[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Eckwerkzeug für eine Schwenkbiegemaschine,
eine Schwenkbiegemaschine und ein Blechbiegeverfahren mittels des Eckwerkzeugs.
[0002] Es ist die technische Aufgabe der vorliegenden Erfindung, das Biegen von Blechbauteilen
mit Hinterschnitten technisch zu vereinfachen.
[0003] Diese technische Aufgabe wird durch Gegenstände mit den Merkmalen nach den unabhängigen
Ansprüchen gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche,
der Beschreibung und der Figuren.
[0004] Gemäß einem ersten Aspekt wird die technische Aufgabe durch ein Eckwerkzeug für eine
Schwenkbiegemaschine gelöst, mit einer drehbaren Klappe zum Erzeugen einer Biegelinie;
einem Anschlag zum formschlüssigen Begrenzen einer Ausklappbewegung der Klappe; und
einer Druckfeder zum Durchführen einer federkraftbeaufschlagten Einklappbewegung der
Klappe. Durch das Eckwerkzeug wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht,
dass das Eckwerkzeug mit eingeklappter Klappe an einem Bauteil mit Hinterschnitt vorbeigeführt
werden kann und danach ausgeklappt werden kann. Bei einer Rückbewegung des Eckwerkzeugs
klappt die federkraftbeaufschlagte Klappe automatisch ein, wenn diese an dem Bauteil
entlanggleitet. Dadurch lassen sich Biegeverfahren durchführen, mit denen komplexe
Bauteile ohne komplizierte Interpolationssteuerung der Klappenbewegung gefertigt werden
können, wie beispielsweise Blechhauben mit nach Innen stehendem Rand.
[0005] In einer technisch vorteilhaften Ausführungsform des Eckwerkzeugs ist eine Vorspannung
der Druckfeder einstellbar. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht,
dass das Einklappen der Klappe an das Gewicht eines Bauteils angepasst werden kann.
[0006] In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Eckwerkzeugs sind zum
Einstellen der Vorspannung der Druckfeder ein oder mehrere Distanzringe einsetzbar.
Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass die Vorspannung
auf einfache technische Weise angepasst werden kann.
[0007] In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Eckwerkzeugs umfasst
das Eckwerkzeug einen verschiebbaren Antriebsstößel zum Einklappen der Klappe. Dadurch
wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass eine aktive Ausklappbewegung
der Klappe durchgeführt werden kann.
[0008] In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Eckwerkzeugs umfasst
das Eckwerkzeug eine Kulissenführung für den verschiebbaren Antriebsstößel. Dadurch
wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass eine vorgegebene Kraftausübung
durch den Antriebsstößel erreicht werden kann.
[0009] In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Eckwerkzeugs ist die
Kulissenführung v-förmig. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht,
dass die Bewegung der Klappe durch die Kulissenführung begrenzt werden kann.
[0010] In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Eckwerkzeugs umfasst
die Druckfeder ein Drehlager zum drehbaren Lagern der Druckfeder an der Klappe. Dadurch
wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass eine leichtgängige Drehbewegung
und eine Beschädigung der Druckfeder verhindert werden.
[0011] In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Eckwerkzeugs umfasst
das Eckwerkzeug eine zylindrische Aussparung zum Aufnehmen der Druckfeder. Dadurch
wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass die Druckfeder innerhalb
der Aussparung geführt werden kann.
[0012] In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Eckwerkzeugs umfasst
die Klappe eine schräge Gleitkante zum Einklappen der Klappe durch eine Gleitbewegung
an einem Bauteil. Dadurch wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass
eine automatische Einklappbewegung bei einer Rückbewegung des Eckwerkzeugs durch das
Bauteil erzeugt werden kann.
[0013] In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Eckwerkzeugs umfasst
das Eckwerkzeug ein Drehlager zum drehbaren Lagern der Klappe. Dadurch wird beispielsweise
der technische Vorteil erreicht, dass die Klappe leichtgängig und mit einer hohen
Genauigkeit betätigt werden kann.
[0014] Gemäß einem zweiten Aspekt wird die technische Aufgabe durch eine Schwenkbiegemaschine
mit einem Eckwerkzeug nach dem ersten Aspekt gelöst. Durch die Schwenkbiegemaschine
werden die gleichen technischen Vorteile wie durch das Eckwerkzeug nach dem ersten
Aspekt gelöst.
[0015] Gemäß einem dritten Aspekt wird die technische Aufgabe durch ein Blechbiegeverfahren
mittels eines Eckwerkzeugs gelöst, das eine drehbare Klappe zum Erzeugen einer Biegelinie
und eine Druckfeder zum Durchführen einer federkraftbeaufschlagten Einklappbewegung
der Klappe umfasst, mit den Schritten eines Zurückbewegens des Eckwerkzeugs aus einem
Bauteil; und eines Einklappens einer drehbaren Klappe durch Entlanggleiten der Klappe
an dem Bauteil bei der Rückbewegung des Eckwerkzeugs. Durch das Blechbiegeverfahren
werden die gleichen technischen Vorteile wie durch das Eckwerkzeug nach dem ersten
Aspekt gelöst.
[0016] In einer technisch vorteilhaften Ausführungsform des Blechbiegeverfahrens gleitet
die Klappe bei der Rückbewegung entlang einer schrägen Gleitkante an dem Bauteil entlang.
Dadurch wird beispielsweise ebenfalls der technische Vorteil erreicht, dass eine automatische
Einklappbewegung bei einer Rückbewegung des Eckwerkzeugs durch das Bauteil erzeugt
werden kann.
[0017] In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Blechbiegeverfahrens
wird eine Vorspannung der Druckfeder derart eingestellt, dass das Bauteil bei der
Rückbewegung des Eckwerkzeugs fixiert bleibt. Dadurch wird beispielsweise der technische
Vorteil erreicht, dass ein unerwünschtes Abheben des Bauteils von einer Unterwange
verhindert werden kann.
[0018] In einer weiteren technisch vorteilhaften Ausführungsform des Blechbiegeverfahrens
wird die drehbare Klappe durch einen verschiebbaren Antriebsstößel eingeklappt. Dadurch
wird beispielsweise der technische Vorteil erreicht, dass eine aktive Ausklappbewegung
der Klappe durchgeführt werden kann.
[0019] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im Folgenden näher beschrieben.
[0020] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Vorderansicht einer Schwenkbiegemaschine;
- Fig. 2
- eine Vorderansicht eines Oberwangenwerkzeugs beim Bearbeiten einer Blechhaube;
- Fig. 3
- eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs beim Bearbeiten der Blechhaube;
- Fig. 4
- eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs beim Bearbeiten der Blechhaube;
- Fig. 5
- eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs beim Bearbeiten der Blechhaube;
- Fig. 6
- eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs beim Bearbeiten der Blechhaube;
- Fig. 7
- eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs beim Bearbeiten der Blechhaube;
- Fig. 8
- eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs beim Bearbeiten der Blechhaube;
- Fig. 9
- eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs beim Bearbeiten der Blechhaube;
- Fig. 10
- eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs beim Bearbeiten der Blechhaube;
- Fig. 11
- eine vergrößerte Ansicht eines Eckwerkzeugs während eines Klappvorgangs;
- Fig. 12
- eine weitere vergrößerte Ansicht des Eckwerkzeugs während eines Klappvorgangs;
- Fig. 13
- eine weitere vergrößerte Ansicht des Eckwerkzeugs während eines Klappvorgangs; und
- Fig. 14
- ein Blockdiagramm eines Blechbiegeverfahrens.
[0021] Fig. 1 zeigt eine Vorderansicht einer Schwenkbiegemaschine 100 zum Biegen von Blechen
113, wie beispielsweise einer Blechhaube mit nach innen überstehendem Rand. Zu diesem
Zweck umfasst die Schwenkbiegemaschine 100 eine Unterwange 101 zum Auflegen des Bleches
113. Eine mechanisch verfahrbare und bewegliche Oberwange 103 umfasst ein Oberwangenwerkzeug
105 mit einer Biegelinie 107, an der das Blech 113 umgebogen wird. Das Oberwangenwerkzeug
105 dient zum Einklemmen des aufgelegten Blechs 113 an der Unterwange 101 durch eine
vertikale Hubbewegung. Die Oberwange 103 kann zu diesem Zweck in Pfeilrichtung nach
oben und nach unten verfahren werden.
[0022] In der gezeigten Position befindet sich das Oberwangenwerkzeug 105 oberhalb einer
Blechhaube. Ein Abschnitt der Blechhaube, der nach vorne über die Unterwange 101 hervorsteht,
soll anschließend entlang der Biegelinie 107 nach oben abgebogen werden. Dies geschieht
durch eine drehbar gelagerte, plattenförmige Biegewange 115, die den herausstehenden
Blechabschnitt entlang der Biegelinie 107 des Oberwangenwerkzeugs 105 bei einer Drehbewegung
umbiegt. Eine Kante der Biegewange 109 liegt dabei an dem herausstehenden Blechabschnitt
an.
[0023] Fig. 2 zeigt eine Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs 105 beim Bearbeiten der Blechhaube
109. Das Oberwangenwerkzeug 105 umfasst zwei Eckwerkzeuge 200-1 und 200-2, an deren
Unterseite zwei drehbar gelagerte, ausklappbare Klappen 201 angeordnet sind. Das eine
Eckwerkzeug 200-1 ist an der einen Seite des Oberwangenwerkzeugs 105 angeordnet. Das
andere Eckwerkzeug 200-2 ist an einer anderen, gegenüber liegenden Seite des Oberwangenwerkzeugs
105 angeordnet. Die ausgeklappten Klappen 201 der Eckwerkzeuge 200-1 und 200-2 bilden
eine Biegelinie 107 an der Vorderseite des Oberwangenwerkzeugs 105.
[0024] An der Rückseite der Oberwange 103 befindet sich eine Verschiebemechanik zum Antreiben
der beiden Eckwerkzeuge 200-1 und 200-2 mittels eines beweglichen Antriebstößels.
Das Oberwangenwerkzeug 105 umfasst zusätzlich eine Mehrzahl von plattenförmigen Segmenten
117-1, ..., 117-n, so dass eine Breite zwischen den Eckwerkzeugen 200-1 und 200-2
je nach Anzahl der verwendeten Segmente 117-1, ..., 117-n angepasst werden kann. Die
beiden Eckwerkzeuge 200-1 und 200-2 können über die ganze Länge einer Oberwangenwerkzeugaufnahme
dadurch flexibel platziert werden und an jeder Stelle durch eine Verschiebemechanik
angetrieben werden.
[0025] Unterhalb des Oberwangenwerkzeugs 105 befindet sich die zu biegende Blechhaube 109,
in die das Oberwangenwerkzeug 105 teilweise eintaucht, um den vorne herausstehenden
Blechabschnitt nach oben biegen zu können. Beim Eintauchen werden die Eckwerkzeuge
200-1 und 200-2 teilweise an den nach innen ragenden Vorsprüngen 119-1 und 119-2 der
Blechhaube 109 vorbeigeführt.
[0026] Fig. 3 zeigt eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs 105 beim Bearbeiten
der Blechhaube 109. Die beiden Klappen 201 werden aktiv durch Antriebsstößel angetrieben
und nach unten abgeklappt, damit das Oberwangenwerkzeug 105 ohne Kollision mit den
Vorsprüngen 119-1 und 119-2 in die Blechhaube 109 in einer vertikalen Bewegung eintauchen
kann. Durch das Einklappen der Klappen 201 vermindert sich die Breite des Oberwangenwerkzeugs
105.
[0027] Fig. 4 zeigt eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs 105 beim Bearbeiten
der Blechhaube 109. Das Oberwangenwerkzeug 105 taucht mit den abgeklappten Klappen
201 in die Blechhaube 109 ein, so dass sich das Oberwangenwerkzeug 105 teilweise innerhalb
der Blechhaube 109 befindet. Die beiden Klappen 201 befinden sich im eingeklappten
Zustand im Inneren der Blechhaube 109.
[0028] Eine pneumatische Verschiebemechanik wird deaktiviert und die beweglichen Antriebsstößel
werden zurückbewegt, so dass sich die beiden Klappen 201 der Eckwerkzeuge 200-1 und
200-2 durch eine Druckfederrückstellung wieder in die Ursprungsposition zurückdrehen,
bis diese formschlüssig an einem Anschlag anliegen. In dieser nach außen geklappten
Position bilden die beiden Klappen 201 einen Teil einer Biegelinie 107 des Oberwangenwerkzeugs
105.
[0029] Fig. 5 zeigt eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs 105 beim Bearbeiten
der Blechhaube 109. Das Oberwangenwerkzeug 105 fährt mit seitlich ausgeklappten Klappen
201 weiter bis zum Boden 121 der Blechhaube 109 und klemmt diesen zwischen Oberwangenwerkzeug
105 und Unterwange 101 ein.
[0030] Fig. 6 zeigt eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs 105 beim Bearbeiten
der Blechhaube 109. Die Blechhaube 109 ist nun am Boden 121 eingeklemmt, so dass der
nach vorne herausstehende Blechabschnitt entlang der Biegelinie 107 entlang der Klappen
201 nach oben gebogen werden kann. Durch die Biegelinie 107 kann der Blechabschnitt
auf der gesamten Länge auch unterhalb der Vorsprünge 119-1 und 119-2 abgebogen werden,
so dass sich eine exakte Biegelinie entlang der gesamten Vorderseite ergibt.
[0031] Fig. 7 zeigt eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs 105 beim Bearbeiten
der Blechhaube 109. Nach der Biegeabfolge wird das Oberwangenwerkzeug 105 wieder nach
oben verfahren, bis die beiden Klappen 201 an den vorspringenden Blechschenkeln der
Blechhaube 109 anliegen.
[0032] Dabei stoßen die beiden Klappen 201 an die nach Innen ragenden Vorsprünge 119-1 und
119-2 der Blechhaube 109.
[0033] Fig. 8 zeigt eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs 105 beim Bearbeiten
der Blechhaube 109. Eine Federkonstante einer Druckfeder zur Rückstellung der Klappen
201 ist derart ausgewählt, dass beim weiteren vertikalen Ausfahren des Oberwangenwerkzeugs
105 die beiden Klappen 201 an einer Gleitkante 213 an den Vorsprüngen 119-1 und 119-2
entlang gleiten, so dass sich diese automatisch einklappen und nach unten drehen.
Eine Federkonstante kann zu diesem Zweck derart eingestellt werden, dass das Verfahren
ohne Beschädigungen ausgeführt werden kann und die Blechhaube 109 oder ein anderes
Bauteil aufgrund des Eigengewichtes liegen bleibt.
[0034] Fig. 9 zeigt eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs 105 beim Bearbeiten
der Blechhaube 109. Sobald die Gleitkanten 213 bei weiterer vertikaler Bewegung an
den Vorsprüngen 119-1 und 119-2 vorbeigeglitten sind und keinen Widerstand erfahren,
drehen sich die Klappen 201 durch die Druckfederrückstellung automatisch wieder in
die ausgeklappte Ursprungsposition der Biegelinie 107.
[0035] Fig. 10 zeigt eine weitere Vorderansicht des Oberwangenwerkzeugs 105 beim Bearbeiten
der Blechhaube 109. Nach dem Vorgang hat das Oberwangenwerkzeugs 105 die Blechhaube
109 verlassen und befindet sich wieder in seiner Ausgangsposition, so dass eine weiterer
Bearbeitungszyklus mit einer weiteren Blechhaube 109 durchgeführt werden kann.
[0036] Fig. 11 zeigt eine vergrößerte Ansicht eines Eckwerkzeug 200-2 während eines Klappvorgangs.
Das Eckwerkzeug 200-2 ist über ein Drehlager 215 an dem Eckwerkzeug 200-2 gelagert.
Die Ausklappbewegung der Klappe 201 wird über den verschiebbaren Antriebsstößel 207
bewirkt. Eine abgerundete Spitze des Antriebsstößels 207 liegt an einer Kulissenführung
209 des Eckwerkzeugs 200-2 an und drückt diese in einer Drehrichtung nach unten. Dabei
bewegt sich die Spitze der Klappe 201 nach Innen.
[0037] In einer anderen Drehrichtung stößt die Klappe 201 formschlüssig an einen Anschlag
203 an, der durch das Eckwerkzeug 200-2 gebildet wird. Durch den Anschlag 203 kann
die Bewegung der Klappe 201 derart begrenzt werden, dass diese maximal die senkrechte
Position erreicht, in der sich die Biegelinie 107 erstreckt.
[0038] Das Oberwangenwerkzeug 105 umfasst eine Druckfeder 205, die beim Drehen der Klappe
201 zusammengedrückt wird. Die Druckfeder 205 ist parallel zum Antriebsstößel 207
angeordnet und drehbar an einem Drehlager 211 des Eckwerkzeugs 200-2 gelagert. Die
Druckfeder 205 ist an einer gegenüberliegenden Seite des Drehlagers 215 in einer zylindrischen
Aussparung 219 angeordnet und übt einen Druck über einen drehbar gelagerten Bolzen
217 auf die Innenseite der Klappe 201 aus. Durch die federkraftbeaufschlagte Druckfeder
205 wird die Klappe 201 in die ausgeklappte Position gedrückt, in der diese am formschlüssig
Anschlag 203 anliegt. Als Druckfeder 205 können auch zwei miteinander gekoppelte Druckfedern
verwendet werden.
[0039] Fig. 12 zeigt eine weitere vergrößerte Ansicht des Eckwerkzeugs 200-2 während eines
Klappvorgangs. Der verschiebbare Antriebsstößel 207, der über eine pneumatische Verschiebemechanik
herausgedrückt wird, greift in die schräg verlaufende, v-förmige Kulissenführung 209
des Eckwerkzeugs 200-2 ein, damit ein Vertikalhub zur aktiven Drehung der Klappe 201
durchgeführt werden kann. Der Antriebsstößel 207 drückt auf die Kulissenführung 209,
so dass sich die Klappe 201 nach unten bewegt. Bei dieser Bewegung wird die Druckfeder
205 zusammengedrückt, so dass eine Vorspannung der Druckfeder 205 erhöht wird.
[0040] Fig. 13 zeigt eine weitere vergrößerte Ansicht des Eckwerkzeugs 200-2 während eines
Klappvorgangs. Die Klappe 201 wird durch den Antriebsstößel 207 aktiv in Drehung versetzt,
bis die v-förmige Kulissenführung 209 in der Endposition formschlüssig am Antriebsstößel
207 anliegt. Die Vorspannung der Druckfeder 205 kann durch das Einlegen oder Weglassen
von Distanzringen an der Basis der Federlagerung angepasst werden. Wird der Antriebsstößel
207 zurückbewegt, dreht sich durch die erzeugte Vorspannung der Druckfeder 205 die
Klappe 201 automatisch zurück in die ausgeklappte Position.
[0041] Beim Zurückbewegen des Eckwerkzeugs 200-2 gleitet die Gleitkante 213 an dem Bauteil
109 vorbei und bewegt die Klappe 201 nach innen. Dabei erhöht sich die Vorspannung
der Druckfeder 205. Sobald der Kontakt zwischen der Gleitkante 213 und dem Bauteil
109 verloren geht, federt die Klappe 201 durch die Kraft der Druckfeder 205 in die
Ursprungsposition zurück.
[0042] Das gegenüberliegende Eckwerkzeug 200-1 ist entsprechend zu dem Eckwerkzeug 200-2
aufgebaut. Die Eckwerkzeuge 200-1 und 200-2 können durch Interpolation und Synchronisation
der beiden Bewegungsabläufe gesteuert werden, d.h. einem vertikalen Verfahren des
Oberwangenwerkzeugs 105 in Kombination mit dem Bewegen des Antriebsstößels 207 zur
Drehung der jeweiligen Klappen 201. Der technische Vorteil dieser Konstruktion liegt
zum einen in der Einfachheit der Gestaltung und zum anderen kann dieser Typ von Eckwerkzeugen
200-1 und 200-2 auch in anderen Maschinentypen ohne aktiven Eckwerkzeugantrieb Anwendung
finden.
[0043] Fig. 14 zeigt ein Blockdiagramm eines Blechbiegeverfahrens. Nachdem das Oberwangenwerkzeug
105 in die Blechhaube 109 eingetaucht ist und der Biegeprozess an der Biegelinie 107
abgeschlossen ist, wird in Schritt S101 das Oberwangenwerkzeug 105 mit dem Eckwerkzeug
200 aus dem Bauteil 109 zurückbewegt. Dabei klappt in Schritt S102 die drehbare Klappe
201 durch Entlanggleiten an dem Bauteil 109 bei der Rückbewegung des Eckwerkzeugs
200-2 ein. Das Einklappen der Klappe 201 erfolgt daher automatisch während einer Hubbewegung
der Oberwange 103. Sobald die Klappe 201 den Kontakt mit dem Bauteil 109 wieder verloren
hat, federt diese wieder in die Ursprungsposition zurück.
[0044] Alle in Verbindung mit einzelnen Ausführungsformen der Erfindung erläuterten und
gezeigten Merkmale können in unterschiedlicher Kombination in dem erfindungsgemäßen
Gegenstand vorgesehen sein, um gleichzeitig deren vorteilhafte Wirkungen zu realisieren.
[0045] Alle Verfahrensschritte können durch Vorrichtungen implementiert werden, die zum
Ausführen des jeweiligen Verfahrensschrittes geeignet sind. Alle Funktionen, die von
gegenständlichen Merkmalen ausgeführt werden, können ein Verfahrensschritt eines Verfahrens
sein.
[0046] Der Schutzbereich der vorliegenden Erfindung ist durch die Ansprüche gegeben und
wird durch die in der Beschreibung erläuterten oder den Figuren gezeigten Merkmale
nicht beschränkt.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0047]
- 100
- Schwenkbiegemaschine
- 101
- Unterwange
- 103
- Oberwange
- 105
- Oberwangenwerkzeug
- 107
- Biegelinie
- 109
- Blechhaube
- 111
- Seite
- 113
- Blech
- 115
- Biegewange
- 117
- Segment
- 119
- Vorsprung
- 121
- Boden
- 200
- Eckwerkzeug
- 201
- Klappe
- 203
- Anschlag
- 205
- Druckfeder
- 207
- Antriebsstößel
- 209
- Kulissenführung
- 211
- Drehlager
- 213
- Gleitkante
- 215
- Drehlager
- 217
- Bolzen
- 219
- Aussparung
1. Eckwerkzeug (200-1, 200-2) für eine Schwenkbiegemaschine (100), mit:
- einer drehbaren Klappe (201) zum Erzeugen einer Biegelinie;
- einem Anschlag (203) zum formschlüssigen Begrenzen einer Ausklappbewegung der Klappe
(201); und
- einer Druckfeder (205) zum Durchführen einer federkraftbeaufschlagten Einklappbewegung
der Klappe (200-1, 200-2).
2. Eckwerkzeug (200-1, 200-2) nach Anspruch 1, wobei eine Vorspannung der Druckfeder
(205) einstellbar ist.
3. Eckwerkzeug (200-1, 200-2) nach Anspruch 2, wobei zum Einstellen der Vorspannung der
Druckfeder (205) ein oder mehrere Distanzringe einsetzbar sind.
4. Eckwerkzeug (200-1, 200-2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Eckwerkzeug
(200-1, 200-2) einen verschiebbaren Antriebsstößel (207) zum Einklappen der Klappe
(201) umfasst.
5. Eckwerkzeug (200-1, 200-2) nach Anspruch 4, wobei das Eckwerkzeug (200-1, 200-2) eine
Kulissenführung (209) für den verschiebbaren Antriebsstößel (207) umfasst.
6. Eckwerkzeug (200-1, 200-2) nach Anspruch 5, wobei die Kulissenführung (209) v-förmig
ist.
7. Eckwerkzeug (200-1, 200-2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Druckfeder
(205) ein Drehlager (211) zum drehbaren Lagern der Druckfeder (205) an der Klappe
(201) umfasst.
8. Eckwerkzeug (200-1, 200-2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Eckwerkzeug
(200-1, 200-2) eine zylindrische Aussparung (219) zum Aufnehmen der Druckfeder (205)
umfasst.
9. Eckwerkzeug (200-1, 200-2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Klappe
(201) eine schräge Gleitkante (213) zum Einklappen der Klappe (201) durch eine Gleitbewegung
an einem Bauteil (137) umfasst.
10. Eckwerkzeug (200-1, 200-2) nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Eckwerkzeug
(200-1, 200-2) ein Drehlager (215) zum drehbaren Lagern der Klappe (201) umfasst.
11. Schwenkbiegemaschine (100) mit einem Eckwerkzeug (200-1, 200-2) nach einem der Ansprüche
1 bis 10.
12. Blechbiegeverfahren mittels eines Eckwerkzeugs (200-1, 200-2), das eine drehbare Klappe
(201) zum Erzeugen einer Biegelinie und eine Druckfeder (205) zum Durchführen einer
federkraftbeaufschlagten Einklappbewegung der Klappe (200-1, 200-2) umfasst, mit den
Schritten:
- Zurückbewegen (S101) des Eckwerkzeug (200-1, 200-2) aus einem Bauteil (137); und
- Einklappen (S102) einer drehbaren Klappe (201) durch Entlanggleiten der Klappe (201)
an dem Bauteil (137) bei der Rückbewegung des Eckwerkzeugs (200-1, 200-2).
13. Blechbiegeverfahren nach Anspruch 12, wobei die Klappe (201) bei der Rückbewegung
entlang einer schrägen Gleitkante (213) an dem Bauteil (137) entlanggleitet.
14. Blechbiegeverfahren nach Anspruch 12 oder 13, wobei eine Vorspannung der Druckfeder
(205) derart eingestellt wird, dass das Bauteil (137) bei der Rückbewegung des Eckwerkzeugs
(200-1, 200-2) fixiert bleibt.
15. Blechbiegeverfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, wobei die drehbare Klappe
(200-1, 200-2) durch einen verschiebbaren Antriebsstößel (207) eingeklappt wird.