[0001] Die Erfindung betrifft einen Skisprunghandschuh mit einem Handschuhkörper und Handschuhfingern,
wobei der Handschuhkörper des Skisprunghandschuhs eine vorderseitige, beim Tragen
des Skisprunghandschuhs die Innenhand des Handschuhträgers bedeckende Innenhandfläche
und einen rückseitigen, den Handrücken bedeckenden Handschuhrücken aufweist, wobei
die Innenhandfläche und der Handschuhrücken zunächst in Form geschnitten und danach
an ihren äußeren Konturlinien mit Ausnahme eines Einsteckbereichs zum Einschieben
der Hand in den Handschuh mittels Nähten zusammengenäht sind, und wobei die Innenhandfläche
und der Handschuhrücken über mindestens einen Seitenschichtel fest miteinander verbunden
sind.
[0002] Ein Skisprunghandschuh mit diesen Merkmalen ist beispielsweise beschrieben in der
EP 2 389 821 B1.
[0003] Derartige genähte oder gestrickte Fingerhandschuhe sind schon lange bekannt und werden
bereits seit der Antike aus den verschiedensten Materialen wie Fell, Leder, Textilstoff
-in neuerer Zeit auch unter Verwendung von Kunststoffen- hergestellt. Die Handschuhe
finden vielfältige Verwendung, zum Beispiel im Arbeitsbereich als Schutzhandschuhe
zum Schutz der Hände gegen Kälte, Hitze oder gegen Hautverletzungen bei groben mechanischen
Handarbeitsgängen, im beruflichen Bereich, beispielsweise als Pilotenhandschuhe oder
als Rennfahrerhandschuhe, aber auch als dekorativer Teil einer eleganten Bekleidung,
etwa in Form von Ball- oder Uniform-Handschuhen sowie im Sportbereich, beispielsweise
als Skihandschuhe, als Torwart-Handschuhe, als Kletterhandschuhe oder in ähnlichen
Funktionen. Für den Skisprungsport gibt es spezielle Springerhandschuhe mit zum Handrücken
hin leicht nach oben gebogenen Handschuhfingern.
[0004] In der Regel wird das Oberteil eines Handschuhs vom Handschuhmacher mit dem Unterteil
an einem zwischen den beiden Handschuhteilen angeordneten sogenannten Schichtel oder
auch Seitenschichtel vernäht; siehe etwa WIKIPEDIA unter
https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Schichtel&oldid=188489511 Zusätzlich zu den Schichtein können auch Zwickel eingesetzt werden.
[0005] Die
EP 2 554 063 A1 beschreibt einen gestrickten Kompressionshandschuh. Ein solcher Handschuh hat überhaupt
nichts mit einem gattungsgemäßen Skisprunghandschuh mit den eingangs definierten Merkmalen
zu tun, bei dem es technisch darum geht, eine so groß wie mögliche Fläche zur Verbesserung
der Flugeigenschaften des Handschuhträgers zu bekommen. Solche Kompressionshandschuhe
werden üblicherweise auf einer Rundstrickmaschine zweidimensional gestrickt. Nichts
Anderes offenbart daher auch die
EP 2 554 063 A1. Die zweidimensionale Herstellung ist aber in der Tat auch schon die einzige Übereinstimmung
mit der vorliegenden Erfindung. Die bekannten Kompressionshandschuhe sind jedenfalls
nicht aus zugeschnittenen Einzelteilen zusammengenäht, wie im Falle des gattungsgemäßen
Skisprunghandschuhs.
[0006] Die
DE 10 2018 110 479 A1 betrifft einen Torwarthandschuh. Hier kann nicht von einer Zweidimensionalität gesprochen
werden, sondern vielmehr davon, dass die Innenseite dieses Torwarthandschuhs nach
Verschleiß austauschbar sein muss. Außerdem ist es hier wichtig, dass unterschiedliche
Oberflächen, je nach Nässe oder Trockenheit während des Fußballspiels, verwendet werden
können. Die spezifischen Eigenschaften eines generischen Skisprunghandschuhs kann
und darf ein solcher Torwarthandschuh keinesfalls aufweisen. Selbst die Torwarte der
RB-Fußballvereine sollen ja bei ihrer Tätigkeit nicht wirklich "Flügel" bekommen;
der Skispringer aber durchaus.
[0007] Die
US 6 895 599 B1 beschreibt einen wendbaren Fingerhandschuh. Dieser ist zwar zweidimensional und hat
eine weiße und eine dunkle Seite. Der Handschuh nach
US 6 895 599 B1 besitzt jedoch gar keine Schichtel und ist somit keineswegs als gattungsgemäßer Skisprunghandschuh
einzustufen. Einen entgegen der menschlichen Hand-Anatomie ausgestellten Daumen weist
der bekannte wendbare Fingerhandschuh erst recht nicht auf.
[0008] Die
DE 85 25 113 U1 offenbart ein etwas kurioses Objekt, nämlich einen Schlauch mit vier Fingern, der
aber offenbar zwei Daumenröhren aufweist. Damit soll wohl ermöglicht werden, dass
der Handschuh sowohl auf der linken als auch auf der rechten Hand getragen werden
kann. Eine Zwei-Dimensionalität ist hier jedenfalls mitnichten gegeben, sondern eben
ein "Handschuh mit zwei Daumenröhren", welcher mit einem gattungsgemäßen Skisprung-handschuh,
wie er etwa in Dokument
EP 2 389 821 B1 beschrieben ist, absolut nichts gemein hat.
[0009] Normalerweise haben alle Handschuhe, die zusammengenäht werden, eine anatomische
Handform, d.h. der Daumen wird automatisch in Richtung der Innenhand verlegt und die
Finger entsprechend der "normalen natürlichen Hand" leicht in Richtung Handinnenfläche
gekrümmt. Insbesondere sind auch die Seitenschichtel solcher anatomisch geschnittenen
Fingerhandschuhe, über welche die Innenhandfläche und der Handschuhrücken fest miteinander
verbunden sind, nach innen gebogen. Der Handschuh-Daumen ist dabei aus der Handebene
nach unten und leicht nach innen gekrümmt.
[0010] Um aber einen optimalen Skispringer-Handschuh zu erhalten, ist diese herkömmliche
Schnittform jedoch nicht unbedingt zielführend. Der Skispringer spreizt nämlich in
der Luft die Finger und versucht damit, eine sehr breite Hand zu machen, um so viel
wie möglich "Flügelfläche" und somit Auftrieb zu erzielen. Des Weiteren versucht er
in der Regel auch, seine Finger nach hinten in Richtung des Handrückens zu überstrecken,
um diesen Effekt noch zu verstärken. Dafür muss der Springer aber normalerweise gegen
den Widerstand eines in der üblichen Weise geschnittenen Handschuhs andrücken.
[0011] Auch der aus der eingangs zitierten, gattungsgemäßen
EP 2 389 821 B1 seit einem Jahrzehnt bekannte spezielle Skisprung-Handschuh weist einen derartigen
anatomischen Schnitt auf. Um aber den Faltenwurf am Handschuh zu verringern, welcher
bei der Aktion des Hochdrückens der Finger durch den Skispringer bei einem bei einem
der oben beschriebenen herkömmlichen Handschuhe zwangsläufig auftritt und zu Luft-Verwirbelungen
beim Skisprung führt, schlägt die
EP 2 389 821 B1 vor, die Oberhand des Handschuhs kürzer und die Innenhand länger zu schneiden, so
dass die Oberhand im entspannten Zustand des Handschuhs eine konkave Fläche bildet.
[0012] Obgleich dieser gegenüber dem "klassischen" Fingerhandschuh "leicht modifizierte"
Sporthandschuh für den Skisprung nun schon seit vielen Jahren erfolgreich seinen Dienst
tut und sicherlich auch beim Gewinnen einiger Winterport-Medaillen entscheidend "mitgeholfen"
hat, ist hier gleichwohl immer noch ein nicht unerhebliches Verbesserungspotential
im Hinblick auf die "technischen" Eigenschaften dieses bekannten Skisprunghandschuhs
vorhanden.
[0013] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demgegenüber, mit möglichst einfachen technischen
Mitteln unaufwändig und kostengünstig einen gattungsgemäßen Skisprunghandschuh der
eingangs beschriebenen Art bereit zu stellen, mit dem einerseits eine deutliche Verbesserung
der aerodynamischen Eigenschaften des Skispringers im Vergleich zur Verwendung von
herkömmlichen Handschuhen und auch gegenüber dem oben beschriebenen bekannten speziellen
Skisprunghandschuh erreicht wird, sodass sich damit insbesondere höhere Sprungweiten
erzielen lassen, andererseits aber der erfindungsgemäße Vorschlag der
EP 2 389 821 B1 gerade
nicht verwirklicht, sondern das gesteckte Ziel auf technisch andere Weise erreicht wird.
[0014] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe auf ebenso überraschend einfache wie wirkungsvolle
Weise dadurch gelöst, dass der Handschuhrücken mindestens genauso lang geschnitten
ist wie die Innenhandfläche, dass der Skisprunghandschuh 2dimensional geschnitten
ist, also nicht wie bei einer anatomischen Vorlage mit dem Daumen gegenüber den anderen
Fingern nach innen und von der Innenhandfläche nach unten versetzt, sondern entgegen
der Anatomie der menschlichen Hand mit seitlich ausgestelltem Daumen in der Weise,
dass vor dem Tragen des Skisprunghandschuhs der Handschuhfinger für den Daumen in
derselben Ebene des Skisprunghandschuhs liegt, wie die Ansätze der Handschuhfinger
für die übrigen Finger des Handschuhträgers am Handschuhkörper, sodass der Daumen
beim Tragen des Skisprunghandschuhs von vornherein seitlich abgespreizt ist, dass
der Handschuhrücken und die Innenhandfläche deckungsgleich geschnitten sind, und dass
entweder die Seitenschichtel geometrisch so ausgebildet sind, dass vor dem Tragen
des Skisprunghandschuhs die Innenhandfläche im Wesentlichen parallel zum Handschuhrücken
verläuft, oder dass die Seitenschichtel gegenüber einem anatomisch geschnittenen Handschuh
um 180° verdreht eingesetzt sind, so dass der Skisprunghandschuh bereits vor dem Tragen
von der Innenhandfläche zum Handschuhrücken hin gekrümmt ist.
[0015] Die Erfindung beruht also im Wesentlichen darauf, einen Fingerhandschuh für den Skisprungsport
vorzustellen, bei dem zwar die oben beschriebenen und erwünschten Haupt-Eigenschaften
eines Skispringer-Handschuhs vorhanden sind, welche zu verbesserten Sprungergebnissen
beitragen sollen, jedoch ohne von der Lehre der
EP 2 389 821 B1 Gebrauch zu machen, wobei statt dessen die physikalischen Eigenschaften des Handschuhs
und mithin die erzielbaren sportlichen Ergebnisse demgegenüber sogar noch deutlich
verbessert werden.
[0016] Dies gelingt zum einen dadurch, dass die Oberhand des Handschuhs eben nicht kürzer
und die Innenhand länger geschnitten sind, sondern der Handschuhrücken mindestens
genauso lang geschnitten ist wie die Innenhandfläche. Zum anderen verwendet der erfindungsgemäße
Skisprunghandschuh aber auch
keinen anatomischen Handschuhschnitt mehr. Vielmehr schlägt die vorliegende Erfindung vor, den Handschuh nicht wie üblich
3dimensional, sondern vielmehr 2dimensional, also gerade
nicht gemäß einer natürlichen anatomischen Handformung zu schneiden. Dadurch liegt der
Handschuhfinger für den Daumen nicht bezüglich der Handfläche nach innen und unten
versetzt, sondern in derselben Ebene des Skisprunghandschuhs wie die Ansätze der Handschuhfinger
für die übrigen Finger, sodass der Daumenansatz beim Tragen des Skisprunghandschuhs
von vornherein seitlich abgespreizt ist.
[0017] Durch diese Zweidimensionalität wird die Oberfläche des Skisprung-Handschuhes vergrößert,
da der Daumen seitlich -gegen die Anatomie der Hand- ausgestellt wird. Dadurch wird
beim erfindungsgemäßen Skisprunghandschuh eine höhere und faltenfreie Oberfläche erreicht,
was bis zu 40% mehr Auftrieb erzeugt. Messungen im Windkanal, der vom Anmelder eigens
für die Prüfung von Skisprung-Handschuhen gebaut wurde, haben ein beachtliches Ergebnis
erbracht (Details siehe unten).
[0018] Um die Herstellung des erfindungsgemäßen Skisprunghandschuhs technisch weiter zu
vereinfachen und damit die Kosten deutlich zu senken, wird zudem vorgeschrieben, den
Handschuhrücken und die Innenhandfläche im Wesentlichen deckungsgleich zu schneiden.
[0019] Bei einer ersten Variante des erfindungsgemäßen Skisprunghandschuhs sind die Seitenschichtel
geometrisch so ausgebildet sind, dass vor dem Tragen des Skisprunghandschuhs die Innenhandfläche
im Wesentlichen parallel zum Handschuhrücken verläuft. Diese Varianten sind besonders
unkompliziert herstellbar und zeigen beim Handschuhträger im Wesentlichen die gleiche
physikalische Wirkung, unabhängig davon, ob der Skispringer während der Flugphase
den Handrücken oder die Innenhand zum Schanzentisch hin ausrichtet.
[0020] Alternativ können bei einer anderen Variante der Erfindung die Seitenschichtel gegenüber
einem anatomisch geschnittenen Handschuh um 180° verdreht eingesetzt sein, so dass
der Skisprunghandschuh bereits vor dem Tragen von der Innenhandfläche zum Handschuhrücken
hin gekrümmt ist. Dadurch muss der Skiflieger während der Sprungphase praktisch keine
Kräfte gegen den Widerstand des Handschuhs aufwänden, um seine Finger in die übliche,
vom Handrücken weg gespreizte Haltung zu bringen und darin zu verweilen.
[0021] Besonders bevorzugt sind Weiterbildungen dieser zweiten, alternativen Variante der
Erfindung, bei denen die Seitenschichtel der Handschuhfinger außer dem Daumen derart
keilförmig geschnitten sind, dass die Finger außer dem Daumen des Handschuhträgers
beim Tragen des Skisprunghandschuhs zusätzlich vom Handschuhrücken weg nach oben hin
gebogen werden.
[0022] Normalerweise haben anatomisch geschnittene Handschuhe stets Seitenschichtel, die
anatomisch nach innen gebogen sind. Bei dem speziell entwickelten erfindungsgemäßen
Skispringer-Handschuh hingegen sind diese Seitenschichtel "falschherum" eingesetzt,
sodass die "umgedrehten" Schichtel die Handschuhfinger etwas nach oben biegen, was
eigentlich der "natürlichen, normalen" Anatomie einer Hand widerspricht. Somit ist
der erfindungsgemäße Handschuh mit dieser Schnittform bereits nach oben gekrümmt und
im Wesentlichen bereits in der speziellen Skispringer-Haltung.
[0023] Ganz besonders vorteilhaft sind Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Skisprunghandschuhs,
die sich dadurch auszeichnen, dass der Handschuhrücken und die Innenhandfläche einschließlich
der Handschuhfinger exakt deckungsgleich geschnitten sind.
[0024] Dies hat nicht nur den Vorteil einer noch kostengünstigeren Herstellung der Handschuhrücken
und Innenhandflächen, weil diese ja nunmehr identische Form aufweisen. Darüber hinaus
gewährt diese Ausführungsform der Erfindung dem Skispringer die Möglichkeit, je nach
-individuell unterschiedlichem- Sprungstil entweder die Rückhand oder die Innenhand
während der Sprungphase zum Hang hin zu drehen. Skisprunghandschuhe mit exakt deckungsgleichen
Handschuhrücken und Innenhandflächen sind jedenfalls in ihren Handhabungseigenschaften
diesbezüglich völlig "neutral".
[0025] Ganz besonders bevorzugt ist auch eine Klasse von Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Skisprunghandschuhs, bei welchen der Handschuhfinger für den Daumen einstückig mit
dem Handschuhrücken, insbesondere ohne Naht, gefertigt ist.
[0026] Dies hat nämlich den entscheidenden Vorzug, dass es zwischen Daumen zur Rückhand
keine Nahtstelle gibt. Dadurch wird beim Abspreizen des Daumens eine Wulst bzw. Falten
vermieden. Der große Vorteil ist, dass somit Daumen und Rückhand eine Einheit bilden
ohne Nahtstelle. Luft-Verwirbelungen werden dadurch vermieden.
[0027] Normalerweise wird der Daumen bei bekannten Fingerhandschuhen immer separat zum Handrückenteil
geschnitten und dann an diesem angesetzt und vernäht. Im vorliegenden Fall jedoch
werden Handrücken und Daumen zusammen aus einem Stück geschnitten, sodass sich im
"Skisprungbetrieb" bei flachem und ausgespreiztem Handschuh auf dem Handrücken, insbesondere
im Daumenbereich, keine Falten bilden können.
[0028] Alternativ oder ergänzend kann der erfindungsgemäße Handschuh auch als Strickhandschuh,
insbesondere nahtfrei, vorzugsweise getaucht, ausgeführt sein. Möglich ist auch ein
gestrickter, dehnfähiger und nahtfreier Handschuh, der für eine optimale Griffigkeit
getaucht sein kann. Bei Handschuhen ohne Naht erzielt man in der Regel auch ein besseres
Tastgefühl. Wenn keine Naht vorhanden ist, kann sie sich natürlich auch nicht lösen,
sodass die Dauerhaltbarkeit des Handschuhs erhöht wird. Ein besonders guter Gripp
wird durch Beschichtung, meist mittels Tauchung, erreicht.
[0029] Herkömmlicherweise werden Skisprung-Handschuhe auf dem Handrücken aus einem Material
aus PA und Schaumstoff gefertigt, welches auch für die Anzüge verwendet wird. In der
Innenhand wird Leder verarbeitet. Der erfindungsgemäße Skisprung-Handschuh kann aber
auch in der Innenhand Spezialmaterialien aufweisen, wie beispielsweise synthetisches
Leder, Kunstleder mit sehr hoher Griffigkeit, sowie auch Kunstmaterialien mit einer
entsprechenden Gripp-Beschichtung, Benoppung oder sonstigem Aufdruck. Dieser Aufdruck
kann auch partiell erfolgen, also nicht über die gesamte Handfläche. Diese Gripp-Materialien
ermöglichen dem Skispringer einerseits eine besonders sichere Handhabung seiner Ausrüstung,
zum anderen auch ein optimales Abstoßen am Schanzenbalken auch bei nassen und widrigen
Umständen. Die Gefahr eines Abrutschens am Balken wird dadurch deutlich reduziert.
[0030] Bei vorteilhaften Ausführungsformen können die erfindungsgemäßen Skisprunghandschuhe
aus synthetischem Leder, Kunstleder mit hoher Griffigkeit oder aus Kunstmaterialien
mit Gripp-Beschichtung, Benoppung oder aufgedruckter Oberflächenstruktur gefertigt
sein. Sämtliche genannten Materialien sind in der Handschuh-Herstellung üblich und
daher kommerziell einfach beschaffbar.
[0031] Bevorzugt sind auch Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Skisprunghandschuhs,
die sich dadurch auszeichnen, dass die Innenhandfläche aus synthetischem Leder, Kunstleder
mit hoher Griffigkeit oder aus Kunstmaterialien mit Gripp-Beschichtung, Benoppung
oder aufgedruckter Oberflächenstruktur gefertigt ist. Insbesondere eignet sich Chloropren-,
Polychloropren- oder Chlorbutadien-Kautschuk, weil diese Materialien eine etwas geringere
Dichte und mithin bei gleichem Gewicht ein größeres Volumen aufweisen, was wiederum
die Oberfläche des Handschuhs vergrößert und zu einem aerodynamischen Auftrieb beim
Skiflug beiträgt. Auf diese Weise lassen sich auch die erfindungsgemäß modifizierten
Skisprunghandschuhe ohne zusätzliche aufwändige neue Fertigungstechnologien mit den
herkömmlichen Verfahren herstellen.
[0032] Weiterbildungen dieser Ausführungsformen sind besonders vorteilhaft, bei denen eine
Beschichtung, Benoppung oder ein Aufdruck mit Oberflächenstruktur nur partiell auf
einer Teilfläche der Innenhandfläche aufgebracht ist. Damit lässt sich einerseits
Beschichtungsmaterial einsparen, andererseits können ganz gezielt individuelle Gripp-Eigenschaften
für den jeweiligen Skisprunghandschuh evoziert werden.
[0033] Bei weiteren besonders bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Skisprunghandschuhs
ist die Innenhandfläche aus demselben Material gefertigt wie der Handschuhrücken,
vorzugsweise aus einem Material, wie es auch für Skisprung-Anzüge verwendet wird.
Dadurch ist der Handschuh in seinen physikalischen Eigenschaften beim Skiflug "neutral"
hinsichtlich der Handhaltung des jeweiligen Benutzers, also Handinnenseite oder aber
Handrücken zum Boden hin gerichtet. Außerdem wird durch eine Übereinstimmung der Handschuh-Materialien
mit den Anzug-Materialien auch in ästhetischer Hinsicht eine Einheitlichkeit der Skisprung-Ausrüstung
erreicht.
[0034] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden detaillierten
Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand der Figuren der Zeichnung,
die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigt, sowie aus den Ansprüchen. Die einzelnen
Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen bei
Varianten der Erfindung verwirklicht sein.
[0035] In der schematischen Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt,
welche in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert werden.
[0036] Im Einzelnen zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Draufsicht auf eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Skisprunghandschuhs mit Blick von schräg oben auf den Handrücken, wobei die Handschuhfinger
in einer Ebene mit dem Handschuhkörper liegen;
- Fig. 2
- eine schematische Draufsicht auf eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Skisprunghandschuhs mit "verdrehten" Seitenschichteln und vom Handrücken nach oben
gekrümmten Handschuhfingern;
- Fig.3
- eine schematische Draufsicht auf einen Fingerhandschuh nach dem Stand der Technik;
und
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines speziellen Windkanals zum Ermitteln der aerodynamischen
Eigenschaften des erfindungsgemäßen Skisprunghandschuhs, gegebenenfalls auch im Vergleich
mit herkömmlichen Handschuhen.
[0037] Generell illustrieren die Figuren 1 bis 3 der Zeichnung einen genähten, insbesondere
konfektionierten, oder einen gestrickten
Skisprunghandschuh 10; 20; 30 aus einem eng anliegenden, dehnfähigen, flexiblen Grundmaterial, insbesondere aus
Textilmaterial, Leder oder Kunststoff, mit einem Handschuhkörper und
Handschuhfingern 11a,11b,11c,11d,11e; 21a,21b,21c,21d, 21e; 31a,31b,31c,31d,31e. Der Handschuh weist jeweils eine vorderseitige, beim Tragen des Skisprunghandschuhs
10; 20; 30 die Innenhand des Handschuhträgers bedeckende, in der Zeichnung praktisch
nicht sichtbare
Innenhandfläche und einen rückseitigen, der Innenhandfläche gegenüberliegenden, den Handrücken bedeckenden
Handschuhrücken 12; 22; 32 auf, welche im Falle eines genähten Handschuhs an ihren äußeren Konturlinien mit
Ausnahme eines Einsteckbereichs zum Einschieben der Hand in den Handschuh mittels
Nähten zusammengenäht sind. Die Innenhandfläche und der Handschuhrücken 12; 22; 32
sind über mindestens einen
Seitenschichtel 13; 23; 33 fest miteinander verbunden.
[0038] Erfindungsgemäß zeichnet sich der Skisprunghandschuh 10; 20 dadurch aus, dass der
Handschuhrücken 12; 22 mindestens genauso lang geschnitten ist wie die Innenhandfläche,
dass der Skisprunghandschuh 10; 20 zweidimensional geschnitten ist, also nicht wie
bei einer anatomischen Vorlage mit dem Daumen gegenüber den anderen Fingern nach innen
und von der Innenhandfläche nach unten versetzt, sondern in der Weise, dass vor dem
Tragen des Skisprunghandschuhs 10; 20 der Handschuhfinger 11a; 21a für den Daumen
in derselben Ebene des Skisprunghandschuhs 10; 20 liegt, wie die Ansätze der Handschuh-finger
11b,11c,11d,11e; 21b,21c,21d,21e für die übrigen Finger des Handschuhträgers am Handschuhkörper,
sodass der Daumen beim Tragen des Skisprunghandschuhs 10; 20 von vornherein seitlich
abgespreizt ist, und dass der Handschuhrücken 12; 22 und die Innenhandfläche deckungsgleich
geschnitten sind.
[0039] Wie bereits oben erläutert, wird heutzutage beim Skispringen/Skifliegen durch die
Handhaltung mit den abgespreizten Fingern durch den Skispringer versucht, eine möglichst
große Oberfläche zu erzeugen, so dass der Springer die Handschuhe zur Auftriebserzeugung,
aber auch als Flügel zur Steuerung verwenden kann. Hierbei gibt es prinzipiell zwei
verschiedene Handhaltungen, nämlich
- a) mit dem Handrücken zum Boden
oder
- b) mit der Innenhand zum Boden.
[0040] Durch den hier beschriebenen neuartigen, erfindungsgemäßen Handschuh-Schnitt ("
SEIZ Cut") können jetzt nicht nur Springer, die mit dem Handrücken zum Schanzenboden springen,
einen für sie geeigneten Handschuh bekommen, sondern nunmehr auch Springer, die mit
der Innenhand zum Schanzenboden springen.
[0041] In diesem Fall wird das Rückhandmaterial, das auch für die Sprunganzüge verwendet
wird, in der Innenhand eingesetzt und hat somit den gleichen Effekt wie bei den Springern
die mit der Rückhand zur zum Boden fliegen.
[0042] In
Fig. 1 ist ein erfindungsgemäßer Skisprunghandschuh 10 mit zweidimensionalem Schnitt dargestellt,
bei dem die Seitenschichtel 13 geometrisch so ausgebildet sind, dass vor dem Tragen
des Skisprunghandschuhs 10 die Innenhandfläche im Wesentlichen parallel zum Handschuhrücken
12 verläuft. Hierbei sind die Innenhandfläche sowie der Handschuhrücken 12 gleich
geschnitten, insbesondere auch mit den gleichen Fingerlängen. Zwischen Daumen und
Rückhand befindet sich hier keine Naht, was sehr entscheidende Vorteile bringt. Wenn
man nämlich bei einem dreidimensionalen Handschuh den Daumen abzuspreizen versucht,
entsteht automatisch ein Materialüberschuss auf dem Handrücken, also eine Wulst, die
während der Skiflug-Phase zu störenden Luft-Verwirbelungen führt.
[0043] Fig. 2 zeigt eine noch weiter verfeinerte Variante der Erfindung, bei welcher die Seitenschichtel
23 gegenüber einem anatomisch geschnittenen Handschuh um 180° verdreht eingesetzt
sind, so dass der Skisprunghandschuh 20 bereits vor dem Tragen von der Innenhandfläche
zum Handschuhrücken 22 hin gekrümmt ist. Insbesondere sind hier die Seitenschichtel
23 der Handschuhfinger 21b,21c,21d,21e außer dem Daumen derart keilförmig geschnitten,
dass die Finger außer dem Daumen des Handschuhträgers beim Tragen des Skisprunghandschuhs
20 zusätzlich vom Handschuhrücken 22 weg nach oben hin gebogen werden. Diese Handhaltung
ist aerodynamisch wie ein Flügel ausgebildet und zeigt mithin die besten physikalischen
Skiflug-Eigenschaften.
[0044] Sowohl bei der Ausführungsform nach Fig. 1 als auch nach Fig. 2 ist es besonders
günstig, wenn der Handschuhrücken 12; 22 und die Innenhandfläche einschließlich der
Handschuhfinger 11a,11b,11c,11d, 11e; 21a,21b,21c,21d,21e exakt deckungsgleich geschnitten
sind.
[0045] Wie in den Figuren 1 und 2 jeweils durch ein gestricheltes
Oval 14; 24 angedeutet, ist der Handschuhfinger 11a; 21a für den Daumen einstückig mit dem Handschuhrücken
12; 22, insbesondere ohne Naht, gefertigt.
[0046] Alternativ oder ergänzend kann der Skisprunghandschuh 10; 20 auch nahtfrei, vorzugsweise
getaucht, ausgeführt sein.
[0047] Bei in den Figuren 1 und 2 schematisch dargestellten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Skisprunghandschuhs 10; 20 sind die Handschuhfinger 11b,11c,11d,11e; 21b,21c,21d,21e
für den Zeigefinger, den Mittelfinger, den Ringfinger und den kleinen Finger so geschnitten,
dass ihre Ansätze am Handschuhkörper bereits vor dem Tragen im Wesentlichen parallel
zueinander verlaufen, während der Handschuhfinger 11a; 21a für den Daumen seitlich
von den anderen Handschuhfingern 11b,11c,11d,11e; 21b,21c,21d,21e um etwa 45° absteht.
[0048] In der Zeichnung nicht eigens dargestellt sind Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Skisprunghandschuhs, bei denen die Innenhandfläche aus einem Material mit hoher Griffigkeit
oder aus Kunstmaterialien mit Gripp-Beschichtung, Benoppung oder aufgedruckter Oberflächenstruktur
gefertigt ist. Dabei kann ein Aufdruck mit Oberflächenstruktur auch nur partiell auf
einer Teilfläche der Innenhandfläche aufgebracht sein. Als Materialien eignen sich
hierfür besonders Chloropren-, Polychloropren- oder Chlorbutadien-Kautschuk.
[0049] Fig. 3 zeigt einen herkömmlichen dreidimensionalen Fingerhandschuh 10, bei dem der Daumen
-gemäß der "normalen" Anatomie der Handnach innen ausgestellt ist. Aus der Figur ist
gut erkennen, dass sich zwischen dem Handschuhfinger 31a für den Daumen und dem Handschuhrücken
32 eine
Naht 34 befindet. Dies ist bisher generell bei allen geschnittenen Handschuhen der Fall.
[0050] Um verschiedene Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Skisprunghandschuhs 10; 20
auch im Vergleich zu herkömmlichen Handschuhen 30 hinsichtlich ihrer aerodynamischen
Eigenschaften zu testen, hat der Anmelder eigens einen speziellen Windkanal errichtet,
der in
Fig. 4 schematisch dargestellt ist.
[0051] Der
Windkanal 41 wurde entwickelt, um Skispringer-Handschuhe insbesondere in Bezug auf ihren Luftwiderstand
und den durch sie erzeugten Auftrieb zu vermessen.
Funktionsweise:
[0052] Luft wird durch zwei hintereinander geschaltete
Gebläse 42', 42" beschleunigt und durch ein
Rohr 43 geführt. Dabei wird eine konstante Luftströmung von 68 km/h erzeugt. In das Rohr
43 wird -mit Abstand vom Gebläse 42', 42"- ein
Handschuh 40 -beispielsweise der Größe 9,5- gehängt, der auf eine definierte (in der Zeichnung
nicht erkennbare) Hand-Form aufgezogen wurde. Die Hand-Form hat eine
Vorrichtung 44 zum Fixieren an einen
Kniehebel 45, der nach außerhalb des Rohres 43 führt und mit einem
Newtonmeter 46 verbunden ist. An diesem lässt sich dann die durch den entstandenen Winddruck hervorgerufene
Kraft in N ablesen.
Aktuelle Messungen haben folgendes ergeben:
[0053]
| SEIZ Profi Cut |
10,3 N |
| SEIZ Profi Cut |
10,1 N |
| Wettbewerb-Modell 1 |
6,9 N |
| Wettbewerb-Modell 1 |
7,1 N |
| Wettbewerb-Modell 2 |
7,3 N |
| Wettbewerb-Modell 2 |
7,2 N |
| Wettbewerb-Modell 3 |
7,4 N |
| Wettbewerb-Modell 3 |
7,4 N |
[0054] Die Werte für Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Skisprunghandschuhs zeigen
also einen bis zu 40 % höheren Widerstand und damit auch verbundenen Auftrieb.
[0055] Beim Skisprunghandschuh gemäß der vorliegenden Erfindung geht es in erster Linie
darum, während der Flugphase des Skispringers so viel wie möglich Flügelfläche und
somit Auftrieb zu erhalten.
[0056] Hierfür ist der seitlich abgespreizte Daumen, der ja völlig gegen die Anatomie der
menschlichen Hand geschnitten ist, essentiell. In der natürlichen Anatomie einer (unverkrüppelten)
menschlichen zeigt nämlich der Daumen regelmäßig nach innen und in Richtung der anderen
Finger.
[0057] Für keinen anderen Handschuh der Welt -außer eben einen generischen Skisprunghandschuh-
würde es Sinn machen, die Handschuhteile so zuzuschneiden, dass nach dem Zusammennähen
der Daumen ausgerechnet in nicht-anatomischer Weise seitlich abgespreizt ist.
[0058] Als weiterer wesentlicher Unterschied der vorliegenden Erfindung gegenüber allen
anderen bekannten Fingerhandschuhen ist zudem auch noch in der Art und Weise zu nennen,
wie die Seitenschichtel ausgestaltet und angeordnet sein sollen:
Entweder sind die Seitenschichtel geometrisch so ausgebildet, dass vor dem Tragen
des Skisprunghandschuhs die Innenhandfläche im Wesentlichen parallel zum Handschuhrücken
verläuft, oder die Seitenschichtel sind -gegenüber einem anatomisch geschnittenen
Handschuh- um 180° verdreht eingesetzt, so dass der Skisprunghandschuh bereits vor
dem Tragen von der Innenhandfläche zum Handschuhrücken hin gekrümmt ist.
[0059] Keinesfalls gibt der bekannte Stand der Technik einen -und sei es auch noch so versteckten-
Hinweis auf diese mit der vorliegenden Erfindung erzielbare konkrete technische Problemlösung.
1. Skisprunghandschuh (10; 20; 30) mit einem Handschuhkörper und Handschuhfingern (11a,11b,11c,11d,11e;
21a,21b,21c,21d,21e; 31a,31b,31c,31d,31e), wobei der Handschuhkörper des Skisprunghandschuhs
(10; 20; 30) eine vorderseitige, beim Tragen des Skisprunghandschuhs (10; 20; 30)
die Innenhand des Handschuhträgers bedeckende Innenhandfläche und einen rückseitigen,
den Handrücken bedeckenden Handschuhrücken (12; 22; 32) aufweist, wobei die Innenhandfläche
und der Handschuhrücken (12; 22; 32) zunächst in Form geschnitten und danach an ihren
äußeren Konturlinien mit Ausnahme eines Einsteckbereichs zum Einschieben der Hand
in den Handschuh mittels Nähten zusammengenäht sind, und wobei die Innenhandfläche
und der Handschuhrücken (12; 22; 32) über mindestens einen Seitenschichtel (13; 23;
33) fest miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Handschuhrücken (12; 22) mindestens genauso lang geschnitten ist wie die Innenhandfläche,
dass der Skisprunghandschuh (10; 20) zweidimensional geschnitten ist, also nicht wie bei
einer anatomischen Vorlage mit dem Daumen gegenüber den anderen Fingern nach innen
und von der Innenhandfläche nach unten versetzt, sondern entgegen der Anatomie der
menschlichen Hand mit seitlich ausgestelltem Daumen in der Weise, dass vor dem Tragen
des Skisprunghandschuhs (10; 20) der Handschuhfinger (11a; 21a) für den Daumen in
derselben Ebene des Skisprunghandschuhs (10; 20) liegt, wie die Ansätze der Handschuhfinger
(11b,11c,11d,11e; 21b,21c,21d,21e) für die übrigen Finger des Handschuhträgers am
Handschuhkörper, sodass der Daumen beim Tragen des Skisprunghandschuhs (10; 20) von
vornherein seitlich abgespreizt ist,
dass der Handschuhrücken (12; 22) und die Innenhandfläche deckungsgleich geschnitten sind,
und dass entweder die Seitenschichtel (13) geometrisch so ausgebildet sind, dass vor dem Tragen
des Skisprunghandschuhs (10) die Innenhandfläche im Wesentlichen parallel zum Handschuhrücken
(12) verläuft,
oder dass die Seitenschichtel (23) gegenüber einem anatomisch geschnittenen Handschuh
um 180° verdreht eingesetzt sind, so dass der Skisprunghandschuh (20) bereits vor
dem Tragen von der Innenhandfläche zum Handschuhrücken (22) hin gekrümmt ist.
2. Skisprunghandschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenschichtel (23) der Handschuhfinger (21b,21c,21d,21e) außer dem Daumen derart
keilförmig geschnitten sind, dass die Finger außer dem Daumen des Handschuhträgers
beim Tragen des Skisprunghandschuhs (20) zusätzlich vom Handschuhrücken (22) weg nach
oben hin gebogen werden.
3. Skisprunghandschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Handschuhrücken (12; 22) und die Innenhandfläche einschließlich der Handschuhfinger
(11a,11b,11c,11d,11e; 21a,21b,21c,21d,21e) exakt deckungsgleich geschnitten sind.
4. Skisprunghandschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Handschuhfinger (11b,11c,11d,11e; 21b,21c,21d,21e) für den Zeigefinger, den Mittelfinger,
den Ringfinger und den kleinen Finger so geschnitten sind, dass ihre Ansätze am Handschuhkörper
bereits vor dem Tragen im Wesentlichen parallel zueinander verlaufen, während der
Handschuhfinger (11a; 21a) für den Daumen seitlich von den anderen Handschuhfingern
(11b,11c,11d,11e; 21b,21c,21d,21e) absteht, vorzugsweise zwischen 20° und 90°, insbesondere
um etwa 45°.
5. Skisprunghandschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Handschuhfinger (11a; 21a) für den Daumen einstückig mit dem Handschuhrücken
(12; 22), insbesondere ohne Naht, gefertigt ist.
6. Skisprunghandschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch den Aufbau aus einem eng anliegenden, dehnfähigen, flexiblen Grundmaterial, insbesondere
aus Textilmaterial, Leder und/oder Kunststoff.
7. Skisprunghandschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenhandfläche aus synthetischem Leder, Kunstleder mit hoher Griffigkeit oder
aus Kunstmaterialien mit Gripp-Beschichtung, Benoppung oder aufgedruckter Oberflächenstruktur
gefertigt ist, insbesondere aus Chloropren-, Polychloropren- oder Chlorbutadien-Kautschuk.
8. Skisprunghandschuh nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Aufdruck mit Oberflächenstruktur nur partiell auf einer Teilfläche der Innenhandfläche
aufgebracht ist.
9. Skisprunghandschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenhandfläche aus demselben Material gefertigt ist, wie der Handschuhrücken
(12; 22), vorzugsweise aus einem Material, wie es auch für Skisprung-Anzüge verwendet
wird.
1. Ski jumping glove (10; 20; 30), comprising a glove body and glove fingers (11a, 11b,
11c, 11d, 11e; 21a, 21b, 21c, 21d, 21e; 31a, 31b, 31c, 31d, 31e), the glove body of
the ski jumping glove (10; 20; 30) having a front palm area, which covers the palm
of the glove wearer when the ski jumping glove (10; 20; 30) is worn, and a rear back
of the glove (12; 22; 32), which covers the back of the hand, the palm area and the
back of the glove (12; 22; 32) being first cut to shape and then sewn together at
their outer contour lines by means of seams, with the exception of an insertion region
for sliding the hand into the glove, and the palm area and the back of the glove (12;
22; 32) being firmly interconnected via at least one fourchette (13; 23; 33),
characterized in that
the back of the glove (12; 22) is cut at least as long as the palm area,
in that the ski jumping glove (10; 20) is cut two-dimensionally, i.e. not as in an anatomical
model with the thumb offset inwards with respect to the other fingers and downwards
from the palm area, but contrary to the anatomy of the human hand with the thumb protruding
laterally such that before the ski jumping glove (10; 20) is worn, the glove finger
(11a; 21a) for the thumb is in the same plane of the ski jumping glove (10; 20) as
the bases of the glove fingers (11b, 11c, 11d, 11e; 21b, 21c, 21d, 21e) for the remaining
fingers of the glove wearer on the glove body, so that the thumb is spread out to
the side from the outset when the ski jumping glove (10; 20) is worn,
in that the back of the glove (12; 22) and the palm area are cut congruently,
and in that either the fourchettes (13) are designed geometrically such that before the ski jumping
glove (10) is worn, the palm area extends substantially in parallel with the back
of the glove (12),
or in that the fourchettes (23) are rotated by 180° compared to an anatomically cut glove, so
that, before it is worn, the ski jumping glove (20) is curved from the palm area toward
the back of the glove (22).
2. Ski jumping glove according to claim 1, characterized in that the fourchettes (23) of the glove fingers (21b, 21c, 21d, 21e), except for the thumb,
are cut in a wedge shape such that when the ski jumping glove (20) is worn, the fingers,
except for the thumb, of the glove wearer are also curved upwardly away from the back
of the glove (22).
3. Ski jumping glove according to any of the preceding claims, characterized in that the back of the glove (12; 22) and the palm area, including the glove fingers (11a,
11b, 11c, 11d, 11e; 21a, 21b, 21c, 21d, 21e) are cut exactly congruently.
4. Ski jumping glove according to any of the preceding claims, characterized in that the glove fingers (11b, 11c, 11d, 11e; 21b, 21c, 21d, 21e) for the index finger,
the middle finger, the ring finger and the little finger are cut in such a way that
their bases on the glove body extend substantially in parallel with one another even
before they are worn, whereas the glove finger (11a; 21a) for the thumb protrudes
laterally away from the other glove fingers (11b, 11c, 11d, 11e; 21b, 21c, 21d, 21e),
preferably by between 20° and 90°, in particular by approximately 45°.
5. Ski jumping glove according to any of the preceding claims, characterized in that the glove finger (11a; 21a) for the thumb is manufactured in one piece with the back
of the glove (12; 22), in particular without a seam.
6. Ski jumping glove according to any of the preceding claims, characterized by the construction of a close-fitting, stretchable, flexible base material, in particular
of textile material, leather and/or plastics material.
7. Ski jumping glove according to any of the preceding claims, characterized in that the palm area is made of synthetic leather, imitation leather having good grip or
synthetic materials having a grip coating, nubs or a printed surface structure, in
particular chloroprene rubber, polychloroprene rubber or chlorobutadiene rubber.
8. Ski jumping glove according to claim 7, characterized in that an imprint with a surface structure is applied only in part to a partial area of
the palm area.
9. Ski jumping glove according to any of the preceding claims, characterized in that the palm area is made from the same material as the back of the glove (12; 22), preferably
from a material that is also used for ski jumping suits.
1. Gant de saut à ski (10 ; 20 ; 30) comportant un corps de gant et des doigts de gant
(11a, 11b, 11c, 11d, 11e ; 21a, 21b, 21c, 21d, 21e ; 31a, 31b, 31c, 31d, 31e), le
corps de gant du gant de saut à ski (10 ; 20 ; 30) présentant une surface de paume
avant recouvrant la paume du porteur de gant lorsqu'il porte le gant de saut à ski
(10 ; 20 ; 30) et un dos de gant (12 ; 22 ; 32) arrière recouvrant le dos de la main,
la surface de paume et le dos de gant (12 ; 22 ; 32) étant d'abord découpés en forme
puis cousus ensemble, au moyen de coutures, au niveau de leurs lignes de contour extérieures,
à l'exception d'une zone d'emmanchement pour l'insertion de la main dans le gant,
et la surface de paume et le dos de gant (12 ; 22 ; 32) étant solidement reliés entre
eux par l'intermédiaire d'au moins une couche latérale (13 ; 23 ; 33),
caractérisé en ce
que le dos de gant (12 ; 22) est découpé au moins aussi long que la surface de paume,
que le gant de saut à ski (10 ; 20) est découpé en deux dimensions, c'est-à-dire non
pas comme dans un modèle anatomique avec le pouce décalé vers l'intérieur par rapport
aux autres doigts et vers le bas à partir de la surface de paume, mais contrairement
à l'anatomie de la main humaine avec le pouce évasé latéralement de manière à ce que,
avant de porter le gant de saut à ski (10 ; 20), le doigt de gant (11a ; 21a) pour
le pouce se trouve dans le même plan du gant de saut à ski (10 ; 20) que les bases
des doigts de gant (11b, 11c, 11d, 11e ; 21b, 21c, 21d, 21e) pour le reste des doigts
du porteur de gant sur le corps de gant, de sorte que le pouce est d'emblée écarté
latéralement lors du port du gant de saut à ski (10 ; 20),
que le dos de gant (12 ; 22) et la surface de paume sont découpés de manière congruente,
et que les couches latérales (13) sont conçues géométriquement de telle sorte qu'avant le
port du gant de saut à ski (10), la surface de paume s'étend sensiblement parallèlement
au dos de gant (12),
ou que les couches latérales (23) sont tournées de 180° par rapport à un gant à découpe
anatomique, de sorte que le gant de saut à ski (20) est courbé de la surface de paume
vers le dos de gant (22) avant qu'il ne soit porté.
2. Gant de saut à ski selon la revendication 1, caractérisé en ce que les couches latérales (23) des doigts de gant (21b, 21c, 21d, 21e), à l'exception
du pouce, sont découpées en forme de coin de telle sorte que les doigts, à l'exception
du pouce du porteur de gant lorsqu'il porte le gant de saut à ski (20), sont en outre
courbés vers le haut en s'éloignant du dos de gant (22).
3. Gant de saut à ski selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le dos de gant (12 ; 22) et la surface de paume, y compris les doigts de gant (11a,
11b, 11c, 11d, 11e ; 21a, 21b, 21c, 21d, 21e), sont découpés exactement de manière
congruente.
4. Gant de saut à ski selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les doigts de gant (11b, 11c, 11d, 11e ; 21b, 21c, 21d, 21e) pour l'index, le majeur,
l'annulaire et l'auriculaire sont découpés de telle sorte que leurs bases sur le corps
de gant sont sensiblement parallèles entre elles avant que le gant ne soit porté,
tandis que le doigt de gant (11a ; 21a) pour le pouce dépasse latéralement des autres
doigts de gant (11b, 11c, 11d, 11e ; 21b, 21c, 21d, 21e), de préférence entre 20°
et 90°, en particulier d'environ 45°.
5. Gant de saut à ski selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le doigt de gant (11a ; 21a) pour le pouce est fabriqué d'une seule pièce avec le
dos de gant (12 ; 22), en particulier sans couture.
6. Gant de saut à ski selon l'une des revendications précédentes, caractérisé par la structure en un matériau de base moulant, extensible et flexible, en particulier
en un matériau textile, en cuir et/ou en plastique.
7. Gant de saut à ski selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la surface de paume est fabriquée à partir de cuir synthétique, de similicuir à forte
adhérence ou de matériaux synthétiques avec un revêtement adhérent, des picots ou
une structure de surface imprimée, en particulier à partir de caoutchouc de chloroprène,
de polychloroprène ou de chlorobutadiène.
8. Gant de saut à ski selon la revendication 7, caractérisé en ce qu'une impression à structure de surface n'est appliquée que partiellement sur une surface
partielle de la surface de paume.
9. Gant de saut à ski selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la surface de paume est fabriquée à partir du même matériau que le dos de gant (12
; 22), de préférence à partir d'un matériau également utilisé pour les combinaisons
de saut à ski.