[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Gefahrgutcontainer, insbesondere als Brandschutzcontainer,
mit einer bodenseitigen Auffangwanne, einem Dach und die Auffangwanne und das Dach
verbindende Seitenwände, die an einem Gerüst fixiert sind.
[0002] Zur Lagerung von Gefahrstoffen ist es aus der
DE 20 2017 101 249 U1 bekannt, einen Gefahrgutcontainer mit einer bodenseitigen Auffangwanne, Seitenwänden
sowie einem Dach auszurüsten, wobei beidseitig mit Blech beplankte Paneele zwischen
einem Innenrahmen und einem Außenrahmen gehalten sind. Dadurch kann der Gefahrgutcontainer
einen stabilen Aufbau besitzen, der im Brandfall eine Feuerwiderstandsdauer von mindestens
90 Minuten besitzt. Zum Befüllen des Brandschutzcontainers ist an einer Seitenwand
eine verschwenkbare Tür vorgesehen, die einen Zugang zum Innenraum des Gefahrgutcontainers
schafft, der sowohl als reines Lagerregal oder durch Personen begehbar ausgebildet
sein kann. Gerade bei größeren Gefahrgutcontainern besteht das Problem, dass die Zugangsöffnung
zum Befüllen des Gefahrgutcontainer relativ klein ist, so dass das Einlagern von Gebinden
mühsam ist. Zudem besteht der Nachteil, dass bei großen verschwenkbaren Türen der
Raum vor dem Gefahrgutcontainer freigehalten werden muss, um die Tür nicht zu blockieren.
[0003] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Gefahrgutcontainer zu schaffen,
der einen geringen Raumbedarf besitzt und zudem effektiv befüllt werden kann.
[0004] Diese Aufgabe wird mit einem Gefahrgutcontainer mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst.
[0005] Bei dem erfindungsgemäßen Gefahrgutcontainer ist wenigstens an einer Seite zumindest
ein Schiebetor zum Öffnen und Schließen einer Öffnung an dem Gefahrgutcontainer verfahrbar
gelagert. Dadurch kann der Raumbedarf beim Öffnen des Gefahrgutcontainers reduziert
werden, da das zumindest ein Schiebetor nur entlang der Öffnung verschoben wird und
somit nicht von dem Gefahrgutcontainer durch eine Schwenkbewegung hervorsteht. Gerade
bei größeren Gefahrgutcontainern kann somit eine große Zugangsöffnung durch das Schiebetor
freigegeben werden, um den Gefahrgutcontainer effektiv mit Gebinden und Fässern befüllen
oder entladen zu können.
[0006] Vorzugsweise erstreckt sich das mindestens eine Schiebetor über mindestens 80 % der
Höhe des Gefahrgutcontainers, so dass ein Befüllen und Entladen von Gebinden im Wesentlichen
über fast die gesamte Höhe in horizontale Richtung entlang der Zugangsöffnung erfolgen
kann.
[0007] Für ein besonders effektives Beladen und Entladen des Gefahrgutcontainers können
an einer Seite zwei Schiebetore in unterschiedlichen Ebenen angeordnet sein, so dass
jedes Schiebetor eine Zugangsöffnung an dem Container überdeckt. Dabei können die
beiden Schiebetore bevorzugt mindestens 80 % der Fläche der Seitenwand überdecken,
so dass durch ein Schiebetor jeweils nahezu eine Hälfte der Fläche der Seitenwand
zum Befüllen und Entladen freigegeben werden kann. Die Seitenwand mit den beiden Schiebetoren
ist vorzugsweise an einer Längsseite des Gefahrgutcontainers angeordnet. Optional
können auch an beiden Längsseiten Schiebetore vorgesehen werden, so dass der Gefahrgutcontainer
von gegenüberliegenden Seiten befüllt und entladen werden kann.
[0008] Für einen stabilen Aufbau des Gefahrgutcontainers weist dieser vorzugsweise ein Gerüst
mit einem Innengerüst innerhalb der Seitenwände und des Daches und einem Außengerüst
außerhalb der Seitenwände und des Daches auf. Das Innengerüst kann im Wesentlichen
quaderförmig aufgebaut sein und mehrere Pfosten umfassen, die einen oberen Rahmen
unterhalb des Daches abstützen. Die Pfosten können dabei an der Auffangwanne fixiert
oder abgestützt sein, die vorzugsweise aus einem gebogenen Stahlblech hergestellt
ist. An dem Innengerüst können dann die Seitenwände und das Dach fixiert werden, wobei
hierfür bevorzugt Paneele eingesetzt werden, die einen Kern aus feuerhemmendem Material
aufweisen, der beidseitig mit einem Blech überdeckt ist. Für einen stabilen Aufbau
umfasst das Gerüst zusätzlich ein Außengerüst, das außerhalb der Seitenwände und des
Daches angeordnet ist und ebenfalls Pfosten und einen Rahmen im Bereich des Daches
aufweist, um das Dach und die Seitenwände sicher zu fixieren.
[0009] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist das zumindest eine Schiebetor über Laufrollen
abgestützt und über eine Führungsschiene an einer Oberseite geführt. Die Gewichtskräfte
des Schiebetors werden dann durch die Laufrollen abgetragen, so dass an der Oberseite,
die im Brandfall höher belastet ist, nur eine seitliche Abstützung des Schiebetors
erfolgt. Vorzugsweise sind die Laufrollen an dem Schiebetor gehalten und entlang einer
Laufschiene verfahrbar, die an einem Bodenabschnitt des Gefahrgutcontainers abgestützt
ist.
[0010] Zur Führung des mindestens einen Schiebetors im oberen Bereich ist eine Führungsschiene
vorgesehen, die bevorzugt an einer Oberseite der Schiebetor fixiert ist und entlang
von drehbaren, aber stationär angeordneten Führungsrollen oder Gleitelementen verfahrbar
ist. Alternativ könnte die Führungsschiene auch an dem Dach des Containers fixiert
sein, wobei Laufrollen oder Gleitelemente an der Oberseite des Schiebetors angeordnet
sind. Die Führungsschiene ist im Querschnitt bevorzugt U-förmig ausgebildet und weist
bei einer Festlegung an einer Oberseite des Schiebetors nach oben ragende Schenkel
auf, zwischen denen dann Gleitelemente und/oder Führungsrollen angeordnet sind.
[0011] Um ein sicheres Schließen des Schiebetors gewährleisten zu können, ist jede Schiebetor
vorzugsweise über ein Federelement in eine geschlossene Position vorgespannt. Ein
solches Federelement kann beispielsweise ein über einen Seilzug bewegbares Gewicht
aufweisen, das beispielsweise in einer Tasche an einer Seitenwand auf- und ab bewegbar
ist. Dadurch kann im Brandfall ein selbsttätiges Schließen des Schiebetors aus einer
Öffnungsposition bewirkt werden. Optional kann das Bewegen des Schiebetores in Öffnungs-
oder Schließrichtung auch über einen Antrieb, insbesondere einen elektrischen Antrieb
erfolgen.
[0012] Um die Geschwindigkeit des Schiebetors bei einer Schließbewegung abzubremsen, kann
vorzugsweise mindestens ein Dämpfer vorgesehen sein. Ein Dämpfer kann beispielsweise
als Rotationdämpfer ausgebildet sein, der mit einer Umlenkrolle verbunden ist, die
durch den Seilzug bewegt wird, der zwischen dem Gewicht und dem Schiebetor angeordnet
ist. Alternativ oder zusätzlich kann auch ein weiterer Dämpfer auf der Schließseite
des Gefahrgutcontainers angeordnet sein, beispielsweise ein Lineardämpfer. Dadurch
kann das hohe Gewicht des Schiebetors sicher abgebremst werden.
[0013] Für eine einfache Handhabung kann an dem Gefahrgutcontainer ein Magnet vorgesehen
sein, mittels dem ein Schiebetor in einer Öffnungsposition fixierbar ist. Dieser Magnet
kann beispielsweise bestromt sein, so dass bei einem Havariefall oder einer Notauslösung
durch Abschalten des Stromes die Magnetkräfte abgeschaltet werden und das Schiebetor
selbsttätig in die Schließposition verfahren wird. Die Haltekräfte des Magneten sind
somit bevorzugt höher als die Zugkräfte durch das mindestens eine Federelement, mittels
dem das Schiebetor in die Schließposition vorgespannt ist.
[0014] An der bodenseitigen Auffangwanne ist vorzugsweise mindestens ein Gitterrost zum
Abstellen von Gebinden, insbesondere Fässern, IBC, KTC, Chemie- und Europaletten mit
Flüssigkeit, oder anderer Lagerelemente mit Fluiden, vorgesehen. Dadurch kann bei
einer Leckage an den Gebinden das Gefahrgut in die Auffangwanne abfließen, die vorzugsweise
aus einem gebogenen Stahlblech hergestellt ist.
[0015] Zur Ausgestaltung des Gefahrgutcontainers als Brandschutzcontainer ist vorzugsweise
ein oberer Rand jedes Schiebetors zwischen zwei Abdeckstegen angeordnet. Die Abdeckstege
können dabei intumeszierendes Material aufweisen oder aus diesem hergestellt sein.
Die Überdeckung der Abdeckstege senkrecht zur Verfahrrichtung des Schiebetors ist
vorzugsweise größer als 5 cm ausgebildet, beispielsweise zwischen 6 bis 20 cm. Dadurch
kann im Brandfall ein sicherer Verschluss an einem oberen Rand des Schiebetors gewährleistet
werden. Solche Abdeckstege können optional auch auf der Schließseite der Schiebetor
an einer vertikalen Seitenwand vorgesehen sein.
[0016] Vorzugsweise weist das Schiebetor auf der in Öffnungsrichtung angeordneten Seite
einen leistenförmigen Vorsprung auf, der mit einem weiteren leistenförmigen Vorsprung
eine Abdichtung bereitstellt. Der weitere leistenförmige Vorsprung kann dabei wahlweise
an einem Festfeld einer Seitenwand oder an einem weiteren Schiebetor angeordnet sein.
Die leistenförmigen Vorsprünge können dabei hakenförmig ausgebildet sein und ineinandergreifen,
so dass an der Öffnungsseite jedes Schiebetor eine zuverlässige Abdichtung bereitgestellt
wird. An dem leistenförmigen Vorsprung kann ein intumeszierendes Material vorgesehen
sein, oder diese können aus diesem Material gebildet sein, um einen sicheren Verschluss
im Brandfall zu gewährleisten.
[0017] Für eine zuverlässige Abdichtung des Gefahrgutcontainers kann zudem eine bei Hitze
selbsttätig schließende Belüftungsklappe vorgesehen sein. Die Belüftungsklappe kann
beispielsweise durch eine Feder in die geschlossene Position vorgespannt sein und
durch ein Halteelement aus einem schmelzbaren Material, beispielsweise Kunststoff,
in einer geöffneten Position gehalten werden. Ein solches Halteelement kann beispielsweise
als Schraube aus Kunststoff ausgebildet sein, so dass im Brandfall eine Hitzeentwicklung
oder der Austritt von Rauchgasen vermieden werden kann.
[0018] Der erfindungsgemäße Gefahrgutcontainer weist im Brandfall vorzugsweise eine Standzeit
von mindestens 60 Minuten, insbesondere mindestens 90 Minuten oder 120 Minuten nach
EN 13501-2-2010 gemäß REI-1-60 und REI-2-90 auf, so dass ein Brandschutz für einen
relativ langen Zeitraum gewährleistet wird. Vorzugsweise erfüllt der Gefahrgutcontainer
gleichzeitig alle drei Feuerwiderstandsklasse nach EN 13501-2, nämlich REI-1-60, REI-2-90
und REI-2-120.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die
beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Gefahrgut-containers;
- Figur 2
- eine perspektivische Ansicht eines inneren Gerüstes des Gefahrgutcontainers der Figur
1;
- Figur 3
- eine Schnittansicht durch den Gefahrgutcontainer der Figur 1;
- Figur 4
- eine Detailansicht des Gefahrgutcontainers der Figur 1 mit geöffnetem Schiebetor;
- Figur 5
- eine Detailansicht im Bereich der unteren Führung der Schiebetore;
- Figur 6
- eine Detailansicht im oberen Bereich der Führung der Schiebetore;
- Figur 7
- eine Schnittansicht durch die Öffnungsseite der beiden Schiebetore;
- Figur 8
- eine Schnittansicht durch eine Schließseite an einem Schiebetor;
- Figur 9
- eine Ansicht einer Lüftungsklappe, und
- Figur 10
- eine Detailansicht eines Gewichtes zum Schließen eines Schiebetors.
[0020] Ein Gefahrgutcontainer 1 umfasst eine im Innenraum angeordnete bodenseitige Auffangwanne
und ein oberes Dach 2, wobei zwischen der Auffangwanne und dem Dach 2 Seitenwände
3 an einer oder mehreren Seiten vorgesehen sind. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
sind die Seitenwände 3 an drei Seiten angeordnet, während an einer vierten Seite zwei
Schiebetore 6 und 7 angeordnet sind, die jeweils eine Zugangsöffnung zu dem Innenraum
des Gefahrgutcontainers 1 überdecken. Außerhalb des Gefahrgutcontainers 1 ist ein
äußeres Gerüst mit vertikalen Pfosten 5 vorgesehen, die einen aus Profilen 4 gebildeten
Rahmen an dem Dach 2 abstützen. Die Seitenwände 3 sind aus Paneelen gebildet, die
einen Kern aus nicht brennbarem oder feuerhemmendem Material aufweisen, beispielsweise
entsprechend der Baustoffklasse A1, und auf beiden Seiten des Kerns sind Bleche zur
Abdeckung vorgesehen.
[0021] In Figur 2 ist ein Innengerüst 11 des Gefahrgutcontainers 1 gezeigt, das innerhalb
der Seitenwände 3 und dem Dach 2 vorgesehen ist. Das Innengerüst 11 umfasst vertikale
Pfosten 14, die im oberen Bereich einen aus Längsprofilen 12 und Querprofilen 13 gebildeten
Rahmen abstützen, wobei die Längsprofile 12 und die Querprofile 13 aus C-förmig gekanteten
Blechen hergestellt sein können, die untereinander mit Nieten verbunden sind. Im unteren
Bereich der Pfosten 14 ist eine Auffangwanne 10 angeordnet, die aus einem gebogenen
Stahlblech hergestellt ist, vorzugsweise mit einer Blechdicke zwischen 3 mm bis 8
mm, insbesondere 4 mm bis 6 mm. An Seitenwänden der Auffangwanne 10 sind Leisten 16
vorgesehen, auf denen Gitterroste abgestützt werden können, auf denen dann die Gebinde
mit Gefahrstoffen abgestellt werden.
[0022] In Figur 3 ist der Gefahrgutcontainer 1 im Schnitt gezeigt, und es ist nur noch ein
Teil des hinteren Schiebetors 7 sichtbar. Das Schiebetor 7 ist im unteren Bereich
entlang einer Laufschiene 20 verfahrbar, die an einem Bodenabschnitt 15 abgestützt
ist. Das Schiebetor 7 ist dabei im unteren Bereich U-förmig eingefasst und zwischen
zwei Abdeckleisten 17 angeordnet.
[0023] Im oberen Bereich ist das Schiebetor 7 zwischen nach unten hervorstehenden Abdeckleisten
28 angeordnet, die eine obere Kante des Schiebetors 7 überdecken. Die Überdeckung
in vertikale Richtung durch die Abdeckleisten 17 und 28 kann beispielsweise mindestens
5 cm betragen, vorzugsweise zwischen 8 cm bis 30 cm. Dabei können die Abdeckleisten
17 und 28 ein intumeszierendes Material aufweisen oder aus diesem hergestellt sein,
um im Brandfall Spalte zwischen dem Schiebetor 7 und den Abdeckleisten 17 und 28 sicher
verschließen zu können.
[0024] In Figur 4 ist eine Schließseite für das Schiebetor 7 im Detail gezeigt. Es ist erkennbar,
dass neben der Laufschiene 20 auf dem Bodenabschnitt 15 ein nach oben hervorstehender
Abdeckleiste 17 angeordnet ist, der an der Schließseite an einem vertikalen Abdecksteg
32 mündet, so dass für eine Endseite des Schiebetors 7 eine Tasche ausgebildet wird.
Innerhalb der Tasche ist ein Lineardämpfer 22 vorgesehen, der das Schiebetor 7 bei
einer Schließbewegung kurz vor Erreichen der Schließposition abbremst. Über die Höhe
verteilt können optional auch mehrere Lineardämpfer 22 angeordnet sein. Ferner befindet
sich an einer Stirnseite des Schiebetors 7 eine Verriegelung 21, die mit einem Riegel
an dem Schiebetor 7 in Eingriff gebracht werden kann, um das Schiebetor 7 in der Schließposition
verriegeln zu können. An dem Pfosten 5 kann ein Bedienfeld für die Verriegelung 21
vorgesehen sein.
[0025] In Figur 5 ist ein unterer Bereich der beiden Schiebetore 6 und 7 gezeigt, die über
Laufrollen 23 an zwei Laufschienen 20 verfahrbar sind, die in unterschiedlichen Ebenen
angeordnet sind. Zwischen den beiden Laufschienen 20 befindet sich eine nach oben
hervorstehende Abdeckleiste 17, so dass das hintere Schiebetor 7 zwischen der Abdeckleiste
17 und einer Seitenwand 24 der Auffangwanne 10 U-förmig eingefasst ist.
[0026] In Figur 6 ist ein oberer Bereich der Schiebetore 6 und 7 gezeigt. Jedes Schiebetor
6 und 7 ist dabei zwischen zwei nach unten ragende Abdeckleisten 28 eingefasst, wobei
die Überdeckung der Abdeckleisten 28 in vertikale Richtung vorzugsweise zwischen 5
cm bis 50 cm, insbesondere 20cm bis 40cm, beträgt. Im oberen Bereich sind die Schiebetore
6 und 7 nur seitlich geführt, während die Gewichtslasten über die unteren Laufrollen
23 und die Laufschiene 20 abgetragen werden. Jedes Schiebetor 6 und 7 weist an der
Oberseite eine Führungsschiene 25 auf, die im Querschnitt U-förmig ausgebildet ist
und nach oben ragende Schenkel besitzt. Innerhalb der Führungsschiene 25 sind Führungsrollen
26 angeordnet, die um eine Achse 27 drehbar gelagert sind. Die Führungsrollen 26 sind
dabei an dem Dach 2 des Gefahrgutcontainers 1 gehalten. Optional kann die Führungsschiene
25 auch an dem Dach 2 fixiert sein und zur Führung von Gleitelementen oder Führungsrollen
dienen, die an einem der Schiebetore 6 oder 7 angebracht sind.
[0027] In Figur 7 ist die Schließseite der beiden Schiebetore 6 und 7 gezeigt, die für den
Brandfall ebenfalls abgedichtet werden muss. An jedem Schiebetor 6 oder 7 ist ein
Vorsprung 30 angebracht, der einen in Verfahrrichtung angeordneten Steg 31 aufweist.
Der so gebildete hakenförmige Vorsprung 30 kann in der Schließposition ineinandergreifen,
wie dies in Figur 7 gezeigt ist. Dadurch kann ein Spalt zwischen den beiden Schiebetoren
6 und 7 an der Öffnungsseite abgedichtet werden. Der Vorsprung 30 kann ebenso wie
die Abdeckleisten 17 und 28 ein intumeszierendes Material aufweisen oder aus diesem
gebildet sein.
[0028] In Figur 8 ist ein Schnitt durch die Schließseite des Schiebetors 7 gezeigt. Auch
die vertikale Schließseite ist zwischen zwei Abdeckstegen 32 aus intumeszierendem
Material angeordnet, die unter Hitzeeinwirkung aufschäumen und entsprechende Spalte
verschließen können.
[0029] In Figur 9 ist ein weiteres Detail des Gefahrgutcontainers 1 dargestellt. Es ist
eine Belüftungsklappe 40 gezeigt, die in einer Öffnungsposition angeordnet ist, um
den Innenraum des Gefahrgutcontainers 1 zu belüften. Die Belüftungsklappe 40 ist über
eine nicht dargestellte Feder in eine Schließposition vorgespannt. Um ein Schließen
der Belüftungsklappe 40 zu verhindern, ist ein Halteelement 41 aus schmelzbaren Material
vorgesehen, beispielsweise aus Kunststoff, das unter Hitzeeinwirkung die Belüftungsklappe
40 freigibt, so dass diese unter der Krafteinwirkung der Feder verschließen kann.
[0030] In Figur 10 ist ein Pfosten 5 des äußeren Gerüstes gezeigt, an dem ein Gewicht 50
in vertikale Richtung bewegbar gehalten ist. Das Gewicht 50 ist mit einem Seilzug
51 verbunden, der auf der gegenüberliegenden Seite mit der Schiebetor 6 verbunden
ist. Beim Öffnen der Schiebetor 6 wird das Gewicht 50 angehoben, so dass der Seilzug
51 und das Gewicht 50 als Federelement wirkt, das das Schiebetor 6 in Schließrichtung
vorspannt. Das Schiebetor 6 kann dabei in der Öffnungsposition durch einen Magneten
gehalten werden, der an der Öffnungsseite des Schiebetors 6 Haltekräfte einleitet,
um eine Bewegung des Schiebetors 6 in Schließrichtung zu verhindern. Der Magnet kann
dabei schaltbar ausgebildet sein, so dass im Havarie- oder Brandfall das Schiebetor
6 über das Federelement selbsttätig verschließt. Ein entsprechender Vorspann- und
Haltemechanismus kann auch für das Schiebetor 7 vorgesehen sein.
[0031] Um eine Bewegung des Schiebetors 6 in Schließrichtung abzubremsen, kann der Seilzug
51 an einer Umlenkrolle mit einem Rotationsdämpfer versehen sein, um das schwere Schiebetor
6 nicht gegen den Pfosten 5 anschlagen zu lassen. Ergänzend können einer oder mehrere
Lineardämpfer 22 vorgesehen sein, wie dies für das Schiebetor 7 gezeigt wurde. Die
Schiebetore 6 und 7 können baugleich ausgebildet sein, lassen sich nur in gegenläufige
Richtungen öffnen.
[0032] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei Schiebetore 6 und 7 an einer Längsseite
des Gefahrgutcontainers 1 vorgesehen. Es ist natürlich möglich, auch nur ein einziges
Schiebetor 6 oder 7 vorzusehen und feste Seitenwände in dem übrigen Bereich anzuordnen.
Zudem können auch mehr als zwei Schiebetore 6 oder 7 an einer oder mehreren Seiten
des Gefahrgutcontainers 1 angeordnet werden.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 1
- Gefahrgutcontainer
- 2
- Dach
- 3
- Seitenwand
- 4
- Profil
- 5
- Pfosten
- 6
- Schiebetor
- 7
- Schiebetor
- 10
- Auffangwanne
- 11
- Innengerüst
- 12
- Längsprofil
- 13
- Querprofil
- 14
- Pfosten
- 15
- Bodenabschnitt
- 16
- Leiste
- 17
- Abdeckleiste
- 20
- Laufschiene
- 21
- Verriegelung
- 22
- Lineardämpfer
- 23
- Laufrolle
- 24
- Seitenwand
- 25
- Führungsschiene
- 26
- Führungsrolle
- 27
- Achse
- 28
- Abdeckleiste
- 30
- Vorsprung
- 31
- Steg
- 32
- Abdecksteg
- 40
- Belüftungsklappe
- 41
- Halteelement
- 50
- Gewicht
- 51
- Seilzug
1. Gefahrgutcontainer (1), insbesondere als Brandschutzcontainer, mit einer bodenseitigen
Auffangwanne (10), einem Dach (2) und die Auffangwanne (10) und das Dach (2) verbindende
Seitenwände (3), die an einem Gerüst (4, 5, 11) fixiert sind, dadurch gekennzeichnet, dass an mindestens einer Seite zumindest ein Schiebetor (6, 7) zum Öffnen und Schließen
einer Öffnung an dem Gefahrgutcontainer (1) verfahrbar gelagert ist.
2. Gefahrgutcontainer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schiebetor (6, 7) sich über mindestens 80 % der Höhe des Gefahrgutcontainers
(1) erstreckt.
3. Gefahrgutcontainer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an einer Seite des Gefahrgutcontainers (1) zwei Schiebetore (6, 7) in unterschiedlichen
Ebenen angeordnet sind.
4. Gefahrgutcontainer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Schiebetore (6, 7) mindestens 80 % der Fläche der Seitenwand des Gefahrgutcontainers
(1) überdecken.
5. Gefahrgutcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gerüst ein Innengerüst (11) innerhalb der Seitenwände (3) und des Daches (2)
und ein Außengerüst außerhalb der Seitenwände (3) und des Daches (2) umfasst.
6. Gefahrgutcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zumindest eine Schiebetor (6, 7) über Laufrollen (23) abgestützt ist und über
eine Führungsschiene (50) an ihrer Oberseite geführt ist.
7. Gefahrgutcontainer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Laufrollen (23) an der Schiebetor (6, 7) drehbar gelagert sind und an einer Laufschiene
(20) an einem Bodenabschnitt des Gefahrgutcontainers (1) verfahrbar sind.
8. Gefahrgutcontainer nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschiene (25) an einer Oberseite des Schiebetors (6, 7) fixiert ist und
entlang von drehbaren, aber stationär angeordneten Führungsrollen (26) oder Gleitelementen
verfahrbar ist.
9. Gefahrgutcontainer nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschiene (25) im Querschnitt U-förmig ausgebildet ist.
10. Gefahrgutcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schiebetor (6, 7) über ein Federelement in die geschlossene Position vorgespannt
ist.
11. Gefahrgutcontainer nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement ein über einen Seilzug (51) bewegbares Gewicht (50) aufweist.
12. Gefahrgutcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Dämpfer vorgesehen ist, der eine Schließbewegung des Schiebetors (6, 7) abbremst.
13. Gefahrgutcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Magnet vorgesehen ist, mittels dem das Schiebetor (6, 7) in einer Öffnungsposition
fixierbar ist.
14. Gefahrgutcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass über der bodenseitigen Auffangwanne (10) mindestens ein Gitterrost zum Abstellen
von Fässern mit Flüssigkeit angeordnet ist.
15. Gefahrgutcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein oberer Rand des Schiebetors (6, 7) zwischen zwei Abdeckstegen (28) angeordnet
ist.
16. Gefahrgutcontainer nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdeckstege (28) ein intumeszierendes Material aufweisen oder aus diesem gebildet
sind.
17. Gefahrgutcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schiebetor (6, 7) auf der in Öffnungsrichtung angeordneten Seite mindestens einen
leistenförmigen Vorsprung (30) aufweist, der mit einem weiteren Vorsprung (30) eine
Abdichtung bereitstellt.
18. Gefahrgutcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gefahrgutcontainer (1) eine bei Hitze selbsttätig schließende Belüftungsklappe
(40) aufweist.
19. Gefahrgutcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Gefahrgutcontainer (1) im Brandfall eine Standzeit von mindestens120 min nach
DIN EN 13501-2 170 min aufweist.