(19)
(11) EP 3 932 232 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
05.01.2022  Patentblatt  2022/01

(21) Anmeldenummer: 20182830.8

(22) Anmeldetag:  29.06.2020
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A41B 11/14(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
A41B 11/14; A41B 2400/38
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71) Anmelder: Wulf, Julia
60323 Frankfurt am Main (DE)

(72) Erfinder:
  • Wulf, Julia
    60323 Frankfurt am Main (DE)

(74) Vertreter: Tergau & Walkenhorst Patentanwälte PartGmbB 
Lurgiallee 12
60439 Frankfurt am Main
60439 Frankfurt am Main (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) STRUMPFHOSE


    (57) Einer Strumpfhose (2), eine insbesondere Damen- oder Mädchenstrumpfhose, umfassend einen Fußbereich (6), einen Beinbereich (4) und einen Höschenbereich (8), soll wärmende und modische Eigenschaften mit den Anforderungen an ein schlankes Erscheinungsbild der Trägerin vereinen. Erfindungsgemäß ist dazu vorgesehen, dass der Höschenbereich (8) aus einem dünneren Garn hergestellt ist als der Beinbereich (4).




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine einstückige Strumpfhose, insbesondere eine Damen- oder Mädchenstrumpfhose, umfassend einen Fußbereich, einen Beinbereich und einen Höschenbereich.

    [0002] Bekannt - und immer wieder modisch aktuell - sind vergleichsweise dicke Woll-Strickstrumpfhosen, mit oder ohne Strick- und / oder Farbmuster, die gänzlich aus einem einheitlichen Material bestehen, nämlich aus einem dicken Woll- oder wollähnlichen Faden, häufig mit einer integrierten elastischen synthetischen Faser (z. B. Elastan). Diese Strumpfhosen sind auch da ebenso dick und warm, wo der wärmende und dicke Wollstrickstoff nicht benötigt und insbesondere nicht gewünscht ist, nämlich an den sogenannten Problemzonen: Bauch, Po, Hüfte und äußerer oberer Oberschenkel. Dort trägt eine herkömmliche Wollstrickstrumpfhose erheblich auf. Die Person erscheint fülliger (dicker) als sie tatsächlich ist. Zusätzlich spannen die über einer Strumpfhose üblicherweise getragenen Kleidungsstücke wie Rock, kurze Hose und auch längere Jacken. Diese Kleidungsstücke, die der Person gut passen, wenn sie eine feine Damenstrumpfhose trägt, sind beim Tragen einer üblichen Wollstrickstrumpfhose um eine halbe oder gar eine ganze Kleidergröße zu eng.

    [0003] Ziel der Erfindung ist es, das beschriebene Problem zu vermeiden und eine Strumpfhose bereitzustellen, die wärmende und modische Eigenschaften mit den Anforderungen an ein schlankes Erscheinungsbild der Trägerin vereint.

    [0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst, indem der Höschenbereich aus einem dünneren bzw. feineren Garn hergestellt ist bzw. besteht als der Beinbereich.

    [0005] Im Kern läuft die Erfindung darauf hinaus, für die Strumpfhose im Höschenbereich - und somit in den Problemzonen - ein dünnes, üblicherweise bei Feinstrumpfhosen vorzufindendes Garn, etwa einen sogenannten Nylonfaden, zu verwenden, und nur für die übrigen Bereiche ein vergleichsweise dickes Garn, insbesondere einem warmen Woll- oder wollähnlichen Faden.

    [0006] Die Garne sind wie bei Strumpfhosen üblich im jeweiligen Bereich vorzugsweise zu einem Gestrick verbunden.

    [0007] Vorzugsweise beträgt der mittlere Garndurchmesser im Beinbereich ein Vielfaches, vorzugsweise mindestens das Dreifache, des mittleren Garndurchmessers im Höschenbereich.

    [0008] Die üblicherweise im Tex- oder Dernier-System gemessene und als dtex oder den angegebene Feinheit von textilen Fasern und anderen linienförmigen textilen Gebilden wie Garnen spezifiziert deren Gewicht pro Längeneinheit und stellt, insbesondere bei gleicher Massendichte, ein Maß für deren Dicke dar. Beispielsweise besitzt bei zwei aus dem gleichen Material bestehenden, unterschiedlich dicken Garnen das dünnere Garn einen geringen den-Wert als das dickere. In diesem Sinne kann das durch den den-Wert spezifizierte Garngewicht für eine Charakterisierung der jeweiligen Bereiche der Strumpfhose herangezogen werden.

    [0009] Die Materialänderung am Übergang zwischen den genannten Bereichen kann dadurch geschehen, dass der dicke Wollfaden derart gesponnen ist, dass er das dünne Nylonmaterial enthält und nur dieses in der Strumpfhose an den Problemzonen weitergeführt wird, oder das dicke Wollmaterial an den Problemzonen in ein gänzlich anderes dünnes Nylonmaterial überführt oder mit diesem verbunden wird, ohne dass ein Ansatz ersichtlich ist.

    [0010] Anstelle von dem unter dem Handelsnamen "Nylon" bekannten speziellen Polyamidmaterial können auch andere, vergleichsweise dünne Mikrofasern oder Garne, insbesondere aus Polyamid oder auf Basis davon (z. B. auch Perlon), verwendet werden, die für sogenannte Feinstrumpfhosen gängig sind. Der hier vereinfachend verwendete Begriff "Nylonmaterial" soll auch solche Varianten umfassen. In ähnlicher Weise steht der Begriff "Wollmaterial" verallgemeinernd auch für Baumwolle und wollähnliche natürliche oder synthetische Garne oder Fasern.

    [0011] Auf diese Weise ist der sichtbare Teil des Beines von dem flauschigen, dicken und wärmenden Wollmaterial umhüllt, während die übrigen Stellen des Unterkörpers - im Höschenbereich mit an den äußeren Oberschenkeln etwas verlängertem Bereich - die ohnehin durch weitere Kleidungstücke gewärmt werden, nur mit dem nicht auftragenden dünnen Nylonmaterial bekleidet sind. Dadurch wird der Eindruck einer modisch, winterlich warmen Wollstrumpfhose bei gleichzeitig schlanker Körpergestaltung hervorgerufen.

    [0012] Gemäß der obigen Beschreibung ist der Begriff "Höschenbereich" vorliegend vorzugsweise derart zu verstehen, dass er vom oberen Rand (Taille) der Strumpfhose ausgehend am inneren Oberschenkel bis zum Schritt reicht und am äußeren Oberschenkel bis unmittelbar unterhalb einer Stelle reicht, die üblicherweise dem größten Oberschenkelumfang des Trägers oder der Trägerin entspricht. Man kann daher - im Vergleich zu einem "knappen" Höschen - auch von einem "erweiterten Höschenbereich" sprechen, der die sogenannten Problemzonen abdeckt.

    [0013] Optional kann im Fußbereich auf die Verwendung des dicken und warmen Wollmaterials verzichtet und hier auch das dünne Nylonmaterial verwendet werden. Dies hat den Vorteil, dass beim Tragen der Strumpfhose die Füße nicht eingeengt, also nicht wie sonst schlechter durchblutet werden und deshalb frieren bzw. keine größeren Schuhe / Stiefel getragen werden müssen.

    [0014] Die so gestaltete Wollstrumpfhose wärmt also nur dort, wo der Körper nicht anderweitig bedeckt ist und zeigt ein modisch wollig warm bekleidetes Bein bei gleichzeitig schlanker Körpersilhouette.

    [0015] Bei vorbekannten Feinstrumpfhosen kann der Höschenbereich, z. T. einschließlich des Oberschenkels, und/oder der Zehen- und Fersenbereich verstärkt sein. Die Verstärkung, regelmäßig erzeugt durch festeres Material als für den übrigen Teil der Feinstrumpfhose, dient der Reißfestigkeit und kann im Höschenbereich auch der Figurformung dienen. Ein derartig stärkeres und/oder reißfesteres Material kann bei der hier beschriebenen Erfindung ebenfalls für den Höschenbereich und ggf. den Fußbereich zur lokalen Verstärkung verwendet werden, solange es dünn genug ist, um nicht aufzutragen.

    [0016] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt:
    FIG. 1
    eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Strumpfhose in drei verschiedenen perspektivischen Ansichten, und
    FIG. 2
    entsprechende Ansichten einer zweiten Ausführungsform der Strumpfhose.


    [0017] Die in FIG. 1 dargestellte Strumpfhose 2, eine Damenstrumpfhose, vereint wärmende und modische Eigenschaften mit den Anforderungen an ein schlankes Erscheinungsbild der Trägerin.

    [0018] Zu diesem Zweck ist die Strumpfhose 2 im Beinbereich 4 und im Fußbereich 6 aus einem relativ dicken und flauschigen Wollgarn mit einer eingearbeiteten elastischen Faser gestrickt (nach Art einer Strickstrumpfhose). Der Stoff im Höschenbereich 8 hingegen ist aus einem im Vergleich dazu wesentlich dünneren Nylonfaden hergestellt (nach Art einer Feinstrumpfhose, technisch gesehen ebenfalls gestrickt). Damit ist die Stoffdicke im Höschenbereich 8 geringer als im Bein- und Fußbereich 4, 6. Die Strumpfhose 2 trägt an den Problemzonen im Höschenbereich 8 nicht so stark auf wie eine gewöhnliche Strickstrumpfhose, die durchgängig aus dem dicken Wollgarn gefertigt ist.

    [0019] Bei der in FIG. 2 dargestellten zweiten Ausführungsform besteht im Unterschied zur ersten Ausführungsform neben dem Höschenbereich 8 auch der Fußbereich 6 aus dem vergleichsweise dünnen Stoff auf Basis eines Nylonfadens. Nur der Beinbereich 6 besteht hier aus dem dicken Wollstrickstoff.

    Bezugszeichenliste



    [0020] 
    2
    Strumpfhose
    4
    Beinbereich
    6
    Fußbereich
    8
    Höschenbereich



    Ansprüche

    1. Strumpfhose (2), insbesondere Damen- oder Mädchenstrumpfhose, umfassend einen Fußbereich (6), einen Beinbereich (4) und einen Höschenbereich (8), wobei der Höschenbereich (8) aus einem dünneren Garn hergestellt ist als der Beinbereich (4).
     
    2. Strumpfhose (2) nach Anspruch 1, wobei das Garn im Beinbereich (4) ein gesponnenes Garn aus Naturfasern und/oder Chemiefasern ist.
     
    3. Strumpfhose (2) nach Anspruch 2, wobei das Garn im Beinbereich (4) Fasern aus Wolle oder Baumwolle umfasst.
     
    4. Strumpfhose (2) nach Anspruch 2 oder 3, wobei in das Garn im Beinbereich (4) eine elastische Faser eingearbeitet ist.
     
    5. Strumpfhose (2) nach Anspruch 4, wobei die elastische Faser eine Chemiefaser, insbesondere Elastan, ist.
     
    6. Strumpfhose (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Garn im Höschenbereich (8) aus Mikrofasern, insbesondere aus Polyamid, besteht.
     
    7. Strumpfhose (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Höschenbereich (8) lokal begrenzte Verstärkungsstellen aufweist.
     
    8. Strumpfhose (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Höschenbereich (8) am inneren Oberschenkel bis zum Schritt reicht und am äußeren Oberschenkel bis unmittelbar unterhalb einer Stelle reicht, die üblicherweise dem größten Oberschenkelumfang des Trägers oder der Trägerin entspricht.
     
    9. Strumpfhose (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Garngewicht im Höschenbereich (8) im Bereich von etwa 0,5 bis 80 den liegt.
     
    10. Strumpfhose (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Garngewicht im Beinbereich (4) mindestens 100 den beträgt.
     
    11. Strumpfhose (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der mittlere Garndurchmesser im Beinbereich (4) ein Vielfaches, vorzugsweise mindestens das Dreifache, des mittleren Garndurchmessers im Höschenbereich (6) beträgt.
     
    12. Strumpfhose (2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der Fußbereich (8) aus einem dünneren Garn hergestellt ist als der Beinbereich (4).
     
    13. Strumpfhose (2) nach Anspruch 12, wobei das Garngewicht im Fußbereich (8) im Bereich von etwa 0,5 bis 80 den liegt.
     
    14. Strumpfhose (2) nach Anspruch 12 oder 13, wobei der mittlere Garndurchmesser im Beinbereich (4) ein Vielfaches, vorzugsweise mindestens das Dreifache, des mittleren Garndurchmessers im Fußbereich (6) beträgt.
     
    15. Strumpfhose (2) nach einem der Ansprüche 12 bis 14, wobei das im Fußbereich (6) verwendete Material das gleiche ist wie im Höschenbereich (8).
     
    16. Strumpfhose (2) nach einem der Ansprüche 12 bis 15, wobei der Fußbereich (6), insbesondere im Bereich der Ferse und/oder der Zehen, lokal begrenzte Verstärkungsstellen aufweist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht









    Recherchenbericht