[0001] Der vorliegende Ansatz bezieht sich auf eine Notbetätigungsvorrichtung für eine Türeinrichtung
für ein Fahrzeug und auf ein Türsystem für ein Fahrzeug.
[0002] Bei Fahrzeugen, insbesondere Schienenfahrzeugen, erfordert ein Sicherheitskonzept,
dass ein mechanisches Entriegeln einer Tür während einer Fahrt verhindert wird. Dies
kann durch einen Hubmagneten realisiert sein.
[0003] Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe des vorliegenden Ansatzes eine verbesserte
Notbetätigungsvorrichtung für eine Türeinrichtung für ein Fahrzeug und ein verbessertes
Türsystem für ein Fahrzeug zu schaffen.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Notbetätigungsvorrichtung und durch ein Türsystem mit
den Merkmalen der Hauptansprüche gelöst.
[0005] Die mit dem vorgestellten Ansatz erreichbaren Vorteile bestehen in einer sicheren
Notbetätigungsvorrichtung, von der keine oder nur eine geringe Lärmbelästigung für
Fahrtgäste ausgeht und die einen sehr geringen Energieverbrauch aufweist.
[0006] Eine entsprechende Notbetätigungsvorrichtung für eine Türeinrichtung für ein Fahrzeug
weist einen zwischen einer Freistellung und einer Sperrstellung kippbaren Sperrhebel
auf. Der Sperrhebel weist ein Betätigungsende und ein Blockierende mit einer Sperrkontur
auf. Die Notbetätigungsvorrichtung weist außerdem zumindest einen Positionsschalter
mit einem zwischen einer ersten Stellung und einer zweiten Stellung beweglichen Fühler,
mit einem Signaleingang zum Einlesen eines Blockiersignals und mit einem Signalausgang
zum Bereitstellen eines Verriegelungssignals unter Verwendung des Blockiersignals
und der Stellung des Fühlers auf. Weiterhin weist die Notbetätigungsvorrichtung ein
von einer Grundstellung über eine Zwischenstellung in eine Entriegelungsstellung bewegbares
Betätigungselement zum manuellen Betätigen der Türeinrichtung auf. Das Betätigungselement
weist eine Schalterkontur zum Bewegen des Fühlers zwischen der ersten Stellung und
der zweiten Stellung und eine mit der Sperrkontur des Sperrhebels zusammenwirkbare
Blockierkontur auf. Die Blockierkontur ist ausgebildet, eine Bewegung des Betätigungselements
in die Entriegelungsstellung zu blockieren, wenn sich der Sperrhebel in der Sperrstellung
befindet. Ferner ist die Blockierkontur ausgebildet, die Bewegung des Betätigungselements
über die Zwischenstellung hinaus in die Entriegelungsstellung freizugeben, wenn sich
der Sperrhebel in der Freistellung befindet. Die Notbetätigungsvorrichtung weist außerdem
eine Halteeinrichtung auf, die ausgebildet ist, um gesteuert durch das Verriegelungssignal
ein Magnetfeld zum Halten des Sperrhebels in der Sperrstellung zu erzeugen.
[0007] Alternativ zu der Sperrkontur und der Blockierkontur ist gemäß einer Ausführungsform
eine Blockiereinrichtung vorgesehen, die ausgebildet ist, um eine Bewegung des Betätigungselements
in die Entriegelungsstellung zu blockieren, wenn sich der Sperrhebel in der Sperrstellung
befindet, und die Bewegung des Betätigungselements über die Zwischenstellung hinaus
in die Entriegelungsstellung freizugeben, wenn sich der Sperrhebel in der Freistellung
befindet.
[0008] Die Notbetätigungsvorrichtung kann als eine Notentriegelung realisiert sein, die
beispielsweise in Schienenfahrzeugen oder anderen Fahrzeugen zur Personenbeförderung
eingesetzt wird. Die Türeinrichtung kann beispielsweise eine Tür, ein Türblatt oder
eine Trittstufe repräsentieren. Die Notentriegelung ermöglicht ein manuelles Betätigen,
beispielsweise Öffnen, Entriegeln oder Ausfahren der Türeinrichtung, beispielsweise
wenn sich das Fahrzeug im Stillstand befindet. Ist das Fahrzeug in Bewegung, wird
das Betätigen der Türeinrichtung verhindert, wodurch eine Fahrgastsicherheit erhöht
wird. Das Betätigungselement kann im Wesentlichen kreisförmig und drehbar realisiert
sein. Vorteilhafterweise weist das Betätigungselement einen Drehgriff auf, der es
beispielsweise einem Fahrgast ermöglicht, das Betätigungselement zu drehen. Dabei
kann das Betätigungselement ausgehend von einer Grundstellung zunächst in eine Zwischenstellung
gedreht werden, wodurch der Fühler in die zweite Stellung bewegt und somit der Positionsschalter
geschaltet werden kann. Alternativ kann das Betätigungselement durch einen Zug an
einem Griff des Betätigungselements betätigt werden. In diesem Fall kann das Betätigungselement
beispielsweise ausgeformt sein, um zwischen der Grundstellung, der Zwischenstellung
und der Entriegelungsstellung eine Linearbewegung auszuführen. Das Betätigungselement
kann somit auch als Griff oder Klappe ausgeführt sein. Abhängig von dem Blockiersignal
kann von dem Positionsschalter das Verriegelungssignal bereitgestellt werden oder
nicht bereitgestellt werden. Wenn das Verriegelungssignal bereitgestellt wird, kann
der Sperrhebel durch eine von der Halteeinrichtung bereitgestellte Kraft in der Sperrstellung
gehalten werden, wodurch ein Weiterbewegen, beispielsweise Weiterdrehen oder Weiterziehen
des Betätigungselements über die Zwischenstellung hinaus in die Entriegelungsstellung
blockiert werden kann. Die Halteeinrichtung kann als eine Magneteinrichtung ausgeführt
sein, die angesteuerte werden kann, um ein Magnetfeld zum Halten des Sperrhebels zu
erzeugen. Eine solche Magneteinrichtung kann einen Hubmagneten oder einen Haftmagneten
umfassen. Alternativ kann die Halteeinrichtung als einen Stellmotor oder jegliche
andere Variante eines elektrischen Aktuators ausgeführt sein. Wenn das Verriegelungssignal
nicht bereitgestellt wird, kann der Sperrhebel beispielsweise durch eine optionale
Federeinrichtung in die Freistellung bewegt werden, wodurch das Weiterbewegen des
Betätigungselements über die Zwischenstellung hinaus in die Entriegelungsstellung
freigegeben und somit die Türeinrichtung geöffnet werden kann.
[0009] Gemäß einer Ausführungsform kann der Positionsschalter ausgebildet sein, um das Verriegelungssignal
bereitzustellen, wenn sich der Fühler in der zweiten Stellung befindet und das Blockiersignal
einen ersten Zustand aufweist, der lediglich beispielhaft eine Bewegung des Fahrzeugs
anzeigt. Das Verriegelungssignal kann geeignet sein, um die Halteeinrichtung zu aktivieren.
Vorteilhafterweise kann dadurch ein Öffnen der Türeinrichtung während einer Fahrt
des Fahrzeugs verhindert und somit eine Sicherheit für einen Fahrgast erhöht werden.
Der erste Zustand des Blockiersignals kann auch anderen Gegebenheiten zugeordnet sein,
in der eine Blockierung der Notbetätigungsvorrichtung erforderlich ist.
[0010] Der Positionsschalter kann gemäß einer Ausführungsform ausgebildet sein, um das Verriegelungssignal
nicht bereitzustellen, wenn sich der Fühler in der ersten Stellung befindet. Dies
ist beispielsweise dann der Fall, wenn sich das Betätigungselement in der Grundstellung
befindet. Auf diese Weise kann Energie gespart werden. Optional kann der Sperrhebel
in diesem Fall durch eine Sicherungseinrichtung in der Sperrstellung gehalten werden.
[0011] Ferner kann der Positionsschalter ausgebildet sein, um das Verriegelungssignal nicht
bereitzustellen, wenn sich der Fühler in der zweiten Stellung befindet und das Blockiersignal
einen zweiten Zustand aufweist, der beispielsweise einen Stillstand des Fahrzeugs
anzeigt. Auf diese Weise kann der Sperrhebel beispielsweise durch eine optionale Federeinrichtung
in die Freistellung bewegt und eine Bewegung des Betätigungselements bis in die Entriegelungsstellung
freigegeben werden. Vorteilhafterweise ist eine energieintensive Bereitstellung des
Verriegelungssignals nur dann erforderlich, wenn das Fahrzeug fährt und eine unerwünschte
Öffnung der Türeinrichtung durch Betätigen des Betätigungselements verhindert werden
soll.
[0012] Die Blockierkontur und die Schalterkontur können derart angeordnet sein, dass ausgehend
von der Grundstellung des Betätigungselements die Blockierkontur eine Bewegung des
Betätigungselements in die Zwischenstellung ermöglicht, in der sich der Fühler in
der zweiten Stellung befindet. Dies kann dadurch erreicht werden, dass bei der Bewegung
des Betätigungselements der Fühler des Positionsschalters durch die Schalterkontur
des Betätigungselements betätigt wird, bevor die Sperrkontur des Sperrhebels in Kontakt
mit der Blockierkontur des Betätigungselements kommt. Auf diese Weise kann ein Verklemmen
des Sperrhebels verhindert werden.
[0013] Dabei kann ein Drehwinkel zum Überführen des Betätigungselements von der Grundstellung
in die Zwischenstellung weniger als 10° betragen. Auf diese Weise kann die Notbetätigungsvorrichtung
bereits bei einer geringen Betätigung des entriegelt werden.
[0014] Gemäß einer Ausführungsform kann das Blockierende des Sperrhebels einen Sperrarm
und das Betätigungselement eine mit dem Sperrarm zusammenwirkbare Gegenkontur aufweisen.
Dabei kann die Gegenkontur derart angeordnet sein, dass in der Grundstellung des Betätigungselements
ein Kippen des Sperrhebels von der Sperrstellung in die Freistellung verhindert wird,
und in der Zwischenstellung das Kippen des Sperrhebels von der Sperrstellung in die
Freistellung ermöglicht wird. Dadurch kann eine Sicherungseinrichtung realisiert werden,
die eine ungewollte Entriegelung der Notbetätigungsvorrichtung ohne Betätigung des
Betätigungselements verhindert. Vorteilhaferweise ist dazu keine elektrische Energie
erforderlich.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform kann die Gegenkontur als ein Stift ausgeformt sein. In
der Grundstellung kann der Sperrarm von so einem Stift sicher in gehalten werden.
[0016] Das Betätigungselement kann zum Entriegeln der Türeinrichtung mit einem Bowdenzug,
einem Push-Pull Zug oder ein Gestänge verbunden sein. Wenn ein Bowdenzug verwendet
wird, kann dieser durch eine Drehung des Betätigungselements von dem Betätigungselements
aufgewickelt werden, wodurch über den Bowdenzug eine Zugkraft zum Öffnen der Türeinrichtung
übertragen werden kann.
[0017] Gemäß einer Ausführungsform kann ein optionales Federelement und zusätzlich oder
alternativ die Halteeinrichtung mit dem Betätigungsende des Sperrhebels gekoppelt
sein. Dadurch kann sich für eine von dem Federelement aufbringbare Federkraft sowie
eine von der Halteeinrichtung aufbringbaren Magnetkraft eine gute Hebelwirkung ergeben.
[0018] Der Positionsschalter kann am Blockierende des Sperrhebels angeordnet sein. Auf die
Weise kann der Positionsschalter bei einer Bewegung des Sperrhebels mit dem Sperrhebel
mitbewegt werden. Alternativ kann der Positionsschalter fix in Bezug auf eine Drehachse
des Betätigungselements angeordnet sein. Es können auch mehrere an unterschiedlichen
Positionen eingesetzte Positionsschalter eingesetzt werden.
[0019] Gemäß einer Ausführungsform kann die Halteeinrichtung als ein Elektromagnet ausgeformt
sein. Der Elektromagnet kann beispielsweise als eine Spule realisiert sein, durch
die das Magnetfeld erzeugt werden kann. Ein solcher Elektromagnet lässt sich einfach
unter Verwendung des Entriegelungssignals schalten.
[0020] Das Betätigungsende kann zumindest einen mit der Halteeinrichtung zusammenwirkendes
Element aufweisen. Das Element kann beispielsweise als eine Eisenplatte oder ein ähnliches
ferromagnetisches Material mit hoher Permeabilität realisiert sein. Dadurch kann die
Magnetkraft erhöht werden.
[0021] Wenn die Notbetätigungsvorrichtung eine Federeinrichtung in Form eines Federelements
umfasst, kann das Federelement in der Sperrstellung des Sperrhebels vorgespannt sein.
Das Federelement kann in der Sperrstellung zusammengedrückt sein. Vorteilhafterweise
kann die Federkraft des Federelements dadurch zum Bewegen des Sperrhebels aus der
Sperrstellung in die Freistellung verwendet werden.
[0022] Gemäß einer Ausführungsform kann die Sperrkontur des Sperrhebels als eine Nase und
die Blockierkontur des Betätigungselements als ein Stift ausgeformt. Durch die Nase
kann ein Anschlag für den Stift ausgeformt werden, durch den ein Weiterbewegen des
Betätigungselements verhindert werden kann.
[0023] Die Schalterkontur kann gemäß einer Ausführungsform als eine Nocke ausgeformt sein.
Wenn eine Flanke der Nocke durch eine Bewegung des Betätigungselements gegen den Fühler
gedrückt wird, kann dieser einfach bewegt werden.
[0024] Weiterhin kann das Betätigungselement gemäß einer Ausführungsform eine mit der Türeinrichtung
koppelbare Einkerbung aufweisen. Vorteilhafterweise kann der Bowdenzug an der Einkerbung
befestigt sein.
[0025] Zum manuellen Betätigen der Türeinrichtung kann das Betätigungselement einen Drehgriff
aufweisen. Ein solcher Drehgriff ist einfach zu bedienen.
[0026] Ferner wird ein Türsystem für ein Fahrzeug vorgestellt, wobei das Türsystem eine
Notbetätigungsvorrichtung in einer zuvor genannten Variante, eine Türeinrichtung,
einen Antrieb zum Bewegen der Türeinrichtung und einen Bowdenzug, Push-Pull Zug oder
ein Gestänge zum Verbinden des Betätigungselements der Notbetätigungsvorrichtung mit
dem Antrieb aufweist.
[0027] Ausführungsbeispiele des hier vorgestellten Ansatzes werden in der nachfolgenden
Beschreibung mit Bezug zu den Figuren näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Fahrzeugs mit einer Notbetätigungsvorrichtung
gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 2 eine schematische Darstellung einer Notbetätigungsvorrichtung in einer Grundstellung
gemäß einem Ausführungsbeispiel;
Fig. 3 eine schematische Darstellung einer Notbetätigungsvorrichtung in einer Zwischenstellung
gemäß einem Ausführungsbeispiel; und
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines Betätigungsendes eines Sperrhebels in der
Freistellung gemäß einem Ausführungsbeispiel.
[0028] In der nachfolgenden Beschreibung günstiger Ausführungsbeispiele des vorliegenden
Ansatzes werden für die in den verschiedenen Figuren dargestellten und ähnlich wirkenden
Elemente gleiche oder ähnliche Bezugszeichen verwendet, wobei auf eine wiederholte
Beschreibung dieser Elemente verzichtet wird.
[0029] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Fahrzeugs 100 mit einer Notbetätigungsvorrichtung
102 gemäß einem Ausführungsbeispiel. Das Fahrzeug 100 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel
als ein Schienenfahrzeug realisiert und weist ein Türsystem 104 auf. Die Notbetätigungsvorrichtung
102 ist dabei als ein Teil des Türsystems 104 realisiert. Zu dem Türsystem 104 gehören
eine Tür 106, ein Antrieb 108 zum Bewegen der Tür 106 sowie hier beispielhaft ein
Bowdenzug 110 zum Verbinden eines manuell betätigbaren Betätigungselements der Notbetätigungsvorrichtung
102 mit dem Antrieb 108. Unter Verwendung der Notbetätigungsvorrichtung 102 kann beispielsweise
ein Fahrgast die Tür 106 entriegeln und/oder öffnen, sofern sich das Fahrzeug 100
in einem dafür vorgesehenen Zustand befindet, beispielsweise still steht. Die Tür
106 steht hier und in den folgenden Ausführungsbeispielen stellvertretend für eine
unter Verwendung der Notbetätigungsvorrichtung 102 betätigbare Türeinrichtung. Alternativ
oder zusätzlich kann die Notbetätigungsvorrichtung 102 beispielsweise zur Betätigung
einer Trittstufe eingesetzt werden. Anstelle des Bowdenzugs 110 kann beispielsweise
auch ein Push-Pull Zug oder auch ein Gestänge verwendet werden.
[0030] Wie nachfolgend näher beschrieben, stellt die Notbetätigungsvorrichtung 102 eine
blockierbare Notbetätigung dar. Beispielhaft wird der Notbetätigungsvorrichtung 102
von einem Steuergerät 112 des Fahrzeugs ein Blockiersignal 114 bereitgestellt, das
beispielsweise anzeigt, ob sich das Fahrzeug 100 in Bewegung befindet oder still steht.
Allgemein ausgedrückt kann das Blockiersignal 114 als ein Signal verstanden werden,
über das die Notbetätigungsvorrichtung 102 blockiert werden kann. Das Blockiersignal
114 ist nicht zwangsläufig durch die Bewegung des Fahrzeuges 100 aktiv, auch müssen
Türen blockiert werden wenn das Fahrzeug 100 im Bahnhof steht damit die Türen gleisseitig
nicht entriegelt werden können oder aber auch bei Bahnhöfen mit kurzen Plattformen
Unter Verwendung des Blockiersignals 114 kann somit gewährleistet werden, dass die
Notbetätigungsvorrichtung 102 nicht während eines unsicheren Zustands, beispielsweise
während der Fahrt des Fahrzeugs 100 so betätigt werden kann, dass die Tür 106 entriegelt
wird.
[0031] Vorteilhafterweise lässt sich unter Verwendung der Notbetätigungsvorrichtung 102
ein Sicherheitskonzept realisieren, dass eine Notbetätigung beispielsweise während
der Fahrt durch ein Signal, z.B. das Blockiersignal 114, verhindert. Durch das Blockiersignal
114 wird eine Blockade erreicht, die beispielsweise bewirkt, das ein Betätigungselement
der Notbetätigungsvorrichtung 102 nicht vollständig gedreht werden kann und dadurch
ein mechanisches Entriegeln des Antriebs 108 verhindert wird. Vorteilhafterweise ist
dazu kein spezieller teurer Hubmagnet erforderlich, der eine starke Geräuschentwicklung
dadurch hervorrufen würde, das vor jedem Halt des Fahrzeugs 100 und vor dem Anfahren
des Fahrzeugs 100 ein deutliches Klack zu hören wäre, und das bei jedem Einstieg des
Fahrzeugs 100. Stattdessen ist ein Haftmagnet ausreichend, der lediglich dann zu bestromen
ist, wenn während der Fahrt des Fahrzeugs 100 eine Betätigung der Notbetätigungsvorrichtung
102 erfolgt.
[0032] Fig. 2 zeigt eine schematische Darstellung einer Notbetätigungsvorrichtung 102 in einer
Grundstellung gemäß einem Ausführungsbeispiel. Dabei kann es sich um ein Ausführungsbeispiel
der anhand von Fig. 1 beschriebenen Notbetätigungsvorrichtung 102 handeln. Die Notbetätigungsvorrichtung
102 kann für eine Tür für ein Fahrzeug eingesetzt werden, wie es in Fig. 1 beschrieben
wurde. Die Notbetätigungsvorrichtung 102 ist ausgebildet, um ein Öffnen der Tür des
Fahrzeugs während einer Fahrt des Fahrzeugs zu verhindern und während eines Stillstands
zu ermöglichen. Lediglich beispielhaft ist die Notbetätigungsvorrichtung 102 als eine
Drehhebelnotbetätigung ausgeführt. Der beschriebene Ansatz ist in entsprechender Weise
auch auf eine beispielsweise als Klappe oder andere Variante ausgeführte Notbetätigung
übertragbar.
[0033] Die Notbetätigungsvorrichtung 102 weist einen Sperrhebel 200 auf, der zwischen einer
Freistellung und einer Sperrstellung kippbar ist. In Fig. 2 ist der Sperrhebel 200
in der Sperrstellung gezeigt. Der Sperrhebel 200 weist ein Betätigungsende 204 und
ein Blockierende 206 mit einer Sperrkontur 208 auf.
[0034] Die Notbetätigungsvorrichtung 102 weist weiterhin einen Positionsschalter 210 auf,
der wiederum einen zwischen einer ersten Stellung und einer zweiten Stellung beweglichen
Fühler 212, einen Signaleingang und einen Signalausgang 214 aufweist. In Fig. 2 ist
der Fühler 212 in der ersten Stellung gezeigt. Über den Signaleingang wird ein Blockiersignal
114 eingelesen, das gemäß diesem Ausführungsbeispiel anzeigt, ob sich das Fahrzeug
bewegt oder stillsteht. Der Signalausgang 214 ist ausgebildet, um ein Verriegelungssignal
unter Verwendung des Blockiersignals 114 sowie der Stellung des Fühlers 212 bereitzustellen.
Durch das Verriegelungssignal kann die Notbetätigungsvorrichtung 102 blockiert werden.
[0035] Die Notbetätigungsvorrichtung 102 weist ein Betätigungselement 216 zum manuellen
Betätigen der Tür auf. Das Betätigungselement 216 ist drehbar gelagert und von der
in Fig. 2 gezeigten Grundstellung durch eine Drehung 217 um eine Drehachse über zumindest
eine Zwischenstellung in eine Entriegelungsstellung drehbar. Dazu weist das Betätigungselement
216 einen Drehgriff 226 zum manuellen Betätigen auf.
[0036] Das Betätigungselement 216 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel im Bereich des Blockierendes
206 des Sperrhebels 200 angeordnet, sodass der Sperrhebel 200 und das Betätigungselement
216 zusammenwirken können. Dazu weist das Betätigungselement 216 eine Blockierkontur
220 auf, die mit der Sperrkontur 208 des Sperrhebels 200 zusammenwirken kann. Insbesondere
ist die Blockierkontur 220 ausgeformt, um die Drehung 217 des Betätigungselements
216 in die Entriegelungsstellung zu blockieren, wenn sich der Sperrhebel 200 in der
Sperrstellung befindet. Weiterhin ist die Blockierkontur 220 ausgeformt, um die Drehung
217 des Betätigungselements 216 über die Zwischenstellung hinaus in die Entriegelungsstellung
zu ermöglichen, wenn sich der Sperrhebel 200 in der Freistellung befindet.
[0037] Ferner weist das Betätigungselement 216 eine Schalterkontur 218 auf, die ausgebildet
ist, um den Fühler 212 bei der Drehung 217 des Betätigungselements 216 zwischen der
ersten und der zweiten Stellung zu bewegen. Wird das Betätigungselements 216 ausgehend
von der in Fig. 2 gezeigten Grundstellung in Richtung einer Zwischenstellung gedreht,
so wird der Fühler 212 in die zweite Stellung bewegt, wie es nachfolgend in Fig. 3
gezeigt ist.
[0038] Die Notbetätigungsvorrichtung 102 weist eine hier und in den folgenden Figuren beispielhaft
als Magneteinrichtung 222 ausgeführte Halteeinrichtung auf. Die Magneteinrichtung
222 ist benachbart zu dem Sperrhebel 200 angeordnet und ist ausgebildet, um gesteuert
durch das Verriegelungssignal ein auf den Sperrhebel 200 wirkendes Magnetfeld zu erzeugen,
durch dass der Sperrhebel 200 in der Sperrstellung gehalten wird. Alternativ zu der
Magneteinrichtung 222 kann die Halteeinrichtung auch als andersartiger elektrischer
Aktuator ausgeführt sein.
[0039] Das Freigeben des Sperrhebels 200 erfolgt beispielsweise über eine Federeinrichtung
wie eine Spiralfeder, eine Druckfeder, eine Zugfeder, eine Torsionsfeder aller Art,
eine pneumatische Federeinrichtung oder aber auch über einen Haftmagneten, Hubmagneten,
Stellmotor etc. oder zwangsgeführt durch einen Notbetätigungshebel. Lediglich beispielhaft
weist die Notbetätigungsvorrichtung 102 dazu ein Federelement 224 auf, das mit dem
Sperrhebel 200 gekoppelt und ausgebildet ist, um den Sperrhebel 200 von der Sperrstellung
in die Freistellung zu bewegen und in der Freistellung zu halten, wie es nachfolgend
in Fig. 4 gezeigt ist. Dabei sind das Federelement 224 und die Magneteinrichtung 222
so ausgelegt, dass ein von dem Federelement 224 auf den Sperrhebel 200 einbringbares
Drehmoment kleiner und entgegengerichtet zu einem von der Magneteinrichtung 222 auf
den Sperrhebel 200 einbringbaren Drehmoment ist. Auf diese Weise kann der Sperrhebel
200 durch Aktivierung der Magneteinrichtung 222 gegen die Federkraft des Federelements
224 in der Sperrstellung gehalten oder in die Sperrstellung bewegt werden.
[0040] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel wirkt sowohl das Federelement 224 als auch die von
der Magneteinrichtung 222 erzeugbare Magnetkraft auf das Betätigungsende 204 des Sperrhebels
200. Optional ist an dem Sperrhebel 200, hier an dem Betätigungsende 204 des Sperrhebels
200 ein die Magnetkraft der Magneteinrichtung 222 unterstützendes Element 225 angeordnet.
Das Element 225 und somit der Sperrhebel 200 wird von der von der Magneteinrichtung
222 erzeugbaren Magnetkraft angezogen. Das Element 225 ist beispielsweise als eine
Eisenplatte oder ein ähnliches ferromagnetisches Material realisiert oder realisierbar.
Bei Verwendung eines Haftmagneten ist entweder bei Ruhestellung der Notbetätigung
ein physischer Kontakt zwischen dem Sperrhebel 200 und dem Haftmagneten vorhanden
oder aber der Sperrhebel 200 wird erst bei Aktivierung der Notbetätigung an den Haftmagnet
kontaktiert.
[0041] Der Positionsschalter 210 ist gemäß einem Ausführungsbeispiel am Blockierende 206
des Sperrhebels 200 befestigt. Alternativ ist der Positionsschalter 210 von dem Sperrhebel
200 entkoppelt angeordnet. Der Positionsschalter 210 ist mit der Magneteinrichtung
222 beispielsweise mittels eines Kabels 223 zur Übertragung des Verriegelungssignals
verbunden. Wenn das Verriegelungssignal an die Magneteinrichtung 222 bereitgestellt
wird, ist die Magneteinrichtung 222 ausgebildet, um das Magnetfeld zum Bewegen oder
Halten des Sperrhebels in der Sperrstellung unter Verwendung des Verriegelungssignals
zu generieren. Wenn das Verriegelungssignal nicht bereitgestellt wird, generiert die
Magneteinrichtung 222 kein Magnetfeld. Ferner können mehrere Positionsschalter eingesetzt
werden. Der oder die Positionsschalter können auch als elektrische Sensoren ausgeführt
sein, beispielsweise als Reed Kontakte, induktive berührungslose Positionsschalter
etc. die direkt oder indirekt über Relais etc. einen Stromkreis schließen oder öffnen.
[0042] Der Positionsschalter 210 ist ausgebildet, um das Verriegelungssignal bereitzustellen,
wenn sich der Fühler 212 in der in Fig. 3 gezeigten zweiten Stellung befindet und
das Blockiersignal 114 eine Bewegung des Fahrzeugs anzeigt. Wenn sich der Fühler 212
in der zweiten Stellung befindet und das Blockiersignal 114 einen Stillstand des Fahrzeugs
anzeigt, ist der Positionsschalter 210 dagegen ausgebildet, um das Verriegelungssignal
nicht bereitzustellen.
[0043] In der in Fig. 2 gezeigten Grundstellung des Betätigungselements 216 wird der Sperrhebel
200 auch ohne Magnetkraft der Magneteinrichtung 222 in der Sperrstellung gehalten,
da der Sperrhebel 200 gemäß diesem Ausführungsbeispiel einen Sperrarm 232 aufweist,
der in der Grundstellung des Betätigungselements 216 an einer Gegenkontur 230 des
Betätigungselements 216 anliegt. Dadurch ist der Sperrhebel 200 gegenüber einem Verschwenken
in die Freistellung gesperrt. Der Sperrarm 232 ist gemäß diesem Ausführungsbeispiel
am Blockierende 206 gegenüberliegend zu der Sperrkontur 208 angeordnet. Das Blockierende
206 ist dazu gabelförmig ausgeformt. In der Grundstellung kontaktiert die Gegenkontur
230 den Sperrarm 232, so dass sich der Sperrhebel 200 nicht von der Sperrstellung
in die Freistellung kippen lässt, selbst wenn die Magneteinrichtung 222 deaktiviert
ist. Dazu ist die Gegenkontur 230 beispielsweise als ein Stift ausgeformt, der das
Kippen blockiert, sofern sich der Stift ausgehend von der Drehachse des Betätigungselements
216 auf einer Linie mit dem Sperrarm 232 befindet.
[0044] Beispielhaft kann das Betätigungselement 216 unter Verwendung eines Bowdenzugs 110
mit dem Antrieb der Tür oder der Tür selbst gekoppelt werden. Zum Befestigen des Bowdenzugs
110 weist das Betätigungselement 216 beispielhaft am umlaufenden Rand eine Einkerbung
228 auf, in die ein Ende des Bowdenzugs 110 eingehakt ist. Bei der Drehung 217 des
Betätigungselements 216 wird der Bowdenzug 110 auf den Rand des Betätigungselements
216 aufgewickelt, sodass das über den Drehgriff 226 ausgeübte Drehmoment, das die
Drehung 217 des Betätigungselements 216 bewirkt, in eine über den Bowdenzug 110 wirkende
Zugkraft zum Entriegeln der Tür umgelenkt wird.
[0045] Im Folgenden wird eine Funktion der Notbetätigungsvorrichtung 102 anhand eines Ausführungsbeispiels
näher beschrieben. Dabei umfasst die Magneteinrichtung 222 einen Haftmagneten der
nur dann bestromt wird wenn die Notbetätigungsvorrichtung 102 durch drehen oder ziehen
betätigt wird.
[0046] Wenn das als Blockiersignal verwendete Blockiersignal 114 aktiv ist, seht das Blockiersignal
114 am Positionsschalter 210 an. Wenn der Positionsschalter 210 nicht gedrückt ist,
sich der Fühler 212 also in der ersten Stellung befindet, entsteht kein Energieverbrauch.
Sobald an der Notbetätigungsvorrichtung 102 gedreht wird schaltet der Positionsschalter
210 bereits nach wenigen Grad Verdrehung des Betätigungselements 216. Dadurch wird
der die Magneteinrichtung 222 bestromt, wodurch der Sperrhebel 200 nicht abfallen
kann. Dadurch ist eine Verdrehung blockiert.
[0047] Wenn das als Blockiersignal verwendete Blockiersignal 114 inaktiv ist, steht das
Blockiersignal 114 nicht als Blockiersignal an. Sobald an der Notbetätigungsvorrichtung
102 gedreht wird schaltet der Positionsschalter 210 bereits nach wenigen Grad Verdrehung,
es wird jedoch keine weitere Funktion bewirkt. Wird das Betätigungselement 216 nun
weiter gedreht, wird der Sperrhebel 200 durch das Federelement 224 in Form einer Druckfeder
weg vom Haftmagneten der Magneteinrichtung 222 gedrückt. Das Betätigungselement 216
der Notbetätigung kann vollständig gedreht werden
[0048] Gemäß einem Ausführungsbeispiel sind die Sperrkontur 208, die Blockierkontur 220,
der Fühler 212 des Positionsschalters 210 und die Schalterkontur 218 so angeordnet,
dass ausgehend von der in Fig. 2 gezeigten Grundstellung die Drehung 217 des Betätigungselements
216 in die in Fig. 3 gezeigte Zwischenstellung zuerst dazu führt, dass der Fühler
212 von der ersten Stellung in die zweite Stellung bewegt wird. Diese Bewegung des
Fühlers 212 erfolgt ausgehend von der Grundstellung des Betätigungselements 216 beispielsweise
nach der Drehung 217 um weniger als 20° oder weniger als 10°. Erst nach einer weitergehenden
Drehung 217 können die Sperrkontur 208 und die Blockierkontur 220 einander berühren,
um die Drehung 217 zu blockieren. Beispielsweise liegt ein freies Ende des Fühlers
212 in der Grundstellung des Betätigungselements 216 bereits an einer Flanke der Schalterkontur
218 an.
[0049] Gemäß einem Ausführungsbeispiel sind die Gegenkontur 230 und der Sperrarm 232 ferner
so ausgeformt und angeordnet, dass ausgehend von der in Fig. 2 gezeigten Grundstellung
die Drehung 217 des Betätigungselements 216 dazu führt, dass eine Berührung zwischen
der Gegenkontur 230 und dem Sperrarm 232 aufgehoben wird, bevor die Sperrkontur 208
und die Blockierkontur 220 einander berühren können. Jedoch wird die Berührung zwischen
der Gegenkontur 230 und dem Sperrarm 232 erst aufgehoben, nachdem der Fühler 212 in
die zweite Stellung bewegt wurde.
[0050] Auch wenn in Fig. 2 das Betätigungselement 216 drehbar dargestellt ist, kann es in
entsprechender Weise als ein linear bewegliches Element mit entsprechenden Konturen
ausgeformt sein.
[0051] Die in den Figuren gezeigten Ausführung einer Blockiereinrichtung mit Sperrkontur
(208) und der Blockierkontur (220) ist lediglich beispielhaft gewählt. Alternativ
ist eine andersartige Blockiereinrichtung vorgesehen, die ausgebildet ist, um eine
Bewegung des Betätigungselements 216 in die Entriegelungsstellung zu blockieren, wenn
sich der Sperrhebel 220 in der Sperrstellung befindet, und die Bewegung des Betätigungselements
216 über die Zwischenstellung hinaus in die Entriegelungsstellung freizugeben, wenn
sich der Sperrhebel 220 in der Freistellung befindet. Somit muss die Blockierungseinrichtung
nicht an der Notbetätigung angeordnet sein, diese kann auch an einer Türblatt-Verriegelung
direkt oder an einer Trittsystem-Verriegelung direkt oder auch dazwischen angeordnet
sein.
[0052] Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung einer Notbetätigungsvorrichtung 102 in einer
Zwischenstellung gemäß einem Ausführungsbeispiel. Die hier abgebildete Notbetätigungsvorrichtung
102 kann der in Fig. 2 beschriebenen Notbetätigungsvorrichtung 102 entsprechen. Lediglich
abweichend zu Fig. 2 ist das Betätigungselement 216 gemäß diesem Ausführungsbeispiel
in der Zwischenstellung gezeigt. Ausgehend von der in Fig. 2 gezeigten Grundstellung
wurde das Betätigungselements 216 dazu gegen den Uhrzeigersinn gedreht.
[0053] Durch die Drehung des Betätigungselements 216 liegt der Sperrarm 232 des Sperrhebels
200 nicht mehr an der Gegenkontur 230 des Betätigungselements 216 an. Dadurch kann
der Sperrhebel 200 unter Verwendung des Federelements 224 in die Freistellung gekippt
werden, sofern der Sperrhebel 200 nicht unter Verwendung der die Magneteinrichtung
222 in der Sperrstellung gehalten wird, wie es in Fig. 3 gezeigt ist. Solange sich
der Sperrhebel 200 in der Sperrstellung befindet, kann das Betätigungselement 216
nicht über die Zwischenstellung in die Entriegelungsstellung weiter gedreht werden,
da die Sperrkontur 208 des Sperrhebels 200 einen Anschlag für die Blockierkontur 220
des Betätigungselements 216 ausformt. Würde der Sperrhebel in die Freistellung kippen,
wie es in Fig. 4 dargestellt ist, würde die Sperrkontur 208 aus der Bewegungsbahn
der Blockierkontur 220 herausbewegt werden, sodass das Betätigungselement 216 über
die Zwischenstellung hinaus weiter in die Entriegelungsstellung bewegt werden kann.
Dadurch wird der Bowdenzug weiter aufgewickelt, wodurch die Notbetätigung der Tür
ausgeführt wird.
[0054] Durch die Drehung des Betätigungselements 216 in die Zwischenstellung wurde der Fühler
212 des Positionsschalters 210 in die zweite Stellung beweg. Dadurch stellt der Positionsschalter
210 das Verriegelungssignal bereit, sofern das Blockiersignal 114 eine Bewegung des
Fahrzeugs anzeigt. Würde das Blockiersignal 114 einen Stillstand des Fahrzeugs anzeigen,
würde der Positionsschalter 210 das Verriegelungssignal nicht bereitstellen und der
Sperrhebel 200 kann in die Freistellung kippen, wie es in Fig. 4 gezeigt ist.
[0055] Durch den hier beschriebenen Ansatz ergibt sich ein geringer Energieverbrauch, da
die Magneteinrichtung 222 im Normalfall sowohl während der Fahrt als auch im Stillstand
nicht aktiv ist. Dadurch wird auch die Fehleranfälligkeit gering gehalten.
[0056] Eine weitere Funktion der Kontur 230 besteht darin, den Sperrhebel 200 wieder in
die Ausgangslage zwangsgesteuert zurückzubringen.
[0057] Fig. 4 zeigt eine schematische Darstellung eines Betätigungsendes 204 eines Sperrhebels
200 in der Freistellung gemäß einem Ausführungsbeispiel. Das hier gezeigte Betätigungsende
204 des Sperrhebels 200 kann dem in Fig. 2 beschriebenen dargestellten Betätigungsende
204 entsprechen. Da von der Magneteinrichtung 222 kein Magnetfeld zum Anziehen des
Betätigungsende 204 des Sperrhebels 200 erzeugt wird, wird das Betätigungsende 204
ausgehend von der in den Figuren 2 und 3 gezeigten Sperrstellung durch die Federkraft
des Federelements 224 in die Freistellung geschwenkt. Das Federelement 224 ist gemäß
diesem Ausführungsspiel zwischen dem Betätigungsende 204 und einem Trägerelement 400
angeordnet, an dem auch die Magneteinrichtung 222 angeordnet ist. Das Trägerelement
400 stellt beispielsweise einen Teil einer Trägerstruktur da, an der auch die Achsen
des Sperrhebels 200 und des Betätigungselements 216 starr befestig sind.
[0058] Wenn sich der Sperrhebel 200 in der Freistellung befindet, kann das Betätigungselement
ungehindert von der Sperrkontur 208 von der in Fig. 3 gezeigten Zwischenstellung in
die Entriegelungsstellung weiter gedreht werden. Durch die Drehung in die Entriegelungsstellung
wird der in Fig. 2 gezeigte Bowdenzug so weit angezogen, dass die Entriegelung der
Tür erfolgt.
[0059] Vorteilhafterweise kann eine geeignete Kontur des Sperrhebels 200, beispielsweise
die in Fig. 3 gezeigte Gegenkontur 230 verwendet werden, um den Sperrhebel 200 wieder
in die Ausgangslage zwangsgesteuert zurückzubringen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0060]
- 100
- Fahrzeug
- 102
- Notbetätigungsvorrichtung
- 104
- Türsystem
- 106
- Tür
- 108
- Antrieb
- 110
- Bowdenzug
- 112
- Steuergerät
- 114
- Blockiersignal
- 200
- Sperrhebel
- 204
- Betätigungsende
- 206
- Blockierende
- 208
- Sperrkontur
- 210
- Positionsschalter
- 212
- Fühler
- 214
- Signalausgang
- 216
- Betätigungselement
- 217
- Drehung
- 218
- Schalterkontur
- 220
- Blockierkontur
- 222
- Magneteinrichtung
- 223
- Kabel
- 224
- Federelement
- 225
- Element
- 226
- Drehgriff
- 228
- Einkerbung
- 230
- Gegenkontur
- 232
- Sperrarm
- 400
- Trägerelement des Betätigungselements
1. Notbetätigungsvorrichtung (102) für eine Türeinrichtung (106) für ein Fahrzeug (100),
wobei die Notbetätigungsvorrichtung (102) die folgenden Merkmale aufweist:
einen zwischen einer Freistellung und einer Sperrstellung kippbaren Sperrhebel (200),
wobei der Sperrhebel (200) ein Betätigungsende (204) aufweist;
zumindest einen Positionsschalter (210) mit einem zwischen einer ersten Stellung und
einer zweiten Stellung beweglichen Fühler (212) und einem Signaleingang zum Einlesen
eines Blockiersignals (114) und mit einem Signalausgang (214) zum Bereitstellen eines
Verriegelungssignals unter Verwendung des Blockiersignals (114) und der Stellung des
Fühlers (212);
ein von einer Grundstellung (400) über eine Zwischenstellung in eine Entriegelungsstellung
bewegbares Betätigungselement (216) zum manuellen Betätigen der Türeinrichtung (106),
wobei das Betätigungselement (216) eine Schalterkontur (218) aufweist, die ausgeformt
ist, um den Fühler (212) zwischen der ersten Stellung und der zweiten Stellung zu
bewegen;
eine Blockiereinrichtung (220), die ausgebildet ist, um eine Bewegung (217) des Betätigungselements
(216) in die Entriegelungsstellung zu blockieren, wenn sich der Sperrhebel (200) in
der Sperrstellung befindet, und die Bewegung (217) des Betätigungselements (216) über
die Zwischenstellung hinaus in die Entriegelungsstellung freizugeben, wenn sich der
Sperrhebel (200) in der Freistellung befindet; und
eine Halteeinrichtung (222), die ausgebildet ist, um gesteuert durch das Verriegelungssignal
ein Magnetfeld zum Halten des Sperrhebels (200) in der Sperrstellung zu erzeugen.
2. Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß Anspruch 1, bei der der Sperrhebel (200) ein
Blockierende (206) mit einer Sperrkontur (208) aufweist und wobei das Betätigungselement
(216) eine mit der Sperrkontur (208) des Sperrhebels (200) zusammenwirkbaren Blockierkontur
(220) aufweist, die ausgeformt ist, um eine Bewegung (217) des Betätigungselements
(216) in die Entriegelungsstellung zu blockieren, wenn sich der Sperrhebel (200) in
der Sperrstellung befindet, und die Bewegung (217) des Betätigungselements (216) über
die Zwischenstellung hinaus in die Entriegelungsstellung freizugeben, wenn sich der
Sperrhebel (200) in der Freistellung befindet.
3. Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der
Positionsschalter (210) ausgebildet ist, um das Verriegelungssignal bereitzustellen,
wenn sich der Fühler (212) in der zweiten Stellung befindet und das Blockiersignal
(114) einen ersten Zustand aufweist.
4. Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei der
Positionsschalter (210) ausgebildet ist, um das Verriegelungssignal nicht bereitzustellen,
wenn sich der Fühler (212) in der ersten Stellung befindet oder wenn sich der Fühler
(212) in der zweiten Stellung befindet und das Blockiersignal (114) einen zweiten
Zustand aufweist.
5. Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß Anspruch 2, wobei die Blockierkontur (220) und
die Schalterkontur (218) derart angeordnet sind, dass ausgehend von der Grundstellung
(400) des Betätigungselements (216) die Blockierkontur (220) die Bewegung (217) des
Betätigungselements (216) in die Zwischenstellung ermöglicht, in der sich der Fühler
(212) in der zweiten Stellung befindet.
6. Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß Anspruch 2, wobei das Blockierende (204) des
Sperrhebels (200) einen Sperrarm (232) aufweist, und das Betätigungselement (216)
eine mit dem Sperrarm (232) zusammenwirkbaren Gegenkontur (230) aufweist, wobei die
Gegenkontur (230) derart angeordnet ist, dass in der Grundstellung (400) des Betätigungselements
(216) ein Kippen des Sperrhebels (200) von der Sperrstellung in die Freistellung verhindert
wird, und in der Zwischenstellung das Kippen des Sperrhebels (200) von der Sperrstellung
in die Freistellung ermöglicht wird.
7. Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß Anspruch 6, wobei die Gegenkontur (230) als
ein Stift ausgeformt ist.
8. Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das
Betätigungselement (216) zum Entriegeln der Türeinrichtung (106) mit einem Bowdenzug
(110), einem Push-Pull Zug oder einem Gestänge verbunden ist.
9. Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß Anspruch 2, wobei die Halteeinrichtung (222)
mit dem Betätigungsende (204) des Sperrhebels (200) gekoppelt ist, und/oder wobei
der Positionsschalter (210) am Blockierende (206) des Sperrhebels (200) angeordnet
ist.
10. Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die
Halteeinrichtung (222) als ein Elektromagnet ausgeformt ist.
11. Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, mit einem
Federelement (224), das ausgebildet ist, um den Sperrhebel (200) in der Freistellung
zu halten, wobei das Federelement (224) in der Sperrstellung des Sperrhebels (200)
vorgespannt ist.
12. Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei das
Betätigungselement (216) von der Grundstellung (400) über die Zwischenstellung in
die Entriegelungsstellung drehbar ausgeformt ist.
13. Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß Anspruch 12, wobei ein Drehwinkel zum Überführen
des Betätigungselements (216) von der Grundstellung (400) in die Zwischenstellung
weniger als 10° beträgt.
14. Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß Anspruch 2, wobei die Sperrkontur (208) des
Sperrhebels (200) als eine Nase, die Blockierkontur (220) des Betätigungselements
(216) als ein Stift und die Schalterkontur (218) als eine Nocke ausgeformt sind, und
wobei das Betätigungselement (216) eine mit der Türeinrichtung (106) koppelbare Einkerbung
(228) und einen Drehgriff (226) zum manuellen Betätigen der Türeinrichtung (106) aufweist.
15. Türsystem (104) für ein Fahrzeug (100), wobei das Türsystem (104) die folgenden Merkmale
aufweist:
eine Notbetätigungsvorrichtung (102) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche;
eine Türeinrichtung (106);
einen Antrieb (108) zum automatisierten Bewegen der Türeinrichtung (106); und
einen Bowdenzug (110), einen Push-Pull Zug oder ein Gestänge zum Verbinden des Betätigungselements
(216) der Notbetätigungsvorrichtung (102) mit dem Antrieb (108).