereinzelungseinrichtung (30) durch eine
Mehrzahl von Stegen (33) definiert sind,
dadurch gekennzeichnet, dass Vertiefungen/Erhebungen in den Stegen (33) angeordnet sind.
3. Vorratsbehälter (1) für eine Vorrats- und Abgabestation für Kleinstückgüter nach Anspruch
1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefungen als koaxiale Nuten ausgebildet sind.
4. Vorratsbehälter (1) für eine Vorrats- und Abgabestation für Kleinstückgüter nach Anspruch
1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefungen als radiale Nuten ausgebildet sind.
5. Vorratsbehälter (1) für eine Vorrats- und Abgabestation für Kleinstückgüter nach Anspruch
4, dadurch gekennzeichnet, dass die radialen Nuten zum Außenumfang der Vereinzelungseinrichtung (30) offen ausgebildet
sind.