Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Beschichten eines Werkstücks, das bevorzugt
zumindest abschnittsweise aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff oder dergleichen besteht
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, sowie ein entsprechendes Verfahren.
Stand der Technik
[0002] Vorrichtungen und Verfahren der eingangs genannten Art kommen im Stand der Technik
verbreitet zum Einsatz, insbesondere im Bereich der Möbel- und Bauelementeindustrie.
Meist werden die Werkstücke im Bereich ihrer Schmalfläche mit einem als Kante bezeichneten
Beschichtungsmaterial versehen. Beim Anhaften des Beschichtungsmaterials an dem Werkstück
sind unterschiedlichste Technologien bekannt, wie etwa die Verwendung von Schmelzkleber.
[0003] Darüber hinaus sind Vorrichtungen und Verfahren bekannt, bei denen zum Anhaften des
Beschichtungsmaterials eine separate Haftmittelbahn zugeführt wird, die beispielsweise
mittels einer geeigneten Energiequelle aktiviert wird, um das Beschichtungsmaterial
mittels der aktivierten Haftmittelbahn an dem Werkstück anzuhaften. Eine entsprechende
Technologie ist in der
DE 199 55 575 A1 offenbart. Dank der Entkopplung von Beschichtungsmaterial und Fügebahn kann auf eine
deutlich größere Vielfalt von Beschichtungsmaterialien zurückgegriffen werden. Allerdings
hat sich gezeigt, dass bei der bekannten Vorrichtung die Qualität und Variabilität
des Beschichtungsprozesses weiter verbessert werden sollte.
Darstellung der Erfindung
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren der eingangs genannten
Art bereitzustellen, die eine hohe Qualität und Variabilität des Beschichtungsprozesses
ermöglichen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung zum Beschichten eines Werkstücks
nach Anspruch 1 sowie ein Verfahren zum Beschichten eines Werkstücks nach Anspruch
14 gelöst. Besonders bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0006] Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, die Zuführeinheit derart auszugestalten,
dass das bandförmige Haftmittel, das maßgeblichen Einfluss auf die Qualität und Reproduzierbarkeit
des Beschichtungsergebnisses besitzt, einfach und präzise zugeführt und gewechselt
werden kann. Zu diesem Zweck ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass das bei einer Beschichtungsvorrichtung
die Zuführeinheit für das bandförmige Haftmittel an oder in einem Tragelement angeordnet
ist, das bevorzugt gemeinsam mit der Zuführeinheit in die Vorrichtung einsetzbar und
aus dieser entnehmbar ist. Auf diese Weise wird erfindungsgemäß zunächst erreicht,
dass das bandförmige Haftmittel dank der Anordnung auf dem Tragelement präzise positioniert
und geführt werden kann, wodurch Qualität des Beschichtungsprozesses sichergestellt
bzw. gesteigert werden kann. Darüber hinaus ergibt sich eine leichte und zuverlässige
Handhabbarkeit, die einen leichten und zuverlässigen Wechsel zwischen unterschiedlichen
bandförmige Haftmitteln ermöglicht und somit zu einer erhöhten Variabilität des Beschichtungsprozesses
bzw. der Vorrichtung beiträgt.
[0007] Darüber hinaus ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die Zuführeinheit
einen Vorrat an bandförmigem Haftmittel enthält, das bevorzugt auf einem Haftmittelträgermaterial
vorgesehen und von diesem abziehbar ist. Hierdurch kann die Qualität und Reproduzierbarkeit
des Beschichtungsprozesses weiter gesteigert werden, da Beeinträchtigungen des bandförmigen
Haftmittels während des Zuführvorganges, etwa infolge eines Aneinanderhaftens benachbarter
Haftmittelschichten, vermieden bzw. minimiert wird. Darüber hinaus sind für das Zuführen
des bandförmigen Haftmittels auch geringere Vorschubkräfte erforderlich. Nicht zuletzt
kann zumindest eine Seite des bandförmigen Haftmittels während des Zuführvorgangs
vor Verschmutzungen oder sonstigen Beeinträchtigungen geschützt werden.
[0008] Eine weitere Reduzierung von Störungen und Beeinträchtigungen des Beschichtungsprozesses
ergibt sich, wenn gemäß einer Weiterbildung der Erfindung eine Abführeinheit zum Abführen
des Haftmittel-Trägermaterials vorgesehen ist. Dabei ist es besonders bevorzugt, dass
die Abführeinheit an oder in dem Tragelement angeordnet ist, sodass die oben genannten
Vorteile einer erhöhten Qualität und Variabilität des Beschichtungsprozesses weiter
gesteigert werden können.
[0009] Die Zu- und Abführeinheiten können im Rahmen der vorliegenden Erfindung auf unterschiedliche
Art und Weise ausgestaltet sein. Ein besonders störungsfreier Betrieb bei einfacher
Konstruktion ergibt sich jedoch, wenn die Zuführeinheit mindestens eine drehbare Rolle
zum Bevorraten des bandförmigen Haftmittels aufweist, bzw. wenn die Abführeinheit
ebenfalls mindestens eine drehbare Rolle zum Aufnehmen des Haftmittel-Trägermaterials
aufweist.
[0010] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist ferner vorgesehen, dass das Tragelement
als zumindest teilweise geschlossene Kassette ausgebildet wird, wobei bevorzugt die
Zuführeinheit und/oder die Abführeinheit innerhalb der Kassette angeordnet ist bzw.
sind. Auf diese Weise werden die Handhabbarkeit als auch die Lagerbarkeit und gegebenenfalls
auch Stapelbarkeit des Tragelements erhöht. Darüber hinaus ergibt sich auch ein verbesserter
Schutz des bandförmigen Haftmittels vor Beschädigungen oder Umwelteinflüssen. Dabei
ist es besonders bevorzugt, dass das Tragelement eingerichtet ist, das bandförmige
Haftmittel vor Umwelteinflüssen wie insbesondere Verschmutzung, Lichteinfall oder
Feuchtigkeit zu schützen. Auf diese Weise wird ein weiterer erheblicher Beitrag zur
Lösung der zugrundeliegenden Aufgabe geleistet, nämlich die Qualität und auch Variabilität
des Beschichtungsprozesses zu steigern.
[0011] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist ferner vorgesehen, dass das Tragelement
eine Informationseinheit wie insbesondere eine RFID-Einheit aufweist, deren Daten
durch die Vorrichtung bevorzugt berührungslos, besonders bevorzugt elektromagnetisch
auslösbar und/oder beschreibbar sind. Auf diese Weise wird vermieden, dass irrtümlich
mit einem ungeeigneten bandförmigen Haftmittel gearbeitet wird oder beispielsweise
der Beschichtungsprozess durch ein vorzeitig aufgebrauchtes bandförmiges Haftmittel
unterbrochen wird. In dieser Hinsicht können die in der Informationseinheit hinterlegten
Daten beispielsweise die Restmenge des in dem Tragelement vorhandenen bandförmigen
Haftmittels, aber auch die Eigenschaften wie etwa die Abmessungen, die Farbe, den
Haftmitteltyp etc. des bandförmigen Haftmittels betreffen. Im Ergebnis ergibt sich
hieraus erneut eine sichergestellte bzw. gesteigerte Qualität des Beschichtungsprozesses,
und zwar gerade bei wechselnden Beschichtungsanforderungen.
[0012] Um einen zügigen und störungsfreien Zuführbetrieb des bandförmigen Haftmittels sicherzustellen,
ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass das Tragelement mindestens
ein Umlenkelement zum Umlenken des bandförmigen Haftelements aufweist. Alternativ
oder zusätzlich ist gemäß dieser Weiterbildung vorgesehen, dass das Tragelement mindestens
ein Umlenkelement zum Umlenken des Haftmittel-Trägermaterials aufweist, wodurch Störungen
oder Beeinträchtigungen durch ein ungeeignetes Abführen des Haftmittel-Trägermaterials
vermieden werden.
[0013] Darüber hinaus ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die Vorrichtung
ein Andrückelement zum Andrücken des bandförmigen Haftmittels an das Beschichtungsmaterial
und/oder das Werkstück aufweist. Hierdurch kann eine genaue Positionsfestlegung des
bandförmigen Haftmittels in Bezug auf das Beschichtungsmaterial bzw. des Werkstücks
erreicht werden, wodurch sichergestellt wird, dass das bandförmige Haftmittel störungsfrei
und an der richtigen Stelle seine Aufgabe erfüllen kann und dabei beispielsweise auch
keine Falten wirft. Dabei ist es besonders bevorzugt, dass das Andrückelement zwischen
einer Arbeitsposition und einer Wechselposition verstellbar ist. Hierdurch wird ermöglicht,
den Vorgang des Ein- und Auswechselns des Tragelements mit der daran oder darin vorgesehenen
Zuführeinheit zu erleichtern und störungsfrei zu gestalten. So kann beispielsweise
ein leichtes Ein- und Auswechseln des Tragelements durchgeführt werden, wenn sich
das Andrückelement in seiner Wechselposition befindet. Demgegenüber kann das Andrückelement
in seiner Arbeitsposition ein besonders präzises und störungsfreies Andrücken des
bandförmigen Haftmittels durchführen.
[0014] Darüber hinaus kann das Andrückelement im Rahmen der vorliegenden Erfindung eine
Doppelfunktion erfüllen, nämlich das bandförmige Haftmittel zu aktivieren, d.h. zumindest
teilweise haftend zu machen. Zu diesem Zweck kann das Andrückelement ein geeignetes
Material aufweisen, wie beispielsweise Silikon.
[0015] In dieser Hinsicht ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass die
Vorrichtung eine Aktivierungseinheit zum Aktivieren des bandförmigen Haftmittels aufweist,
die bevorzugt eingerichtet ist, das Andrückelement zu erwärmen. Auf diese Weise kann
eine gezielte Aktivierung des bandförmigen Haftmittels erreicht werden, die darüber
hinaus auch mit dem Vorgang des Andrückens des bandförmigen Haftmittels integriert
ist, sodass sich die eingebrachte Aktivierungsenergie präzise einstellen lässt mit
dem Ziel, ein optimales Anhaften des bandförmigen Haftmittels an dem Beschichtungsmaterial
oder dem Werkstück zu erreichen.
[0016] Darüber hinaus ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, dass das Tragelement
mindestens eine Ausnehmung aufweist, in die das Andrückelement und/oder die Aktivierungseinheit
hineinreicht. Hierdurch wird eine präzise und effektive Positionierung des Andrückelements
und gegebenenfalls auch der Aktivierungseinheit in Bezug auf das bandförmige Haftmittel
erreicht, wobei ermöglicht wird, dass das Andrückelement beispielsweise in seiner
Wechselposition das bandförmige Haftmittel im Bereich der Ausnehmung hintergreift
und anschließend in seine Arbeitsposition verstellt wird, wobei das bandförmige Haftmittel
in diesem Zuge an die Oberfläche des Andrückelements angelegt und somit optimal für
das Andrücken vorbereitet wird.
[0017] Ein erfindungsgemäßes Verfahren ist Gegenstand des nebengeordneten Patentanspruchs
14. Dieses ermöglicht die oben genannten Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung
und betont dabei den Aspekt, dass das Tragelement leicht und zuverlässig für aufeinanderfolgende
Beschichtungsvorgänge entnommen und durch ein anderes Tragelement mit einem geeigneten
bandförmigen Haftmittel ersetzt werden kann.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0018]
Fig. 1 zeigt schematisch eine Vorrichtung zum Beschichten eines Werkstücks gemäß einer
Ausführungsform der Erfindung.
Fig. 2 zeigt schematisch eine Ausführungsform eines Tragelements für die in Fig. 1
gezeigte Beschichtungsvorrichtung.
Ausführliche Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen
[0019] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden nachfolgend ausführlich unter Bezugnahme
auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben.
[0020] Eine Vorrichtung 1 zum Beschichten eines Werkstücks 2 ist in Fig. 1 schematisch in
einer Draufsicht gezeigt. Bei dem zu beschichtenden Werkstück 2 kann es sich beispielsweise
um ein plattenförmiges Werkstück handeln, das zumindest abschnittsweise aus Holz,
Holzwerkstoffen, Kunststoffen oder ähnlichen Materialien oder Materialkombinationen
besteht. Derartige Werkstücke finden im Bereich der Möbel- und Bauelementeindustrie
verbreitet Einsatz.
[0021] Die Vorrichtung 1 umfasst zunächst eine Beschichtungseinheit 30 zum Beschichten des
Werkstücks 2 mit einem Beschichtungsmaterial, die ein Andrückelement 32 zum Andrücken
des Beschichtungsmaterials 4 an das Werkstück 2 aufweist. Bei dem Beschichtungsmaterial
kann es sich beispielsweise um eine Schicht oder Bahn aus Kunststoff, Papier, Furnier
oder vielfältigen anderen Materialien handeln, wobei auch verschiedene mehrschichtige
Beschichtungsmaterialien denkbar sind.
[0022] Darüber hinaus umfasst die Beschichtungseinheit 30 in der vorliegenden Ausführungsform
Zuführrollen 36, die dazu dienen, das Beschichtungsmaterial mit dem darauf gegebenenfalls
vorgesehenen bandförmigen Haftmittel 20 präzise zu der zu beschichtenden Oberfläche
des Werkstücks 2 zuzuführen. Ferner besitzt die Beschichtungseinheit 30 in der vorliegenden
Ausführungsform eine oder mehrere Aktivierungseinheiten 34, die dazu dienen, das bandförmige
Haftmittel 20 durch Eintrag von Energie, wie insbesondere Wärme zu aktivieren (d.
h. haftend zu machen), sodass das Beschichtungsmaterial 4 unter Einsatz des bandförmigen
Haftmittels 20 an das Werkstück 2 angehaftet werden kann.
[0023] Wie in Fig. 1 zu erkennen ist, weist die Vorrichtung 1 eine Verfahreinheit 40 auf,
die in der vorliegenden Ausführungsform als Fördervorrichtung wie etwa ein Förderband
oder eine Förderkette ausgestaltet ist und dazu dient, die Werkstücke 2 in einer Durchlaufrichtung
D an dem Andrückelement 32 entlang zu fördern. Es ist jedoch zu beachten, dass die
Verfahreinheit im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch dazu dienen kann, die Beschichtungseinheit
30 in Bezug auf das Werkstück 2 zu bewegen, während das Werkstück 2 im Wesentlichen
stationär bleibt (sogenannte Stationärtechnik). Auch Mischformen beider Konzepte sind
im Rahmen der Erfindung möglich.
[0024] Darüber hinaus umfasst die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung 1 ein Tragelement 50, an
oder in welchem eine in Fig. 1 nicht näher gezeigte Zuführeinheit zum Zuführen eines
bandförmigen Haftmittels 20 angeordnet ist. Das bandförmige Haftmittel 20 dient dazu,
eine Haftverbindung zwischen dem Beschichtungsmaterial 4 und dem Werkstück 2 herzustellen.
Bei dem bandförmigen Haftmittel kann es sich beispielsweise um ein Band handeln, das
ganz oder teilweise aus einem wärmeaktivierbaren Haftmittel wie Schmelzkleber oder
dergleichen besteht. Das bandförmige Haftmittel 4 kann neben Haftmittelkomponenten
auch eine Trägerbahn oder eine Trägermatrix enthalten, um die Stabilität des bandförmigen
Haftmittels zu erhöhen. Bei der Art des Haftmittels ist die vorliegende Erfindung
nicht beschränkt.
[0025] Das Tragelement 50 ist in Fig. 1 in zwei möglichen Positionen dargestellt. Einerseits
kann das Tragelement 50 mit der darin angeordneten Zuführeinheit benachbart zu der
dem Werkstück 2 zugewandten Oberfläche des Beschichtungsmaterials 4 angeordnet sein,
um das bandförmige Haftmittel 20 auf das Beschichtungsmaterial 4 aufzubringen. Alternativ
oder zusätzlich kann das bzw. ein Tragelement 50 auch benachbart zu dem Bewegungspart
der Werkstücke 2 angeordnet sein (gestrichelte Position in Fig. 1), um bandförmiges
Haftmittel auf die zu beschichtende Oberfläche des Werkstücks 2 aufzubringen.
[0026] Eine Ausführungsform des Tragelements 50 ist in Fig. 2 in einer schematischen Draufsicht
näher dargestellt. Es ist zu erkennen, dass die Trageinheit 50 in der vorliegenden
Ausführungsform als Kassette aufgebaut ist, die ein Gehäuse 58 aufweist, in welchem
das bandförmige Beschichtungsmaterial 20 sowie zahlreiche Bauteile und Einheiten untergebracht
sind.
[0027] So umfasst die Kassette 50 in der vorliegenden Ausführungsform sowohl die Zuführeinheit
10 zum Zuführen des bandförmigen Haftmittels 20 als auch die Abführeinheit 14 zum
Abführen des Haftmittel-Trägermaterials 22. Dabei sind die Zuführeinheit 10 und die
Abführeinheit 14 in der vorliegenden Ausführungsform jeweils durch eine drehbare Rolle
12 bzw. 16 gebildet, auf denen das bandförmige Haftmittel bevorratet bzw. das Haftmittel-Trägermaterial
aufgenommen wird. Es können jedoch auch verschiedene andere Bauteile vorhanden sein,
wie beispielsweise Halte- oder Führungselemente, die dazu dienen, ein fehler- und
faltenfreies Zuführen des bandförmigen Haftmittels 20 und ein sicheres Abführen des
Haftmittel-Trägermaterials 22 sicherzustellen.
[0028] Wie in Fig. 2 zu erkennen ist, weisen die Zuführrolle 12 und die Abführrolle 16 jeweils
eine sternförmige Ausnehmung auf, die zum Positionieren und Koppeln der Zuführeinheit
10 und der Abführeinheit 16 bzw. des gesamten Tragelements 50 innerhalb der Vorrichtung
1 dient. Zu diesem Zweck weist die Vorrichtung 1 geeignete Vorsprünge auf, welche
in die Ausnehmungen 12' und 16' der drehbaren Rollen 12 und 16 eingreifen. Dabei können
die Positionier- und Kopplungsmittel 12', 16' auch dazu dienen, das Auf- -und Abwickeln
des Haftmittel-Trägermaterials 22 bzw. des bandförmigen Haftmittels 20 synchron zum
Verfahrbetrieb der Verfahreinheit 40 zu bewirken. Insbesondere kann zu diesem Zweck
die drehbare Rolle 16, die das Haftmittel-Trägermaterial 22 aufnimmt, in der in Fig.
2 gezeigten Pfeilrichtung drehend angetrieben werden.
[0029] Nicht zuletzt umfasst die Kassette 50 in der vorliegenden Ausführungsform einen RFID-Chip
70, in welchem verschiedene Daten über die Kassette 50 gespeichert werden können,
wie beispielsweise die Art des bandförmigen Haftmittels 20, die Restmenge oder bereits
verbrauchte Menge an bandförmigem Haftmittel 20, das Haltbarkeitsdatum, etc.. Diese
Daten kann die Vorrichtung 1 aus dem RFID-Chip 70 auslesen und kann bei Bedarf auch
entsprechende oder andere Daten in den RFID-Chip 70 schreiben, wobei der Datenaustausch
berührungslos und elektromagnetisch erfolgen kann. Es ist jedoch zu beachten, dass
im Rahmen der Erfindung auch andersartige Informationseinheiten zum Einsatz kommen
können.
[0030] Das Gehäuse 58 der Kassette 50 ist in der vorliegenden Ausführungsform als geschlossenes
Gehäuse ausgeführt, das lediglich eine - gegebenenfalls abgedichtete-Austrittsöffnung
58' für das bandförmige Haftmittel 20 sowie eine - gegebenenfalls abgedichtete - Eintrittsöffnung
58'' für das Haftmittelträgermaterial 22 besitzt. Es ist jedoch zu beachten, dass
das Gehäuse auch verschiedene Öffnungen besitzen kann, wobei es im Rahmen der Erfindung
bevorzugt ist, dass das Gehäuse bzw. das Tragelement insgesamt das bandförmige Haftmittel
20 vor Umwelteinflüssen wie insbesondere Verschmutzung, Lichteinfall oder Feuchtigkeit
schützen kann. Hierfür kann es jedoch genügen, dass nur bestimmte Bereiche oder Seiten
des Gehäuses ganz oder teilweise geschlossen sind.
[0031] Innerhalb der Kassette 50 befinden sich darüber hinaus eine Umlenkrolle 52 zum Umlenken
des bandförmigen Haftmittels 20 sowie eine Umlenkrolle 54 zum Umlenken des Haftmittel-Trägermaterials
22. Hierdurch kann der Verlauf des bandförmigen Haftmittels gezielt an die Bedingungen
des jeweiligen Einsatzzwecks angepasst werden, sodass das bandförmige Haftmittel sicher
und zuverlässig aufgebracht werden kann.
[0032] Zu diesem Zweck weist die Vorrichtung 1 ein Andrückelement 60 auf, das in der vorliegenden
Ausführungsform durch eine Andrückrolle gebildet ist, die zumindest abschnittsweise
aus Silikon besteht. Das Andrückelement 60 dient dazu, das bandförmige Haftmittel
20 an das Beschichtungsmaterial 4 bzw. das Werkstück 2 anzudrücken, je nachdem, in
welcher Position (vgl. Fig. 1) das Tragelement 50 gerade verwendet wird. Dabei ist
das Andrückelement 60 einerseits um eine senkrecht zur Zeichenebene in Fig. 2 verlaufende
Achse drehbar, andererseits aber auch linear verstellbar, wie durch einen Doppelpfeil
in Fig. 2 angedeutet. Auf diese Weise ist das Andrückelement 60 zwischen der in Fig.
2 gezeigten Arbeitsposition und einer - in Fig. 2 nach unten verschobenen - Wechselposition
verstellbar.
[0033] Wie in Fig. 2 zu erkennen ist, besitzt die Vorrichtung 1 in der vorliegenden Ausführungsform
eine Aktivierungseinheit 62 in Form einer Heizeinrichtung bzw. Energiequelle. Diese
dient dazu, das bandförmige Haftmittel 20 durch Erwärmung zu aktivieren, d.h. haftend
zu machen. Dabei kommt bei der vorliegenden Ausführungsform eine mittelbare Erwärmung
des bandförmigen Haftmittels 20 zum Einsatz, bei welcher die Aktivierungseinheit 62
die Andrückrolle 60 erwärmt und diese wiederum die Wärme zumindest teilweise an das
bandförmige Haftmittel 20 weitergibt. Zu diesem Zweck ist die Aktivierungseinheit
62 benachbart zu der Andrückrolle 60 angeordnet. Im eingebauten Zustand der Kassette
50 befinden sich die Andrückrolle 60 und die Aktivierungseinheit 62 in einer Ausnehmung
56, die in der Kassette 50 gebildet bzw. definiert ist. Hierdurch wird ermöglicht,
dass die Andrückrolle 60 das bandförmige Haftmittel 20 von seiner dem Werkstück bzw.
Kantenband abgewandten Seite beaufschlagen und an das Werkstück 2 bzw. Kantenband
4 andrücken kann. um darüber hinaus ein problemloses Einsetzen der Kassette 50 zu
ermöglichen, ist die Andrückrolle 60, wie bereits vorstehend beschrieben, zwischen
der in Fig. 2 gezeigten Arbeitsposition und einer - in Fig. 2 nach unten versetzten
- Wechselposition verstellbar.
[0034] Sowohl die Aktivierungseinheit(en) 34 der Beschichtungseinheit 30 als auch die Aktivierungseinheit(en)
62 können jeweils als Energiequelle ausgestaltet sein, mittles derer Energie, insbesondere
Wärme, auf das bandförmige Haftmittel (bzw. bei anderen Ausführungsformen auch das
Beschichtungsmaterial und/oder das Werkstück) aufgebracht werden kann. Hierfür kommen
unterschiedlichste Energiequellen in Betracht wie beispielsweise Heißluftquellen,
Laserquellen, Infrarotquellen, Ultraschallquellen, Mikrowellenquellen etc.
[0035] Der Betrieb der vorstehend beschriebenen Vorrichtung 1 vollzieht sich beispielsweise
wie folgt. Zunächst wird die Kassette 50 in der in Fig. 1 gezeigten Position eingewechselt,
während sich das Andrückelement 60 in seiner Wechselposition befindet. Anschließend
wird das Andrückelement 60 in seine Arbeitsposition vorgeschoben und lenkt dabei das
bandförmige Haftelement 20 zu dem Beschichtungsmaterial 4 hin aus. Nunmehr kann der
eigentliche Beschichtungsbetrieb beginnen, bei welchem das Beschichtungsmaterial 4
zu der Beschichtungseinheit 30 hin gefördert und simultan das bandförmige Haftmittel
20 auf die dem Werkstück 2 zugewandte Innenfläche des Beschichtungsmaterials 4 aufgebracht
wird. Dabei wird das bandförmige Haftmittel durch die Aktivierungseinheit 62 mittelbar
erwärmt und haftet so an dem Beschichtungsmaterial 4 an.
[0036] Ebenfalls simultan werden die Werkstücke 2 auf der Verfahreinheit 40 in der in Fig.
1 gezeigten Durchlaufrichtung D gefördert. Nunmehr kann das Beschichtungsmaterial
4 unter Zwischenschaltung des bandförmigen Haftmittels 20 an die zu beschichtende
Oberfläche des Werkstücks 2 angelegt und angedrückt werden. Kurz zuvor wird es noch
mittels der Aktivierungseinheit(en) 34 abschließend aktiviert, sodass eine Haftverbindung
zwischen dem Beschichtungsmaterial 4 und dem Werkstück 2 entsteht.
[0037] Sobald beispielsweise der Vorrat an bandförmigem Haftmittel 20 aufgebraucht ist oder
ein anderes bandförmiges Haftmittel 20 benötigt wird, etwa weil andere Abmessungen
oder eine andere Farbe des bandförmigen Haftmittels 20 benötigt wird, wird die Andrückrolle
60 von der Arbeitsposition in die Wechselposition zurückgefahren, und die Kassette
50 wird aus der Vorrichtung 1 entnommen. Anschließend kann eine andere Kassette 50
mit dem gewünschten bandförmigen Haftmittel 20 in die Vorrichtung 1 eingesetzt werden,
um anschließend das Andrückelement 60 wiederum von der Wechselposition in die Arbeitsposition
zu verfahren. Nunmehr kann erneut ein entsprechender Beschichtungsvorgang durchgeführt
werden.
1. Vorrichtung (1) zum Beschichten eines Werkstücks (2), das bevorzugt zumindest abschnittsweise
aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff oder dergleichen besteht, umfassend:
eine Zuführeinheit (10) zum Zuführen eines bandförmigen Haftmittels (20), das dazu
dient, eine Haftverbindung zwischen einem Beschichtungsmaterial (4) und dem Werkstück
(2) herzustellen,
eine Beschichtungseinheit (30) zum Beschichten des Werkstücks (2), die ein Andrückelement
(32) zum Andrücken des Beschichtungsmaterials (4) an das Werkstück (2) aufweist,
eine Verfahreinheit (40) zum Herbeiführen einer Relativbewegung zwischen dem Andrückelement
(32) und dem Werkstück (2), und
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zuführeinheit (10) an oder in einem Tragelement (50) angeordnet ist, das bevorzugt
gemeinsam mit der Zuführeinheit (10) in die Vorrichtung (1) einsetzbar und aus dieser
entnehmbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Zuführeinheit (10) einen Vorrat an bandförmigem
Haftmittel (20) enthält, das bevorzugt auf einem Haftmittel-Trägermaterial (22) vorgesehen
und von diesem abziehbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, die eine Abführeinheit (14) zum Abführen eines
Haftmittel-Trägermaterials (22), aufweist, wobei die Abführeinheit (14) bevorzugt
an oder in dem Tragelement (50) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Zuführeinheit (10)
mindestens eine drehbare Rolle (12) zum Bevorraten des bandförmigen Haftmittels (20)
aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei der die Abführeinheit (14) mindestens
eine drehbare Rolle (16) zum Aufnehmen des Haftmittel-Trägermaterials (22) aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Tragelement (50)
als zumindest teilweise geschlossene Cassette ausgebildet ist, wobei bevorzugt die
Zuführeinheit (10) und/oder die Abführeinheit (14) innerhalb der Cassette (50) angeordnet
ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Tragelement (50)
eingerichtet ist, das bandförmige Haftmittel (20) vor Umwelteinflüssen wie insbesondere
Verschmutzung, Lichteinfall oder Feuchtigkeit zu schützen.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Tragelement (50)
eine Informationseinheit (70) wie insbesondere eine RFID-Einheit aufweist, deren Daten
durch die Vorrichtung bevorzugt berührungslos, besonders bevorzugt elektromagnetisch
auslesbar und/oder beschreibbar sind.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Zuführeinheit (10)
und/oder die Abführeinheit (14) Positionier- und Kopplungsmittel (12', 16') aufweist,
die bevorzugt in einem Drehmittelpunkt mindestens einer der drehbaren Rollen (12,
16) vorgesehen sind.
10. Vorrichtung nach einem der einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Tragelement
(50) mindestens ein Umlenkelement (52) zum Umlenken des bandförmigen Haftmittels (20)
und/oder mindestens ein Umlenkelement (54) zum Umlenken des Haftmittel-Trägermaterials
(22) aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die ein Andrückelement (60) zum
Andrücken des bandförmigen Haftmittels (20) an das Beschichtungsmaterial (4) und/oder
das Werkstück (2) aufweist, das bevorzugt zwischen einer Arbeitsposition und einer
Wechselposition verstellbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die eine Aktivierungseinheit
(62) zum Aktivieren des bandförmigen Haftmittels (20) aufweist, die bevorzugt eingerichtet
ist, das Andrückelement (60) zu erwärmen.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, bei der das Tragelement (50) mindestens eine
Ausnehmung (56) aufweist, in die das Andrückelement (60) und/oder die Aktivierungseinheit
(62) hineinreicht.
14. Verfahren zum Beschichten eines Werkstücks (2), das bevorzugt zumindest abschnittsweise
aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff oder dergleichen besteht, unter Einsatz einer
Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit den Schritten:
Zuführen eines bandförmigen Haftmittels (20) zu dem Werkstück (2) oder einem Beschichtungsmaterial
(4), um eine Haftverbindung zwischen dem Beschichtungsmaterial (4) und dem Werkstück
(2) herzustellen, mittels der an oder in dem Tragelement (50) vorgesehenen Zuführeinheit
(10),
Beschichten des Werkstücks (2) mit dem Beschichtungsmaterial (4),
Entnehmen der Zuführeinheit (10) bevorzugt zusammen mit dem Tragelement (50) aus der
Vorrichtung (1),
Einsetzen einer weiteren Zuführeinheit (10) bevorzugt zusammen mit einem Tragelement
(50) in die Vorrichtung (1),
Zuführen eines bandförmigen Haftmittels (20) mittels der an oder in dem weiteren Tragelement
(50) vorgesehenen Zuführeinheit (10).