[0001] Die Erfindung betrifft ein Bekleidungsstück zur Massage und Stimulierung des Lymphflusses
eines Körperteils eines Trägers, insbesondere der Extremitäten des menschlichen Körpers,
des Rumpfes und des Kopfes, mittels vibrierender Elemente. Die Erfindung betrifft
auch die Verwendung vibrierender Elemente zur Massage und Stimulierung des Lymphflusses
eines Körperteils eines Trägers.
[0002] Im menschlichen Körper hat das Lymph- bzw. Lymph-Venen-System die Aufgabe, im Organismus
überschüssige Flüssigkeiten, Toxine und Schlacken zu transportieren, zu filtern und
in den allgemeinen Kreislauf zu entsorgen. Wenn infolge einer chronischen, entzündlichen
Erkrankung des Interstitiums, also dem Zwischenraum zwischen Zellen, Geweben, Organen,
der Lymphabfluss gestört ist, sodass sich Flüssigkeit im Gewebe staut, wird in der
Medizin von einem Lymphödem gesprochen. Erkennbar ist dies an einer deutlich sichtbaren
Schwellung. Häufig treten Lymphödeme an den Gliedmaßen auf. Eine Lymphdrainage wird
zur Behandlung von Lymphödemen eingesetzt, wobei insbesondere Bewegungsübungen, manuelle
Lymphdrainage oder Kompressionstherapie mittels Verbands zum Einsatz kommt.
[0003] Ein ungestörter Lymphfluss ist von Bedeutung, da von diesem das gesamte Flüssigkeitsgleichgewicht
des Körpers abhängt, darunter auch das des Blutkreislaufs und vor allem des venösen
Kreislaufs.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein Bekleidungsstück bereitzustellen, welches
die Haut des Trägers massiert und in Folge auch den Lymphfluss des Trägers stimuliert.
[0005] Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung ein Bekleidungsstück bereitzustellen, welches
zur Massage und Stimulierung des Lymphflusses der Extremitäten des menschlichen Körpers,
des Rumpfes und des Kopfes des Träger dient.
[0006] Es ist eine weitere Aufgabe der Erfindung ein Bekleidungsstück bereitzustellen, bei
welchem die Intensität und die Dauer der Massage, sowie der Ablauf, die Schaltung
und die Reihenfolge der Massage und damit in Folge auch die Stimulation des Lymphflusses
geregelt werden kann.
[0007] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass alle oben erwähnten Aufgaben durch
ein Bekleidungsstück umfassend zumindest ein vibrierendes Element gelöst werden können.
[0008] Gegenstand der Erfindung ist Bekleidungsstück zur Massage und Stimulierung des Lymphflusses
eines Körperteils eines Trägers, umfassend ein Stoffsubstrat und zumindest ein vibrierendes
Element, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine vibrierende Element auf dem
Stoffsubstrat angeordnet ist.
[0009] Es ist ein Vorteil des erfindungsgemäßen Bekleidungsstückes, dass es sich zur Massage
und Stimulation des Lymphflusses für verschiedene Körperteils eines Trägers eignet,
insbesondere der Extremitäten des menschlichen Körpers wie Arme und Beine, sowie des
Rumpfes und des Kopfes.
[0010] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Bekleidungsstückes ist, dass der Träger
selbst mittels des Bekleidungsstückes die Stimulation des Lymphflusses durchführen
kann. Das erfindungsgemäße Bekleidungsstück kann daher unterstützend oder ersatzweise
für eine manuelle Lymphdrainage durch einen Therapeuten verwendet werden.
[0011] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Bekleidungsstückes ist es, die Intensität
und die Dauer der Massage und der Stimulation des Lymphflusses regeln zu können.
[0012] Mit Lymphfluss im Sinne dieser Anmeldung ist die natürliche, ungestörte Richtung
des Flusses der Lymphflüssigkeit gemeint.
[0013] Das Bekleidungsstück ist vorzugsweise flächig, schlauchförmig oder bandförmig ausgebildet.
Die flächige Ausbildung kann beispielsweise eine Haube oder eine Kopfbedeckung sein.
Die schlauchförmige Ausbildung kann beispielsweise ein Strumpf sein, insbesondere
ein Strumpf für die Beine oder Arme. Die bandförmige Ausbildung kann beispielsweise
eine Bandage sein. Das Bekleidungsstück ist vorzugsweise eine Bandage, ein Verband,
ein Strumpf oder eine Kopfbedeckung.
[0014] Das Bekleidungsstück umfasst ein Stoffsubstrat, vorzugsweise besteht das Bekleidungsstück
aus einem Stoffsubstrat.
[0015] Das Stoffsubstrat weist vorzugsweise eine oder mehrere erhabene Strukturen zur Massage
auf, mehr bevorzugt zwischen 2 und 10000 erhabene Strukturen, mehr bevorzugt zwischen
50 und 5000 oder zwischen 100 und 1000 erhabene Strukturen auf. Die erhabenen Strukturen
sind vorzugsweise an einer zur Haut des Trägers gewandten Seite des Stoffsubstrats
angeordnet. Die erhabenen Strukturen können daher direkt in Kontakt mit der Haut des
Trägers kommen und diese auch direkt massieren. Die erhabenen Strukturen sind vorzugsweise
als Noppen und/oder als längliche erhabene Strukturen ausgebildet, mehr bevorzugt
als Noppen. Die erhabenen Strukturen werden durch die Vibrationen der vibrierenden
Elemente in Bewegung gesetzt. Die Bewegungen der erhabenen Strukturen dienen dazu,
die Haut des Trägers zu massieren und in Folge davon den Lymphfluss zu stimulieren.
[0016] Das Stoffsubstrat des Bekleidungsstückes ist vorzugsweise flächig, schlauchförmig
oder bandförmig ausgebildet, wie oben für das Bekleidungsstück beschrieben. Das Stoffsubstrat
des Bekleidungsstückes ist vorzugsweise ein gewebter Stoff oder ein gewirkter Stoff.
Der gewebte oder gewirkte Stoff oder das Stoffsubstrat ist vorzugsweise elastisch.
Die Elastizität hat den Vorteil, dass der Stoff sich an das Körperteil des Trägers
anschmiegt und sich somit die am Stoffsubstrat angeordneten vibrierenden Elemente
in direktem Kontakt mit dem Körperteil des Trägers befinden.
[0017] Vorzugsweise ist das Stoffsubstrat derart, dass das Stoffsubstrat einer medizinischen
Kompressionsklasse entspricht. Es gibt hierbei vier Kompressionsklassen I bis IV,
insbesondere für Beinkompressionsstrümpfe. Die Kompressionsklasse ist abhängig von
der Diagnose, von der Lokalisation der Lymph-Abflussstörung und dem klinischen Befund,
siehe beispielsweise KVB (Kassenärztliche Vereinigung Bayerns).
[0018] Das Stoffsubstrat liegt vorzugsweise direkt auf dem Körperteil des Trägers auf. Das
Stoffsubstrat weist vorzugsweise eine dem Körperteil des Trägers zugewandte Innenseite
und eine dem Körperteil des Trägers abgewandte Außenseite auf.
[0019] Das zumindest eine vibrierende Element hat die Funktion durch Energiezufuhr, vorzugsweise
durch elektrischen Strom, mehr bevorzugt durch Gleichstrom, zu vibrieren. Das zumindest
eine vibrierende Element ist daher vorzugsweise mit einer Stromquelle, wie beispielsweise
einer Batterie oder einem Akkumulator, elektrisch verbunden. Die Vibration kann durch
Steuern der Spannung und/oder der Stromstärke mittels eines Reglers gesteuert und
geregelt werden.
[0020] Das zumindest eine vibrierende Element ist vorzugsweise auf einer dem Körperteil
des Trägers zugewandten Innenseite des Stoffsubstrates und/oder auf einer dem Körperteil
des Trägers abgewandten Außenseite des Stoffsubstrates angeordnet. Ist das zumindest
eine vibrierende Element auf einer dem Körperteil des Trägers zugewandten Innenseite
des Stoffsubstrates angeordnet, so kommt das bzw. die vibrierenden Element(e) im Tragezustand
des Bekleidungsstückes direkt mit dem Körperteil des Trägers in Berührung. Dies hat
den Vorteil, dass das bzw. die vibrierenden Element(e) das Körperteil direkt massieren
und den Lymphfluss stimulieren können. Ist das zumindest eine vibrierende Element
auf einer dem Körperteil des Trägers abgewandten Außenseite des Stoffsubstrates angeordnet,
so befindet sich im Tragezustand des Bekleidungsstückes das Stoffsubstrat selbst zwischen
dem Körperteil des Trägers und dem vibrierenden Element. In einer solchen Anordnung
tritt eine Dämpfung der von den vibrierenden Elementen verursachten Vibrationen ein.
Die vibrierenden Elementen können auch sowohl an der Innenseite als auch an der Außenseite
des Stoffsubstrats angeordnet sein.
[0021] Das Stoffsubtrat kann grundsätzlich eine beliebige Anzahl von vibrierenden Elementen
aufweisen, in Abhängigkeit von Größe und Form der vibrierenden Elemente und der zur
Verfügung stehenden Fläche auf dem Stoffsubstrat. Vorzugsweise sind zwischen 2 und
2000 vibrierende Elemente auf dem Stoffsubstrat angeordnet, mehr bevorzugt zwischen
10 und 1000, und am meisten bevorzugt zwischen 30 und 500. Üblicherweise sind nicht
mehr als 5000 vibrierende Elemente auf dem Stoffsubstrat angeordnet.
[0022] Vorzugsweise ist das Bekleidungsstück ein Strumpf zur Massage und Stimulierung des
Lymphflusses der Extremitäten des Trägers, und der Strumpf weist ein rumpfnahes Ende
und ein rumpffernes Ende auf, wobei die Anzahl der auf dem Stoffsubstrat angeordneten
vibrierenden Elemente vom rumpffernen Ende zum rumpfnahen Ende hin abnimmt. Mit den
Extremitäten sind die Arme und Beine des Trägers gemeint. Mit rumpfnahes Ende ist
jenes Ende des Strumpfes gemeint, welches im Tragezustand des Strumpfes näher zum
Rumpf des Trägers zu liegen kommt. Entsprechend ist mit rumpffernen Ende jenes Ende
des Strumpfes gemeint, welches im Tragezustand des Strumpfes weiter vom Rumpf des
Trägers entfernt ist als das rumpfnahe Ende.
[0023] Vorzugsweise ist das Bekleidungsstück eine Bandage zur Massage und Stimulierung des
Lymphflusses der Extremitäten des Trägers, und die Bandage weist ein rumpfnahes Ende
und ein rumpffernes Ende auf, wobei die Anzahl der auf dem Stoffsubstrat angeordneten
vibrierenden Elemente vom rumpffernen Ende zum rumpfnahen Ende hin abnimmt. Mit den
Extremitäten sind die Arme und Beine des Trägers gemeint. Mit rumpfnahes Ende ist
jenes Ende der Bandage gemeint, welches im Tragezustand der Bandage näher zum Rumpf
des Trägers zu liegen kommt. Entsprechend ist mit rumpffernen Ende jenes Ende der
Bandage gemeint, welches im Tragezustand der Bandage weiter vom Rumpf des Trägers
entfernt ist als das rumpfnahe Ende.
[0024] Das zumindest eine vibrierende Element hat vorzugsweise eine flächige Form, mehr
bevorzugt haben alle vibrierenden Elemente eine flächige Form. Die flächige Form ist
vorzugsweise eine Scheibe. Eine flächige Form hat den Vorteil, dass das vibrierende
Element flach auf dem Körperteil des Trägers aufliegen kann. Dadurch werden die Vibrationen
und damit der Druck flächig auf das Körperteil appliziert, womit auch die Vibrationen
des vibrierenden Elements effizienter auf das Körperteil übertragen werden.
[0025] Die vibrierenden Elemente sind vorzugsweise derart auf dem Stoffsubstrat angeordnet,
dass die Anordnung der vibrierenden Elemente entlang des Verlaufs von einem oder mehreren
Lymphgefäßen des Trägers erfolgt. Mit anderen Worten, die vibrierenden Elemente kommen
im Tragezustand des erfindungsgemäßen Bekleidungsstücks entlang des Verlaufs eines
Lymphgefäßes des Körperteils des Trägers zu liegen. Dadurch wird nicht nur eine effiziente
Stimulierung des Lymphflusses erreicht, sondern es kann darüber hinaus auch durch
eine entsprechende Schaltung mittels eines Reglers eine gezielte Stimulierung in Richtung
Lymphfluss entlang des Verlaufs des Lymphgefäßes erfolgen.
[0026] Das zumindest eine vibrierende Element umfasst vorzugsweise einen vibrierenden Mikromotor,
mehr bevorzugt besteht es aus einem vibrierenden Mikromotor. Der vibrierende Mikromotor
ist vorzugsweise scheibenförmiger Gestalt. Vibrierende Mikromotoren werden üblicherweise
mit Gleichstrom (DC) betrieben und sind kommerziell erhältlich, beispielsweise von
der Firma Uxcell.
[0027] Das zumindest eine vibrierende Element ist mit dem Stoffsubstrat vorzugsweise fest
oder lösbar verbunden. Vorzugsweise ist das zumindest eine vibrierende Element mittels
Verkleben mit dem Stoffsubstrat fest verbunden. Vorzugsweise ist das zumindest eine
vibrierende Element mittels einer Haltevorrichtung mit dem Stoffsubstrat lösbar verbunden.
Das Halteelement kann beispielsweise eine Klammer sein.
[0028] Das Stoffsubstrat weist vorzugsweise zumindest eine Tasche zur Aufnahme eines vibrierenden
Elements auf, vorzugsweise zwischen 2 und 2000 Taschen auf. Vorzugsweise nimmt jede
Tasche genau ein vibrierendes Element auf. Die zumindest eine Tasche ist vorzugsweise
an der Innenseite des Stoffsubstrats und/oder an der Außenseite des Stoffsubstrats
angeordnet.
[0029] Vorzugsweise umfasst das Stoffsubstrat zwei Stofflagen, und das zumindest eine vibrierende
Element ist zwischen diesen zwei Stofflagen angeordnet. Mehr bevorzugt befinden sich
alle vibrierenden Elemente zwischen zwei Stofflange des Stoffsubstrates, weiter mehr
bevorzugt befinden sich alle vibrierenden Elemente zwischen denselben zwei Stofflange
des Stoffsubstrates.
[0030] Das Bekleidungsstück weist vorzugsweise zwei oder mehr vibrierende Elemente auf und
diese zwei oder mehr vibrierenden Elemente sind mittels einer elektrischen Leitung
miteinander elektrisch leitend verbunden.
[0031] Die elektrische Leitung umfasst vorzugsweise ein Kabel und/oder eine elektrisch leitfähige
Naht. Die elektrische Leitung verläuft vorzugsweise zwischen zwei Stofflagen des Stoffsubstrats
oder an einer Außenseite des Stoffsubstrats. Jede dieser beiden Anordnungen hat den
Vorteil, dass die elektrische Leitung nicht direkt auf dem Körperteil des Trägers
zu liegen kommt.
[0032] Das Bekleidungsstück umfasst vorzugsweise einen Regler zum Regeln des zumindest einen
vibrierenden Elements oder zum Regeln von zwei oder mehr Gruppen von vibrierenden
Elementen. Der Regler umfasst vorzugsweise ein Potentiometer. Mit dem Regler lässt
sich die Frequenz der Vibration, die Amplitude der Vibration und die Zeitdauer der
Vibration des oder der vibrierenden Elemente regeln.
[0033] Vorzugsweise sind auf dem Stoffsubstrat zwei oder mehr Gruppen von vibrierenden Elementen
angeordnet, derart, dass jede Gruppe zumindest ein vibrierendes Element umfasst, mehr
bevorzugt sind auf dem Stoffsubstrat zwischen zwei und 50 Gruppen, vorzugsweise zwischen
2 und 25 Gruppen oder zwischen 2 und 10 Gruppen, von vibrierenden Elementen angeordnet
sind, derart, dass jede Gruppe zwischen 2 und 50 vibrierende Elemente, vorzugsweise
zwischen 2 und 30 vibrierenden Elemente oder zwischen 5 und 15 vibrierende Elemente,
umfasst.
[0034] Jede Gruppe weist vorzugsweise eine Elementedichte auf. Mit Elementedichte ist die
Anzahl an vibrierenden Elementen pro Flächeneinheit Stoffsubstrat gemeint. Die Flächeneinheit
kann willkürlich gewählt werden, muss jedoch für jede Gruppe gleich groß sein. Die
Flächeneinheit kann daher beispielsweise 1 cm
2 oder 5 cm
2 sein. Je mehr vibrierende Elemente sich pro Flächeneinheit befinden, desto höher
ist die Anzahl an vibrierenden Elementen pro Flächeneinheit. Mit anderen Worten, bei
einer hohen Elementedichte sind die vibrierenden Elemente dichter zueinander auf dem
Stoffsubtrat angeordnet. Vorzugsweise haben die zwei oder mehr Gruppen von vibrierenden
Elementen jeweils eine unterschiedliche Elementedichte oder eine gleiche Elementedichte.
[0035] Jede Gruppe von vibrierenden Elementen wird vorzugsweise unabhängig voneinander von
dem Regler geregelt. Mit unabhängig geregelt ist gemeint, dass jede Gruppe unabhängig
von den anderen Gruppen ein- oder ausgeschalten werden kann, d.h. vibriert oder nicht
vibriert. Hingegen sind alle vibrierenden Elemente einer Gruppe voneinander abhängig
geschaltet, das heißt, dass alle vibrierenden Elemente einer Gruppe entweder ein-
oder ausgeschalten sind.
[0036] Der Regler ist vorzugsweise programmierbar. Der Regler ist vorzugsweise derart programmiert,
dass nur eine Gruppe der zwei oder mehr Gruppen von vibrierenden Elementen eingeschaltet
ist, während die andere(n) Gruppen von vibrierenden Elementen ausgeschalten sind.
Mit dem Begriff eingeschalten ist gemeint, dass die vibrierenden Elemente vibrieren,
und mit dem Begriff ausgeschalten ist gemeint, dass die vibrierenden Elemente nicht
vibrieren. Mehr bevorzugt ist der Regler so programmiert, dass nur eine Gruppe der
zwei oder mehr Gruppen von vibrierenden Elementen eingeschaltet ist, während die andere(n)
Gruppe(n) von vibrierenden Elementen ausgeschalten sind, wobei die Einschaltung der
Gruppen in einer Reihenfolge erfolgt, derart, dass die Reihenfolge des Einschaltens
der Gruppen einer vorgegebenen Richtung erfolgt. Die vorgegebene Richtung kann von
der Extremität aus in Richtung Herzregion sein oder kann die Richtung des Verlaufs
des Lymphflusses sein.
[0037] Mit anderen Worten werden die Gruppen nacheinander so eingeschalten, dass zuerst
eine erste Gruppe eingeschalten ist, und anschließend die nachfolgende nächste Gruppe
eingeschalten wird, während die erste Gruppe wieder ausgeschalten wird.
[0038] Zur Veranschaulichung wird im Folgenden ein Beispiel beschrieben. Beispielsweise
ist das Bekleidungsstück ein Beinstrumpf, welcher zwei Gruppen von vibrierenden Elementen
umfasst. Eine erste Gruppe von vibrierenden Elementen ist derart auf dem Stoffsubstrat
des Beinstrumpf angeordnet, dass die erste Gruppe im Tragezustand des Beinstrumpf
in der Knöchelregion des Beins eines Trägers zu liegen kommt. Eine zweite Gruppe von
vibrierenden Elementen ist derart auf dem Stoffsubstrat des Beinstrumpf angeordnet,
dass die zweite Gruppe in der Wadenregion desselben Beines zu liegen kommt, also oberhalb
der Knöchelregion und damit auch näher zur Herzregion des Trägers als die erste Gruppe.
Zunächst ist die erste Gruppe eingeschalten, welche die Knöchelregion des Beines massiert
und in Folge dessen auch den Lymphfluss stimuliert. Nach einer gewissen Zeit, beispielsweise
nach wenigen Minuten, wird die erste Gruppe ausgeschalten und zugleich die zweite
Gruppe eingeschalten. Die Reihenfolge des Einschaltens der beiden Gruppen erfolgt
hier also in einer vorgegebenen Richtung, nämlich von der Extremität in Richtung Herzregion
des Trägers. Die Massage des Beins durch den Beinstrumpf erfolgt daher ausgehend von
der Knöchelregion beinaufwärts Richtung Wadenregion, entsprechend erfolgt in Folge
die Stimulierung des Lymphflusses.
[0039] Der Regler ist vorzugsweise so programmiert, dass die Frequenz der Vibrationen der
vibrierenden Elemente der Pulsfrequenz des Trägers entspricht.
[0040] Das Bekleidungsstück weist vorzugsweise einen Verschluss auf. Der Verschluss ist
vorzugsweise ein Reißverschluss oder ein Hakenverschluss. Der Verschluss erstreckt
sich vorzugsweise über einen Teil des Bekleidungsstückes oder über eine gesamte Länge
eines Bekleidungsstücks. Ein Verschluss ermöglicht ein einfacheres und bequemeres
An- und Ausziehen des erfindungsgemäßen Bekleidungsstückes. Ist das Bekleidungsstück
beispielsweise schlauchförmig, wie ein Strumpf, so erstreckt sich der Verschluss über
einen Teil Schlauches bzw. des Strumpfes oder über eine gesamte Länge des Schlauches
bzw. des Strumpfes.
[0041] Die Erfindung betrifft ferner die Verwendung von zumindest einem vibrierenden Element
in einem Bekleidungsstück zur Massage und Stimulierung des Lymphflusses eines Körperteils
eines Trägers. Alle bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Bekleidungsstückes
wie oben beschrieben und der vibrierenden Elemente wie oben beschrieben sind auch
bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Verwendung, sofern anwendbar.
[0042] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile des Gegenstands der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Figuren.
[0043] Darin zeigt
Figur 1 eine Seitenansicht einer Ausführungsform in Form eines Strumpfes des erfindungsgemäßen
Bekleidungsstückes.
[0044] In Figur 1 ist beispielhaft ein Bekleidungsstück in Form eines Beinstrumpfes (1)
zur Massage und Stimulation eines Beines des Trägers abgebildet, dessen Stoffsubstrat
(2) aus Elasthan besteht. Auf der Außenseite des Stoffsubstrats (2) ist eine Vielzahl
an vibrierenden Elementen (3) angeordnet und mit dem Stoffsubtrat (2) fest verbunden.
In diesem Beispiel wurden von Uxcell kommerziell erhältliche vibrierende Mikromotoren
(DC, 3V, 70mA, 12000 rpm) als vibrierende Elemente (3) verwendet. Die Mikromotoren
werden von einer Batterie (nicht gezeigt) mit Strom versorgt. Zudem weist der Beinstrumpf
(1) einen Reißverschluss (5) auf, welcher sich über die gesamte Länge des Strumpfes
erstreckt. Dies ermöglicht es in einfacher Weise den Strumpf an- bzw. auszuziehen.
[0045] Die vibrierenden Elemente (3) sind hier in drei Gruppen eingeteilt, wobei jede Gruppe
in diesem Beispiel jeweils eine Reihe von vertikal angeordneten vibrierenden Elementen
(3) umfasst. Die Elemente (3) jeder Reihe sind mittels elektrisch leitfähiger Kabel
(4) miteinander verbunden. Die erste Reihe in Figur 1 ist links parallel zum Verschluss
(5) vertikal angeordnet und umfasst acht Elemente (3), während die zweite und dritte
Reihe jeweils sieben vertikal angeordneter Elemente (3) umfasst.
[0046] Ein Regler (nicht gezeigt) ermöglicht es die drei Gruppen von vibrierenden Elementen
(3) unabhängig voneinander anzusteuern. Damit können gezielt nur bestimmte Regionen
des Beines des Trägers massiert und stimuliert werden.
Bezugszeichenliste
[0047]
- 1
- Beinstrumpf
- 2
- Stoff
- 3
- Vibrierendes Element
- 4
- Elektrische Leitung
- 5
- Reißverschluss
1. Bekleidungsstück (1) zur Massage und Stimulierung des Lymphflusses eines Körperteils
eines Trägers, umfassend ein Stoffsubstrat (2) und zumindest ein vibrierendes Element
(3), wobei das Stoffsubstrat (2) eine oder mehrere erhabene Strukturen zur Massage
aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine vibrierende Element (3) auf dem Stoffsubstrat (2) angeordnet ist.
2. Bekleidungsstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine vibrierende Element (3) auf einer dem Körperteil des Trägers zugewandten
Innenseite des Stoffsubstrates (2) und/oder auf einer dem Körperteil des Trägers abgewandten
Außenseite des Stoffsubstrates (2) angeordnet ist.
3. Bekleidungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine vibrierende Element (3) einen vibrierenden Mikromotor umfasst.
4. Bekleidungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine vibrierende Element (3) mit dem Stoffsubstrat (2) fest oder lösbar
verbunden ist.
5. Bekleidungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stoffsubstrat (2) zumindest eine Tasche zur Aufnahme eines vibrierenden Elements
(3) aufweist.
6. Bekleidungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stoffsubstrat (2) zwei Stofflagen umfasst, und das zumindest eine vibrierende
Element (3) zwischen diesen zwei Stofflagen angeordnet ist.
7. Bekleidungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bekleidungsstück (1) zumindest zwei vibrierende Elemente (3) aufweist und diese
zumindest zwei vibrierenden Elemente (3) mittels einer elektrischen Leitung (4) miteinander
elektrisch leitend verbunden sind.
8. Bekleidungsstück nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Leitung (4) ein Kabel und/oder eine elektrisch leitfähige Naht umfasst.
9. Bekleidungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bekleidungsstück (1) einen Regler zum Regeln des zumindest einen vibrierenden
Elements (3) umfasst.
10. Bekleidungsstück nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler ein Potentiometer umfasst.
11. Bekleidungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Stoffsubstrat (2) zwei oder mehr Gruppen von vibrierenden Elementen (3) angeordnet
sind, derart, dass jede Gruppe zumindest ein vibrierendes Element (3) umfasst.
12. Bekleidungsstück nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass jede Gruppe von vibrierenden Elementen (3) unabhängig voneinander von dem Regler
geregelt werden.
13. Bekleidungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bekleidungsstück (1) eine Bandage, ein Verband, ein Strumpf oder eine Kopfbedeckung
ist.
14. Bekleidungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bekleidungsstück (1) einen Verschluss (5) aufweist.
15. Verwendung von zumindest einem vibrierenden Element (3) in einem Bekleidungsstück
zur Massage und Stimulierung des Lymphflusses eines Körperteils eines Trägers.